Alle Beiträge von sailingmoments

Nessaja ist eine Dufour 43CC und in Griechenland stationiert. Seit Anfang 2021 leben wir unseren Traum und wohnen auf Nessaja. Mit Ihr machten wir zunächst die Ägäis unsicher, bevor wir aus privaten Gründen entschieden haben, NICHT auf "große Fahrt" zu gehen! In unserem Blog geht es daher zumeist um den Alltag zweier Segler die sich dem Leben auf einer kleinen griechischen Insel verschrieben haben... Hier und auf den üblichen Social Media Kanälen erzählen wir von unseren Erlebnissen und Abenteuern.

Oktober 2022 – The Boys of Summer

Der Oktober 2022 liegt achteraus

Während ich unsere Erlebnisse des Monats Oktober sortiere und zusammenfasse, wird mir bewusst wie die Zeit verfliegt. Anfang des Monats waren wir noch in Deutschland und jetzt, zurück in Griechenland, wird es einsam um uns herum – der Herbst zieht ein, die Freunde verabschieden sich, the „Boys of Summer“ are leaving.

Mir fallen die ersten beiden Strophen von Don Henley´s „The Boys of Summer“ aus dem Jahre 1984 ein…

Nobody on the road
Nobody on the beach
I feel it in the air
The summer’s out of reach

Empty lake, empty streets
The sun goes down alone
I’m driving by your house
Though I know you’re not home

…welche sich sehr gut auf die hiesige Situation übertragen lassen. Das Meer wird langsam leer, die Schiffe gehen in die Heimathäfen zurück. Die „Häuser“ der Freunde, deren Schiffe, sind inzwischen weitgehend verwaist – es ist kaum jemand „zuhause“. Der Sommer 2022 findet ein langsames Ende, es beginnt eine andere Zeit, eine langsamere, nicht weniger schöne und reizvolle.

Doch der Reihe nach…

Wir schreiben den 01.10.2022 – unsere Tochter Franziska hat gestern geheiratet. Wir wachen auf, sortieren die Gedanken und richten uns für einen Ausflug – zum Gasthaus „Deininger Weiher“ um dort unsere Freunde Christine und Burcki zu einem Spaziergang mit anschließendem Abendessen zu treffen.

Just in time – die Freunde treffen jede Minute ein

Fast wurde nichts daraus, der Regen kam zurück und vermieste uns den Tag – zumindest versuchte er es…

Regen – den ganzen Tag

…doch das ließen wir nicht zu. Zum Einen weil wir uns auf das Treffen freuen und somit kein Platz für Verdruss war, zum Anderen weil wir dem Wetter einfach nicht böse sein konnten – hatte es uns an Franzis Hochzeitstag doch mit seinen Kapriolen verschont.

So sind wir Vier, wie vereinbart und verabredet, zu unserem Spaziergang aufgebrochen!

Es gibt kein schlechtes Wetter – nur schlechte Kleidung

Der geneigte Leser möge sich in Erinnerung rufen, dass zumindest ICH keine wintertauglichen Schlechtwetterklamotten mehr habe. Mein Wunsch war daher den Rundgang um den Weiher nicht künstlich auszudehnen – was allgemeine Zustimmung fand.

Ob ich mir ein Pilzgericht bestelle?

Wir genossen die Natur, in gewisser Art und Weise auch den Regen – hatten wir das doch schon lange nicht mehr in dieser Form.

Am Scheitel des Marsches zeigte sich – der Rückweg wird kein weiter sein – ich war beruhigt. Dennoch, die Himmelsschleusen waren offen, den ganzen Tag…

Ein schönes Plätzchen Natur

…die anschließende Stärkung war somit mehr als verdient – und unter Zugrundelegung leichter Rundungsfehler war es vielleicht sogar ein kalorienneutraler Nachmittag 😉 !

Schweinsi – what else???

Am Abend dieses Tages erreichen mich Bilder aus Leros. Ein Nachbar hat den gleichen Motor wie ich und offensichtlich ein Problem mit einem zwar leichten, aber latenten Ölverlust. Er versuchte der Sache mit einer Plastikhülle entgegenzutreten…

DA sifft es raus

…was aber zum Scheitern verurteilt war! In der Kommunikation wurde festgelegt wo es nun wirklich leckt und wie die Problemlösung aussehen könnte.

Genauer – HIER!

Der schweizer Freund war sehr gut vorbereitet, er sendete mir Seiten des Ersatzteilkataloges und brachte sein Anliegen auf den Punkt…

…zweimal Nummer 11 und zweimal Nummer 12 – könntest Du vielleicht in Deutschland bestellen und die Teile mit nach Leros bringen?

VOLVO Teile zu Apothekenpreisen – 198.-€

Klar kann ich! Ob ich auch beim Einbau helfen könnte??? Ja, lass´ mal überlegen…

OK, ich helfe, machen wir gleich nach unserer Rückkehr – sprach´s und hatte sich schon wieder Arbeit eingehandelt. Extern! Nicht an NESSAJA! Sibylle war ein wenig misslaunig.

Ein neuer Tag, der Tag vor unserer Rückreise nach Leros. Wir planen exakt wie beim letzten Mal und freuen uns über die offenen Arme von Christine und Nader, jetzt ja nicht mehr „nur“ Freunde sondern Franziskas Schwiegereltern, Familie sozusagen.

Wir fahren also nach Erding, durchqueren mit dem Zug die Stadtlinie von München, wo gerade der letzte Tag der „Wiesn“, des Oktoberfestes, angebrochen ist. Wir sind froh am ländlichen Zielort anzukommen und wieder Ruhe statt Trubel spüren zu können.

Idylle gleich beim Gasthaus

Wir quatschen ein bisschen und kehren dann noch einmal in dem Landgasthof ein, in dem wir auch beim letzten Besuch unser „Abschiedsessen“ genossen haben – ein letztes bayrisches Dinner nebst Bierbegleitung (es war Wiesnzeit) – dann ging es zeitig ins Bett.

Cordon Bleu – nicht gerade typisch bayrisch, aber gerne genommen. Und sauguad…

Der folgende Morgen war ein „Early Bird“ – Start. Wecker um 03.45 Uhr, wieder bringt Nader uns zum Flughafen – was für ein Freundschaftsdienst um diese unchristliche Zeit – dann Glück beim Anstehen, denn die Schlange war ellenlang, aber just in dem Moment als wir am Ende ankamen, hat auf gegenüberliegender Seite ein zweiter Schalter geöffnet. Glück gehabt! So lief zunächst alles nach Plan…

Erster Flug nach Kos
Landeanflug über der griechischen Ägäis

…zunächst!!! Wir wussten, dass wir knapp kalkuliert hatten. Unser Flug müsste just in time landen, wir müssten relativ schnell am Gepäckband sein und unsere Tasche dürfte nicht zu lange auf sich warten lassen – dann sollten wir noch ein Taxi erwischen. Wenn alles klappt KÖNNTEN wir unsere Mittagsfähre nach Leros erreichen.

Viel Konjunktiv – ich mache es kurz – es war sowas von knapp!!!

Wir sind pünktlich gelandet, waren rasch am Gepäckband, aber unsere Tasche kam nicht. Sibylle ging schon zum Taxistand aber ich wartete und wartete und wartete…

Als die Tasche kam, war ich (fast) der Letzte, hastete zum, mit laufenden Motor wartenden, Taxi und wir rasten los. Ich konnte dem Mann schildern um was es ging und er wollte zeigen, dass er der, nach eigenem Bekunden, „best Taxidriver in town“ ist. Ich wusste von meinen Dienstreisen – meist geht es gut, checkte auf „Marine Traffic“ den Standort der Fähre und ließ den Fahrer gewähren. Sibylle bemühte sich, nicht zu schreien!

Sie ist schon da – oder ist sie NOCH da? Was ein Glück!

Wir kamen in Kos an als die Fähre gerade einlief. Ich bedankte mich mit einem großzügigen Trinkgeld, rannte über den Platz zum Anleger und mir wurde erst als ich die wartende Menge sah klar – geschafft! Wir haben es geschafft, minutiös! Wir hätten keine zwei Minuten später dran sein dürfen.

Zufrieden – jetzt ausruhen

Wie groß unser Glück war, realisierten wir erst auf der Fähre. Sibylle hatte gecheckt, dass es für den Fall wir würden die Fähre versäumen, eine große Nachtfähre gab. Aus unserer Sicht war das Risiko also ein Tag auf Kos.

Wir haben erst im Taxi erfahren und erst jetzt realisiert – diese Fähre geht ab 01.10. nicht! Wir hätten also in Kos übernachten müssen. Gut, dass der Taxifahrer alles gegeben hat – er ist unser Held des Tages, „the best driver in town“!

Frühstück

Angekommen in Leros gönnen wir uns ein Frühstück und fahren runter. Wir sind zuhause, vom Weckerklingeln bis zum Frühstück auf der Insel acht Stunden. Ich glaube, weniger geht nicht.

…schmeckt heute doppelt gut

Wir beziehen unser schwimmendes Zuhause, machen klar Schiff und aklimatisieren uns. Dazu gehört für mich zwingend ein Bad im Meer – dieses Anliegen wird sofort in die Tat umgesetzt.

Spätsommer

Wir gönnen uns ein Eis bei Repapis und realisieren – wir sind zurück im Sommer. Diese letzten Spätsommertage mit Temperaturen jenseits der 25°C Marke wollen wir genießen so lange es geht.

Einfach lecker

Unser Gefühl, dass das Eis bei Repapis schon ein sehr gutes ist wird bestätigt – durch ein Schild, welches seit unserer Rückkehr am Tresen steht. Man ist stolz und zeigt das – Bravo.

Der Abend bricht herein, wir sind todmüde. Früh aufgestanden, die turbulente Anreise, der Temperaturunterschied, das Bad im Meer – in der Summe schlaucht das. Wir genießen den Sonnenuntergang und fallen ins Bett.

Abendsonne

Gähhhhn, wie spät ist es??? Ah, Zeit zum Aufstehen, in Ruhe einen Kaffee schlürfen, tocktock, tocktock – es klopft…

Der eidgenössische Nachbar steht an der Gangway und ist nervös, das spürt man. Sein Schatz, also sein Schiff, nicht die Gattin, leidet immer noch unter dem Ölverlust und er weiß schließlich die Ersatzteile bei mir. Man merkt ihm an, er möchte die Reparatur besprechen.

Er kommt an Bord mit allerlei Zetteln und plant mehr oder minder einen umfangreichen Eingriff – man könne das schadhafte Teil schließlich nicht drehen und dies verlange somit die Demontage einiger Umfeldteile. Ok – ich höre zu und denke nach, ich mache das anders…

Teile und Werkzeug

Ich verschaffe mir ein Bild, denke und hoffe, dass es knapp möglich sein wird die alten Teile zu demontieren ohne viel abzuschrauben. Der Nachbar protestiert, aber ich kann mich durchsetzen.

Er bekommt eine Rolle IM Motorraum, denn da passe ich nun wirklich nicht hinein…

Platz ist in der kleinsten Lücke

…ich dagegen zelebriere mein Werk von außen – und hatte Erfolg. Oder Glück. Oder beides…

Bereits nach relativ kurzer Zeit konnte der Selbstzünder zum Probelauf gestartet werden und blieb dicht. Das musste gefeiert werden!

Aperol Spritz im „Morano Cafe“

Weil ich grad dabei war und die Finger noch schmutzig waren, wurde gleich Fremdprojekt Nummer zwei in Angriff genommen. Der Aperol zu Mittag hat auch etwas Antrieb geliefert wie es scheint.

Um zu verhindern, dass Werner wegen seiner beschädigten Gangway ins Wasser fällt, musste Ersatz geschaffen werden. Werner und ich hatten vereinbart, an dieser Stelle keine 800.-€ zu investieren, sondern die Landbrücke aus einer Leiter selber zu bauen. Aber wie kommt Werner dann an und von Bord?

Es traf sich gut, dass Johannes gerade auf Heimatbesuch war, so konnte seine Gangway einstweilen an Werners rassiger Schwedin angedockt werden.

„Übergangslösung“ – im Wortsinne

Bei Werners Passerelle konnten wir anschließend den Schaden feststellen – und der war ausgeprägt!

