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Nessaja ist eine Dufour 43CC und in Griechenland stationiert. Seit Anfang 2021 leben wir unseren Traum und wohnen auf Nessaja. Mit Ihr machten wir zunächst die Ägäis unsicher, bevor wir aus privaten Gründen entschieden haben, NICHT auf "große Fahrt" zu gehen! In unserem Blog geht es daher zumeist um den Alltag zweier Segler die sich dem Leben auf einer kleinen griechischen Insel verschrieben haben... Hier und auf den üblichen Social Media Kanälen erzählen wir von unseren Erlebnissen und Abenteuern.

Dezember 2022 – The Promised Land

Das Jahr 2022 neigt sich dem Ende zu, es bricht der letzte Monat an. Mancher mag sich fragen, ob denn „The Promised Land“ von Bruce Springsteen ein Weihnachtslied sei, oder zumindest irgendwie mit der heiligen Geschichte verlinkt ist – der Gedanke drängt sich ja ein wenig auf…

Ist er nicht!

Zwei Tatsachen haben den Song von „The Boss“ trotzdem zur Dezemberheadline werden lassen – zum Einen, ich mag Springsteen und seine Musik seit vielen Jahren! Zum Anderen habe ich „Dog related songs“ in Google gesucht, denn wir sind auf den Hund gekommen! Diese Tatsache hat unseren Dezember 2022 geprägt und daher gab es kein Vorbeikommen – der Refrain von „The Promised Land“ aus dem 1978er Album „Darkness on the Edge of Town“ sagt alles…

„The dogs on Main Street howl
‚Cause they understand
If I could take one moment into my hands
Mister I ain’t a boy, no, I’m a man
And I believe in a promised land“

Ich darf hier popkultur.de zitieren – „Hunde leben im Moment, scheint Springsteen zu implizieren, und sie glauben an sich und an uns.“ Andere Verlinkungen zu unserem Leben ließen sich hieraus ableiten, dies würde aber wohl zu Abschweifungen führen!

Dürfen wir vorstellen? – MAMOS

Einleitend sei erklärt, dass dieser wunderschöne Labrador-Mix Rüde sich eines Tages im November, unsere Marina als Zufluchtsort ausgesucht hat. Es ist nicht klar, ob er verstoßen wurde oder ob es sich um einen Streuner handelte – deutlich zu sehen war jedoch, dass er abgemagert war und irgendwie krank oder verletzt schien. Er war leicht apathisch, ängstlich und hat eigentlich nur Ruhe gesucht.

Das Marinapersonal hat sich seiner angenommen, er durfte vor dem Wärterhäuschen schlafen und bekam zu fressen. Heute wissen wir, dass der Marinabesitzer, der Seniorchef, auch für eine medizinische Erstversorgung sorgte. Die Gäste der Marina mochten ihn.

Der Hund, den zu dieser Zeit alle „Black“ nannten, wurde zutraulicher, tollte phasenweise mit Electra durch die Marina und alle dachten, dass hier ein zweiter Marinahund heranwächst…

Soweit also zur Ausgangssituation – diese veränderte sich gravierend, doch bis dahin vergingen noch ein paar Tage.

Weihnachtsdeko an Bord der NESSAJA

Sibylle hatte beschlossen, dass etwas Adventsstimmung an Bord der NESSAJA nicht schaden könnte. Da ich nicht so sehr der Fan von Lichterketten bin und somit den Vorschlag „Faltweihnachtsbaum“ eingesteuert habe, sollte sich als Fehler herausstellen! Sibylle war von meiner Wortwahl so entgeistert, dass so ein netter Mini-Weihnachtsbaum wohl nicht auf ihrem Plan stand – nun egal, sie hat aus wenig eine nette Deko gezaubert und somit für etwas Lichterglanz an den Adventsabenden gesorgt.

Lichterschein an langen „Winterabenden“

Sehr häufig habe ich dieser Tage an den Film „Tatsächlich… Liebe“ (Love Actually) denken müssen – wer den Streifen kennt, weiß genau was ich meine… „Christ-mas is all around you“ – ein Titel der es auch zur Headline hätte bringen können!

Zu dieser Zeit wusste ich noch nicht, dass wir den Film an Heiligabend ansehen würden, doch gemach, gemach…

Bis es soweit sein würde, war es ja noch eine Weile hin! Der Dezember begann mit der Verabschiedung unserer Freunde aus Karlsruhe. Susanne, Marcus und die kleine Lilly wollten Weihnachten zuhause in Deutschland feiern und hatten ihre Fähre für den 01.12. gebucht. Wir aßen zusammen Lasagne an Bord von NESSAJA, so dass Susanne nicht mehr kochen musste, dann verabschiedeten wir die liebgewonnene Familie.

Noch im Gehen, sprachen die Beiden eine Einladung für den Februar in ihr Haus auf Gran Canaria aus – es reizt uns sehr diese anzunehmen. Wir werden sehen…

Bereits am Morgen des Tages, bin ich leicht genervt aufgewacht und somit alles andere als entspannt in den letzten Monat des Jahres gestartet. Ihr erinnert Euch, dass mein neuer Gasfernschalter undicht und beschädigt war, so gehörte zu meinen ersten Handlungen, das erhaltene Paket zu öffnen und den neuen Schalter einzubauen. Ich ging dabei sehr vorsichtig vor – und bemerkte daher, deutlicher als beim ersten Verbau, wie knapp das eigentlich war…

A knappe G´schicht!

Schluss! Hier muss eine Entscheidung her, mir missfiel die Gasgeschichte schon lange und so beschloss ich, den Platz der Gasflaschen zu ändern.

Neue Gestaltung und Ordnung – gute Zugänglichkeit

Die Gasflaschen bekamen eine der noch übrigen Batteriekisten – natürlich inklusive einem Gasablauf mit Abzweigung zum originalen – und die Benzinkanister und Spraydosen mussten umziehen.

Ganz schöne Sammlung

Bei solchen Aktionen, welche meist deutlich mehr Zeit verschlingen als geplant, zeigt sich erst, wie viele solcher Mittelchen man eigentlich vorhält – Wahnsinn! Das räumt man nicht „mal eben schnell wohin“! Also wurde aus der Umbauaktion auch eine mittelschwere Räumaktion – letztlich aber erfolgreich!

Und Platz für einen der etwas höher bauenden Marine-Gasregler ist jetzt auch – wurde sofort bestellt!

Daraus resultierte natürlich die Notwendigkeit einer neuen Druckverlustprüfung mit angeschlossenem Gasfernschalter. Diesmal ohne Probleme, ohne Verlust nach vorgegebener Prüfdauer. Haken dran, Gasanlage (wieder) fertig.

Dreifacher Systemdruck (nach 10 Minuten Temperaturausgleich)…
…und nochmals nach 15 Minuten Prüfdauer

Der Schlauch bekam noch eine Schutzummantelung, die Gasflaschen eine Rutschsicherung und, wie erwähnt, ein Marine-Gasregler von GOK ist bestellt. Ich stelle nochmals ein Foto rein, wenn alles komplett ist.

Unsere österreichischen Freunde sind diese Nacht von ihrem Türkei Besuch zurück gekehrt, wir freuen uns, dass sie wieder da sind – die Beiden freuen sich, dass wir auf ihre FINI aufgepasst haben und die Pakete dort abgelegt haben. Dies bringt uns eine kleine Aufmerksamkeit ein – ganz herzlichen Dank euch Beiden!

Die richtige Kombi zum abendlichen Vorweihnachtsprogramm

Zum Thema Gasanlage sei noch erwähnt, dass ich entschieden habe, die Reklamation nicht weiter zu verfolgen. Ich habe mir die Verschraubung beim neuen Schalter noch einmal angesehen und die Funktionsweise für mich gedeutet – ich schließe inzwischen nicht mehr aus, dass ich den Schalter einfach viel zu fest verschraubt habe.

Ich hatte mir 20 Berufsjahre lang gewünscht, dass nur EINMAL ein Kunde in Erwägung ziehen würde, dass ihm ein Fehler unterlaufen ist – das ist NIE geschehen! Diesen geheimen Wunsch habe ich mir nun selbst erfüllt und meine Reklamation bei SVB zurückgezogen – mit genau dieser Begründung. Bringt vielleicht auch ein, zwei Karmapunkte?!

Darauf galt es anzustoßen! Gut, dass wir an diesem Abend bei dem anderen Teil der österreichischen Fraktion auf a Glaserl Wein geladen waren – an Bord der OCEAN FANTASY.

Château Lafite-Plastiqué de Pipi

Ja! Natürlich wissen wir, dass es aussieht als ob der Gastgeber den Inhalt eines Urinbeutels kredenzt – wir haben einen Abend lang Tränen gelacht! Ernsthaft betrachtet, sind diese Weine aus dem Karton, zumindest als Begleitung zum Salzstangerl, nicht die schlechteste Wahl und deutlich besser als ihr Ruf. Kann ich für Griechenland so behaupten…

Hier ist es zu dieser Zeit üblich, dass die Sportvereine und andere Gruppierungen, Veranstaltungen organisieren bei denen Live Musik spielt und ein lokales Mittagessen angeboten wird. Man zahlt dafür einen Obolus, meist so um die 13.-€, mit dem man sich das Ticket kauft und gleichzeitig dem Verein etwas Gutes tut.

Vor vielen Wochen schon, hat uns Marietta zu eben solch einer Feier des Baketballvereins eingeladen. Heute war es so weit und wir sind zusammen mit der FINI-Crew nach Blefoutis gefahren.

Taverna „Artemis“ in der Belfoutis Bucht

Die Tische waren reserviert und man konnte aus drei verschiedenen Mahlzeiten wählen. Alles war sehr gut organisiert und wir saßen bald schon vor unserem Lunch.

War echt gut…
Gefülltes Chicken-Steak mit Reis und Pommfritz
Griechischer Krautsalat

Nebenbei wurden Bilder der Basketballsaison gezeigt und die Menschen haben palavert und Spaß gehabt. Es war ein sehr ungezwungenes und lustiges Fest. Die Musiker, Flourious der Keyboarder und mein Lieblingsgeiger Manolis, verstärkt durch unseren ehemaligen Marinero Manolis an der Bouzouki, bauten derweil ihre Anlage auf.

Bildershow der Basketballjugend

Es gab die Ehrungen der Mannschaften, ein paar Reden und Danksagungen. Selbst der Bürgermeister war zu Gast.

Vereinsleitung – Marietta und Kollege. Davor der Trainer, ein ehemaliger Basketballprofi der auch in Deutschland gespielt hat

Für uns war das natürlich etwas langatmig, wir konnten uns die Wartezeit bis zum geselligen Teil aber durch einen kleinen Tsipouro verkürzen.

Dann war es soweit! Die Musiker schlugen den Takt an und der erste Tanz gebührte der Basketball-Jugend.

Die Jungs und Mädels der Leros-Basketballteams
Hopahopahopa

Ja, und dann ging´s ab! Wie immer musste man nicht lange warten, bis die Stimmung anfing zu brodeln. Es war richtig was los! Wir verweilten ein bisschen, sahen zu, bis es uns zu laut wurde und fuhren dann nach Hause.

Kurz vor Sonnenuntergang in Gourna
Schaut jeder gerne an – Schnappschuss gefällig???

Am Heimweg haben wir die Abendstimmung über der Gourna-Bucht genossen. Diese Seite der Insel zeigt die schönsten Sonnenuntergänge. Die Stimmung ist dabei sehr unterschiedlich, je nachdem, ob unser Zentralgestirn spektakulär vor Wolkentürmen ins Meer abtaucht, oder eher romantisch glühend im Mare Nostrum versinkt.

Der Morgen des nächsten Tages begann für unsere alpenländischen Nachbarn mit einer kleinen Aufregung. Das neue und sehnsüchtig erwartete Dinghy traf per Warensendung ein – früher als erwartet. Es wurde zur Inbetriebnahme mit anschließender Bootstaufe gerufen – das lassen wir uns nicht zweimal sagen.

Freude beim Auspacken
Wir bestaunen und geben Kommentare ab – die Hände bleiben zunächst in der Hosentasche
Fachsimpelei über eine Gummiwurst – ah, Aluboden, oh, Hypalon, uh, lightweight…

Die Taufzeremonie wird durch eine Tauffachkundige, nämlich die Capetaña des Mutterschiffes, durchgeführt – Zielsetzung war, möglichst wenig des edlen Tropfens für die Taufe zu verwenden, dies aber dennoch gültig durchzuführen…

Fingerspitzengefühl ist gefragt – ich taufe Dich auf den Namen TENDER TO FINI

Der Rest des prickelnden Getränkes wurde auf die Kehlen der Zeremonieteilnehmer verteilt. Dies, gepaart mit der Tatsache, dass eine zweite Flasche mit einem lauten „Plopp“ entkorkt wurde, versetzte die Teilnehmerschaft in eine ausgelassene Partystimmung!

Ohne weitere Worte

Heute sollte auch für uns ein besonderer Tag werden, der Tag an dem die Weichen für die nächsten sechs Wochen gestellt wurden.

Ohne dies zu wissen, haben wir beschlossen nach dem schwarzen Labrador-Mix zu sehen. Weg war er…

Nanu, gestern Abend war er doch noch da? Ein kurzes Umsehen in der Marina half ihn zu finden…

Freude – und in den Augen Verzweiflung

Ich bin da kein Gefühlsdusler – er ist ein Hund und in Griechenland gelten andere Regeln als in Deutschland. Dennoch habe ich mir eingebildet in seinen Augen so etwas wie Verzweiflung oder zumindest Traurigkeit gesehen zu haben – er war jetzt ein Kettenhund.

Wie kam das? Nun, nachdem sich der sanftmütige Schwarze mit Marinahund Electra angefreundet hatte, tollten die Beiden durch die Marina. Eigentlich mochte ihn jeder. Eigentlich, weil er sich zwei Minuspunkte ankreiden lassen musste. Erstens waren seine „Hinterlassenschaften“ größer als die von Electra – inakzeptabel groß – und zweitens, er begann Schuhe der Segler zu klauen. Dies hat Electra auch mal gemacht, da wurden die Schuhe aber von ihrem „Herrchen“, dem Elektriker, zurückgebracht. Bei ihm nicht – das wurde ihm zum Verhängnis!

Der Besitzer der Marina hat beschlossen – „Black“ darf bleiben, aber sein Platz ist künftig bei den Wachhunden an der Kette – für die nächsten 10-12 Jahre. Dieser Gedanke setzte sich bei uns im Kopf fest.

Wir wollen auf andere Gedanken kommen und fahren auf einen Drink ins Café „Palma“ – den Namen könnt ihr Euch merken, es ist das Nachfolgecafé von Popi´s „Morano Café“. Wir werden öfter bei dem Brüderpaar einkehren…

Eröffnungstag – die neuen Besitzer eifrig am Werk

An diesem Tag war das spannungsgeladene Lokalderby der beiden führenden griechischen Basketballmannschaften aus Piraeus und Athen. Obwohl wir keine Basketballfans sind, haben wir uns etwas von der Stimmung der Gäste anstecken lassen.

Neu renoviert – mehr als eine Sportkneipe
Meze zum Ouzo, echt gut!!!

Wir kennen die neuen Besitzer ja schon länger – sie waren zuvor als Kellner bei „Dimitris o´Karaflas“ angestellt. Der muss sich nun neues, gutes Personal beschaffen – das ist bedauerlich – wir wünschen den beiden jungen Männern aber von ganzem Herzen den verdienten Erfolg. Aus unserer Sicht ein sehr guter Start – es passte alles!

Es war schon dunkel als wir wieder fuhren

Die Zeit verflog und als wir zum Nachhauseweg aufbrachen, war schon die Dunkelheit über Lakki hereingebrochen. Wir mussten noch unseren Einkauf für das Abendessen machen – auf zum Metzger…

Sehr gut sortiert – der Schrank für die Dry-Aged Steaks

…wir bestaunten die riesigen Steaks in der Auslage, haben uns dann aber doch für Bifteki entschieden.

Bei Verlassen des Ladens sticht mir noch ein Plakat ins Auge – wieder spielen meine Lieblingsmusiker, wieder im Rahmen einer Veranstaltung eines Vereines. Vielleicht eine weitere gute Gelegenheit sich ein wenig zu amüsieren? Ich nehme es vorweg, das war nicht unser Ding und wir waren zu diesem Zeitpunkt bereits durch den Hund eingeschränkt – nächstes Mal wieder!

Das Abendessen war gut, wollte an diesem Abend aber nicht so recht schmecken – wir wollten nicht zusehen, wie der schwarze Labbi zum Kettenhund degradiert wird, wir wollten ihm dieses Schicksal ersparen und fingen an zu telefonieren…

Nikolaus! Heute war Nikolaustag und wir hatten herrlichstes Wetter – Sonnenschein und immer noch Temperaturen spürbar über 20°C. Das wollte ich ausnutzen und noch einmal baden gehen. Da Sibylle es liebt über andere zu lachen und ich gerne das Opfer dieser Eigenschaft bin, wurde ich ersucht, für den heutigen Tag die Kasperrolle zu übernehmen und mich themengerecht zu kleiden. Was tut man nicht alles???

Ok, aber nur für einen Tag!
Nikolausschwimmen – check!

Zusammen mit der FINI-Crew, hatten wir gestern kurzentschlossen eine Einladung zum Glühweinabend an alle noch in der Marina verbliebenen Crews ausgesprochen.

Wir sind von Schiff zu Schiff und haben persönlich eingeladen, um eine Plattform für ein übergreifendes Kennenlernen zu schaffen. Den Glühwein zum Nikolaustag wollten wir spendieren und zubereiten, wer Knabberzeug mitbringen will, darf das tun…

Zurück am Schiff galt es also Vorbereitungen zu treffen!

Pame, pame – auf geht´s!

Wir und die FINI zogen also unsere Induktiv-Kochplatten aus den Schränken, legten Strom und sorgten für Sound.

Der rote Glühwein blubbert schon…

Sibylle kochte 6 Liter roten Glühwein – natürlich selbstgemacht mit frischen Zutaten! Auch Irene begab sich auf Einkaufstour um die Gewürze und Ingredienzien für das süffige Gebräu zu beschaffen – sie kochte die gleiche Menge mit Weißwein.

…und der Weiße wird gerade angeliefert!

Wir haben, wegen des frühen Sonnenuntergangs, 16.00 Uhr als Startzeit festgesetzt – und siehe da, pünktlich trafen die Gäste ein! Alle brachten ihre Tassen mit und es wurden viele Leckereien aufgetragen.

Ein erstes Stelldichein…
…an unserem weihnachtlichen Buffet
Allerlei Knabbereien

Es folgten tatsächlich ALLE Personen unserem Aufruf und es gab keinerlei Hemmschwellen. Es war richtig cool zu sehen, dass es Leute gab, die seit Wochen in unmittelbarer Nähe zueinander wohnen – sich aber nie gesprochen haben. Das änderte sich heute!

Alle da!

Wir waren 26 Personen aus 10 Ländern – es waren 12 Paare und zwei alleinstehende Skipper, die sich zum Umtrunk trafen. Türken, Italiener, Spanier, Engländer, Schotten, Waliser, Polen, Israelis, Österreicher und Deutsche trafen aufeinander – ein Gewirr aus Landessprache und Englisch – es war herrlich und tat dem Zusammenhalt der Community gut!

Stegparty – einen Steinwurf von NESSAJA entfernt

So verweilten wir bis in die Abendstunden und die Gruppe löste sich erst auf, als die Sonne untergegangen war und es ungemütlich frisch wurde.

Bis in die Abendstunden

Die Frage mit „Black“ war noch nicht geklärt. Zur Erklärung – es ist nicht möglich jeden griechischen Streuner zu retten, das weiß ich! Ich weiß auch, dass die deutschen Tierheime voll sind. Rational betrachtet ist mir auch klar, dass es nicht wirklich fair ist, eine Kreatur über ihr Äußeres zu beurteilen – dennoch war es für den Schwarzen ein unbestrittener Bonus, dass er mir einfach gefallen hat – ich habe immer zu Sibylle gesagt, DER wäre MEIN Hund! Was macht er eigentlich???

Er freut sich neugierig über Besuch…
Er bemüht sich nett zu schauen…

Wir sehen täglich nach ihm – es geht ihm irgendwie gut. Trotzdem reut er uns – sein Lebensumfeld ist ein trauriges und unaufgeräumtes. Er ist versorgt, aber „schöner Leben“ geht anders.

Sein Radius – 1,2m um den Baum

Wir rufen Tina und Volker an – treuen Bloglesern sagen die beiden etwas, sie sind die Crew der ELOWYN und seit Jahren mit uns befreundet. Die beiden hatten schon mal einen griechischen Hund nach Deutschland genommen und über Jahre Freude mit ihrem „Ouzo“ gehabt. Leider ist „Ouzo vor einiger Zeit verstorben – wir hofften, dass Tina und Volker sich einen Ruck geben und dem Schwarzen ein neues Zuhause bieten würden.

Natürlich haben auch Sibylle und ich über unsere Optionen nachgedacht. Wir waren uns aber einig, dass ein Hund dieser Größe unsere Möglichkeiten auf NESSAJA übersteigt und sich dann die Freiheit zur Verwirklichung unserer Pläne deutlich minimieren würde. Wenn wir ein Haus auf Leros hätten – sofort! Mit dem Schiff – nein!

Dezember in Lakki – 20°C

Es ist ein warmer Tag – eher ein Spätsommer- als ein Wintertag. Wir verabreden uns mit Mireille und Roland bei „Repapis“ in dessen Eissalon.

Nachmittagscafe nebst süßen Köstlichkeiten
Süßer Firlefanz soweit das Auge reicht

Die Beiden würden bald abreisen und wir beschließen kurzfristig, uns zu einem „Abschiedsessen“ im Haus der Freunde zusammenzufinden. Wie beim letzten Besuch hat Roland wieder den Kaminofen befeuert um für wohlige Wärme zu sorgen.

So geht Gemütlichkeit

Mireille hatte gekocht, es gab Spaghetti Bolognese und dazu einen leckeren Salat den Sibylle gezaubert hatte.

Es kann losgehen
Spaghetti satt – geht immer!!!

Ich weiß, bis jetzt hört es sich so an, als ob die Bootsprojekte an NESSAJA dem Müßiggang der ersten Dezemberwoche zum Opfer gefallen sind. Da war in dieser Phase vielleicht ein Fünkchen Wahrheit dran, aber lasst Euch nicht täuschen – der Dezember war in dieser Hinsicht ein sehr erfolgreicher Monat – und der Startschuss dazu wurde HEUTE gegeben, mit der Einleitung eines Denkprozesses.

So könnte mein Netzwerk aufgebaut sein

Mir war klar, dass ich nur sinnvoll weiterarbeiten kann, wenn ich beginne die Garmin Hardware-Teile meiner neuen Navigationsanlage einzubauen. Zudem dachte ich in diesem Moment noch daran, dass Sibylle mir ein paar Sachen aus Deutschland mitbringen sollte. Diese Teile galt es rechtzeitig zu bestellen.

Ich musste also ein Gesamtkonzept erstellen, Plätze festlegen, Kabelwege messen – und einen Netzwerkplan zeichnen.

Ok, das war relativ schnell erledigt. Dabei lese ich aber – Gott sei Dank – auch die Einbauanleitungen und lerne dazu. Ich stelle fest, dass noch weitere Parameter wie Gesamtkabellängen der Netzwerkkabel, ebensolche auf beiden Seiten des Stromanschlusses und Dinge wie die LEN Werte einzelner NMEA2000 Komponenten auf jeder Seite der 12V Zufuhr beachtet werden müssen.

Ich plane also um…

So wird mein Netzwerk aufgebaut

Ich gleiche ab, was ich habe und erkenne, welche Teile fehlen. Zumeist sind es Kabel, dazu noch zwei Stecker und ein NMEA Konverter. Ich frage die Teile an und…. muss mich setzen! Es haut mich fast vom Hocker – 786.-€ für Kabel??? Wow, aber egal, ich brauche das Zeug und bestelle.

Im Laufe des Dezember addieren sich noch ein paar Kleinigkeiten dazu, so dass Sohn Florian am Tag vor Silvester ein weiteres Paket an uns adressieren wird – aber das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht!

Giorgos ruft an. Das Schlauchboot von Werner´s ALENA ist fertig repariert, der Lecktest zeigt keinen weiteren Luftverlust, der Boden ist angeklebt und dicht. Er würde es bringen…

Rasch, die Sonne geht gleich unter

Wir sagen Hallo zu Katerina und den Kindern, laden das Dinghy ab und rudern rasch in den Hafen zurück. Es wird bald dunkel und frisch. An Deck bringen wir es morgen…

Neuer Tag – das Dinghy muss auf´s Vordeck

Neuer Tag, neues Glück – Sibylle und ich hängen die geflickte Gummiwurst an ein freies Fall und ziehen den Tender auf´s Vordeck. Dort binde ich das Beiboot sturmsicher an und informiere Werner. Alles erledigt – der Schnulli liegt wieder auf ALENA!

GOOD NEWS! Heute war der Tag der Tage – Tina und Volker haben gestern ihr finales OK gegeben. Ich habe daraufhin mit Nikolas, dem Marinachef, telefoniert und dabei angefragt, ob wir den Hund haben dürften oder ob er gegebenenfalls Besitzansprüche erhebt.

Wir können den Hund haben und dürfen ihn holen, wenn wir etwas brauchen oder gar Hilfe nötig ist, sollen wir uns melden! WOW – er gehört damit, vorübergehend, uns und geht heute in unseren Verantwortungsbereich über.

Kette weg! Erster Freigang!

Aus dem Kettenhund wurde ein Haus- und Hofhund! Er wird in ein Tierparadies kommen. Dafür müssen aber noch ein paar Hürden genommen werden. Er muss zum Tierarzt, wir brauchen einiges an Hundezubehör und er braucht Reisedokumente nebst einem Chip.

Also auf geht´s – ab nach Lakki in die Tierboutique nebst angeschlossener Tierarztpraxis. Er macht erste Schritte an einer Leine – da müssen wir noch a bissl üben!

Coole Kiste – gekauft

In der Tierboutique (heißt wirklich so) finden wir auf Anhieb alles – zuviel um es aufzuzählen! Erwähnenswert scheint mir aber die Reisebox – ein monströses Trum, welches aber die vorgeschrieben Maße für einen Transport eines Hundes seiner Größe hat – diese soll bis zur Abreise auch als seine Hütte dienen. Zudem kaufen wir neben anderem Tinnef auch eine ordentliche Leine.

Weil es grad praktisch ist, gehen wir eine Türe weiter zum Tierarzt.

Armer Tropf

Der lässt sich die Sachlage erklären, erfasst sofort und erklärt uns was, wann und wie gemacht werden sollte. Dabei vergisst er nicht, uns immer wieder die Preise und Alternativen aufzuzeigen. Als wir signalisieren, dass wir, nach Abstimmung mit den künftigen Besitzern, das Vollprogramm wollen, kennt die Zuwendung des Dr. Vet. keine Grenzen mehr. Unser Hund bekommt sogar die Nägel geschnitten – Privatpatientenbehandlung…

Braver

Brav und stoisch lässt der Hund, der in diesem Moment noch „Black“ heißt die Procedur über sich ergehen. Er wird gechipt, geimpft, entwurmt, auf Bakterien getestet undsoweiterundsofort. Seine Wunde am Bein wird versorgt – alles scheint in Ordnung! Der Arzt schätzt sein Alter auf etwa ein Jahr, er wiegt 30kg!

Längst verheilt

So kamen wir an dem Punkt, an dem die Reisepapiere zu erstellen waren. Der Einfachheit halber wurde der Verwaltungskram auf Sibylle ausgestellt – de facto ist meine Gattin also im Moment Hundebesitzerin. Wir hören den Arzt fragen – „wie heißt der Hund“???

Ähhhh – Bl… – nein, Black heißt er nicht! Ich schlage Raki vor – ich fand Raki nach Ouzo recht gut, Sibylle nicht! Ja, wie heißt er dann nun???

Die Arzthelferin kommt aus dem Nebenzimmer. Sie weiß, dass er in die Evros Marina gekommen war und wir dort leben. „Name him Evros“, höre ich sie sagen. Ja, das ist gut, das passt. Aus Black wird Evros – sonst ändert sich nix.

Zufrieden gehen wir nach Hause und bauen unserem „Evros“ sein Lager nahe unserem Boot auf – ein turbulenter Tag!

Ich heiße „Evros“ und hier wohne ich!

Die Neuigkeit verbreitet sich rasch, alle freuen sich für uns und den Hund. Wir erklären allen Freunden die mal kurz vorbeischauen, dass er nun „Evros“ heißt. Wisst ihr, dass der Teufel ein Eichhörnchen ist?

Da der Schwarze die neugewonnene Freiheit ja genießen können soll und nicht vom Ketten- zum Leinenhund wird, beschließen wir, mit ihm ein zweites Mal an diesem Tag in die Stadt zu laufen. Er soll seine Abendrunde haben und wir wohnen der Eröffnung des Weihnachtsmarktes bei.

Noch alles relativ dunkel – aber die Menschen sammeln sich

Zur offiziellen Eröffnungszeremonie trafen sich viele Menschen ein. Es war ein buntes Treiben und allerlei Stimmungsmacher gaben sich ein Stelldichein.

Schneemann – auf Leros nur künstlich

Ein witziger Sidekick bei diesem Bild ist, dass der Mann in der linken, unteren Bildecke der Tierarzt ist, bei dem wir den ganzen Nachmittag verbracht haben – schicksalhaftes Photobombing oder ein mystischer Schnappschuss???

Stelzengeher belustigen die Kinder
Engel und Gaukler vereint – und die Blasmusik spielt Weihnachtslieder

An kleinen Buden verkaufen Ehrenamtliche ihre Produkte, vieles davon ist selbstgemacht, anderes ist ein wenig kitschig. Alles ist herzlich und weit weg von dem vorweihnachtlichen Konsum den wir aus Deutschland kennen.

Ein typisches Büdchen

Alles wartet gespannt auf die Eröffnung – diese ist vollzogen wenn der Weihnachtsbaum beleuchtet wird, also seine Lichter eingeschaltet werden. Dies soll wohl um 18.00 Uhr soweit sein. Alles wartet gespannt…

Die Lichter sind an – aber der Baum noch dunkel.

Es ist kurz vor sechs Uhr – 10 – 9 – 8 – 7… die Menge zählt zurück, die Spannung steigt …3 – 2 – 1 – HOPA!

Da erstrahlt das dürre Gestell – eine Nordmanntanne darfst hier natürlich nicht erwarten

Diesmal sind die Griechen pünktlich wie die Maurer – damit haben wir nicht gerechnet – und auch nicht damit, dass just in dieser Sekunde direkt hinter uns ein Feuerwerk gezündet wurde. Ein kleines, recht kurzes zwar, aber ein Feuerwerk – ich fotografiere!!!

Effekte – Sternenregen
Lichterpfeile
Kometenschwarm

Ich höre gellende Schreie und vernehme Worte die so ähnlich klingen wie mein Name „Mario, Mario, hey, Mariooooo“

Was war geschehen, wo war Sibylle? Und wo der Hund? Um Gottes Willen – der Hund!!!! Der war nämlich alles andere als schussfest, so dass Sibylle chancenlos war, ihn zu halten. Zum Glück hat Sebastian, der frühere Marinero, den wir mit seiner Frau hier getroffen hatten, helfen können das verängstigte Tier zu bändigen.

Ich renne hin und drücke den schlotternden und zitternden „Evros“ an mich. Es bedarf Kraft ihn festzuhalten, aber dann beruhigt er sich. Ok, eins im Kopf, auf den Hund aufpassen wenn Knallerei droht!

Wir gehen nach Hause und sind erschöpft vom Tag. Der Hund verkriecht sich in seine Box, die er sehr rasch akzeptiert hat, wir gucken noch ein bisschen Fernsehen und sacken dann todmüde ins Bett.

Während Deutschland probeweise Alarmmeldungen in Handynetze versendet, gehört dies in Griechenland schon lange zum Alltag. Auch heute reißt uns eine solche Alarmierung aus unserer täglichen Routine.

Es scheint eine Schlechtwetterfront zu kommen…

Sibylle geht mal wieder in den Schadenfreude-Modus. Ich vernehme noch Satzfetzen wie „…wasserdichte Jacke, alles zu klein, gwampert, selber schuld…“ – dabei ist mir nicht ganz klar was sie meint?!

Die Front kann kommen

Ich ziehe selbstbewusst meine Open Ocean Schlechtwetterjacke aus dem Schrank. Die habe ich vor ungefähr zehn Jahren oder länger gekauft. Ich schlüpfe rein – passt! Ich bin der moralische Sieger und fühle mich gewappnet.

Und die Front kam – über Stunden regnete es wie aus Kübeln. Bei so einem Wetter schickt man doch keinen Hund vor d… ähhh – aus gegebenen Anlass verzichte ich auf diese Phrase und ziehe sie zurück!

Relativ trocken

Wir mussten „Evros“ noch einmal umziehen, weil sich unter seinem Schiff eine Wasserlache gebildet hat – dort wo er jetzt einen Platz gefunden hat, liegt er aber auch bei widrigen Bedinugungen sehr gut und trocken. Immer mal wieder macht auch Electra ihre Aufwartung – zur Freude des jungen Hundes.

Wir ziehen uns bei solchen Bedingungen eher zurück, da ist keine sinnvolle Outdoor-Beschäftigung möglich!

Grau in Grau

Weil ich gerade von Electra sprach…

Könnt ihr Euch vorstellen, dass zwei Hunde menschliche Verhaltensweisen an den Tag legen – zum Beispiel Eifersucht? Glaubt es oder nicht, es ist fast wie bei kleinen Kindern.

Wenn Electra zu Besuch kommt, dann spielt sie mit ihm, lässt dann aber keine Gelegenheit aus zu zeigen, dass sie einen größeren Radius hat.

ICH bin frei

Sie unterlässt es nicht, einen Umweg zu gehen, nur um sich kurz aber eindeutig, in sein Sichtfeld zu setzen und ihm seine Grenzen vor Augen zu halten.

Da bin ICH

Klar, dass sie dabei auch in UNSEREM Sichtfeld sitzt – sie macht uns seither noch schönere Augen als bisher!

Wichtig – sie will VOR ihm sein!

Oft begleitet sie uns aber auch beim Spazierengehen und zeigt ihm wie man mal so richtig rumfetzt!

Tollen und Toben

Seit dieser Zeit kommt Electra immer dann, wenn wir mit ihm vom Gassigehen zurückkommen und ihn angehängt haben, auf unser Schiff und holt sich ihr Leckerli. Zudem schläft sie seither regelmäßig bei uns – wohlgemerkt auf Deck statt in ihrer Hütte. Es ist Eifersucht – und er steigt drauf ein und bellt! Na toll!

Wir merken, sich um den Hund kümmern ist aufwändig – und wir genießen die Momente der Ruhe seither umso mehr!

Einfach mal lesen…

Ich bewundere Sibylle dafür, dass sie als Part ihrer Aufgaben rund um unseren Hund auf Zeit, das Aufsammeln der Hinterlassenschaften per Plastiktüte übernommen hat. Im Gegensatz zu Sibylle, ist dies keine meiner Stärken und mich überkommt dabei stetig der Würgereiz.

Bei diesem Gedanken muss ich kurz das Thema wechseln – oder eigentlich eher nicht. Während ich bei Hundekaka eher sensibel reagiere, bin ich hartgesotten wenn es um andere, in der allgemeinen Betrachtungsweise eher als eklig eingestufte Dinge geht. Ich hatte ja im Sommer schonmal den Zustand unserer Toiletten angesprochen…

Das hat sich nicht geändert!

Einer von 14

Ich erinnere – wir sind zu diesem Zeitpunkt 14 Männer in der Marina, seit unserem Nikolausumtrunk kennen wir uns alle. Ich hätte gewettet, dass keiner davon in das Risiko geht, als der „Nestbeschmutzer“ aufzufliegen.

Wette verloren…

In der Sache könnte ich es einfach hinnehmen und abhaken – mental bin ich dazu tatsächlich nicht in der Lage! Ich kann es nicht verstehen, was in einem Menschen vorgeht, eine solche Verhaltensweise an den Tag zu legen.

Ich habe daher lange mit mir gehadert wie fein der Grat zwischen grenzenloser Akzeptanz und deutschem Hausmeistertum ist – und mich dafür entschieden, mich lieber auf die Seite der Korinthenkacker zu schlagen und dabei meiner Linie treu zu bleiben, anstatt auch nur gedanklich der Saubärenfraktion zugerechnet werden zu können. Ich habe einen offenen Brief geschrieben…

Kann ich jemand erreichen?

Ich nehme es vorweg, es hat – gefühlt – kurzzeitig geholfen. Ein paar Tage lang war es ziemlich sauber in den Herrentoiletten. Inzwischen kommt es aber wieder öfter vor, dass die Bürste nicht verwendet wird. Ich gebe an dieser Stelle auf, verstehe aber, warum in der „Olympic Marina“ in Lavrion die Putzfrauen mit dem Putzkübel vor Deiner Türe stehen bis Du fertig bist – um gleich hinter Dir herzuwischen! Diese Blöße ertappt zu werden, will sich keiner geben. Ob ich dem Marinachef mal eine Idee implantieren sollte??? Mich kotzt solch asoziales Verhalten an!

Erneuter Themenwechsel – inzwischen sind viele Freunde und Bekannte abgereist. Es hat sich ein „harter Kern“ von Liveaboards herauskristallisiert, welcher nun (fast) ganzjährig an Bord verweilt. Mireille und Roland sind zurück in der Schweiz, Evi und Michi bei der Familie in Österreich. Natürlich sehen wir immer beiläufig nach den Schiffen der Freunde.

Dies war umso mehr nötig, da erste Stürme durchzogen. Erst hatten wir ein paar Tage kräftigen Wind in Sturmstärke aus Süd, danach ein paar Tage aus Nord. In beiden Fällen kamen rund 30-35kts in der Marina an – bei bestem Wetter!

Nicht alle Planen hielten Stand

Bereits nach dem Südwind zeigte Michis Plane deutliche Beschädigungen. Wir haben uns mit dem Freund per WhatsApp abgestimmt und an Bord seines Schiffes versucht zu retten was zu retten war…

Hielt – zunächst…

Doch bereits ein paar Tage später, bei den kräftigen Nordböen, hatte sich die angezählte Plane endgültig verabschiedet. Wiederum haben wir den Eigner informiert und, mit dessen Einverständnis, die Plane entfernt.

Sibylle und ich sind zudem nach den ersten Stürmen durch die Marina gelaufen und haben Fotos von allen befreundeten Schiffen gemacht – und die Fotos verschickt. So können die Eigner, die das Wetter ja meist am Schirm haben, ruhig schlafen.

Unserem „Evros“ war es auch zu windig, oft flatterten seine Ohren wenn er im Wind stand – so suchte er auch tagsüber phasenweise Schutz in seiner Box.

Relativ gemütlich…
…und alles gut im Blick

Ein anderer Segler hat mich über die Plattform „noforeignland“ kontaktiert. Eine Art Facebook für Segler, mit Standortangabe und kurzer Schiffsbezeichnung – so wie ihr es auf diesem Blog unter dem Punkt „Unsere Position“ finden könnt.

Der Engländer hatte einige Check-Ups an seinem Katamaran zu erledigen und ein paar Maße zu nehmen. Dieser Bitte bin ich bei einem Videocall gerne nachgekommen.

Ein paar Bilder und die Batterien laden

BING! Eine WhatsApp erreichte uns – Absender waren Tina und Volker, die zuhause schon die Vorbereitungen für die Ankunft des neuen Familienhundes trafen. Wir dürften nicht böse sein, aber man sei zu dem Schluss gekommen… – Sibylle schluckte erschrocken – dass „Evros“ sehr hart klänge und man außerdem der Tradition folgen wolle, einen Namen nach einem griechischen, alkoholischem Getränk zu vergeben. Sibylle atmete auf – der schwarze Labrador, welcher als Black in der Marina bekannt wurde, hieß nun nicht mehr „Evros“ sondern MAMOS. Der Name eines griechischen Bieres.

Ein verschnmuster Kerl – unser Mamos

Ob es die Freude über seinen neuen Namen war oder einfach das Bedürfnis nach Zuwendung, welches ihn so anlehnungsbedürftig sein lässt – wir wissen es nicht.

Inzwischen haben die noch Anwesenden ihn als Mamos ins Herz geschlossen und er wird auch von allen so gerufen.

Ich tippe Mamos in den Übersetzer – nicht, dass er einen peinlichen Namen hat…

Ok, akzeptiert – was nicht ist kann werden!

Plaudern wir ein bisschen über die Projekte an NESSAJA! Um mit dem Victron Energiemanagement weiter zu machen und es dann auch zu finalisieren, müssen zwei Türen ausgebaut werden – die vom Bad und die vom Motorraum. Diese beiden Türen stehen dann im Weg herum, wir kennen das aus der Anfangszeit des Projektes.

Da Sibylle am 13.01. nach Deutschland fliegen wird, dabei Mamos zu seinen neuen Haltern mitnimmt, werde ich zweieinhalb Wochen alleine an Bord sein. Aus meiner Sicht die optimale Zeit das Victron Projekt voranzutreiben. Da Sibylle und ich uns einig waren, wurde beschlossen dieses Projekt noch bis Mitte Januar zu schieben und ein anderes Großprojekt vorzuziehen – so wären wir wieder bei der Navigation, dem Verbau der Garmin Hardware.

Und damit habe ich dieser Tage begonnen…

Steady Cast – 9-Achsen Steuerkurssensor

Die Vorgehensweise ist dabei recht einfach – vorgesehenen Platz prüfen, mit den Vorgaben aus der Einbauanleitung abgleichen, Bauteil montieren, Kabel verlegen. Wenn ich dabei alte Kabel finde welche funktionslos sind, dann werden diese entfernt, haben sie noch Funktion, werden sie aufgeräumt und ordentlich verlegt.

Soweit die Theorie…

GNX20 Steuergerät für Windmesser

In der Praxis gilt es, die Längen der Verbindungskabel einzubeziehen und akademische, theoretische Montageempfehlungen mit einer, in der Praxis umsetzbaren, Toleranz zu versehen ohne dabei auf die Fehlerseite zu geraten.

Das gelang (fast) immer!

Test – alle Kabel da?

Ich probiere weiter, ob alle Kabel da sind, benötige definitiv eines neu, weil sich bis zum Schluss nicht klären ließ, ob ein „Flicken“ eines abgeschnittenen Kabels statthaft ist. Ich beschließe zudem, sicherheitshalber, für ein Kabel eine vorkonfektionierte Verlängerung zu bestellen.

Wie bereits erwähnt, wurde die Bestellliste immer länger, all diese Teile würden zu guter Letzt meinem Paket beigepackt werden – hier war die Entscheidung gefallen, das Transportvolumen für Sibylle inzwischen zu groß.

Nach der Anprobe – Verbau der ECU-12 und der CCU

Nachdem, gemäß Netzwerkplan, klar war, welches Gerät wohin soll, welches Kabel zu bestellen sei und wie angeschlossen wird, habe ich dann noch die Steuereinheit für den Autopiloten verbaut…

ECU12 an ihrem Platz

…und im Anschluss daran noch die CCU, den elektrischen Kurskompass für den Autopiloten, an Ort und Stelle gebracht.

CCU an geeignter Stelle

Ein gutes Beispiel übrigens, für die Gap zwischen Theorie und Praxis! Es wird gefordert, in der Mitte des Schiffes, auf der Drehachse, zu montieren. Dabei gleichzeitig weit entfernt von Teilen die magnetisch wirken und gleichzeitig über der Wasserlinie.

Diesen Ort gibt es auf NESSAJA nicht. Die Recherche dauerte ziemlich lange und gipfelte in einem Telefonat mit Garmin Deutschland – die Frage war: „Welcher Kompromiss ist der beste?“

Das alles sieht so einfach aus – ein paar Schrauben und feddich! Ist aber teilweise aufwändig und mit viel Planung verbunden – es war jedenfalls zeitraubend.

Aber bis hierhin melde ich Vollzug – außer dem Lineardrive vom Autopiloten und den Instrumenten selbst, sind alle Bauteile an Ort und Stelle!

Kontakt zur Außenwelt

Sibylle hilft mir derweil mit Handlangerarbeiten und kümmert sich darum, dass an Bord alles läuft. Mir ist damit sehr geholfen, ich brauche oft eine „helfende Hand“ wenn ich gerade in misslicher Position hänge und mir der 13er Gabelschlüssel fehlt.

Darüber hinaus ist sie die Kommunikationszentrale, speziell in diesen Zeiten. Wir haben viele Videocalls mit den Kindern und den Freunden aus der alten Heimat, all das will verwaltet sein.

Wir haben Adventszeit! Auch auf Leros ist, wie seit vielen Wochen schon, alles weihnachtlich geschmückt. Die Einheimischen lieben diese Vorweihnachtszeit! Es schallen Weihnachtslieder allerorts und alles zusammengenommen, strahlt eine manchmal skurille aber doch auch festliche Stimmung aus.

Der Weihnachtsmarkt – unter der Woche geschlossen (aber beleuchtet 😉 )
Die Geschäfte – hier der Eissalon von „Repapis“

An diesem Abend bekommen wir Lust auf ein Eis! Wir waren im „SouvLakki“ auf ein schnelles Giros und die Eisdiele ist ja gleich um die Ecke. Außergewöhnlich ist das hier nicht – am Abend hat es zu dieser Zeit häufig noch knapp unter 20°C…

Lakki – Mitte Dezember 2022
Einer unserer Lieblingsplätze – die Konditorei und Eisdiele „Repapis“ in Lakki

Wir schlagen also noch den Haken zur Speiseeismanufaktur und lassen uns von der immer überaus freundlichen Verkäuferin, die Naschereien auf die Waffel oder in den Becher türmen.

Eine Wucht – kalorienzählen verboten!!!

Der kommende Tag sollte ein entspannter werden. Wir versuchen solche Tage immer mal wieder einzubauen – vorwiegend und praktischer Weise am Sonntag. So geben wir der Woche eine Struktur und haben auch mal Zeit um den Kopf frei zu bekommen und den Werkzeugkasten geschlossen zu halten.

Zudem brauchte Mamos mal eine etwas größere Runde…

Der Weg führte uns und die Crew der FINI an den Strand von Panteli, wo wir im Winter sehr gerne das Café der Einheimischen, das „Tzouma“ besuchen.

GS vor dem „Tzouma“

Ich hatte noch ein bisschen Computerarbeit zu erledigen, so ergab es sich, dass die anderen Drei als Vorhut nach Panteli gelaufen sind – ich dagegen bin „just in time“ mit dem Moto eingetroffen.

Ein paar Wolken – aber warm! Ein herrlicher Tag!

Der Hund war happy, denn der Auslauf tut ihm gut. Er war richtig geschafft und hat es sich gemütlich gemacht. Er muss ja schließlich noch zurücklaufen.

Ein schattiges Plätzchen für den Schwarzen

Das Wetter war herrlich, in der Sonne hatte es nahe 25°C und das Meer war ruhig und glitzerte…

Blick über Leros nach Kalymnos

…ich empfand das als eine non-verbale Einladung seitens des Oceans, die ich gewillt war zu akzeptieren. Da dies ungeplant war, habe ich kurzerhand beschlossen im Schlüpfer zu baden – sieht von Weitem wie eine Badehose aus 😉 !

Herrlich! Und erfrischend!

So vetrödelten wir den Nachmittag bei Wein und Meze. Ein herrlicher Luxus – zeitoptimiertes Leben, schöner kann es nicht sein!

Aber man kann dem ein i-Tüpfelchen aufsetzen!

Wir hatten am selben Abend noch eine Gegeneinladung zu Glühwein bei Paola und Thomas auf der SIMPLY FREE. Das ist ein Wort, da kommen wir gerne!

Herzliches Hallo im Cockpit der Jeanneau 54DS

Nach einem kurzen Hallo im Cockpit des blauen Riesen, wurden wir in den Salon gebeten. Wir hatten die letzten Sonnenstrahlen genutzt und jetzt ging es über zu Glühwein und Panettone.

Christ-mas is all around you

Natürlich hatte auch Paola weihnachtlich dekoriert und brachte uns die italienische Note der Adventszeit näher. Das Gebäck und der Glühwein dufteten, alles schmeckte lecker.

SIMPLY FREE – weihnachtlich dekoriert

Ich frage mich häufig wenn ich Thomas besuche, wie es wohl ausgegangen wäre, wenn wir diese Jeanneau hätten kaufen können. Das Schiff war ja meine erste Wahl. Es ist ein tolles Schiff mit einem ganz anderen Lebensraum als unseres – hätte aber aufgrund der mit dieser Schiffsgröße verbundenen Kosten, unser Handeln in eine ganz andere Richtung gelenkt.

Egal, hätte, hätte, Fahrradkette – wir bleiben bei NESSAJA.

Ein wunderschöner, geselliger Abend

So hatten wir, zusammen mit Yo von der INDIGO BLUE, einen herrlichen Abend an Bord der SIMPLY FREE.

Neuer Tag! Ich wache auf, trinke meinen Kaffee und verspüre eine immense Lust an meinen Projekten weiterzuarbeiten. Ich fragte mich, wie ich mit wenig Aufwand viele Teile verbauen könnte und somit einen „Aha-Effekt“ erreiche.

Ich nehme es vorweg – „Aha-Effekt“ und viele, vor allem große Teile verbauen, hat geklappt – wenig Aufwand ist sehr schnell, sehr krachend gescheitert!

Scanstrut Plotter-Konsole (rechts im Bild) soll an den Bügel des Steuerstandes

Ich entscheide, dass ich heute meine Konsole von Scanstrut, der Hersteller nennt es „NavPod“, am polierten V4A-Bügel der Steuersäule montieren werde.

Die Konsole ist universal, ich habe vorher alles exakt gemessen – es sollte passen und somit einfach anzubringen sein.

Leider waren die Rohre meines Bügels aber zwei Zentimeter zu weit auseinander, so dass sich der NavPod nicht einwandfrei montieren ließ. Wieder musste gegrübelt werden und eine mehr oder minder aufwändige Lösung erdacht werden – in jedem Fall musste der Bügel weg!

Der Bügel ist abmontiert

Was auf dem Bild so aussieht, als ob nur zwei Schrauben entfernt werden müssen und sich der Bügel dann nach oben herausziehen lassen würde, täuscht! Darüber ist das Dach – somit muss, um alles kippen und zur Seite hin arbeiten zu können, die gesamte Kompassbase demontiert werden. Zumindest das hat reibungslos geklappt!

Seht mal genau hin – an der schwarzen Spule hängt ein Kabel, das ist an eine Pilotleine befestigt. Denn natürlich sind alle Kabel, nicht sichtbar, durch die Rohre der Steuersäule geführt und müssen entfernt werden. So weit so gut – doch das geht nicht, ohne vorher die Stecker abzumontieren.

Foto machen vergessen – Lösung? Analog!!!

Natürlich sollen auch danach die Kabel wieder durch die Rohre geführt werden. Bei der umzusetzenden Lösung ist daher geboten, daran zu denken, die Ecken und Bögen nicht zu eng zu wählen – nicht von allen Kabeln kann man die Stecker abmontieren!

Da lagen sie nun, meine Teile – jämmerlich an Deck, die Lösung weit entfernt. Mir war klar, der Bügel muss umgearbeitet werden.

Grobe Eingriffe nötig

Ich wusste, hier muss geschweißt werden – als Partner zur Umsetzung einer feinen Lösung kam also nur unser Freund Giorgos von „Boat & Parts“ in Frage. Das Teil musste also irgendwie dorthin.

Und wenn ich schonmal dabei bin, Giorgos zu behelligen – dann kann ich gleich noch einen weiteren Punkt auf meiner Liste in Angriff nehmen.

Das Schwarze muss ans Silberne – auch hier ist eine Lösung gesucht

Ihr erinnert Euch sicher, der Mastwagen oder Spinnakerbaum-Schlitten – hier rechts im Bild – war ein Wegwerfteil eines anderen Seglers. Das Endstück meines Spinnakerbaumes muss sich daran befestigen lassen und somit muss der Edelstahl-Mastwagen umgearbeitet werden.

Ach ja, für meine zweite Konsole über dem Niedergang brauche ich auch noch Halterungen. Da weiß ich noch gar nicht so genau wie ich das umsetzen soll – aber alle „Anproben“ zeigen, dass dies der beste Platz ist.

Da sollen die kleinen Instrumente hin
Soll am Ende dann etwa so aussehen

Ich übermittle Giorgos also eine Art „Wunschliste“ und vereinbare einen Termin am darauffolgenden Tag.

Das Werkzeug war schon ausgepackt, im Schiff herrschte wieder die normale Unordnung – was mache ich also mit dem restlichen Tag?

Leben auf der Baustelle – aber immer nur stundenweise

Ich beschließe den Deckel des NavPods an der Steuersäule zu bestücken. Der zweite Plotter sollte seinem endgültigen Bestimmungsort zugeführt werden.

Ganz gut geworden…

Ich krieg´ immer die Krise wenn ich solche Deckel ausmessen und schneiden muss – ein falscher Schnitt und hunderte von Euros sind kaputt oder es sieht über Jahre vermurkst aus. Meist ist das Platzangebot sehr knapp, es gibt wenig gerade Bezugskanten. Eine Einbauschablone habe ich auf die Schnelle nicht im Internet gefunden.

Aber es hat ganz gut geklappt und ist gut geworden – mit und ohne Cover!

Die beiden GPSmap 7412 die künftig ihre Dienste leisten sollen

Ein erfolgreicher Tag an dem ich wirklich gut vorangekommen bin. Wir beschließen daher, dass wir an diesem Abend mit den Österreichern von der FINI ausgehen werden und haben uns dazu das „Kakomoiras“, das Meze Lokal über der Vromolithos Bucht, ausgesucht.

Sehr nett dekoriert

Das Lokal war, weil es der unmittelbare Nachbar unseres Freundes Dimitris und somit ein ernstzunehmender Konkurent ist, lange unter unserem Radar. Wir wollten ihn nicht brüskieren.