GS Optima / 260cm (gewölbt wie eine Banane)
Glatter Bruch!

Zur Erinnerung – auch ich hatte eine GS Optima, sie wurde zweimal wegen Bruch innerhalb der Gewährleistung repariert. Ich habe sie beim dritten Schaden durch eine Prasolux V4A Variante ersetzt. Ich hatte eine 220cm Version.

Nun denkt man ja bei meinem Gewicht immer, dass es an mir liegt, Werners Beispiel mit seiner 260cm Variante zeigt aber eindeutig, dass GS bei der Angabe des Maximalgewichtes (150kg) sehr optimistisch plant. Das mag ein paarmal gehen – aber auf Dauer hält die Gangway, in keiner Version, Personen mit +90kg stand. Ich war begeistert von dem Produkt – kann aber nicht mehr dazu raten.

Die Leiter, die Basis des DIY Produktes, musste also zum Schweißer um dort die ausgeschlachteten Räder und eine Base für den Haltepin anschweißen zu lassen.

Wie transportierst Du eine 250cm lange Leiter in Griechenland? Na griechisch eben…

Sibylle – kannst Du mal schnell…???

Die Teile wurden bei Giorgos „Boat & Parts“ abgegeben und das Tagwerk für beendet erklärt. Die Fertigung würde ca. eine Woche in Anspruch nehmen – passt.

Wir ließen den Tag bei Marietta ausklingen…

Mariettas neues Bistro – geht wie geschnitten Brot! Eine Erfolgsstory…
…weil´s lecker, frisch und authentisch ist!

Inzwischen haben immer mehr Freunde realisiert, dass wir mit NESSAJA das Jahr 2022 in der Marina verbringen werden. Es liegt auf der Hand, dass man sich für kleine Gefälligkeiten an uns wendet. Da helfen wir jederzeit gerne aus – so zum Beispiel als es um das stetige Laden von Marcus´ Wohnmobilbatterie ging…

…ich stecke das Ding halt alle zwei Wochen für 24h an den Landstrom – so kann der Freund den Familienurlaub unbesorgt in die Länge ziehen.

Batterie laden – kein Problem, wird umgehend erledigt 😉

Kurz bevor wir aus Deutschland zurück kamen, war Hans-Peters Frau Petra angereist. Wir hatten schon viele gemeinsame Urlaubsmomente, jetzt jedoch sollte, mit unserer Unterstützung, Leros vollumfänglich erkundet werden. Zu diesem Zweck wurde eigens ein Leihwagen angemietet.

Nach dem Frühstück brachen wir auf – wir entdecken die Insel von Süd nach Nord. Erstes Ziel – Xirokampos, das Kirchlein Agios Kavouradena.

Malerisch im Fels gebaut
Ein Kerzlein für jedes Anliegen

Danach ging es wieder in den Kleinstwagen (Hyunday i10), in dem neben Sibylle und Petra auch Hans-Peter und ich Platz finden mussten. Als wäre das nicht genug, hatte auch Merlin noch ein Plätzchen im Kofferräumchen zugeteilt bekommen.

Nächste Station – Panteli! Wir parken im alten Fischerhafen und schlendern einmal von links nach rechts.

Griechenland – wie aus dem Bilderbuch

NATÜRLICH genehmigen wir uns eine Speiseeisspezialität als wir das „Sorbet“ passieren, wie könnte man da vorbeigehen?

Die Oktobersonne genießen

Derartig erholt und mit neuer Energie versorgt, haben wir den Zuckerschub genutzt um an den Mühlen vorbei (Fotostop) direkt zum Castel zu fahren. Dieses haben wir dann ausführlich besucht, erlaufen und angesehen – hier ein paar Impressionen…

Castel – altes, beeindruckendes Gemäuer
Gänge und Stiegen
Herrliche Ausblicke – in alle Richtungen (hier NW über Agia Marina und Alinda)
Der Blick nach Süden – auf die Windmühlen und Kalymnos
Freunde gefunden – unsere illustere Truppe
Der Fotograf fotografiert die Fotografin fotografiert den Fotografen macht Fotos

Über alledem weht, wie so oft und nahezu überall, die blau-weiße hellenische Flagge – mir gefällt das…

Marios the Greek – ein neuer Filmtitel?

Auf dem Rückweg kamen wir abermals an den Windmühlen, einem weiteren Wahrzeichen Leros´, vorbei.

Von hier aus führte unser Weg in Richtung Norden. Hier ist vor Allem die kleine Kapelle Agios Isidoros erwähnenswert. Treue Blogleser kennen diese ja schon – aber es war natürlich eine Selbstverständlichkeit, auch mit Petra und Hans-Peter hierher zu kommen.

Agios Isidoros bei Gourna

Da der Strand von Gourna direkt um die Ecke lag, haben wir uns im dortigen Cafe eine köstliche Kaltschale gegönnt und Merlin bekam etwas Auslauf.

Wer schon länger den Blog verfolgt und sich scheinbar unwesentliche Kleinigkeiten gut merken kann weiß, dass Sibylle auf Friedhöfe steht. Wie toll, wenn man solche Leidenschaften mit anderen teilen kann! Wie meine Gattin sich freute, als Petra ihr eröffnet hat, dass sie es liebt über Friedhöfe zu schlendern. Nix wie hin…

„…wie eine kleine Stadt…“
„…die uns Geschichten erzählt!“ – Ok, wer´s mag.

Da bleiben Hans-Peter und ich lieber bei irdischen Geschichten und erzählen uns gegenseitig von unseren Projektplänen und unseren Invertern, vergleichen Watt und Ampere und freuen uns über jedes Volt.

Die Zeit verfliegt und die Damen kommen zurück aus der Stadt der Grabstätten – die beiden Lara Croft aus Leros.

Von der Mitte aus setzen wir unsere Fahrt in den Westen fort und fahren noch zu den Küsten am Ende der Lakki Bucht.

Wieder Blick auf Kalymnos – aber diesmal andere Seite

Bei der Rückfahrt zur Marina wird uns deutlich, dass wir irgendwo im Nirgendwo sind – hier kann Dir alles auf der Straße begegnen, alles…

Diesmal nur Ziegen

Vorsicht ist also geboten und da ich Hans-Peters Fahrkünste nicht kenne, überlege ich mir zu unkonventionellen Lösungen zu greifen – doch Sibylles Ermahnung verbietet mir dieses Handeln.

Sicher wäre sicher – doch Sibylle meint: „sicher nicht“

Zum Dinner begibt man sich einmal mehr zum Glatzkopf, der sein Markenzeichen im Namen der Taverne verewigt hat „o Karaflas“ – hier mundet es heute vorzüglich! Der Skipper gönnt sich ein 1200g Steak.

Der Chef bei der Arbeit

Da das Gewicht mit Knochen bemessen ist, habe nicht nur ich als bekennender Fleischliebhaber etwas von dem Fransen, nein, auch der gute Merlin kann partizipieren indem er der Knochen abfieseln darf.

YESSSS!

Zwischenzeitlich hatten wir in Erwins WhatsApp Story spektakuläre Bilder von Sonnenuntergängen gesehen. Der Bergfex war, in Begleitung seiner Angetrauten, auf die Westseite der Insel gefahren, um dort das Eintauchen der Namensgeberin unseres planetarischen Systems in das Meer zu beobachten. Ich vermute Erwin wollte den Teil „Romantik“ des Urlaubs bedienen 😉

Sibylle war angefixt und konnte, mittels des allwissenden Internets, die Zeit des Sonnenuntergangs exakt bestimmen. So war es ein Leichtes, es den Österreichern am Folgetag nachzutun und ebenfalls den Romantikteil des Monats Oktober abzuhandeln…

GS – erlebt viel!

Übrigens ist auch das Openerbild, der Teaser dieses Berichts, hier und heute entstanden.

Bereits bevor wir nach Deutschland fuhren, hat Marietta angekündigt, dass sie eine private Feier zum Saisonabschluss veranstalten werde. Es kämen Familie, Freunde und liebe Gäste. Wir seien auch eingeladen. Das hat uns sehr geehrt und es war uns ein Vergnügen unsere Aufwartung zu machen. Bei dem recht groß angelegten Fest wurde – natürlich – gegrillt…

Kotlett vom Grill?
Oder lieber Zicklein aus dem Ofen?

…und reichlich gegessen und vor Allem getrunken!

Kartoffeln aus der Pfanne…
…und vieles mehr – vom Buffet!

Es war ein Hochgenuss, die Stimmung war ausgelassen – und wir mal wieder mittendrin!

In den Bechern war Wasser – oder Wein – oder Tsipouro

Wir haben eine Menge bekannter Gesichter wiedergetroffen und natürlich auch viele neue Bekanntschaften gemacht. Egal ob Grieche, Deutscher, Israeli, Franzose, Italiener oder Engländer. Hier waren keine Touristen – alle Anwesenden, sofern nicht einheimisch, hatten ihre Geschichte, leben hier in Häusern oder auf Booten. Sehr interessante Gespräche, sehr interessante Menschen!

Manolis und Flourios

Ich war begeistert, dass Marietta meine beiden Lieblingsmusiker für die private Feier gewinnen konnte. Es dauerte wirklich nicht lange und die Stimmung kochte über. Natürlich wurde getanzt was das Zeug hielt. Eröffnet haben Takis, Mariettas Gatte, nebst Galis dem Reifenhändler…

Hopahopa

Später, die Feier war in vollem Gange, kam Mariettas Mutter vorbei. Sie ist die Besitzerin des alten Hauses in dem die Feier stattfinden durfte. Die Dame ist betagt, hat aber neugierige Augen – und sie ließ es sich nicht nehmen, einen Tanz auf´s Parkett zu legen. Einen Einzeltanz, einen Ausdruckstanz – Zeibekiko – in dem vornehmlich die alten Männer, hier eben die Hausherrin, die Last und Erfahrung des (langen) Lebens zum Ausdruck bringen. Ein Gänsehautmoment!

Die Anwesenden, hier ausnahmslos die Griechen, knien im Kreis, feuern den Tänzer / die Tänzerin an und zerdeppern auch mal das gute Geschirr. Es ist beeindruckend hier dabei sein zu dürfen.

Das Fest war tagsüber, am frühen Abend geht man heim. WIR DANKEN! Wir sind froh und stolz ein Teil dieser Feier gewesen zu sein. Wir waren Gäste, es war privat, jeder hat nur etwas zu Trinken mitgebracht – Danke Marietta!

Ein Abendessen gab es an diesem Tag nicht – ein Eis schon…

Die Sonne taucht die Einfahrt zur Lakki-Bucht in unwirkliches Licht, der Tag endet, wir gehen mehr als zufrieden und glücklich ins Bett.

Neuer Tag, neues Glück, neue Pläne…

Wenn Ihr den Beitrag des letzten Monats gelesen habt wisst Ihr, dass Hans-Peter und ich die Gelegenheit hatten, mit Werner zusammen eine Testrunde zu segeln. Dies scheint Hans-Peter gefallen zu haben und er hat Sibylle und mich eingeladen, auch mit Petra und ihm einen Schlag zu segeln. Der Plan sah vor, die gleiche Wegstrecke zurückzulegen wie ein paar Wochen vorher mit Werner. Also Lakki, nordwärts, zwischen Leros und Archangelos durch, wieder südwärts bis in die Bucht von Alinda. Dort wollten wir bei Dimitris´ „To Steki“ essen, bevor wir mit dem Taxi zurückfahren.

Gedacht – gemacht! Und weil Werner nicht alleine zurückbleiben wollte, hat er sich kurzerhand Angelika angeheuert um an der Runde zu partizipieren. Meine Aufgabe war die Tischreservierung…

Morgens um 10.00 Uhr in Griechenland…

Emsiges Treiben am Steg

Werner, schon am Heck seiner skandinavischen Schönheit, die Heckleinen schon in der Hand. Angelika an Bord, die Gangway bereits eingezogen – klar zum Ablegen?? Weg war er…

Auf dem Weg – welcher das Ziel ist

Bei uns dagegen – saarländisch, bayrisch, badische Gelassenheit…

Merliiiiiiiin, is des down? (Der Hund kann nämlich Englisch), soll de Hund hinne odder hause hogge? Ja kennds eich jetz amoi olle hisetzn? Sehr lustig bei uns an Bord – Leinen los!