Dies ließ sich halten, solange wir nicht hier wohnten. Inzwischen sind wir froh, Optionen zu haben und schätzen das kleine Meze-Lokal für gute Meze und ein sehr nettes Ambiente. Dies gilt im Sommer wie im Winter. Es klettert in unsere Bestenliste!

Viel Liebe für´s Detail

Wir verbrachten einen sehr netten Abend zusammen und haben hervorragend gegessen. Zufrieden sind wir eingeschlafen.

Der nächste Tag begann entspannt – ich hatte erst am Abend den Termin mit Giorgos, tagsüber hatte ich Zeit. Der Hund musste raus und auch gebadet, beziehungsweise geduscht werden. So haben Sibylle und ich beschlossen heute mit ihm eine Runde zum Marinastrand zu gehen.

Er mag das Grün – ein gutes Omen für seine Zukunft
Beim Wasser weiß er noch nicht so recht – Neugierde und Angst halten sich die Waage
Strand generell ist aber toll

Er genießt das Toben AM Meer, kann sich aber nicht entschließen INS Wasser zu gehen. Das traut er sich irgendwie noch nicht. Ich bin aber überzeugt, dass der Labrador in ihm die Oberhand gewinnen wird.

Riecht anders hier – die Nase ganz tief rein
Genieße das „hier und jetzt“

Es war soweit – er muss sich einer Wäsche beugen. Sibylle hat extra ein Shampoo für schwarze Hunde gekauft. Dies hat in unserer „Mamos“ WhatsApp-Gruppe mit Tina und Volker für ein wenig Spott gesorgt. Aber man weiß ja nie, nicht dass er ausbleicht…

An kurzer Leine – zum Trocknen

So, nachdem wir alles gerichtet hatten und er recht schnell gemerkt hat, dass Gegenwehr vermutlich zwecklos ist, war das Waschprocedere rasch erledigt und er durfte, nachdem er trocken war, wieder in seine Hütte.

Wir hatten noch den Nachmittag vor uns und – ihr ahnt es – haben diesen genutzt, um uns einer süßen Leckerei zum Kaffee hinzugeben.

White Parfait und Caramel – Traumkombination

Der Abend brach an und mir wurden die Teile, welche von Giorgos zu bearbeiten waren, an den Körper geschnallt. Den Bügel um den Hals, die Konsolen in den Rucksack – so fuhr ich also nach Kamara in die Werkstatt von „Boat & Parts“

Dort angekommen blieb mein Auge an einem mir bekannten Logo hängen…

Könnt ihr es finden? Schaut mal genau hin…

Ich packe beide Tuben zusammen und mache ein Bild, welches ich in meinem Facebook Trainer Account poste…

Auch nach dem Ende meines Weges dort – mit ELRING verhaftet

Das Feedback hat mich umgehauen – sehr positive Kommentare und viel Zustimmung. Es zeigt – wenn Du einen guten Job gemacht hast, gerätst Du nicht so rasch in Vergessenheit. Ich habe mich gefreut – ein schöner Moment!

Erste Schritte

Giorgos hat derweil schon angefangen an der, mittlerweile gemeinsam beschlossenen, Lösung zu arbeiten.

Feine Schweißnähte

Offen gesagt, ich bin immer ein wenig nervös wenn er „Constructions“, wie er es nennt, baut. Alles freihand, alles mit dem Meterstab eingemessen, nicht alles winkeltreu – aber es passt irgendwie immer. Ab und an muss man es griechisch betrachten, aber das kann ich inzwischen.

Es geht voran – und es zeichnet sich der Lösungsansatz ab

Ich werde nach Hause entlassen, Giorgos würde die Teile fertigstellen und mich informieren wenn es so weit sei. Wir besprechen uns nochmal bezüglich der Details, dann darf ich gehen.

Ob er dran denkt, die alten Löcher zu schließen und alles zu polieren? Ob er nicht vergisst, das große Loch der Kabeldurchführung in die innere Stange zu bohren? Ich quäle mich mit deutschen Fragen – und nehme die Antwort vorweg, er hat nichts vergessen!

Ich nehme mir am nächsten Tag vor, „nur schnell“ eine weitere Crimpzange zu bestellen. NEIN, ich bin kein Sammler! Es ist nunmal eine Tatsache, dass jeder Stecker anders zu sein scheint – und für Netzwerkkabel, sogenannte RJ-45 Stecker, habe ich eben noch keine Zange. Ich komme somit meinem Crimpbusiness einen weiteren Schritt näher.

Eine Knipex! Der Rolls Royce unter den Zangen!

Natürlich ging auch das nicht „einfach so“. Ich dachte zuerst daran die Zange in Deutschland zu bestellen und meinem Paket beipacken zu lassen – so wie letzten Monat. Diesmal wollte ich aber weitermachen – wie komme ich also schneller an die Zange???

Die Antwort heißt „Skroutz“ – das ist sowas wie Amazon auf griechisch. Ich habe über einen Freund aus Leros schonmal etwas dort bestellt, das hat super funktioniert. Diesmal war es mir zu doof und ich habe einen Account eröffnet.

Die Webseite bietet Englisch, die Zahlfunktion und die Infomails aber nicht – es war lustig anzusehen wie ich mit Handykamera übersetzt habe und die Mail gelesen hatte.

Egal, jetzt habe ich einen Account und kann innerhalb von drei Tagen, mit günstigen Versandkosten, innerhalb Griechenlands, Ware bestellen.

Der Schalter für´s Bugstrahlruder ist montiert

Ich montiere den Schalter für mein Bugstrahlruder AUF die Konsole für den Plotter. Eigentlich wollte ich diesen Schalter ja in die lange Konsole der kleinen Instrumente einbauen, aber durch die neue Position dieses NavPods ist dies dort nicht mehr sinnvoll. Ich denke, dass dieser Platz eine gute und logische Alternative ist.

So wird das dann später am Bügel aussehen

Weil ich gerade dabei war, Löcher in meine sündteuren NavPods zu bohren, habe ich gleich mit dem Einbau der kleinen Instrumente und Anzeigen weitergemacht.

Erst bohren, dann schleifen – wieder staubt es!
Ok, die Lage passt schonmal

Es müssen Multifunktionsanzeigen vom Typ GMI20 und das Bedienteil des Autopiloten GHC20 verbaut werden. Meine Idee ist, dass ich mir hier Wind, Geschwindigkeit durchs Wasser und die Tiefe anzeigen lasse.

Das Bedienteil des Autopiloten macht hier durchaus Sinn, weil wir diesen Platz von unseren „normalen“ Sitzplätzen aus, bei Fahrt unter Autopilot, erreichen können. Da sitzen wir nämlich nicht hinter dem Steuerrad. Zudem ist die oberste Treppenstufe hinter der Scheibe ein sehr guter Platz bei Regen und Sturm, auch dann ist das Boot von hier aus lenkbar. Dieses Setup wäre natürlich nicht möglich gewesen, wenn man den Autopiloten nicht auch vom Plotter aus betätigen könnte, um am Steuerrad die volle Kontrolle zu haben – hier habe ich mich eingelesen und vergewissert.

Fertig – sieht gut aus! Hier ohne Abdeckungen…

Ich habe dann noch den Lichtschalter eingebaut, mit welchem wir das Cockpitlicht an unserem Hardtop schalten wollen.

Die große Herausforderung wird jetzt der Kabelweg ins Innere des Schiffes – ich habe da schon eine Idee für die ich wiederum Giorgos Hilfe brauche. Das wird aber ein Projekt für den Januar.

…und hier mit Abdeckungen!

Weil es gar so gut geklappt hat, gönnen wir uns abermals ein Eis und nutzen den Weg in den Ort als Gassirunde für Mamos. Er liebt es übrigens die Eisbecher auszulecken. Das kannten wir schon von unserer Cora.

Und ich???

An diesem Spätnachmittag erhalte ich von Giorgos eine WhatsApp mit den Bildern meiner Teile und Auftragsarbeiten – alles ist fertig! Ob ich es heute noch holen könne und wolle?

Der umgearbeitete Bügel meiner Lenksäule und die Halter für den kleinen NavPod
Mein Mastwagen für den Spinnakerwagen mit „Bell-End Bolzen“

Der Spinnakerwagen war schon krumm, da kann Giorgos nix dafür. Er passt auch so und gibt mir für ein paar Euro die Möglichkeit, das ganze Setup einmal auszuprobieren. Wenn es funktioniert, kann ich mir noch überlegen, etwas Professionelles zu kaufen – Harken ruft dafür aber fast 700.-€ auf!

Ich schwinge mich auf meine GS, fahre nach Kamara und fange dabei noch den Sonnenuntergang in Gourna ein. Überigens sind alle meine Bilder mit einem iPhone X gemacht und bis auf die Vewendung der verschiedenen Modi unbearbeitet!

Die Sonne versinkt bei Levitha

Der nächste Morgen startet wie gewöhnlich – wir frühstücken und holen die News des Tages per Nachrichtendienste ab. So bleiben wir, die News der Welt betreffend, immer auf dem Laufenden – die Dosis bestimmen wir dabei.

Ihre Bildschirmzeit ist um 30% gestiegen

Natürlich steht heute die Montage der gestern geholten Teile an – allen voran der Bügel der Steuersäule nebst Endmontage des NavPod-Gehäuses für den Plotter.

Das hat nun überraschend gut geklappt, wenn man vom Einziehen der Kabel einmal absieht, so konnte nach relativ kurzer Zeit Vollzug gemeldet werden.

Ich finde es ist ziemlich gut geworden

Die Konsole macht sich gut und ist genau an der richtigen Position. Ich bin froh, dass ich die ursprüngliche Idee, den Bügel zu verlängern und die beiden Konsolen übereinander zu montieren, verworfen habe – der daraus resultierende „Turm“ wäre zu hoch und unansehnlich gewesen.

A gschmeidige Sach – fügt sich perfekt ein

An dieser Stelle ist muss ich diesen Arbeitsstrang „on hold“ setzen. Ich kann den Plotter mit Deckel noch nicht montieren, weil mir ein NMEA2000 Kabel fehlt. Dieses muss, nebst dem Stromanschluss, noch durch die Säule gezogen werden – eine Pilotleine dafür habe ich schon gelegt, dann kann dieser Teil der Installation finalisiert werden.

Mein Telefon schellt! Ein Segler aus Schottland, den wir bei Ewa´s Geburtstag letzten Monat kennen lernen durften, hat ein Problem – ob ich helfen könne?

Das versuche ich gerne, was kann ich tun? Der Mann erklärt mir am Telefon, dass er per Internetüberwachung sieht, dass seine Batterien nicht durch Solar geladen werden. Dies hätte eventuell den Tod der teuren Lithiumbatterien zur Folge, weil Verbraucher laufen würden. Um einzugreifen, müsse ich aber den Schlüssel im Office holen.

Ich tue wie mir geheißen und befinde mich eine halbe Stunde später auf dem Katamaran der Highlander – stimmt, da ist was abgeschaltet…

Ohne Minus geht nix

Ich lege den Schalter um, um den Stromkreis zu schließen und so wieder für einen ordentlichen Lade- und Entladezyklus zu sorgen.

Das war´s – Problem behoben

Ganz so easy war es dann doch nicht, denn natürlich haben wir bemerkt, dass bei (-) „off“ eigentlich keine nennenswerte Entladung stattfinden dürfte. Als wir dem nachgehen wollten und das Touch50 als Anzeigegerät aktivieren wollten, war dieses nicht betriebsbereit – das müsste es aber der Logik nach sein. Eine derart aufgebaute Anlage wird nämlich außer zur Wartungszwecken eigentlich nie komplett stromlos geschaltet.

Egal, das war an diesem Tag nicht meine Aufgabe, da gibt es für die Freunde von der Insel nach ihrer Rückkehr ein ToDo. Die Challenge des heutigen Tages konnten wir aber lösen.

Lädt wieder!

Ihr seht – es wird nicht langweilig! Auch der Rest des Tages sollte ausgefüllt sein, denn als ich zu NESSAJA zurück kam, saß Mamos schon erwartend vor seiner Lagerstätte – als ob er sagen wolle „…und was ist mit mir?“

Erwartungshaltung!

Wir gehen also Gassi mit ihm und laufen unsere Einkaufsrunde nach Lakki. Da hat es Natur, aber auch etwas Lebendigkeit – beides braucht der junge Hund um die Welt zu entdecken und zu lernen.

Leider ist nicht alles Gold was glänzt, denn auch wir dürfen entdecken – und nicht immer nur tolle Sachen!

Ich habe schon einmal im Blog das mangelnde Umweltbewusstsein der Griechen angesprochen. Selbst auf die Gefahr hin, Befindlichkeiten zu verletzen, dies kann man nicht anders formulieren. Ist bei den Kaffeebechern und den kleinen Plastikflaschen MANCHMAL noch der Wind mitschuldig, gibt es bei Altöl am Wegesrand keine Ausrede!!!

Den Schuss nicht gehört – Deppen am Werk

Während einerorts die Kämpfer für die Umwelt Tomatensuppe auf Kunstwerke schütten, gießen die Ignoranten anderorts das Öl auf die Wiese – das passt nicht zusammen!

Und ja, natürlich weiß ich, dass der Vergleich als Beispiel hinkt – er taugt aber als Metapher für die These, dass es schwer ist Großes zu bewegen, wenn es im Kleinen nicht funktioniert. Und Aug´um Aug`hat noch nie nachhaltig gewirkt…

Zurück zu leichteren Themen…

Ich versuche kurz vor dem Dunkelwerden „noch schnell“ die Wasserfilter in unseren Schlauchanschluss zu hängen – ein Klacks! Bereits 10 Minuten später frage ich mich, warum ich es nicht lerne – es gibt kein EINFACH und auch kein KOMPLIKATIONSLOS…

NIX ist einfach

Dieses mal stolpere ich abermals über die Qualität der griechischen Baumarktware. Ich kaufe zwei Fake-China-Gardena Adapter von 3/4″ auf Gardena – kann man auf dem Bild gut sehen, wo die hin müssen…

Kurz – es wird nicht dicht. Beim Aufschrauben und dem Versuch das Teil neu einzudichten, zerstöre ich den Adapter. Das Plastik ist schlicht zu weich und die Wandstärke zu dünn. Ich mache zwei weitere Versuche, kaufe insgesamt sechs Fittinge, das Stück zu 0,90€. Das echte Gardena Teil kostet in Griechenland 3,90€ – you get what you pay for!

Auf Leros muss es heißen – you pay for what you can get. Es gibt hier kein Gardena!

Ich muss tatsächlich mit Messing von Innen- auf Außengewinde gehen und dann die billigen, klassischen Schlauchadapter aufschrauben. Das wird dicht, bereits nach zwei Tagen (Achtung – Ironiemodus) kann ich die Filter endlich in Betrieb nehmen.

Endlich dicht!

Am Abend gucken wir etwas fern – obwohl es das ja eigentlich gar nicht mehr ist. Man streamt heute! Zu unserer Unterhaltung während der Wintermonate, nutzen wir neben YouTube noch Netflix, Amazon Prime und die Mediatheken der Fernsehsender. Um die Daten zu haben, kommt in unserer FRITZ!Box eine griechische Cosmote LTE SIM zum Einsatz mit der alle Endgeräte verbunden sind. Für 200GB mit einem Jahr Gültigkeit zahlen wir im Moment 80.-€.

Heute entscheiden wir uns für die ZDF Mediathek und gucken „heute-show“.

Dazu ein „Dark Cave“ Tsipouro aus dem Barrique

So einfache Sachen, kurze Satire oder Dokus sehen wir auch mal rasch über den Rechner, für ausgedehnte TV Abende nehmen wir den Bildschirm in Betrieb.

Ein neuer Tag bricht an! Ich nehme mir vor, eine Garmin Aufgabe anzugehen vor der mir graut! Ich habe ein neues Kabel im Mast, welches meine Radarantenne mit dem Plotter am Navitisch verbindet. Dieser Datenaustausch funktioniert bei Garmin mit einem klassischen Netzwerkkabel wie man es vom Computer kennt.

Um dieses Kabel durch den Mast ziehen zu können, wird es auf einer Seite ohne Stecker geliefert. Der Stecker muss selbst angecrimpt werden. Ich hatte dies gewusst und mir die Stecker vor langer Zeit schon beschafft. Die Zange hatte ich ja über „Skroutz“ in Griechenland bestellt und erhalten – es gab also keine Ausrede mehr heute mache ich das…

Das alte Kabel hatte ich als Muster verwahrt

Ich bereite also all das benötigte Werkzeug vor, lese sehr genau die Crimpanleitung und übe ein wenig das Einfädeln der hauchdünnen Litzen.

Hier muss ich mit Lupe arbeiten

Nach einer gewissen Zeit scheint mir alles klar zu sein, das Üben bringt Sicherheit und ich fädle die acht Käbelchen in der richtigen Reihenfolge sortiert, in den Stecker. Sieht gut aus! Das so vorbereitete Geflecht wird in die Zange gelegt – auch das scheint zu sitzen…

Alles oder Nichts! Ich drücke beherzt zu – den Rest macht die Zange von alleine. Und siehe da…

So muss das!

Tschakka – ICH ERÖFFNE EIN CRIMP-BUSINESS!

Spaß beiseite, der Stecker war dran, ich habe mich gefreut! Das war seit langer Zeit mal wieder ein Arbeitsablauf der von A-Z super geklappt hat!

Das Wetter war toll, es war noch viel Tag übrig, ich beschließe Sibylle und Mamos auf ihrem Spaziergang durch das Viertel Temenia zu begleiten. Dieses Viertel liegt direkt am Marinaausgang, es ist das Viertel in dem wir offiziell wohnen…

Orangenbäume tragen Früchte

…und es ist schön hier! Ich gehe zum ersten Mal zu Fuß durch das Viertel und nehme das Umfeld anders wahr. Im Winter ist das Landschaftsbild ein anderes. Es ist grün, alles blüht, die Bäume tragen ihre Früchte.

Zitronen überall

Ich nehme aber auch Kurioses wahr – zum Beispiel die beiden VW Busse der dritten Baureihe – im Volksmund T3 genannt – von welchen ich aufgrund der Arbeiten am Vehikel meiner Schwiegertochter und meines Sohnes weiß, was diese heute wert sind. Hier werden sie wohl vergammeln…

Stehen am örtlichen Bauhof

Ich entdecke Früchte die ich nicht kenne – die fetten Bommel an den einen Bäumen – während Früchte die ich kenne, einfach vom Baum fallen und von den Vögeln gefressen werden oder verfaulen. Es wird beileibe nicht alles abgeerntet was hier wächst. Eigentlich pervers, weil der Gemüsehändler ein gutes Geschäft mit Orangen macht – natürlich welchen, die nicht aus Leros stammen.

Wos´n dös???
Fallobst – mal anders…

Die Vegetation strahlt ein südländisches Flair aus – das gefällt mir! Auch Mamos hat seinen Gefallen und sieht sich alles genau an – besonders als die Hühner hinter dem Zaun auftauchten.

Mediterran
Hendl – yummie

Der Tag endet gemütlich, wir kochen uns was und gehen dann schlafen.

Oft werden wir gefragt wie es jetzt so mit den Temperaturen in der Nacht aussieht. Nun, es geht gut. Wir heizen abends etwa eine Stunde, dann passt die Temperatur bis wir ins Bett gehen. Morgens muss man auch etwas zuheizen, wir haben so um die 15°C beim Aufstehen – da erfriert man nicht, aber es ist ungemütlich.

15,3°C um 06.13 Uhr, da läuft die Heizung schon an

Dies löse ich mit einem Programm, welches meine Heizung um 06.00 Uhr startet, zu dieser Zeit hören wir das Gebläse nicht, da die Heizung mittschiffs verbaut ist und wir im Heck schlafen. Die Heizung ist auf 22°C eingestellt und läuft 120 Minuten – sie reguliert sich selbst.

Das klappt super und stellt sicher, dass zur Frühstückszeit um 08.00 Uhr herum, die Heizung entweder leise läuft oder schon aus ist.

Tagsüber müssen wir nicht heizen, die Temperatur hält sich nahezu immer um die 20°C – in der Sonne auch darüber, T-Shirt Wetter…

So lässt es sich aushalten

Am Abend ist es unterschiedlich – inzwischen heizen wir schon nahezu täglich, aber unterschiedlich lang. Mal eine Stunde, mal etwas länger, machmal auch kürzer. Das kommt – ernsthaft – auch etwas darauf an, wie lange der Ofen zum Kochen in Betrieb ist, auch der gibt eine Menge Wärme ab.

Ein bisschen mehr heizen müssen wir, wenn die Küche kalt bleibt…

Pizza und Salat – meine lifetime No.1

Kommt es Euch auch so vor, als ob es viele Bilder von Sibylle beim Futtern gibt??? Ok, beim Wandern und Joggen bin ich ja nicht dabei!

Ein neuer Morgen, wieder sorgt die Heizung für wohlige Wärme…

Nanu, meine Zähne klappern, ich friere – was ist geschehen??? Ich stelle fest, aus den Warmluftausströmern in Bad und Schlafzimmer kommt keine warme Luft mehr – die Bauteile werden ihrem Namen nicht gerecht! Ich muss dem Fehler auf den Grund gehen.

Da liegt die Wurzel des Übels

Sibylle liebt es, wenn ich die Werkzeugkiste vor dem Frühstück auspacke! Das kann ich leider an diesem Tag nicht berücksichtigen – ich koche mir ein Käffchen und zerlege also unsere Sitzecke um Zugriff zur Technikecke zu haben – und was sehe ich da???

Fehler gefunden

Selten war eine Ausfallursache so eindeutig wie hier. Stecke ich die Dinger eben wieder zusammen! Klack, fällt wieder auseinander. Stecke ich die Dinger eben wieder zusammen! Klack, fällt wieder auseinander. Stecke ich die Dinger eben wieder zusammen! Klack, fällt wieder auseinander.

Ihr merkt schon – nix geht schnell…

Wir frühstücken und danach gehe ich der Sache auf den Grund – warum halten die Schlauchanschlüsse und Reduzierungen nicht auf dem Y-Stück? Ich beschließe dies mit ausvulkanisierender Dichtmassen zusammenzufügen – ich hab da noch was aus vergangenen Zeiten…

Was für ein Gebatzel – ich schäme mich!

Nichtmal das althergebrachte Zaubermittel DIRKO HT (rot) hilft alleine weiter. Als Mechaniker entsinne ich mich der Sicherheit einer Schraubverbindung und sichere alles mit ein paar sauber gesetzten Schrauben – passt, das hält jetzt 100 Jahre und ist dicht!

Ich reinige den Warmluftverteiler und baue ihn wieder ein, sieht jetzt annehmbar aus und – funktioniert!

Der Rest des Tages war unspektakulär. Wir müssen einkaufen und Mamos forderte sein Maß an Aufmerksamkeit!

Ich will mit!

Also packen wir den tierischen Teenager und machen uns auf den Weg zu „Dimitras Supermarket“ – es ist der Supermarkt am wirklich anderen Ende von Lakki. Man trifft Menschen, palavert hier und da und für den Hund gibt es eine Menge zu erschnüffeln.

Wir erfreuen uns an der Natur – auch innerorts…

Zitronen- und Orangenbäume – als Straßenbepflanzung

Wir erreichen den Supermarkt und ich setze mich mit Mamos hin und warte bis Sibylle die Einkäufe erledigt hat. Wir haben eine Menge einzukaufen, denn morgen ist Heiligabend.

Dreamteam
Liebst Du mich???

Wir werden rasch fertig, machen uns auf den Heimweg und beschließen kurzfristig, heute noch einmal ins „SouvLakki“ zu gehen. Wir gehen ohne Mamos, um in Ruhe essen zu können.

Diese Entscheidung entlastet Sibylle, weil sie sich ja für den Heiligabend vorgenommen hat, ein griechisches Weihnachtsessen zu zaubern. Daher bleibt heute auf NESSAJA die Küche kalt!

Kaliorexi – das kleine Programm, morgen gibt´s das Festessen

Der Tag bricht an, es ist der 24.12. – es ist der Tag, der in Deutschland Heiligabend heißt. Wir feiern Weihnachten nach deutschem Kalender, folgen aber den griechischen Gebräuchen, soweit wir das eben können.

Abermals gehen wir in die Stadt um die frischen Sachen zu kaufen – da bemerken wir, dass die örtliche Kapelle an jedem Geschäft stehen bleibt und ein paar Takte spielt. Immer die gleichen Takte übrigens, was sich anhört wie eine zerkratzte Schallplatte…

Wumpa, wumpa, wumpa, tschengbäng

Die Musikanten bekommen von den Ladenbesitzern ein paar Münzen und ziehen weiter. Wir bändigen unseren geräuschempfindlichen Hund und setzen ebenfalls die Einkaufstour fort – nächster Halt – Metzger!

Ich liebe diesen Garten – des Metzger´s Nachbarhaus

Der Metzger ist schon der zweite seiner Zunft, welcher uns vollumfänglich überzeugen kann. Wir wollten banale Rouladen kaufen, haben dann aber, nach einer Fachberatung vom Feinsten, ein komplettes Sortiment griechischer Weihnachtsspezialitäten für den Ofen gekauft. Das spart der Köchin Arbeit und ist mit den Blätterteigmänteln und den verschiedenen Füllungen einfach typischer – wir lassen uns darauf ein, mit allen Sinnen!

Wir erledigen alle offenen Punkte auf unserer Weihnachtsliste und sind dann fertig für den Heiligabend – also den Nachmittag des Heiligabend!

Sibylle möchte ein Foto eines weihnachtlichen Mamos als Weihnachtsgruß an Tina und Volker – das macht der schwarze Labrador nicht freiwillig! So lasse ich meinen Charme spielen und bezirze ihn mit allen Mitteln 😉 …

Liebe ist…
…wenn man sich gemeinsam zum Deppen macht!

Die Weihnachtsgrüße an die Freunde aus Amberg sind raus, wir haben ein Date zu einem Videocall per WhatsApp. Die Familie ruft, in diesem Fall Franziska und Mikey – wir freuen uns!

Bei uns sieht das dann so aus…

Frohe Weihnachten Ihr Beiden

…während die Beiden am Laptop eine andere Perspektive haben!

Familienfoto – Merry Christmas!

Wir warten auf´s Christkind! Damit diese Zeit nicht zu lange dauert, haben wir uns zu einem Sundowner mit der FINI-Crew verabredet. Irene und Thomas haben ein Fläschchen süffigen Rosé-Sekt angeboten und später noch ein zweites Fläschen nachgelegt. Wir waren in guter Stimmung!

Joyeux Noël
Die Mauer ist gerade – es liegt an der Linse, nicht am Alkohol

Auch Mamos durfte dabei sein und ein bisschen rumsausen. Irene mag ihn auch total gerne und geht ab und an mit Sibylle und ihm spazieren. Klar, dass die Beiden ein wenig rumtollen…

Wer ist größer?

Er ist ziemlich neugierig, würde wohl auch mal gerne ein Tröpfchen Sekt oder lieber noch die Nüsslein probieren – doch Sibylle schreitet ein!

Nur eine!

Wenn alles nix hilft holt er sich eben ein paar Streicheleinheiten, dann ist alles wieder im Lot. Eigentlich ist es überraschend wie sich dieser Hund in der kurzen Zeit entwickelt hat.

Ich bin ein gefährlicher, schwarzer, großer Hund

So verflog die Zeit – wir hatten Spaß, es war kurzweilig und als es frisch wurde und der „echte“ Heiligabend einkehrte, verabschiedeten wir uns mit einem Merry Christmas, frohe Weihnachten, καλά Χριστούγεννα!

Wir zogen uns in unser Zuhause zurück, haben es uns auf NESSAJA gemütlich gemacht! Das Essen buk im Ofen und wir hörten klassische, bayrische Weihnachtsmusik.

Als das Essen fertig war, haben wir uns mit einem guten Flascherl griechischem Rotwein zu unserem ersten Weihnachtsessen ohne Kinder, an Bord unseres Schiffes, gesetzt!

Zum Wohl
Griechische Weihnachtsspezialitäten

Es hat sehr gut geschmeckt! Wir haben unser Essen genossen. Es war fast schon ein „Running Gag“, dass ich meine, eigentlich rhetorisch gestellte Frage, ob wohl der Werkzeugkasten an Weihnachten geschlossen bliebe, mit NEIN beantworten musste.

Der Knopf des Backofens ist abgefallen, ich musste tatsächlich das Werkzeugfach öffnen…

Zange, ich brauche eine Zange!

…konnte aber recht schnell Vollzug melden und wieder in den Feierlichkeitsmodus zurück wechseln.

Wir haben abgeräumt, aufgeräumt und überlegt, was wir denn Nettes im Fernseher ansehen könnten. Es ist mir nicht peinlich zu sagen, dass ich es war, der vorgeschlagen hat den Film „Tatsächlich… Liebe“ anzusehen. Wir beide kennen den Film, wollen ihn auch nicht cineastisch bewertet wissen – wir mögen aber die Schauspieler und finden die Handlung einfach nett, für eine an Weihnachten angehängte Romantikkomödie.

Also, Netflix bietet den Film an, los geht´s…

Hach, schön…

Wir haben es uns gemütlich gemacht und den Tag ausklingen lassen. Es war ein besonderes, unspektakuläres aber sehr schönes Weihnachten – und es war zu 100% stressbefreit!

Das kann ich vom nächsten Tag nicht behaupten!

Einem Feiertagsfrühstück mit perfekt weichgekochten Eiern, folgte eine Phase des Zwangs! Sibylle nötigt mich! Ich MUSS heute lange Hosen tragen – zum ersten Mal seit April.

Passt – fühlt sich aber komisch an

Der Grund für diese Nötigung liegt in der Tatsache begründet, dass wir heute eine Einladung zum Weihnachtslunch haben. Wir sind bei griechischen Freunden zum Familienessen eingeladen.

Das ehrt uns einerseits, anderseits wissen wir gar nichts über Bräuche und Gepflogenheiten. Zudem sprechen bei Weitem nicht alle Englisch. Wir wissen nicht was uns erwartet!

Wir wissen aber – man bringt Süsses mit! Also fahren wir zu „Repapis“ und kaufen Weihnachtskuchen.

Erster Feiertag
Chronia Polla – man wünscht sich „noch viele Jahre“, zu allen besonderen Anlässen
Heute „nur“ 19°C

Ich warte vor dem Laden und habe meine Freude an der Leuchtreklame der Apotheke.

Bei den Freunden angekommen, werden wir vorgestellt und es wird uns ein Schwager an die Seite gestellt. Ein Kanadier mit griechischen Wurzeln, der nach Leros geheiratet hat. Dieser ist ein vorzüglicher Gesprächspartner und hilft auch beim Übersetzen. Wir merken, dass wir mehr Familienmitglieder kennen als wir wussten – so ist zum Beispiel der Kapitän der Fähre, einer der Söhne, mit der Tochter unserer bevorzugten Tankstelle verlobt. Der Kanadier ist der Direktor des Krankenhauses. Ein paar Fetzen Englisch können viele, die Oma des Hauses verweigert trotzig, aber augenzwinkernd, ein „Merry Christmas“ und besteht auf ein „καλά Χριστούγεννα“ – das erfüllen wir artig, das Eis war gebrochen!

Der Anstand gebietet es, dass ich keine Bilder gemacht habe – wir hatten jedenfalls einen wunderschönen, wenn auch anstrengenden, ersten Feiertag – es ehrt uns, dass wir ein Teil dieser Feier sein durften!

Es endet ein bemerkenswerter, ein besonderer Tag

Wir kommen zurück, als gerade die Sonne untergeht. Mamos muss noch eine Runde durch die Marina geführt werden. So lassen wir den Tag bei einer besonderen Stimmung ausklingen.

Was gibt es da zu sehen?
Ins rechte Licht gerückt
Gleich ist sie weg…

Der zweite Feiertag ist uns ein wenig „verrutscht“ – ich habe Sibylle zugesagt, dass ich eine kleine Wanderung mit ihr und Mamos mache. Unser Ziel war der Strand von Panteli, wir wollten dort etwas trinken.

Der Weg war schön und die Insel zeigte sich wieder von ihrer schönsten Seite.

Das „Hinterland“ der Marina
Die Bucht von Vromolithos mit Panteli, den Mühlen und dem Castel

Dort haben wir uns in eine Diskussion verstrickt und die Stimmung war an dem Tag etwas flacher. Zuhause angekommen, gab es Reste von gestern – eingepackt von der Gastgeberin des Vortages.

An sich nicht schlecht, hat aber auch irgendwie zur Gesamtlage des Tages gepasst. Ich war unzufrieden und habe mir, zur Nachspeise, noch einen Brotzeitteller gerichtet.

Gut zwar, aber des zweiten Feiertages nicht würdig!

Das war es dann auch mit dem zweiten Feiertag – mehr gibt es nicht zu erzählen!

Weihnachten war vorbei, ich konnte zur Tagesordnung übergehen – dazu gehörte eine Fahrt zum Postamt in Agia Marina. Warum das? Nun, ein paar Tage vorher hat uns Angelika von der JASPER bei einem WhatsApp Austausch gefragt, ob wir nicht zufällig ein Päckchen bekommen hätten. Als wir verneinten, ist sie mit der Sprache rausgerückt und musste eine Überraschung offenbaren. Man hat ein Weihnachtspäckchen an uns verschickt und wundere sich, warum wir nicht reagieren würden…

Ok, ist verständlich – aber wir haben nichts bekommen!

Wir forschen nach und erfahren von der Marina, dass nur Sendungen mit Trackingnummern an die Marina zugestellt werden. Die Sendungen ohne Trackingnummern, unter anderem auch Päckchen, müssen auf der Post abgeholt werden.

Prophet – Berg oder Berg – Prophet?

Das wiederum hat reibungslos geklappt und schon kurze Zeit später habe ich das Präsent in der Hand. Bereits die Form des Paketes lässt einen Verdacht aufkommen.

Sibylle meint nach meiner Rückkehr, dass sie sich vor vielen Wochen einmal mit Angelika über Stollen unterhalten hätte – und siehe da…

Oma Helene´s Butterstollen

Das hat uns nun sehr gefreut! Da hat jemand an uns gedacht – ja, wommama ganzherzlichdankesagen 😉 – vielen Dank ihr Beiden, wir denken an Euch!

Bei einem Telefonat an diesem Tag erzähle ich Hans-Peter von der missglückten Paketzustellung, worauf dieser kleinlaut meinte, dass „…ich wohl die nächsten Tage nochmals zur Post müsse“! Ok, Botschaft angekommen – mach ich gleich nach den Feiertagen – vielen Dank auch ins Saarland!

Auf NESSAJA stand die Königsdisziplin in Sachen Navigation-Hardware an – der Verbau eines nagelneuen Garmin Linearanrieb für die automatische Steuerung. Da der bisherige Raymarine Antrieb in zwei, drei Situationen mit zuviel Druck in den Segeln, zu wenig Schmackes für unser Boot aufgebracht hat und „ausgestiegen“ ist, habe ich mich für einen elektro-hydraulischen Antrieb Class B entschieden – das ist eine andere Hausnummer!

Als ich den Antrieb vor ein paar Wochen mal an Ort und Stelle hielt, schien es so, als ob der Einbau mit dem Bohren von ein paar neuen Befestigungslöchern bewältigt sei. Weit gefehlt!

Es begann ein Drama in vier Akten…

Muss leider so rum – stehend – montiert werden

Autopilot Akt 1 – passt leider gar nicht! Bereits beim ersten Versuch den Piloten lageoptimiert zu positionieren fiel auf, dass ich diesen nicht wie geplant, hätte hängend, also „upside-down“ montieren können. Bei dem neuen Antrieb ist ein Ruderlagesensor oben am Gehäuse montiert, der es zwingend erforderlich macht, dass die Schubstange des Antriebs zuerst aufgesteckt wird. Um dies zu gewährleisten, müsste ich den Aufnahmepin nach unten zeigen lassen – das geht aus Platzgründen nicht! Ich muss also komplett umplanen und hänge dafür den Antrieb erstmal mit einem Spanngurt so auf, wie er etwa angebracht werden müsste – es zeigt sich, alles muss umgebaut und angepasst werden.

Ich setze mir das Ziel diese Arbeit noch im Jahr 2022 fertig zu stellen – und trete damit eine Arbeitslawine los. Für mich und Giorgos, bei dem ich von heute Abend an jeden Tag auftauchen werde.

Sehr beengte Platzverhältnisse – deutlich zu sehen sind Schubstange, Ruderlagegeber und Aufnahmepin

Ok, ich rufe also bei „Boat & Parts“ an und mache einen Termin aus – man werde das Problem schon lösen. Gut! Ich kann derweil nichts mehr machen und fange an zu denken. Ich sollte mit einer Idee bei Giorgos ankommen, als Diskussionsgrundlage sozusagen.

Denken kann ich am besten bei einem Eis…

Mein Körper ist ein Konverter – Eiscreme in Hirnschmalz

…zurück am Schiff setze ich mich vor ein Blatt Papier und skizziere die ungefähre Idee – so könnte die Lösung aussehen, so werde ich heute Abend bei Giorgos einsteuern.

Erste, grobe Skizze

Ich nehme ein paar Maße und lese die Montagevorschriften sehr sorgfältig. Dabei fällt mir auf, dass alle Vorgabemaße eines „Einbaubeispiels“ sehr viel kleiner sind als bei mir. Hm, eigentlich ist die Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Platzes doch gut, oder? Macht es der längere Hebel dem Piloten nicht leichter das Ruder zu drehen?

Bei mir war die Anschraubbohrung rund 28,5cm von der Drehachse des Ruders entfernt, im „Einbaubeispiel“ aber nur 21,3cm.

Da habt ihr schon das zweite Problem – Garmin hantiert in der Anleitung und bei den Bemaßungen mit Zehntel Millimeter. Das ist einfach am Zeichenbrett respektive am PC, ich kann dies mit meinen Mitteln und an der praktischen Einbausituation so aber nicht messen. Manche Maße muss ich irgendwo in den Raum messen, weil dort eben (noch) keine Aufnahme ist. Ich war genervt!

Ich habe Giorgos angerufen und um einen Tag verschoben.

Dimitras Supermarket

Ich fuhr zu Dimitras Supermarket und habe Kaffee, Schokolade und Knabberzeug gekauft. Schokolade für das Gemüt, Knabberzeug für den Fernsehabend und Kaffee für´s Überleben!

Am Heimweg komme ich am Weihnachtsmarkt vorbei. Dieser bleibt aufgebaut bis zum Jahreswechsel und ist am Wochenende geöffnet.

Nicht mehr viel los

Bei der Weihnachtsfeier unserer griechischen Freunde hat uns der Schwager erzählt, dass man ein Verständnis für die griechische Familien- und Freundschaftstradion entwickeln könne, wenn man sich den Film „My Big Fat Greek Wedding“ ansieht. Das hatten wir natürlich sofort getan und befanden diese Aussage für 100% richtig. Wir hatten Tränen gelacht. Daher war heute ein „Double Feature“ von Teil 2 & 3 geplant…

Teil 1 und 2 sind echt schön anzusehen – leicht Kost, die die Griechen vortrefflich charakterisiert
Teil 3 ist witzig, reicht aber nicht an die anderen – irritierend ist, dass die Handlung völlig losgelöst ist

So klingt der Tag versöhnlich aus, mit dem Verbau des Autopiloten hatte ich aber eine Baustelle eröffnet die herausfordernd war.

Autopilot Akt 2 – Anpassung des Aufnahmepins! Nun, wie der Titel des zweiten Aktes des Dramas schon sagt, ich kam zu dem Schluss, dass ich den Aufnahmepin anpassen muss. Dazu führten mich ein paar Überlegungen, welche ich durch eine weitere Skizze visualisiert habe.

Maßstabsgerecht – um Verwirrung und Vermessen zu vermeiden

Mein Problem wurde sichtbar! Ich hatte im Quadranten Aufnahmebohrungen für den Pin die rund 28,5cm und etwa 24cm von der Drehachse meines Ruders entfernt lagen. Je länger der Hebel, desto länger auch der Weg, den die Schubstange aus- und einfahren muss, dabei beschreibt sie einen Bogenweg – die Sehne ist die Strecke.

Meine Aufnahmepunkte führen zu 32cm und 28cm Strecke – beides ist zuviel für meinen Linearantrieb, dieser darf nur 10″ Zoll, also 25,6cm Weg beschreiben. Auch das ermittle ich zeichnerisch und komme dabei den, in der Einbaubeschreibung vorgegebenen 21,3 cm recht nahe – verstanden! Ich verstehe auch, dass es sich um ein Maximum handelt und runde auf einen Sollwert von 20,5cm ab – hier sollte mein neuer Anschraubpin sitzen! Nur leider war an dieser Stelle der Quadrant zu dünn um den Bolzen anzubringen, der eine maximale Schubkraft von 980kg, also fast einer Tonne, aufnehmen muss – zum Mäusemelken!

Ich brauche Kaffee und was Süsses!

Da war doch noch der Stollen

Zufällig hat sich Thomas von der SIMPLY FREE vor ein paar Tagen bei mir beklagt, dass er auf Leros partout keinen Stollen finden könnte – und er mag den doch so gerne…

Dies verleitet mich, uns auf die SIMPLY FREE einzuladen und im Gegenzug den Butterstollen von Oma Helene mitzubringen. Das ließ sich der hessische Skipper nicht zweimal sagen – die Selbsteinladung wurde manifestiert!

Yummie

Gemeinsam mampften wir den ganzen Stollen – Gruß an Oma Helene und die Crew der JASPER – er war saulecker!!! Die Gläser am Tisch verraten, dass es nicht beim Kaffee blieb…

Ich musste zurück auf NESSAJA, ich würde heute bei Giorgos sitzen und brauche eine Lösung. Mir war klar, dass die Montage mit der Anpassung des Pins beginnen muss, ich brauche zumindest einen festen Bezugspunkt – ein Fix sozusagen.

Ich skizziere weiter…

Maße und Ideen
Ein Adapter muss her

Mir war klar, dass es nur mit einer Adapterplatte funktionieren kann. Da ich die technischen Hintergründe des Schweißens kenne und auch weiß, dass Giorgos ein Magier am gleißenden Lichtbogen ist, hatte ich keine Sorge um die Haltbarkeit – ich wusste aber auch, dass meine Idee nicht umkehrbar ist – der Bolzen müsste umgearbeitet und dafür abgeschnitten werden. Wir haben nur einen Versuch!

Die Adapterplatte war rasch gefertigt

Wie immer wurschtelte Giorgos frei drauf los, diesmal merkte er aber, dass ich angespannt war. Ich folgte seinem Tun aufmerksam, immer bereit einzuschreiten wenn Handlungsweisen nicht 100% klar waren.

Die Löcher müssen rein
…und jetzt der! Hahaha, wie witzig – keine Luft für Spaß und Fehler

Der Aufnahmepin bekam eine Passbohrung und wurde auf genau dieses Maß abgedreht – so steckte er auf´s µ genau in seiner Passung. Auch dieses Vorgehen sorgte für Stabilität. Klar war, der Gewindeteil kommt am Schluss weg!

Exakte Anpassung auf der Drehbank

Dort, wo normal eine 12mm Mutter den Bolzen an Ort und Stelle hält, wird jetzt eine umlaufende Schweißnaht gesetzt. Dann noch zwei kurze Nähte in die obere Kehle, nur um hier ebenfalls zu fixieren.

Seine Passion – der Meister des Lichtbogens

Wir arbeiteten bis in die Nacht. Als ich zuhause ankam war es dunkel – Sibylle hat mit dem Essen auf mich gewartet…

Die Zeit war verflogen – jetzt Abendessen

…aber das Ergebnis konnte sich sehen lassen! Ich war zufrieden, gleich morgen früh werde ich diesen Adapter einbauen! Ich schaute zufrieden auf unser heutiges Tagwerk…

Jetzt sollte es passen

…danach noch ein bisschen Computerkram, soziale Medien und ab ins Bett – ich war müde und erschöpft.

Autopilot Akt 3 – Fertigung einer Base für den Linearantrieb! Der neue Tag beginnt, wie immer, mit einem leckeren Frühstück und der obligatorischen Tasse Kaffee. Ich bin hibbelig, ich will das neue Teil einbauen und sehen, ob es passt! Kaum das Toast runtergeschluckt, liege ich schon in der Backskiste und montiere…

Jetzt wird vieles klarer, oder? Passt perfekt!

Das neue Teil passt perfekt. Ich denke, dass das Bild auch zum Verständnis des bisher Geschriebenen beiträgt – der Abstand zum Drehpunkt ist verkürzt, der Weg, den der Pin beschreibt nun ebenfalls kürzer.

Ich baue den Antrieb nebst Ruderlagegeber ein!

Super, passt auch!

Auf diesem Bild kann man die Challenge des neuen Aktes erkennen – der Antrieb MUSS exakt in die richtige Höhe positioniert werden. Es sind nach oben und unten jeweil nur 5mm Platz! Zudem soll die Schubstange den Quadranten in einem definierten Winkel ansteuern – das Zentrum muss ermittelt werden – ich versuche dies leidlich…

Da muss er hin – UNGEFÄHR auf einen halben Millimeter genau (Ironiemodus)

Das Bild zeigt das Dilemma – die Höhe des Fußes zur Platte an der Decke lässt sich ja noch einigermaßen messen – hier komme ich auf 15,5cm. Aber die Tatsache, dass der Fuß „off center“ montiert werden muss – man kann den gemessenen Mittelpunkt an der Deckenplatte sehen – dieser Fakt treibt mir Schweißperlen auf die Stirn!

Nach dem Einmessen und meiner endgültigen Entscheidung, baue ich die bisherige Base aus – an sie soll die Erweiterung angeschweißt werden.

Dort, wo der Fuß liegt muss die spätere Mitte sein

Ich skizziere meine Idee, fotografiere die Skizze und sende sie an Giorgos – er soll sich mental auf den Job heute Abend einstellen können.

Echt nur eine Skizze

Ok, das ist erledigt, am Abend bauen wir die neue Base! Was mache ich derweil? Ich muss mir die Ausgangssituation für den kleinen NavPod ansehen und die neuen Füße montieren – also auf ans Werk.

Nachdem ich die Füßchen etwa 23x sowohl an der Konsole als auch am Montageplatz ausgerichtet habe, entscheide ich mich für eine finale Position. Dies war zwar fummelig, aber nicht riskant, weil man beim Anschrauben noch ein bisschen tricksen kann. Ich bohre die Befestigungslöcher und schraube die neuen Halter fest – es sieht echt gut aus – alles handmade, alles custom!

Zielbild

In etwa so wird die neue Konsole auf der Niedergangsabdeckung stehen. Das sieht jetzt echt easy aus, oder? Ist es nicht! Ich gebe folgende Hinweise – Kabelwege? Zugänglichkeit Werkzeug zum Anschrauben der Konsole? Zugänglichkeit Werkzeug zum Anbringen des Deckels nebst Instrumente? Nun, ich habe noch Zeit darüber nachzudenken – diesen Projektpunkt möchte ich finalisieren bevor Sibylle nach Deutschland abreist!

Wieder führt mein Weg über die Insel, wieder ist der Rucksack vollgepackt mit Material – ich fahre nach Kamara um die neue Base anfertigen zu lassen.

Abermals wunderschöne Stimmung bevor die Sonne untergeht

Ich komme, wie eigentlich immer, pünktlich um 17.00 Uhr an – die Helfer sind schon da, Giorgos kommt, wie eigentlich immer, rund 10 Minuten zu spät! Siga, siga – ich weiß…

17.00 Uhr, noch ist die Pforte verschlossen

Der Start in die Arbeit ist IMMER der gleiche! „You want coffee?“ Ich antworte IMMER gleich, „yes, if I´m allowed to pay for all of us.“ Er erwidert stets, dass dies sein Zuhause sei und ER bezahle und ordert die Kaffees für alle – er weiß auswendig wer was trinkt. Der Kaffee wird geliefert und während der Arbeit getrunken.

Aluminium ist für Mädchen – Big Boys play big toys

Überraschung – Giorgos hat kein so dickes Aluminium! Lösung – wir machen alles etwas dünner, dafür aber aus Edelstahl! Ich erlaube mir, das Gewicht zu hinterfragen – ach komm` zwei, drei Kilo – egal! Wenn Sibylle doch auch nur so entspannt wäre ob zwei, drei Kilos.

Mittelpunkt und Abstand per Gewindestange

Die Maße waren gesetzt, der Mittelpunkt und das neue Center recht schnell festgelegt – aber wie jetzt die beiden Platten zueinander ausrichten – das muss exakt passen. Ich hatte die Idee, dies mit einer Gewindestange im Mittelpunkt zu machen – diese Idee wurde offen angenommen und hat super funktioniert!

Giorgos will den kompletten Antrieb vor Ort haben um die Anpassungsarbeiten exakt zu erledigen – ich maule, gebe mich aber geschlagen. Der örtliche Bäcker leiht mir sein Auto damit ich das 9kg schwere Trum von NESSAJA holen kann.

Dann geht der Virtuose ans Werk…

Bruzzel, brat

…und zaubert innerhalb einer Stunde ein Gebilde, welches es ziemlich auf den Punkt bringt. Sieht gut aus!

Massiv – und schwer!

Das Ende des dritten Aktes ist damit geschrieben – morgen baue ich das Trum final ein und mache eine erste mechanische Funktionsprüfung.

Ich schnalle die eiserne Skulptur auf meinen Gepäckträger, packe den 9kg schweren Linearantrieb und den Kleinkram in meinen Rucksack und fahre heim.

Wir essen und sehen fern. Es ist erwähnenswert, WAS wir schauen! Sibylle hat einen „Hundeflüsterer“ aufgetan (nicht Rütter), der den Hunden die schlechten Manieren und den Haltern den schlechten Umgang mit den Zamperl abgewöhnt – man kann ja nie wissen!

Kurzweil – temporäres Leitthema

Wir realisieren, wir machen intuitiv viel richtig – das erklärt vielleicht, warum Mamos inzwischen richtige Manieren bekommen hat – seht mal hier…

Sitz!

Zugegeben, wir müssen in unserer Basiserziehung manchmal mit Leckerli nachhelfen, manchmal hilft der Respekt vor Institutionen!

Da war ich schonmal, da will ich nicht hin!

Wir schreiben den 30.12., es ist der Tag vor Silvester, das alte Jahr 2022 klingt aus. Wir haben am Vormittag einen Tierarzttermin, es steht die letzte Impfung an, nebst einer Untersuchung welche die Reisetauglichkeit bestätigt. Mamos schlägt sich tapfer, alles ist ok, seiner Immigration nach Deutschland steht nichts mehr im Wege.

Ich baue sofort nach meiner Rückkehr die neue Base ein, sie passt perfekt. Die Montage des Linearantrieb ist fummelig, weil so wenig Raum zur Verfügung steht, klappt letztlich aber doch ganz gut! Ich rufe Sibylle zum Funktionstest und…. es ist knapp! Sehr knapp! Vollausschlag am Rad in beide Richtungen – eine scheint ok, die andere ist grenzwertig, das erkennt man mit bloßem Auge. Ich lege ein Blatt Papier dazwischen – es klemmt fest, das Lenkrad ist am Anschlag! Alles ok also???

Ich lasse Sibylle mit etwas Schwung in die problematische Richtung lenken – der Quadrant schlägt am Endanschlag an und die neue, massive Edelstahlbasis bewegt sich! Ein wenig nur, aber man sieht und fühlt es. Ein Blick in die Einbauanleitung verrät: „Dient der Linearantrieb als Ruderlagebegrenzung wird der Antrieb beschädigt“!

Kein Raum für Kompromisse – das Ding kostet ein Vermögen!

Autopilot Akt 4 – was lange währt wird endlich gut! Ich verzweifle fast, zögere aber nicht – es gibt nur eine Lösung, der Adapter muss noch einmal angepasst werden.

Der Bolzen muss näher an die Drehachse des Ruders

Obwohl ich abgerundet hatte, war der Weg für die Schubstange zu groß, um Millimeter nur, aber eben zu groß. Ich informiere Giorgos und erkläre die Situation. Er verspricht zu helfen und ich mache mich abermals auf den Weg über die Insel.

Schon bei der Marinaausfahrt fuhr ich auf einen Regenbogen zu – obwohl wir keinen Regen hatten! Es muss in der Nähe ein Schauer gewesen sein.

Fast schon kitschig

Ich fahre also nach Kamara und lasse mich wieder von den Naturschauspielen verzaubern. Mir geht es per se nicht um Sonnenuntergänge – mir geht es um die Vielfältigkeit. Es ist einfach schön dies täglich zu sehen und zu erleben – Groundhog Day 😉

Wolkenformationen über der Gourna Bucht
Objects in the rear view mirror…

Auch Sibylle ist heute von dem Naturschauspiel begeistert – sie geht mit Mamos, als ich zu Giorgos unterwegs bin. Von ihrer Marinarunde aus schickt sie mir ihre Sichtweise auf den Sonnenuntergang – und natürlich hat sie versucht den Schwarzen ins rechte Licht zu rücken!

iPhone 8 ohne Bildbearbeitung
Wir haben ihn schon liebgewonnen!

Aber ich schweife ab – ich war auf dem Weg zu Giorgos um den vierten Akt des Dramas zu Ende zu schreiben und dem Schauspiel ein Finale furioso zu bescheren!

Es war Samstag, es wurde nicht lange gefackelt. Giorgos kam in Privatkleidung, es gab keinen Kaffee und wir legten sofort los. Allerdings war er mit der Idee, den Pin zu versetzen nicht einverstanden – wir entschieden uns für Langlöcher.

Langlöcher in 6mm Edelstahlplatten – ein Prozess

Wir finalisierten die Anpassung, wünschten uns ein gutes neues Jahr – mir war klar, Giorgos hat großen Anteil am Erfolg dieser Geschichte – sofern es ein Erfolg werden würde. Das wird sich morgen zeigen, am 31.12.2022!

Silvester! Wieder Frühstück, wieder bin ich hibbelig – ich will alles einbauen und sehen, ob es nun funktioniert. Sibylle raunt mir ein gnädiges „…dann schraub´ das Ding endlich fest!“ zu und gab mich sozusagen frei.

Der Einbau dauerte keine Viertelstunde!

Linearantrieb an Ort und Stelle – der neue Halter passt
Schubstange und Ruderlagegeber am Adapter – Räume nach oben und unten stimmen

„SIBYLLE! Bitte ans Rad und einmal Vollausschlag nach Backbord, einmal nach Steuerbord – erst langsam, dann anschlagen lassen!“

Sibylle tat wie Ihr geheißen und ich konnte Vollzug melden. Alles freigängig, alles top, das Ruder rumst in den Endanschlag ohne an der Schubstange zu rütteln. Das Drama fand mit dem vierten Akt ein doch noch versöhnliches Ende.

Ich war zufrieden und konnte mich dem Rest des Tages widmen – es stand an, das neue Jahr gebührend willkommen zu heißen.

Der Hund bellt, ich sehe aus dem Fenster, aber er rührt sich nicht – er steht da wie angewurzelt. Ich sehe nach ihm…

Wie groß ist das Gehirn eines Hundes???

Durch meine Befreiungsaktion werde ich zu seinem persönlichen Helden. Wie ich ihn da so stehen sehe, fällt mir seine Angst vor Schüssen ein – was machen wir nur mit ihm? Heute besteht erhöhtes Risiko!

Sibylle und ich beschließen, ihn keine Minute aus den Augen zu lassen. Zu groß das Risiko, dass er einfach abhaut. Um ihn überall hin mitnehmen zu können, mieten wir für einen Tag ein Auto.

Das kann er schonmal

Vor dem Autofahren hat er schonmal keine Angst! Ich hebe ihn zwar in den Kofferraum, aber die Gewöhnung tritt sehr schnell ein. Sehr guter Teilerfolg!

Nachmittags gehen wir wandern, natürlich in die Eisdiele und trinken unterwegs einen Cappuccino. Die Auslage bei „Repapis“ ist, dem Anlass entsprechend, dekoriert!

Kali Chronia – gutes Jahr! Καλή Χρονιά

Am Abend dagegen sind wir mit einigen Freunden aus der Seglercommunity in Dimitris „To Steki“ in Alinda verabredet. Wir mögen dieses Lokal ohnehin und es war eine tolle Idee, genau dort zu feiern. Ich reserviere also einen Tisch für 11 Personen!

Sehr geschmackvoll – „To Steki“ in Alinda

Ein griechisch-deutsch-österreichisch-italienisch-israelisches Silvesterfest bahnte sich an, es sollte ein toller Abend werden!

20.30 Uhr – wir starten mit Ouzo – und sind wieder die Ersten!
Langsam treffen auch die Griechen ein, das Lokal füllt sich – wir bestellen das Essen

Es gibt Dimitris Spezialität, herrliche Meze, für Silvester ein wenig aufgepimpt und aufwändiger als sonst. Das Lokal füllt sich langsam und die griechischen Großfamilien treffen ein – ich muss unweigerlich an „My Big Fat Greek Wedding“ denken. Es kommt ein Marinamitarbeiter mit seiner Familie, die Familie Repapis mit Schwager und Schwägerin – und im Schlepptau eine Horde Kinder. Man kennt sich inzwischen. Es war laut, stimmungsvoll laut, griechisch laut! Es war sehr schön!

Die letzten Meze kommen auf den Tisch – es ist nach 23.00 Uhr

Genau die vielen Kinder sollten unser großes Glück sein! Hatten wir noch gedacht, abwechselnd auf Mamos aufpassen zu müssen und dafür dieses eine Silvester eventuell auf Distanz verbringen zu müssen, halfen die Kinder mit, den draußen angeleinten, jungen Hund zu „betreuen“.

Nachdem alle gemerkt hatten, dass er keiner Fliege etwas zu Leide tun würde, haben sie ihn abwechselnd gestreichelt – das war echt nett – er hat nicht ein einziges Mal gebellt. Wir haben zwar abwechselnd nach ihm gesehen, aber zwanglos.

Das mag er

Zwischendrin kamen dann noch „Nikoläuse“, junge, maskierte Burschen, die den Weihnachtsbrauch des höflichen „Gelderpressens“ – so ähnlich wie „Süsses oder Saures“, „Trick or Treat“, an Halloween, bis ins neue Jahr tragen wollten – man kann es ja mal versuchen…

Mich erinnerten die Beiden eher an weihnachtliche Blues Brothers und auch den Griechen merkte man die Irritation an – egal, einer erbarmte sich der Beiden, gab ein paar Groschen und die „Fake Nikoläuse“ zogen wieder ab!

Es war fünf vor zwölf! Nix passierte…

Volles Haus, super Stimmung!

Wir, die Deutschen und Österreicher, sind um 5 vor 12 vor das Lokal gegangen, es wird sicher bald geschossen, wo ist eigentlich der Sekt???

Alle anderen sind von draußen REIN gegangen. Komisch…

Wir haben uns erklären lassen, dass der Wechsel der Jahre in Griechenland eher drin vollzogen wird. Ok, und der Hund? Ich lege meine Zweifel kurz beiseite und gehe ebenfalls nach drinnen, es ist 2 vor 12!

Auf einmal – ALLE, WIRKLICH ALLE fangen lautstark von 10 auf 0 zu zählen an – und um Mitternacht schaltet der Wirt das Licht kurz aus. Gleich darauf wieder an – es ist 2023! Alle umarmen sich, küssen sich und fangen Videotelefonate mit den Lieben zuhause oder sonstwo auf der Welt an! Einige der Griechinnen, viele im festlichen Gewand, stehen auf der Terrasse und singen einfache Liedlein mit eingängigen Texten.

„Kali Chronia, kali chronia…“

Auch unser Tisch wünscht einander ein gutes, gesundes, glückliches neues Jahr 2023.

Das alles passiert in recht kurzer Zeit – es gibt, zu unser Aller Überraschung kein Feuerwerk. Nur wenige Böller werden gezündet – das reicht aber, um Mamos für ein paar Minuten in höchste Panik zu versetzen. Ich habe es sofort erfasst und ihn fixiert und beruhigt – letztlich war es schnell vorbei.

Ja, da war es nun, das neue Jahr. Ich gebe zu, wir alle waren müde und erschöpft und haben bald die letzten Humpen Wein geleert und bezahlt.

First Row Parking

Wir haben Mamos wieder in unser Leihwägelchen verfrachtet und sind, gemeinsam mit der FINI-Crew, zurück gefahren.

Fast halb zwei!

Mamos schleicht sich sofort in seine Hütte, auch für ihn war es ein aufregender Tag, wir dagegen fallen ohne Zeitverzug in die Federn. Morgen erstmal ausschlafen!

2023 – wir haben Pläne! NESSAJA muss fertig werden, wir wollen wieder Segeln und Reisen, wird es einen Ortswechsel geben? Die Kinder haben schon angekündigt uns wieder besuchen zu wollen und was ist mit unserer „großen Reise“? Wir werden sehen – all dies sind Geschichten die das Leben schreiben wird!

Wir, Sibylle und Mario, die Crew der NESSAJA, wünschen Euch allen, den inzwischen recht vielen Followern des Blogs, ein tolles, exorbitantes, glückliches und wunderbares neues Jahr – vor Allem aber soll es ein gesundes und friedvolles werden.

Ein Ausblick auf den Januar gefällig?

Nun, wir haben ein paar Kleinigkeiten an Booten von Freunden zu machen, werden erste Schritte gehen, die BMW griechisch zu machen und noch weitere Projektarbeiten an NESSAJA vorantreiben.

Am 12.01. geht Sibylle mit Mamos um 22.15 Uhr auf die Fähre Richtung Athen. Vielleicht begleite ich sie auf diesem Wegstück. Dann steht der Abschied von Mamos an und Sibylle bleibt für den Rest des Monats in Deutschland.

Ich werde auf mein Paket warten, mich in dieser Zeit meinem Victron Projekt widmen und vielleicht einen Tanzkurs besuchen – in Sibylles Abwesenheit werde ich auch einen neuen Jahresrückblick verfassen und hierzu eine Seite erstellen…

Es bleibt alltäglich – und doch, hoffentlich, interessant! Bleibt dran, folgt uns weiter – wir freuen uns!

Herzliche Grüße aus Leros von der NESSAJA-Crew

November 2022 – Buch der Erinnerung

Die Headline des Monats November dürfte auch den ein oder anderen, mir sehr nahe stehenden Freund überraschen – nicht viele wissen, dass ich ab und an „Böhse Onkelz“ höre. Dies würde ich vielleicht sogar öfters tun, wenn Sibylle nicht jedes Mal rasch ihr Veto einlegen würde – sie kann „das Geschrei“ nicht hören.

Ich finde, dass die Texte sehr aus dem Leben gegriffen sind und Phasen beschreiben, in welchen sich sicher jeder von uns einmal befand – ok, sprachlich hart und gewöhnungsbedürftig, aber lebensnah und ehrlich.

Was hat das alles mit meinem Blog zu tun?

Nun, es ist schon ein paar Tage her, dass entfernt aber doch deutlich vernehmbar, Töne hämmerten welche mir bekannt vorkamen. Onkelz in UNSERER Marina, nanu? Wer könnte das sein?

Susanne und Marcus waren zurück und es stellte sich heraus, dass SIE der Onkelz Fan bei den beiden ist. Ich bin sicher, dass die Beschallung des näheren Umfeldes nicht jedermanns Sache war – diesmal hatte ich jedenfalls mal meinen Spaß an der „Lärmbelästigung“.

Grund genug, Susanne und den Onkelz, die für die Musik einer Phase meines Lebens stehen, eine Headline zu widmen – und welcher Titel könnte besser passen als „Buch der Erinnerungen“? Und welches Bild würde den Zeitgeist der frühen 90er besser mit unserem heutigen Leben verlinken als dieses…???

1992 – Lanzarote! Ob ich den alten Kahn wieder flott bekomme – ein Traum entsteht…

Aufmerksame Blogleser kennen das Bild, es war schon einmal zu sehen. Es war die Geburtsstunde eines Traumes. Ich war damals 25 Jahre alt, gerade zum zweiten Mal Papa geworden und musste das aufkeimende Gefühl undiskutiert und zweifelsfrei in die Schublade „Träume – für später“ ablegen. Wer aber weiß und versteht, wie lange diese Idee schon in mir keimt, kann die Ernsthaftigkeit meines heutigen Tuns einschätzen.

Ich lese im Buch der Erinnerung
Ich hör mich lachen
Mein Leben war ein Märchen
Erzählt von einem Narren
Ich wusste nicht immer was ich will
Doch ich wusste wie ich’s kriege
Ich nahm es leicht auch wenn es härter kam
Es war ein Setzen, ein Setzen neuer Ziele

Mein Leben war oft wie ein Spiel
Wie ’ne lange Reise ohne Ziel
Ein Suche nach dem, der ich bin
Die Suche, die Suche nach dem Sinn

Mein Leben war ein Buch
Ich musste es nur schreiben
Ich wollte alles oder nichts
Ich musste mich entscheiden
Das Leben war die Antwort
Und ich stellte viele Fragen
Und dieses endlose Geheimnis
Hatte unendlich viel zu sagen

Mit Susanne, Marcus und der kleinen Lilly haben wir viele Momente des Monats November verbracht. Es war eine phantastische Zeit! Wir haben die kleine Familie als Freunde schätzen gelernt und bedauern, dass die drei Anfang Dezember abreisen werden – sie waren Initialzünder für sehr viel Kurzweil!

Aber eines nach dem anderen – der November war ein umtriebiger Monat, einer, der wie im Flug verging. Er bot allerlei Gelegenheit Interessantes zu erleben und Projektarbeiten zu erledigen, war darüber hinaus aber auch einer, der Zeit en masse bot – Zeit, um die eigenen Projekte an NESSAJA voranzutreiben.

Anfang November – wundervolle Stimmungen

Das Wetter war Anfang des Monats noch richtig gut. Das sollte sich aber noch ändern, der November sollte der Monat werden, in dem der Herbst den Sommer vertreibt.

Im Moment waren die Tage aber noch warm und sonnig, wir hatten zwischen 22°C und 25°C an jedem Tag. Die Nächte dagegen waren schon frischer und Sibylle begann, immer mal wieder die Finalisierung unserer Dieselheizung anzumahnen. Doch gemach, gemach – solange die Luken in der Nacht noch sperrangelweit offen stehen, ist noch Zeit.

Tagsüber hatte ich die Schiffe der Freunde immer im Blick. Eine Tatsache, die sowohl Werner, als auch Hans-Peter ruhig schlafen lassen wird – beide wissen ihre schwimmenden Sommerwohnsitze in guter Obhut.

ALENA und LIBERTÉ von unserem Cockpit aus gesehen

An anderer Stelle geschehen Zeichen von Wunder! Ihr erinnert Euch sicher an den Bericht des letzten Monats, in dem ich bemerkte, dass unser Segelkumpan Johannes einige Arbeiten am Mast zu beauftragen hat. Obwohl er nicht gerade die besten Erfahrungen bezüglich der Termintreue unserer Marina (zumindest in Abwesenheit) gemacht hat, ließ er sich wieder auf die gleiche Situation ein – er vergab die Arbeit und… reiste ab!!! Ob das gut geht???

Ja! Ging es! Die Monteure der Marina haben absprachegerecht angefangen das Rigg abzugarnieren und so geschah es, dass eines Tages, völlig überraschend, der Mastkran vor ALEXIA stand.

Der Mastkran ist da – der Spargel muss runter…
…was bereits wenige Minuten später geschah.
Abgelegt und abgarniert – das neue „Stehende Gut“ kann bestellt werden!

Da liegt das Teil nun und die Bestellung der Wanten und Stagen kann erfolgen. Ich bin gespannt wie es weitergeht. Gedanklich war ich zerrissen – mir ist klar, dass man so ein Teil nicht schnell „verräumt“ – aber ob es mittig und quer vor allen Zugängen zur Toilette liegen muss? Ich grüble und habe bis heute keine Antwort gefunden…

Es ist ein schöner Tag. Wir beschließen diesen zu nutzen und dabei langsam angehen zu lassen. Erst wollen wir mal wieder bei Marietta frühstücken und dann in Panteli zum Baden gehen – das Meer gibt es noch her, es ist nicht zu kalt. Gesagt, getan…

Blick für´s Detail – Wand in Mariettas Bistro

Nicht nur die Deko begrüßt uns freundlich, auch die Chefin hat zu dieser Jahreszeit genug Zeit für ein nettes Schwätzchen. Wir lassen uns updaten, tauschen uns ein wenig aus und frühstücken, dann ziehen wir weiter zum Lieblingsstrand! Panteli ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert.

Selbst Sibylle geht nochmals schwimmen

Diesmal bin es nicht nur ich, der den Sprung ins kühle Nass wagt – auch die Holde flutet den sommerlich gebräunten Körper noch einmal – für sie sollte es (bis heute) das letzte Mal sein! Ich werde durchziehen und in jedem Monat mindestens einmal ins Meer springen! Soweit der Plan…

Weil wir gerade so gemütlich unterwegs waren, schlenderten wir noch durch die Marina – zum einen um zu sehen wer alles abgereist war und ob unter Umständen auch neue Liveaboards hier wären, zum anderen um nach den weiteren Schiffen unserer Bekannten und Freunde zu sehen.

Gottfrieds Sunbeam – alles ok!

Von jedem Boot ein schnelles Foto, die Bilder per WhatsApp an die, im bereits winterlichen Deutschland sitzenden, Eigner geschickt und so für ein gutes Gefühl gesorgt. Wie hat das zu analogen Zeiten eigentlich funktioniert?

Den Abend runden kleine Videosessions ab, wir sehen uns während des elften Monats meist YouTube Filme von anderen Seglern an – waren wir doch auf den Kanälen denen wir folgen, während des Sommers in Rückstand geraten – das galt es aufzuholen.

Die Crew der LIMELIGHT, die wir persönlich treffen durften, ist inzwischen in der Südsee

Es war soweit! Ich hatte versprochen, dass ich im November wieder in die Projektarbeit an NESSAJA einsteige! Dieses Versprechen wollte ich HEUTE einlösen!

Ich hatte ja schon erwähnt, dass Sibylle seit einigen Tagen die Fertigstellung der Eberspächer D5, unserer Standheizung, anmahnt. Da mir ihr Befehl ja immer zugleich auch Wunsch ist, habe ich dieses Thema ganz nach oben auf die Agenda gesetzt und somit die „Priorität 1“ vergeben. Ich reiße also die Technikecke nebst Salonsitzgruppe noch einmal auf…

Da muss ich ran

Ich stecke den Kabelbaum an das Heizgerät an und breite ihn im Salon aus. Wild verzweigt sich das wirre Geflecht aus bunten Litzen!

Sortieren – Kabel und Gedanken

An die offenen Enden der Strom- und Datenleitungen müssen diverse Geber und Schaltereinheiten angebracht werden. Ich sortiere die vielen Einzelteile, welche sich noch in der Box befinden.

Diesel- und Stromzufuhr muss noch gemacht werden

Dafür braucht es einen Schaltplan, den Eberspächer erfreulicher Weise auf seiner Webseite zur Verfügung stellt. Ich starte also den Rechner um mir die Einbauanleitung zu Gemüte zu führen und um dabei gleichzeitig die Klemmenbelegung zu verinnerlichen.

easy – oder???

Es stellt sich heraus, dass bei MEINER Konfiguration ein paar Anschlüsse etwas abweichend zur Standardbelegung verdrahtet werden müssen. Gottlob „stolpere“ ich über den Hinweis meines Händlers, aber nun muss ich zwei Schaltpläne gleichzeitig interpretieren und „verlinken“ – dafür dient mir zusätzlich das iPad!

SO! kommt man der Sache näher…

Electra, der Marinahund, scheint das witzig zu finden. Sie sucht sich ein gemütliches Plätzchen und beäugt stundenlang mein Werken – nun denn, wenn sie nix Besseres vorhat.

Argusaugen – Electra wacht

Für den Einbau mancher Komponenten muss ich mir Zugang verschaffen und / oder Löcher in Wände oder Mobiliar bohren bzw. sägen. Das kostet jedes Mal Überwindung! So zum Beispiel für den Einbau des kleinen Bedienteils.

Hier schon montiert – halb verdeckt

Klar, dass auch hier die Kabel, oder sage ich besser Käbelchen, angeflickt werden müssen.

Die runden müssen ins eckige – Stecker ancrimpen um das Gehäuse zu belegen

Es ist klar, dass hier ein extra Schaltplan zum Tragen kommt – auch der liegt in Papierform und elektronisch vor – mühsam nährt sich das Eichhörnchen!

Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen – die Kabelarbeiten nähern sich dem Ende!

Bereich für „Haustechnik“ – Generator, Wassermacher, Batteriemanagement und Heizung

Um die Elektroseite fertig zu stellen, muss ich noch die Dieselpumpe verbauen und anschließen, dies geschieht unter einem Bodenbrett in der Eignerkabine.

Da passt die kleine Pumpe gut hin

Eigentlich wollte ich am Generator abzapfen, dies hätte jedoch die Bedingungen für die kleine Magnetpumpe nicht erfüllt. Um die Saugstrecke kleiner 2m zu halten und dafür eine Druckleitung bis 6m zu bekommen, musste ich die Pumpe näher an den Tank bringen – das bedeutete sowohl lange Leitungswege, als auch lange Kabelwege zur Pumpe.

Pumpe verbaut, Dieselleitungen dran, Kabel liegt

An dieser Stelle ist mir eine Panne passiert – ich kam, bei zu crimpenden Kabeldurchmessern von 0,35qmm, mit meinem Werkzeug an die Grenzen. Außerdem handelte es sich ausnahmslos um Spezialstecker zur Belegung von Steckergehäusen. So kam es, dass ich zwei von diesen speziellen Steckerchen kaputt gepresst habe…

Nicht auf Leros zu bekommen

Ich hatte also Bedarf! Einen kompletten, neuen Stecker für den Pumpenanschluss, um das von mir gebaute Provisorium wieder demontieren zu können und den Anschluss fachgerecht auszuführen. Weiter musste ich mir eine Crimpzange für kleinste Kabeldurchmesser bestellen – unter 0,5qmm war in Leros nicht zu beschaffen.

Würth bietet es an – aber nicht für Jedermann!

Die Zange habe ich im Internet rasch gefunden, konnte diese aber als Privatkunde bei Würth nicht bestellen. Eine Suchanfrage in Facebook ließ die deutschen Freunde aktiv werden und so konnte ich, mit Max´ Hilfe, schon bald Vollzug melden. Sohn Stefan hat das Objekt der Begierde von Holzkirchen nach Miesbach gebracht – es musste ein Paket geschnürt werden! Dort sollten noch ein paar weitere Kleinigkeiten rein, wenn schon, denn schon…

Um die Pumpe fertig anzuschließen, musste noch ein kleines Reservoir als Abzweigung von der Dieselleitung verbaut werden, so dass es nicht vorkommen kann, dass der Generator der Heizung Diesel „wegsaugt“.

Platz gefunden, Brett als Basis eingeklebt – Schläuche angeschlossen – fertig!

So hatte ich innert zweier Tage die Heizung angeschlossen und alle Bauteile verbaut. Probelauf morgen!!!

Ein kurzer Spaziergang am Abend – einfach nur durch die Marina um sich die Beine zu vertreten. Dabei sieht man allerlei Interessantes, Projekte anderer Segler, wie diese hämmern und sägen und man weiß – geteiltes Leid ist halbes Leid, auch wenn es sich nicht so anfühlt.

Man sieht aber auch das Handeln der Marinaangestellten – und das ist nicht immer von Fachkenntnissen oder überschwänglicher Sorge getrieben.

Seeeehr knapp! Berührung an der Scheibe, am Blech nicht

Wenn zum Beispiel ein Baum neben einem Auto, dem neuen Wohnmobil unseres Freundes Marcus, gefällt wird – und es dabei dem Glück überlassen ist, ob der Baum neben oder an das Auto fällt – dann weiß ich nicht, ob ich schmunzeln oder losheulen soll. Meist klappt es – ich muss lernen NOCH griechischer zu denken.

Wir gehen ins „SouvLakki“ und laben uns dort an einem „Covered Giros“ – eine Challenge, selbst für zwei Personen, danach sacken wir müde und vollgefressen ins Bett.

Yummie, echt lecker – aber massiv!

Neuer Tag bricht an – sofort nach dem Frühstück beschließen wir den Probelauf der Heizung. ON lang drücken, ok, und jetzt – das Gebläse bläst, der Brenner brennt – es wird warm in der Hütte! Klappt! Alles funktioniert. Alles? Nun, nicht ganz…

Ein längerer Lauf zeigt, dass die Temperatur am externen Fühler und die am digitalen Thermometer ein paar Grad auseinander liegen.

21,3°C – digital am Fühler gemessen…
…der aber zeigt 24°C an

Versuche im Probebetrieb zeigen, dass ich wohl für die Fühlermontage eine Ecke gewählt habe, welche sich durch Abwärme aufheizt, durch das Holz als Wärmespeicher schlecht abkühlt und überhaupt schlecht durchlüftet ist.

Wir probieren andere Stellen, müssen dabei den externen Fühler immer wieder „runterkühlen“ – das machen wir mit Saft aus dem Kühlschrank!

Neuer Versuch! An anderer Stelle zeigt sich, dass die Temperaturen enger beisammen liegen. Wir finden eine attraktive Stelle an der wir den Unterschied auf die Kommastelle reduzieren können – das scheint akzeptabel.

Neue Messung – 20,6°C am Thermometer…
…und 22°C am Bedienteil der Heizung – geht das besser?

Long Story short – wir fummeln rum, platzieren den Fühler hier, dann dort – dazwischen kühlen wir ihn, dann heizen wir stark auf und sehen was passiert! Das ganze zieht sich über gefühlte Stunden – aber wir finden ihn – den „perfekten Platz“!

Endlich – nah beinander!

Was gut klingt hat auch einen Nachteil – wir haben nun, vom ersten Einbauversuch, ein Bohrloch im Möbel. Dem kann Abhilfe geschaffen werden – ich beschließe kurzerhand das vorhandene Loch zu vergrößern und als Einbauloch für eine HDMI Steckdose zu verwenden. Auch dieses Teil bekommt man auf Leros nicht – es muss bestellt werden und soll mit in mein Paket.

Während Sibylle und ich also hier unseren Mini-Temperaturfühler durch den Salon tragen, rührt sich was an Deck von NESSAJA! Ich hatte letzten Monat die professionelle Reparatur der Bohrlöcher unseres Biminis angefragt.

Wie ihr wisst, bekomme ich zwar meist alles hin, aber wenn es dabei gilt mit Farben, Spachtelmasse oder Silikonen zu hantieren, ist es meist ein steiniger Weg, welcher zudem mit Sauerei verbunden ist. Ich hatte daher entschieden, den für seinen guten Ruf bekannten „Gelcoatfachmann“ an die Reparatur zu lassen – das Team rückte an – und schritt sofort zur Tat!

15 Löcher – bitte verschließen

Ich ließ den Fachmann ans Werk, weil ich mir erwartete, dass die Löcher mit Gelcoat verschlossen werden – das ist etwas anderes als Spachtelmasse! Zudem galt es die am Bild deutlich sichtbare Riffelstruktur wieder herzustellen, so weit so gut.

Der Kostenvoranschlag belief sich auf 50.-€ plus VAT und Material – ich hätte es wissen müssen – you get what you pay for…

Ok, ZU sind die Löcher

Offen gesagt – und das soll jetzt nicht überheblich klingen – so hätte ich es auch gekonnt, vermutlich besser. Ich habe also die geringe Summe für das Verschließen der alten Bohrlöcher bezahlt und werde mir das auf die Liste setzen – da gehe ich nochmals ran! Nächsten Sommer! Seid gespannt, ich weissage, das Ergebnis wird besser.

Der Sommer weicht dem Herbst. Die Marina ist für die Jahreszeit noch gut besucht. Dennoch merkt man deutlich, dass jeder langsam seine Privatsphäre sucht – es wird öfter an Bord gekocht und auch dort gegessen. Das Leben verlagert sich langsam nach innen! Auch bei uns ist das so. Sibylle kocht vermehrt in unserer Pantry, wir essen im gemütlichen, beheizten Salon, zumeist wieder früher als im Sommer.

Wie heißen die Dinger – Meat Bomb oder so ähnlich! Gut und kohlehydratfrei.

Wenn Ihr den Bericht so lest, dann klingt es vermutlich für euch so, als ob die Erledigung der Reparaturen und Upgrades ein chronologisches Abarbeiten einer Liste ist. So, wie wenn ein Projekt das andere jagt. Das beschreibe ich ein wenig so, um Irritationen und zu viele Kurven und Schlenker zu vermeiden.

In der Realität lassen sich die einzelnen Aufgaben sehr selten ohne Unterbrechung, vom Anfang bis zum Ende durcharbeiten – meist muss ich für Teile- oder Informationsbeschaffung unterbrechen. In diesen Pausen fange ich dann oft etwas anderes an, Kleinprojekte welche ich begleitend, parallel, fertig stelle.

So habe ich, in der beschrieben Phase der Fertigstellung unserer Heizung, folgende Parallelaufgaben finalisieren können.

Kabelkanal aus Holz

Die Kabel unseres Bildschirmes sollten nicht mehr „fliegend“ angeschlossen werden. Beide Kabel sollen in der Technikecke fest installierte Anschlüsse bekommen. So habe ich sowohl das Strom- wie auch das HDMI-Anschlusskabel nach unten geleitet, durch eine Bohrung geführt und mit einer, vom Schreiner gefertigten, Verkleidung verpackt. Sieht man nicht, die Anschlüsse sind jetzt fix und wir können fein gucken.

Schaut genau hin – Temperaturfühler (rot / links) und HDMI Kabel (rot /rechts)

Hier sieht man deutlich den zwischenzeitlichen Status – der Temperaturfühler an alter, untauglicher Stelle – er wird später beim grünen Pfeil angeschraubt. Das HDMI Kabel muss noch zur Klappe rausgeführt werden, es wird später innen und somit nicht sichtbar, an eine HDMI Dose geklemmt welche am alten Platz des Temperaturfühlers eingebaut wird – wenn mein Paket endlich da ist! Alles klar? Seht ihr…

Für diese „noch offenen Punkte“ habe ich eine eigene Liste, diese Arbeiten erledige ich immer sofort wenn das Ersatzteil ankommt oder ich die nötige Information habe. Dann bekommt das Projekt einen Haken. Manchmal droht der Overload im Kopf 😉

Solch ein Projekt war auch der Anschluss des Wasserabscheiders vom Generatorauspuff an sein Seeventil. Auch hierfür musste ich die Sitzecke nochmals zerlegen, es bot sich daher an, diese Aufgabe zusammen mit der Fertigstellung der Heizung anzugehen und sie bis dahin „on hold“ zu setzen…

Fertig – aber a „knappe Gschicht“!

Das Foto sagt wohl nicht Vielen etwas – kurze Erklärung – das obere, mit Geflecht ummantelte Rohr, ist der Auspuff der Heizung, dieser wird an dieser Stelle sehr heiß.

Den Wasserschlauch und das Seeventil sieht man. Ich habe diesen, zum thermischen Schutz, ebenfalls mit einem Schutzmantel wie den des Heizungsauspuffs umpackt. Es handelt sich dabei um Spezialware für genau diesen Zweck. Es scheint zu funktionieren, zur Sicherheit kommt aber noch ein Hitzeblech zwischen die beiden Mäntel – dort wo sich die meiste Hitze staut. Kommt also auf die „Offene Punkte Liste“.

Die Verbindung von Seeventil und Wasserabscheider hat jedoch (fast) reibungslos geklappt. Der Wasserschlauch wurde, deshalb die Kraftschlauchschellen in der Mitte, von 38mm auf 25mm reduziert – dies mithilfe einer TruDesign Reduzierung. Dann konnte ich dem Konstrukt mit der Heißluftpistole ein bisschen „Form geben“, so dass es sehr gut an beide Anschlüsse passte. Durch die Maßnahmen zum thermischen Schutz ist die Lösung safe und zwischenzeitlich erprobt.

Weiter hat bei meinem Schaffen in der Technikecke, die Waschmaschine eine eigene Steckdose bekommen.

Naja, ist so nicht ganz richtig formuliert – die Waschmaschine hatte ja schon eine Steckdose, es musste aber noch eine zweite für den Bildschirm montiert werden. Beide wurden bei dieser Gelegenheit mit dem Bordstromnetz an der Schalttafel verbunden.

Mein Paket war inzwischen unterwegs, ich wartete also auf die Teile. Zeit etwas zu verschnaufen.

Mein Telefon klingelt! Am anderen Ende der Leitung, also der Funkwelle, war Sepp aus der Oberpfalz. Den haben wir hier in der Marina kennen gelernt, er stammt aber aus der gleichen Ecke wie Volker – die Seglerwelt ist eben klein. Die Beiden kennen sich zudem…

Ich schweife ab, es klingelt also. Der Oberpfälzer fragt nach einem Gefallen den ich gerne erfülle – er hätte gerne den Sachstand der Reparaturarbeiten an seinem Schiff. Es liegt in einer Werft am anderen Ende der Insel. Wir machen also ein „Ausflügle“ und senden dem Autohausbesitzer das gewünschte Bild – alles ok!

Im Plan

Ich erwähne den beruflichen Hintergrund nicht von ungefähr – hatte ich doch gerade Probleme, das zuvor erwähnte Hitzeschutzblech auf Leros zu organisieren. Als Sepp erwähnt, dass er bei diesem Fortschritt an seinem Schiff, wohl bald käme um daran zu arbeiten, habe ich die Gunst der Stunde genutzt ihn zu bitten, mir ein Hitzeschutzblech aus dem Automobilbau mitzubringen – es dürfe gerne gebraucht sein. Er sagte sofort zu, ich hatte ein Problem weniger!

Es folgten ein paar lässige Tage an denen ich so vor mich hinwurschteln konnte.

Das taten auch Andere! Nämlich der Taucher und seine Gehilfen! Ihr erinnert Euch? An unserem Steg werden Ketten erneuert – das ist nötig, nützlich und löblich!

Baustelle neben dem Cockpit

Die Werker richten also die Baustelle neben unserem Schiff ein – ein Schwerlastsack mit neuer Kette, eine Tonne für die alte Kette, eine Palette zum flexen. Es rasselt, es plätschert, es klappert, es kreischt – Funken fliegen, der Gabelstapler manövriert neben unserer „Terrasse“. Sibylle und ich beschweren uns nicht, es hat alles einen Sinn.

Unser Steg ist fertig, der nächste Steg kommt an die Reihe, die Baustelle zieht jetzt wohl weiter… HALT, was machen die da??? Ein neuer Sack mit XXXL Kette klappert neben uns – die Baustelle zieht NICHT um! Jetzt flexen sie vor unserem Schiff rum – und karren die Ketten dann mit Sackkarren zu den anderen Stegen. Von dort bringt der Taucher die alten, rostigen Ketten mit Schwimmbojen zu unserem Liegeplatz, so dass der Gabelstaplerfahrer mit der Staplergabel ( 😉 ) den Schrott, nur einem Meter neben unserem Bug, aus dem Wasser liften kann! Wäre es nicht einfacher und weniger risikobehaftet, die Baustelle umzuziehen? Weg vom einzigen bewohnten Schiff? Ich überlege, entweder wollen die uns ärgern, oder sie haben einfach Pech beim Denken. Ich verwerfe meine Überlegungen, ist halt griechische Arbeitsmentalität, Sibylle und ich beschließen, es als Entertainment zu bewerten – und das ist es!

NESSAJA mag es auch, wenn der Taucher unter ihr durchtaucht und die Blasen so schön am Bauch kribbeln – solange nur nix kaputt geht… 😉

Ich beschließe, eine Fremdarbeit abzuschließen. Die Seewasserpumpe muss noch in die ENJA eingebaut werden.

Sieht alles gut aus!
Baustelle eröffnet

Ich verschaffe mir Zugang und bringe mein benötigtes Werkzeug an Bord – die Workarea ist eröffnet! Ich baue die Pumpe ein und starte den Yanmar zum Probelauf…

Sieht gut aus!

Passt alles! Der Motor schnurrt wieder, das Kühlwasser kommt aus dem Auspuff und die Pumpe ist dicht! Was willst mehr, wieder was erledigt. Irgendwie kommt es mir vor, als wären die Arbeiten an Booten anderer weniger kompliziert als an meinem eigenen.

Ich verlassen die ENJA wieder, versperre alles und informiere den Eigner per WhatsApp. Der scheint sich wirklich zu freuen, dass auf seinem Schifferl alles für die kommende Saison vorbereitet scheint.

Um den Tag rund zu machen, beschließen Sibylle und ich auf einen Cappuccino ins „Tzouma“ zu fahren. Das Cafe am Panteli Strand, welches schon letztes Jahr im Winter die bessere Adresse zu sein schien.

Dort angekommen, rief das Meer, deutlich vernehmbar, zum Bade – ich folgte dem Ruf spontan…

Das „Tzouma“ ist eine nette Adresse, der Treffpunkt der Einheimischen. Es gibt gute heiße Schokolade, guten Kaffee und allerhand Ouzo-Spezialitäten.

Ein schöner Tag! Der fand seinen Abschluss beim Dinner im „SouvLakki“ – manchmal lohnt es sich einfach nicht selber zu kochen! Diesmal gab es den Klassiker – ein „Chicken Giros Pita“, zu 3.-€ das Stück!

13.-€ für zwei Personen

Der neue Tag bricht an und ich überlege mir während des Wachwerdens, also noch vor der ersten Tasse Kaffee, welche Aufgabe den Titel „Projekt des Tages“ verdient hat. Meine Wahl fällt spontan auf die Schutzbügel der Solarfelder, welche noch am Hardtop montiert werden müssen.

Zu wenig Biegung, nicht gleich – Zeit zu handeln

Mit diesem letzten Handgriff ist Giorgos im April nicht fertig geworden. Ich habe damals gesagt, dass ich diese Arbeit selber erledige, dabei aber zu zu spät bemerkt, dass die Dinger erstens zu wenig gebogen und zweitens nicht einheitlich waren.

Höhe – unterschiedlich
Biegung nicht ausreichend

Ich habe also Maß genommen, festgelegt wie es aussehen soll und beschlossen – die Stangen müssen nochmals zu Giorgos auf die Biegemaschine. Aber wie kommen die dahin?

Es traf sich gut, dass Giorgos das Schlauchboot eines Freundes mit dem Anhänger abholen wollte. Da fiel mir gleich wieder Werners Dinghy ein, auch hier sollte ich mich noch um die Reparatur kümmern. Es war schnell geklärt, dass der Werkstattmann neben dem Schlauchi der FINI, auch das der ALENA plus meine Stangen mitnehmen würde.

So mussten wir die Gummiwürste an den vereinbarten Treffpunkt bringen – ich machte den Zubringer von ALENA klar…

…und Thomas von der FINI kam mit dem Seinen, um mit mir einen Schleppverband zu erstellen.

Ready to go

Derartig gewappnet, gingen wir paddelnd auf die lange Seereise zum vereinbarten Treffpunkt. Die Stangen hat Thomas freundlicher Weise später noch für mich an Giorgos übergeben, da wir an diesem Abend eine Einladung hatten.

Raus aus der Marina
Fertig zur Abholung

Habe ich die Beiden eigentlich schon vorgestellt? Nein? Wie unhöflich! Vor einigen Tagen rief Marcus aus Lipsi an „…er hätte da zwei ganz Nette getroffen. Die überwintern auch in der Evros Marina. Die werdet ihr bald kennen lernen!…“

Ok, da waren sie nun – Irene und Thomas aus Österreich mit ihrer FINI, einer Bavaria 37, auf der sie mehr oder minder leben. Unterbrechungen gibt es nur während der Hitzephase im Hochsommer und im Januar zum Skifahren. Natürlich haben wir uns bekannt gemacht und ausgetauscht – es ist schön zu wissen, dass während der längsten Zeit des Winters ein weiteres Pärchen hier verweilt.

An diesem Abend aber waren wir, einmal mehr, bei Mireille und Roland zum Apero geladen. Danach wollten wir ins „Kakoumoiras“, dem Meze Lokal gleich um die Ecke…

Mit dem Bike nach Vromolithos
Wunderbarer Blick – wunderbare Stimmung

Bei den Beiden war bereits eingeheizt, das braucht es inzwischen am Abend, so dass wir es zum Aperitiv sehr gemütlich hatten – es war fast schwer, sich wieder aufzurappeln!

So ein Kaminofen hat einfach was…

Aber auch in der Taverne hat man sich sehr bemüht, nett für uns eingedeckt und die Stube beheizt. Das Essen hat uns abermals nicht enttäuscht. Das „Kakoumairas“ schleicht sich langsam aber sicher in meine Bestenliste.

Bekri Meze, Tabouleh und Pita – alles wird geteilt! Meze eben…

Die Tage gingen ins Land, der November war der Monat der Veränderungen – diejenigen welche den Winter NICHT auf Leros verbringen wollen, reisten mehrheitlich ab. Nur wenige neue Gäste kamen an – als Überwinterer oder mit geplanter Abreise Dezember. Das Wetter wechselte von Spätsommer auf Herbst. Das bedeutet hier, dass vereinzelt Wolken auftreten, die Temperaturen auch mal unter 20°C fallen und es zu Regentagen kommen kann.

Vor allem aber wechselt man zu dieser Jahreszeit auf Leros in den Modus „Vorweihnachtszeit“!

Repapis legt vor – rosa, was sonst???

Während die Dame also fleißig den Weihnachtsbaum schmückt, esse ich bei rund 20°C mein Eis – verkehrte Welt…

…im Hintergrund – Weihnachtsmusik! Seit Mitte November immer, IMMER! Mal griechische Weihnachtsmusik, mal internationale.

Driving Home for Christmas 😉

Eines Tages traue ich meinen Ohren kaum, als ich die Stimme meines „all time high“ Lieblingssängers und -komponisten vernehme – leise zwar, aber für mich unverkennbar. Gert Steinbäcker im griechischen Radio??? Tatsächlich! Ein weihnachtlich angehauchter Song auch von ihm, dem der nicht gerade Mainstream ist – leider konnte ich die Playlist gerade da nicht fotografieren!

Der Tag ist schön! Wir laden Paola und Thomas von der SIMPLY FREE zum Kaffee und genießen den Nachmittag. Wir fachsimpeln etwas über unsere Schiffe, erwähnenswert deshalb – ich erinnere – weil die SIMPLY FREE das Schiff ist, welches ich kaufen wollte, hätte Thomas es nicht als erster gesehen und geschnappt.

Zu unserer Genußrunde gesellt sich auch Electra – sie weiß halt wo es schön ist – und WAS gefällt…

Ein bisschen Produktivität wollte ich dem Tag noch angedeihen lassen, so bin ich, nachdem sich Paola und Thomas verabschiedet hatten, zu Sotiris dem Segelmacher gefahren. Es galt, dort Werners Wintercover für ALENA abzuholen.

Transport – Greek Style

Ich bezahlte und brachte die Planen auf das Schiff. Anbringen werde ich sie erst, wenn das Schlauchboot von der Reparatur zurück und auf dem Vordeck verstaut ist.

Hm, noch ein bisschen Tag übrig – was tun? Nun, was machen denn eigentlich die Hardtop-Stangen? Ich fahre zu Giorgos nach Kamara, auf die andere Seite der Insel.

Das „Dream Team“ von „Boat & Parts“

Dort angekommen springt sofort die „Stammbesatzung“ der Werkstatt auf – in Anführungszeichen deshalb, weil Giorgos eigentlich ein Ein-Mann-Betrieb ist. Alle anderen lümmeln dort abends rum, trinken Frapé und helfen wenn Not am Mann ist – so wie JETZT – beim Einrichten der neuen Biegemaschine, dem ganzen Stolz.

Nur 1cm!!!

Es gab eine „Masterstange“, eine die fast passte – diese sollte nur noch 1cm mehr Biegung erhalten und dann als Muster für die anderen beiden Stangen dienen. Jedoch wurde griechisch gebogen! Mit bloßem Auge konnte ich sehen, dass die Stange einem Halbkreis näher war als der Vorgabe +1cm – ups…

„Nein, 15cm lichte Höhe ist NICHT 11cm plus 1cm!!!“ – ok, es wurde beschlossen zurückzubiegen. Wir haben uns schließlich darauf geeinigt, dass 11cm plus 1cm in Summe 13,5cm ergibt – so einfach kann Mathematik sein.

Alle Stangen wurden angepasst, gleich weit zurechtgebogen und ich bringe die Dinger heim – äh, Moment – wie eigentlich??? Ich war ja mit dem Mopped da! Ich beschreibe kurz was folgt – eine dicke Schnur wird um die drei Stangen gewickelt und am Gepäckträger verknotet, die Last wird nun parallel zu meinem Oberschenkel ausgerichtet, da kommt ebenfalls eine dicke Schnur rum – fertig! So fuhr ich mit 2,6m langen Stangen nach Hause – wenn die irgendwo hängen bleiben, steht eines meiner Beine in Gourna, während ich einbeinig nach Lakki fahre – tolle Vorstellung, daher keine Fotos. Ich vermied es einhändig zu fahren.

Montage am nächsten Morgen, gut geworden, die Dinger können sich sehen lassen!

Schützen die Ecken der Solarpanele…
…so dass sich die Großschot nicht einhängen kann!

Tagwerk war geschafft, ich war zufrieden. Die Listen „Offene Punkte“ und „Kleinprojekte“ wurde Tag für Tag kürzer. Der Tag wird kommen, wo es mit den Großprojekten weiter geht – doch zunächst war Party angesagt!

Glühweinabend an der Kaimauer! Susanne und Marcus rufen zu selbstgemachten Glühwein vor der DARKSYDE, ja da überlegst nicht zweimal…

Mit der Crew der FINI…
…und den Gastgebern der DARKSYDE

Im Laufe des Abends gesellte sich noch eine junge französische Familie zu uns, auch Nikolas hat es sich nicht nehmen lassen auf einen Drink vorbei zu sehen – ein sehr lustiger Abend!

Einer, der immer lustiger wurde, je später es wurde. Der Glühwein ging zur Neige und in der Not wurde auf „eiserne Bestände“ zurück gegriffen.

Ich öffne die Augen! Es ist hell. Wie spät ist es? Waaaas? Halb zehn? Warum nur? Ich springe auf, habe Kopfweh, mir fällt ein warum…

Es hätte schlimmer kommen können, wir erfahren etwas später, dass die junge französische Familie ebenfalls Kopfweh hatte, aber aus anderem Grund. Sie sind abgereist, aber in Athen wegen Covid hängen geblieben. Der Rest der Gruppe blieb verschont, Glück gehabt!

Ich gehe den Tag langsam an, heute nur ein kleiner Job. Ich beschließe, den Warmwasseranschluss für meine Heck-Außendusche zu machen.

Auch Kaltwasser muss verlängert werden

Mal wieder mache ich Sauerei und bringe das Bett durcheinander – was nach wildem Liebesspiel klingt, war aber nur dem Zugang zur Reparaturstelle am Kopfende unserer Schlafstätte geschuldet. Sibylle war hellauf begeistert, kann sich jeder vorstellen.

Erledigt – ab heute wird am Heck warm geduscht

Ich mache also einen Bypass in unsere Warmwasser-Druckleitung und verlege 4 Meter Whale WX15 Leitung unter dem Bett ins Heck. Bedingt durch das einfache Whale System, ist der Anschluss keine Hexerei. Trotzdem bleibt es mir nicht erspart, eine kleine Undichtigkeit nach der ersten Funktionsprüfung zu beheben – es klappt NIX auf´s erste Mal!

Für diejenigen, die glauben, dass dies doch eine leichte Gschicht´ ist – das Foto täuscht, es wurde mit Blitz aufgenommen, ohne sieht es so aus – man sieht nix und man kommt mies ran!

Arbeiten in der Kiste – ein Job für „Flexman“

Egal, kein Jammern – der Job ist erledigt, das Wasser am Heck warm und wieder ein Punkt weniger auf der Liste.

Es sind abermals neue Segler angekommen, wieder Österreicher, mit denen wir uns auf Anhieb sehr gut verstehen. Auch die Crew der FINI macht sich sofort mit „den Neuen“ bekannt, auch hier stimmt die Chemie. Leider bleiben Evi und Michi von der OCEAN FANTASY nicht den ganzen Winter, sie werden am 06.12. abreisen, sehr schade.

Grund genug, dass wir vier zum „Sundowner“ auf die FINI geladen wurden…

Ein Sundowner der seinen Namen verdient

Evi bringt einen Strudel mit…

Irene, die Gastgeberin, mit dem Strudel, ähnlich einem Galaktoboureko

…und die Gastgeber kredenzen allerlei Knabbereien.

Trauben und Käse – sehr lecker!

Natürlich darf ein Achterl Wein nicht fehlen…

Gib mir noch ein Glaserl Wein

…an diesem Abend hätte es „Jetzt trink ma´noch a Flascherl Wein“ in der Version von Ambros, es fast geschafft Headline des Monats zu werden. Lasst Euch nicht täuschen, der „Chateauneuf de Carton“ ist süffig und für einen Tischwein wirklich gut.

Eigentlich waren wir satt als wir nach Hause, zurück an Bord von NESSAJA, gingen. Aber Sibylle hatte dicke, weiße Bohnen – „Gigantes“ – gekocht. Es wäre ein Frevel gewesen, sie nicht mindestens zu probieren. Wir sackten satt, leicht angetrunken und müde ins Bett.

Guten Morgen! „Was gibt´s zum Frühstück“????

Gigantes zum Frühstück – ok…

Beim Plaudern am gestrigen Abend ging es erfreulicher Weise nicht NUR um Schiffsthemen – aber auch – so habe ich erfahren, dass Thomas im Besitz einer original GOK Prüfeinrichtung für Gasanlagen ist. Dieses Gerät gibt es auf Leros nicht, jetzt aber hatte ich die Gelegenheit meine neue Anlage zu prüfen.

Mein Job für heute – Gasanlage prüfen und für gut befinden! Wisst Ihr noch – der Teufel ist ein Eichhörnchen…

Flasche raus und Anlage mit Prüfdruck beaufschlagen

Ich bereite alles vor und prüfe die Anlage gemäß der Vorgabe von GOK. Ich bringe 150mbar auf´s System und warte 10 Minuten zur Temperaturanpassung…

160mbar – schwarzer Zeiger unter dem roten
Nach 10 Minuten – 135mbar, klar der Temperaturausgleich! Oder???

Ok, minus 25mbar für den Temperaturausgleich? Wird schon stimmen. Ich folge der Anleitung und drehe den roten Zeiger nach, jetzt beginnt die Prüfung – weitere 15 Minuten warten…

110mbar nach weiteren 15 Minuten – die Anlage ist undicht!!!

Nach weiteren 15 Minuten sehe ich gelassen nach – aber diese Gelassenheit weicht abrupt – als ich den Stand des Anzeigezeigers sehe. Wieder ein Druckverlust, nur noch 110mbar. Die Anlage ist undicht! Ich teile gerne den Gedanken der mir durch den Kopf schoß und der seit Schimanski öffentlichkeitstauglich ist…

SCHEISSE!

Quelle – Internet

Ich sah mich schon die komplette Anlage wieder zerlegen und den Fehler suchen, entschied aber nach kurzer Denkpause, genau dies erst morgen zu machen – ich brauchte Abstand von diesem Disaster.

Wo ginge das besser als bei einem Strandbesuch mit unserer Lieblings-Seglerfamilie? Rauf auf die Bikes und los…

Fünf Personen, zwei Bikes – Lerian Transport

…zum Paralia Agia Kioura, dem kleinen Sandstrand im Norden der Insel.

Nice – und um diese Jahreszeit verlassen

Sibylle und Susanne spielen mit der kleinen Lilly, Marcus und ich besüdern die schlechte Welt und ertränken unseren Kummer mit einem mitgebrachten Bier.

Lässt sich aushalten – schöne Welt!

Die Wellen umspielen meine Füße und der Ärger weicht – es ist Mitte November, ich trinke ein Bier am Sandstrand und stehe bis zum Knöchel im Meer – no complaints!!!

Am Abend dieses Tages waren wir zum Dinner bei „der anderen Susanne“, unserer langjährigen Freundin, geladen. Sie war zum Saisonabschluss nochmals mit Tochter und Enkel angereist, um im Haus nach dem Rechten zu sehen.

Bei dieser Gelegenheit ergibt es sich häufig, dass eine Freundin aus Leros für uns alle kocht, aber Susanne zum Dinner ins Haus lädt.

Vor diesem Hintergrund machen wir uns auf den Weg in den Süden der Insel, nach Xirokampos – bei einer sehr speziellen Stimmung an diesem Abend…

Wolken verleihen der Sonne ein besonderes Licht
Lakki Bucht

Das Dinner bei Susanne war feudal wie immer, wir haben gemampft als gäbe es kein morgen mehr und jeder bekam noch „Reste“ mit nach Hause. Das Mousaka, ein Gedicht, der griechische Salat, alle Zutaten aus dem eigenen Garten…

Mousaka – der Hammer
Frischer geht nicht!

Der Frust des Morgens war nahezu vergessen, insgesamt war es ein schöner Tag – und morgen löse ich das Gasproblem!

Und zwar gleich morgens! Sofort nach dem Frühstück habe ich die Anlage genau besehen und glücklicher- wie logischerweise auf der leicht zugänglichen Seite, an der Flasche, begonnen. Nanu, was ist das?

Krumm, oder???

Ich sehe den Anschlusskonus an meinem Gasfernschalter genau an – er ist krumm, verbogen, wie nennt man das? Ich verspreche, dass ich, der zu festem Anziehen von Verschraubungen neigt, sofort überlegt habe, auf welche Art und Weise ich dem Bauteil diesen Schaden zugefügt haben könnte – aber mir fällt nix ein.

Sowohl ein festes Andrehen, als auch eine ggf. kurze externe mechanische Druck- oder Stoßbelastung sollten so einen Schaden nicht hervorrufen können. Ich hatte auf einmal zwei Probleme – erstens, wie bekomme ich Ersatz? Zweitens, wo und wie reklamiere ich?

Zuerst testen um sicher zu gehen – das Procedere des Vortages wiederholen – nur ohne den Gasfernschalter – und siehe da…

Prüfdruck 130mbar
Nach 15 Minuten ein Abfall <5mbar – gilt als dicht!

…der von mir gebaute Teil der Anlage, übrigens konform zu den DIN Vorgaben für „Gasanlagen auf kleinen Freizeitschiffen“, ist dicht!

Ich setze mich an den Rechner und klemme mir umständlich das Telefon ans Ohr – dabei fällt mir die italienische Art des telefonierens wieder ein – sollte ich??? Ich entscheide in dieser Sekunde, nicht vorab beim Hersteller Truma anzurufen, sondern die Reklamation auf regulärem Weg, per Mail bei meinem Händler „SVB“ einzureichen.

An dieser Stelle will ich eine Lanze für „SVB“ brechen! Ich war früher tendenziell „Compass“ Kunde, bei „AWN“ kaufe ich nur wenn ich muss (da sitzt der Stachel der Enttäuschung noch tief) – zurück zum Thema, also, obwohl „Compass“ etwas billiger ist, andere Händler im Internet sowieso, habe ich die meisten Bestellungen zu „SVB“ verlagert. Es werden bereits im Katalog immer Dokumentationen mitgegeben, wichtig für die Recherche, der Versand nach Griechenland klappt perfekt UND sie bieten einen top Service!

Diese Serviceabteilung kontaktiere ich auch heute. Ich schreibe ein Mail, bekomme eine Mailantwort, nach circa einer, maximal zwei Stunden. Ich erkläre die Details zur Sachlage nochmals per Mail, beantworte Fragen – mein Telefon klingelt… Am anderen Ende der Mann von „SVB“, er erfasst die Gesamtsituation und beschließt – „…wir schicken ein neues Ersatzteil, berechnen es zunächst nicht. Im Januar senden sie (Sibylle) uns das Teil aus Deutschland zur Reklamation. Nach Entscheidung durch Truma sehen wir weiter!“

Sehr gute Abmachung, guter Kompromiss, ein Plan! Ich warte jetzt also auf zwei Päckchen und das Problem ist vertagt.

Inzwischen zieht auch der Dauerlieger Martin in Sachen Weihnachtsdekoration nach. Sibylle und ich drehen eine Marinarunde um ein bisschen frische Luft zu schnappen, dann ist es Zeit für´s Dinner.