Nur noch Sekunden…
…und los geht´s!

Man schaut uns vom Steg ungläubig hinterher – die fahren ja wirklich weg. Tja, das Leben ist eine Wundertüte! Einzig Angelikas Gatte Uli blieb zurück – ich glaube er freute sich über die Ruhe und die Zeit sein Buch lesen zu können. Er würde abends beim Dinner dazustoßen.

Zwei Boote – eine Regatta. Werner hatte einen Vorsprung, musste aber sein Dinghy in die Davits holen. Schon an der Marinaausfahrt hatten wir den Haudegen wieder.

Ein Winken für´s Foto – dann aber schnell!
Ein letzter Blick auf Lakki

Hans-Peter hatte einiges an der neuen Navigation einzustellen und auszuprobieren. Fehler, welche nicht sofort behoben werden konnten, wurden akribisch notiert, um diese beim Elektriker einsteuern zu können. Wir sind auf diese Weise erst einmal fast eine Stunde unter Motor Richtung Buchtausgang und darüber hinaus gefahren.

LIBERTÉ tuckert schon – ALENA wurstelt noch am Beiboot

Während wir in unsere Systemtests vertieft waren, zieht doch Werner, der alte Segelstratege, klammheimlich seine weißen Tücher – in unserem Rücken blieb dieses Handeln von uns unbemerkt, um uns dann winkend zu überholen! Potzblitz!

ALENA segelt schon – LIBERTÉ tuckert noch

So nicht, Weißbart! Dich kriegen wir! Auch wir ziehen die weißen (eher grauen) Tücher, um mit deutlich mehr Segelfläche die davoneilende Schwedin wieder einzufangen – so legen wir 7.2kn vor, das ist nicht schlecht!

Dennoch gelingt es uns nicht, den wilden Werner und die angstlose Angelika einzuholen. Es ist schon beeindruckend, wie gut die eigentlich etwas moderater geschnittene HR39 geht – ein tolles Schiff.

Doch diesmal geht Werner ein Stück zu weit in die Vorlage. Er wendet recht spät Richtung Archangelos, kann später sagen, dass er länger toll gesegelt ist, ahnte aber nicht, dass der Wind ein Stückchen drehen sollte.

Wir, inzwischen vollkommen im Regattamodus (mit einer Bavaria 41H mit alten Segeln 🙂 ) – nehmen uns zusammen, bündeln unsere Kräfte und folgen dem Befehl unserer Steuerfrau – „klar zur Wende!“ „Klar ist“ „RE“!

SO geht Regatta

Die perfekte Petra geht hart an den Wind, wir nehmen die Segel dicht und können Archangelos direkt anlegen. Werner war noch vor uns, aber wir haben viel Weg gespart. Wir waren wieder im Rennen.

läuft

Ich flirte derweil – nein, nicht mit meiner Frau (der Romantikteil 10/2022 war erledigt, ihr erinnert Euch), auch nicht mit Petra, das wäre zu gefährlich weil Hans-Peter Jäger ist und somit bewaffnet sein dürfte. Nein, ich flirte mit einem von Melmac!

Marios der Grieche und Merlin von Melmac – ein Herz und eine Seele
Liebe ist…

Hans-Peter hingegen kehrte den Gastgeber heraus und lud zum Kaffee, frisch gemahlen natürlich! Klar, was sonst???

Nur noch 1000x drehen

Der Wind ließ nach, die Crew entspannte sich, legte den zu segelnden Kurs fest und siehe da – es sollte ein anderer sein als der, den Werner wählte. Dann ging man zu einer Phase der Gemütlichkeit über…

Entspannt vor dem Wind

Auch Sibylle testete ihre Flirtkünste – kann aber nur Achtungserfolge erzielen.

Wo war Werner? Wir haben den längeren Weg gewählt, in der Hoffnung etwas weiter draußen ein bisschen mehr Wind zu haben. Er hat hinter einer Insel ohne Wind „geparkt“ und ist dort nicht mehr aufgetaucht.

Doch siehe da, während wir auch den letzten Meter bis zum Ankergrund segeln, lässt der mit allen Wassern gewaschene die Segel einholen und startet den Motor – um uns auf den letzten 100m einzuholen und die erste Boje zu schnappen. So ein Schuft.

First ship home

Wir erklären die Regatta für beendet, machen an Boje 2 hinter Werner fest und bereiten die Crew zum Landgang vor. Da Werners Schlauchboot einen Platten hat, bittet er um Shuttledienste, die dann von Hans-Peter erfüllt werden. Da auch Hans-Peters Dinghy nicht als Taxiboot auf die Welt gekommen ist, musste er x-mal fahren um uns alle an Land zu bringen.

Die mit dem stärksten Bewegungsdrang als erstes – Sibylle und Merlin

So brach der Abend herein und wir starteten den Einkehrschwung ins „To Steki“, wo die Tafel für uns reserviert war. Von dort aus hatten wir den perfekten Blick auf die Boote in der Bucht.

ALENA und LIBERTÉ an Bojen in der Alinda Bucht

Uli wurde angerufen, kam von Lakki gefahren um mit uns zu Abend zu essen und Angelika hier abzuholen – wir hatten einen sehr netten Abend.

Dieser endete spät und so leitete der Vollmond unseren Heimweg – der allerdings mit dem, inzwischen gerufenen, Taxi zurückgelegt wurde.

Vollmondnacht

Am nächsten Tag segelten Werner sowie Hans-Peter und Petra ihre Schiffe auf gleichem Weg zurück in die Marina.

Der Vorabend hatte eine Komponente welche für Missstimmung sorgte. An LIBERTÉ wurde vor einigen Wochen, im Rahmen einer Reparatur am Mast, ein sogenannter Rigg-Check gemacht. Hans-Peter braucht hierüber einen Nachweis für verschiedene Zwecke, weil sein Boot und somit auch das Rigg älter als 20 Jahre sind.

Long Story short – ich bin in der gleichen Situation, hatte auch Reparaturen am Mast und so eine Bescheinigung bekommen. Ich wusste von anderen Eigenern ob dieser Möglichkeit. Hans-Peter hingegen hatte Schwierigkeiten das Dokument zu bekommen, die Situation war verfahren, er sauer und enttäuscht.

Doch wie weit kann, darf, ich mich hier einmischen??? Ich vertrat die Meinung, dass es ein Missverständnis ist, Hans-Peter nahm es persönlich.

Was tun???

Bestechungsversuch!

Ich kaufe eine Schachtel Gebäck als Geschenk verpackt und nehme mir vor, den Bestechungsversuch gar nicht vertuschen zu wollen. Dennoch hoffe ich, dass Süssigkeiten eine gute Gesprächsgrundlage bieten…

…derart gewappnet fahre ich die GS in die Marina und trete den Weg zum Büro an. Die Damen lachen und freuen sich über mein Dankeschön und die süsse Zuwendung. Natürlich merken sie sofort, dass dies mit einem Wunsch meinerseits verbunden ist. Salbige Worte und mehrfaches Augenzwinkern halfen die Situation zu erklären, aufzuzeigen wofür das Schriftstück gebraucht wurde und dass eine einfache Ausführung ohne offiziellen Charakter ausreichen würde – ein Missverständnis, wie ich vermutet hatte.

Das Problem war gelöst, Hans-Peters Laune war fast schon als ausgelassen zu bezeichnen. Ein guter Tag!

Ein guter Tag zum Arbeiten…

Genua weg, Schlauchboot hoch
Maß nehmen für die Neuanschaffung

Es wird ernst – die geplanten Abreisetage der „Boys of Summer“ rücken näher! Die Schiffe mussten langsam aber sicher winterfest gemacht werden, Neuanschaffungen für´s Jahr 2023 wurden geplant, es sollte nichts vergessen werden. So haben wir erst Werners Genua abgeschlagen, vermessen und gepackt – dann Hans-Peters Vorsegel.

Bavaria 41H – schon auf dem Vordeck ganz gut gepackt
Nach dem Vermessen aber nochmals ordentlich gefaltet

Sibylle war ruhig. Sie akzeptierte, dass ich den Freunden half. Sie hätte es aber lieber gesehen, wenn ich auch an NESSAJA gearbeitet hätte. Es kam kein Klagen von ihr – aber ich weiß ihre Körpersprache zu deuten – die Arme in der Hüfte sollten zum Nachdenken anregen. Das tat ich – und versprach Aktion, sobald die Segelkameraden abgereist sein würden.

Doch für heute war das Tagwerk geschafft und es ging erstmal zum Essen. Wiedermal ins „SouVlakki“, wieder mal Giros-Chicken, oder doch nicht???

Ich hatte Bock auf ein halbes Hendl! Das habe ich mir bestellt!

Optische Täuschung

Ich hatte nicht am Schirm, dass die Broiler hier so eine Art Mutant sind – wer denkt, dass das kleine Huhn unter dem Berg Pommes fast verschwindet, muss einen Blick auf das Gesamte werfen – so wie Werner, der meiner Bestellung folgte.

Halbes Huhn mit Pommes gefällig?

Der Tag endete und wir alle fielen satt und zufrieden ins Bett.

Der neue Tag begann ohne das bekannte Geräusch des allgegenwärtigen Windes. Dieser war in den letzten Tagen zwar nicht stark, sorgte im Schatten aber dafür, dass es einem frösteln konnte. Heute war es bereits morgens warm, Grund genug also um einmal wieder früh am Morgen baden zu gehen.

Das Wasser ist inzwischen erfrischend

Obwohl das Wasser mit rund 20°C recht erfrischend ist, macht es Freude den Tag so zu eröffnen. Es belebt und ich komme in Ruhe in den Tag – wenn ich meinen ersten Kaffee genieße.

Angst vor Störenfriede muss man nicht mehr haben, der Tourismus ist für 2022 beendet. Die Touristen welche jetzt noch hier sind, sind ebenfalls solche die Ruhe zu schätzen wissen. Zumindest am Morgen.

Ich komme also derart erfrischt und in bester Stimmung zurück ans Schiff, als mich der Hilferuf der Gattin ereilt – ihr Nachttischlicht sei defekt, ich müsse es reparieren. Ich habe keine Zeit – wäre definitiv die falsche Antwort gewesen! Leider ist es nicht nur die Birne sondern ein Wackelkontakt im eingegossenen Schalter. Reparatur unmöglich, Ersatz nicht mehr zu bekommen.

Aus 2 mach 1???

Der Reparaturversuch mit einer alten, bereits ausgebauten Lampe scheitert, da ein Umbau des Schadteils nicht zerstörungsfrei möglich ist. Da ich aber den „Held des Tages“ Status begehre, schraube ich kurzerhand eine nicht benötigte Lampe hinter einer Kiste ab, verschließe das Loch sauber und verbaue die funktionsfähige Lampe an des Hasen Nachttisch. Ehr´und Huldigung waren mir sicher, denn die Reparatur war erfolgreich!

Während des Frühstücks ereilt mich ein Anruf von Giorgos – der Leiterumbau, die Erstellung Werners Gangway sei fertig. Er hat gleich ein paar Bilder mitgeschickt…

Räder angeschweißt
Asymmetrische Halteplatte für den Pin
Trittsicher durch Belag aus Alu-Riffelblech

Super! Sieht gut aus! Ok, wir sollen das Ding abholen. Müssen wir sehen – heute eher nicht, denn die fertige Gangway holen wir – obwohl aus Alu – nicht mehr mit dem Motorrad. Wir müssen einen Autotransport organisieren. Mal sehen wie das klappt!

Aber nicht heute! Denn heute reisen Petra, Hans-Peter und Merlin ab. Unwiederbringlich, zumindest für 2022. Ihre Saison, die der LIBERTÉ, ist beendet. Wir bringen die beiden nach Agia Marina zur Fähre und genießen alle zusammen noch einen letzten Kaffee.

Verabschiedung mit Geleit
Good Bye, bis 2023

Ein letztes Winken von Hans-Peter bis die Fähre um die Ecke fuhr. Die Ersten sind auf dem Weg nach Hause, zurück in den deutschen Herbst und Winter.