Martins BACK OF THE MOON erstrahlt im festlichen Glanze

Dieses Abendessen soll heute, zusammen mit der „Austria Connäktschn“ im „Porto Nikola“ in Xirokampos stattfinden. Nix wie hin.

Wir waren voreingenommen – zugegeben – denn die Taverne, in der man im Sommer sehr schön sitzt, hat sich bisher nicht gerade durch einen gastlichen Innenraum hervorgetan. Da haben wir uns getäuscht, oder wir haben bisher nie genau hingesehen – es war recht einladend dort.

Nett hergerichtet, guter Service

Das Essen war gut, aber durchschnittlich, letztlich punktet das „Porto Nikola“ zwar, schießt sich aber nicht in die Top Five meines Taverna Ranking. Anders der Hauswein, der schmeckt und ist süffig – ich muss wieder an Hans Mosers Oldie denken – so süffig, dass die Müdigkeit erbarmungslos zuschlägt 😉

Ohne Freigabe 😉 – ich lösche es bei Protest sofort!

Wir fuhren heim und sackten ins Bett. Das gilt für Sibylle und mich – tatsächlich sind die Österreicher gesammelt ZU FUSS von Xirokampos zur Marina zurück gelaufen. Sicher ist dabei die Müdigkeit ein Stück weit gewichen, denn es war ein frischer Abend – ein schöner Abend!

Der nächste Tag war eher ein ruhiger. Wir waren bei anderen Liveaboards zur Geburtstagsfeier eingeladen. Ewa und Steve sind ein polnisch-britisches Paar. Sie leben auf ihrem kleinen Katamaran in der Marina. Wir kennen uns jetzt schon länger, haben uns über die Einladung gefreut und sofort zugesagt.

Das Geburtstagskind beim Anschneiden der Torte
Auch von „Repapis“

Hier war es deutlich spürbar, jeder hat so seine anderen Nachbarn und nächsten Kontakte. Bei Ewa waren vornehmlich die Engländer, Waliser und Schotten geladen. Sie haben weniger Kontakt zu den Österreichern, Deutschen, Türken und Canadiern.

Polen, England, Wales, Schottland – und wir! Ein harter Nachmittag für Sibylle 😉

Wow, die Feier war ein Härtetest – nicht, wie Ihr vielleicht denkt, wegen des Alkohols, nein, eher wegen der Sprache! Waliser, Schotten UND Engländer unter sich – DAS alleine ist schon herausfordernd – auch für mich. Ich musste gut lauschen um alles zu verstehen und alle Register ziehen, um mich ins Gespräch einzubringen.

Für Sibylle war es hart! Sie hat ihre neuen und von Steve verbrieften Fähigkeiten in der Fremdsprache ans Limit getrieben und darüber hinaus das einzig richtige gemacht – gelächelt und zustimmend genickt! Ich wusste wie sie sich in ihrer Haut fühlt – mehr als einmal ging es mir früher ebenso…

Sibylle stupfte mich unter dem Tisch an, für mich ein klares Signal zum Aufbruch! Da traf es sich mehr als gut, dass wir noch auf ein letztes Dinner mit Funda und Burim verabredet waren. Wir entschuldigten uns höflich und verabschiedeten uns – um uns kurz danach mit dem jungen schweizer Paar in der Pizzeria „La Nostra“ zu treffen.

Abschied nehmen

Die Beiden habe ich, glaube ich, auch noch nicht vorgestellt – Funda und Burim sind zwei junge Schweizer mit ausländischen Wurzeln. Das erwähne ich nur deshalb, weil sich dadurch völlig unterschiedliche Blickwinkel auf Gesprächsthemen ergaben, wir generell über andere Dinge gesprochen haben – die Beiden sind völlig offen und unvoreingenommen in der Kommunikation, Heimlichtuerei ist ihnen völlig fremd. Dadurch waren die Diskussionen sehr abwechslungsreich und bunt. Die beiden waren eine echte Bereicherung! Burim ist ein begnadeter Bastler, beide leben auf ihrem Boot und haben, unglücklicher Weise, genau dieses Jahr beschlossen, den Winter in Thailand zu verbringen.

Ich finde das mehr als schade, denn wir hatten einen sehr bereichernden technischen Austausch, daneben aber ganz kurzweilige Gespräche über Allerweltsthemen – es war sehr lustig mit den beiden. Ciao, bis nächstes Jahr!

Ich warte immer noch auf meine Pakete. Ein Paket aus Deutschland dauert im regulären Versand ungefähr 10 – 14 Tage. Da ich die Teile darin benötige um weitere Kleinprojekte abzuschließen, lege ich fest, dass heute ein entspannter Tag wird. Dazu gehört ein nachmittäglicher Besuch der Eisdiele, welche zwischenzeitlich vollumfänglich weihnachtlich erstrahlt!

Da nehm´ ich doch mal Platz! Minuten später werden die Rentiere angespannt 😉
Weihnachtsbude – der Weihnachtsmarkt von Lakki hat noch nicht geöffnet

Unsere Idee, den Nachmittag mit einer Leckerei zu bereichern, fand auch bei der Crew der DARKSYDE Anklang – und die kleine Lilly brauchte nicht lange um ihren Dad um den Finger zu wickeln und eine der süßen Köstlichkeiten zu ergattern 😉

Papa, das! Und das! Und das!

Sibylle und ich dagegen, hielten uns an die Eisspezialitäten der Familie Repapis – nun ja, fast! Ich konnte mir ein Stück Cheesepie nicht verkneifen – Kalorien hatten heute eine Auszeit!

Um den Tag nicht ganz untätig vorbeiziehen zu lassen, kümmere ich mich um mir anvertraute Aufgaben an Booten von Bekannten und Freunden.

Werners ALENA

Zum einen Werners ALENA, die kennt ihr ja schon – die Projekte an diesem Schiff laufen, ich muss mich (fast) um nix mehr kümmern. Ich habe jedoch mit dem alten Seebären vereinbart, dass ich seine schöne Schwedin einmal im Monat an den Strom hänge. Gesagt, getan – Strom ran, alle Systeme gecheckt, 24 Stunden später andersherum.

Die zweite Bitte haben zwei Briten an mich gerichtet. Sie haben kurz vor Heimreise erkannt, dass über die Stopfbuchse mehr Wasser in den Bilgenbrunnen tropft als erlaubt. Mit dieser Sorge im Rücken wollten sie die INFINITE BLUE nicht unbewacht zurücklassen. So sehe ich alle paar Tage nach, ob der Wasserstand in der Bilge unverändert nahe „0“ liegt.

Passt – wird nicht untergehen – zumindest nicht heute!

Wir waren lange nicht mehr im „SouvLakki“, unserem neuen Lieblingsgrill. Da traf es sich gut, dass Mireille und Roland heute Lust auf Giros hatten und uns fragten, ob wir sie begleiten wollten. Und ob wir das wollen! Die Gespräche mit den Beiden sind immer lustig und abwechslungsreich, sie haben viel Segelerfahrung im Mittelmeer – Erfahrung von der ich hoffe, profitieren zu können.

Wir trafen uns also in der Grilltaverne in Lakki…

Das wird ein Kampf

Mir ist an dem Abend nach einem Broiler und ich kann Sibylle mit meiner Idee erreichen – teilen will SIE aber nicht, sie habe schließlich Hunger! Ok, wenn das so ist! Wir bestellen uns zwei halbe Hähnchen und bekommen unseren Wunsch erfüllt.

Ohne Mampf kein Kampf – aber DIESER Mampf IST Kampf!

Ich mache es kurz – am nächsten Tag gab es morgens zum Frühstück Toast mit Hähnchenbrust statt mit Schinken! Auch gut…

Nach dem Essen aber, das „Doggy Bag“ noch unterm Arm, wurde der Ruf nach einem Dessert laut – wollen wir noch zu „Repapis“? Mein Glückstag! Ja, wollen wir! Für mich das zweite Mal an diesem Tag…

Auf dem Weg bestaunen wir weihnachtliche Schaufensterdekorationen.

Bei „Karanikolas“, dem Bäcker

Bei „Repapis“ waren ja inzwischen die Rentiere vor den Schlitten gespannt. Diese waren nachts beleuchtet.

Sleigh Bells ring…

…was mich nicht nur zu verliebten Schlittenbildern mit meiner Angetrauten inspirierte, sondern auch zu allerlei Blödsinn!

DAS wiederum gefiel Roland und er suchte auch nach einem solchen Shot – was übrigens nicht so leicht ist wie es im Ergebnis aussieht…

…wird schon!

Am Heimweg ziehen wir noch an einer Laterne vorbei, in der es durch einen Bewegungsmelder, ähnlich wie in einer Schneekugel, zu schneien beginnt sobald man vorbeiläuft. Wir laufen ein Dutzendmal vorbei, erfreuen uns an dem Klamauk und beschließen – auch das ist ein Foto wert!

So kann man auch mit kleinen Sachen…

Ein schöner Abend – wir fallen zufrieden ins Bett – gute Nacht, Kalinichta!

Am nächsten Morgen ist mir fad! Es wird Zeit ein maßvoll größeres Projekt auszurufen. Gut, dass ein Regentag angesagt ist, gut, dass wir für den Abend eine Einladung zum Dinner auf der DARKSYDE haben! So muss Sibylle nicht einkaufen und kann sich ihrer Büroarbeit widmen…

Kopfwerk meets Handwerk

…und ich kann ein Teilprojekt eines meiner beiden „Big Deals“ angehen – ich werde die Instrumente an meiner Navigationsecke an Ort und Stelle bringen – dafür gilt es Löcher in die neuen Klappen zu schneiden. Dieser „first cut“ tut immer ein bisschen weh!

Die ersten Schnitte sind gemacht – die Sauerei komplett!

Es wurde gebohrt, gesägt und – als ob das nicht reichen würde – auch noch geflext. Ich gestehe, dass solche umfänglichen Arbeiten im Wohnbetrieb schon herausfordernd sind. Es macht richtig Dreck, überall liegt Werkzeug rum…

…das Aufräumen und Saubermachen wird zur Herausforderung der wir uns gemeinsam stellen! Ich räume JEDEN ABEND meine Baustelle weg – wir gehen nie mit einer Baustelle schlafen – das ist mir die dafür benötigte Zeit wert. Sibylle unterstützt mit staubsaugen und feudeln so gut sie kann, so dass abends alles im Schiff nutzbar ist und wir einen gemütlichen Wohnraum haben.

Bereits kurz nach dem Einbau des Plotters war (fast) wieder alles wie zuvor…

Garmin GPSmap7412 – hier ohne Abdeckung…
…hier mit! Fügt sich gut ein, finde ich.

…FAST deshalb, weil es danach ja noch galt das VHF Funkgerät und das Wetterfax einzubauen. Also das gleiche Spiel noch einmal – zwei Ausschnitte gesägt, die Geräte eingebaut und die Baustelle einigermaßen aufgeräumt.

Das Funkgerät und das Wetterfax habe ich gleich angeschlossen und die Kabel, welche ja schon vorhanden waren, angepasst und neu verlegt. Der Plotter ist derweil noch nicht verkabelt, das erfolgt dann im nächsten Schritt, wenn ich mit meinem NMEA2000 Netzwerk beginne.

Weil ich grad schonmal in der Ecke, in diesem Kasten, zugange war, habe ich gleich „noch schnell“ das Licht in der Küche auf einen vor Monaten vorbereiteten Schalter gelegt. Was so einfach klingt, ist ein paar Stunden Arbeit – das alte Kabel aus der bestehenden, sehr aufgeräumten Verteilung herausnehmen, aus dem Kabelschacht ziehen und zum Lichtschalter führen. Von dort ein neues Kabel durch den Kabelkanal zur Verteilung führen und auf die bestehende Lichtschaltung geben. Jetzt endlich ist es soweit – zwei Lampenkreise, „kalt-weiß“ für die Küche und „warm-gelb“ für den Salon, werden mit zwei beisammen liegenden, optisch gleichen Schaltern betätigt – ein Haken mehr auf der „Offene Punkte“ Liste!

Lichtschalter – das war vorher nicht logisch (und nicht schön)
Ein Haken reiht sich an den nächsten – analoge Listen, parallel zu den Excel Tabellen

Tagwerk geschafft, Sibylle ist auch fertig mit ihrer Reisebuchung, ihren Schreibarbeiten und Terminvereinbarungen – auf geht´s zur DARKSYDE, wir haben Hunger!

Kalamari mit Tagliatelle

Marcus war Küchenmeister und hat sich nicht lumpen lassen. Der große Topf wurde aus der Backskiste geholt und es wurde gekocht was das Zeug hält. Sechs große, frische Kalamari mussten wegen der baldigen Abreise weg – die Familie brauchte Hilfe. DA kam ich wie gerufen! Es war soooo lecker – wir werden uns am 01.12., dem Tag der Abreise der Familie, mit einer Lasagne revanchieren – so muss Susanne nicht kochen und es verkürzt die Wartezeit auf die Fähre. Dazu aber mehr im Dezemberbericht!

Weihnachten! Oder zumindest so ähnlich, zumindest für mich…

Es ist da – danke Sonja!

Das Paket aus Deutschland ist da! Der Inhalt ist unspektakulär aber wichtig um einige kleine offene Punkte endlich abhaken zu können.

So bekomme ich endlich die lang ersehnte Crimpzange für kleine, unisolierte, offene Kabelschuhe runter bis 0,1qmm – das sind Käbelchen so dick wie eine Stecknadel…

Ab 0,1qmm – das ist fast nix!

…welche fast zierlich, um nicht zu sagen MINI wirken, im Vegleich zu dem was ich bisher zu crimpen hatte – 70qmm, nach oben offen bis 120qmm, das sind daumendicke Kabel.

120qmm – so dick wie ein Daumen

So kommt inzwischen eine ansehnliche Sammlung an solchen Zangen zusammen – ob ich ein Crimpbusiness in der Marina eröffne???

Feinwerkzeug meets „der Gerät“

Ich bekomme zusätzlich den von mir vermurksten Stecker der Standheizung-Kraftstoffpumpe, welchen ich mit Hilfe meiner neuen Zange auch gleich austausche – check!

Zudem kann ich endlich das fliegende HDMI Kabel an seine Steckdose anschließen und damit auch das übrige Bohrloch des Temperaturfühlers verschließen – check!

Einbau der HDMI Dose, natürlich auch hier „wo gehobelt wird fallen Späne“
Aber mit gutem Ergebnis

Sibylle hatte sich auch einen Wunsch erfüllen können – Blaukraut! Sie wollte den restlichen Platz im Karton mit Blaukraut des Herstellers ihres Vertrauens vollgepackt wissen. Ok, das sieht nach einem feudalen Weihnachtsmahl aus. Ach, was gibt´s eigentlich heute zum Abendessen???

FISCH, wir haben Fisch geschenkt bekommen, es waren zwei frische Bonitos welche wir auszunehmen und zuzubereiten hatten.

Hilfe! Wie geht das?

Nun sind wir keine Fischexperten, das wollen wir erst noch werden. Da die Fische groß waren, lag es also nahe sich Hilfestellung geben zu lassen, dafür eine Einladung zum gemeinsamen Verzehr auszusprechen und so zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.

Irene von der FINI eilte flugs mit scharfen Finnmesser herbei, um Fisch Nummer 1 von seinen Innereien zu befreien und ihn zu filetieren. Was nach blutigem Gemetzel klingt – war auch so…

Fisch Nummer 2 – ihn traf´s hart

Derartig unterwiesen trat Sibylle auf den Plan – Fisch Nummer 2 sollte durch die von ihr geführten Schnitte vom Fisch zum Filet werden – was auch gelang!

Danach war ich an der Reihe – der Grillmeister musste ans Werk. Zum ersten Mal in diesem Jahr. Nach unserem Versuch im Sommer, der krachend am über uns hereinfallenden Wespenheer gescheitert ist, haben wir keinen zweiten Versuch mehr gestartet. Heute sollte es soweit sein – gegrillter Bonito.

Der Cobb musste raus…

Grillplatz – in Eiseskälte

…und der Bonito fand seinen Platz auf der Grillplatte. Zwei Chargen des thunfischartigen Meeresbewohners machten uns und die Crew der FINI satt!

Yummie

Derartig gestärkt, sollten wir gut gewappnet sein für das Highlight des heutigen Tages.

Marcus hatte eine Einladung zu Stratos in den Weinkeller bekommen. Stratos ist der örtliche Fachhändler für Spirituosen aller Art. Weine der besonderen Güte hat er in einem privaten Weinkeller, eine Mischung aus Hobby, Berufung und Profession. Unser Freund hat es nicht verabsäumt, den Gastgeber zu veranlassen, seine Einladung auf uns und die Crew der FINI auszuweiten. Nikolas gesellte sich zu unserer Runde und so machten wir uns zu fortgeschrittener Stunde auf den Weg.

Was wir zu sehen bekamen überraschte uns sehr – in einem alten Gemäuer verbarg sich DAS…

Fachsimpeln der Experten – der Gastgeber ist links im Bild

…eine moderne Weinshow mit erlesenen Tropfen aus aller Welt – hier ein paar Impressionen!

Der einzige teure Wein den René und ich als Jugendliche kannten – ein Flashback
Interessante Etiketten
Teils aufwändig und schön verpackt

Um die Verkostung wirklich zu überstehen, braucht es eine gute Grundlage. Ob ein halber Bonito dafür ausreicht, bleibt unklar, denn der Gastgeber hatte für Fingerfood gesorgt – herrliche Meze rundeten unser Zusammentreffen ab.

Ein Gaumenschmaus

Der Gastgeber, ein Weinexperte, erklärte die einzelnen Weine welche er uns anbot – insgesamt leerten wir fünf Flaschen – und wusste einiges zu Trauben und der Lagerung, z. B. im Barrique, zu erzählen. Ein sehr interessanter und im Verlauf immer lustiger werdender Abend!

Mens corner – bla
Ladies corner – blablabla

Später am Abend kam noch Maria, Stratos´ Frau, dazu und verstand es mit ihren Geschichten die Runde hervorragend zu ergänzen – eine Bereicherung! Sie ist in Amerika aufgewachen, spricht daher, wie ihr Mann, hervorragendes Englisch. Die Sprache war am heutigen Abend keine Barriere.

Interessante Unterhaltungen

Wer keinen Wein mochte? Der fand andere edle Tropfen…

Prickelt so schön in die Bauchnabel

Hand auf´s Herz – es war ein toller Abend! Die Weine waren vorzüglich, auch weniger beseelte Weinkenner wie ich fanden einen Tropfen der hervorragend gemundet hat und alle hatten ihren Spaß!

Alle? JA, auch die kleine Lilly…

Heute mal länger – ausnahmsweise

Am nächsten Morgen hatte ich, zu meiner Überraschung, keinen schweren Kopf. So sah ich in meiner, zum Ersatzteillager umgebauten Bugkabine nach, ob sich dort noch Teile befinden welche schon lange nach Verbau rufen – und tatsächlich, ich wurde fündig!

Zum Einen lag da noch die Jabsco HD6 Druckwasserpumpe, welche ich aufgrund ihres hohen Enddruckes nicht in mein Trinkwassersystem einfügen konnte. Diese sollte in der Technikecke verbaut werden…

Das Runde soll ins Eckige

…das klappte hervorragend, ich fand einen sehr gut zugänglichen Platz. Die Verkabelung und der Wasseranschluss kommen auf die „Offene Punkte“ Liste, der Punkt „HD 6 verbauen“ auf der Projektliste bekommt einen Haken! Die Pumpe wird später im Verborgenen, vom Wassermacher aufbereitetes Trinkwasser, vom Trinkwassertank in die Brauchwassertanks füllen – sofern denen das lebenswichtige Nass ausgeht.

Gerade noch gedacht – schon gemacht

Tags darauf wechsle ich, einem Tausendsassa gleich, das Themengebiet von Installation auf Elektrik. Es fand sich noch ein Teil Lichtschlauch einer Ambientebeleuchtung, sowie der alte Lichtschalter der Salonbeleuchtung wieder. Beides sollte ins Schlafgemach einziehen – ein wenig Ambiente schadet auch dort nicht…

Erstmal Unordnung machen…

Ihr ahnt nicht, wieviel Aufwand betrieben werden muss, um ein Kabel unsichtbar zu verlegen. Weil ich gerade dabei war, habe ich noch das Layout meines Nachttisches geändert, dafür mussten ein paar Löcher ins Holz. Meist schon am Abend beruhigt sich mein Nervenkostüm wieder – das Ergebnis lässt die Mühen meist vergessen!

…dann aber! Die Ambientebeleuchtung wird ihrem Namen gerecht

Nach einem solchen Tag hast Du Dir ein wenig Abwechslung und Entspannung verdient. Das fand auch Marcus nebst Familie, so beschlossen wir, alle zusammen ins „Crescendo Bowling“ zu fahren. Dieses Bowling Center firmiert ein wenig unter falschem Namen, denn es ist mehr eine Spieleeinrichtung für die ganze Familie.

Wer jetzt an so eine Spelunke mit Automaten und ähnlichem Zeug denk, liegt falsch. Es ist ein Bowling Center mit einer Ecke für zwei Billardtische. Es findet sich dort eine betreute Ecke für kleine Kinder zum Spielen und Toben, es ist eine Bar und ein Cafe mit Terrasse angeschlossen – eine sehr gut geführte Freizeiteinrichtung!

Wir waren dort schon um Klein-Manolis 5. Geburtstag mitzufeiern, wollen heute aber eine Runde Billard spielen (Herren) und einen Cocktail schlürfen (Damen) – Klein-Lilly freut sich auf die Spieleecke.

Trotz jahrelangem Üben im „Haus Seegarten“ – keine Chance gegen Marcus

Leider waren meine Fähigkeiten am Queue nicht so austrainiert wie die am Schraubenschlüssel. Ich hätte das erste Spiel gewinnen können, da war Marcus noch etwas „eingefroren“ – habe es aber, durch Versenken der „schwarzen 8“, eine Kugel vor dem Sieg verschenkt.

Dann verlor ich eine Partie mit einer Kugel Unterschied, eine mit zwei und so weiter und so fort – lediglich die letzte Partie konnte ich, aussichtslos in Rückstand liegend, für mich entscheiden – weil Marcus, Ihr ahnt es, die „schwarze 8“ versehentlich versenkt hat. Der Teufel ist… aber das wisst Ihr ja!

Auch sonst ist es recht schön im „Crescendo Bowling“…

Die Bowling Bahnen
Die Bar

Wir gingen zu später Stund´ zufrieden nach Hause. Übrigens finden wir NESSAJA jetzt etwas leichter! Auch Sibylle konnte dem Wunsch nach leuchtender Weihnacht nicht wiederstehen und kaufte im Chinaladen ein – seither umspielt ein weihnachtliches Leuchten unseren Niedergang. Ich stimme zu, ein wenig Festtagsstimmung schadet uns nicht!

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt!

Wetterwarnung! Schwere Regenschauer sollten uns heimsuchen – ein oder zwei Tage Dauerregen sogar. Ich nehme es vorweg, ganz so schlimm wurde es nicht – aber trotzdem ist ein ganzer Tag Regen in der Marina trostlos.

Grau in grau – es prasselte fast den ganzen Tag

Es regnete sich ein und die dicken Tropfen prasselten auf NESSAJAs Kunststoffhaut – richtig – die Bootskenner unter Euch fragen sich jetzt – ist sie dicht???

Die Antwort – nein!

Fenster – passt

Luken und Fenster haben wir gut im Griff – da fällt maximal ein Tropfen am Verschluss herunter. Undichtigkeit in homöopathischer Dosis, akzeptabel sozusagen.

Anders sieht es mit unserer Fußreling und einer Klemme am Deck aus. Die Klemme kann ich wohl noch selber abdichten, die Fußreling ist eine andere, eine große Baustelle.

Wir bekämpfen den Eintritt erst mit Tüchern, suchen dann aber, als alles nichts hilft, nach schlauen Lösungen. Der Daniel Düsentrieb in mir siegt abermals!

Und morgens haben wir Teewasser 😉

Ernsthaft, das Wasser sammelt sich in der „Rinne“, an der der Trichter ansetzt. Die Fugen des Deckels lassen es abtropfen. Ich neige dazu, als finale Lösung die Fugen mit SIKA zu schließen und hinten an der Rinne, links wie rechts, eine Art „Drainage“ zu bauen und das Wasser in die Bilge abzuleiten – von dort kann ich es abpumpen.

Muss ich noch behirnen…

Ich bastle die Lösung und beschließe, an einem Tag wie diesem, mit meinem Blog anzufangen – so würde ich exakt zum 01.12.2022 fertig sein und den neuen Monatsbericht publizieren können.

Eine Phase der Konzentration

Ich werde abgelenkt, weil Sibylle mich erinnert nach den Paketen für FINI zu sehen. Die beiden Freunde machen ein Wochenende in Bodrum und erwarten Post. Ok, ich sollte ohnehin ein bisschen die Beine vertreten, das Wetter hat gerade aufgelockert – außerdem erwarte ich ja noch mein Päckchen mit dem Garantieteil von Truma.

Ich mache mich auf den Weg zur Chandlery – und komme mit den Paketen für FINI zurück…

Da mir die Sendungen zu üppig für eine Zwischenlagerung auf NESSAJA erscheinen, bringe ich sie noch auf die Bavaria der Österreicher – Job erledigt, mein Päckchen war leider nicht dabei.

Gut verräumt

Meine teuer erworbene Stablampe „Made in China“ gibt den Geist auf – nach einem halben Jahr! Macht es Sinn in Griechenland zu reklamieren? JA! Es ist so einfach wie bei ALDI. Ich bringe den flackernden, glimmenden Lichtspender zum Elektrogeschäft, der nimmt ihn mir ab und gibt mir einen neuen – Ende der Geschichte.

Warum Einzelhändler ihre Preisschilder immer auf die relevanten Bauteile kleben – hier auf die Lichtscheibe – bleibt dagegen das Geheimnis des Kaufmanns…

Grrrrr, grrr!!!

Es gibt einen weiteren Song den ich auf der Liste hatte Headline des Monats zu werden – erinnert Ihr euch an „Das Blech“ von Spliff?

„Da fliegt mir doch das Blech weg…“

Ersetze weg durch zu und wir haben ein Thema – Sepp ist vor wenigen Stunden gelandet und hat Wort gehalten. Er bringt mir mein Hitzeschutzblech mit, welches wir bei einem gemeinsamen Abendessen austauschen. Ehrensache, dass die Rechnung auf mich geht!

Hitzeschutzblech – made in Greece

Ich schneide mir das Trum zurecht und verklebe die Kanten mit Alutape. Jetzt ist es fertig zum Einbau – und den nehme ich gleich vor!

Vielsagend – und auch wieder nicht

Jetzt ist die Heizung bereit für den sorglosen Dauerbetrieb. Die beiden in thermische Schutzstrümpfe verpackten Bauteile Heizungsauspuff und Wasserschlauch, sind jetzt an der engsten Stelle noch einmal thermisch isoliert – so kann nichts mehr passieren!

Darauf ein Eis – der Regen ist durch und die Temperatur erlaubt es, im Außenbereich zu sitzen.

Das letzte Eis im November – White Parfait und Banoffee

Es fällt der Entschluss, noch einmal mit der DARKSYDE Crew zum Essen zu gehen. Wir wählen „El Greco“ als unser Ziel. Die Taverne in Panteli, welche alsbald nach Lakki ziehen wird – das wird eine echte Bereicherung für den Ort. Das Ambiente stimmt, wir haben fantastisch gegessen!

Wandgemälde im „El Greco“

Während Marcus sich noch über das Gesäß der Dame in Bildmitte echauffierte, nagte ich das letzte Lammkotlett ab. Ich werde die Drei vermissen, die Karlsruher waren eine Bereicherung während der letzten Wochen. Marcus hat uns im Februar nach Gran Canaria eingeladen – ich spiele mit dem Gedanken die Einladung anzunehmen. Kommt darauf an, ob das Teakdeck an NESSAJA gemacht wird…

Ihr werdet uns fehlen, ganz sicher – wir haben Euch sehr liebgewonnen!

Der neue Tag, der letzte des Monats, beginnt mit einer Überraschung! Mein Paket ist da – ich habe das Reklamationsteil erhalten, es aber nichteinmal ausgepackt um den Blog fertig zu schreiben.

Inhalt hilft Geschichten zu schreiben

So sitze ich heute den ganzen Tag am Rechner, um das virtuelle Tagebuch fertig zu bekommen – die Vergangenheitsbeschreibung holt die Gegenwart ein…

Das habt Ihr vor wenigen Minuten noch gelesen

Die Geschichten des neuen Monats gibt es noch nicht, das Leben wird sie schreiben – ich bin aber sicher, dass die Verabschiedung der Karlsruher ein Thema sein wird, die Reparatur der Gasanlage und die Fortsetzung des NMEA2000 Projektes. Vielleicht widme ich mich sogar, in einer „blauen Stunde“, wieder meinem Victron Projekt. Ein wesentlicher Punkt wird Weihnachten und Silvester sein, wir feiern zum ersten Mal alleine und fernab der Familie – wie fühlt sich das an?

Es bleibt also Raum für Spekulation und Fragen – es bleibt spannend! Bleibt dran und folgt uns weiter.

Heute gibt es nur noch Abendessen und ein wenig YouTube, dann werden wir relaxed in den Dezember hineinschlafen.

Kaliorexi – guten Appetit

Wie immer bedanken wir uns für das Interesse an unserem Blog, an unserem Tagebuch des Lebens, unserem „Buch der Erinnerung“. Wir wünschen Euch auf diesem Weg schon einmal eine schöne Adventszeit, Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Wir werden diesbezüglich noch einmal in den Sozialen Medien grüßen, freuen uns aber sehr über jeden Videocall in der Weihnachtszeit oder während der Festtage – lasst einfach was von Euch hören!

Es grüßen ganz herzlich aus Leros – die Crew der NESSAJA, Sibylle & Mario

Oktober 2022 – The Boys of Summer

Der Oktober 2022 liegt achteraus

Während ich unsere Erlebnisse des Monats Oktober sortiere und zusammenfasse, wird mir bewusst wie die Zeit verfliegt. Anfang des Monats waren wir noch in Deutschland und jetzt, zurück in Griechenland, wird es einsam um uns herum – der Herbst zieht ein, die Freunde verabschieden sich, the „Boys of Summer“ are leaving.

Mir fallen die ersten beiden Strophen von Don Henley´s „The Boys of Summer“ aus dem Jahre 1984 ein…

Nobody on the road
Nobody on the beach
I feel it in the air
The summer’s out of reach

Empty lake, empty streets
The sun goes down alone
I’m driving by your house
Though I know you’re not home

…welche sich sehr gut auf die hiesige Situation übertragen lassen. Das Meer wird langsam leer, die Schiffe gehen in die Heimathäfen zurück. Die „Häuser“ der Freunde, deren Schiffe, sind inzwischen weitgehend verwaist – es ist kaum jemand „zuhause“. Der Sommer 2022 findet ein langsames Ende, es beginnt eine andere Zeit, eine langsamere, nicht weniger schöne und reizvolle.

Doch der Reihe nach…

Wir schreiben den 01.10.2022 – unsere Tochter Franziska hat gestern geheiratet. Wir wachen auf, sortieren die Gedanken und richten uns für einen Ausflug – zum Gasthaus „Deininger Weiher“ um dort unsere Freunde Christine und Burcki zu einem Spaziergang mit anschließendem Abendessen zu treffen.

Just in time – die Freunde treffen jede Minute ein

Fast wurde nichts daraus, der Regen kam zurück und vermieste uns den Tag – zumindest versuchte er es…

Regen – den ganzen Tag

…doch das ließen wir nicht zu. Zum Einen weil wir uns auf das Treffen freuen und somit kein Platz für Verdruss war, zum Anderen weil wir dem Wetter einfach nicht böse sein konnten – hatte es uns an Franzis Hochzeitstag doch mit seinen Kapriolen verschont.

So sind wir Vier, wie vereinbart und verabredet, zu unserem Spaziergang aufgebrochen!

Es gibt kein schlechtes Wetter – nur schlechte Kleidung

Der geneigte Leser möge sich in Erinnerung rufen, dass zumindest ICH keine wintertauglichen Schlechtwetterklamotten mehr habe. Mein Wunsch war daher den Rundgang um den Weiher nicht künstlich auszudehnen – was allgemeine Zustimmung fand.

Ob ich mir ein Pilzgericht bestelle?

Wir genossen die Natur, in gewisser Art und Weise auch den Regen – hatten wir das doch schon lange nicht mehr in dieser Form.

Am Scheitel des Marsches zeigte sich – der Rückweg wird kein weiter sein – ich war beruhigt. Dennoch, die Himmelsschleusen waren offen, den ganzen Tag…

Ein schönes Plätzchen Natur

…die anschließende Stärkung war somit mehr als verdient – und unter Zugrundelegung leichter Rundungsfehler war es vielleicht sogar ein kalorienneutraler Nachmittag 😉 !

Schweinsi – what else???

Am Abend dieses Tages erreichen mich Bilder aus Leros. Ein Nachbar hat den gleichen Motor wie ich und offensichtlich ein Problem mit einem zwar leichten, aber latenten Ölverlust. Er versuchte der Sache mit einer Plastikhülle entgegenzutreten…

DA sifft es raus

…was aber zum Scheitern verurteilt war! In der Kommunikation wurde festgelegt wo es nun wirklich leckt und wie die Problemlösung aussehen könnte.

Genauer – HIER!

Der schweizer Freund war sehr gut vorbereitet, er sendete mir Seiten des Ersatzteilkataloges und brachte sein Anliegen auf den Punkt…

…zweimal Nummer 11 und zweimal Nummer 12 – könntest Du vielleicht in Deutschland bestellen und die Teile mit nach Leros bringen?

VOLVO Teile zu Apothekenpreisen – 198.-€

Klar kann ich! Ob ich auch beim Einbau helfen könnte??? Ja, lass´ mal überlegen…

OK, ich helfe, machen wir gleich nach unserer Rückkehr – sprach´s und hatte sich schon wieder Arbeit eingehandelt. Extern! Nicht an NESSAJA! Sibylle war ein wenig misslaunig.

Ein neuer Tag, der Tag vor unserer Rückreise nach Leros. Wir planen exakt wie beim letzten Mal und freuen uns über die offenen Arme von Christine und Nader, jetzt ja nicht mehr „nur“ Freunde sondern Franziskas Schwiegereltern, Familie sozusagen.

Wir fahren also nach Erding, durchqueren mit dem Zug die Stadtlinie von München, wo gerade der letzte Tag der „Wiesn“, des Oktoberfestes, angebrochen ist. Wir sind froh am ländlichen Zielort anzukommen und wieder Ruhe statt Trubel spüren zu können.

Idylle gleich beim Gasthaus

Wir quatschen ein bisschen und kehren dann noch einmal in dem Landgasthof ein, in dem wir auch beim letzten Besuch unser „Abschiedsessen“ genossen haben – ein letztes bayrisches Dinner nebst Bierbegleitung (es war Wiesnzeit) – dann ging es zeitig ins Bett.

Cordon Bleu – nicht gerade typisch bayrisch, aber gerne genommen. Und sauguad…

Der folgende Morgen war ein „Early Bird“ – Start. Wecker um 03.45 Uhr, wieder bringt Nader uns zum Flughafen – was für ein Freundschaftsdienst um diese unchristliche Zeit – dann Glück beim Anstehen, denn die Schlange war ellenlang, aber just in dem Moment als wir am Ende ankamen, hat auf gegenüberliegender Seite ein zweiter Schalter geöffnet. Glück gehabt! So lief zunächst alles nach Plan…

Erster Flug nach Kos
Landeanflug über der griechischen Ägäis

…zunächst!!! Wir wussten, dass wir knapp kalkuliert hatten. Unser Flug müsste just in time landen, wir müssten relativ schnell am Gepäckband sein und unsere Tasche dürfte nicht zu lange auf sich warten lassen – dann sollten wir noch ein Taxi erwischen. Wenn alles klappt KÖNNTEN wir unsere Mittagsfähre nach Leros erreichen.

Viel Konjunktiv – ich mache es kurz – es war sowas von knapp!!!

Wir sind pünktlich gelandet, waren rasch am Gepäckband, aber unsere Tasche kam nicht. Sibylle ging schon zum Taxistand aber ich wartete und wartete und wartete…

Als die Tasche kam, war ich (fast) der Letzte, hastete zum, mit laufenden Motor wartenden, Taxi und wir rasten los. Ich konnte dem Mann schildern um was es ging und er wollte zeigen, dass er der, nach eigenem Bekunden, „best Taxidriver in town“ ist. Ich wusste von meinen Dienstreisen – meist geht es gut, checkte auf „Marine Traffic“ den Standort der Fähre und ließ den Fahrer gewähren. Sibylle bemühte sich, nicht zu schreien!

Sie ist schon da – oder ist sie NOCH da? Was ein Glück!

Wir kamen in Kos an als die Fähre gerade einlief. Ich bedankte mich mit einem großzügigen Trinkgeld, rannte über den Platz zum Anleger und mir wurde erst als ich die wartende Menge sah klar – geschafft! Wir haben es geschafft, minutiös! Wir hätten keine zwei Minuten später dran sein dürfen.

Zufrieden – jetzt ausruhen

Wie groß unser Glück war, realisierten wir erst auf der Fähre. Sibylle hatte gecheckt, dass es für den Fall wir würden die Fähre versäumen, eine große Nachtfähre gab. Aus unserer Sicht war das Risiko also ein Tag auf Kos.

Wir haben erst im Taxi erfahren und erst jetzt realisiert – diese Fähre geht ab 01.10. nicht! Wir hätten also in Kos übernachten müssen. Gut, dass der Taxifahrer alles gegeben hat – er ist unser Held des Tages, „the best driver in town“!

Frühstück

Angekommen in Leros gönnen wir uns ein Frühstück und fahren runter. Wir sind zuhause, vom Weckerklingeln bis zum Frühstück auf der Insel acht Stunden. Ich glaube, weniger geht nicht.

…schmeckt heute doppelt gut

Wir beziehen unser schwimmendes Zuhause, machen klar Schiff und aklimatisieren uns. Dazu gehört für mich zwingend ein Bad im Meer – dieses Anliegen wird sofort in die Tat umgesetzt.

Spätsommer

Wir gönnen uns ein Eis bei Repapis und realisieren – wir sind zurück im Sommer. Diese letzten Spätsommertage mit Temperaturen jenseits der 25°C Marke wollen wir genießen so lange es geht.

Einfach lecker

Unser Gefühl, dass das Eis bei Repapis schon ein sehr gutes ist wird bestätigt – durch ein Schild, welches seit unserer Rückkehr am Tresen steht. Man ist stolz und zeigt das – Bravo.

Der Abend bricht herein, wir sind todmüde. Früh aufgestanden, die turbulente Anreise, der Temperaturunterschied, das Bad im Meer – in der Summe schlaucht das. Wir genießen den Sonnenuntergang und fallen ins Bett.

Abendsonne

Gähhhhn, wie spät ist es??? Ah, Zeit zum Aufstehen, in Ruhe einen Kaffee schlürfen, tocktock, tocktock – es klopft…

Der eidgenössische Nachbar steht an der Gangway und ist nervös, das spürt man. Sein Schatz, also sein Schiff, nicht die Gattin, leidet immer noch unter dem Ölverlust und er weiß schließlich die Ersatzteile bei mir. Man merkt ihm an, er möchte die Reparatur besprechen.

Er kommt an Bord mit allerlei Zetteln und plant mehr oder minder einen umfangreichen Eingriff – man könne das schadhafte Teil schließlich nicht drehen und dies verlange somit die Demontage einiger Umfeldteile. Ok – ich höre zu und denke nach, ich mache das anders…

Teile und Werkzeug

Ich verschaffe mir ein Bild, denke und hoffe, dass es knapp möglich sein wird die alten Teile zu demontieren ohne viel abzuschrauben. Der Nachbar protestiert, aber ich kann mich durchsetzen.

Er bekommt eine Rolle IM Motorraum, denn da passe ich nun wirklich nicht hinein…

Platz ist in der kleinsten Lücke

…ich dagegen zelebriere mein Werk von außen – und hatte Erfolg. Oder Glück. Oder beides…

Bereits nach relativ kurzer Zeit konnte der Selbstzünder zum Probelauf gestartet werden und blieb dicht. Das musste gefeiert werden!

Aperol Spritz im „Morano Cafe“

Weil ich grad dabei war und die Finger noch schmutzig waren, wurde gleich Fremdprojekt Nummer zwei in Angriff genommen. Der Aperol zu Mittag hat auch etwas Antrieb geliefert wie es scheint.

Um zu verhindern, dass Werner wegen seiner beschädigten Gangway ins Wasser fällt, musste Ersatz geschaffen werden. Werner und ich hatten vereinbart, an dieser Stelle keine 800.-€ zu investieren, sondern die Landbrücke aus einer Leiter selber zu bauen. Aber wie kommt Werner dann an und von Bord?

Es traf sich gut, dass Johannes gerade auf Heimatbesuch war, so konnte seine Gangway einstweilen an Werners rassiger Schwedin angedockt werden.

„Übergangslösung“ – im Wortsinne

Bei Werners Passerelle konnten wir anschließend den Schaden feststellen – und der war ausgeprägt!

GS Optima / 260cm (gewölbt wie eine Banane)
Glatter Bruch!

Zur Erinnerung – auch ich hatte eine GS Optima, sie wurde zweimal wegen Bruch innerhalb der Gewährleistung repariert. Ich habe sie beim dritten Schaden durch eine Prasolux V4A Variante ersetzt. Ich hatte eine 220cm Version.

Nun denkt man ja bei meinem Gewicht immer, dass es an mir liegt, Werners Beispiel mit seiner 260cm Variante zeigt aber eindeutig, dass GS bei der Angabe des Maximalgewichtes (150kg) sehr optimistisch plant. Das mag ein paarmal gehen – aber auf Dauer hält die Gangway, in keiner Version, Personen mit +90kg stand. Ich war begeistert von dem Produkt – kann aber nicht mehr dazu raten.

Die Leiter, die Basis des DIY Produktes, musste also zum Schweißer um dort die ausgeschlachteten Räder und eine Base für den Haltepin anschweißen zu lassen.

Wie transportierst Du eine 250cm lange Leiter in Griechenland? Na griechisch eben…

Sibylle – kannst Du mal schnell…???

Die Teile wurden bei Giorgos „Boat & Parts“ abgegeben und das Tagwerk für beendet erklärt. Die Fertigung würde ca. eine Woche in Anspruch nehmen – passt.

Wir ließen den Tag bei Marietta ausklingen…

Mariettas neues Bistro – geht wie geschnitten Brot! Eine Erfolgsstory…
…weil´s lecker, frisch und authentisch ist!

Inzwischen haben immer mehr Freunde realisiert, dass wir mit NESSAJA das Jahr 2022 in der Marina verbringen werden. Es liegt auf der Hand, dass man sich für kleine Gefälligkeiten an uns wendet. Da helfen wir jederzeit gerne aus – so zum Beispiel als es um das stetige Laden von Marcus´ Wohnmobilbatterie ging…

…ich stecke das Ding halt alle zwei Wochen für 24h an den Landstrom – so kann der Freund den Familienurlaub unbesorgt in die Länge ziehen.

Batterie laden – kein Problem, wird umgehend erledigt 😉

Kurz bevor wir aus Deutschland zurück kamen, war Hans-Peters Frau Petra angereist. Wir hatten schon viele gemeinsame Urlaubsmomente, jetzt jedoch sollte, mit unserer Unterstützung, Leros vollumfänglich erkundet werden. Zu diesem Zweck wurde eigens ein Leihwagen angemietet.

Nach dem Frühstück brachen wir auf – wir entdecken die Insel von Süd nach Nord. Erstes Ziel – Xirokampos, das Kirchlein Agios Kavouradena.

Malerisch im Fels gebaut
Ein Kerzlein für jedes Anliegen

Danach ging es wieder in den Kleinstwagen (Hyunday i10), in dem neben Sibylle und Petra auch Hans-Peter und ich Platz finden mussten. Als wäre das nicht genug, hatte auch Merlin noch ein Plätzchen im Kofferräumchen zugeteilt bekommen.

Nächste Station – Panteli! Wir parken im alten Fischerhafen und schlendern einmal von links nach rechts.

Griechenland – wie aus dem Bilderbuch

NATÜRLICH genehmigen wir uns eine Speiseeisspezialität als wir das „Sorbet“ passieren, wie könnte man da vorbeigehen?

Die Oktobersonne genießen

Derartig erholt und mit neuer Energie versorgt, haben wir den Zuckerschub genutzt um an den Mühlen vorbei (Fotostop) direkt zum Castel zu fahren. Dieses haben wir dann ausführlich besucht, erlaufen und angesehen – hier ein paar Impressionen…

Castel – altes, beeindruckendes Gemäuer
Gänge und Stiegen
Herrliche Ausblicke – in alle Richtungen (hier NW über Agia Marina und Alinda)
Der Blick nach Süden – auf die Windmühlen und Kalymnos
Freunde gefunden – unsere illustere Truppe
Der Fotograf fotografiert die Fotografin fotografiert den Fotografen macht Fotos

Über alledem weht, wie so oft und nahezu überall, die blau-weiße hellenische Flagge – mir gefällt das…

Marios the Greek – ein neuer Filmtitel?

Auf dem Rückweg kamen wir abermals an den Windmühlen, einem weiteren Wahrzeichen Leros´, vorbei.

Von hier aus führte unser Weg in Richtung Norden. Hier ist vor Allem die kleine Kapelle Agios Isidoros erwähnenswert. Treue Blogleser kennen diese ja schon – aber es war natürlich eine Selbstverständlichkeit, auch mit Petra und Hans-Peter hierher zu kommen.

Agios Isidoros bei Gourna

Da der Strand von Gourna direkt um die Ecke lag, haben wir uns im dortigen Cafe eine köstliche Kaltschale gegönnt und Merlin bekam etwas Auslauf.

Wer schon länger den Blog verfolgt und sich scheinbar unwesentliche Kleinigkeiten gut merken kann weiß, dass Sibylle auf Friedhöfe steht. Wie toll, wenn man solche Leidenschaften mit anderen teilen kann! Wie meine Gattin sich freute, als Petra ihr eröffnet hat, dass sie es liebt über Friedhöfe zu schlendern. Nix wie hin…

„…wie eine kleine Stadt…“
„…die uns Geschichten erzählt!“ – Ok, wer´s mag.

Da bleiben Hans-Peter und ich lieber bei irdischen Geschichten und erzählen uns gegenseitig von unseren Projektplänen und unseren Invertern, vergleichen Watt und Ampere und freuen uns über jedes Volt.

Die Zeit verfliegt und die Damen kommen zurück aus der Stadt der Grabstätten – die beiden Lara Croft aus Leros.

Von der Mitte aus setzen wir unsere Fahrt in den Westen fort und fahren noch zu den Küsten am Ende der Lakki Bucht.

Wieder Blick auf Kalymnos – aber diesmal andere Seite

Bei der Rückfahrt zur Marina wird uns deutlich, dass wir irgendwo im Nirgendwo sind – hier kann Dir alles auf der Straße begegnen, alles…

Diesmal nur Ziegen

Vorsicht ist also geboten und da ich Hans-Peters Fahrkünste nicht kenne, überlege ich mir zu unkonventionellen Lösungen zu greifen – doch Sibylles Ermahnung verbietet mir dieses Handeln.

Sicher wäre sicher – doch Sibylle meint: „sicher nicht“

Zum Dinner begibt man sich einmal mehr zum Glatzkopf, der sein Markenzeichen im Namen der Taverne verewigt hat „o Karaflas“ – hier mundet es heute vorzüglich! Der Skipper gönnt sich ein 1200g Steak.

Der Chef bei der Arbeit

Da das Gewicht mit Knochen bemessen ist, habe nicht nur ich als bekennender Fleischliebhaber etwas von dem Fransen, nein, auch der gute Merlin kann partizipieren indem er der Knochen abfieseln darf.

YESSSS!

Zwischenzeitlich hatten wir in Erwins WhatsApp Story spektakuläre Bilder von Sonnenuntergängen gesehen. Der Bergfex war, in Begleitung seiner Angetrauten, auf die Westseite der Insel gefahren, um dort das Eintauchen der Namensgeberin unseres planetarischen Systems in das Meer zu beobachten. Ich vermute Erwin wollte den Teil „Romantik“ des Urlaubs bedienen 😉

Sibylle war angefixt und konnte, mittels des allwissenden Internets, die Zeit des Sonnenuntergangs exakt bestimmen. So war es ein Leichtes, es den Österreichern am Folgetag nachzutun und ebenfalls den Romantikteil des Monats Oktober abzuhandeln…

GS – erlebt viel!

Übrigens ist auch das Openerbild, der Teaser dieses Berichts, hier und heute entstanden.

Bereits bevor wir nach Deutschland fuhren, hat Marietta angekündigt, dass sie eine private Feier zum Saisonabschluss veranstalten werde. Es kämen Familie, Freunde und liebe Gäste. Wir seien auch eingeladen. Das hat uns sehr geehrt und es war uns ein Vergnügen unsere Aufwartung zu machen. Bei dem recht groß angelegten Fest wurde – natürlich – gegrillt…

Kotlett vom Grill?
Oder lieber Zicklein aus dem Ofen?

…und reichlich gegessen und vor Allem getrunken!

Kartoffeln aus der Pfanne…
…und vieles mehr – vom Buffet!

Es war ein Hochgenuss, die Stimmung war ausgelassen – und wir mal wieder mittendrin!

In den Bechern war Wasser – oder Wein – oder Tsipouro

Wir haben eine Menge bekannter Gesichter wiedergetroffen und natürlich auch viele neue Bekanntschaften gemacht. Egal ob Grieche, Deutscher, Israeli, Franzose, Italiener oder Engländer. Hier waren keine Touristen – alle Anwesenden, sofern nicht einheimisch, hatten ihre Geschichte, leben hier in Häusern oder auf Booten. Sehr interessante Gespräche, sehr interessante Menschen!

Manolis und Flourios

Ich war begeistert, dass Marietta meine beiden Lieblingsmusiker für die private Feier gewinnen konnte. Es dauerte wirklich nicht lange und die Stimmung kochte über. Natürlich wurde getanzt was das Zeug hielt. Eröffnet haben Takis, Mariettas Gatte, nebst Galis dem Reifenhändler…

Hopahopa

Später, die Feier war in vollem Gange, kam Mariettas Mutter vorbei. Sie ist die Besitzerin des alten Hauses in dem die Feier stattfinden durfte. Die Dame ist betagt, hat aber neugierige Augen – und sie ließ es sich nicht nehmen, einen Tanz auf´s Parkett zu legen. Einen Einzeltanz, einen Ausdruckstanz – Zeibekiko – in dem vornehmlich die alten Männer, hier eben die Hausherrin, die Last und Erfahrung des (langen) Lebens zum Ausdruck bringen. Ein Gänsehautmoment!

Die Anwesenden, hier ausnahmslos die Griechen, knien im Kreis, feuern den Tänzer / die Tänzerin an und zerdeppern auch mal das gute Geschirr. Es ist beeindruckend hier dabei sein zu dürfen.

Das Fest war tagsüber, am frühen Abend geht man heim. WIR DANKEN! Wir sind froh und stolz ein Teil dieser Feier gewesen zu sein. Wir waren Gäste, es war privat, jeder hat nur etwas zu Trinken mitgebracht – Danke Marietta!

Ein Abendessen gab es an diesem Tag nicht – ein Eis schon…

Die Sonne taucht die Einfahrt zur Lakki-Bucht in unwirkliches Licht, der Tag endet, wir gehen mehr als zufrieden und glücklich ins Bett.

Neuer Tag, neues Glück, neue Pläne…

Wenn Ihr den Beitrag des letzten Monats gelesen habt wisst Ihr, dass Hans-Peter und ich die Gelegenheit hatten, mit Werner zusammen eine Testrunde zu segeln. Dies scheint Hans-Peter gefallen zu haben und er hat Sibylle und mich eingeladen, auch mit Petra und ihm einen Schlag zu segeln. Der Plan sah vor, die gleiche Wegstrecke zurückzulegen wie ein paar Wochen vorher mit Werner. Also Lakki, nordwärts, zwischen Leros und Archangelos durch, wieder südwärts bis in die Bucht von Alinda. Dort wollten wir bei Dimitris´ „To Steki“ essen, bevor wir mit dem Taxi zurückfahren.

Gedacht – gemacht! Und weil Werner nicht alleine zurückbleiben wollte, hat er sich kurzerhand Angelika angeheuert um an der Runde zu partizipieren. Meine Aufgabe war die Tischreservierung…

Morgens um 10.00 Uhr in Griechenland…

Emsiges Treiben am Steg

Werner, schon am Heck seiner skandinavischen Schönheit, die Heckleinen schon in der Hand. Angelika an Bord, die Gangway bereits eingezogen – klar zum Ablegen?? Weg war er…

Auf dem Weg – welcher das Ziel ist

Bei uns dagegen – saarländisch, bayrisch, badische Gelassenheit…

Merliiiiiiiin, is des down? (Der Hund kann nämlich Englisch), soll de Hund hinne odder hause hogge? Ja kennds eich jetz amoi olle hisetzn? Sehr lustig bei uns an Bord – Leinen los!

Nur noch Sekunden…
…und los geht´s!

Man schaut uns vom Steg ungläubig hinterher – die fahren ja wirklich weg. Tja, das Leben ist eine Wundertüte! Einzig Angelikas Gatte Uli blieb zurück – ich glaube er freute sich über die Ruhe und die Zeit sein Buch lesen zu können. Er würde abends beim Dinner dazustoßen.

Zwei Boote – eine Regatta. Werner hatte einen Vorsprung, musste aber sein Dinghy in die Davits holen. Schon an der Marinaausfahrt hatten wir den Haudegen wieder.

Ein Winken für´s Foto – dann aber schnell!
Ein letzter Blick auf Lakki

Hans-Peter hatte einiges an der neuen Navigation einzustellen und auszuprobieren. Fehler, welche nicht sofort behoben werden konnten, wurden akribisch notiert, um diese beim Elektriker einsteuern zu können. Wir sind auf diese Weise erst einmal fast eine Stunde unter Motor Richtung Buchtausgang und darüber hinaus gefahren.