Am Weg zurück kauften wir uns ein Eis bei Repapis und konnten dort die ersten Vorboten des nahenden Halloweenfestes ausmachen. Auch im Bereich Zuckergebäck ist Repapis ein Meister seines Fachs!

Ich habe ein Auge auf Dich geworfen – kann zu Missverständnissen führen

Das Glück begleitet mich – während wir in Agia Marina saßen, rief mich Alistair von der MONNEYPENNY an. Er sei gerade bei Giorgos und müsse mich was fragen – er sei mit dem Auto dort…

…ich beantwortete seine Fragen um dann zur Gegenfrage anzusetzen – kannst Du mir eine Gangway in die Marina fahren? Kann er!

Das Lange muss ins Kurze – geht aber!

Dies hatte zwar zur Folge, dass seine Frau und ein Freund eine Runde aussetzen mussten, er war nicht alleine unterwegs (was ich aber nicht wusste) und es war daher nötig, dass er erst die Gangway brachte um dann seine Gattin nebst dem Kumpel abzuholen. Thanks my friend – ich glaube ich bin ein Bier schuldig!

Aber Werner hatte seine Gangway!

Gut, sicher, leicht – und ein Drittel des Preises

Was denn nun? Das Telefon schellt, sehr ungewöhnlich! Heute geht es Schlag auf Schlag – nanu, Hans-Peter, den haben wir doch gerade verabschiedet. Was will der denn???

Ein Seeventil, er hat vergessen ein Seeventil zuzumachen. Na wenn es weiter nix ist. Ich schließe den Hahn, welcher im Falle eines geplatzen Schlauches für Unbill sorgen könnte und schicke ein Beweisfoto – jetzt kann der Mann ruhig schlafen!

Beide zu – alles gut!

Am Nachmittag war es schön warm. Selbst Sibylle wollte noch einmal an den Strand, „vielleicht sogar ins Wasser“ hörte ich sie sagen. Verständlich, lockt das Meer am Panteli Strand doch zu dieser Zeit mehr denn je zum Bade – auch wenn es etwas frisch ist.

Das Wasser ist glasklar, inzwischen nach meinem Gefühl sogar wieder etwas wärmer. Zu dieser Jahreszeit spürt man einfach den Wind sehr viel stärker als im Sommer. Im Sommer ist es mehr das immerwährende, nervige Geräusch welches ab und an zuviel wird, die kühlende Wirkung wird jedoch gerne genommen. Jetzt wirkt sich der Windchill sehr viel mehr aus – jeder Hauch nimmt sofort die Wärme der Sonne etwas fort.

So blieb es auch bei Sibylles Willenserklärung. Ein kurzes Sonnenbad auf der Liege, ein Kaltgetränk und dem Angetrauten ein wenig beim Baden zusehen. Selbst ins Wasser zu gehen scheint für Sibylle für das Jahr 2022 ad acta zu liegen. Ich selbst halte (noch) daran fest.

Am Abend waren wir zum Essen geladen. Gulasch mit Nudeln – welch ein Klang in meinen Ohren! Wir haben, ohne eine Sekunde zu zögern, der Einladung auf die DARKSYDE zugesagt – manchmal können wir Giros & Co. einfach nicht mehr sehen. Da bietet das deutsche Gulasch einen Hochgenuss.

Yummie

Rotlichtviertel??? Nein, keinesfalls! Tatsächlich ist gedämpftes, farbiges Licht auf Schiffen aus vielerlei Gründen praktisch. Helles Licht mag im Hafen noch hilfreich und normal erscheinen, kann aber auf See zum Problem werden – für den heutigen Abend wurde also die augenschonende Rotlichtbeleuchtung ausgewählt. Romantik? Na, Ihr wisst ja…

Wir sind ein paar Tage weiter. Werner konfrontiert mich mit der Aussage, dass sein Kartenplotter die besten Tage hinter sich hat und er sich nach Ersatz umsehen müsste. Was ich empfehlen würde, eine Umrüstung und Erweiterung auf ein neues, aktuelles System käme nicht infrage. Es soll eine zeitwertgerechte aber taugliche Option sein.

Mein guter VDO 7+ zieht auf eine Hallberg-Rassy

Werner wusste in dieser Sekunde noch nicht, dass heute sein Glückstag sein würde. Ich habe ein paar Minuten nachgedacht und dann entschieden, dass ich ihm mein Backup zum Backup, also meine doppelte Redundanz, überlassen würde.

Der alte VDO 7+ hat einige Jahre auf dem Buckel, wurde aber von mir mit einer neuen Karte ausgestattet. Diese ist zwar auch schon wieder überholt – aber für ein Geschenk ist das allemal ein gutes Setup. Der Stecker nebst Dose und der Einbau waren natürlich inbegriffen!

Werner hat sich gefreut und mir hat das Geschenk eine Einladung zum Essen eingebracht – win win sagt man, glaube ich. Ach, wenn das Leben nur immer so einfach wäre.

Damit Werners Glück vollendet wird, lädt Sibylle auch noch zum gemeinsamen Abendessen an Bord von NESSAJA. Sie würde kochen. Ich freue mich, aber leider zu früh, denn vorher müsse noch jemand Gas holen. JEMAND, haha, da trifft es doch wieder den Dicken.

3kg Gas kosten inzwischen 17,-€

Nachdem die Buddel getauscht war, stand dem Dinner nix mehr im Wege, es wurde ein ganz netter Abend mit vielen lustigen Anekdoten.

Auf NESSAJA wird wieder gekocht

Mit dem Kauf der neuen Gasbuddel war das Thema noch nicht vom Tisch – dazu später noch einmal mehr.

Der nächste Tag begann mit einer weiteren Kontaktaufnahme eines schweizer Seglers. Ein sehr nettes Ehepaar hat den Weg in die Leros Marina gefunden und wurde schon vorab von dem Eignerpaar der AEGEAN BLUE (das Schiff mit dem leichten Ölverlust) informiert, dass ich eventuell helfen könnte den Wasserverlust an einer Seewasserpumpe zu beheben. Die Eigner der ENJA nehmen also Kontakt auf und fragen, ob Hilfestellung möglich sei – ja, das geht!

Ich bin also abermals auf Außeneinsatz und baue die Pumpe aus. Wenn sie schonmal am Tisch liegt kann ich sie auch gleich zerlegen um eine Schadensfeststellung zu machen.

Der Navitisch wird zur Werkbank
Nicht viel dran
Die muss poliert werden – zwei neue Lager, ein Dichtring…

Ich bespreche den Reparaturablauf mit dem Eigner, wir stellen Optionen in den Raum und vereinbaren uns – dann fliegen die Eidgenossen nach Hause. Finalisierung 2023! Schönen Winter Euch, ich kümmere mich um das Pümpchen…

Der Abend klang herrlich aus, wir wurden abermals zum Apero in das Haus von Mireille und Roland eingeladen – die Namen sagen Euch vielleicht noch etwas, mit den Beiden unternehmen wir mehr, wir haben uns angefreundet. Das Haus über der Bucht von Vromolithos ist ein herrlicher Platz, welcher mich immer wieder über eine Immobilie nachdenken lässt.

Dieser Ausblick!!!
Die Terrasse lädt zum Ouzaka
Verweilen bis zur Dämmerung

Zum Dinner hatten wir uns auf die Taverna „o´Karaflas“ von Dimitris geeinigt, das liegt schließlich gleich um die Ecke und verspricht gute und preiswerte Gerichte!

Wir waren eine große, nette Runde, da auch Angelika, Uli, Werner und Rolands Schwester dabei waren.

So klang der Abend feuchtfröhlich aus, jeder gab seine Geschichten und Anekdoten zum Besten und es wurde viel gelacht. Zumindest Sibylle und ich sind dann wie zwei gefällte Bäume ins Bett gefallen und haben erst mal ausgeschlafen…

Gäääähn, wie spät ist es??? Waaaas? Halb 10? Nix wie raus aus den Federn! Heute sparen wir Zeit, wir gehen auf ein schnelles Sandwich zu „Mikes Cafe“.

Gute Sandwichs in großer Auswahl – zwischen 2.20€ und 4.-€
Halloween, auch hier…

Auch hier war schon zu spüren, Halloween steht vor der Türe. Lakki bereitet sich vor. Sibylle und ich hingegen blicken noch nicht so weit voraus – was wäre heute zu tun? Nach dem gestrigen Abend lag das Thema Haus wieder auf dem Tisch. Sibylle erzählte von einem Objekt welches sie beim Spazierengehen gesehen hätte – wir beschlossen, diese Immobilie mal unter die Lupe zu nehmen!

Noch nicht ganz fertig – aber groß und gute Lage

Schönes Objekt! Leider funktioniert die Webseite sehr bescheiden und wir waren bisher zu faul zum Makler zu fahren. Mal sehen ob wir das noch machen…

So vertrödelten wir diesen Tag, sprachen viel über Pläne, Boote und Häuser. Morgen wird wieder was angepackt, heute lassen wir den Tag ausklingen.

Marina Evros und Lakki Bay

Ich wache auf. Mir fällt ein weiterer 80er Titel ein, der sich als „Ohrwurm des Tages“ festbrennt – Geier Sturzflugs „Brutto Sozialprodukt“. Ich denke mir den Refrain „Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt…“, als mich Sibylles Stimme jäh in die Realität zurückbringt – es wäre an der Zeit mal wieder in die Hände zu spucken und etwas zu tun – an UNSEREM Schiff!!!

Ich erkenne sofort den Ernst der Lage und sage „Ja, Schatz“ – das rettet die Situation. Weil ich im gleichen Moment denke „Scheiße, was mache ich zuerst?“, beschließe ich mit dem Fäkalientank zu beginnen.

An unserem Klo habe ich so ziemlich alles erneuert – nur vom Besten! Es war klar, dass auch ein neuer Tank einziehen darf, welchen ich nach langer Recherche gefunden hatte. Der Tank passt auf´s µ, aber es müssen Anpassungsarbeiten sowohl am Tank als auch an der Einbaulage vorgenommen werden. Weil Sibylle es satt hat auf die offene Wand zu starren, setze ich hier an…

Die Werkzeuge kommen raus – die grobe Arbeit immer zuerst
SIKA – wir werden keine Freunde mehr

Ihr erinnert Euch sicher noch an die vier Halter welche ich letzten Monat vorbereitet hatte. Diese hatte ich, nach einigen Anpassungsarbeiten in der Lücke, an die Stellen anzukleben, an denen später die Befestigungspunkte des Tanks sein sollten – gedacht, gemacht!

Da kommt er rein

An dem Bild kann man recht gut erkennen um was es geht und warum das so lange dauert. Links ist nämlich der Auspuff der Standheizung zu sehen, der musste erst installiert werden, bevor der Tank verbaut wird. Das alles passt nun, ich kann die Halter ankleben. Der Tank muss später mit dem Drei-Wege-Ventil (rechts), dem Absaugstutzen (oben) und der Pumpe zum Abpumpen (nicht im Bild) verbunden werden.

Ich hatte etwas Zeit bis die Halter angetrocknet waren und der Kleber hielt. Sibylle ging wandern, ich habe mir mittags einen Chicken Pie bei Marietta gegönnt.

Ganz frisch aus dem Ofen – ein Gedicht!

Am Nachmittag ging es also weiter. Ich habe für mich beschlossen, das Holz der Halter mit einer Lage Glasfasern einzupacken und mit Epoxy zu laminieren. Sieht sauber aus und schützt.

Was eine Schmiererei

Der Einbauplatz war nun vorbereitet, das ganze Epoxyzeug musste trocknen. Zeit genug also den Tank vorzubereiten und anzupassen.

Ich hatte ALLE Abgänge im Schiff auf TruDesign Kunststoffware umgebaut und wollte auch beim Tank hiervon nicht abweichen. Das war noch recht einfach bei den Anschlussstutzen, hier hatte der Tank vorbereitete Gewindeanschlüsse, welche nur nach Bedarf geöffnet werden mussten.