LIBERTÉ tuckert schon – ALENA wurstelt noch am Beiboot

Während wir in unsere Systemtests vertieft waren, zieht doch Werner, der alte Segelstratege, klammheimlich seine weißen Tücher – in unserem Rücken blieb dieses Handeln von uns unbemerkt, um uns dann winkend zu überholen! Potzblitz!

ALENA segelt schon – LIBERTÉ tuckert noch

So nicht, Weißbart! Dich kriegen wir! Auch wir ziehen die weißen (eher grauen) Tücher, um mit deutlich mehr Segelfläche die davoneilende Schwedin wieder einzufangen – so legen wir 7.2kn vor, das ist nicht schlecht!

Dennoch gelingt es uns nicht, den wilden Werner und die angstlose Angelika einzuholen. Es ist schon beeindruckend, wie gut die eigentlich etwas moderater geschnittene HR39 geht – ein tolles Schiff.

Doch diesmal geht Werner ein Stück zu weit in die Vorlage. Er wendet recht spät Richtung Archangelos, kann später sagen, dass er länger toll gesegelt ist, ahnte aber nicht, dass der Wind ein Stückchen drehen sollte.

Wir, inzwischen vollkommen im Regattamodus (mit einer Bavaria 41H mit alten Segeln 🙂 ) – nehmen uns zusammen, bündeln unsere Kräfte und folgen dem Befehl unserer Steuerfrau – „klar zur Wende!“ „Klar ist“ „RE“!

SO geht Regatta

Die perfekte Petra geht hart an den Wind, wir nehmen die Segel dicht und können Archangelos direkt anlegen. Werner war noch vor uns, aber wir haben viel Weg gespart. Wir waren wieder im Rennen.

läuft

Ich flirte derweil – nein, nicht mit meiner Frau (der Romantikteil 10/2022 war erledigt, ihr erinnert Euch), auch nicht mit Petra, das wäre zu gefährlich weil Hans-Peter Jäger ist und somit bewaffnet sein dürfte. Nein, ich flirte mit einem von Melmac!

Marios der Grieche und Merlin von Melmac – ein Herz und eine Seele
Liebe ist…

Hans-Peter hingegen kehrte den Gastgeber heraus und lud zum Kaffee, frisch gemahlen natürlich! Klar, was sonst???

Nur noch 1000x drehen

Der Wind ließ nach, die Crew entspannte sich, legte den zu segelnden Kurs fest und siehe da – es sollte ein anderer sein als der, den Werner wählte. Dann ging man zu einer Phase der Gemütlichkeit über…

Entspannt vor dem Wind

Auch Sibylle testete ihre Flirtkünste – kann aber nur Achtungserfolge erzielen.

Wo war Werner? Wir haben den längeren Weg gewählt, in der Hoffnung etwas weiter draußen ein bisschen mehr Wind zu haben. Er hat hinter einer Insel ohne Wind „geparkt“ und ist dort nicht mehr aufgetaucht.

Doch siehe da, während wir auch den letzten Meter bis zum Ankergrund segeln, lässt der mit allen Wassern gewaschene die Segel einholen und startet den Motor – um uns auf den letzten 100m einzuholen und die erste Boje zu schnappen. So ein Schuft.

First ship home

Wir erklären die Regatta für beendet, machen an Boje 2 hinter Werner fest und bereiten die Crew zum Landgang vor. Da Werners Schlauchboot einen Platten hat, bittet er um Shuttledienste, die dann von Hans-Peter erfüllt werden. Da auch Hans-Peters Dinghy nicht als Taxiboot auf die Welt gekommen ist, musste er x-mal fahren um uns alle an Land zu bringen.

Die mit dem stärksten Bewegungsdrang als erstes – Sibylle und Merlin

So brach der Abend herein und wir starteten den Einkehrschwung ins „To Steki“, wo die Tafel für uns reserviert war. Von dort aus hatten wir den perfekten Blick auf die Boote in der Bucht.

ALENA und LIBERTÉ an Bojen in der Alinda Bucht

Uli wurde angerufen, kam von Lakki gefahren um mit uns zu Abend zu essen und Angelika hier abzuholen – wir hatten einen sehr netten Abend.

Dieser endete spät und so leitete der Vollmond unseren Heimweg – der allerdings mit dem, inzwischen gerufenen, Taxi zurückgelegt wurde.

Vollmondnacht

Am nächsten Tag segelten Werner sowie Hans-Peter und Petra ihre Schiffe auf gleichem Weg zurück in die Marina.

Der Vorabend hatte eine Komponente welche für Missstimmung sorgte. An LIBERTÉ wurde vor einigen Wochen, im Rahmen einer Reparatur am Mast, ein sogenannter Rigg-Check gemacht. Hans-Peter braucht hierüber einen Nachweis für verschiedene Zwecke, weil sein Boot und somit auch das Rigg älter als 20 Jahre sind.

Long Story short – ich bin in der gleichen Situation, hatte auch Reparaturen am Mast und so eine Bescheinigung bekommen. Ich wusste von anderen Eigenern ob dieser Möglichkeit. Hans-Peter hingegen hatte Schwierigkeiten das Dokument zu bekommen, die Situation war verfahren, er sauer und enttäuscht.

Doch wie weit kann, darf, ich mich hier einmischen??? Ich vertrat die Meinung, dass es ein Missverständnis ist, Hans-Peter nahm es persönlich.

Was tun???

Bestechungsversuch!

Ich kaufe eine Schachtel Gebäck als Geschenk verpackt und nehme mir vor, den Bestechungsversuch gar nicht vertuschen zu wollen. Dennoch hoffe ich, dass Süssigkeiten eine gute Gesprächsgrundlage bieten…

…derart gewappnet fahre ich die GS in die Marina und trete den Weg zum Büro an. Die Damen lachen und freuen sich über mein Dankeschön und die süsse Zuwendung. Natürlich merken sie sofort, dass dies mit einem Wunsch meinerseits verbunden ist. Salbige Worte und mehrfaches Augenzwinkern halfen die Situation zu erklären, aufzuzeigen wofür das Schriftstück gebraucht wurde und dass eine einfache Ausführung ohne offiziellen Charakter ausreichen würde – ein Missverständnis, wie ich vermutet hatte.

Das Problem war gelöst, Hans-Peters Laune war fast schon als ausgelassen zu bezeichnen. Ein guter Tag!

Ein guter Tag zum Arbeiten…

Genua weg, Schlauchboot hoch
Maß nehmen für die Neuanschaffung

Es wird ernst – die geplanten Abreisetage der „Boys of Summer“ rücken näher! Die Schiffe mussten langsam aber sicher winterfest gemacht werden, Neuanschaffungen für´s Jahr 2023 wurden geplant, es sollte nichts vergessen werden. So haben wir erst Werners Genua abgeschlagen, vermessen und gepackt – dann Hans-Peters Vorsegel.

Bavaria 41H – schon auf dem Vordeck ganz gut gepackt
Nach dem Vermessen aber nochmals ordentlich gefaltet

Sibylle war ruhig. Sie akzeptierte, dass ich den Freunden half. Sie hätte es aber lieber gesehen, wenn ich auch an NESSAJA gearbeitet hätte. Es kam kein Klagen von ihr – aber ich weiß ihre Körpersprache zu deuten – die Arme in der Hüfte sollten zum Nachdenken anregen. Das tat ich – und versprach Aktion, sobald die Segelkameraden abgereist sein würden.

Doch für heute war das Tagwerk geschafft und es ging erstmal zum Essen. Wiedermal ins „SouVlakki“, wieder mal Giros-Chicken, oder doch nicht???

Ich hatte Bock auf ein halbes Hendl! Das habe ich mir bestellt!

Optische Täuschung

Ich hatte nicht am Schirm, dass die Broiler hier so eine Art Mutant sind – wer denkt, dass das kleine Huhn unter dem Berg Pommes fast verschwindet, muss einen Blick auf das Gesamte werfen – so wie Werner, der meiner Bestellung folgte.

Halbes Huhn mit Pommes gefällig?

Der Tag endete und wir alle fielen satt und zufrieden ins Bett.

Der neue Tag begann ohne das bekannte Geräusch des allgegenwärtigen Windes. Dieser war in den letzten Tagen zwar nicht stark, sorgte im Schatten aber dafür, dass es einem frösteln konnte. Heute war es bereits morgens warm, Grund genug also um einmal wieder früh am Morgen baden zu gehen.

Das Wasser ist inzwischen erfrischend

Obwohl das Wasser mit rund 20°C recht erfrischend ist, macht es Freude den Tag so zu eröffnen. Es belebt und ich komme in Ruhe in den Tag – wenn ich meinen ersten Kaffee genieße.

Angst vor Störenfriede muss man nicht mehr haben, der Tourismus ist für 2022 beendet. Die Touristen welche jetzt noch hier sind, sind ebenfalls solche die Ruhe zu schätzen wissen. Zumindest am Morgen.

Ich komme also derart erfrischt und in bester Stimmung zurück ans Schiff, als mich der Hilferuf der Gattin ereilt – ihr Nachttischlicht sei defekt, ich müsse es reparieren. Ich habe keine Zeit – wäre definitiv die falsche Antwort gewesen! Leider ist es nicht nur die Birne sondern ein Wackelkontakt im eingegossenen Schalter. Reparatur unmöglich, Ersatz nicht mehr zu bekommen.

Aus 2 mach 1???

Der Reparaturversuch mit einer alten, bereits ausgebauten Lampe scheitert, da ein Umbau des Schadteils nicht zerstörungsfrei möglich ist. Da ich aber den „Held des Tages“ Status begehre, schraube ich kurzerhand eine nicht benötigte Lampe hinter einer Kiste ab, verschließe das Loch sauber und verbaue die funktionsfähige Lampe an des Hasen Nachttisch. Ehr´und Huldigung waren mir sicher, denn die Reparatur war erfolgreich!

Während des Frühstücks ereilt mich ein Anruf von Giorgos – der Leiterumbau, die Erstellung Werners Gangway sei fertig. Er hat gleich ein paar Bilder mitgeschickt…

Räder angeschweißt
Asymmetrische Halteplatte für den Pin
Trittsicher durch Belag aus Alu-Riffelblech

Super! Sieht gut aus! Ok, wir sollen das Ding abholen. Müssen wir sehen – heute eher nicht, denn die fertige Gangway holen wir – obwohl aus Alu – nicht mehr mit dem Motorrad. Wir müssen einen Autotransport organisieren. Mal sehen wie das klappt!

Aber nicht heute! Denn heute reisen Petra, Hans-Peter und Merlin ab. Unwiederbringlich, zumindest für 2022. Ihre Saison, die der LIBERTÉ, ist beendet. Wir bringen die beiden nach Agia Marina zur Fähre und genießen alle zusammen noch einen letzten Kaffee.

Verabschiedung mit Geleit
Good Bye, bis 2023

Ein letztes Winken von Hans-Peter bis die Fähre um die Ecke fuhr. Die Ersten sind auf dem Weg nach Hause, zurück in den deutschen Herbst und Winter.

Am Weg zurück kauften wir uns ein Eis bei Repapis und konnten dort die ersten Vorboten des nahenden Halloweenfestes ausmachen. Auch im Bereich Zuckergebäck ist Repapis ein Meister seines Fachs!

Ich habe ein Auge auf Dich geworfen – kann zu Missverständnissen führen

Das Glück begleitet mich – während wir in Agia Marina saßen, rief mich Alistair von der MONNEYPENNY an. Er sei gerade bei Giorgos und müsse mich was fragen – er sei mit dem Auto dort…

…ich beantwortete seine Fragen um dann zur Gegenfrage anzusetzen – kannst Du mir eine Gangway in die Marina fahren? Kann er!

Das Lange muss ins Kurze – geht aber!

Dies hatte zwar zur Folge, dass seine Frau und ein Freund eine Runde aussetzen mussten, er war nicht alleine unterwegs (was ich aber nicht wusste) und es war daher nötig, dass er erst die Gangway brachte um dann seine Gattin nebst dem Kumpel abzuholen. Thanks my friend – ich glaube ich bin ein Bier schuldig!

Aber Werner hatte seine Gangway!

Gut, sicher, leicht – und ein Drittel des Preises

Was denn nun? Das Telefon schellt, sehr ungewöhnlich! Heute geht es Schlag auf Schlag – nanu, Hans-Peter, den haben wir doch gerade verabschiedet. Was will der denn???

Ein Seeventil, er hat vergessen ein Seeventil zuzumachen. Na wenn es weiter nix ist. Ich schließe den Hahn, welcher im Falle eines geplatzen Schlauches für Unbill sorgen könnte und schicke ein Beweisfoto – jetzt kann der Mann ruhig schlafen!

Beide zu – alles gut!

Am Nachmittag war es schön warm. Selbst Sibylle wollte noch einmal an den Strand, „vielleicht sogar ins Wasser“ hörte ich sie sagen. Verständlich, lockt das Meer am Panteli Strand doch zu dieser Zeit mehr denn je zum Bade – auch wenn es etwas frisch ist.

Das Wasser ist glasklar, inzwischen nach meinem Gefühl sogar wieder etwas wärmer. Zu dieser Jahreszeit spürt man einfach den Wind sehr viel stärker als im Sommer. Im Sommer ist es mehr das immerwährende, nervige Geräusch welches ab und an zuviel wird, die kühlende Wirkung wird jedoch gerne genommen. Jetzt wirkt sich der Windchill sehr viel mehr aus – jeder Hauch nimmt sofort die Wärme der Sonne etwas fort.

So blieb es auch bei Sibylles Willenserklärung. Ein kurzes Sonnenbad auf der Liege, ein Kaltgetränk und dem Angetrauten ein wenig beim Baden zusehen. Selbst ins Wasser zu gehen scheint für Sibylle für das Jahr 2022 ad acta zu liegen. Ich selbst halte (noch) daran fest.

Am Abend waren wir zum Essen geladen. Gulasch mit Nudeln – welch ein Klang in meinen Ohren! Wir haben, ohne eine Sekunde zu zögern, der Einladung auf die DARKSYDE zugesagt – manchmal können wir Giros & Co. einfach nicht mehr sehen. Da bietet das deutsche Gulasch einen Hochgenuss.

Yummie

Rotlichtviertel??? Nein, keinesfalls! Tatsächlich ist gedämpftes, farbiges Licht auf Schiffen aus vielerlei Gründen praktisch. Helles Licht mag im Hafen noch hilfreich und normal erscheinen, kann aber auf See zum Problem werden – für den heutigen Abend wurde also die augenschonende Rotlichtbeleuchtung ausgewählt. Romantik? Na, Ihr wisst ja…

Wir sind ein paar Tage weiter. Werner konfrontiert mich mit der Aussage, dass sein Kartenplotter die besten Tage hinter sich hat und er sich nach Ersatz umsehen müsste. Was ich empfehlen würde, eine Umrüstung und Erweiterung auf ein neues, aktuelles System käme nicht infrage. Es soll eine zeitwertgerechte aber taugliche Option sein.

Mein guter VDO 7+ zieht auf eine Hallberg-Rassy

Werner wusste in dieser Sekunde noch nicht, dass heute sein Glückstag sein würde. Ich habe ein paar Minuten nachgedacht und dann entschieden, dass ich ihm mein Backup zum Backup, also meine doppelte Redundanz, überlassen würde.

Der alte VDO 7+ hat einige Jahre auf dem Buckel, wurde aber von mir mit einer neuen Karte ausgestattet. Diese ist zwar auch schon wieder überholt – aber für ein Geschenk ist das allemal ein gutes Setup. Der Stecker nebst Dose und der Einbau waren natürlich inbegriffen!

Werner hat sich gefreut und mir hat das Geschenk eine Einladung zum Essen eingebracht – win win sagt man, glaube ich. Ach, wenn das Leben nur immer so einfach wäre.

Damit Werners Glück vollendet wird, lädt Sibylle auch noch zum gemeinsamen Abendessen an Bord von NESSAJA. Sie würde kochen. Ich freue mich, aber leider zu früh, denn vorher müsse noch jemand Gas holen. JEMAND, haha, da trifft es doch wieder den Dicken.

3kg Gas kosten inzwischen 17,-€

Nachdem die Buddel getauscht war, stand dem Dinner nix mehr im Wege, es wurde ein ganz netter Abend mit vielen lustigen Anekdoten.

Auf NESSAJA wird wieder gekocht

Mit dem Kauf der neuen Gasbuddel war das Thema noch nicht vom Tisch – dazu später noch einmal mehr.

Der nächste Tag begann mit einer weiteren Kontaktaufnahme eines schweizer Seglers. Ein sehr nettes Ehepaar hat den Weg in die Leros Marina gefunden und wurde schon vorab von dem Eignerpaar der AEGEAN BLUE (das Schiff mit dem leichten Ölverlust) informiert, dass ich eventuell helfen könnte den Wasserverlust an einer Seewasserpumpe zu beheben. Die Eigner der ENJA nehmen also Kontakt auf und fragen, ob Hilfestellung möglich sei – ja, das geht!

Ich bin also abermals auf Außeneinsatz und baue die Pumpe aus. Wenn sie schonmal am Tisch liegt kann ich sie auch gleich zerlegen um eine Schadensfeststellung zu machen.

Der Navitisch wird zur Werkbank
Nicht viel dran
Die muss poliert werden – zwei neue Lager, ein Dichtring…

Ich bespreche den Reparaturablauf mit dem Eigner, wir stellen Optionen in den Raum und vereinbaren uns – dann fliegen die Eidgenossen nach Hause. Finalisierung 2023! Schönen Winter Euch, ich kümmere mich um das Pümpchen…

Der Abend klang herrlich aus, wir wurden abermals zum Apero in das Haus von Mireille und Roland eingeladen – die Namen sagen Euch vielleicht noch etwas, mit den Beiden unternehmen wir mehr, wir haben uns angefreundet. Das Haus über der Bucht von Vromolithos ist ein herrlicher Platz, welcher mich immer wieder über eine Immobilie nachdenken lässt.

Dieser Ausblick!!!
Die Terrasse lädt zum Ouzaka
Verweilen bis zur Dämmerung

Zum Dinner hatten wir uns auf die Taverna „o´Karaflas“ von Dimitris geeinigt, das liegt schließlich gleich um die Ecke und verspricht gute und preiswerte Gerichte!

Wir waren eine große, nette Runde, da auch Angelika, Uli, Werner und Rolands Schwester dabei waren.

So klang der Abend feuchtfröhlich aus, jeder gab seine Geschichten und Anekdoten zum Besten und es wurde viel gelacht. Zumindest Sibylle und ich sind dann wie zwei gefällte Bäume ins Bett gefallen und haben erst mal ausgeschlafen…

Gäääähn, wie spät ist es??? Waaaas? Halb 10? Nix wie raus aus den Federn! Heute sparen wir Zeit, wir gehen auf ein schnelles Sandwich zu „Mikes Cafe“.

Gute Sandwichs in großer Auswahl – zwischen 2.20€ und 4.-€
Halloween, auch hier…

Auch hier war schon zu spüren, Halloween steht vor der Türe. Lakki bereitet sich vor. Sibylle und ich hingegen blicken noch nicht so weit voraus – was wäre heute zu tun? Nach dem gestrigen Abend lag das Thema Haus wieder auf dem Tisch. Sibylle erzählte von einem Objekt welches sie beim Spazierengehen gesehen hätte – wir beschlossen, diese Immobilie mal unter die Lupe zu nehmen!

Noch nicht ganz fertig – aber groß und gute Lage

Schönes Objekt! Leider funktioniert die Webseite sehr bescheiden und wir waren bisher zu faul zum Makler zu fahren. Mal sehen ob wir das noch machen…

So vertrödelten wir diesen Tag, sprachen viel über Pläne, Boote und Häuser. Morgen wird wieder was angepackt, heute lassen wir den Tag ausklingen.

Marina Evros und Lakki Bay

Ich wache auf. Mir fällt ein weiterer 80er Titel ein, der sich als „Ohrwurm des Tages“ festbrennt – Geier Sturzflugs „Brutto Sozialprodukt“. Ich denke mir den Refrain „Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt…“, als mich Sibylles Stimme jäh in die Realität zurückbringt – es wäre an der Zeit mal wieder in die Hände zu spucken und etwas zu tun – an UNSEREM Schiff!!!

Ich erkenne sofort den Ernst der Lage und sage „Ja, Schatz“ – das rettet die Situation. Weil ich im gleichen Moment denke „Scheiße, was mache ich zuerst?“, beschließe ich mit dem Fäkalientank zu beginnen.

An unserem Klo habe ich so ziemlich alles erneuert – nur vom Besten! Es war klar, dass auch ein neuer Tank einziehen darf, welchen ich nach langer Recherche gefunden hatte. Der Tank passt auf´s µ, aber es müssen Anpassungsarbeiten sowohl am Tank als auch an der Einbaulage vorgenommen werden. Weil Sibylle es satt hat auf die offene Wand zu starren, setze ich hier an…

Die Werkzeuge kommen raus – die grobe Arbeit immer zuerst
SIKA – wir werden keine Freunde mehr

Ihr erinnert Euch sicher noch an die vier Halter welche ich letzten Monat vorbereitet hatte. Diese hatte ich, nach einigen Anpassungsarbeiten in der Lücke, an die Stellen anzukleben, an denen später die Befestigungspunkte des Tanks sein sollten – gedacht, gemacht!

Da kommt er rein

An dem Bild kann man recht gut erkennen um was es geht und warum das so lange dauert. Links ist nämlich der Auspuff der Standheizung zu sehen, der musste erst installiert werden, bevor der Tank verbaut wird. Das alles passt nun, ich kann die Halter ankleben. Der Tank muss später mit dem Drei-Wege-Ventil (rechts), dem Absaugstutzen (oben) und der Pumpe zum Abpumpen (nicht im Bild) verbunden werden.

Ich hatte etwas Zeit bis die Halter angetrocknet waren und der Kleber hielt. Sibylle ging wandern, ich habe mir mittags einen Chicken Pie bei Marietta gegönnt.

Ganz frisch aus dem Ofen – ein Gedicht!

Am Nachmittag ging es also weiter. Ich habe für mich beschlossen, das Holz der Halter mit einer Lage Glasfasern einzupacken und mit Epoxy zu laminieren. Sieht sauber aus und schützt.

Was eine Schmiererei

Der Einbauplatz war nun vorbereitet, das ganze Epoxyzeug musste trocknen. Zeit genug also den Tank vorzubereiten und anzupassen.

Ich hatte ALLE Abgänge im Schiff auf TruDesign Kunststoffware umgebaut und wollte auch beim Tank hiervon nicht abweichen. Das war noch recht einfach bei den Anschlussstutzen, hier hatte der Tank vorbereitete Gewindeanschlüsse, welche nur nach Bedarf geöffnet werden mussten.

Leider war keine Öffnung für die Absaugung vorgesehen, da musste ich etwas „basteln“, zudem sollte noch ein Tankgeber (NMEA2000) einziehen…

Wartungsluke / Belüftung / Absaugung / Tankgeber / Zulauf

…dabei hatte ich zwei Challenges denen ich mich stellen musste – zum Einen war der Absaugstutzen sehr nahe an der bereits vorkonfektionierten Bohrung für die Belüftung. Hier konnte ich aber nicht ausweichen, denn das Loch im Deck war ja auch schon da – ein ziemliches Gefummel mit viel kleiner „Schleifarbeit“ also…

Zum Anderen, wusste ich, dass das Tankmaterial Polyethylen (PE) nur sehr schwer kleb- und dichtbar ist. Für den Laien eigentlich NICHT mit Dichtkleber abzudichten. Es muss mit Gummidichtungen oder PTFE Dichtbändern gearbeitet werden.

Ich kann es kurz machen, das hat geklappt!

PANNE – was ein Ärger

Nicht geklappt hat dagegen die Montage des unteren Ablaufstutzens. Was zunächst die leichteste Übung schien, wäre fast völlig in die Hose gegangen – ich habe nämlich beim Öffnen des Lochs einmal kurz nicht nachgedacht und bin von oben ins seitliche Loch gerutscht. Schwer vorstellbar??? Seht hier…

DA soll kein Loch rein!!!

Das Problem ließ sich Gott sei Dank durch einen eingedichteten Verschlussstopfen lösen. Glück gehabt!

Ich fahre zum Baumarkt um mir ein paar Kleinteile für die Halter zu besorgen, dabei fällt mir im Rückspiegel etwas Seltsames auf…

Nanu – eine Ampel???

Eine AMPEL! Auf Leros gibt es keine Ampeln! Ich habe mich schon immer gefragt, wie die Leros Fahrschüler den Umgang mit Ampeln, zum Beispiel in Athen, lösen – es gibt auf Leros keine Ampeln, man kann es nicht üben. Nun frage ich mich, ob die Fahrzeuglenker hier wissen was zu tun ist. Antwort – NATÜRLICH wissen sie es! Aber nicht jeder macht es – wie immer wird blinken, stoppen, Vorfahrt gewähren und eben auch das unbekannte Rotlicht eher als Vorschlagswesen eingeordnet. Die eine Fraktion stoppt, vorwiegend die in Leihwägen, die andere fährt halt vorsichtig weiter – geht auch.

Zurück am Schiff, zurück zum Tank – dieser wird eingebaut!

Passt perfekt – und ist bombenfest

Ich mache alle Schlauchanschlüsse bis auf den Stutzen der Decksabsaugung und führe einen ersten Dichtheitstest der unteren Anschlüsse durch. Passt, alles dicht! Super! Tagwerk geschafft, darauf ein Bier!

…oder 2 – weil sie grad so als Pärchen daherkommen

Tags darauf beginne ich den Tag früh. Werner wird heute abreisen und ich möchte vorher noch den Tank fertig machen. Weil mich der Stutzen für die Decksabsaugung bereits geärgert hatte und ich diesen schon reparieren musste, zudem der Durchmesser (45mm) nicht zu meinem neuen System passte (38mm), habe ich beschlossen, diesen gleich mit zu tauschen.

Dafür musste ich das Deck ein wenig einebnen und zwei Löcher versetzen. Alles wurde dann großzügig mit SIKA verklebt. Das sieht jetzt ordentlich aus und ist für die nächsten Jahre gut. Von unten sah es dann so aus…

Ich wusste, dass dieser leichte Versatz vorhanden ist, hatte vor dem Verkleben des Stutzens angepasst und dann beim Einkleben des Stutzens den Schlauch gleich mit aufgesteckt – der lässt sich natürlich nicht mehr ausbauen ohne den Tank oder den Stutzen zu entfernen – habe ich auch nicht vor.

Das fertige System sieht nun so aus.

Die finale Dichtheitsprüfung durch Auffüllen mit Wasser durch die Decksöffnung bis es zur Belüftung heraussprudelte, verlief positiv – alles dicht. Ich verbaute die beiden Abdeckungen, die Rückwände unserer Dusche, silikonierte die Fugen und habe somit meine Arbeit „versteckt“ – wie so oft sieht man von dem ganzen Aufwand NIX mehr!

Werners Abreise nahte. Hier gibt es eine Anekdote, denn Werner müsste eigentlich schon weg sein. Aber aufgrund des starken Windes ging seine Fähre vor ein paar Tagen nicht – die ganze Reise platzte, der Flug verfiel. Das ist das Kreuz mit der „Insel im Wind“. Nun also ein neuer Versuch…

Servus Werner – bis 2023

Auch an diesem Tag war der Wind stark, es wird doch klappen? Immerhin legte die Fähre in Lakki statt in Agia Marina an, das deutet auf eine Ausnahmesituation hin!

Ein Kuriosum – eine Fähre im Plan, die andere ein bisschen verspätet und schon trifft die Nord- auf die Südlinie. Im Hafen! Was für ein Zufall!

Fast ein Rennen

Adieu Werner, was für eine tolle Zeit mit Dir, Deiner Familie und ALENA – das schreit nach Wiederholung! Auf unseren geplanten Törn in 2023!

Da geht er hin…

Die Reisenden mussten kanalisiert werden, so dass niemand die falsche Fähre erwischt – das klappte griechisch perfekt…

…und schon bald legte der Zubringer Richtung Süden ab, um unseren Freund Werner nach Kos zu bringen. Inzwischen ist er sicher in der schwäbischen Heimat angekommen.

Minuten später geht es weiter

Am Rückweg eine weitere Besonderheit – wir passieren das „Cafe Morano“, es war geschlossen! Ich habe diese Institution, Popis Cafe, NIE geschlossen gesehen! Es war immer unser erster Anlaufplatz und sooft war es der Platz für einen Absacker vor dem Schlafengehen…

Zu, einfach zu…

…und nun? Popis Mann, Nikos, ist im Rentenalter, beide haben beschlossen, die Zeit der Familie zur Verfügung zu stellen. Sie haben das Cafe aufgegeben. Eine Ära auf Leros endet – die Frau mit dem orangen T-Shirt rennt nicht mehr über die Straße um Gäste zu bedienen. Popi war Gast im Videocall zu Sibylles 60. ! Danke dafür und für die vielen netten Umarmungen!

Die Nachfolger sind ein junges Brüderpaar, welches wir kennen und schätzen. Wir wünschen alles Gute und kommen natürlich wieder vorbei!

Tag zu Ende? Nein! Weit gefehlt!

Gewusst wie 😉 !!!

Ich werde ein weiteres Mal zu Hilfe gerufen. Bei der LE CLAPOTIS unserer Stegnachbarn Marijke und Cees aus den Niederlanden, mussten die Propeller des Bugstrahlruders ausgebaut werden, um den Tunnel mit Antifouling zu streichen – leider ließen sich die Anoden, welche die Befestigungsschraube des Propellers abdecken, nicht so einfach abziehen. Ich musste eine Lösung „basteln“ (machmal fühle ich mich wie eine Mischung aus Wickie und McGyver)

Hat funktioniert…

Abermals hat das Glück geholfen – eine große Schraube ließ sich unter sanfter Gewalteinwirkung in das Loch eindrehen und diente so als „Abzieher“. Hat geklappt und schon wenig später konnten wir Vollzug melden.

Das brachte uns eine Einladung zum Dinner ein – sehr gerne genommen, wir haben uns sehr gefreut!

So kam es, dass wir uns zu viert in ein viel zu enges Taxi gezwängt haben, um damit zur Taverne des Glatzkopfes zu fahren. Ich möchte Euch das Bild nicht vorenthalten, obwohl ich es verwackelt habe. Aber es zeigt irgendwie den „Spaßfaktor“!

Bei „o´Karaflas“ angekommen, baten wir den Chef um ein Erinnerungsfoto für die bereits länger in Deutschland verweilenden Freunde Gabi und Gottfried – gesagt, getan – die Retourgrüße aus good ol´ Germany ließen nicht lange auf sich warten…

Da schmeckt der Ouzo

Am nächsten Tag schon hatte der Holländer seine Aufgabe erledigt und den Tunnel des Bugstrahlruders gestrichen. Da er nicht alles nötige Werkzeug zum Zusammenbau zur Verfügung hatte, wurde mir abermals augenzwinkernd signalisiert, dass meine Hilfe gerne genommen würde – ok, dann aber gleich. Bald schon war an der LE CLAPOTIS der Job erledigt, das BSR tut wieder.

Ich muss zur Post! Nein, nicht zur Post, ich muss zu ACS, einem griechischen Kurierdienst, der auch eine Filiale auf Leros hat. Ich habe eine Versandbenachrichtigung bekommen.

Natürlich wusste ich was in dem Päckchen war, es waren meine lang ersehnten Dufour Patches für das Heck und die Seiten des Deckaufbaus. Diese habe ich, nach einem Ratschlag aus der Facebook Dufour Gruppe, bei einem Printshop in Lefkada anfertigen lassen.

Perfekt geworden

Die neuen Schilder dienen als Ersatz für die alten, etwas abgewirtschafteten Embleme. Ich vertrete dabei die Ansicht, dass das Schiff auch außen etwas „mehr hermachen“ muss. Wir investieren viel Geld für Dinge die man zu 90% nicht sieht – die Optik darf nicht leiden.

Muss weg!

Solche kleinen Aktionen habe ich mir jetzt mehr und mehr überlegt – seid gespannt, was ich hier noch alles umsetzen werde um NESSAJA nicht nur wertiger und praktischer, sondern auch schöner zu machen.

Der Tag endete wie so viele andere auch, mit einem wunderschönen Sonnenuntergang über der Einfahrt zu Lakki Bay – unser tägliches Schauspiel.

Der neue Tag startete mit einem „Spektakel“ – ein Mast wurde gestellt. Ok, so besonders ist das auch wieder nicht, aber es kommt in unserer Marina eben nicht alle Tage vor. Da wir keinen Mastkran haben, muss der Kranwagen der Insel kommen – ein Spektakel, wie gesagt.

Da hängt der Spargel

Unser Freund Johannes war zur „Wiesn“ in München und zwischenzeitlich wieder angekommen. Auch bei seiner ALEXIA soll der Mast gelegt werden, um das stehende Gut, all die Stahlseile die den Mast halten, auszutauschen. Ich persönlich war interessiert, schon alleine um Johannes Willen, um zu sehen wie der Prozess abläuft und welche Schritte nötig sind um so einen 20m Spargel behutsam abzulegen.

Johannes selbst war aber entspannt, weniger interessiert und verschlief die Aktion. Na egal, wird schon gutgehen. Inzwischen ist er wieder in München und wartet, dass die Werft seinem Wunsch entspricht.

Wir fahren gegen Mittag nach Agia Marina um Angelika und Uli zu verabschieden.

Agia Marina Hafen
Die Community schrumpft

Wir stehen zusammen, wünschen uns alles Gute, frohe Weihnachten, einen guten Rutsch ins neue Jahr und frohe Ostern. Es wird zur Debatte gestellt, sich in Düsseldorf zur „boot“ zu treffen. Natürlich tauschen wir Anekdötchen aus und zelebrieren den Abschied.

Sibylle und ich erinnern uns aber auch, dass es normal immer wir waren die verabschiedet wurden. Diese Zeit ist vorbei.

Die Crew der JASPER besteigt die Fähre und tritt ebenfalls über Kos den Heimweg an, auch hier klappt alles wie am Schnürchen.

Das Taschentuch wird geschwenkt und auch wir, die wir noch bleiben dürfen, winken den Freunden hinterher.

So, genug gewunken! Was steht an? Das Bad im Meer, diesmal am anderen Ende der Insel. Ok, nix wie hin – die Badesachen haben wir ja schon dabei 😉

Nur die Harten kommen in den Garten

Roland und ich wagen den Sprung ins kühle Nass, die Damen halten sich vornehm zurück. Nein, nur eine nicht – auch Rolands Schwester schwimmt ein paar Bahnen, sie nutzt die Gelegenheit, denn schon zwei Tage später würde auch sie abreisen.

Wir fahren zurück in die Marina, gehen duschen und treffen rechtzeitig auf der AEGEAN BLUE ein, dort waren wir zum Apero geladen.

HR39, da bin ich inzwischen „Experte“ 😉

Was folgte, waren ein paar seeeehr lustige und kurzweilige Stunden mit Christa und Rinaldo. Deren Schiff wird auch bald an Land gestellt, die Beiden reisen jedoch erst in der ersten Novemberwoche ab.

Ich genieße solche Stunden total, denn man lernt die Menschen, die man vorher nur flüchtig kannte, besser, detaillierter kennen. Man erfährt Privates und aus Nachbarn können so Freunde werden. DAS ist eine ganz wichtige Komponente unseres neuen Lebens 2.0 – Danke ihr Beiden für die nette Einladung!

Der Tag neigt sich dem Ende zu, wir sagen „Gute Nacht“ zu unseren Gastgebern und ziehen uns auf NESSAJA zurück.

Wir haben die Regel „Fernsehen erst ab 01.November“ gebrochen und sehen seit ein paar Tagen am Abend wieder YouTube Videos anderer Segler an.

Beim Aufholen unserer persönlichen Sommerpause, stolpern wir in einer Folge der „Bootsprofis“ über den Kauf der BE HAPPY von Andrea und Jürgen. Die Beiden haben den Kat hier in Leros gekauft und sind inzwischen unterwegs – wir durften sie im Winter 2020 / 2021 kennen lernen.

Andrea mit Hendrik

Neuer Tag, neues Projekt – Sibylle mahnt zur Fortsetzung der Arbeiten an unserem Zuhause. Das nächste Projekt heißt „Dieseltank“! Dafür gibt es zwei Gründe…

Zum Einen der leicht nachvollziehbare. Wir hatten bei der letzten Fahrt einen kleinen Aussetzer, ich habe daher beschlossen nicht zu tanken, den Tank nach sieben Jahren Eignerzeit einmal zu reinigen und von leer an komplett neu zu füllen. Es sollte in diesem Zug ein lockerer Absperrhahn ausgebaut, neu abgedichtet und wieder fest eingebaut werden. So weit so gut!

Der zweite Grund – und das ist mein Ernst – ist der, dass hier in der Marina immer wieder diskutiert wird, wie zu handeln wäre, wenn der osmanische Nachbar seine Drohungen ernst macht und die Dodekanes Inseln annektieren würde? Das glaubt zwar niemand ernsthaft, dennoch ist es in der heutigen Zeit ein nicht unmögliches Szenario – ich möchte dann zumindest nicht mit leerem Tank dastehen.

Zum Betreiben der Dieselheizung brauche ich das wertvolle Öl ohnehin – also auf ans Werk!

Die IST-Situation

Der vordere rote Hahn ist locker und muss raus – man kann aber weder den Hahn am Fitting drehen, noch das Fitting am Tank – alles steht irgendwo an. Ja verdammt nochmal, kann denn nie was klappen???

Ich überlege rum und schraube hier, schraube dort – um nach einer Stunde meiner ersten Idee zu folgen und ein Fenster in die Trennwand zu schneiden…

Und bist Du nicht willig…

…jetzt ließ sich der Absperrhahn frei drehen und dem Ausbau stand nix mehr im Wege. Es versteht sich von selbst, dass meine vorherigen Versuche dem widerspenstigen Riegel ziemlich zusetzten und sich der Tausch anbot.

Danach wurde die Wartungsluke geöffnet – das erste Mal nach sieben Jahren…

…sah gut aus! Ein bisschen Schmutz, nicht zuviel – und keine „Dieselpest“. Die gefürchteten Bakterien haben sich fernhalten lassen, bei uns bisher ohne Chemie.

Wir pumpten den Tank leer, es waren noch gut 20 Liter im Tank. Alles gut also??? Nein! Eigentlich nicht! Es war kein Indiz zu erkennen, warum mein Motor einen Aussetzer hatte. Es sei denn, er hätte zuviel gebraucht, oder ich mich total verrechnet oder der Tank wäre kleiner – aber das Typenschild sagt eindeutig – 230 Liter!

Am Rand des Tanks war noch ein kleines Gehäuse – ein Filter? Nein, ein De-Contaminator. Ein WAS??? Eine Google Recherche ergab, dass dieses „Gerät“ den Diesel mittels Magnete decontaminiert. Ok, Mumpitz, Humbug – daran glaube ich nicht! Dennoch zerlege ich Pandoras Büchse…

Oooops

Was zum Vorschein kommt lässt mich staunen. Egal wie es funktioniert, egal ob es hilft – ich reinige das Teil und lege für mich fest, den Fehler gefunden zu haben.

Für den Zusammenbau brauche ich eine Gummidichtung für die Wartungsluke, die schneide ich mir selber.

Selbstbaudichtungen – ich erinnere mich an mein früheres Leben

Sibylle und ich bauen alles wieder zusammen, machen sauber und lüften. Wir tanken exakt 20 Liter und starten den Motor der einwandfrei läuft. Wir lassen den Jockel 10 Minuten in die Heckleinen eindampfen und prüfen die Dichtheit des Leitungssystems – alles top!

Tagwerk geschafft, Sibylle geht joggen, ich gönne mir einen Meat Pie bei Marietta!

Ein Gedicht!

Der scheint nicht nur mir zu schmecken – bekomme ich doch unversehens einen Essensgast. Hallo Katze, ja ich mag Dich auch – aber von meinem Meat Pie gebe ich nix her, sorry!

Nene…

Ich kläre am Rückweg die Bestellung von ca. 200 Liter biozidfreiem Diesel bei der örtlichen BP. Man sagt mir zu und würde sich melden wenn man käme.

Leider höre ich das Klingeln des Telefones nicht, als ich beim Duschen bin. Bereits am gleichen Abend überrascht mich der Tankwagen und wir füllen exakt 208 Liter ein, als ein Tropfen Diesel aus der Belüftung tropft. Passt perfekt, Belüftung funktioniert, Tankvolumen passt und ich habe zum ersten Mal entspannt und pannenfrei getankt – auch der Wechsel des Belüftungsventils hat geholfen.

Die Dichtheitsprüfung zeigt – alles dicht! Ein guter Tag, ich sacke zufrieden ins Bett.

Ein kurzer Exkurs in Schiffstechnik – es gibt eine Werft, Amel, die baut sehr hochwertige und taugliche Seeschiffe. Um ein Risiko von Wassereinbrüchen zu reduzieren, sind bei diesen Schiffen nur wenige Auslässe unter der Wasserlinie. Für viele Abläufe gibt es eine Art „Brunnen“ aus denen heraus vornehmlich sogenanntes Grauwasser abgepumpt wird. Das müsst Ihr wissen bevor ich Euch unseren Start in den neuen Tag erkläre.

Neben uns liegt immer noch LABRICOLE, das Schiff der Italiener, welche sich für Ende September angekündigt hatten. Bisher waren sie nicht hier, wir dachten zunächst, dass sie nicht mehr anreisen würden.

Nun sind die beiden aber doch noch angereist und seit ein paar Tagen unsere Nachbarn. Sie bereiten LABRICOLE (was heißt das eigentlich?) auf den Winter vor, sie würde an Land stehen. Begrüßt hat man uns mit Umarmung und Baci – die Küsschen fliegen durch die Luft wie Ramschware. Insgesamt sehr nette Leute, sie haben ja auch mein Bild im letzten Monat wieder gerade gerückt.

Dumm nur, dass der Mann auf LABRICOLE eben genau der Mauro ist, zu dem der Schreihals gehört, den ich im letzten Monatsbericht schon vorgestellt hatte. Er baut sich immer neben UNSEREM Schiff auf und schreit quer über unser Deck nach seinem Ragazzo. Ginge er 5 Meter weiter könnte er klopfen – ob ich es ihm mal sage?

Nun gut, Sibylle und ich sitzen während dieser Ausgangssituation beim Frühstück, es war schon etwas später, vielleicht kurz nach 09.00 Uhr, als uns ein bekanntes Geräusch aufmerksam machte – plöppschlürf, plöppschlürf, plöppschlürf, plöppschlürf…

Ah, die bekannte Pumpe der Amel pumpt wohl wieder das Grauwasser raus, die Nachbarn scheinen Geschirr zu spülen. Aus der Ferne kommt der Schreihals angewackelt…

Ach du Scheiße…

…plöppschlürf, plöppschlürf, plöppschlürf – ich traue meinen Augen kaum! Fallen da doch Kakabrocken die Bordwand runter?! Ich drehe mich zu Sibylle und reibe mir die Augen. Ein erneuter Blick beweist – die schmettern ins Hafenbecken! Am hellichten Tag, während wir frühstücken!

Mir schwillt die Halsschlagader und ich setze zu einem Urschrei an. Im gleichen Augenblick kommt der Plärrer und setzt an Mauro zu rufen. Wir sehen uns in die Augen, ich sage ganz ruhig zu ihm „your friends shit into the sea, not so cool!“ Er überzeugt sich mittels Kontrollblick, sieht sowohl Bröcklein wie auch Klopapier schwimmen und klopft! Er klopft! Mauro kommt, es folgt eine Auseinandersetzung in Italienisch – kurz danach legt LABRICOLE ab. Es flogen keine Baci, man hat sich nicht verabschiedet. Heute steht LABRICOLE an Land, sowohl die Kacker als auch der Schreihals sind wieder zu Hause – Mammamia, mehr fällt mir nicht ein!

NESSAJA in voller Pracht – hier wohnen wir, so dürft ihr Euch das vorstellen

Wir hatten ein bisschen Kummer an unserem Platz. Ich habe links von mir einen Meter zur Mauer, das ist MEIN Meter, mein Sicherheitsabstand, meine Garantie, dass NESSAJA an dieser Flanke sicher ist. Leider kommt der ganze Steg bei Westwindlagen der Mauer näher, manchmal so nah, dass mein Meter nicht mehr reicht.

Ich kann mich gegen die Mauer mit zwei dicken Fendern gut wehren, aber die anderen Schiffe drücken die arme NESSAJA an der Hüfte.

Gut, wenn die Marina was tut…

DAS nenne ich Kette

Man wusste um das Problem und hat einen Schwerlastsack voll mit einer Monsterkette kommen lassen. Seither ist täglich der Taucher hier, welcher die Verankerungsketten des Schwimmsteges erneuert, Kette für Kette! Eine mühsame Arbeit, es ist aber hochinteressant zuzusehen und man spürt die Verbesserung täglich! Danke an die Marinaleitung!

LABRICOLE ist weg, was mache ich mit dem Tag? Während ich noch sinniere, schallt es aus der Küche „das Gas ist leer!“ Sibylle bäckt Brot und kann das gar nicht brauchen – der Arbeitsauftrag ist quasi erteilt!

Doch wie kann das sein? Wir haben doch erst vor 10 Tagen die Flasche gewechselt? Mir fällt wieder ein, dass das Aufschrauben der Flasche irgendwie schwer, hakelig ging. Wir erinnern uns, dass Sibylle verrußte Töpfe beklagt hat – hängt das zusammen?

Ich prüfe die Flasche, leer! Tatsächlich! Hilft nix, ein weiterer Tausch findet statt, diesmal ist der Regler leicht anzuschrauben, die Töpfe bleiben rußfrei.

Da ich ja die ganze Anlage erneuert habe und auch nach deutschen Vorschriften aufgebaut habe, kommt prinzipiell kein Zweifel an der Dichtheit des Systems auf. Eine Gasprüfung gibt es aber in Griechenland nicht – so greife ich, der Sicherheit halber, nach dem Lecksuchspray und mache mich auf den Weg um eine Schlauchverbindung nach der anderen auf Dichtheit zu testen. Sieht aber alles gut aus!

Wir fahren in die Stadt um einzukaufen und bemerken, dass Lakki sich herausputzt!

Am 28.10. ist „Oxi-Day“, der Tag an dem Griechenland NEIN zu Mussolinis Aufforderung zur gemeinsamen Sache gesagt hat. Dieser Tag ist seither Nationalfeiertag.

Familienfeiertage gab es bei uns gleich zwei – heute hat Sohn Stefan Geburtstag, wir schreiben den 26.10., was wir bei einer Videosession auch feiern so gut es eben virtuell geht.

Am Oxi-Tag dann feiert Enkelchen Otto, auch hier ist ein Videocall geplant, weil die Oma zusehen möchte wie der Pimpf in das geschenkte Ritterkostüm schlüpft.

Der Abend klingt ruhig aus…

Ende Oktober – kann man noch baden? Das probieren wir aus.

Ja, geht noch und das Wasser ist nicht spürbar abgekühlt – nächster Versuch also im November. Mal sehen wie lange wir, respektive ICH das so durchziehen können.

Der Enkelgeburtstag ist gekommen. Sibylle ist aufgeregter als ich und vermutlich auch als das Geburtstagskind selber. Wenn Wichtiges ansteht, nämlich der Call nach Deutschland, dann darf das Frühstück schonmal etwas schmäler ausfallen…

…vielleicht doch fasten???

…umso entspannter dann die Gesichtszüge, als der nun Fünfjährige endlich am anderen Ende der Leitung (sagt man das noch?) ist und auch klar wird, dass das ersehnte Kostüm passt!

Extra den Wecker gestellt – vor dem Kindergarten

Das Glück war vollkommen, als Schwiegertochter Sonja verlautbaren ließ, dass der Bengel den ganzen Tag als königlicher Ritter mit Krone unterwegs war. Hach, noch einmal Kind sein…

„Verkleidungen“ ganz anderer Art konnten wir am Vormittag bei den Feierlichkeiten zum Oxi-Tag sehen.

Diese Art Anzug ist leider alles andere als eine Verkleidung – es ist ein ernstzunehmendes Statement. Die Feierlichkeiten waren sehr offiziell und dabei militärisch geprägt.

Hier ein paar Impressionen…

Einheiten aus Leros
Die ganze Insel war auf den Beinen
Militär und Kirche
Die Jugendgruppen
Klein und groß
Vereine

Beeindruckt kehren wir zu NESSAJA in die Marina zurück. Ich wollte noch ein bisschen was tun, den Nachmittag sinnvoll nutzen.

Dabei überlege ich immer, alle Arbeiten welche außen stattfinden und an schönes Wetter gebunden sind, z.B. weil SIKA trocknen muss, zeitnah zu erledigen.

So entscheide ich heute, endlich die Box für die alte Außendusche zu tauschen. Das Ersatzteil liegt schon lange herum.

Nicht mehr schön…
…und fliegt daher raus!

Ich baue die alte Box aus und habe Mühe, mit der neuen V4A Box, welche eigentlich viel größer ist, den alten Ausschnitt abzudecken – dennoch ist es gelungen. Ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen – schöner und funktioneller!

Hinter der spiegelblanken Klappe verbirgt sich nun ein vollwertiger Einhebelmischer mit Warm- und Kaltwasser, sowie eine wertige Brause mit längerem Metallschlauch – das sollte ein Komfortgewinn sein.

Soweit der Plan – offen gesagt, hinter der Klappe ist es jetzt noch leer. Ich werde die Wasseranschlüsse an einem Regentag umbauen, es ist dann eine Arbeit in der Backskiste.

Der Monat neigt sich dem Ende zu, der Platz neben mir ist noch frei. Ich hoffe, dass dies so bleibt und spreche bei den Marineros vor. Man tut, als hätte man mich verstanden und sagt zu, mir „den Platz“ zu lassen.

Sibylle ruft: „Komm´ hoch, wir bekommen neue Nachbarn!“ Häääh, aber die haben doch gesagt…

Als ich hochkomme steht der Chefmarinero bei uns am Boot und sagt stolz lächelnd „…SUNNY SIDE UP, ok Captain?“ Ich verstehe was er meint – die SUNNY SIDE UP ist das Schiff unserer Freunde Mireille und Roland, das Schiff ist älterer Bauart und für die Länge etwas schmäler – mir würde also „der Platz“ bleiben. Ok, das ist vielleicht die allerbeste Lösung – beide Flanken geschlossen und auf der einen Seite ein Schiff von Freunden die wir ansprechen können – der Winter kann kommen.

Platz zwischen den Schiffen, kein Fenderquietschen
Platz für´s Dinghy – perfekt!

Wir helfen beim Anlegen und nutzen die Gelegenheit um die Beiden zum Dinner an Bord von NESSAJA einzuladen. Endlich können wir uns für die netten Abende und Aperos im Haus der Freunde revanchieren.

Ein geselliger Abend – und Süsses von Repapis

Die wiederum, sorgten in Form eines Mitbringsels aus der Zuckerbäckerei für das perfekte Dessert – eine Köstlichkeit, die Sibylle und ich noch nicht kannten.

Es begann der letzte Tag des Monats Oktober – die „Boys of Summer“ waren alle sicher zuhause angekommen, die Community formiert sich neu. Wir lernen ein junges schweizer Paar kennen, welches am Schiff lebt, jetzt aber erst einmal für ein paar Wochen nach Hause fährt.

Wir machen zudem Bekanntschaft mit Thomas und Irene auf ihrer FINI. Die beiden Österreicher leben ebenfalls am Schiff und sind nur im Januar / Februar für sechs Wochen zuhause.

Viele Freunde sind noch bis Mitte November hier, andere gar bis Mitte Dezember. Susanne möchte auch Mitte November noch einmal nach Leros kommen – es wird nicht langweilig!

Electra – DU hier????

Inzwischen kann ich mich mit der Frage beschäftigen, ob es eine gute Idee war, dem Marinahund Electra beizubringen, wie sie unser Schiff entern kann. Kaum verstanden, dass die wacklige, weil schwebende, Brücke keine Gefahr darstellt, hat sie sich ihren Platz gesucht und ein paar Streicheleinheiten abgeholt. Die weiß eben wie es geht…

Als der Hund wieder abzischt, beschließe ich meiner NESSAJA auch noch etwas Liebe angedeihen zu lassen. Ich widme mich den 230V Schaltern, bei denen an einigen die Beleuchtung nicht mehr geht.

Das sind so Kleinigkeiten wie ich sie liebe. Natürlich gibt es diese Schalter nicht mehr – aber der Hersteller produziert noch. Recherchearbeit, Bestellungen – 6 MONATE Lieferzeit, Mindestabnahmemengen…

Dann aber hält man die begehrten Teile, oder zumindest sehr ähnliche, in der Hand und kann diese verbauen.

Tut wieder, so will ich das…

Sibylle beschäftigt sich inzwischen mit der „Nabelschnur zur Welt“ – Fluch und Segen das Teil. Ich frage mich manchmal was aus der Welt ohne die Erfindung des Internets oder der mobilen Endgeräte geworden wäre.

Ich möchte am letzten Tag des Monats noch ein offenes „Fremdprojekt“ abgeschlossen wissen und vereinbare einen Termin bei Giorgos in dessen Werkstatt „Boat & Parts“. Ich muss noch die Seewasserpumpe der ENJA instandsetzen und brauche zum Polieren der Welle und Umpressen der Lager die Hilfe von Giorgos.

Wir treffen uns um 18.30 Uhr, spätestens!

DAS mag Sibylle nicht!

Sibylle fährt mit, weil Giorgos´ Frau Katerina mit den Kids auch kommen würde, wir wollen uns zum Essen verabreden. Leider war, als wir ankamen, niemand da – nicht gut! Das mag Sibylle nun gar nicht!

Gott sei Dank kam der Schrauber schon fünf Minuten später und wir starteten die Reparatur der Pumpe…

Abbeizen und reinigen
Neue Lager
Welle poliert und Teile vormontiert

Wir fahren zurück und während Sibylle kocht, montiere ich die Pumpe final und melde Vollzug an den Besitzer. Der Rest passiert wohl 2023 – oder???