Leider war keine Öffnung für die Absaugung vorgesehen, da musste ich etwas „basteln“, zudem sollte noch ein Tankgeber (NMEA2000) einziehen…

Wartungsluke / Belüftung / Absaugung / Tankgeber / Zulauf

…dabei hatte ich zwei Challenges denen ich mich stellen musste – zum Einen war der Absaugstutzen sehr nahe an der bereits vorkonfektionierten Bohrung für die Belüftung. Hier konnte ich aber nicht ausweichen, denn das Loch im Deck war ja auch schon da – ein ziemliches Gefummel mit viel kleiner „Schleifarbeit“ also…

Zum Anderen, wusste ich, dass das Tankmaterial Polyethylen (PE) nur sehr schwer kleb- und dichtbar ist. Für den Laien eigentlich NICHT mit Dichtkleber abzudichten. Es muss mit Gummidichtungen oder PTFE Dichtbändern gearbeitet werden.

Ich kann es kurz machen, das hat geklappt!

PANNE – was ein Ärger

Nicht geklappt hat dagegen die Montage des unteren Ablaufstutzens. Was zunächst die leichteste Übung schien, wäre fast völlig in die Hose gegangen – ich habe nämlich beim Öffnen des Lochs einmal kurz nicht nachgedacht und bin von oben ins seitliche Loch gerutscht. Schwer vorstellbar??? Seht hier…

DA soll kein Loch rein!!!

Das Problem ließ sich Gott sei Dank durch einen eingedichteten Verschlussstopfen lösen. Glück gehabt!

Ich fahre zum Baumarkt um mir ein paar Kleinteile für die Halter zu besorgen, dabei fällt mir im Rückspiegel etwas Seltsames auf…

Nanu – eine Ampel???

Eine AMPEL! Auf Leros gibt es keine Ampeln! Ich habe mich schon immer gefragt, wie die Leros Fahrschüler den Umgang mit Ampeln, zum Beispiel in Athen, lösen – es gibt auf Leros keine Ampeln, man kann es nicht üben. Nun frage ich mich, ob die Fahrzeuglenker hier wissen was zu tun ist. Antwort – NATÜRLICH wissen sie es! Aber nicht jeder macht es – wie immer wird blinken, stoppen, Vorfahrt gewähren und eben auch das unbekannte Rotlicht eher als Vorschlagswesen eingeordnet. Die eine Fraktion stoppt, vorwiegend die in Leihwägen, die andere fährt halt vorsichtig weiter – geht auch.

Zurück am Schiff, zurück zum Tank – dieser wird eingebaut!

Passt perfekt – und ist bombenfest

Ich mache alle Schlauchanschlüsse bis auf den Stutzen der Decksabsaugung und führe einen ersten Dichtheitstest der unteren Anschlüsse durch. Passt, alles dicht! Super! Tagwerk geschafft, darauf ein Bier!

…oder 2 – weil sie grad so als Pärchen daherkommen

Tags darauf beginne ich den Tag früh. Werner wird heute abreisen und ich möchte vorher noch den Tank fertig machen. Weil mich der Stutzen für die Decksabsaugung bereits geärgert hatte und ich diesen schon reparieren musste, zudem der Durchmesser (45mm) nicht zu meinem neuen System passte (38mm), habe ich beschlossen, diesen gleich mit zu tauschen.

Dafür musste ich das Deck ein wenig einebnen und zwei Löcher versetzen. Alles wurde dann großzügig mit SIKA verklebt. Das sieht jetzt ordentlich aus und ist für die nächsten Jahre gut. Von unten sah es dann so aus…

Ich wusste, dass dieser leichte Versatz vorhanden ist, hatte vor dem Verkleben des Stutzens angepasst und dann beim Einkleben des Stutzens den Schlauch gleich mit aufgesteckt – der lässt sich natürlich nicht mehr ausbauen ohne den Tank oder den Stutzen zu entfernen – habe ich auch nicht vor.

Das fertige System sieht nun so aus.

Die finale Dichtheitsprüfung durch Auffüllen mit Wasser durch die Decksöffnung bis es zur Belüftung heraussprudelte, verlief positiv – alles dicht. Ich verbaute die beiden Abdeckungen, die Rückwände unserer Dusche, silikonierte die Fugen und habe somit meine Arbeit „versteckt“ – wie so oft sieht man von dem ganzen Aufwand NIX mehr!

Werners Abreise nahte. Hier gibt es eine Anekdote, denn Werner müsste eigentlich schon weg sein. Aber aufgrund des starken Windes ging seine Fähre vor ein paar Tagen nicht – die ganze Reise platzte, der Flug verfiel. Das ist das Kreuz mit der „Insel im Wind“. Nun also ein neuer Versuch…

Servus Werner – bis 2023

Auch an diesem Tag war der Wind stark, es wird doch klappen? Immerhin legte die Fähre in Lakki statt in Agia Marina an, das deutet auf eine Ausnahmesituation hin!

Ein Kuriosum – eine Fähre im Plan, die andere ein bisschen verspätet und schon trifft die Nord- auf die Südlinie. Im Hafen! Was für ein Zufall!

Fast ein Rennen

Adieu Werner, was für eine tolle Zeit mit Dir, Deiner Familie und ALENA – das schreit nach Wiederholung! Auf unseren geplanten Törn in 2023!

Da geht er hin…

Die Reisenden mussten kanalisiert werden, so dass niemand die falsche Fähre erwischt – das klappte griechisch perfekt…

…und schon bald legte der Zubringer Richtung Süden ab, um unseren Freund Werner nach Kos zu bringen. Inzwischen ist er sicher in der schwäbischen Heimat angekommen.

Minuten später geht es weiter

Am Rückweg eine weitere Besonderheit – wir passieren das „Cafe Morano“, es war geschlossen! Ich habe diese Institution, Popis Cafe, NIE geschlossen gesehen! Es war immer unser erster Anlaufplatz und sooft war es der Platz für einen Absacker vor dem Schlafengehen…

Zu, einfach zu…

…und nun? Popis Mann, Nikos, ist im Rentenalter, beide haben beschlossen, die Zeit der Familie zur Verfügung zu stellen. Sie haben das Cafe aufgegeben. Eine Ära auf Leros endet – die Frau mit dem orangen T-Shirt rennt nicht mehr über die Straße um Gäste zu bedienen. Popi war Gast im Videocall zu Sibylles 60. ! Danke dafür und für die vielen netten Umarmungen!

Die Nachfolger sind ein junges Brüderpaar, welches wir kennen und schätzen. Wir wünschen alles Gute und kommen natürlich wieder vorbei!

Tag zu Ende? Nein! Weit gefehlt!

Gewusst wie 😉 !!!

Ich werde ein weiteres Mal zu Hilfe gerufen. Bei der LE CLAPOTIS unserer Stegnachbarn Marijke und Cees aus den Niederlanden, mussten die Propeller des Bugstrahlruders ausgebaut werden, um den Tunnel mit Antifouling zu streichen – leider ließen sich die Anoden, welche die Befestigungsschraube des Propellers abdecken, nicht so einfach abziehen. Ich musste eine Lösung „basteln“ (machmal fühle ich mich wie eine Mischung aus Wickie und McGyver)

Hat funktioniert…

Abermals hat das Glück geholfen – eine große Schraube ließ sich unter sanfter Gewalteinwirkung in das Loch eindrehen und diente so als „Abzieher“. Hat geklappt und schon wenig später konnten wir Vollzug melden.

Das brachte uns eine Einladung zum Dinner ein – sehr gerne genommen, wir haben uns sehr gefreut!

So kam es, dass wir uns zu viert in ein viel zu enges Taxi gezwängt haben, um damit zur Taverne des Glatzkopfes zu fahren. Ich möchte Euch das Bild nicht vorenthalten, obwohl ich es verwackelt habe. Aber es zeigt irgendwie den „Spaßfaktor“!

Bei „o´Karaflas“ angekommen, baten wir den Chef um ein Erinnerungsfoto für die bereits länger in Deutschland verweilenden Freunde Gabi und Gottfried – gesagt, getan – die Retourgrüße aus good ol´ Germany ließen nicht lange auf sich warten…

Da schmeckt der Ouzo

Am nächsten Tag schon hatte der Holländer seine Aufgabe erledigt und den Tunnel des Bugstrahlruders gestrichen. Da er nicht alles nötige Werkzeug zum Zusammenbau zur Verfügung hatte, wurde mir abermals augenzwinkernd signalisiert, dass meine Hilfe gerne genommen würde – ok, dann aber gleich. Bald schon war an der LE CLAPOTIS der Job erledigt, das BSR tut wieder.

Ich muss zur Post! Nein, nicht zur Post, ich muss zu ACS, einem griechischen Kurierdienst, der auch eine Filiale auf Leros hat. Ich habe eine Versandbenachrichtigung bekommen.

Natürlich wusste ich was in dem Päckchen war, es waren meine lang ersehnten Dufour Patches für das Heck und die Seiten des Deckaufbaus. Diese habe ich, nach einem Ratschlag aus der Facebook Dufour Gruppe, bei einem Printshop in Lefkada anfertigen lassen.

Perfekt geworden

Die neuen Schilder dienen als Ersatz für die alten, etwas abgewirtschafteten Embleme. Ich vertrete dabei die Ansicht, dass das Schiff auch außen etwas „mehr hermachen“ muss. Wir investieren viel Geld für Dinge die man zu 90% nicht sieht – die Optik darf nicht leiden.

Muss weg!

Solche kleinen Aktionen habe ich mir jetzt mehr und mehr überlegt – seid gespannt, was ich hier noch alles umsetzen werde um NESSAJA nicht nur wertiger und praktischer, sondern auch schöner zu machen.

Der Tag endete wie so viele andere auch, mit einem wunderschönen Sonnenuntergang über der Einfahrt zu Lakki Bay – unser tägliches Schauspiel.

Der neue Tag startete mit einem „Spektakel“ – ein Mast wurde gestellt. Ok, so besonders ist das auch wieder nicht, aber es kommt in unserer Marina eben nicht alle Tage vor. Da wir keinen Mastkran haben, muss der Kranwagen der Insel kommen – ein Spektakel, wie gesagt.

Da hängt der Spargel

Unser Freund Johannes war zur „Wiesn“ in München und zwischenzeitlich wieder angekommen. Auch bei seiner ALEXIA soll der Mast gelegt werden, um das stehende Gut, all die Stahlseile die den Mast halten, auszutauschen. Ich persönlich war interessiert, schon alleine um Johannes Willen, um zu sehen wie der Prozess abläuft und welche Schritte nötig sind um so einen 20m Spargel behutsam abzulegen.

Johannes selbst war aber entspannt, weniger interessiert und verschlief die Aktion. Na egal, wird schon gutgehen. Inzwischen ist er wieder in München und wartet, dass die Werft seinem Wunsch entspricht.

Wir fahren gegen Mittag nach Agia Marina um Angelika und Uli zu verabschieden.

Agia Marina Hafen
Die Community schrumpft

Wir stehen zusammen, wünschen uns alles Gute, frohe Weihnachten, einen guten Rutsch ins neue Jahr und frohe Ostern. Es wird zur Debatte gestellt, sich in Düsseldorf zur „boot“ zu treffen. Natürlich tauschen wir Anekdötchen aus und zelebrieren den Abschied.

Sibylle und ich erinnern uns aber auch, dass es normal immer wir waren die verabschiedet wurden. Diese Zeit ist vorbei.

Die Crew der JASPER besteigt die Fähre und tritt ebenfalls über Kos den Heimweg an, auch hier klappt alles wie am Schnürchen.

Das Taschentuch wird geschwenkt und auch wir, die wir noch bleiben dürfen, winken den Freunden hinterher.

So, genug gewunken! Was steht an? Das Bad im Meer, diesmal am anderen Ende der Insel. Ok, nix wie hin – die Badesachen haben wir ja schon dabei 😉

Nur die Harten kommen in den Garten

Roland und ich wagen den Sprung ins kühle Nass, die Damen halten sich vornehm zurück. Nein, nur eine nicht – auch Rolands Schwester schwimmt ein paar Bahnen, sie nutzt die Gelegenheit, denn schon zwei Tage später würde auch sie abreisen.

Wir fahren zurück in die Marina, gehen duschen und treffen rechtzeitig auf der AEGEAN BLUE ein, dort waren wir zum Apero geladen.