Einbaufertig

Wir essen zu Abend und schauen dann noch ein bisschen YouTube. Diesmal sehen wir ein wenig bei Julia und Markus rein – sie haben jetzt auf Basis ihrer Reise mit INSIEME einen Blauwasser-Beratungskanal gegründet. Ob ihre Erfahrung dafür ausreicht? Man wird sehen.

INSIEME

Ich erfahre von den Beiden, dass externe Berater für Spezialthemen gesucht werden. Es rührt sich das Teufelchen in meinem Kopf – ob ich mal anfragen soll???

„Mario, ihr Fachmann für Fragen rund um den Dieselmotor, dessen Überholung und Abdichtungssituationen an Schiffsmotoren“

Klingt gut! Was meint Ihr???

Der Monat endet in dieser Nacht – Halloween! Wie immer bedanke ich mich bei Euch für das Durchhaltevermögen beim Lesen. Kurze Texte kann ich nicht, sie sind weniger aussagekräftig, ich finde, dass man nur mit der Kerniformation keine Emotionen und Gedanken transportieren kann.

Das Schreiben des Blogs „kostet“ mich jedes Mal zwei volle Tage – diese investiere ich in „mein Tagebuch“ und für Euch, die Ihr uns folgt – um Euch teilhaben zu lassen, um Präsenz zu zeigen. Ich hoffe, Ihr habt weiter Spaß daran.

Ausblicke 2023!

Grobplanung

NESSAJA wird 2023 segeln! Ich werde über den Winter alle Arbeiten vollenden und Euch darüber auf dem Laufenden halten.

Wir planen eine große Runde durch die Nördliche Agais, hoch bis Thessaloniki. Dann, so der Stand der Dinge heute, werden wir nach Leros zurückkehren.

Eine weitere Option wäre es, die oben gezeigte Route zu erweitern und durch das Mittelmeer bis zu den Kanaren fortzusetzen. Dort könnten wir die MAXI zur Atlantiküberquerung treffen.

Oder etwas dazwischen – da müssen wir intern noch Einiges besprechen.

Wir werden Weihnachten und Silvester in Griechenland verbringen. Sibylle wird dann im Januar für zwei Wochen nach Deutschland reisen.

Wir bekommen ein Auto 😉 und vielleicht wird die GS eine Griechin.

Viele Entscheidungen, Optionen, Alternativen – wir lassen Euch weiter teilhaben und freuen uns über jedes Feedback.

Ganz herzliche Grüße aus Leros, passt auf Euch auf und bleibt uns treu.

Die NESSAJA Crew, Sibylle & Mario

September 2022 – Imagine

Es ist der erste September – der Hochsommer klingt diesen Monat aus. Wir sind diese Nacht von unserer Urlaubswoche auf Karpathos zurückgekehrt und recht spät und todmüde ins Bett gefallen. Ich wache als erster auf und freue mich auf mein Bad am Panteli Beach. Verschlafen krabble ich aus den Federn und brummle mit der treuen GS an den Lieblingsstrand…

Belebend – der Sprung ins Meer macht wach

Ich sitze bei meinem Cappuccino und lasse die Seele baumeln – die Gedanken fliegen und ich genieße die Ruhe!

A L L O R A…

Jäh werde ich aus meiner Gedankenwelt gerissen – ein Mann schreitet den Strand entlang. Er ist außer mir der einzige Mensch weit und breit, warum, um Gottes Willen, schreit er so???

Er telefoniert!

Das Eine ist für´s Ohr, das Andere zum Reinquatschen!

In dieser Sekunde entscheide ich, dass „Sound of Silence“ der Headline Titel für den Monat September wird! Warum ich nun, heute Morgen, am 08.10. (ich entschuldige mich für die Verspätung), quasi in letzter Sekunde, eine andere Entscheidung getroffen habe, erfahrt Ihr im folgenden Monatsbericht für den September 2022.

Schön, dass Ihr wieder reinschaut, schön, dass Euch unser Tun weiterhin interessiert.

Ich habe diesmal hoch gegriffen und „Imagine“ von John Lennon als Headliner ausgewählt. Der Song wurde vom Magazin „The Rolling Stone“ zum drittbesten Song aller Zeiten gekürt und ich habe bei meiner Recherche ein Zitat gefunden in dem es sinngemäß hieß „…John Lennon konnte nicht ahnen, dass wir 2022 seinen Song Imagine dringender brauchen denn je…“ Ob man das wirklich so sagen kann weiß ich nicht sicher, aber es ist bestimmt etwas dran!

Imagine there’s no countries
It isn’t hard to do
Nothing to kill or die for
And no religion, too

Imagine all the people
Livin‘ life in peace You

You may say I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope someday you’ll join us
And the world will be as one

A L L O R A – abermals schreit der rüstige Rentner in sein Telefon. Mir fällt auf, dass er auf Lautsprechen geschaltet hat und vor meinem Stuhl – auf dem ich immer noch sitze um in Ruhe meinen Cappuccino zu trinken – auf und ab geht. Warum tut man das? In das Telefon spricht man unten rein und oben kommt der Ton raus, es ist dafür gebaut, dass man es ans Ohr hält!

Nicht so mein italienischer Strandfreund vom ersten September 2022 – er plärrt weiter in sein Telefon und sprengt meine Morgenruhe – ich fahre heim und frage mich unentwegt – was bedeutet „Allora“?

Hierzu weiß Google Antwort!

Was meint der Italiener mit Allora?

Konjunktion: „nun, also“

Das trifft auch auf das Wort allora zu, das dein italienischer Gesprächspartner vor dir in die Länge ziehen wird, bevor er zu einem fulminanten Satz anhebt.

Ich murmle leise (deutsche) Flüche vor mich hin, verzichte auf einen fulminanten Satz in Richtung des Amici und verlasse den heute so ungastlichen Ort um zurück zu meiner lieben Frau zu fahren, am Weg genieße ich die Stimmung über der Vromolithos Bucht.

September, Morgenstimmung

Ihr merkt schon – ich bin ein bisschen aufgeladen! Die Monate Juli bis Mitte September waren nicht immer einfach für uns. Es fehlte die Fluchtoption. NESSAJA ist nicht fahrbereit, wir wohnen in der Marina. Das kann man sich vorstellen wie auf einem Campingplatz, mit allen Vor- und Nachteilen! Auch darüber wird dieser Blogbericht handeln – ich werde versuchen einen kleinen Appell für Tugenden wie Rücksicht, Fairness, Solidarität, etc. auszusenden. Im Kleinen anfangen – IMAGINE…

In dieser Stunde wurden meine Flüche von einer höheren Macht wohl als gewichtiger eingestuft als mein hehrer Ansatz für einen besseren Umgang der Menschen untereinander – die Strafe folgte stante pede, mein Motorrad eierte plötzlich verdächtig. Die Ursache war rasch gefunden.

Wie kommt so ein Nagel in den Pneu

Ein ca. fünf Zentimeter langer Nagel steckte in einem meiner guten Michelin Pneus – in Deutschland bei einem Motorrad der Tod des Schlappens, wird hier in Griechenland kurzerhand ein Flickstöpsel von außen!!! in den Reifen gezogen. Dieser selbstklebende Pfropfen verschließt das Loch und ich konnte 3.-€ und fünf Minuten später weiterfahren. Mein Dank gilt der BP Tankstelle in Lakki!

Zu viel Aufregung für den ersten Morgen nach der Rückkehr – Zeit für ein geruhsames Frühstück. Ich komme wieder am Schiff an.

NESSAJA der schwimmende Wäscheständer

Sibylle war in der Zwischenzeit nicht faul – das Frühstück nebst Kaffee bereitet, die Betten abgezogen und die Bezüge schon in der Maschine, der Wasserschlauch hängt in den Tanks und wir müssen…

STOP! Ihr solltet wissen, es ist eine Marotte von Sibylle, dass sie immer nach einer Rückkehr nach Hause den Drang hat, innerhalb von Stunden einen großen Rundumschlag in Sachen Haushaltsleistungen zu setzen. Dieses Handeln, gegen welches ich per se nichts habe, wird meist begleitet durch die Formulierung „WIR müssen“. Ok, nach 20 Jahren kenne ich meinen Part und folge (meist) – so auch heute, aber erst NACH dem Frühstück!

So MÜSSEN wir beispielsweise zu Susannes Haus um dort während Ihrer Abwesenheit den Feigenbaum abzuernten – da helfe ich doch gerne, bin ich doch schon wenige Tage später der Nutznießer der Aktion 😉

Mit dem Bike nach Xirokampos…
…um dort Feigen zu pflücken – Marmelade, yummie!

Harte Arbeit wird entlohnt, das ist eine eherne Regel, welche auch heute nicht gebrochen wird – so geht sich schon bald nach dem Feigenpflücken und dem Wäscheaufhängen ein Belohnungseis aus. Diesmal im „Sorbet“, wo die Wahl auf die paradisische Kombination Salted Caramel & Caramelized Peanut fällt…

Das „Sorbet“ in Panteli
Einfach gut – Eiscreme, homemade

Wir mussten noch einkaufen, unsere Taschen mussten ausgepackt werden – dann waren wir fertig, angekommen, zurück im Alltag. Ja, es ist Alltag hier, wenn er auch sehr süß schmeckt. Wir verabreden uns mit Freunden, um am Abend das Fischerfest in Panteli zu besuchen. Wir wussten, dass dieses heute stattfindet und haben alles daran gesetzt um rechtzeitig zurück zu sein – wir wollten dabei sein!

So sind wir schon zeitig zum Strand, um ein Feierabendbier zu genießen und die Lage zu sondieren.

So geht´s – das Ende wo der Ton rauskommt muss ans Ohr

Sibylle empfängt noch Anrufe von der Familie, man erkundigt sich ob wir gut zurück seien und ob alles ok sei. Dies deshalb, weil ja zur Monatsmitte unsere Reise nach Deutschland ansteht, wir sind abermals Gäste auf einer Hochzeit eines der Kinder.

Die Nacht bricht an, das Fischerfest beginnt…

Gleich um die Ecke führen ein paar Fischer die Anwendung eines Netzes vor und legen selbiges in der Bucht aus, um es kurze Zeit später an den Strand zu ziehen.

Ein guter Fang – man glaubt es kaum!

Der Fang war, für den Ort und die kurze Zeit, durchaus beachtlich. Interessant, das einmal zu sehen, es sammelten sich auch etliche Schaulustige um die Netze.

Die Grills waren voll – Fisch und Souvlaki

Wir aßen etwas, trafen Freunde und Bekannte, tranken noch ein Bier und a Glaserl Wein und sahen dem bunten Treiben und den Tänzen zur Live-Musik etwas zu…

Natürlich wurde getanzt
Es war richtig was los – sehr gute Organisation

Wir sind nicht zu lange geblieben, erstens waren wir müde – die lange Fährfahrt steckte uns noch in den Knochen, zweitens wussten wir, dass die Covid Zahlen in Griechenland, so auch auf Leros, wieder am steigen sind. Keine schweren Fälle mehr, wir waren nicht besorgt, aber im Hinblick auf die Reise zur Hochzeit abermals ein Grund vorsichtig zu sein – zumal Covid bei uns am Steg angekommen war. Ein befreundetes Paar war positiv getestet, hatte sich selbst isoliert und wartete auf Genesung – ihr ging es dabei recht gut, er hatte etwas mehr wegzustecken. Es war dabei sehr schön, mitansehen zu können wie die Steggemeinschaft ausgeholfen hat und sowohl Besorgungen als auch Einkäufe für die Beiden erledigt hat – IMAGINE…

Ein neuer Tag, ich widme mich den Baustellen! Sehr zu Sibylles Leidwesen leider nicht immer den meinen 😉 – zuerst war Hans-Peter dran, für den noch die, inzwischen fertiggestellte, Klappe für seine Navigationselektronik zu montieren war.

Passt gut – besser als neu!

Eine Arbeit die man durchaus alleine erledigen kann – aber wie heißt es so schön? Viele Hände, schnelles Ende oder geteiltes Leid ist halbes Leid oder, oder…

Wie auch immer, zusammen haben die Klappe rasch montiert, die Geräte können eingebaut werden.

Die beiden Riegel, die am Bild gut zu sehen sind, mussten beschafft werden, der Weg zum Baumarkt von Andreas Kritikos ist nicht weit – könnte also alles ganz schnell gehen, wenn da nicht…

Parken für Dummies

Zum Verständnis – im Prinzip ist es mir total wurscht wer wo parkt. Ok, wenn die Marina extra ein Schild aufstellt, dass Parken für PKW hier nicht erwünscht ist, könnte man das beachten – ist aber nicht mein Thema. Das wurde es leider, weil gewöhnlich die Zweiradfahrer, sofern sie nicht am Fußweg bei den Stegen parken wollen, ihre Fahrzeuge exakt dort abstellen – sieht man ja am Bild.

Mein Bike stand hinter dem weißen Fahrrad im Schatten und es hat ein bisschen Kraft und Aufwand gekostet, es aus der Lücke heraus zu bekommen. Dass ich es nach meiner Rückkehr in der Sonne parken musste ist wohl kaum erwähnenswert.

Im Augenwinkel sehe ich das I am Kennzeichen und denke an den Telefonmann vom Pantelistrand. Zufall? Ich weiß es nicht. Jedenfalls war es so, dass täglich ca. 20 Autos von Marinagästen am ausgewiesenen Parkplatz nebenan parkten – ok, leider in der Sonne – und immer die gleichen zwei Ragazzi parkten im schattigen Halteverbot die Zweiräder zu – ist das nun clever oder doof? Egal, rücksichslos und egoistisch ist es allemal!

Ich fahre abends zum Strand um mein Feierabendbier zu trinken, irgendwie bin ich genervt.

Calm down – der perfekte Platz dafür

Der Abend vergeht unspektakulär, Sibylle und ich kommen spät nach Hause und wollen ins Bett. Gerade eingekuschelt und die Augendeckel geschlossen, höre ich ein mir bekanntes Wort – A L L O R A…

Das kann doch nicht wahr sein – es ist nachts um halb eins, da stellt sich so ein Casanova vor UNSER Schiff, wahrscheinlich weil seine Leute schlafen wollen, und telefoniert eine halbe Stunde mit seiner „Topolina“ (ich kenne den Fiat Topolino und weiß ohne Google was das heißt). Gefühlt 1000 baci später, entlässt der Galan die Angebetete und somit auch uns in die Nachtruhe. Ich habe viel Verständnis für die männliche Balz, egal welcher Nationalität, aber nicht nachts um inzwischen ein Uhr vor unserem Schiff!

Freisprechen – was sonst???

Dass sich auch dieser junge Mann mitten in der Nacht der Freisprechfunktion bediente, brauche ich vermutlich nicht zu erwähnen?

Neuer Versuch, ich erwache und fahre zum Panteli Beach! Es wird doch möglich sein, morgens um halb acht ins kühle Nass zu springen und danach in Ruhe einen Cappuccino zu trinken…

Yeah, so soll das!
Das Meer lädt zum Bade – sprichwörtlich.

Zurück am Schiff, sitze ich mit Sibylle beim Frühstück. Wir unterhalten uns über Gott und die Welt, als eine sehr knapp behoste Schönheit vorbeischreitet ohne uns eines Blickes zu würdigen. Das ist normal und unabhängig einer Nationalität – dem Einen kommt ein „Guten Morgen“ über die Lippen, dem Anderen eben nicht. In diesem Fall wird uns das „Buongiorno“ verweigert, vielleicht, weil der Müll, den die Bellezza zur Tonne bringen muss, ihrer nicht würdig ist – und sie das auch weiß.

Entsprechend lustlos feuert sie die viel zu großen Trümmer Richtung Abfall – das Ergebnis…

Da schwillt mir der Kamm

…denkt nicht, dass der Hase den durchaus femininen Oberkörper absenken würde um den Kladderadatsch wieder einzusammeln – NEIN! Der Dreck bleibt liegen weil die Marina ja Mitarbeiter hat welche für´s Aufklauben des Drecks zuständig sind!

Mir schwillt der Kamm, ich setze gerade zu einem ALLORA an, welchem eine fulminante Schimpftirade gefolgt wäre – Sibylle kann mich gerade noch im Zaum halten. Die Mutter des jungen Dings schreitet heran, ja vorüber, am Müll vorbei und setzt sich mit der Tochter auf einen Scooter – um gleich an der Auffahrt mit derselbigen gemeinsam umzufallen! Nein, ich habe mir nichts Böses dabei gedacht, aber mir war sofort klar, dass der Teufel ein Eichhörnchen ist und das Schicksal wohl seine Gründe hatte – um Voltaire zu zitieren. In Anbetracht der Situation und noch während die beiden Schönheiten sich sortiert haben, habe ich deren Müll in die Tonne gepackt.

Sibylle wollte Wäsche waschen, ich soll aus dem Weg gehen. Das ist Luxus, gewonnene Zeit, welche ich für mich nutzen möchte.

Zeit zum Lesen – eher selten! Die letzte „Yacht“

Nachmittags MÜSSEN wir zum Hotel „Crithonis Palace“, dem größten und feinsten Hotel der Insel. Sibylle hat etwas von einem Kurs gelesen der in etwa „Griechische Tänze für Dummies“ geheißen hat – wir wollten partizipieren. Hat leider nicht geklappt, aber es war interessant das Hotel mal anzusehen – schicker Platz!

Poolbereich
Anlage / Zimmer
Eingangsbereich

Auch ich MUSSTE noch etwas tun – nämlich mal wieder an NESSAJA arbeiten! Es war an der Zeit. Wir hatten Teile aus Deutschland mitgebracht, welche immer noch herumlagen. So habe ich einfach angefangen die Baustellen aufzulösen, welche mit wenigen Handgriffen erledigt sind.

Zum Beispiel den Einbau meines zweiten, nachgekauften MPPT Solar-Ladereglers. Die Löcher in der Platte waren bereits gebohrt – also reingeschraubt – et voila!

Victron MPPT 100/50 – jetzt im Doppelpack

Wir wussten, dass der Abschied von Gabi und Gottfried bevorstand. Wir würden nach Deutschland gehen, zwischenzeitlich würden sie ihre Saison beenden – so haben wir die Gelegenheit genutzt noch einmal einen Drink in „Harris“ Bar einzunehmen, der perfekten Location in der ersten Mühle über Panteli.

Perfect Place, das „Harris“
Nachts – wunderschönes Ambiente

Wir haben uns auf der gut besuchten Terrasse einen freien Platz gesucht und die Aussicht genossen – nachts sind die Eindrücke so anders als tagsüber. Ein herrlicher Abend! Die Bar ist inzwischen geschlossen, Pause bis zum nächsten Sommer!

Wunderschöner Platz – nicht nur tagsüber
Panteli mit Fischerhafen und Blick zur Lakki Bucht
Mühlen und Kastel

Es erübrigt sich anzumerken, dass der Lieblingsdrink hervorragend gemundet hat!

Strawberry – Irgendwas, ich müsste den Namen nachsehen 😉
Gelungener Abend

Spät nachts fahren wir über Lakki zurück zu NESSAJA und wundern uns über die Beleuchtung des dem Ort gegenüber liegenden Berges – das haben wir davor nie wahrgenommen und auch jetzt danach nie mehr beobachten können.

Blick über die Lakki Bucht – beleuchtete Bergflanke

Das Licht des Flüchtlingslagers sieht man dagegen immer! Wenn Ihr die Bilder von der Mühle aus noch einmal anseht, dann erkennt Ihr es sogar auf den Bildern – der hellste Lichtfleck ist immer das Lager. Ich bin in Gedanken – MAD WORLD (wäre auch eine gute Headline gewesen – aber der Hochzeit nicht gerecht geworden)! Beim Grübeln komme ich zu dem Schluss, dass „Imagine“ in Anbetracht der momentanen Flüchtlingssituation hier gut passt! In Leros sind im September 2022 fünf Flüchtlinge an der Küste ertrunken…

Weil wir gerade bei ernsthaften Gedanken sind – bis jetzt haben die italienischen Freunde ein bisschen Fett wegbekommen, kann ich Italiener nicht leiden? NEIN, Gott bewahre! Paola, Alfonso, Nicola, Michele, Alfredo, Martina und alle anderen – ich liebe Italien und die Italiener! Ok, manchmal ist es sehr turbulent in Eurer Nähe und oft für das deutsche Gemüt auch laut und chaotisch, aber ist das nicht das Salz in der Suppe?

Ich habe angefangen mich zu hinterfragen was mich an dem, schon meist italienischen, Verhalten so genervt hat – es war die Rücksichtslosigkeit, der Egoismus und die daraus resultierende dumme Arroganz. Dies war ganz und gar nicht explizit italienisch, es war menschlich. Das Verhalten von Menschen die in kostbaren Urlaubswochen ihr persönliches Maximum herausholen wollen. Koste es was es wolle, ohne Rücksicht auf Andere. Klingt hart – war aber so!

Beispiele…

Quad & Scooter Parking am Zugang zum Panteli Beach (Buchtitel französisch)
Der gleiche Zugang ein paar Tage später (Leihwagen)
Liegenreservierung morgens um halb acht (ziemlich sicher deutsch)

Ganz ehrlich, ich mache ja nicht von allen Dingen Fotos – manchmal geht es einfach nicht, andermal habe ich das Handy nicht dabei. Aber der Juli und August waren ätzend und manchmal schwer zu ertragen. Der Mensch macht im Kleinen was er will, jeder ist sich selbst der Nächste – wie soll es im Großen funktionieren? IMAGINE…

Menschen, die um Mitternacht mit dem Roller bis vor´s Schiff fahren um keinen Meter zuviel zu gehen, dann aber erst absteigen und den Roller auf den Ständer stellen, den Helm abnehmen und die Jacke ausziehen bevor sie den Motor abstellen, solche die in Gruppen vor anderen Schiffen stehen und angetrunken halbstündige Abschiedsszenarien zelebrieren, andere die morgens um vier mit Rollkoffern über Stege rattern und ihre Schiffe suchen (was auch ohne Koffer geht) und wieder andere die morgens um sechs von einem Steg zum anderen nach ihrem Freund MAURO rufen – zum Kotzen!

Ihr denkt ich übertreibe – ich habe ein letztes Beispiel, dafür müsst Ihr aber starke Nerven haben! Kommen wir zurück zum Thema Campingplatz, Ihr ahnt was kommt? Glaubt mir, was sich hier in sanitären Anlagen abspielt ahnt Ihr nicht. Dass Romeo und Julia gemeinsam aus der Herrendusche kommen mag ja noch als cool durchgehen, dass aber in nahezu allen Duschen fast immer Einmalverpackungen von Duschutensilien aller Art liegenbleiben, ist inakzeptabel. Kann man seinen Müll, seine Einmalrasierer, nicht wegräumen? Muss es der Nächste oder die Putzfrau machen? Warum?

Weitere Stichworte – Bartstoppeln, Beinhaarstoppeln (bei den Damen), Zahnpasta im Waschbecken, etc. UND…

Ohne Worte

…täglich verschissene Klos! Bei den Männern UND den Frauen – ja sagt´s amal, da hat die Kinderstube doch total versagt! Wir haben Duschen in den Klos, jeder kann seine Hinterlassenschaften mit hartem Strahl wegbrausen und muss nicht einmal die Bürste anfassen. Es gibt Schilder im Klo, dass man dort nicht duschen darf, für was die Brausen sind müsste wohl auch noch erklärt werden – offensichtlich.

Kurz ins Gedächtnis – wir befinden uns in einer Marina, in der die meisten wöchentlich einmal ihr Schiff im Wert von im Schnitt weit über 100.000.-€ mit Trinkwasser waschen, weil es durch den Wind hier staubig wird. Die Segel, das Chrom, das Teakdeck – aber die Fäkalien (Sibylle sagt ich darf das umgangssprachliche Wort nicht schreiben) muss die Putzfrau oder der Nachnutzer wegputzen? Geht´s noch? Sibylle hatte das Vergnügen, einer Dame welche uns bekannt ist, ins Häuschen zu folgen – nur nutzen konnte sie das Örtchen nicht (mehr). Sibylle fehlte leider der Mut zu einem lauten… nein, nicht Allora, es hätte ein englischspracher Ausruf sein müssen! Irgendwann werde ich der Dame eine Metapher erzählen, so dass der Pence fällt – wir wissen, der Teufel ist ein Eichhörnchen und Karmapunkte haben kein Verfallsdatum.

Zur Erheiterung und um zurück zum „easy reading“ Modus zu kommen, wechsle ich abrupt das Thema! Das Suchspiel des Monats September ist eher für die Segler unter Euch – findet den Fehler!

DA läuft was falsch – Marinero Giannis ist schon mit dem Roller dort

Auflösung – das weiße Dreieck ist das Vorsegel eines polnisch beflaggten, französischen Schiffes. Das mit der Flagge macht man um etwas Aufwand und etwas mehr Geld zu sparen. Die Tatsache, dass man sich damit den Regeln des Flaggenstaates unterwirft bleibt unberücksichtigt, was bei Polen vielleicht mal zum Bumerang werden könnte. Egal, ich schweife ab! Der Skipper hätte ggf. das gesparte Geld in eine Ausbildung investieren sollen, so wüsste er, wo beim Segel oben und unten ist. So aber wurde das weiße Tuch unter lautem Geknarze gehißt (hätte er Schoten angeschlagen wäre es früher aufgefallen), so lange bis ein Dutzend Menschen zusammenliefen und unter Rufen und Winken das planlose Handeln zu stoppen – sie sind unter uns… 😉

Generell ist es zweckmäßig, solche Aktionen bei geringen Windstärken zu machen – auch hier lag der polnische Franzose etwas daneben!

Wichtig – bitte seht mir meine klaren Worte und die Tatsache, dass mich das Verhalten der Anderen die letzten Wochen genervt hat, nach. Auch die anprangernde Schreibweise und den vielleicht auch herauslesbaren Zynismus bitte ich zu entschuldigen, ich brauchte ein Ventil und möchte auch solche Gedanken im Blog festhalten – nicht zuletzt für Sibylle und mich selbst. Sicher sind auch Sibylle und ich nicht ohne Fehler und nerven manchmal – aber wir bemühen uns! Wir möchten, dass wir immer fair und umgänglich mit unserem Umfeld sind – wir versuchen unser Umfeld „etwas besser zu gestalten“. Diesen Ansatz verfolgen wir in einer Zeit in der mit Atomschlägen gedroht wird, in welcher der türkische Nachbar, dem griechischen erklärt, „er könne eines Nachts da sein“, in der wir eben feststellen, dass Rücksichtnahme immer weiter „außer Mode“ gerät, in der wir täglich zusehen wie (in Europa!) Müll produziert und dilettantisch entsorgt wird. Wir sind direkter betroffen als jemals zuvor, das sorgt uns, das macht uns nachdenklich – IMAGINE…

You may say I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope someday you’ll join us
And the world will be as one

Gehen wir zurück auf die Zeitachse, zum täglichen Geschehen – Sibylle und ich gehen manchmal zu „Mikes Bakery“ um dort zu frühstücken. Das ist günstig und bringt etwas Abwechslung in den Speiseplan.

Haken an der Sache – Plastikflaschen und Pappbecher, in Griechenland Alltagsware
Ohne Kaffee am Morgen geht nix!

Ich verbaue weiter die mitgebrachten Teile und beschließe, heute meinen Auspuff für die Standheizung anzugehen. Dafür muss ein Loch in den Rumpf gebohrt werden – eine Sache welche ich seit Wochen vor mir herschiebe.

Heute ist der ideale Tag, unsere Nachbarn, ein ganz nettes italienisches Paar, sind nach Hause gefahren, wir stören durch die Arbeit nahe ihres Cockpits also niemanden.

DA muss es hin!

Ich bereite die Lochsäge vor, mein mulmiges Gefühl versuche ich vor den Bootsfreunden zu verbergen – hier hilft mutiges Lächeln.

Die gute blaue Bosch wird über dem Wasser geführt, das ist an sich schon immer ein spannender Teil des Werkens. Was runterfällt ist weg – immer dieser Druck!

Dennoch ist nach wenigen Minuten ein sauberer Schnitt gemacht – die Einbauposition des Auspuffdurchgangs steht fest!

Sitzt, passt, wackelt und hat Luft

Eine erste Anprobe zeigt ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis – sieht gut aus, ich bin wirklich guter Dinge. Diesmal scheint es zu klappen, ist sicher rasch erledigt!

So soll es mal aussehen

Kurzer Kontrollblick von innen – super, passt! Ihr bemerkt die Lücke zwischen Anschluss, welcher wie bei einem Syphon nach oben zeigen muss, und dem Auspuffrohr? Das war mir bekannt und leider nicht anders lösbar. Es musste eine Auspuffverlängerung her, welche mir der Systemspezialist (eigene Worte) aus Deutschland bereits zukommen ließ.

Da fehlt noch ein Stück – und die Hitzedämmung

Derartig vorbereitet nahm ich den Auspuffstutzen wieder von seinem Platz um die Verlängerung anzupassen – und siehe da…

Sieht man es auf einen Blick???
Es muss nicht REIN – es muss DRÜBER – passt nix!

Der Fachmann hat mir einen falschen Schlauch geschickt! So ein Esel. Das Grübeln begann, ich wollte nicht wieder bestellen, nicht wieder nachhaken – ich wollte eine schnelle und saubere Lösung.

Mir fiel mein Freund Giorgos von „Boat & Parts“ wieder ein – er soll mir einen Syphon und gleich eine Verlängerung anschweißen. Die Rohrverlängerung bleibt einfach weg! Nix wie hin…

Könner & Kaffee – zwei K´s die ich mag!

Giorgos hat die Arbeit sofort erledigt, für ihn war es ein Kinderspiel. Ich fuhr mit dem neuen Teil zurück und der Tag fand doch noch ein glückliches Ende. Morgen mach ich das fertig, morgen ist ein neuer Tag!

Und was für Einer – Glückstag!

Bereits bei meinem täglichen Morgenritual zeigte sich Panteli und der gleichnamige Strand in herrlicher Atmosphäre…

Ich mag diese Stimmung

Nach dem Frühstück ging es sofort ans Werk, der neue Auspuffausgang passte perfekt – ich konnte also den Abgasschlauch meiner Hauptmaschine thermisch isolieren, die Ummantelung des Heizungsauspuffes schon einmal provisorisch anbringen und die Montagelöcher für den Auspuffausgang setzen.

Ja, ganz gut geworden

Jetzt nur noch das Abgasrohr an den Auspuffausgang anschließen und die Ummantelung nach oben schieben – alles befestigen, fertig! Ich war zufrieden!

Auspuff Eberspächer Heizung – check

Ich entscheide noch eine Thermoschutzplatte aus dem Heizungsbau oben an die Deckunterseite zu kleben. Leider konnte ich so eine Platte auf Leros nicht bekommen. Ich werde diese in Deutschland kaufen und irgendwie mitbringen – nichtsdestotrotz ist der Einbau des Heizungsauspuffes somit abgeschlossen.

Von außen kommt noch der Deckel drauf – fertig!

Abdeckkappe um Wassereintritt zu vermeiden

Der Glückstag fand sein furioses Finale, als ich meine Baustelle aufgeräumt habe und dabei war, meinen Müll zur Tonne zu bringen. Aus der Tonne blinzelt mich etwas Silbriges an – ich sehe genauer nach und finde einen Spinnaker-Baumbeschlag.

Hier – MEIN SCHATZ

Das Kuriose daran ist, dass ich von Johannes vor ein paar Wochen einen Carbon Spinnakerbaum gekauft habe. Einen Beschlag dazu, das Teil um den Baum am Mast zu befestigen, hatte Johannes nicht. Ich wusste also, ich brauche so ein Teil welches zu meiner Mastschiene passt und gleichzeitig an den gebraucht erworbenen Baum. Erste Recherchen ergaben Preise zwischen 400.- und 700.-€ – ich habe nicht schlecht gestaunt!

Da liegt das Teil nun, es passt genau an meine Mastschiene und muss an der Baumaufnahme etwas umgearbeitet werden. Da das Trum aus Edelstahl ist, habe ich mit Giorgos den passenden Mann an der Hand – das wird ein Winterprojekt!

Weil es gar so gut lief habe ich Sibylle zum Essen eingeladen – da ich Nichtverdiener bin, fiel die Einladung einfach, aber herzlich aus 😉

Giros im SouVlakki – I like!

An den folgenden Tagen waren ein paar größere und kleinere Projekte bei Freunden zu erledigen. Manchmal waren nur unterstützende Handgriffe und etwas motivierende Gedankenunterstützung nötig – so zum Beispiel als Erwin bei seiner QUO VADIS einen Bluetooth Windgeber montieren wollte. Hans-Peter und ich sollten Bergfex Erwin in den Mast ziehen, dies wurde sofort umgesetzt…

Vorbereitung ist alles – die Helfercrew sammelt sich am Operationstisch
Merke – durch den Reck des Falls geht es immer erst einen Meter nach UNTEN 🙂
Danach jedoch steil nach oben – hier mittels eines Hebezuges, eine tolle Sache!

…es traten dann aber kleine Probleme bei der Befestigung des Windgebers auf und Erwin war kurz davor an Aufgabe zu denken – er wollte keine Löcher in seinen Mast bohren. Gemeinsame Ideenfindung ist unsere Stärke – so haben zwei, drei kurze Blicke in das Masttop gereicht um zu erkennen – „…da ist ja noch ein Halter frei!“

Kurz umgedacht, zwei neue Schrauben geholt und Erwin nochmals in den kurzen Spargel gezogen. Trotz der nur 10m die es nach oben ging, musste Hans-Peter ganz schön schwitzen – ein Spektakel, nicht nur für mich!

Aufi muas I – hollareididudeljöh
Im Schweiße seines Angesichts

Long Story short – nach einer Stunde konnten wir Vollzug melden und Erwin seinen Windgeber am Mobiltelefon in Betrieb nehmen. Na, wenn es immer so gut klappen würde.

Das „Montageteam von Steg D“ konnte weiterziehen, es ging schnurstracks zu Hans-Peters LIBERTÉ um dort den Umbau des Navigationssystems zu finalisieren – die neue Klappe musste bestückt werden.

Fast fertig…
…Kabel hier – Kabel dort???!!!

Auch hier wurde schnell gearbeitet, so dass wir bald Vollzug melden konnten. Mein Part an Hans-Peters Navigation war damit erledigt, den Rest sollte der Elektriker der Marina umsetzen – doch der ließ auf sich warten!

Hans-Peter wäre nicht er selbst, wenn er mir nicht hätte ein neues Projekt unterjubeln können – das sage ich bewusst mit einem Augenzwinkern, weil er, während ich diese Zeilen schreibe, vor meinem Schiff steht und darauf wartet diese endlich lesen zu können. Hans-Peter, es hat immer Spaß gemacht! Ich habe gerne geholfen! SOGAR bei Projekt 3, dem Einbau eines gebraucht erworbenen 1600W Inverters.

Wie auf Maß gemacht
Unter dem Navisitz – passt!

Warum „SOGAR“? Und warum in Großbuchstaben? Nun, wir mussten Kabel legen, Kabelschuhe crimpen, die 220V Elektrik umbauen, neue FI setzen, einen Schalter von NESSAJA klauen und ein paar Ungereimtheiten klären – wir bauten das Ding in den kleinen Navi-Sitz und arbeiteten eng an eng – immerhin so eng, dass ich für mich sagen kann, dass ich meine Hand NICHT gerne durch männliches Brusthaar schiebe…

Schlimmer noch – fällt doch nach ebendieser Bemerkung der von Hans-Peter gehaltene Sitzdeckel wie von Geisterhand, der Schwerkraft folgend, nach unten – genau dorthin wo ich meine Nase hatte. Ja, der Teufel ist ein Eichhörnchen – ich weiß, ich weiß…

Autschn

Darüber hinaus entwickelte sich aus unserem Basteleinsatz eine Problemstellung – Covid kam mir näher als mir lieb war, denn am nächsten Morgen bimmelte mein Mobiltelefon und eine WhatsApp Nachricht drängte sich in den Vordergrund…

…was ein Fäkal (Sibylle hat mir ja die Verwendung des passenden Wortes untersagt – wie lange gilt das eigentlich???)

Ich nehme an, dass Hans-Peter kein Problem damit hat, dass ich diese Nachricht hier veröffentliche – er hat sich, wie die Dänen zuvor, in der Marina vorbildlich verhalten, seinen Status bekannt gemacht und die Hilfe der Community angenommen. Wir haben für ihn eingekauft und haben uns oft vor dem Schiff zum Klönschnack getroffen. Sibylle ist mehrfach mit Merlin Gassi gegangen, so lange eben bis er wieder fit war.

Das Bemerkenswerteste aber – genau in dieser Zeit kam der begehrte und, ich übertreibe nicht, über Wochen erwartete Elektriker und Hans-Peter hat auch ihn informiert und wieder weggeschickt. Das mag selbstverständlich klingen – ist es aber nicht. Hier war einer nicht egoistisch! Chapeau, das bringt Karmapunkte und auch ich ziehe meinen Hut vor der klaren Haltung.

Mir – und Sibylle!!! – war klar, dass ich der Nächste sein werde der erkrankt. Zu nah haben Hans-Peter und ich die letzten Tage zusammen gearbeitet und repariert. Ich begann zu testen…

Negativ – bis zum Schluß

…und Sibylle begann zu rechnen. Meine Inkubationszeit (durchschnittlich) plus ihre eigene Inkubationszeit zuzüglich die durchschnittliche Krankheitsdauer für sie – würden wir zur Hochzeit reisen können? Wie gehen wir damit um? Jeder Tag an dem ich NICHT positiv war, war für Sibylle einer an dem wir näher an Tag X heranrückten.

Ich mache es kurz – weder Sibylle noch ich erkrankten, was zumindest bei mir verwunderlich scheint. Wir konnten, allen Umplanungsszenarien zum Trotz, unsere Reise wie geplant antreten.

Nein, nichts geschah…

Zuvor habe ich noch ein paar Kleinigkeiten bei uns an Bord erledigt und wieder einmal an NESSAJA gebaut.

Halter für meine Hochsee-Schleppangel

So habe ich mir endlich einen stabilen Platz für für den Halter meiner Hochseerute gesucht und denselben dort angebracht. Ich habe Beides von Volker bekommen und mir die Angel hier auf Leros herrichten lassen. Da an meinem Heckkorb kein Platz mehr war, habe ich entschieden, den Halter bombenfest mit dem Davit zu verschrauben – so kann ich auch über das Dinghi hinweg angeln. Wenn ich eines Tages selbstgefangene Tuna-Sushi esse, werdet Ihr es als erste erfahren!

Klettband angetackert und Zierbordüre angebracht
Fertig – sieht schick aus

Ich habe mich weiterhin aufgerafft, endlich meine Polsterecke fertig zu stellen. Valantis, der Polsterer, hat mir einen Elektrotacker geliehen, so dass ich die Igelseite des Klettverschlusses an die neue Lehnenstruktur tackern konnte. Auch die Sitzpolster und die Lehnenpolster selber, haben ihre Klettpads in ausreichender Anzahl an der richtigen Stelle bekommen. Jetzt haften alle Polster, alt und neu, wieder fest an den vorgesehen Positionen und die Zierbordüre gibt einen Kontrast und deckt die Schraubenköpfe ab – ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden!

Nanu, was ist das?

Zu guter Letzt habe ich noch vier Halter gebastelt, welche unseren neuen Fäkalientank an Ort und Stelle halten werden. Die werde ich einkleben und beilaminieren müssen – das ist ein Oktoberprojekt, dort werdet Ihr diese Bauteile wieder sehen.

Bei all diesen Tätigkeiten wurde ich ab und an von Electra besucht und vielleicht sogar beobachtet. Manchmal zumindest schien es mir so!

JA, klar gibt´s ein Leckeli

Auch Gottfried brauchte in der Wintervorbereitung seiner HARMONY noch eine helfende Hand – seine Genua abzuschlagen war aber relativ rasch erledigt. Dass er zusätzlich noch schnell in den Mast gezogen werden wollte um den Windmesser abzubauen und das Rigg zu checken, blieb eine Randnotiz.

ER weiß wo beim Segel oben ist – und ist NICHT polnisch beflaggt – mit gutem Beispiel voran

Der Abend brach herein, der Tag unserer Abreise nach Deutschland stand bevor!

Marinaleben

Ein kleines Suchspiel noch? Eine Denksportaufgabe???

Wie „versperrt“ IHR diese Türe???

Stellt Euch vor, Ihr geht in diese Umkleide und müsst diese mit dem Expander „verschließen“ – innen ist ein Haken in passender Entfernung – wie geht Ihr vor?

So oder ähnlich könnte die Frage in einem Quiz oder einem Escape Room Game lauten. Ihr ahnt nicht wieviel Spaß es bringt, sich mit einem Bier vor dieses Häuschen zu setzen und Menschen zu beobachten.

Antwort – so wie der Gummi jetzt ist, reicht er nach außen UND innen. Wenn man den Gummi nach außen durchzieht (an den Schleifspuren zu sehen) sieht es außen zwar stimmiger aus, die Türe lässt sich nach innen aber nicht mehr schließen oder geht zum Teil auf…

Es macht fassungslos, wenn man beobachten kann wie unbeholfen erwachsene Menschen vor dieser Türe stehen und wie sie damit umgehen. Ich habe mir manchmal überlegt, dass diese Personen unter Umständen Unternehmen leiten oder Hochhäuser bauen – oder gar Flugzeuge??? Oh mein Gott! Dann habe ich mich schnell geschämt ob meiner Gedanken, an das Eichhörnchen gedacht – aber trotzdem fasziniert weiter beobachtet. Na egal…

Heute geht es los!

Es ist der 20.09. – wir fliegen nach Deutschland. Sibylle hat mich überrascht, sie hat bei der Anreise die Risikovariante gewählt, obwohl wir beide im August zu tun hatten, unseren Flug zu erwischen.

Sie wollte partout nicht mit der Morgenfähre um 04.00 Uhr nach Kos fahren, hat über Tage die Pünktlichkeit der Katamaranfähre am Nachmittag gecheckt und dann final beschlossen – wir fahren nachmittags!

Noch ein letztes Mal baden – im September

Für mich toll! Ich konnte nochmal das belebende, morgendliche Bad im Meer genießen, danach das Schlauchboot an Deck verstauen und das Motorrad in Ruhe verpacken. Sibylle konnte noch Wäsche waschen und uns beiden bleibt ein langer Tag in Kos erspart. Die Verbindung war optimal, wir reservierten für akzeptablen Aufpreis ein Taxi in Kos – nur die Fähre sollte diesmal pünktlich sein!

Motorrad gut verpackt
Yassou NESSAJA, bis in zwei Wochen

Um 13.30 Uhr verließen wir zusammen mit Bekannten aus Israel die Marina, trafen pünktlich in Agia Marina ein. Die Zeit reichte für einen Kaffee. Ein Kontrollblick in „Marine Traffic“ wird zeigen, dass die Fähre sicher gleich ums Eck kommt…

NANU, wo ist die Fähre???

Glaubt es oder nicht, die Fähre war noch weit weg und sollte just bei dieser Fahrt eine Verspätung von EINER Stunde haben – ja klappt denn das mit der Fähre und uns nicht mehr?

Schnell einsteigen, wir müssen los!

In der Fähre fast schon tumultartige Zustände – jede Menge Menschen mit Anschlussflügen, weiterführenden Fähren, etc. – es wurde telefoniert, Fahrgemeinschaften für´s Taxi gebildet, stets die Uhren im Blick. Für uns zählte nur eines – ist unser Taxi da???

JAAAAAAA! „Mr. Rauch“ prangte in fetten Filzibuchstaben auf dem Pappschild! Ok, nichts wie rein – zu zweit in einen 13-Sitzer Mercedes Sprinter VIP Shuttle. Ok, gerne genommen – da, am Parkplatz noch die beiden netten Griechinnen, die könnten wir doch mitnehmen? Deren Flug geht VOR unserem!

Der Taxler verneinte – er dürfe nur uns fahren! Im 13-Sitzer! Mir tat es so fürchterlich leid, aber Zeit für Diskussionen hatten wir nicht. So ging es los…

Der ehrlich bemühte Taxifahrer befragte uns zu unserem Urlaub, fuhr 50 dort wo man 70 fahren durfte und begann uns Sehenswürdigkeiten zu erklären – ich war sehr freundlich und nannte ihm die Zielzeit zum Flughafen. Das ließ ihn zwar nicht schneller fahren, aber doch verstummen!

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte!

Unser Gate – we did it

Annahmeschluss Gepäck 17.45 / Ankunft Flughafen 17.46 / Ankunft Schalter (mit Vordrängeln) 17.49 – Ansage des seeeehr jungen Schaltermannes „…tut mir leid,ihre Gepäckannahme ist schon geschlossen!“

Falsche Aussage! Ich hole tief Luft und Sibylle geht in Deckung – in dieser Sekunde erkennt der durchaus hilfsbereite Clerk die Situation und verweist auf seine Kollegin am Business Schalter „…sie könne die Annahme noch einmal öffnen!“ DANKE! Das hörten wir gerne. Unsere Tasche verschwand am Gepäckband und wir drängelten uns, 1000x entschuldigend, durch die geduldige und zuvorkommende Menge an der Sicherheitskontrolle – ruckzuck waren wir durch und kamen en minute zum Boarding.

Als ich sagte, dass ich sowas nicht mehr brauche, wusste ich nicht, dass wir dies auf der Rückreise toppen würden – dazu mehr im Oktoberbericht!

Am Hinflug noch Maskenpflicht

Wir landen in München und bereits im Flieger ploppt die Nachricht von Sohn Florian auf. Wo wir wären, er käme in etwa 15 Minuten an. Wir tauschen Live-Standorte aus und schreiten flott zum Gepäckband.

Läuft – dem ist nix hinzuzufügen
Nummer 2 – yeah

Auf das Gepäck kann man in Münschen schonmal länger warten, nicht so dieses Mal! Das Gepäckband war schon angelaufen als wir am Band ankamen und nach gefühlten zwei Minuten war unsere Tasche als zweite entladen – der Segen der späten Abgabe!

Wir hasteten aus dem Gebäude und liefen direkt dem Sohn mit dem Kombi in die Arme. Perfekt, ab in die Karre und los Richtung Oberland. Immerhin galt es 100km zu fahren.

Muss ich den großen Minuspunkt unserer Ankunft erwähnen? Es war saukalt! Viel zu kalt für die Jahreszeit! Wir hatten bei der Ankunft etwa 4°C und ich brauchte seit Monaten mal wieder etwas Langärmeliges zum Anziehen.

Klirrende Eiseskälte

Großes Hallo! Die Enkelchen begrüßen, Sohn und Schwiegertochter herzen und das Nachtlager für vier Nächte beziehen. Der Abend war rasch vorbei und wir sacken ins Bett.

Neuer Tag, neue Pläne – die Eltern der Schwiegertochter haben sich angesagt und so gab es ein herzliches „Großelterntreffen“ im Haus, welches einmal uns gehörte. Es gab „Original Rosis Original Apfelstrudel“ (das doppelte Original gehört so – Verlinkung: Bulle von Tölz), diesen mit Vanillesoß´ und wir alle schleckten uns die Finger nach der Köstlichkeit!

„Original Rosis Original Apfelstrudel“

Der Bus ist weg! Treue Blogleser erinnern sich, wir haben Luigi verkauft, unser Reisevehikel, der ideale Italiener, einfach weg! Wo er parkte, klafft eine Lücke – was tun?

Abhilfe schaffte Freund René, indem er uns für die gesamte Aufenthaltsdauer sein Muli, den ausdauernden Audi, geliehen hat – immerhin ein vollausgestatteter A6 3.0TDI – in mir kamen Erinnerungen an früher auf! Nur 349´tkm durfte ich nie erreichen, Chapeau!

Mit dem Ingolstädter in Thalkirchen

Wir zeigten uns im Gegenzug dankbar, reinigten den Wagen und tankten voll – 80 Liter zu 2,19€ – na da weißt was los ist!

Mit ebendiesem Vehikel fanden wir uns bereits am nächsten Tag im Tierpark Hellabrunn ein. Wir hatten meine Tochter Nina nebst Familie beim letzten Deutschlandaufenthalt nicht treffen können, so war ich umso mehr erfreut, dass die Familie etwas in München zu erledigen hatte und wir den Tag zu einem Treffen nutzen konnten.

Ronja war superbegeistert uns mal wieder zu sehen und hing die ganze Zeit an meinem Arm – ich konnte das sehr genießen. Auch die kleine Helena hat nicht „gefremdelt“ und so war es echt ein feiner Tag im Tierpark. Überrascht haben uns die Eintrittspreise – für uns vier nebst den zwei Kleinen waren 75.-€ zu entrichten. Hatte ich nicht noch drei Mark im Sinn? Muss lange her sein!

Nix wie los!
Sibylle in Daunen – tat not!
Flamingos – hatten wir letztes jahr in Kos. In freier Natur.

Begeisterung rief das Aquarium hervor. War auch toll die Fische, Quallen und Schalentiere zu bestaunen. Mich zieht es, wie nicht anders zu erwarten, zum Haibecken. Diese Tiere faszinieren mich!

Schwarzspitzen Riffhai – ich könnte stundenlang zusehen!

Wir sind bei allen Gehegen vorbei, haben alle Tiere bestaunt und angesehen – es war mal wieder richtig schön!

Wir waren bei den Punguinen…

Königspinguine

…und bei den Nashörnern!

Vom Aussterben bedroht

Ich meine es nicht spaßig – wie sollen Menschen, welche die Türe einer Umkleide nicht mittels eines Gummis verschließen können, die nicht in der Lage sind ihre Exkremente aus einer Kloschüssel zu putzen oder ein Auto auf einen Parkplatz zu stellen – wie sollen diese Menschen eine Spezies retten oder gar die Erde??? IMAGINE…

Ich sehe manchmal schwarz!

Heute half mir das Spiel mit den Enkeltöchterchen über trübe Gedanken hinweg zu kommen. Wir haben auf dem Abenteuerspielplatz getobt und sind über Hängebrücken gegangen!

Das schaukelt

Natürlich kann ein wirklich toller Opa (>100kg) eine Brücke besser zum Schaukeln bringen als ein vergleichsweise schmaler Opa in Leichtbauweise – dieser Punkt ging an diesem Tag an mich 😉

Zum Abschluss gab es noch ein gemeinsames Abendessen, bevor die Familie meiner Tochter wieder in ihre Heimat an den Bodensee fuhr und Sibylle und ich wieder nach Miesbach zurückkehrten. Ich war zufrieden, ein schöner Tag! Es war mir wichtig Nina, Alex und die Kleinen mal wieder zu sehen.

Na, wo sind wir heute?

Neuer Tag, neues Glück, neuer Plan!

Heute sollte Sibylle auf ihre Kosten kommen. Sie hatte Enkelchen Otto versprochen ins Legoland Deutschland nach Günzburg zu fahren. Hätte sie die Eintrittspreise vorher gewusst, wäre es vielleicht der Wildpark Poing geworden 😉

44.-€ pro Erwachsenen und die Definition, dass man ab 3 Jahren als Erwachsener gilt, ließen die Kartenpreise auf das Niveau eines „Rolling Stones“ Konzertes steigen – zumindest für eine Karte (Arena) – ok, der Vergleich hinkt – aber teuer war´s trotzdem.

Venedig
FC Bayern – Allianz Arena München
Details – der Wahnsinn

MIR haben diese Bauten gefallen! Es gab 1000 Dinge zu entdecken, ich hätte stundenlang schauen können. Die Fahrgeschäfte interessierten mich nicht! So viel Detailverliebtheit – sieh nur da…

Das ist doch Werners Hallberg Rassy!?

Ach so, da war ja noch was – der Enkel! Ich konzentrierte mich auf den Buben, dessen Gesicht soooo glücklich nicht schien – was war los?.

Er hätte sich das anders vorgestellt, wo könne man bauen? Dort, Otto! Er wies darauf hin, dass das andere Steine als die daheim wären und er würde jetzt viel lieber zuhause bauen. Ok, nach 15 Minuten! Wann fahren wir heim?

Schwierige Situation – Sibylle lächelte tapfer – aber ich wusste wie sie fühlte. Was tun sprach Zeus?

Nun, da Superman nicht greifbar war, musste Opa das Eisen aus dem Feuer holen. Erst mal setzen und einen Kaba trinken. Was ist los? Traust Du Dich nicht in die Fahrgeschäfte? Doch, man könne schon, wenn man nur wolle – aber man wolle halt nicht.

Ich bestimme für mich – ICH bin nicht umsonst hierher gefahren! ICH fahre jetzt Karussell! Plötzlich sagt der Knirps, ob es für mich ok wäre wenn er einmal mitfährt, er könne ja schließlich wenn er wolle. Ok, sag ich, wenn Du willst…

Wilde Maus in Legoland Version

So kommt es, dass ein Opa mit 100kg+ sich in eine Mini-Achterbahn zwängt, eine Oma alle ihre Ängste überwindet und sich mit einem knapp Fünfjährigen (der sich mächtig strecken muss um am Einlass durchzukommen, da <110cm – vermutlich 108cm 😉 ) in die erste Reihe der selben Gondel presst – um dann einen Parcours zu durchrasen, der einem alle Halswirbel aus- bzw. einrenkt, je nach Ausgangszustand!

Das Eis war gebrochen – ein lustiger und verhältnismäßig langer Tag lag vor uns!

Atlantis by Sea World – faszinierend gemacht
Echte Fische – Zubehör aus Lego
Wirkt nicht so – aber der Hai war echt groß!
Otto taucht in die Unterwasserwelt ein!

Aber auch andere Fahrgeschäfte wurden genutzt – so musste Sibylle an die Kanonen und in die Schlacht!

Piraten unter sich

Wir erlebten viel, es war schlussendlich ein spannender und langer Tag – viel Lego, viel Phantasie, aber auch einige echte Hingucker…

Natur belohnt – Libellen

…wir bringen die Runde zu Ende, werden bei einer Lego-Jeepwettfahrt Vierte von acht (was den Junior eher wenig beeindruckt) und sehen eine zweite Hallberg Rassy im Hamburger Hafen.

DAS mag ich!

Das Legoland verabschiedet sich höflich von uns – wir besuchen noch eine Mini-Produktionsstraße und kaufen dem Enkel noch einen kleinen Baukasten.

„Auf Wiedersehen“ – nun, so schnell nicht, aber man weiß nie, die anderen Enkelchen wachsen ja nach!