HR39, da bin ich inzwischen „Experte“ 😉

Was folgte, waren ein paar seeeehr lustige und kurzweilige Stunden mit Christa und Rinaldo. Deren Schiff wird auch bald an Land gestellt, die Beiden reisen jedoch erst in der ersten Novemberwoche ab.

Ich genieße solche Stunden total, denn man lernt die Menschen, die man vorher nur flüchtig kannte, besser, detaillierter kennen. Man erfährt Privates und aus Nachbarn können so Freunde werden. DAS ist eine ganz wichtige Komponente unseres neuen Lebens 2.0 – Danke ihr Beiden für die nette Einladung!

Der Tag neigt sich dem Ende zu, wir sagen „Gute Nacht“ zu unseren Gastgebern und ziehen uns auf NESSAJA zurück.

Wir haben die Regel „Fernsehen erst ab 01.November“ gebrochen und sehen seit ein paar Tagen am Abend wieder YouTube Videos anderer Segler an.

Beim Aufholen unserer persönlichen Sommerpause, stolpern wir in einer Folge der „Bootsprofis“ über den Kauf der BE HAPPY von Andrea und Jürgen. Die Beiden haben den Kat hier in Leros gekauft und sind inzwischen unterwegs – wir durften sie im Winter 2020 / 2021 kennen lernen.

Andrea mit Hendrik

Neuer Tag, neues Projekt – Sibylle mahnt zur Fortsetzung der Arbeiten an unserem Zuhause. Das nächste Projekt heißt „Dieseltank“! Dafür gibt es zwei Gründe…

Zum Einen der leicht nachvollziehbare. Wir hatten bei der letzten Fahrt einen kleinen Aussetzer, ich habe daher beschlossen nicht zu tanken, den Tank nach sieben Jahren Eignerzeit einmal zu reinigen und von leer an komplett neu zu füllen. Es sollte in diesem Zug ein lockerer Absperrhahn ausgebaut, neu abgedichtet und wieder fest eingebaut werden. So weit so gut!

Der zweite Grund – und das ist mein Ernst – ist der, dass hier in der Marina immer wieder diskutiert wird, wie zu handeln wäre, wenn der osmanische Nachbar seine Drohungen ernst macht und die Dodekanes Inseln annektieren würde? Das glaubt zwar niemand ernsthaft, dennoch ist es in der heutigen Zeit ein nicht unmögliches Szenario – ich möchte dann zumindest nicht mit leerem Tank dastehen.

Zum Betreiben der Dieselheizung brauche ich das wertvolle Öl ohnehin – also auf ans Werk!

Die IST-Situation

Der vordere rote Hahn ist locker und muss raus – man kann aber weder den Hahn am Fitting drehen, noch das Fitting am Tank – alles steht irgendwo an. Ja verdammt nochmal, kann denn nie was klappen???

Ich überlege rum und schraube hier, schraube dort – um nach einer Stunde meiner ersten Idee zu folgen und ein Fenster in die Trennwand zu schneiden…

Und bist Du nicht willig…

…jetzt ließ sich der Absperrhahn frei drehen und dem Ausbau stand nix mehr im Wege. Es versteht sich von selbst, dass meine vorherigen Versuche dem widerspenstigen Riegel ziemlich zusetzten und sich der Tausch anbot.

Danach wurde die Wartungsluke geöffnet – das erste Mal nach sieben Jahren…

…sah gut aus! Ein bisschen Schmutz, nicht zuviel – und keine „Dieselpest“. Die gefürchteten Bakterien haben sich fernhalten lassen, bei uns bisher ohne Chemie.

Wir pumpten den Tank leer, es waren noch gut 20 Liter im Tank. Alles gut also??? Nein! Eigentlich nicht! Es war kein Indiz zu erkennen, warum mein Motor einen Aussetzer hatte. Es sei denn, er hätte zuviel gebraucht, oder ich mich total verrechnet oder der Tank wäre kleiner – aber das Typenschild sagt eindeutig – 230 Liter!

Am Rand des Tanks war noch ein kleines Gehäuse – ein Filter? Nein, ein De-Contaminator. Ein WAS??? Eine Google Recherche ergab, dass dieses „Gerät“ den Diesel mittels Magnete decontaminiert. Ok, Mumpitz, Humbug – daran glaube ich nicht! Dennoch zerlege ich Pandoras Büchse…

Oooops

Was zum Vorschein kommt lässt mich staunen. Egal wie es funktioniert, egal ob es hilft – ich reinige das Teil und lege für mich fest, den Fehler gefunden zu haben.

Für den Zusammenbau brauche ich eine Gummidichtung für die Wartungsluke, die schneide ich mir selber.

Selbstbaudichtungen – ich erinnere mich an mein früheres Leben

Sibylle und ich bauen alles wieder zusammen, machen sauber und lüften. Wir tanken exakt 20 Liter und starten den Motor der einwandfrei läuft. Wir lassen den Jockel 10 Minuten in die Heckleinen eindampfen und prüfen die Dichtheit des Leitungssystems – alles top!

Tagwerk geschafft, Sibylle geht joggen, ich gönne mir einen Meat Pie bei Marietta!

Ein Gedicht!

Der scheint nicht nur mir zu schmecken – bekomme ich doch unversehens einen Essensgast. Hallo Katze, ja ich mag Dich auch – aber von meinem Meat Pie gebe ich nix her, sorry!

Nene…

Ich kläre am Rückweg die Bestellung von ca. 200 Liter biozidfreiem Diesel bei der örtlichen BP. Man sagt mir zu und würde sich melden wenn man käme.

Leider höre ich das Klingeln des Telefones nicht, als ich beim Duschen bin. Bereits am gleichen Abend überrascht mich der Tankwagen und wir füllen exakt 208 Liter ein, als ein Tropfen Diesel aus der Belüftung tropft. Passt perfekt, Belüftung funktioniert, Tankvolumen passt und ich habe zum ersten Mal entspannt und pannenfrei getankt – auch der Wechsel des Belüftungsventils hat geholfen.

Die Dichtheitsprüfung zeigt – alles dicht! Ein guter Tag, ich sacke zufrieden ins Bett.

Ein kurzer Exkurs in Schiffstechnik – es gibt eine Werft, Amel, die baut sehr hochwertige und taugliche Seeschiffe. Um ein Risiko von Wassereinbrüchen zu reduzieren, sind bei diesen Schiffen nur wenige Auslässe unter der Wasserlinie. Für viele Abläufe gibt es eine Art „Brunnen“ aus denen heraus vornehmlich sogenanntes Grauwasser abgepumpt wird. Das müsst Ihr wissen bevor ich Euch unseren Start in den neuen Tag erkläre.

Neben uns liegt immer noch LABRICOLE, das Schiff der Italiener, welche sich für Ende September angekündigt hatten. Bisher waren sie nicht hier, wir dachten zunächst, dass sie nicht mehr anreisen würden.

Nun sind die beiden aber doch noch angereist und seit ein paar Tagen unsere Nachbarn. Sie bereiten LABRICOLE (was heißt das eigentlich?) auf den Winter vor, sie würde an Land stehen. Begrüßt hat man uns mit Umarmung und Baci – die Küsschen fliegen durch die Luft wie Ramschware. Insgesamt sehr nette Leute, sie haben ja auch mein Bild im letzten Monat wieder gerade gerückt.

Dumm nur, dass der Mann auf LABRICOLE eben genau der Mauro ist, zu dem der Schreihals gehört, den ich im letzten Monatsbericht schon vorgestellt hatte. Er baut sich immer neben UNSEREM Schiff auf und schreit quer über unser Deck nach seinem Ragazzo. Ginge er 5 Meter weiter könnte er klopfen – ob ich es ihm mal sage?

Nun gut, Sibylle und ich sitzen während dieser Ausgangssituation beim Frühstück, es war schon etwas später, vielleicht kurz nach 09.00 Uhr, als uns ein bekanntes Geräusch aufmerksam machte – plöppschlürf, plöppschlürf, plöppschlürf, plöppschlürf…

Ah, die bekannte Pumpe der Amel pumpt wohl wieder das Grauwasser raus, die Nachbarn scheinen Geschirr zu spülen. Aus der Ferne kommt der Schreihals angewackelt…

Ach du Scheiße…

…plöppschlürf, plöppschlürf, plöppschlürf – ich traue meinen Augen kaum! Fallen da doch Kakabrocken die Bordwand runter?! Ich drehe mich zu Sibylle und reibe mir die Augen. Ein erneuter Blick beweist – die schmettern ins Hafenbecken! Am hellichten Tag, während wir frühstücken!

Mir schwillt die Halsschlagader und ich setze zu einem Urschrei an. Im gleichen Augenblick kommt der Plärrer und setzt an Mauro zu rufen. Wir sehen uns in die Augen, ich sage ganz ruhig zu ihm „your friends shit into the sea, not so cool!“ Er überzeugt sich mittels Kontrollblick, sieht sowohl Bröcklein wie auch Klopapier schwimmen und klopft! Er klopft! Mauro kommt, es folgt eine Auseinandersetzung in Italienisch – kurz danach legt LABRICOLE ab. Es flogen keine Baci, man hat sich nicht verabschiedet. Heute steht LABRICOLE an Land, sowohl die Kacker als auch der Schreihals sind wieder zu Hause – Mammamia, mehr fällt mir nicht ein!

NESSAJA in voller Pracht – hier wohnen wir, so dürft ihr Euch das vorstellen

Wir hatten ein bisschen Kummer an unserem Platz. Ich habe links von mir einen Meter zur Mauer, das ist MEIN Meter, mein Sicherheitsabstand, meine Garantie, dass NESSAJA an dieser Flanke sicher ist. Leider kommt der ganze Steg bei Westwindlagen der Mauer näher, manchmal so nah, dass mein Meter nicht mehr reicht.

Ich kann mich gegen die Mauer mit zwei dicken Fendern gut wehren, aber die anderen Schiffe drücken die arme NESSAJA an der Hüfte.

Gut, wenn die Marina was tut…

DAS nenne ich Kette

Man wusste um das Problem und hat einen Schwerlastsack voll mit einer Monsterkette kommen lassen. Seither ist täglich der Taucher hier, welcher die Verankerungsketten des Schwimmsteges erneuert, Kette für Kette! Eine mühsame Arbeit, es ist aber hochinteressant zuzusehen und man spürt die Verbesserung täglich! Danke an die Marinaleitung!

LABRICOLE ist weg, was mache ich mit dem Tag? Während ich noch sinniere, schallt es aus der Küche „das Gas ist leer!“ Sibylle bäckt Brot und kann das gar nicht brauchen – der Arbeitsauftrag ist quasi erteilt!

Doch wie kann das sein? Wir haben doch erst vor 10 Tagen die Flasche gewechselt? Mir fällt wieder ein, dass das Aufschrauben der Flasche irgendwie schwer, hakelig ging. Wir erinnern uns, dass Sibylle verrußte Töpfe beklagt hat – hängt das zusammen?

Ich prüfe die Flasche, leer! Tatsächlich! Hilft nix, ein weiterer Tausch findet statt, diesmal ist der Regler leicht anzuschrauben, die Töpfe bleiben rußfrei.

Da ich ja die ganze Anlage erneuert habe und auch nach deutschen Vorschriften aufgebaut habe, kommt prinzipiell kein Zweifel an der Dichtheit des Systems auf. Eine Gasprüfung gibt es aber in Griechenland nicht – so greife ich, der Sicherheit halber, nach dem Lecksuchspray und mache mich auf den Weg um eine Schlauchverbindung nach der anderen auf Dichtheit zu testen. Sieht aber alles gut aus!

Wir fahren in die Stadt um einzukaufen und bemerken, dass Lakki sich herausputzt!

Am 28.10. ist „Oxi-Day“, der Tag an dem Griechenland NEIN zu Mussolinis Aufforderung zur gemeinsamen Sache gesagt hat. Dieser Tag ist seither Nationalfeiertag.

Familienfeiertage gab es bei uns gleich zwei – heute hat Sohn Stefan Geburtstag, wir schreiben den 26.10., was wir bei einer Videosession auch feiern so gut es eben virtuell geht.

Am Oxi-Tag dann feiert Enkelchen Otto, auch hier ist ein Videocall geplant, weil die Oma zusehen möchte wie der Pimpf in das geschenkte Ritterkostüm schlüpft.