Wir sind kaum im Auto, schläft der Kurze schon, der Tag hat ihn müde gemacht! Was ich zu dieser Stunde noch nicht ahne – er tankt nur Kraft, um mit mir bis spätabends das neue Legomodell aufzubauen. Der kleine Unimog muss mit an die Bettkante, als er zufrieden ins Bett sackt. Ich bin ebenfalls zufrieden und gehe, auch ziemlich ausgelaugt, nur etwas mehr als eine Stunde später.

Wie die meisten anderen Menschen, sind auch wir nicht von gewissen Pflichten entbunden. Deshalb sind Heimataufenthalte auch immer eine Gelegenheit für, zum Beispiel, Finanzamtangelegenheiten. Können wir die Einkommenssteuer noch sehr gut von Griechenland aus erledigen, war es bei der Grundsteuererklärung schon schwieriger. Wir haben also den Zugriff auf in Deutschland gelagerte Unterlagen genutzt.

Sibylle – hochkonzentriert, wie hoch ist der Hebesatz???

Tagsüber besuchen wir Freunde oder beschäftigen die Enkel, abends gibt es ab und an gemeinsames Essen, so auch als Florian den Weber anschmeißt und eine Burgerparty ausruft. Die Dinger gelingen ihm immer ganz gut und so bestelle ich mir drei – was ein Kampf! Aber soooo gut…

Burger – DIY per „Bausatz“

Als Absacker kommt ein Gin-Tonic. Ich sage zu, weil mich dieses Getränk heute irgendwie anlacht – nicht nur im übertragenen, sondern auch im Wortsinn…

Gin-Tonic, ein fröhliches Getränk!

Ringring, mein Telefon klingelt. Das ist selten – die Familie hat eigene, individuelle Klingeltöne, Freunde ebenfalls – „normales“ Klingeln gibt es seit meinem beruflichen Ausscheiden eigentlich nicht mehr. Wer kann das sein?

Beruflich! Gar nicht so weit daneben! Mein Ex-Kollege Florian ist auf dem Weg nach Zagreb und fährt direkt bei uns vorbei. Ein Kaffee beim Dinzler? Nix lieber als das! Wir verabreden uns kurzfristig, haben eine nette Stunde beim Plaudern, bevor Florian seine Fahrt fortsetzt und wir wieder abtauchen. Einen Schritt in die Vergangenheit habe ich doch gewagt – fühlte sich komisch an – und war doch so weit weg…

„Der Alte“ mit dem neuen – der RAM war früher mein Baby.

Ich hänge etwas nach. Ich vermisse nichts und doch waren es schöne Zeiten. Mir wird bewusst wie ersetzbar wir alle sind und wie wenig Wert die Person im heutigen Geschäftsleben hat. Mein Ausstieg war schwer und doch zum genau richtigen Zeitpunkt!

Mir bleibt ein wichtiger Aspekt als Trostpflaster – mit ALLEN Personen die mir wichtig waren und denen ich wichtig schien, bin ich bis heute in Kontakt. Mir ist sehr wohl klar, dass dies vielleicht nicht ewig auf diesem Niveau zu halten sein wird, dennoch ist es schön zu spüren, dass „da etwas mehr ist“. Ich werde meinen Teil dafür tun diese Kontakte zu wahren!

Wir ziehen um!

„Haus Seegarten“ – Zimmer Nummer 11

Sibylle kann es naturgemäß länger inmitten der Familie aushalten als ich. Ich brauche ab und an Freiräume und das Gefühl, kein Familienmitläufer zu sein. Unsere Lösung heißt „Haus Seegarten“, die Pension meines Freundes René, direkt am Schliersee gelegen.

Wir zogen um und bekamen abermals eines der beiden Zimmer in denen am meisten unseres Hab und Gutes eingeflossen ist. Zimmer Nummer 11 ist mit unseren Lampen ausgestattet, hat ein bisschen Geschirr von uns und diesmal auch unsere alte Bettwäsche bekommen.

Der große Batzen aber, ist der Verbau eines Teils unserer damaligen Küche. René und ich waren seinerzeit ziemlich beschäftigt mit dem Einbau – aber bis heute kann sich unser Tun sehen lassen.

Wie damals – ok, fast 😉

Für uns schön zu sehen, aber mehr als einen Kaffee mussten wir uns nicht kochen. Wir waren häufig eingeladen, andertags haben wir uns kurzerhand selbst versorgt.

So ist zum Beispiel die Pizza beim „Himmisepp“ obligatorisch!

Kleine Trattoria „Beim Himmisepp“ – Miesbach

Nachmittags tingelten wir durch das bayrische Oberland um Freunde zu sehen und auch um Besorgungsfahrten zu machen. Mancherlei Dinge bekommt man in Deutschland doch besser als in Griechenland.

So war ich ein paarmal beim „hagebaumarkt“, Sibylle eher in Schuhgeschäften. Ins Sportgeschäft mssten wir beide.

Auch diesmal hat sich Sibylle ein Dirndl ausgeliehen, widerrum war Lisa Retterin in der Not. Meine Tracht liegt sowieso bei René, leichtes Spiel also für mich.

Schön war, dass wir Ritas Geburtstag zusammen feiern konnten und zu dieser Gelegenheit auch deren Kinder nebst Familie wieder einmal treffen konnten. Ich bin immerhin Taufpate des Sohnes und an den Kids und Enkeln nebst Familien sehr interessiert.

Der Brauch des gemeinsamen „Kaffeekränzchens“ wurde wieder ins Leben zurück gerufen – Kuchen gibt´s dann auch schon mal.

Nusskuchen – diesmal nicht vom „Cafe Winkelstüberl“

Die Hochzeit, der eigentliche Grund unserer Reise, nahte – das Lesen und Interpretieren des Wetterberichtes wurde zu Sibylles täglicher Passion. Wir wissen seit einiger Zeit, dass es kritisch ist. Wie überall in Europa ist es für die Jahreszeit zu kalt.

Was wir nicht ahnten war, WIE kalt es sein würde. In den ersten Tagen unserer Anwesenheit hatten wir Tiefstwerte von bis zu -1,5°C – MINUS, Mitte September! Das ist doch nicht normal! Schnee fiel herunter bis auf 1000m, die Hochzeitslocation lag höher. Sibylle musste einmal sogar die Scheiben des Autos freikratzen.

Nach dem Umzug erholten sich die Temperaturen etwas, so 10°C +/- 2°C waren an der Tagesordnung. Dafür nahm die Niederschlagswahrscheinlichkeit zu, es sah schlecht aus für den Hochzeitstag.

Wolken in den Bergen – nicht schön!

Wir schreiben den 28.09. – es ist der Geburtstag meiner Mutter. Nicht, dass ich ein Grabgänger wäre, aber wenn ich schonmal in Miesbach bin kann ich auch mal hingehen. Kein Grab – ein Schildchen an einer alten Eiche, aber ein Ort um nachzudenken und zu sich zu finden – drei Jahre nur sind vergangen und Sibylle und ich haben ein dieser Zeit unser Leben, das mit Reihenhaus und Mercedes, einmal auf links gedreht. Ich bin froh, dass sie es (vermutlich) nicht weiß…

Der 28.09. ist aber auch der Tag an dem wir unseren Freunden Rita und René eine Einladung ins „Kaminstüberl“ nahegetragen haben. Es ist uns eine Ehre die Beiden einzuladen – einfach als „Dankeschön“!

Und der Besuch war famos! Drei Monate vorher reserviert, haben wir uns Köstlichkeiten gegönnt – ein Traum. Schmankerl vom Feinsten…

600g US-Angus Lende – medium! Erste Sahne

3-2-1 der Countdown läuft!

Heute, am 29.09. reisen die ersten Hochzeitsgäste an. Es ist vornehmlich die junge Garde die im „Haus Seegarten“ eintrifft. Die jungen Leute wollen noch mit dem Brautpaar feiern, bevor morgen „der Ernst des Lebens“ eingeläutet wird. Gut für uns, dass wir ohnehin schon da sind. Die Eltern des Bräutigams „dürfen“ auch kommen – aufmerksame Blogleser kennen Christine und Nader als unsere Freunde aus gemeinsam verbrachter Urlaubszeit.

Das Fest konnte beginnen! Und wenn man in Bayern ein Fest feiert welches zur Wiesnzeit stattfindet und nicht das Oktoberfest selbst ist – dann ist ein Faß Bier schon fast obligatorisch!

Brautpaar Edition – special stuff

Und wen trifft´s immer wenn es im Rahmen einer Hochzeit um „Spezialaufgaben“ geht? OPA wäre jetzt die falsche Antwort – richtig muss es heißen – den BRÄUTIGAM! Also Mikey, ran ans Zapfzeug und hau drauf…

1-2-3 – a bissl was geht daneben
4-5- ja da schau her! O´zapft is!

Kurz nach dem verhaltenen „O´zapft is!“ schießt die erste Halbe in den Krug – zunächst mit ausbaufähigem Ergebnis!

Weißbier??? Nein, Schaum!

Dieses Ergebnis ließ sich aber rasch optimieren und schon kurze Zeit später war die durstige Meute mit dem Gerstensaft versorgt. Das hatte einen Haken – kaum war der Durst gestillt, wurde bemerkt, dass der Hunger da war. Der Hausherr wurde kurzerhand vom Gastgeber zum Grillmeister befördert und machte sich als solcher ans Werk.

Wie schon Stoiber zu sagen pflegte – Glodernde Lut…

Auch die Salatbar war reichlich gefüllt und es blieb zu guter Letzt kein Wunsch offen.

Salatbar

Regen löschte den Grill, alle waren satt und zufrieden! Im Laufe des Abends wurde das 30l Faß geleert. Grillgut und Salatbar erlitten das gleiche Schicksal.

Trotz des Bangens um das Wetter am morgigen Hochzeitstag, waren alle zufrieden – allen voran das Brautpaar, das war das Wichtigste!

Tataaaaaa – der 30.09.2022! Der Tag der Hochzeit von Sibylles Tochter Franziska mit ihrem Mikey. Wir sind stolz, freuen uns – und doch ist es für die Mama wohl auch ein besonderer Tag – anders als bei den Söhnen, anders als bei den Vätern!

Wir müssen uns anziehen, liegen die Kleider bereit?

Der von Schlabbermode verwöhnte Körper muss jetzt da rein

Ja doch! Klamotten komplett, gefrühstückt, geduscht – check! Was macht eigentlich das Wetter? Ein erster Blick aus dem Fenster verheißt nix Gutes – wie vorhergesagt, grau, regnerisch – naja, besser als gestern und es tröpfelt gerade nicht…

…die Braut fährt mit Trauzeugin zum Friseur, wir werden sie erst vor dem Standesamt wieder sehen. Die Gesellschaft von gestern frühstückt und richtet sich.

Was dann passiert war fast wie ein kleines Wunder. Entgegen aller Vorhersagen öffnet sich die Wolkendecke ein wenig und gibt blaue Flecken frei. Der Himmel zeigt sich bayrisch blau-weiß und freundlich – das konnte keiner fassen!

Nach Norden zum See und Richtung Schliersee Ort
Nach Süden Richtung Berge und Hochzeitslocation

Die Gruppe traf sich vor dem Rathaus in Schliersee, wo Franzi und Mikey eine Tradition fortsetzten – sowohl Sibylle und ich, als auch Bruder Florian und Sonja haben dort geheiratet. Alle im gleichen, opulenten Trauzimmer.

Rathaus Schliersee

Bei einer schönen aber privaten Zeremonie, bei der Enkel Otto die Trauringe bringen durfte, haben sich die Brautleute das Ja-Wort gegeben und Tochter Franzi war „unter der Haube“.

Das freut uns sehr, weil wir Mikey und seine Familie richtig gerne mögen und Franziska dort gut aufgehoben wissen. Euch Beiden alles erdenklich Gute!!!

Frisch vermählt – gleich regnet´s Rosenblätter!

Es folgt das Gratulieren, es werden erste Fotos gemacht…

Da strahlt die Brautmutter

…doch bald schon wird zum Aufbruch gerufen – es soll angestoßen werden! Zu diesem Zweck wurde an einem Kiosk am Seeufer, in fußläufiger Entfernung, ein Champagnerempfang vorbereitet, dazu gab es Fingerfood (oder heißt es Häppchen?). Egal, es war jedenfalls super organisiert!

Moét Rose – vorbereitet durch die Besitzerfamilie
Ein fesches Paar – und das Wetter hält

Es werden die obligatorischen Familienfotos durch den Fotografen angefertigt, man knüpft erste Kontakte mit Personen, die man bis dato noch nicht kennt und Sohn Stefan macht Luftaufnahmen mit der Drohne – alles in allem sehr gelungen!

Die Bewölkung nimmt zu – Zeit zu gehen

Glaubt es oder nicht – das Wetter hielt, bis die letzte Aufnahme „im Kasten“ war. Dann, kaum saßen wir in den Autos, fing es an zu tröpfeln. Der Konvoi fuhr die paar Kilometer in die Berge, wo wir im „Berggasthaus Siglhof“ die Feierlichkeiten hatten.

Kaum waren wir aus dem Auto ausgestiegen, war der Regen vorbei und es hielt sich bis abends. Was keiner für möglich gehalten hatte wurde wahr – Wetterglück für das frischvermählte Paar.

Der Siglhof
Das Zuhäusl, das Salettl, nur für uns!

Wir feierten wie man eben so feiert, wenn man vom Leben Glücksmomente und Zufriedenheit geschenkt bekommt. Es war ein schöner Tag mit vielen speziellen Augenblicken die aber der Privatsphäre des Brautpaares zuzuschreiben und vorbehalten sind.

Ein paar Impressionen möchte ich aber doch teilen…

Personalisierte Bierdeckel
Sibylle mit Schwiegertochter Amelie
Brautstrauß und Moét – geschafft!

Natürlich gab es auch Reden, alle sehr schön gehalten – vom Brautvater, von der Mutter des Bräutigams und von den Freunden. Worte die noch lange im Gehör verankert sein und nachhallen werden. Formvollendet die einen, ziemlich cool die anderen – für Entertainment war jedenfalls gesorgt!

Die stolze Mutter des Bräutigams – analoges Manuskript
Für die Fraktion der Kumpels – stellvertretend – mit digitalem Manuskript

Und ich hoffe ich werde nicht zu privat, wenn ich mit zwei weiteren Bildern abschließe. Das Brautpaar wie es entspannt, aber doch andächtig, den Inhalten der Reden und Ansprachen zuhört – ich fand ein sehr vielsagendes Bild…

…und ein „unbeobachteter Moment“ – mehr Worte braucht es nicht!

Alle, wirklich alle waren zufrieden, begeistert, heiter – ein wunderschöner Tag. Wir fuhren glücklich zurück zum „Haus Seegarten“, haben uns schon am Weg der Tracht entledigt und wieder bequeme Sachen angezogen. Zusammen mit Christine und Nader sind wir noch kurz ins Gasthaus „Rote Wand“ um den Tag ausklingen zu lassen – den Tag der Franziska und Mikeys Hochzeitstag war und zugleich der letzte des Monats September!

Es gibt ein letztes Bild – ein Screenshot einer WhatsApp Nachricht, welche ich diesen Monat erhielt…

Dem ist nichts hinzuzufügen!

Wir sind inzwischen wieder in Griechenland und leben unseren Traum, gleichwohl es auch unser Alltag ist. Die Freunde gehen langsam nach Hause, neue Schiffe und Menschen kommen an. Es wird ein spannender Monat, schon weil einiges auf der „To Do – Liste“ steht.

Bleibt uns wohlgesonnen, schreibt ein paar Zeilen wenn Ihr an uns denkt. Wir freuen uns immer von Euch zu hören.

In diesem Sinne wünschen wir einen ganz schönen Herbst, einen herrlichen Oktober und sagen ganz herzlich DANKE für Eure Zeit und Euer Interesse!

Liebe Grüße aus Lakki / Leros von der NESSAJA Crew

August 2022 – You`ll be in my Heart

August – Hochsommer! Das prägende Ereignis dieses Monats war die Hochzeit von Amelie und Stefan, für die wir Mitte des Monats nach Deutschland gereist sind. Einer der Hochzeitssongs war der Collins Song von 1999, der Titelsong aus dem Disney Musical „Tarzan“.

Amelie, Stefan, wir sind stolz auf Euch und wünschen alles Gute – möge der Text des Liedes Gültigkeit haben…

„Cause you’ll be in my heart
Yes, you’ll be in my heart
From this day on
Now and forever more“

Doch von Anfang an…

Der achte Monat des Jahres 2022 war ein ereignisreicher. Daher fällt auch der Blogbericht wieder üppig aus, aber das kennt Ihr ja schon. Es gibt viele Bilder, ein paar nette Geschichten und viel Erlebtes, das wir mit Euch teilen wollen.

Gönnt Euch eine köstliche Kaltschale und ein paar Minuten Auszeit um den Augustbericht zu lesen und zu genießen – wie immer freuen wir uns über Kommentare, Anregungen und Hinweise.

Ihr erinnert Euch vielleicht – den Blogbericht des Monats Juli habe ich mit einem kleinen Ausblick auf August abgeschlossen – hier möchte ich einsteigen und den aktuellen Monatsbericht beginnen…

NESSAJA an ihrem Platz

Unser Zuhause liegt sicher und geschützt an ihrem Platz D1 in der Leros Marina Evros. Im August habe ich keine weiteren Reparaturen am Schiff vorgenommen. Ich habe beschlossen, ein paar Kleinigkeiten in den ersten Septemberwochen zu machen, mich dann zu restrukturieren und wenn es kühler wird, ab Anfang Oktober, wieder in eine „9to5“ Projektarbeit einzusteigen.

Ich wollte Konzerte besuchen – das habe ich gecancelt! In Griechenland steigen die Covid Zahlen wieder spürbar an, auch in unserer Marina gab es Fälle. Grundsätzlich habe ich keine Angst und bewege mich meist ganz normal in meinem Umfeld, nachdem wir aber im August reisen wollen und zudem der Wirt bei der Hochzeit der Kinder von seinem Hausrecht Gebrauch machte und eine Testpflicht verhängte, habe ich entschieden etwas Vorsicht walten zu lassen – diese ist ja bekanntlich die Mutter der Porzellankiste…

Bei den Arbeiten an ALENA besteht diesbezüglich aus meiner Sicht keine Gefahr – Krantermin war für den 09.08. angesetzt – es galt also, das Augenmerk auf diesen Termin zu richten! Es gab ja noch Einiges zu tun…

Die Schadstellen am Skeg waren großflächig abgeschliffen

Während ich mich mit den Schleif- und Laminierarbeiten am Rumpf beschäftigte, rückten die Marinamonteure an, um sich der Motorinspektion zu widmen. Dies kann in diesen Tagen getrost als Glück bezeichnet werden, waren diese Handwerkertermine doch sehr rar. Nikolas, der Marinachef, hatte Wort gehalten!

Marios, der Motormechaniker, im Einsatz

Noch geübt durch meine Ruderreparatur, ging es auch bei mir fix voran – ich konnte rasch die ersten Matten auflegen…

Erste Lage zur Stabilität und Formgebung…
…alles was übersteht wird später verschliffen

…und aufgrund der kurzen Aushärtungszeit bei diesen Temperaturen, war es möglich die zweite Lage bereits einige Stunden später zu verarbeiten. So ging richtig was voran!

Zweite Lage als Decklage und für ein besseres Oberflächenfinish

Auch die Monteure blieben nicht untätig – die Wartung der Maschine nebst Ölwechsel und dem Wechsel aller Filter war rasch erledigt. Dummerweise wurden zwei Fehler entdeckt – zunächst wurde eine Undichtigkeit an der Seewasserpumpe festgestellt.

Deutlich zu sehen – undicht!!!

Dieses Teil kann man mit einem Reparatursatz instandsetzen, dies wurde von mir, nach Rücksprache mit Werner, sofort in Auftrag gegeben.

Tags darauf sollte ein weiteres Problem entdeckt werden, welches für Zeitdruck sorgte. Dazu später mehr…

Ich spachtelte derweil meine Reparaturstelle mit Feinspachtel auf Epoxidbasis, um so die Oberflächen wieder eben zu bekommen – das Ergebnis war nicht so schlecht…

Fertig zum Streichen

…und bestens vorbereitet, um abschließend eine Epoxi-Grundierung für das durch die Werkstatt aufzubringende Antifouling zu streichen – FERTIG!!!

Geht doch!

Sibylle´s Abreise nach Deutschland war für den 04.08. geplant. Sie wollte eine Woche vor mir anreisen um etwas mehr Zeit für die Enkel zu haben. Das war durchaus in meinem Sinne, hatte ich mit ALENA doch genug zu tun.

Unser letzter Abend brach an, wir gönnten uns einen Abschiedsdrink in der Bar der Marina – und als ob der Marinahund „Electra“, der Hund des Elektrikers, die nahe Abreise spüren würde, kam er noch einmal zu Sibylle um sich zu verabschieden (und ein Leckerli abzustauben).

Electra – der Marinahund, scharf auf Leckerlis

Sibylle´s Abreisetag war gekommen – ich war wieder recht früh wach und habe die Morgenstunden genutzt, um am Panteli Beach baden zu gehen. Wie Ihr wisst, sind das für mich besondere Momente – der perfekte Start in den Tag…

Ungefähr 07.30 Uhr – die Sonne gerade über dem Bergrücken
Nach dem Bad ein Tässchen Kaffee in der frischen Morgenluft
No more words

Kurz nach meiner Rückkehr kam Hektik auf – ich wusste, dass ALENA durch die Werft gestrichen wird, das Datum war jedoch ungewiss – schnell wurde klar – HEUTE…

Der Verantwortliche fragte nach einer Grundierung an den freiliegenden, blanken Stellen – aha, bei mir noch vergessen – hier daran gedacht! Ich habe bejaht und der Voranstrich wurde sofort umgesetzt.

Geschliffen, geprimert und repariert…

Als Sibylle und ich gefrühstückt hatten war es bereits passiert – ALENA´s Bauch strahlte wieder wie zu besten Zeiten. Ich war zufrieden, ich war im Plan!

SO muss das! Wenn man bedenkt wie sie noch vor wenigen Tagen aussah!

Für den heutigen Tag, wir schreiben den 04.08., war nichts mehr geplant – ich habe Sibylle zur Fähre gebracht und sie verabschiedet. Leider kam die Fähre, aufgrund des hohen Andrangs an allen Häfen, mit fast einer Stunde Verspätung in Leros an…

Maskenpflicht in öffentlichen Transportmitteln

…das alleine wäre nicht so schlimm, wenn Sibylle nicht die „perfekte Verbindung“ über Kos herausgesucht und gebucht hätte. „Perfekt“ bedeutet in diesem Fall keine Wartezeiten zwischen Fähre, Bus und Flugzeug. Keine Wartezeiten bedeutet aber auch – kein Puffer!!!

Flieg Fähre – flieg nach Kos!

Die Situation sollte sich verschärfen, da Sibylle bereits in der Fähre klar wurde, dass sie den Bus nicht erreichen würde. Ein Taxi stand in Kos jedoch nicht bereit! Offen gesagt, Kos hat ein Taxiproblem – ob es einfach durch den großen Andrang verursacht ist oder vielleicht ein „bisschen absichtlich“ – das wissen wir nicht.

Long Story Short – Sibylle hat ihren Flug erreicht und ist sicher in München angekommen. Das ist gut! Weniger gut ist – ich habe exakt eine Woche später die gleiche Verbindung! Ob das klappt???

Wenn Sibylle weg ist, kehrt bei mir Ruhe ein. Ich bin also zurück auf NESSAJA, habe mich neu sortiert und angefangen den Monatsblog für Juli zu schreiben…

Blogbericht schreiben – Schweißarbeit!

…das ist schweißtreibend! Ob es am Wirrwarr der Gedanken im Kopf liegt oder aber einfach an den hochsommerlichen Temperaturen jenseits der 30°C Marke, bleibt der Phantasie des Lesers überlassen – ich jedenfalls, muss das schöne Holz des Salontisches mit einem Handtuch gegen den an den Armen herabrinnenden Schweiß schützen, mir regelmäßig die Stirn abtupfen und mich grundsätzlich etwas „herunterkühlen“.

Sorgt für Frischluft – Carlson der Ventilator

Ich gestehe mir, um nicht kochen und einkaufen zu müssen, ein Tagesbudget zu. Dieses erlaubt mir Besuche in den günstigen Grills oder Pizzerien der Insel. Da sowohl Hans-Peter als auch Johannes alleine hier sind, haben wir uns zu einer Männergruppe zusammengefunden, um die letzte Mahlzeit des Tages, nebst Bierbegleitung, gemeinsam einzunehmen. So auch an diesem Abend als wir, zusammen mit Hans-Peter´s Hund Merlin ins „SouVlakki“ gingen…

Merlin ist sein Künstlername – ein Pseudonym um incognito zu bleiben…

…erinnert Euch Merlin an irgendwen oder irgendwas???

Na klingelt`s? Ich gebe einen Tip – und das ist kein Witz – der Hund heißt nicht Merlin, er heißt „Eragon von Melmac“ – jetzt wird es klar oder???

Auch ein „von Melmac“

Vermutlich, nein wahrscheinlich, sind die beiden „von Melmacs“ verwandt oder verschwägert. Ich habe Merlin gefragt – er schweigt! Ein Rätsel…

Apropos Hans-Peter, auch hier tut sich was, auch das hatte ich im Vormonat angekündigt – ich möchte etwas bei den Reparaturen an der LIBERTÉ unterstützen.

Endlich – Panagiotis, der Elektriker, gibt sich die Ehre!

Nachdem die Ventile eingebaut waren, die Reparaturen am Saildrive abgeschlossen waren und sowohl der Unterwasseranstrich wie auch das Polieren von der „To-Do“ Liste gestrichen werden konnten, war es an der Zeit, dass die Elektrik in Hans-Peter´s Mast instandgesetzt wurde. Der Elektriker, bei dem Termine so schwer zu bekommen sind wie beim Papst, machte die Aufwartung, setzte das Geplante gekonnt um und war ebenso schnell wieder verschwunden – der ist sein Geld wert!

LIBERTÉ war somit fertig für den Kran und die Einwasserung…

Ich selbst hatte an ALENA noch die Ankerelektrik zu reparieren. Der Schalter hat mich auch im August noch etwas beschäftigt. Das große Loch des Originalschalters musste verschlossen werden – aber ich hantierte ja ohnehin mit Epoxispachtel…

Wieder verschlossen und überschliffen

…so war das Deck bereit um einen neuen, handelsüblichen und aktuellen Fußschalter zu verbauen und anzuschließen.

Passt, so soll das aussehen

Funktionsprüfung – check! Alles tut wieder, es kann wieder ein Punkt von der Liste gestrichen werden. Der 09.08. rückt näher! Es folgt eine Hiobsbotschaft…

Der „Mixing Elbow“, ein anfälliges, teures Teil der Auspuffanlage, zeigte deutliche Verschleißspuren und war durch Ölkohleablagerungen zugesetzt – was tun?

Klar zu sehen – Rost / Ölkohle

Es wurde beraten, ich stimmte mich mit Nikolas und Manolis, dem Werkstattleiter, ab – zunächst waren wir der Meinung, dass der Elbow für eine weitere Saison vorbereitet und instandgesetzt werden könnte – das haben wir aber verworfen, als wir einen weiteren Schlauchanschluss abgeschraubt haben…

Nicht mehr viel Durchsatz – Überhitzung droht

…schnell wurde klar – hier muss Ersatz her! Das Projekt drohte zu scheitern. einen Elbow würde man nicht fristgerecht geliefert bekommen!

Kennt Ihr die Lösung? Aufmerksame und treue Blogleser wissen – ich habe mir so ein Teil als Ersatz von Giorgos beschafft. Er baut die Dinger aus Edelstahl und der Zufall, oder besser das Glück, wollte es so, dass Werner und ich den gleichen Motor verbaut haben.

Könnt Ihr Euch die Augen des Werkstattteams vorstellen, als ich sagte „…einen Elbow für einen MD22 – habe ich!“ Für Götter…

Darauf ein Bier!

Jeden Abend – Feierabendbier in Panteli

Immer noch halte ich daran fest morgens und abends zu meinem Lieblingsstrand in Panteli zu gehen. Mittags meist nur auf einen Badestopp, ein Aufenthalt ist nachmittags in den Monaten Juli und August aus meiner Sicht nicht angenehm, zu laut, zu voll, zu hektisch.

Ich bade, trinke ein Feierabendbier und treffe mich dann mit Hans-Peter oder Johannes oder beiden zum Essen – heute geht es ins „La Nostra“, der Pizzeria in Lakki.

Salat und Pizza – gut fei!

Ich hatte mein Budget erwähnt – es soll kein Geheimnis bleiben, ich rechne mit 20.- bis 25.-€ pro Tag. Das errechnet sich aus 10.-€ für´s Abendessen, 3.-€ für´s Bier zum Feierabend, weitere 6.-€ für ein leckeres Eis am Nachmittag – Ihr seht, es bleibt wenig Raum für´s Frühstück…

Das geht aber, denn wir haben „Mike´s Bakery“ für uns entdeckt!

Breakfast at – not Tiffany´s – Mike´s

Ein großes Sandwich in vielen Varianten und ein Coke oder Cappuccino kosten 3,60€ bis 4,60€ – zusammen – das passt und rechnet sich gerade noch. Zur Not muss das Eis oder das Dinner etwas schmäler ausfallen.

Heute soll das Problem mit dem „Mixing Elbow“ auf ALENA gelöst werden. Wenn das klappt, sind alle Punkte auf der Liste erledigt und die stolze Hallberg-Rassy kann zurück in ihr Element – nach drei Jahren.

Und was soll ich sagen…

Mixing Elbow aus V4A – perfekt! Der letzte Punkt auf der Liste – check!

DAS war ein Feierabendbier der Extraklasse wert! Leider ist das bei den Temperaturen immer viel zu schnell „verdunstet“!

Nanu – schon leer???

Der Tag neigt sich dem Ende entgegen, es war ein guter Tag – ich bin zufrieden und bekomme dafür einen schönen Moment geschenkt…

NESSAJA im Sonnenuntergang
Ein schöner Platz zum Wohnen

Er bricht an – der Tag der Tage – naja, zumindest was diese Phase des Augusts betrifft. Es ist der 08.08. – der Tag, an dem der Krantermin für LIBERTÉ fixiert ist UND der Tag, auf den ich ALENA´s Krantermin vorgezogen habe! Tata…

Ich stärke mich entsprechend und sprenge damit auch mein Tagesbudget – mit einem feudalen Frühstück in der Mühle meines Freundes Haris – mir war so…

Ein Gaumenschmaus – made my day!

…danach ging es in den Werftbereich der Marina, um erst Hans-Peter´s Schiff ins Wasser zu bringen…

Die LIBERTÉ in den Gurten – von ALENA aus gesehen

…und anschließend gleich ALENA ins Becken zu heben. Wir waren aufgeregt. Ich wollte das Schiff an den Platz fahren, habe dafür eine Lücke an unserem Ponton reserviert, um es weiter beobachten zu können. Ich hatte viel über die fiesen Manövriereigenschaften der Rassys gelesen, das machte mich nervös – ich habe Uli als „Verstärkung“ mit an Bord genommen – es ging los!

Der Kran wartet schon

Leider keine Bilder vom „Touchdown“ – ich war zu beschäftigt. Was passierte??? Nun, wir fuhren einigermaßen anständig, aber geplagt durch einen ausgeprägten Radeffekt, aus der Krangasse um dann – in Rückwärtsfahrt – den Liegeplatz anzusteuern. Ja denkste!!! Eine Ruderbewegung reichte, um das Schiff aus der Bahn zu werfen – eine Wiederaufnahme der Rückwärtsfahrt war unmöglich.

Ich fragte Uli ob er es mal probieren wolle, ich kam mir vor wie ein Anfänger – die Antwort – NÖ!

Wir eierten rum, eine Planänderung muss her! Sofort! Ich beschloss kurzerhand, vorwärts in die Gasse zu fahren, trotz kräftigem Wind – mal sehen was dort passiert. Nun, das Schicksal hatte ein Einsehen und half mir, die Schwedin gekonnt, diesmal unter Zuhilfenahme des Radeffekts, in die Lücke zu drehen – wow, gut gelungen – danke! Da lag sie nun…

ALENA neben LIBERTÉ – Tagwerk geschafft, super!

Ich bereitete die rassige Rassy auf die Übernahme des Eigners vor, legte Stromanschluss und Gangway. Leider tat der Kühlschrank nicht was er sollte, er versagte das Kühlen – was nun? Guter Rat schien teuer, das eiskalte Willkommensbier in weite Ferne gerückt.

Google und die Gleichgesinnten des „Mittelmeer Skipper Forums“ halfen – ich konnte das System entlüften (wassergekühlt) und schließlich in Betrieb nehmen. Weil ich ein Guter bin, habe ich noch zwei Bier und ein Wasser in den Froster. Jetzt kann Werner kommen.

Dies sollte in zwei Tagen, am 10.08. spätabends, soweit sein. Ich hingegen musste mich vorbereiten. Ich würde bereits ein paar Stunden später, am 11.08. nachmittags, nach Deutschland abreisen, es war Einiges zu tun…

Mein Fährticket nach Kos musste gekauft werden

…so zum Beispiel der Kauf des Fährtickets – es ist nämlich keinesfalls sicher, dass man in der Hochsaison immer einen Platz auf dem Zubringer bekommt, also macht der Vorabkauf Sinn!

Außerdem habe ich für mich beschlossen, dass ich mich an den drei Tagen vor Abflug einem Covid-Selbsttest unterziehe. Der Grund dafür ist banal, nachdem ja bei Stefans Hochzeit eine Testpflicht festgelegt war, würde ich, im Falle eines positiven Testergebnisses, gar nicht erst nach Deutschland reisen.

Also ans Werk…

Wie war das gleich wieder?

…mit durchaus positivem, also negativem, Ergebnis 😉

Zwischendrin habe ich für Hans-Peter ein Segel beim Segelmacher abgeholt – die GS als Transportmuli, Greek Style eben!

Platz ist auf der kleinsten Maschine – und wo sitz´ich???

Was mich in dieser Phase total freut, ist eine Nachricht von unseren Freunden Tanja und Stefan, den Eignern der OREJA VELA, die mit unserem ehemaligen Bus auf einer Reise von Süditalien nach Hamburg sind. Sie genießen das Landleben und unser Italiener dient in seinem Heimatland als Camper.

Stefan mit spartanischer Campingausrüstung und unserem Luigi

So vergingen diese Tage bis zu meiner Abreise wie im Flug. Ich folgte den liebgewonnenen Traditionen, wie z.B. meinem morgendlichen Bad nebst Cappuccino, bis zum letzten Tag…

…half weiterhin bei Hans-Peter auf der LIBERTÉ bei Kleinreparaturen, wie z.B. der Vorbereitung des Instrumentenpanels für den Einbau der neuen Navigationsgeräte…

Wo gehobelt wird fallen Späne

…und gönnte mir mein Repapis Eis am Nachmittag!

Auch an diesem Abend gehe ich am Panteli Strand schwimmen, es sollte das letzte Mal für eine gute Woche sein.

Das werde ich vermissen

An diesem Abend habe ich Zeit, denn Werner kommt gegen 01.00 Uhr an – ich möchte auf ihn warten, um dabei zu sein wenn er seine ALENA bezieht, ich freue mich auf diesen Augenblick und gönne mir ein Bierchen während die Sonne untergeht.

Abends noch der heutige Covid-Test, auch der wieder mit dem erwarteten Ergebnis. Es scheint alles zu klappen.

Negativ – also positiv – na egal…

Werner kommt an – wir begrüßen uns und freuen uns gemeinsam, dass alles so gut geklappt hat. Ich übergebe die Hallberg-Rassy in diesem Moment an ihren Besitzer. Ich muss gestehen, ich war gerührt, ein bewegender Moment voller Freude!

Neuer Tag – der Tag an dem ich nach Deutschland fliege. Morgen heiratet mein Sohn…

Ich wasche meine Wäsche…

Alles sauber vor der Abreise

…und packe – im Gegensatz zu Sibylle reise ich mit kleinem Gepäck.

Der Rucksack muss reichen

Ein letztes Mal teste ich mich – wenn dieser Test wieder zeigt, dass ich nicht an Covid erkrankt sein dürfte, werde ich die Reise antreten.

Wartezeit – 15 Minuten

Ich kann fahren! Der Balken wandert nach der Wartezeit nach oben, zeigt sich als Einzelbalken und ich informiere die Familie in Deutschland, dass mein Countdown läuft.

Ich muss mein Motorrad einpacken…

Gut verpackte Moppeds

…und auch NESSAJA für die Abwesenheit vorbereiten. Die Ventile müssen geschlossen werden, das System muss stromlos gemacht werden, was für die 220V und die 12V Seite gilt. Die Schattenspender müssen weg und die Fenster und Luken geschlossen werden.

Ich war fertig zur Abreise…

NESSAJA – ich komme wieder, in einer Woche…

…nur noch die Schuhe – uff, nach Wochen in Crocs wieder festes Schuhwerk, das fühlt sich komisch an!

Schuhe – was für ein beengtes Gefühl

Werner bot sich an, mich mit einem Leihwagen nach Agia Marina zur Fähre zur fahren, wo ich „just in time“ ankam – auf geht´s! Deutschland ich komme!

Ihr erinnert Euch? Auch ich hatte einen strammen Fahrplan – auch meine Fähre kam 45 Minuten zu spät, na toll…

Jetzt aber los…

…auch für mich galt auf der Fähre Maskenpflicht, welcher ich aus Respekt vor den Vorgaben meines Gastgeberlandes und auch aus Eigenschutz gerne gefolgt bin – ich will morgen bei den Feierlichkeiten nicht „außen vor“ bleiben.

FFP2 – bis München

Was folgte, war eine Odyssee – auch ich kam zu spät in Kos an. Der Bus war weg, ich brauchte ein Taxi.

Auch bei mir waren keine Taxis am Hafen. Zunächst scheiterte jeder Versuch eines der vorbeifahrenden Taxis abzugreifen. Verflixt – alle reserviert (natürlich gegen Aufpreis 😉 ) – was tun?

Ein Taxi kam in den Port, ebenfalls reserviert, hatte aber Probleme seine Gäste zu finden. Der Zufall und das Glück halfen, dass ICH dieses Taxi abgreifen konnte und auch noch meinen zufällig mit mir reisenden Freunden, Frederic nebst Familie, eine Fahrgelegenheit zum Flughafen bieten konnte.

Wir kamen um 17.30 Uhr am Flughafen an. Durch die Tatsache, dass ich bereits eingecheckt war, zudem kein Aufgabegepäck hatte, war ich recht schnell durch die Sicherheitskontrolle und ab hier wieder „in time“.

Die Taxisituation in Kos bleibt verbesserungswürdig…

Ich sitze bald im Flieger der mich nach München bringen wird.

Lufthansa gebucht – Eurowings bekommen – passt aber alles
Fensterplatz – alleine in meiner Reihe, schön!

Zweieinhalb Stunden später lande ich im Erdinger Moos, es ist bereits dunkel…

Franz-Josef-Strauß Airport MUC

…und noch im Bus erreicht mich die Nachricht von Sohn Florian, dass er schon vor dem Eingang wartet. Das muss er nicht lange, denn ohne Gepäck bin ich auch hier schnell durch alle Türen, um mit dem Junior die 100km Heimweg anzutreten.

Dort erwartet mich der Himmel auf Erden! Ja, Sibylle auch, aber darüber hinaus – habe ich mir bestellt – Brezen, Fleischsalat und ein Reutberger! Ein Gedicht!!!

Die Enkel schlafen schon, alle sind müde – es gibt daher nur ein kurzes Hallo, bevor wir alle ins Bett sacken. Morgen wird ein anstrengender Tag!

Ringring – der Wecker klingelt und Enkelchen Otto schleicht sich zu uns ins Bett. Hallo, schön Dich zu drücken. Aber wir müssen aufstehen, frühstücken und dann zum Testen fahren – heute brauchen wir einen offiziellen Schnelltest mit Bescheinigung, welche wir beim BRK erhalten. Tatsächlich zeigt sich, dass ein Hochzeitsgast wegen einem positiven Ergebnis nicht kommen kann – sehr ärgerlich.

Es ist der 12.08. – der Tag der Hochzeit unseres Sohnes Stefan mit seiner bezaubernden Amelie. Wir bekommen eine Schwiegertochter – und was für eine – darauf freuen wir uns!

Die Feierlichkeiten, es ist die standesamtliche Trauung, finden im Familienkreis im Almbad Huberspitz statt – ein schöner Ort für einen solchen Anlass – wenn das Wetter mitspielt…

Almbad Huberspitz

…und das tat es! Es war Kaiserwetter, dem Anlass angemessen!

Kein Stress – nimmermehr

Überhaupt ist das Almbad ein besonderer Ort an dem die Uhren anders zu ticken scheinen…

New York, Rio, Sydney…
Huberspitz – die Zeit „vergessen“

Der Trausaal weist eine Besonderheit auf – er liegt direkt auf der Gemeindegrenze zwischen Hausham und Schliersee – darauf wird auch deutlich hingewiesen.

Wichtig! Wo bin ich???

Diese Grenze sieht man als rote Linie auch auf dem Boden verlaufen. Das ist, kein Scherz, wichtig um der Trauung Gültigkeit zu verleihen. Das Brautpaar muss nämlich auf der Seite des Verantwortungsbereiches der Standesbeamtin sitzen – in unserem Fall Hausham.

Dies wurde eingehalten und so war, nach einer (privaten) Trauungszeremonie, die Eheschließung vollzogen und wir hatten eine Amelie Rauch in der Familie.

Sibylle & ich mit drei unserer vier Kinder und Schwiegertochter Amelie

Von vornherein war klar – diese standesamtliche Trauung endet um 17.00 Uhr. Die große Feier, mit der gesamten Familie und allen Freunden, wird 2023 stattfinden. Es wurde zur Auswahl gestellt, mit dem Kleinbus oder einem Taxi zurück ins Tal zu fahren – oder eben zu Fuß talabwärts zu gehen.

Weil ich meiner lieben Frau sicher 1001 Gefallen schuldig bin, habe ich mich zum Fußmarsch hinreißen lassen…

Sie strahlt – und mit mir geht´s abwärts (natürlich nur im Wortsinn – Richtung Tal 😉 )
Wie weit ist´s noch? Dauert´s noch lang? Nur noch 26 Kurven…

Viel Zeit Freunde zu besuchen blieb nicht – trotzdem versuchten wir in der kurzen Zeit ein bisschen was unterzubringen…

Die Fahrt nach Erding zum Beispiel, um Christine und Nader wiederzusehen und dies mit einem Kaffeekränzchen zu verbinden (oh Gott, das klingt „alt“).

Der Kuchen ist NICHT aus Erding – Winkelstüberl – what else???

Oder den kurzen Ausflug an den Schliersee, um Rita und René zu besuchen. Ich wollte seinen automobilen Neuerwerb sehen…

Heckflosse – nice!

…verbunden mit einer Probefahrt welche mich an meine Kindheit erinnerte. Sowohl der Geruch wie auch die Ausstattung, die Optik und Haptik, sind und waren mir sehr vertraut!

Wie in den 70ern

Wir überlegten uns, ob ein Bad im See erstrebenswert ist…

Der See lädt zum Bade – scheitert aber…

…dieser scheitert mit seinem Ruf aber ob des drohenden Regenschauers und der doch abgekühlten Temperaturen. Wir scheinen verwöhnt zu sein!

Stattdessen heizen wir den Grill ein und legen ordentlich auf – die Zusammenkunft muss gefeiert werden, es gibt viel zu erzählen.

Yummie – I like!

Wenn wir das nächste Mal in Deutschland sind – und das wird aufgrund von Franzi´s Hochzeit schon bald sein – werden wir im „Haus Seegarten“ verweilen, ich freue mich darauf.

Dieses Mal waren wir bei Sohn Florian zu Gast. In unserem alten Haus findet sich immer irgendwo ein Bett für uns, wenn es auch das Gästezimmer nicht mehr gibt. Die beiden Racker fordern ihre Räume – und das ist gut so. Das inzwischen neu renovierte und umgestaltete Haus zeigte sich bei herrlichem Wetter von der besten Seite – ein schöner Platz!

Objects in the rear view mirror…

Der Garten ist zu dieser Zeit ein kleines Paradies – eine wunderbare Umgebung für die Enkelchen!

Natur pur

Wir haben Spaziergänge in der Umgebung gemacht, die Flora und Fauna des bayrischen Oberlandes genossen. Ein Kontrast zu unserer „neuen Welt“!

Auch hier haben wir den Grill eingeheizt, Florian hat zur „Burgerparty“ geladen. Das mag ich, da freut sich mein Herz…

Homemade – No. 1 von 3

Bei den Fahrten mit Sonja´s Auto haben wir aber auch Dinge erleben dürfen an welche wir uns nur noch dunkel erinnern – sowas gibt es in „unserer Welt“ nicht!

Stau? Was ist denn das???

Natürlich haben wir verglichen – was haben wir gewonnen / verloren?

Perkmann´s Kaffeerösterei gegen Dimitra´s Cafe Luigi – beim Preis siegt Dimitra, der Cappuccino kostet die Hälfte. Beim Geschmack gewinnt Perkmann – diese Qualität findest Du auf Leros nicht…

Top empfehlenswert in Miesbach – der neue Kaffee von Perkmann

Eiscafe Cortina / Miesbach gegen Repapis / Lakki – ich wollte mal wieder ein geliebtes Spaghettieis aber Cortina versagt völlig. Lieblos, im Plastikbecher und teuer. Der Punkt geht mehr als eindeutig an Repapis!

Gut aber nicht überzeugend

Essen welches es nur gibt, wenn die Kinder es sich wünschen, gegen Giros & Co. 😉 – ich liebe Giros, aber der Punkt geht doch an die Schinkennudel welche sich Florian zu meinem Abschied gewünscht hat…

Schmeckt noch besser mit Heinz Ketchup

Bitte nehmt das nicht ganz so ernst – was ich vermitteln will ist, dass wir unsere Speicher, mit den Dingen die wir vermissen, aufgefüllt haben. Ein weiterer Punkt geht an „Brezen mit Fleischsalat“, welche ich jeden Morgen zum Frühstück hatte und noch ein weiterer Punkt an sowohl die EINE Kas-Leberkassemmel von Holnburger und das Weißwurstfrühstück bei Florian, mit Würsten aus derselben Metzgerei – Highlights!

Der letzte Abend vor meiner Abreise, nach einer Woche Aufenthalt, wurde noch bei den ehemaligen Nachbarn verbracht. Ein schöner Ausklang bei Gin-Tonic, wunderbar…

Im Garten von 12a

Beepbeepbeep, ahhhrgggh, was ist das? Der Wecker, unchristliche Zeit! Hilft nix, ich muss zum Flughafen. Mein Flug geht um 06.20 Uhr, der Wecker klingelt um 03.30 Uhr und meine liebe Gattin fährt mich hin. Ich weiß, dass sie mich verflucht, aber immerhin, sie fährt mich – wahrscheinlich ist es einer der Gründe warum ich sie liebe.

Ich finde mich pünktlich in MUC ein, bin eingecheckt, habe widerrum nur Handgepäck und warte auf das Boarding.

Kos ich komme

Du buchst Lufthansa, checkst bei Eurowings ein, wirst aber von Air Baltic geflogen – naja, solange ich ankomme.

Air Baltic – die pünktlichste Fluglinie

Die Maschine war ganz neu, top gepflegt, sehr freundliches Personal. Ich hatte wieder eine Reihe für mich und einen angenehmen Flug. Das kenne ich auch anders, der Punkt geht an Air Baltic – Daumen hoch!

Anflug auf Kos

Ich hatte einen tollen Plan für Kos! Ich werde als erster am Taxi sein, weil ich ohne Gepäck reise. Das hat geklappt, ich habe eines der begehrten und knappen Taxis bekommen. Ich würde NICHT nach Kos-Stadt fahren, weil zuerst die Taxifahrt sehr teuer ist, zudem die Fähre erst um 22.50 Uhr geht – zu lange zu warten.

Vielmehr würde ich die paar Kilometer nach Mastichari fahren (17.-€ statt 38.-€) um dort eine Minifähre nach Leros zu bekommen welche schon mittags geht. Das ist was für Insider, soweit der Plan!!

Teil 1 hat prima geklappt. Ich war bald in Mastichari am Strand und konnte in einer Beach-Bar frühstücken.

Schöner Ausblick
Toast mit Ei – gut, aber noch Luft bei der B-Note

Teil 2 klappte nur bedingt – als ich nämlich an den Fähranleger ging, standen da ungefähr 100 Leute. Egal, denke ich mir, die warten auf irgendwas, MEINE Fähre kennt NIEMAND! Ihr ahnt was kommt? Als eine unscheinbare, rundliche Frau in bestem Englisch fragt, wer alles online reserviert hätte, bleibt gefühlt nur MEINE Hand unten. Oooops!

Was tun? Komme ich da mit? Eine Nachfrage bei der runden Frau ergibt – nun, vielleicht! Mal sehen! Ich solle warten!!! Sigasiga…

Ich werde nervös, besinne mich aber, dass eine griechische Freundin aus Leros bei einem gemeinsamen Abendessen erzählt hat, dass ihr Sohn Kapitän auf ebendiesem Schiff ist. Ich rufe an! „Ein Gefallen, bitte“ „Mein voller Name? Ok“ „Ich soll warten? Ok!“

Fünf Minuten später – die kleine, rundliche, aber resolute Frau ruft „Mario Rausch, Mario Rausch“ – ich hebe meine Hand. Sie sieht mich ungläubig an und sagt „Your Ticket is on the Ferry, you can travel“, wie ich schon sagte – „Insider, eben“… 😉

ZEFYROS auf Kos

Die Fähre legt an, Manolis der Kapitän, schaut raus – er kennt mich, wir hatten schon einen Ouzo zusammen – und sagt „Mummy called me“ – ich zwinkere nur und bekomme mein Ticket (natürlich habe ich es bezahlt!).

Minuten später habe ich meinen Platz und die ZEFYROS bringt mich nach Leros.

Es bleibt eine Randnotiz, dass mich die Mutter des Kapitäns in Agia Marina in ihr Taxi packt und mich in die Marina bringt. Zurück auf NESSAJA, zurück zuhause!

Home sweet home

Ich beeile mich, mein Schiff wieder bewohnbar zu machen, baue die Schattenspender an, lege die Polster parat und öffne Luken und Fenster. Ich starte den Kühlschrank und die 220V Versorgung – dann bin ich fertig!

Ich gebe in Miesbach Bescheid, dass ich gut angekommen bin und verziehe mich, Ihr ahnt es, an den Panteli Beach um ein gemütliches Bierchen zu trinken.

Der Tag klingt aus

Ich gehe ein Giros essen und gönne mir zum Abschluss des Tages noch ein Eis. Rosa, meine Lieblings-Eisfachfrau, die Frau die immer gute Laune hat, steckt mir noch eine Eiswaffel auf das Sorbet – made my day.

Zufrieden sacke ich ins Bett und schlafe wie ein Murmeltier!

Neuer Tag, neues Glück! Ich wasche Wäsche und treffe Werner, er ist mit ALENA immer noch im Hafen.

Waschtag

„Morgen laufe ich aus“, sind die Worte mit denen er mich begrüßt. Das freut mich. Ich sehe aber auch, dass seine Sicherheit auf dem Boot durch die Jahre der Abstinenz etwas gelitten hat. Ich war unsicher, was tun? Was, wenn doch nicht alles so perfekt funktioniert? ALENA hat noch keine Probefahrt.

Mir ging es wie Wicki -hmmm? Hmmm? Idee! Was wenn ich, oder besser Hans-Peter und ich (nebst Merlin), Werner auf dessen „Jungfernfahrt“ begleiten würden? Ich frage Werner und bringe meine Bedenken vorsichtig an – lass´ es Dir mal durch den Kopf gehen…

Am nächsten Tag erwähnt Werner´s Enkel im Vorbeigehen beiläufig, „dass wir ja heute segeln gehen würden“ – ah, ok, da muss ich wohl packen!

Gesagt, getan – und auf ALENA angeheuert – klar zum Ablegen!

Leinen los!

Der Plan sieht vor, Leros einmal halb zu umrunden und auf der anderen Seite der Insel, in der Bucht von Alinda, zusammen zum Essen zu gehen. Ich reserviere einen Tisch in Dimitri´s „To Steki“ und wir fahren los. Es ist kräftiger Meltemi angesagt.

Noch ruhig – Ausfahrt aus der Bucht von Lakki

Von dem merken wir zunächst nichts, dennoch setzen wir das Groß halb gerefft und auch die Genua geht nur zu 70% raus. Das war eine weise Entscheidung, denn kaum waren wir jenseits der Feuer der Lakki Bucht, drehte der Meltemi auf…

Wie immer – auf dem Foto sieht es entspannt aus
30kn Mittelwind, Böen bis 36kn – sportlich gings dahin!

…was auf Bildern ja immer schlecht zu sehen ist. Wir hatten Böen bis 36kn, was nahe an 8Bft. ist und wollten gegenan kreuzen um nördlich um Leros herum nach Alinda zu segeln. Das war sportlich – hier aber konnte Werner zeigen was ein alter Seebär kann! Mit zwei exakten Streckschlägen konnten wir Höhe holen und direkt zwischen Archangelos und Leros durchfahren. Gekonnt!

Klar zur Wende???

Ab hier war es entspanntes Downwindsegeln bei leicht nachlassendem Wind – bis direkt in die Bucht von Alinda.

Bartträger unter sich – Downwind

Hier fiel der Anker und das Meer lud zum Bade – herrlich!

ALENA in ihrem Revier – Test bestanden

Zufrieden setzten wir über. Ich habe mir die Freiheit gegönnt, direkt an unseren Tisch zu schwimmen und kam gleichzeitig mit dem Rest der Crew an, welche meine Kleidung mit im Dinghy hatte. Wir nahmen direkt an der Waterfront Platz – es folgten herrliche Meze die wir genossen. ALENA hat die Probefahrt bestanden, Hans-Peter und ich mustern ab – wir wünschen Werner einen schönen Urlaub!