Der Abend klingt ruhig aus…

Ende Oktober – kann man noch baden? Das probieren wir aus.

Ja, geht noch und das Wasser ist nicht spürbar abgekühlt – nächster Versuch also im November. Mal sehen wie lange wir, respektive ICH das so durchziehen können.

Der Enkelgeburtstag ist gekommen. Sibylle ist aufgeregter als ich und vermutlich auch als das Geburtstagskind selber. Wenn Wichtiges ansteht, nämlich der Call nach Deutschland, dann darf das Frühstück schonmal etwas schmäler ausfallen…

…vielleicht doch fasten???

…umso entspannter dann die Gesichtszüge, als der nun Fünfjährige endlich am anderen Ende der Leitung (sagt man das noch?) ist und auch klar wird, dass das ersehnte Kostüm passt!

Extra den Wecker gestellt – vor dem Kindergarten

Das Glück war vollkommen, als Schwiegertochter Sonja verlautbaren ließ, dass der Bengel den ganzen Tag als königlicher Ritter mit Krone unterwegs war. Hach, noch einmal Kind sein…

„Verkleidungen“ ganz anderer Art konnten wir am Vormittag bei den Feierlichkeiten zum Oxi-Tag sehen.

Diese Art Anzug ist leider alles andere als eine Verkleidung – es ist ein ernstzunehmendes Statement. Die Feierlichkeiten waren sehr offiziell und dabei militärisch geprägt.

Hier ein paar Impressionen…

Einheiten aus Leros
Die ganze Insel war auf den Beinen
Militär und Kirche
Die Jugendgruppen
Klein und groß
Vereine

Beeindruckt kehren wir zu NESSAJA in die Marina zurück. Ich wollte noch ein bisschen was tun, den Nachmittag sinnvoll nutzen.

Dabei überlege ich immer, alle Arbeiten welche außen stattfinden und an schönes Wetter gebunden sind, z.B. weil SIKA trocknen muss, zeitnah zu erledigen.

So entscheide ich heute, endlich die Box für die alte Außendusche zu tauschen. Das Ersatzteil liegt schon lange herum.

Nicht mehr schön…
…und fliegt daher raus!

Ich baue die alte Box aus und habe Mühe, mit der neuen V4A Box, welche eigentlich viel größer ist, den alten Ausschnitt abzudecken – dennoch ist es gelungen. Ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen – schöner und funktioneller!

Hinter der spiegelblanken Klappe verbirgt sich nun ein vollwertiger Einhebelmischer mit Warm- und Kaltwasser, sowie eine wertige Brause mit längerem Metallschlauch – das sollte ein Komfortgewinn sein.

Soweit der Plan – offen gesagt, hinter der Klappe ist es jetzt noch leer. Ich werde die Wasseranschlüsse an einem Regentag umbauen, es ist dann eine Arbeit in der Backskiste.

Der Monat neigt sich dem Ende zu, der Platz neben mir ist noch frei. Ich hoffe, dass dies so bleibt und spreche bei den Marineros vor. Man tut, als hätte man mich verstanden und sagt zu, mir „den Platz“ zu lassen.

Sibylle ruft: „Komm´ hoch, wir bekommen neue Nachbarn!“ Häääh, aber die haben doch gesagt…

Als ich hochkomme steht der Chefmarinero bei uns am Boot und sagt stolz lächelnd „…SUNNY SIDE UP, ok Captain?“ Ich verstehe was er meint – die SUNNY SIDE UP ist das Schiff unserer Freunde Mireille und Roland, das Schiff ist älterer Bauart und für die Länge etwas schmäler – mir würde also „der Platz“ bleiben. Ok, das ist vielleicht die allerbeste Lösung – beide Flanken geschlossen und auf der einen Seite ein Schiff von Freunden die wir ansprechen können – der Winter kann kommen.

Platz zwischen den Schiffen, kein Fenderquietschen
Platz für´s Dinghy – perfekt!

Wir helfen beim Anlegen und nutzen die Gelegenheit um die Beiden zum Dinner an Bord von NESSAJA einzuladen. Endlich können wir uns für die netten Abende und Aperos im Haus der Freunde revanchieren.

Ein geselliger Abend – und Süsses von Repapis

Die wiederum, sorgten in Form eines Mitbringsels aus der Zuckerbäckerei für das perfekte Dessert – eine Köstlichkeit, die Sibylle und ich noch nicht kannten.

Es begann der letzte Tag des Monats Oktober – die „Boys of Summer“ waren alle sicher zuhause angekommen, die Community formiert sich neu. Wir lernen ein junges schweizer Paar kennen, welches am Schiff lebt, jetzt aber erst einmal für ein paar Wochen nach Hause fährt.

Wir machen zudem Bekanntschaft mit Thomas und Irene auf ihrer FINI. Die beiden Österreicher leben ebenfalls am Schiff und sind nur im Januar / Februar für sechs Wochen zuhause.

Viele Freunde sind noch bis Mitte November hier, andere gar bis Mitte Dezember. Susanne möchte auch Mitte November noch einmal nach Leros kommen – es wird nicht langweilig!

Electra – DU hier????

Inzwischen kann ich mich mit der Frage beschäftigen, ob es eine gute Idee war, dem Marinahund Electra beizubringen, wie sie unser Schiff entern kann. Kaum verstanden, dass die wacklige, weil schwebende, Brücke keine Gefahr darstellt, hat sie sich ihren Platz gesucht und ein paar Streicheleinheiten abgeholt. Die weiß eben wie es geht…

Als der Hund wieder abzischt, beschließe ich meiner NESSAJA auch noch etwas Liebe angedeihen zu lassen. Ich widme mich den 230V Schaltern, bei denen an einigen die Beleuchtung nicht mehr geht.

Das sind so Kleinigkeiten wie ich sie liebe. Natürlich gibt es diese Schalter nicht mehr – aber der Hersteller produziert noch. Recherchearbeit, Bestellungen – 6 MONATE Lieferzeit, Mindestabnahmemengen…

Dann aber hält man die begehrten Teile, oder zumindest sehr ähnliche, in der Hand und kann diese verbauen.

Tut wieder, so will ich das…

Sibylle beschäftigt sich inzwischen mit der „Nabelschnur zur Welt“ – Fluch und Segen das Teil. Ich frage mich manchmal was aus der Welt ohne die Erfindung des Internets oder der mobilen Endgeräte geworden wäre.

Ich möchte am letzten Tag des Monats noch ein offenes „Fremdprojekt“ abgeschlossen wissen und vereinbare einen Termin bei Giorgos in dessen Werkstatt „Boat & Parts“. Ich muss noch die Seewasserpumpe der ENJA instandsetzen und brauche zum Polieren der Welle und Umpressen der Lager die Hilfe von Giorgos.

Wir treffen uns um 18.30 Uhr, spätestens!

DAS mag Sibylle nicht!

Sibylle fährt mit, weil Giorgos´ Frau Katerina mit den Kids auch kommen würde, wir wollen uns zum Essen verabreden. Leider war, als wir ankamen, niemand da – nicht gut! Das mag Sibylle nun gar nicht!

Gott sei Dank kam der Schrauber schon fünf Minuten später und wir starteten die Reparatur der Pumpe…

Abbeizen und reinigen
Neue Lager
Welle poliert und Teile vormontiert

Wir fahren zurück und während Sibylle kocht, montiere ich die Pumpe final und melde Vollzug an den Besitzer. Der Rest passiert wohl 2023 – oder???

Einbaufertig

Wir essen zu Abend und schauen dann noch ein bisschen YouTube. Diesmal sehen wir ein wenig bei Julia und Markus rein – sie haben jetzt auf Basis ihrer Reise mit INSIEME einen Blauwasser-Beratungskanal gegründet. Ob ihre Erfahrung dafür ausreicht? Man wird sehen.

INSIEME

Ich erfahre von den Beiden, dass externe Berater für Spezialthemen gesucht werden. Es rührt sich das Teufelchen in meinem Kopf – ob ich mal anfragen soll???

„Mario, ihr Fachmann für Fragen rund um den Dieselmotor, dessen Überholung und Abdichtungssituationen an Schiffsmotoren“

Klingt gut! Was meint Ihr???

Der Monat endet in dieser Nacht – Halloween! Wie immer bedanke ich mich bei Euch für das Durchhaltevermögen beim Lesen. Kurze Texte kann ich nicht, sie sind weniger aussagekräftig, ich finde, dass man nur mit der Kerniformation keine Emotionen und Gedanken transportieren kann.

Das Schreiben des Blogs „kostet“ mich jedes Mal zwei volle Tage – diese investiere ich in „mein Tagebuch“ und für Euch, die Ihr uns folgt – um Euch teilhaben zu lassen, um Präsenz zu zeigen. Ich hoffe, Ihr habt weiter Spaß daran.

Ausblicke 2023!

Grobplanung

NESSAJA wird 2023 segeln! Ich werde über den Winter alle Arbeiten vollenden und Euch darüber auf dem Laufenden halten.

Wir planen eine große Runde durch die Nördliche Agais, hoch bis Thessaloniki. Dann, so der Stand der Dinge heute, werden wir nach Leros zurückkehren.

Eine weitere Option wäre es, die oben gezeigte Route zu erweitern und durch das Mittelmeer bis zu den Kanaren fortzusetzen. Dort könnten wir die MAXI zur Atlantiküberquerung treffen.

Oder etwas dazwischen – da müssen wir intern noch Einiges besprechen.

Wir werden Weihnachten und Silvester in Griechenland verbringen. Sibylle wird dann im Januar für zwei Wochen nach Deutschland reisen.

Wir bekommen ein Auto 😉 und vielleicht wird die GS eine Griechin.

Viele Entscheidungen, Optionen, Alternativen – wir lassen Euch weiter teilhaben und freuen uns über jedes Feedback.

Ganz herzliche Grüße aus Leros, passt auf Euch auf und bleibt uns treu.

Die NESSAJA Crew, Sibylle & Mario

September 2022 – Imagine

Es ist der erste September – der Hochsommer klingt diesen Monat aus. Wir sind diese Nacht von unserer Urlaubswoche auf Karpathos zurückgekehrt und recht spät und todmüde ins Bett gefallen. Ich wache als erster auf und freue mich auf mein Bad am Panteli Beach. Verschlafen krabble ich aus den Federn und brummle mit der treuen GS an den Lieblingsstrand…

Belebend – der Sprung ins Meer macht wach

Ich sitze bei meinem Cappuccino und lasse die Seele baumeln – die Gedanken fliegen und ich genieße die Ruhe!

A L L O R A…

Jäh werde ich aus meiner Gedankenwelt gerissen – ein Mann schreitet den Strand entlang. Er ist außer mir der einzige Mensch weit und breit, warum, um Gottes Willen, schreit er so???

Er telefoniert!

Das Eine ist für´s Ohr, das Andere zum Reinquatschen!

In dieser Sekunde entscheide ich, dass „Sound of Silence“ der Headline Titel für den Monat September wird! Warum ich nun, heute Morgen, am 08.10. (ich entschuldige mich für die Verspätung), quasi in letzter Sekunde, eine andere Entscheidung getroffen habe, erfahrt Ihr im folgenden Monatsbericht für den September 2022.

Schön, dass Ihr wieder reinschaut, schön, dass Euch unser Tun weiterhin interessiert.

Ich habe diesmal hoch gegriffen und „Imagine“ von John Lennon als Headliner ausgewählt. Der Song wurde vom Magazin „The Rolling Stone“ zum drittbesten Song aller Zeiten gekürt und ich habe bei meiner Recherche ein Zitat gefunden in dem es sinngemäß hieß „…John Lennon konnte nicht ahnen, dass wir 2022 seinen Song Imagine dringender brauchen denn je…“ Ob man das wirklich so sagen kann weiß ich nicht sicher, aber es ist bestimmt etwas dran!

Imagine there’s no countries
It isn’t hard to do
Nothing to kill or die for
And no religion, too

Imagine all the people
Livin‘ life in peace You

You may say I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope someday you’ll join us
And the world will be as one

A L L O R A – abermals schreit der rüstige Rentner in sein Telefon. Mir fällt auf, dass er auf Lautsprechen geschaltet hat und vor meinem Stuhl – auf dem ich immer noch sitze um in Ruhe meinen Cappuccino zu trinken – auf und ab geht. Warum tut man das? In das Telefon spricht man unten rein und oben kommt der Ton raus, es ist dafür gebaut, dass man es ans Ohr hält!