Die Crew im „To Steki“

Leerlauf – Sibylle kommt in drei Tagen. Ich muss mir die Zeit vetreiben. Was tun? Ich könnte mal wieder lesen. Lesen ist für mich Luxus, etwas, was ich nur mache, wenn ich Zeit im Überfluss habe. Ich werde die alten „Yacht“ Ausgaben, welche Gottfried mir bei unserer Abreise geschenkt hat, in Angriff nehmen.

Das geht am besten im „Sorbet“ bei einem Eis…

Lesen, Baden, Lesen – und wieder von vorne….
Dazwischen ein Eis zur Innenraumkühlung

Abends gehe ich, diesmal alleine, essen und starre auf die Bucht – immer noch etliche Ankerlieger. Ich lese nicht mehr, es wird langsam dunkel.

Schöner Ausblick vom Tisch – ohne….
…und mit Essen!

Am nächsten Tag lese ich weiter – ich will ein paar Ausgaben weg haben. Dennoch nehme ich mir die Zeit ALLES zu lesen, Buchstabe für Buchstabe, ist eine Marotte von mir – auch die Werbeannoncen und die Verkaufsanzeigen! 😉

Ich lese mittags bei einem Snack bei Marietta…

Artischoken mit Erbsen – sehr fein

…und auch nachmittags zum Baden darf die Zeitschrift mit!

That´s Life

So bekomme ich die Tage rum bis Sibylles Ankunft naht. Ehrensache, dass ich sie an der Fähre abhole! Die trifft pünktlich in Lakki Port ein…

BlueStar 2 meets Leros

Der Riese öffnet seinen Schlund und spuckt – im August zur Hochsaison – einige Touristen aus, darunter auch meine liebe Frau…

Da passt viel rein!

…hurra – da ist sie. Nix wie heim – es ist schon spät!

Wiedersehen…

Doch Überraschung – die sonst so früh ins Bett ziehende Gattin widerspricht so gut wie gar nicht, als ich einen Absacker in der „Sorocos“ Beach Bar am Panteli Strand anrege. Wir laden die riesige Tasche erst auf das Motorrad, dann bei NESSAJA rasch ab – und verholen uns umgehend ins nächtliche Getränkeparadies…

Ouzaka – welcome back home – to Greece!

Nach einem Ouzo sind wir beide bettschwer und fahren heim, kuscheln uns ins eigene Nest um wie Murmeltiere zu schlafen – morgen ist auch noch ein Tag!

Und was für einer! Die Hausherrin ist zurück, es weht ein anderer Wind! Es soll wieder zuhause gefrühstückt werden, es müsse wieder eingekauft werden – überhaupt – waschen, putzen, wie sieht es hier denn aus??? Na Prost Mahlzeit…

Wir haben bei den Duschanlagen so eine Ecke in der nicht mehr benötigte Dinge abgelegt werden. Männer legen meist Bootsteile ab, Frauen eher Bücher – sehr oft ist Schrott dabei, manchmal jenseits der Peinlichkeitsgrenze. Als Sibylle nach einer Einkaufsfahrt ruft und wieder Frühstück an Bord zubereiten will, weise ich auf diese „Ablageecke“ hin – jemand hat wohl an uns gedacht…

Gebrauchtes Nutella – hmmm, lecker!

…und ein offenes, angebrochenes Glas Nutella hingestellt. Sagt mal, denke nur ich so – das macht man doch nicht??? Ok, wenn Nachbarn oder Freunde abreisen und übergeben uns den Rest aus deren Kühlschrank, das kann man akzeptieren. Aber ein angebrauchtes Glas Nutella an einen öffentlichen Ort in die Sonne zu stellen? Zur Mitnahme? Für mich befremdlich…

Irgendwann war´s weg – ob in der Tonne oder bei einem neuen Besitzer entzieht sich meiner Kenntnis. Na, egal…

Sibylle und ich haben uns beruhigt, schnell aufeinander abgestimmt – wir sind zu „Mike´s“ zum Frühstücken, haben nur sehr wenig eingekauft, es wurde wenig geputzt aber viel gewaschen! Woher dieser einfach anmutende Kompromiss? Woher der Sinneswandel? Ganz einfach, wir sind nur drei Tage auf NESSAJA bevor wir verreisen werden.

Diese drei Tage haben wir es uns gut gehen lassen, auch Sibylle musste sich etwas aklimatisieren.

Was heißt eigentlich „la dolce vita“ auf Griechisch???

Wir machen Urlaub! Ganz genau, IHR braucht Urlaub! So ähnlich klangen die häufigen, aber wohl nicht ganz ernst gemeinten Kommentare der Segelfreunde. Wir meinten das relativ ernst, denn unser Leben auf NESSAJA ist schon sowas wie Urlaub in der Dauerschleife, nichtsdestotrotz wiederholen sich unsere Tagesabläufe ja auch hier, auch hier arbeiten wir, haben Haushalt, Reparaturen und andere Verpflichtungen. Da wir nicht auslaufen (können), haben wir beschlossen – etwas Tapetenwechsel täte gut!

Abreisetag – wir gehen nach Karpathos!

Das Motorrad gepackt, Sibylle in typischer „Hab-Acht-Stellung“!

Karpathos ist ein lang gesetzes Ziel bei uns. Das hat vor Allem einen Grund, die Familie eines Freundes und früheren Geschäftspartners stammt von dort, wir waren herzlich eingeladen einen Besuch abzustatten, sollten wir während der jährlichen Sommerfrische der Freunde aus Piräus einmal in der Nähe sein. Wenn das kein Wort ist…

Zudem hatten wir einmal eine „Wunderschön“ Folge gesehen und das Gezeigte hat uns sehr gefallen. Wir wollten die Insel zwischen Rhodos und Kreta entdecken.

Das geht am besten mit dem Motorrad, so wurde kleines Gepäck auf die GS geladen und wir haben uns zum Dinner ins „To Steki“ gesetzt, um hier auf die Ankunft der Fähre zu warten.

Die GS vor Dimitris´“To Steki“ – reiseklar!

Um Karpathos ranken sich viele Geschichten. Es sei das „Kap Hoorn Griechenlands“, sturmumtost, unsicherer Hafen – insgesamt kein idealer Ort für Segler. Ok, wir hören solchen Geschichten immer aufmerksam zu, man will ja keine vermeidbaren Fehler machen. Zudem hatten wir Karpathos schon einmal am Plan – 2019, als wir NESSAJA von Kreta zurück nach Leros gebracht haben, wollten wir dort vorbei und dann über Rhodos wieder nach Norden fahren. Dieses Vorhaben ist dann tatsächlich aufgrund der Starkwinde in der Durchfahrt zwischen Kasos und Kreta gescheitert.

Unsere Gedanken flogen – diesmal also mit dem Motorrad, optimal für Entdeckungstouren, gesicherte Mobilität. Während wir diesen Gedanken nachhängen, mahnt uns die App am Mobiltelefon zum Aufbruch Richtung Hafen – unsere Fähre, die BLUESTAR CHIOS, ist schon im Anmarsch…

Wir fahren nach Lakki zum Fähranleger und tatsächlich, der Blaue Riese dreht bereits bei, um Minuten später die Reisenden aufzunehmen.

BLUESTAR CHIOS – über Rhodos direkt nach Karpathos (nur im Sommer)

Sibylle checkt als Fußgängerin ein, ich bringe das Bike auf das mir zugewiesene Parkdeck und stelle es sicher ab…

Festgebunden und sicher geparkt

…die Tasche mit dem Gepäck bleibt drauf, Diebstahl ist in Griechenland ein absolutes Minimalrisiko. Unsere Wertsachen und die Dinge welche wir zum Übernachten benötigen, hat Sibylle im Rucksack.

Ich gehe vom Bauch des Riesen in den Aufenthaltsbereich für die Reisenden. An der Rezeption treffe ich Sibylle, sie hat uns inzwischen eingecheckt und unsere Kabinenschlüssel geholt.

Über Nacht reisen wir nur noch mit Kabine – und diesmal hatten wir wirklich Glück! Unsere Vertraute aus dem Reisebüro in Patras (meist viel billiger als online!) hat ganze Arbeit geleistet und uns eine AA2 Kabine verschafft. Das Kürzel steht für eine Außen-Luxuskabine – das will ich sehen…

Geräumig – üppig gar!
Hat was – Stauraum ohne Ende
Room with a view
Auch das Bad – für eine Fähre fast schon luxuriös

Bei der Gelegenheit ein kurzer Ausflug in meine Gedankenwelt – Thema „Duschvorhänge“! Meine Meinung – geht eigentlich gar nicht mehr! Meist modrige, schleimige, am unteren Rand verschimmelte Lappen, welche beim Aufdrehen des Warmwassers die Tendenz haben, sich an den Leib zu saugen und dort kalt anzuhaften. Das brauchts im Jahr 2022 nicht mehr, es gibt gute Alternativen!

Auf einer Fähre bin ich, bei ausreichender Größe, bereit das zu akzeptieren, sofern SAUBERKEIT groß geschrieben wird. Dies war der Fall, kein Klagen also! BlueStar erhält für diese Kabine fünf Sterne!

Dass ich das erwähne und beschreibe hat einen Grund, dazu kommen wir noch…

Ok, solche Fenster sind nie sauber

Wir schlafen wunderbar und wachen relativ spät auf. Ich gönne mir nach dem Wachwerden einen Blick aus unserem Fenster, dieser ist nach vorne gerichtet – eine wirklich tolle Kabine. Leider sind die Fenster immer etwas salzig-verschmiert, ich würde sonst den ganzen Tag rausgucken.

Wir gehen frühstücken während wir in Rhodos be- und entladen. Die Reise geht weiter, wir sind im Plan! Kurs Karpathos liegt an!

Vielleicht noch vier Stunden…

Fast pünktlich spuckt uns der Zubringer auf das uns unbekannte Eiland! Es war wirklich b-r-u-t-a-l was da abging! Soviele Menschen, soviel Chaos, habe ich noch nie an einem Fähranleger gesehen. Karpathos ist ein Touristenspot, das haben wir in unserer Leroswolke ein wenig übersehen! Gut, dass wir ein Motorrad haben – rechts ran, ins Café und erst einmal warten bis sich der ganze Spuk aufgelöst hat…

Nach einer Stunde war der Spuk vorbei – und wir angekommen

Ok, da waren wir nun. Natürlich waren wir vorbereitet und hatten uns ein Hotel gebucht. Dies gestaltete sich im Vorfeld schwieriger als gedacht, weil auf Karpathos im August eher kein „Schnäppchen“ zu machen war. Wir kannten Karpathos nicht und hatten daher entschieden, zunächst nur für zwei Nächte zu buchen.

Da müssen wir jetzt hin – Google Maps hilft uns bei der Zielführung und so stehen wir eine halbe Stunde und einige erste Eindrücke später, vor unserer temporären Bleibe.

Der erste Eindruck…

Poseidon Blue Hotel
Der Strand in fußläufiger Nähe

Ja, der erste Eindruck war gut. Wir wissen, was zwei oder drei Sterne in südlichen Urlaubsregionen bedeuten und kennen auch den Unterschied zwischen einer Junior-Suite und einem Standardzimmer – dennoch war der zweite Eindruck, der nach Bezug des Zimmers, ernüchternd!

Da lacht sie noch – Zweckoptimismus

Das Prospektbild dazu sieht durchaus ähnlich aus, dennoch sind die feinen Unterschiede da…

Kleine aber feine Unterschiede

…eine weiße statt einer grauen Wand, ein schöner statt eines rostigen Ventilators, Kabel unter statt auf Putz – das Bett liebevoll gemacht statt irgendwie zamgerichtet. Es kam dazu, dass sich die Terrassentüre nicht schließen ließ. Und dann war da noch dieses Bad…

Will ich nicht mehr

…bei dem die Duschecke viel zu klein war (selbst für Sibylle) und die Fliesen nebst Fugen auch schon bessere Tage gesehen hatten. Das akzeptieren wir nicht mehr, da ist unser Bad auf NESSAJA geräumiger und schöner.

Wir wollten uns den Urlaub nicht verderben lassen, aber es war klar, hier checken wir nach zwei Nächten wieder aus! Es galt eine Bleibe für die restliche Urlaubszeit zu finden und zu buchen!

Hotelstrand – recht schön

Wir verbrachten diesen Tag am Hotelstrand, welcher hinter einer Kieszone in einen herrlichen Sandstrand überging. Das war nett mal wieder zu haben und wir sprangen zweimal ins kühle Nass.

Das Restaurant des Hotels genießt einen hervorragenden Ruf – auf der Webseite nennt man sich selbst „Best Restaurant on Karpathos“. Ok, das wollen wir sehen. Wir gönnen uns einen Mittagssnack, um zu entscheiden ob wir für abends reservieren.

Blue Poseidon Restaurant

Der Eindruck war sehr gut. Der kleine Snack schmeckte ausgezeichnet und wir waren versucht, eine Reservierung zu tätigen – haben dann aber, mit Rücksicht auf unseren Geldbeutel, doch anders entschieden. Das Restaurant ist deutlich hochpreisig, das war es uns nicht wert.

Das Dinner fand in einer Taverne am Surferstrand ein paar Kilometer weiter südlich statt. Einfach, ehrlich, günstig – das war gut und völlig ausreichend! Morgen entdecken wir die Insel!

Ein neuer Tag bricht an, das erste Erwachen auf Karpathos!

Google empfiehlt das „En Plo“ – hier das Greek Breakfast
Zwei Tassen Kaffee intus – der Tag kann kommen!

Sibylle vermisst ihre Papier Reiseführer. Ich kann die Ansicht verstehen und teile diese auch bedingt. Aber auf einer Motorradtour mit schmalem Gepäck immer ein Buch rumschleppen? Immer stoppen um zu blättern und nachzusehen? Nicht im Jahr 2022! Wir erinnern uns an den Urlaub mit Franzi und Mikey, in dem Google unseren kompletten Reise- und Essensplan bestimmt hat. Wir wollten etwas dazwischen – haben uns aber an Tag 1 von der allwissenden Plattform ins „En Plo“ schicken lassen – dort bekäme man das beste Frühstück…

Stärkung tut Not – noch etwas Süsses vielleicht? Pancakes mit Schoko und Banane 😉

Ob es tatsächlich „das Beste“ war und ist, konnten wir bis zum Urlaubsende nicht final klären. Gut war es allemal – kalorienhaltig auch! Dermaßen gestärkt haben wir den Tag in Angriff genommen.

Wir wollten griechische Inseln entdecken!

Unser Plan hat kein Alleinstellungsmerkmal!

Unsere Entdeckungstour begann in der Inselhauptstadt Pigadia, der Einfachheit halber auch Karpathos oder Karpathos-Town genannt. Wir sind ein erstes Mal durch die durchaus touristischen Gassen der Stadt geschlendert und haben die Eindrücke auf uns wirken lassen.

Einladende Bars und Cafés – tagsüber geschlossen! Die Stadt lebt nachts…
Touristisches! Das gibt es auf Leros nicht
Wunderschöne Tavernen laden zum Dinner
Das Fischerboot in der Gasse – das Haupt-Fotomotiv (laut Google)

Beim meistfotografierten Motiv, dem in eine Gasse eingelassenen Fischerboot ,sind wir dabei. Obwohl, ich mag eigentlich die „coolen“ Motive, welche man oft an Hauswänden findet, im weitesten Sinne Graffiti, viel lieber. Auch hier hatte Kaprpathos etwas zu bieten…

Grafitti an der Hauswand des Café „Galileo“

Der erste Eindruck war gut! Dennoch – und das ist schwer zu erklären – sprang der Funke nicht sofort über. Es gefiel uns, aber begeistert waren wir (noch) nicht. Ich nehme es vorweg, bis der Funke der Begeisterung übersprang sollte es noch etwas dauern – aber er sprang – und wie!!!

Zunächst wollten wir an den Strand. Der nächste Strand zum Hauptort war der in Ammopi (Schreibweise unklar – selbst auf den Straßenschildern steht es unterschiedlich). Ein zweigeteilter, feinsandiger Strand, der aber auch tagsüber recht gut besucht war.

Eingebettet in eine schöne Landschaft

Dort konnte man entlang der Küste ein paar hundert Meter gehen – vorbei an kleinen, typisch griechischen Kapellen…

Griechischer geht´s kaum

…und entlang kleiner Felsbuchten mit einladenden Wasserfarben.

Tolle Küste

So erreicht man den Sandstrand mit den Beach-Bars. Das haben wir einmal täglich gemacht, um uns abzufrischen, eine Stunde im Schatten zu sitzen und ein kaltes Getränk dabei zu schlürfen. Hat uns gefallen! Dass dies nicht das Highlight bleiben sollte, wussten wir ja noch nicht…

Ammopi Beach

Sibylle wollte entdecken – kleine, alte Dörfchen in den Höhenlagen der Insel. Zunächst das größte der Dörfer, Menetes, welches etwas abseits und mehr alleine liegt.

Wir fahren hoch und Sibylle will „nur schnell durch die Gassen gehen“. Nix für mich, ich warte in der Taverne und gönne mir regionale Köstlichkeiten – Maccarounes – so was wie Kässpätzle auf griechisch.

Maccarounes – so ähnlich wie längliche Gnocchi mit Reibkäse und Röstzwiebeln

Von hier oben kann man gut die Landschaft dieses Inselteils überblicken – und wir können die Hauptstadt der Insel von hier oben sehen.

Ausblick – von Menetes auf Pigadia

Die Rückfahrt führt uns vorbei an Friedhöfen die ihren Namen auch verdienen. Ihr kennt ja Sibylles Vorliebe für diese Orte, so war auch hier ein kurzer Stop obligatorisch.

Der Friedhof in der Höhenlage – im Hintergrund Menetes
Fast ist man versucht zu sagen – ein schöner Ort

Der Tag verging wie im Flug. Wir fuhren zurück zu unserem Hotel (noch dem schlechteren), machten uns frisch und beratschlagten, wohin wir abends zum Dinner fahren wollten.

Wieder kam Google, der Quell des Wissens, zum Zug. Arkasa ist eine Ansiedlung im Südwesten von Karpathos. Ist zwar ein Stück zu fahren, aber die Verheißung der „besten Bar von Karpathos“ lockte uns – zumal es dort auch eine besondere Taverne geben soll. Das probieren wir aus…

In Arkasa angekommen, bummeln wir etwas durch die wenigen Gassen um einen Eindruck zu bekommen.

Nett – und aufgeräumt

Dann verholen wir ins legendäre „Stema“, wo wir gerade noch Plätze bekommen. Zehn Minuten später schon ist alles voll besetzt.

Kultbar – das „NuStema“
Legendary, Iconic, Beautyful, Amazing, Premium, Exceptionally – mit Maximen wird nicht gegeizt

Dann schauen wir mal – zuerst der „Iconic Sunset“…

Ob das noch klappt???

…dann die „amazing Drinks in premium quality“ – wir bestellen mehr oder minder Klassiker um auch vergleichen zu können.

Ordentlich – aber „amazing“???

Zum Drink kam die Rechnung und ein Schälchen Nüsslein. Bis hierhin hatten wir von den Maximen noch nicht soviel gespürt. Alles war ordentlich, hat gepasst, aber wir durften sowohl beeindruckendere Sonnenuntergänge (Mykonos und Santorin 2017) als auch begeisternde Cocktails (Leros – Haris 2022) erleben. Da sieht man mal – wenn man erst einen Namen hat und ein „must go to“ place ist, dann klappt das!

Was war nun mit dem epischen Sonnenuntergang???

Wird nix mehr

Hier zeigen sich die Schwächen von Google. Es ersetzt das Denken nicht! Der Wirt kann nix dafür, dass die Sonne nur ein paar Tage im Jahr wirklich „ins Meer versinkt“. Google stellt es aber anders dar. Dabei ist die Gefahr groß, dass man die nicht wirklich schöne Gesamtszenerie einfach übersieht.

Das „NuStema“ ist aus unserer Sicht überbewertet. Wie sieht es mit der Taverne „To Steki tou Markou“ aus? Google verspricht eine Taverne wie man es von früher kennt. Man könne sich die Speisen noch in der Küche aussuchen, alles sei typisch, preiswert und gut.

Wenige Tische direkt in der schmalen Gasse
Die inseltypischen Papiertischdecken
Sehr gute Meze

Hier täuschte sich der online Ratgeber nicht. Die Taverne war sehr ursprünglich, einfach, aber wirklich einladend. Wir haben die Gerichte an einer Vitrine neben der Küche auswählen können, wurden sehr zuvorkommend bedient und haben sehr gut gegessen. Ein Glücksgriff – diese Taverne sticht aus dem Einheitsbrei heraus und bekommt 5 Sterne!

Wir waren satt, müde und zufrieden – langsam ritten wir auf unserer GS in unsere abgewirtschaftete Bleibe für eine weitere Nacht.

Neuer Tag – check out! Wir mussten das angegraute Standardzimmer im „Blue Horizon Hotel“ verlassen. Kein Opfer für uns. Bereits am Vortag hatten wir eine neue Bleibe gefunden. Natürlich haben wir über das Internet gesucht, sind diesmal aber zur Herberge gefahren, haben das Zimmer besehen und dann vor Ort gebucht.

Glücksfall! Wir ziehen um ins „Aphrodite“…

„Aphrodite“ – großes Haus, aber nur 7 Appartements
Unser Eingang, unsere Terrasse
Blick auf den Hauptort Pigadia – tatsächlich sind wir hier auch mal stundenweise gesessen

…hier bekamen wir für günstigeres Geld, immerhin 20.-€ pro Nacht weniger, exakt das was wir gesucht haben. Ein kleines, feines, sauberes und aufgräumtes Zimmer. Mit einem bequemen Bett und einer Dusche welche diesen Namen auch verdient.

Schon ausgepackt – JETZT strahlt sie wirklich…
So muss das
Jop, da kann auch ich duschen

Wir fahren frühmorgens direkt in unsere neue Pension, beziehen das Zimmer, duschen und bezahlen. So hatten wir es am Vortag mit der Gastgeberin vereinbart.

Erst dann haben wir unser Tagesgepäck in den Rucksack verstaut und sind zum Frühstücken gefahren. Das, so haben wir beschlossen, machen wir ab heute nur noch in der „Street Bakery“ – hier gibt es feinste Sandwiches und guten Cappuccino für kleines Geld.

Unser Weg jeden Morgen – zur „Street Bakery“
Für ein Sandwich…
…ein Brioche und einen Cappuccino

Hier finalisierten wir meist den täglichen Ausflugsplan, erarbeiteten Details und legten die Route fest.

Heute sollte es in die Berge gehen, wir wollen uns die drei Bergdörfer Aperi, Volada und Othos ansehen – unterwegs gehen wir vielleicht baden.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal auf den Ruf Karpathos´ als „die Sturmumtoste“ zurückkommen. Wir hatten kaum Wind, die ganze Woche nicht! Es war ein Phänomen, die windigste aller Dodekanesinseln zeigte sich nur von einem lauen Hauch umgeben…

Wind in Karpathos? Nicht diesmal…

…dass dies anders sein kann, glaubten wir aber gerne! Nicht nur, dass das Internet voll von Berichten dieser Art ist – auch die Bäume sprechen eine eindeutige Sprache und lassen keinen Zweifel „woher der Wind weht“.

Die wachsen so – es ist windstill!

Wir fahren in die Bergdörfer. Diese sind zwar nicht so beeindruckend wie erhofft und vielleicht auch erwartet, hinterlassen aber einen positiven Gesamteindruck aufgrund der vielen netten Details am Weg.

Aperi – nach der Durchfahrt, von oben
Feierlichkeiten stehen ins Haus – Volada
Kirchliches Gemäuer – Ortsdurchfahrt Volada
Othos

Unser Weg führte uns über einen Höhenrücken von der Ost- auf die Westseite der Insel. Wir wollten uns abfrischen und etwas baden. Dafür haben wir uns den Sandstrand am Fischerdörfchen Finiki ausgesucht.

Griechischer Badeort – gut besucht
Mag ich Finiki? Ja, doch…

Unser Stop war kurz, Finiki war recht voll. Nett ist der Ort trotzdem. Aber wir sollten die wirklichen Highlights ja noch entdecken. Das wussten wir noch nicht, trotdem hat die Insel bei uns gepunktet.

Früher Nachmittag – wir fahren zurück in den Hauptort Pigadia. Das hatte sich als ein guter Ablauf etabliert. Wenn die Zeit es zugelassen hat, sind wir gegen 15.00 zurück im Hauptort gewesen, haben uns ein kleines Eis und einen Cappuccino gegönnt und waren dann, meist gegen 16.30 Uhr, in unserer Bleibe. Dort etwas auf der Terrasse lesen, runterkühlen, duschen – dann waren wir fertig um wiederum in den Ort zu fahren und dort zu Abend zu essen – Urlaub halt…

Dabei blieb uns auch Kurioses nicht verborgen – die griechische Art zu parken beispielsweise…

Knapp…

Heute Abend waren wir früh dran und Sibylle hatte eine Sehenswürdigkeit in Pigadia ausgemacht – die antike Akropolis oberhalb der Stadt. Sie will hin! Ich war einverstanden, weil man mit dem Motorrad direkt vorfahren kann. Nur – gefunden haben wir sie nicht…

Im Nachhinein hören wir, dass es sich um ein paar Steinhaufen handeln soll, die wohl nur halb so sehenswert sind wie beschrieben – eine einzige „Ein-Stern-Bewertung“ in Google war Anlass genug, nicht weiter zu suchen. Dafür wurden wir bei unserer Irrfahrt rund um den Stadtberg anderweitig fündig…

Wunderschöne Kapelle am Gipfel – herrlich ausgeleuchtet
Ein Schauspiel der Natur – Sonnenuntergang hinter den Bergen
Das Licht der tiefstehenden Sonne sorgte für eine magische Ausleuchtung…
…selbst bei den Wolkenbergen im Osten der Insel

…mit einem herrlichen Naturschauspiel nämlich! Die Sonne ging in tollen Farben hinter dem Bergrücken, der die Insel in Ost und West teilt, unter und tauchte die Landschaft in unwirkliche, warme Farben. Zusammen mit den schwarzen Baum- und Strauchskeletten eines Waldbrandgebietes gab das eine fast unwirkliche Kulisse.

Nach dem Waldbrand

Lasst Euch von diesem Bild nicht täuschen. Die Natur erholt sich. Es gibt immer wieder solche Flächen, die nach Bränden erbärmlich aussehen. Wenn diese jedoch nicht zu groß sind, ist es erstaunlich, wie rasch die Natur sich erholt und die vermeintlich verkohlten Bäume wieder ein zartes Grün tragen. Ich will die Brände keinesfalls verharmlosen, staune aber immer wieder über die Regeneration der Erde – zumindest in diesem Fall.

Nach dem Abendessen schlendern wir meist noch durch die touristischen Gassen von Pigadia oder entlang der Waterfront. Wir lauschen den Darbietungen der Straßenkünstler – egal ob verkannte Opernsängerin…

Schmettert Arien mit Pop-Elementen, ein bisschen „Sissel“

…oder das klassische Trio welches griechische Weisen vorträgt. Die drei waren übrigens recht gut!

Den in der Mitte sollte ich nochmal wiedersehen

Natürlich bietet es sich bei der Gelegenheit an, einen Absacker zu trinken – wir bleiben den hiesigen Spirituosen treu und bestellen anstatt teurer, fancy Cocktails lieber zwei Ouzo. Da weiß man was man hat!

Kalinichta Karpathos

Neuer Tag, neues Glück – wir frühstücken und legen den Tagesplan fest. Dieser sieht wie folgt aus – wir fahren über Arkasa an die Westküste und dort Richtung Norden bis an die Strände von Lefkos, diese sollen die schönsten Sandstrände der Insel sein. Dann queren wir die Insel über den zentralen Bergrücken und fahren an der Ostseite wieder Richtung Süden. Dabei würden wir am Paralia Apella vorbeikommen, dem spektakulärsten Strand der Insel – ein Badetag also…

Was wir nicht wussten, heute sollten wir die echten Highlights der Insel kennen lernen und eine 100km Motorradtour vom Feinsten machen!

Zunächst sollte die älteste Kapelle der Insel besichtigt werden, das kleine Gotteshaus stammt aus dem 12. Jahrhundert, ist natürlich restauriert, beeindruckt aber trotzdem.

Im Hinterland

Um das Kirchlein zu finden, muss man die Hauptstrasse verlassen und offroad einige Kilometer fahren. Sibylle hat das tapfer ertragen, ich hatte Freude…

Die GS und Mario in ihrem Element

Von dort aus sind wir weiter nach Arkasa, wo wir uns noch einmal kurz den Mosaiken gewidmet haben. Diese waren eigentlich nichts Besonderes, gewinnen aber durch die Tatsache, dass sie einfach so zugänglich sind – kein Wetterschutz, kein Eintritt, nix!

Hunderte Jahre alt – und doch gut erhalten

Es folgten einige Kilometer Küstenstraße nordwärts, eine Straße etwa vergleichbar mit der Magestrale in Kroatien, das Stück zwischen Rijeka und Zadar – immerhin eine der schönsten Küstenstraßen Europas, das will was heißen. Dieser Straße folgten wir bis zum nördlichsten Punkt unserer heutigen Fahrt, den Stränden von Lefkos – und die waren echt schön!

Sandbuchten von Lefkos, von der Straße aus
Pause für Mensch und Maschine – Schatten bevorzugt
Feinsandig, glasklar – touristisch, aber nicht überlaufen

Wir haben uns abgefrischt, waren zweimal baden, haben eine eiskalte Coke getrunken und unsere Fahrt fortgesetzt. Die Straße zog sich in gleichbleibender Qualität von der Küste weg, den Berg hinauf – die Ausblicke waren spektakulär!

Karpathos ist bergig

So fuhren wir Kilometer um Kilometer und meine sonst beim Biken etwas ängstliche Gattin entwickelte sich zur sattelfesten Sozia. Ok, manchmal spürte ich den festen Griff der Finger im Wammerl, für mich ein unmissverständliches Zeichen etwas Kurvenbeschleunigung rauszunehmen – aber Alles in Allem war sie sehr tapfer…

Wunderbare Straßen – auch die Belagqualität war super

…mehr noch – sie war begeistert! Diese Begeisterung bekam einen kurzen Dämpfer, als ein Schild auf eine „Dangerous Road – next 10km“ hinwies. Salbende Worte meinerseits spendeten Mut und dies zeigte Wirkung – es folgte eine Motorradfahrt zum Zungeschnalzen!!!

Unterbrochen nur für Fotostops

Wir haben, gefühlt, ein Dutzend Mal gestoppt um Bilder zu machen – es war echt der Wahnsinn, Impressionen die man nur sehr schwer im Bild festhalten kann.

Straße immer am Abgrund – aber die FARBEN

Die Farben waren betörend, der Geruch so dominant und kräftig nach Pinien – DAS ist MEDITERRAN, das war die Definition. Nur das Zirpen der Grillen konnten wir nicht hören, weil das wuchtige Hämmern des 650 Kubik Eintopfs dies übertönte – aber auch das war an diesem Tag Musik in den Ohren…

Paralia Apella in Sicht
Diese Straße – links, rechts, steil runter, dann scharf links! GEIL!
Gleicher Fotopunkt, da kamen wir her…

Ich war glücklich – man konnte das Glück fühlen, es war greifbar – ein sensationeller Tag! Und Sibylle??? Sie war BEGEISTERT – das hätte ich ihr nicht zugetraut! Nur soviel vorweg, wir sind diese Straße weitere dreimal gefahren!

Was kostet die Welt?

Und immer wieder diese Schluchten, diese steil abfallenden Straßenränder – Fahrfehler sind tunlichst zu unterlassen!

Der andere Traumstrand war zum Greifen nah – natürlich nehmen wir ihn mit, verlassen die Traumstraße und fahren ein nicht minder kurviges Nebensträßchen bis auf Meeresniveau hinab…

Schon schön – Schirme, ja / zwei Ausflugsboote, ja / aber sonst nix – und kaum was los

…und wurden nicht enttäuscht. Die Farben des Wassers hier waren karibisch, der Kiesstrand perfekt für ein Eintauchen in die einladende See – ein Traum!

Von hier weg waren es nur noch wenige Kilometer auf der Traumstraße bis Pigadia. Zufrieden und schweigend kamen wir in unserem Appartment an, duschten und ließen die Gedanken fliegen. Überwältigende Eindrücke mussten sich setzen…

Und was gibt´s heute zu Essen???

Ausnahmsweise war die Frage nicht so leicht zu beantworten. Gestern gab es Giros (wenig überzeugend) heute aber war ein besonderer Tag – wir waren mit den Freunden aus Piräus verabredet. Es war eine Art „Open House“ Party geplant und wir waren „auf ein Bier“ eingeladen, es würde „Häppchen geben“.

Seit langer Zeit tappe ich mal wieder in die Gastgeberfalle…

Ich war besorgt, dass ich vielleicht unangenehm auffallen könnte, denn ich war hungrig. Ein Buffet mit Häppchen ist dann nicht wirklich sicher vor mir. Sibylle teilt diese Meinung und meint, wir könnten uns eine Pizza und einen Salat teilen um nicht hungrig anzukommen.

Kleiner gemischter Salat

Gedacht, gemacht! Die Lokalität hatten wir am Vortag gesehen, die Pizzen sahen gut aus – ich bin da Fachmann! Und ich wurde nicht enttäuscht!

Prosciutto – ein Gedicht

Chefin des Ladens war eine resolute Italienerin, die ihren Laden im Griff hatte. Ich bin sicher, dass alle Zutaten aus Italien importiert wurden – alles, wirklich alles – von der Pizza, dem Mozzarella, der Panna cotta bis zum Café – schmeckte original italienisch! Die beste Pizza die ich seit Langem gegessen habe, seit Langem!

Das Lokal wurde für den Rest unseres Aufenthaltes unser Topfavorit!

Da war noch was, ach ja, die Einladung…

Satt fuhren wir nach Menetes zum Haus der Freunde. Es war ein original „Karpathian House“, mit klassicher Einrichtung. Sibylle war begeistert!

Karpathos hat ein Matriarchat – das Porzellan geht von der Mutter an die älteste Tochter
Kein Museum, original und echt – ok, die Freunde wohnen im ersten Stock etwas moderner 😉

Wir waren beeindruckt! Nicht nur von dem Wohnhaus und der Größe der Familie, alle waren da – Großmutter, Eltern, Geschwister, Onkel und Tanten – und jede Menge Kinder, nein, wir waren auch vom „kleinen Snack“ beeindruckt! Gott sei Dank hatten wir etwas gegessen (Ironiemodus)…

„…es gibt nur ein Bierchen – und einen kleinen Snack“ – na toll!

Beiläufig wurden wir informiert, dass der Sohn des Hauses seinen 9. Geburtstag feiert – toll, und wir mit leeren Händen. Ich wurde aufgefordert auf den Junior und auf´s Leben im Allgemeinen zu trinken!

Ich erinnerte mich wieder an meine aktive Reisezeit – und das keinen Moment zu früh. Denn sofort nach dem Essen kamen seltsam anmutende Flaschen auf den Tisch…

Goldene Schleife als Unterscheidungsmerkmal

…seltsam deshalb, weil die Wasserflaschen eine goldene Schleife trugen. Das Unterscheidungsmerkmal – drin war nämlich ebenfalls Wasser, Feuerwasser!

Mein Trick von damals – einen in den Rachen, zwei für die Blumen, funktionierte, mangels Blumen, nicht. Dafür konnte ich immer mal wieder ECHTES Wasser nachfüllen. So blieb mir neben der zum Bersten gespannten Wampe, der zusätzliche Fetzenrausch erspart. Ich muss schließlich noch fahren.

Blick von Menetes auf Pigadia

Ich liebe es in der Nacht zu fahren – Auto oder Bike, egal. Nachts fahren ist toll. Auch die Rückfahrt nach Pigadia habe ich genossen. Was für ein herrlicher Tag, einfach perfekt.

Karpathos hatte unser Herz erobert – Karpathos besticht durch seine Natur!!!

Am nächsten Morgen packen wir das Päckchen aus, welches wir von unseren Gastgebern mit auf den Weg bekommen hatten. Typische Süssigkeiten aus Karpathos – wie nett, vielen Dank! Der Hausherr hatte noch etwas gemurmelt, dass ihn dieses Gebäck immer an irgendwas erinnern würde – nun, ich wüsste nicht an was – wahrscheinlich ein Fehler in der Übersetzung…

Gebäckspezialität aus Karpathos

Es war soweit – Sibylle will wandern! Alarmsignal! Der Plan wurde wie folgt festgelegt – ich bringe Sibylle auf 800m ü.d.M. bis zur Taverna „Kali Limni“, der gleichnamige Berg streckt seinen Gipfel dann weitere 400hm Richtung Himmel. Das würde meine Frau in wenigen Stunden gemsengleich abwickeln, ich warte einstweilen in der Taverne und lese. Ok, kann man so angehen…

Aufi muas I – bereits die Straße versprach Abenteuer
800hm wollen erfahren werden – auch mit der GS
Kali Limni (1215m)
Taverna „Kali Limni“ (800m.ü.NN)

Oben angekommen, stellte sich die Situation nicht mehr ganz so einfach dar. Die Taverne war nicht so doll wie bewertet und somit erwartet. Ich würde hier keine 4h warten. Das war aber nicht das Problem, ich hätte genug Zeit für die Rückfahrt zum Strand gehabt – das Problem war vielmehr, dass Sibylle zur Kenntnis nehmen musste, dass es kein „Bergwandern“ war, sondern mehr hochalpines Tourengehen. Obwohl die Bewertung der Gipfeltour hochgradig positiv war, hat meine Frau verzichtet und einem Tag am Ammopi Beach den Vorzug gegeben.

Ich sage JA zu Leitplanken!

Wir haben uns also unverrichteter Dinge auf den Rückweg gemacht, der, auch das muss gesagt sein, auch nicht von schlechten Eltern war…

180° Kehren? Pah, Kinderkram

In Ammopi angekommen, gab es ein erfrischendes Bad und es sollte zum Erfrischungsgetränk nach dem Bade auch ein Häppchen geben – wir entscheiden uns also für ein Club Sandwich…

Üppig, gut – und teuer

…welches wir genießen, weil es wirklich sehr gut schmeckt und statt mit Schinken mit Putenfilet belegt ist – welches uns aber auch aufgrund seines selbstbewusst kalkulierten Preises von 24.-€ in Erinnerung bleiben wird. Merke – auch in Griechenland immer mal wieder die Speisekarte studieren!

Das mussten wir heute Abend nicht noch einmal beherzigen – wir waren ein weiteres Mal mit den Freunden verabredet. Es würde in der Ammopi Region eine griechische „Panigiri“ stattfinden, ein „must attend event“, wie uns versichert wurde.

Google klärte uns auf, dass es um eine Art Kirchweih geht, der Begriff aber auch für kleinere Volksfeste verwendet würde. Ok, mal sehen. Die Tatsache, dass wir zu einer Kirche kommen sollten, ließ uns vermuten, dass der Kirchweihgedanke zum Tragen kommt – und so war es auch!

Εκκλησία Αγίου Ιωάννη

Die Kirche hatte Namenstag, der Hl. Ioannis wurde geehrt, der Pope sang und das zu weihende Brot lag bereit als wir ankamen. Für uns waren Plätze reserviert und wir hatten die Ehre und Möglichkeit der heiligen Weihe beizuwohnen.

Als der „offizielle“ und kirchliche Teil zu Ende war, wechselte das Geschehen sehr rasch in weltliche Sphären. Mir wurde gezeigt, dass es wieder eine Kleinigkeit zu Essen gäbe…

Griechische Definition von einer Kleinigkeit

…und ich durfte mich, als neugieriger, ausländischer Gast, am Löffel in verantwortungsvoller Tätigkeit verwirklichen!

Geht fei schwer – das Rühren der Speisen

An anderer Stelle wich der Pope den weltlichen Entertainern – es spielte eine Band die einen guten Ruf hätte. Diesem wurde sie gerecht und ich erkannte an der Lyra den Straßenmusiker wieder.

Hopahopahopa

Das Essen wurde verteilt, dafür wurden Ketten gebildet – eine hervorragende Logistik bei der das halbe Dorf mithalf. Wieder waren wir beeindruckt. Die Musiker starteten derweil das Repertoire.

Gerade bei solchen Veranstaltungen geht es rasch, bis die ersten Gäste zum Tanz aufspringen – und hier hielt es keinen auf den Sitzen, es war fantastisch anzusehen.

Jung und alt – Dorfgemeinschaft gelebt!

Ich konnte von einem Schwager gemachte Drohnenbilder abstauben.

Es war uns eine Ehre dabei zu sein!
Ein Dorf feiert

Wir waren mal wieder mittendrin – es war uns eine Ehre und ein Vergnügen. Die Wege unserer Freunde und unsere trennten sich hier, wir respektierten den unausgesprochenen Wunsch nach Urlaub und Privatsphäre – wir durften sehr weit in ebendiese vordringen und haben das Vertrauen und die Zuneigung sehr respektiert und genossen.

Wir schätzen uns glücklich solche Freunde in vielen Ländern der Erde zu haben!

Ein Punkt ist noch offen auf Sibylles „To Do“ Liste (diesmal nicht auf Papier) – es ist der Besuch des Berg- und Museumsdorfes „Olymbos“ im Nordteil der Insel. Wir sitzen also wieder in der „Street Bakery“ und beratschlagen…

Fertig für den Tagesausflug
Stärkung tut Not
Yummie

Der Tag ist gesetzt – HEUTE fahren wir! Wir sind früh aufgestanden, stehen um 07.30 Uhr vor des Bäckers Pforte um keine Zeit zu verschwenden – warum diese Eile???

Nun, bis Olymbos sind es rund 40km über die Küstenstraße, kurvenreiche und anstrengende Kilometer. Wir wissen, dass Ausflugsboote Richtung Bergdorf fahren und auch Busladungen mit Touristen dorthin gekarrt werden. Wir wollten die Gunst der Stunde und den Vorteil des Zweirades nutzen, um vor den Touristenmassen dort zu sein.

So sind wir auf der uns bekannten Traumstraße, diesmal in entgegengesetzter Richtung, bis nach Spoa gefahren, um dort die Hauptstraße nach Olymbos zu nehmen. Ein Facebookfreund hat mich vor Schlaglöchern auf dieser Straße gewarnt, die Info war aus 2014.

Weitblick – Straße links zu sehen und rechts zu sehen
Die Schlaglöcher von 2014 sind noch da – auffällig groß!
Fahrfehler vermeiden – auch wenn Leitplanken den Absturz (vielleicht) verhindern

Wir fahren vorsichtig, sind meist allein auf der Straße, klar, zu so früher Stunde. So erreichen wir sicher und zeitig am Tag das Ziel – das Bergdorf „Olymbos“ welches damals in der TV Folge von „Wunderschön“ beleuchtet wurde. Ein Dorf in dem die Frauen das Sagen hatten und haben. Die Tracht der Bewohnerinnen ist weitläufig bekannt.

Olymbos von der Zufahrtsstraße aus gesehen
Säule am Ortseingang – den Frauen aus Olymbos gewidmet
Erklärung

Leider ist nicht alles Gold was glänzt. Wir wurden mehrfach gewarnt, dass diese Frauen heute eher, smart formuliert, sehr tüchtige Geschäftsfrauen seien, die den Touristen das Geld aus der Tasche ziehen. Natürlich gäbe es noch traditionelle Handwerkskunst, aber das meiste sei „Chinaschrott“. Weiter wurden wir gewarnt, dass Besuche in den Häusern oder Fotos oft nur akzeptiert werden wenn etwas gekauft würde – auf ein Bild mit den Damen habe ich daher, aus Respekt und Vorsicht, verzichtet!

Tatsächlich sprechen die „alten Jajas“ sehr fließend Englisch und bieten Ihre Waren feil. Ich hatte gemischte Gefühle – der traditionelle Ort verramscht sich selbst – anderseits, was sollen sie denn tun?

Egal, genießt die Impressionen…

Es grüßen die Früchtchen
Herstellung von Maccarounes
Häuser die am Hang kleben

Olymbos ist touristisch, aber irgendwie nicht wirklich liebreizend. Es gibt mehrere Orte, auch in anderen Ländern, in denen die Häuser am Hang kleben, die mit bezaubernden Gässchen beeindrucken – mit der „Cinque Terre“, um nur ein Beispiel zu nennen, kann Olymbos nicht mithalten.

Das Klo war immer draußen
Gewagte Konstruktionen
Schöne, handwerkliche Details…
…und ein netter Dorfplatz

Olymbos liegt, anders als vermutet, auf der Westseite der Insel zum Meer – die bekannte Sichtseite ist aber gen Osten gerichtet.

Blick zur Ägäis

Eines noch – an die WDR „Wunderschön“ Redakteure, liebe Tamina Kallert, ich befürchte der Schuster, der die markanten Lederstiefel fertigt, hat Euch verarscht! Ich habe den Laden gefunden – eine alte, traditionell gekleidete Jaja hat mir erklärt, dass der Mann Ihr Sohn sei und jetzt gerade „in Urlaub“ ist – wer´s glaubt!

Meine Vorstellung von Olymbos wurde korrigiert, ernüchtert aber nicht unzufrieden treten wir den Heimweg an!

Yassou Olymbos, war nett

Der Heimweg führte uns noch nach Diafani an die Küste. Ein netter Ort am Arsch der Welt. Wir tranken ein Getränk, sortierten uns neu und hakten den Besuch als den nördlichen Wendepunkt ab. Es blieb die brennende Frage – wer um Gottes Willen macht hier Urlaub???

Pause – Abfrischung – WC – Heimweg

Der Rückweg führte uns am Paradies vorbei, wir ließen es uns natürlich nicht nehmen hier – irgendwo im Nirgendwo – einen Schnappschuss zu machen und schonmal einen „Fuß in die Tür zu bringen“ – man weiß ja nie…

Das Paradies? Naja, ok…

Was jetzt folgt sind Bilder unserer Heimfahrt – zunächst die Schlagloch bewährte Kamm- und Zubringerstraße nach Spoa, dann unsere Traumstraße bis zu dem karibischen Strand, an dem wir wiederum eine Pause einlegten. Schaut an und macht Euch ein Bild – die Motorradfahrer mögen bitte das Atmen nicht vergessen…

…es war einfach HAMMER! Sibylle hatte vom Festklammern und vom Kopf von links nach rechts Heben drei Tage Muskelkater – aber sie hat sich nicht beschwert. Ich denke insgeheim über den Kauf einer werksneuen Yamaha 700 Tenere nach – das sollte Sibylle aber tunlichst nicht wissen 😉

Eine Weile später waren wir am Traumstrand Paralia Apella angekommen – der Sprung ins kühle Nass war mehr als verdient und ich meine ein leises Zischen vernommen zu haben als wir unsere erhitzten Leiber eingetaucht haben…

Erfrischt – jetzt zurück zu „Aphrodite“

Das Abendessen heute schmeckte besonders gut – ein weiterer Traumtag liegt achteraus und wir waren zufrieden und müde zum Stadtbummel aufgebrochen. Die Pizzeria war abermals unser Ziel, wir wollten die Option auf eine köstliche, dem italienischen Original gleiche Pizza, sooft es geht nutzen.

Als Vorspeise wieder der bewährte „kleine gemischte Salat“…

…gefolgt von nur einem Hauptgang – einer leckeren Pizza – für jeden von uns! Auch Sibylle hat den Teigfladen restlos verputzt! Ein Tag an der frischen Luft macht hungrig.

Wir sacken zufrieden ins Bett, morgen ist der letzte Tag, der Urlaub auf Karpathos neigt sich dem Ende zu.

Nicht erst am Früstückstisch hatten wir beschlossen einen Strandtag einzulegen. Wir wollten uns die Strecke bis Lefkos noch einmal antun und dort für einen Tag ein Liegenpärchen mieten und den Sandstrand genießen.

Das haben wir so auch umgesetzt – unspektakulär!

Es war mir ein Bild wert meinen Mittagssnack zu fotografieren – er dient als Grundlage für das allseits beliebte Suchspiel.

Die Suchaufgabe lautet diesmal – findet das Brot! 😉 Wie immer gibt es einen kleinen Tipp, der lautet – das Essen heißt „Bruschetta“…

Ich hatte einen Berg Tomaten zu verzehren und letztendlich unter dem Tomatenberg reichlich Brot gefunden. Zu meiner Überraschung war das Sugo richtig gut gewürzt und der Snack war richtig lecker – ist ja auch nicht immer der Fall.

Wir waren gehörig schwimmen, haben bis zum Hals im Wasser gestanden und uns abgekühlt – der Faulenzertag tat uns gut. Am Nachmittag noch den typisch griechischen „Freddo“, bevor wir uns auf den Heimweg machten.

Schatten – im Café
Cappuccino freddo sketo

Es wird Euch kaum überraschen, dass wir für den Heimweg ein letztes Mal die „Traumroute“ gewählt haben – dieses Mal ohne Foto- und Badestopp. Die 10km sind dann schneller vorbei, aber auch flüssiger zu fahren, zumal auch die Kurven langsam bekannt sind.

Noch ein Suchbild? Findet einen weiteren Grund vorsichtig zu fahren…

…hier die Auflösung – ich zoome mal vorsichtig rein.

Die Ziegen laufen auf der ganzen Insel frei rum, man muss echt aufpassen, dass man keine „auf die Hörner nimmt“ – im umgekehrten Wortsinn!

Wir kommen an, machen uns frisch und gehen ein letztes Mal in die Stadt. Die Wahl für das Dinner fällt abermals auf die Pizzeria die im Rückblick 5,8 von 5 möglichen Sternen erhält. Eine Topadresse in Pigadia!

Heute erhaschen wir auch einen Platz in der Cocktailbar welche „Happy Hour from 19.00 to 22.00“ anbietet. So nah liegen Licht und Dunkel beisammen! Wir bestellen wieder Standardcocktails um vergleichen zu können und erhalten die schlechtesten Cocktails unseres Lebens – schauderhaft!

Das ist ein Caipirinha – kann man sehen wie der schmeckt???

Die Nacht bricht herein, ein letztes Mal legen wir uns im Appartmenthaus „Aphrodite“ zur Ruhe – ein Haus welches wir sehr empfehlen können, wenn man in Pigadia zentral, ruhig und günstig wohnen will – nur Strandnähe ist nicht gegeben – aber da man auf Karpathos ohnehin mobil sein sollte, kann der Weg zum nächsten Strand leicht gefahren werden. Streng genommen sind sowohl Strand als auch Stadt fußläufig zu erreichen.

Der 31.08. bricht an – der letzte Tag des Monats. Unser Urlaub auf Karpathos wird heute enden. Wir gehen ausnahmsweise direkt am Hafen frühstücken. Das „Croque Madame“ welches ich mir genehmige ist nicht von schlechten Eltern!

Croque Madame, Crepe, Cappuccino – die drei C für einen guten Start in den Tag!

Unser Motorrad parkt in der Pole Position und wir sind startklar als die Fähre – pünktlich – eintrifft.

Trotz des vor der Türe stehenden Septembers, steigen noch Menschenmassen aus – Einsteiger sind aber diesmal deutlich weniger, das Chaos von letzter Woche wiederholt sich nicht.

Zuerst die Aussteiger

Diesmal würden wir keine Kabine haben, die Fahrt dauert von 11.40 Uhr bis nachts um 00.50 Uhr – das kann man aussitzen. Unsere Taktik ist daher, dass Sibylle mit dem Rucksack als Fußgängerin rasch einsteigt und ich mich um das Bike kümmere. Sie reserviert einen guten Platz und ich komme nach – soweit der Plan!

Nahezu der gleiche Platz, das Bike steht sicher…
…und wird mit dem „check-Out-Hafen“ markiert

Sibylle hat einen sehr guten Platz gefunden, den werden wir bis zur Ankunft nicht mehr verlassen.

Die erste Station nach Karpathos ist Kasos, ein Hafen der mich neugierig macht – er ist ein Zwischenziel auf der Fahrt von Kreta nach Karpathos. Die Seekarte weist „dangerous waves in front of port entry“ aus – jedenfalls wenn es ab N7 Bft. hat. Heute ist es immer noch weitgehend windstill und mir fliegen die Gedanken an „die Sturmumtoste“ durch den Kopf, während ich den friedlichen Hafen fotografiere.

Kasos

Von dort nehmen wir Kurs Richtung Rhodos, diesmal an der Westseite von Karpathos vorbei .

Zwischendrin versorgen wir uns mit Snacks, welche für eine Bordverpflegung überraschend gut sind. Preislich gerade noch akzeptabel, können wir uns so gut versorgen.

Cappuccino und süße Teilchen am Nachmittag
Chips und Wein zu später Stunde

Zwischendrin waren wir zum Abendessen im Bordrestaurant wo wir, abgesehen von der Selbstbedienung mit entsprechend Müll, ganz gut und relativ preiswert gegessen haben. Obwohl die Fährfahrt immer irgendwie anstrengt – einfach weil es lange dauert – ich kann es genießen.

Den Rest der Fahrt haben wir mit Lesen rumgebracht.

Leros voraus – 00.11 Uhr

Pünktlich bringt uns der Blaue Riese nach Leros / Lakki, wo wir am 01.09.2022 um 00.50 Uhr aussteigen.

Kalo Mina – wir wünschen einen „guten Monat“ – der Blogeintrag des August endet quasi mit unserer letzten Urlaubsminute…

AUSBLICK September!

Wir sind vom 20.09. bis 04.10. wegen einer weiteren Hochzeit in Deutschland. Franziska heiratet ihren Mikey und wir sind eingeladen 😉

Es gibt ein „Italien-Special“ – ich werde versuchen Klischees zu bedienen und aufzeigen was wir hier am Steg mit den südländischen Amici mitmachen – kritisch – aber mit einem Augenzwinkern!

Naja, ein paar Bootsthemen bekomme ich auch noch rein…

VIELEN DANK! Wenn Ihr bis hierhin durchgehalten habt, dann habt Ihr Euch ein Extra-Lob verdient! Wir freuen uns riesig, dass Ihr uns folgt und dabei bleibt.

In diesem Sinne einen schönen Monat – kalo mina – Euch Allen. Genießt den September, den Spätsommer, wo immer Ihr auch seid.

Herzliche Grüße, die NESSAJA Crew

Sibylle & Mario