Nicht so mein italienischer Strandfreund vom ersten September 2022 – er plärrt weiter in sein Telefon und sprengt meine Morgenruhe – ich fahre heim und frage mich unentwegt – was bedeutet „Allora“?

Hierzu weiß Google Antwort!

Was meint der Italiener mit Allora?

Konjunktion: „nun, also“

Das trifft auch auf das Wort allora zu, das dein italienischer Gesprächspartner vor dir in die Länge ziehen wird, bevor er zu einem fulminanten Satz anhebt.

Ich murmle leise (deutsche) Flüche vor mich hin, verzichte auf einen fulminanten Satz in Richtung des Amici und verlasse den heute so ungastlichen Ort um zurück zu meiner lieben Frau zu fahren, am Weg genieße ich die Stimmung über der Vromolithos Bucht.

September, Morgenstimmung

Ihr merkt schon – ich bin ein bisschen aufgeladen! Die Monate Juli bis Mitte September waren nicht immer einfach für uns. Es fehlte die Fluchtoption. NESSAJA ist nicht fahrbereit, wir wohnen in der Marina. Das kann man sich vorstellen wie auf einem Campingplatz, mit allen Vor- und Nachteilen! Auch darüber wird dieser Blogbericht handeln – ich werde versuchen einen kleinen Appell für Tugenden wie Rücksicht, Fairness, Solidarität, etc. auszusenden. Im Kleinen anfangen – IMAGINE…

In dieser Stunde wurden meine Flüche von einer höheren Macht wohl als gewichtiger eingestuft als mein hehrer Ansatz für einen besseren Umgang der Menschen untereinander – die Strafe folgte stante pede, mein Motorrad eierte plötzlich verdächtig. Die Ursache war rasch gefunden.

Wie kommt so ein Nagel in den Pneu

Ein ca. fünf Zentimeter langer Nagel steckte in einem meiner guten Michelin Pneus – in Deutschland bei einem Motorrad der Tod des Schlappens, wird hier in Griechenland kurzerhand ein Flickstöpsel von außen!!! in den Reifen gezogen. Dieser selbstklebende Pfropfen verschließt das Loch und ich konnte 3.-€ und fünf Minuten später weiterfahren. Mein Dank gilt der BP Tankstelle in Lakki!

Zu viel Aufregung für den ersten Morgen nach der Rückkehr – Zeit für ein geruhsames Frühstück. Ich komme wieder am Schiff an.

NESSAJA der schwimmende Wäscheständer

Sibylle war in der Zwischenzeit nicht faul – das Frühstück nebst Kaffee bereitet, die Betten abgezogen und die Bezüge schon in der Maschine, der Wasserschlauch hängt in den Tanks und wir müssen…

STOP! Ihr solltet wissen, es ist eine Marotte von Sibylle, dass sie immer nach einer Rückkehr nach Hause den Drang hat, innerhalb von Stunden einen großen Rundumschlag in Sachen Haushaltsleistungen zu setzen. Dieses Handeln, gegen welches ich per se nichts habe, wird meist begleitet durch die Formulierung „WIR müssen“. Ok, nach 20 Jahren kenne ich meinen Part und folge (meist) – so auch heute, aber erst NACH dem Frühstück!

So MÜSSEN wir beispielsweise zu Susannes Haus um dort während Ihrer Abwesenheit den Feigenbaum abzuernten – da helfe ich doch gerne, bin ich doch schon wenige Tage später der Nutznießer der Aktion 😉

Mit dem Bike nach Xirokampos…
…um dort Feigen zu pflücken – Marmelade, yummie!

Harte Arbeit wird entlohnt, das ist eine eherne Regel, welche auch heute nicht gebrochen wird – so geht sich schon bald nach dem Feigenpflücken und dem Wäscheaufhängen ein Belohnungseis aus. Diesmal im „Sorbet“, wo die Wahl auf die paradisische Kombination Salted Caramel & Caramelized Peanut fällt…

Das „Sorbet“ in Panteli
Einfach gut – Eiscreme, homemade

Wir mussten noch einkaufen, unsere Taschen mussten ausgepackt werden – dann waren wir fertig, angekommen, zurück im Alltag. Ja, es ist Alltag hier, wenn er auch sehr süß schmeckt. Wir verabreden uns mit Freunden, um am Abend das Fischerfest in Panteli zu besuchen. Wir wussten, dass dieses heute stattfindet und haben alles daran gesetzt um rechtzeitig zurück zu sein – wir wollten dabei sein!

So sind wir schon zeitig zum Strand, um ein Feierabendbier zu genießen und die Lage zu sondieren.

So geht´s – das Ende wo der Ton rauskommt muss ans Ohr

Sibylle empfängt noch Anrufe von der Familie, man erkundigt sich ob wir gut zurück seien und ob alles ok sei. Dies deshalb, weil ja zur Monatsmitte unsere Reise nach Deutschland ansteht, wir sind abermals Gäste auf einer Hochzeit eines der Kinder.

Die Nacht bricht an, das Fischerfest beginnt…

Gleich um die Ecke führen ein paar Fischer die Anwendung eines Netzes vor und legen selbiges in der Bucht aus, um es kurze Zeit später an den Strand zu ziehen.

Ein guter Fang – man glaubt es kaum!

Der Fang war, für den Ort und die kurze Zeit, durchaus beachtlich. Interessant, das einmal zu sehen, es sammelten sich auch etliche Schaulustige um die Netze.

Die Grills waren voll – Fisch und Souvlaki

Wir aßen etwas, trafen Freunde und Bekannte, tranken noch ein Bier und a Glaserl Wein und sahen dem bunten Treiben und den Tänzen zur Live-Musik etwas zu…

Natürlich wurde getanzt
Es war richtig was los – sehr gute Organisation

Wir sind nicht zu lange geblieben, erstens waren wir müde – die lange Fährfahrt steckte uns noch in den Knochen, zweitens wussten wir, dass die Covid Zahlen in Griechenland, so auch auf Leros, wieder am steigen sind. Keine schweren Fälle mehr, wir waren nicht besorgt, aber im Hinblick auf die Reise zur Hochzeit abermals ein Grund vorsichtig zu sein – zumal Covid bei uns am Steg angekommen war. Ein befreundetes Paar war positiv getestet, hatte sich selbst isoliert und wartete auf Genesung – ihr ging es dabei recht gut, er hatte etwas mehr wegzustecken. Es war dabei sehr schön, mitansehen zu können wie die Steggemeinschaft ausgeholfen hat und sowohl Besorgungen als auch Einkäufe für die Beiden erledigt hat – IMAGINE…

Ein neuer Tag, ich widme mich den Baustellen! Sehr zu Sibylles Leidwesen leider nicht immer den meinen 😉 – zuerst war Hans-Peter dran, für den noch die, inzwischen fertiggestellte, Klappe für seine Navigationselektronik zu montieren war.

Passt gut – besser als neu!

Eine Arbeit die man durchaus alleine erledigen kann – aber wie heißt es so schön? Viele Hände, schnelles Ende oder geteiltes Leid ist halbes Leid oder, oder…

Wie auch immer, zusammen haben die Klappe rasch montiert, die Geräte können eingebaut werden.

Die beiden Riegel, die am Bild gut zu sehen sind, mussten beschafft werden, der Weg zum Baumarkt von Andreas Kritikos ist nicht weit – könnte also alles ganz schnell gehen, wenn da nicht…

Parken für Dummies

Zum Verständnis – im Prinzip ist es mir total wurscht wer wo parkt. Ok, wenn die Marina extra ein Schild aufstellt, dass Parken für PKW hier nicht erwünscht ist, könnte man das beachten – ist aber nicht mein Thema. Das wurde es leider, weil gewöhnlich die Zweiradfahrer, sofern sie nicht am Fußweg bei den Stegen parken wollen, ihre Fahrzeuge exakt dort abstellen – sieht man ja am Bild.

Mein Bike stand hinter dem weißen Fahrrad im Schatten und es hat ein bisschen Kraft und Aufwand gekostet, es aus der Lücke heraus zu bekommen. Dass ich es nach meiner Rückkehr in der Sonne parken musste ist wohl kaum erwähnenswert.

Im Augenwinkel sehe ich das I am Kennzeichen und denke an den Telefonmann vom Pantelistrand. Zufall? Ich weiß es nicht. Jedenfalls war es so, dass täglich ca. 20 Autos von Marinagästen am ausgewiesenen Parkplatz nebenan parkten – ok, leider in der Sonne – und immer die gleichen zwei Ragazzi parkten im schattigen Halteverbot die Zweiräder zu – ist das nun clever oder doof? Egal, rücksichslos und egoistisch ist es allemal!

Ich fahre abends zum Strand um mein Feierabendbier zu trinken, irgendwie bin ich genervt.

Calm down – der perfekte Platz dafür

Der Abend vergeht unspektakulär, Sibylle und ich kommen spät nach Hause und wollen ins Bett. Gerade eingekuschelt und die Augendeckel geschlossen, höre ich ein mir bekanntes Wort – A L L O R A…

Das kann doch nicht wahr sein – es ist nachts um halb eins, da stellt sich so ein Casanova vor UNSER Schiff, wahrscheinlich weil seine Leute schlafen wollen, und telefoniert eine halbe Stunde mit seiner „Topolina“ (ich kenne den Fiat Topolino und weiß ohne Google was das heißt). Gefühlt 1000 baci später, entlässt der Galan die Angebetete und somit auch uns in die Nachtruhe. Ich habe viel Verständnis für die männliche Balz, egal welcher Nationalität, aber nicht nachts um inzwischen ein Uhr vor unserem Schiff!

Freisprechen – was sonst???

Dass sich auch dieser junge Mann mitten in der Nacht der Freisprechfunktion bediente, brauche ich vermutlich nicht zu erwähnen?

Neuer Versuch, ich erwache und fahre zum Panteli Beach! Es wird doch möglich sein, morgens um halb acht ins kühle Nass zu springen und danach in Ruhe einen Cappuccino zu trinken…

Yeah, so soll das!
Das Meer lädt zum Bade – sprichwörtlich.

Zurück am Schiff, sitze ich mit Sibylle beim Frühstück. Wir unterhalten uns über Gott und die Welt, als eine sehr knapp behoste Schönheit vorbeischreitet ohne uns eines Blickes zu würdigen. Das ist normal und unabhängig einer Nationalität – dem Einen kommt ein „Guten Morgen“ über die Lippen, dem Anderen eben nicht. In diesem Fall wird uns das „Buongiorno“ verweigert, vielleicht, weil der Müll, den die Bellezza zur Tonne bringen muss, ihrer nicht würdig ist – und sie das auch weiß.

Entsprechend lustlos feuert sie die viel zu großen Trümmer Richtung Abfall – das Ergebnis…

Da schwillt mir der Kamm

…denkt nicht, dass der Hase den durchaus femininen Oberkörper absenken würde um den Kladderadatsch wieder einzusammeln – NEIN! Der Dreck bleibt liegen weil die Marina ja Mitarbeiter hat welche für´s Aufklauben des Drecks zuständig sind!

Mir schwillt der Kamm, ich setze gerade zu einem ALLORA an, welchem eine fulminante Schimpftirade gefolgt wäre – Sibylle kann mich gerade noch im Zaum halten. Die Mutter des jungen Dings schreitet heran, ja vorüber, am Müll vorbei und setzt sich mit der Tochter auf einen Scooter – um gleich an der Auffahrt mit derselbigen gemeinsam umzufallen! Nein, ich habe mir nichts Böses dabei gedacht, aber mir war sofort klar, dass der Teufel ein Eichhörnchen ist und das Schicksal wohl seine Gründe hatte – um Voltaire zu zitieren. In Anbetracht der Situation und noch während die beiden Schönheiten sich sortiert haben, habe ich deren Müll in die Tonne gepackt.

Sibylle wollte Wäsche waschen, ich soll aus dem Weg gehen. Das ist Luxus, gewonnene Zeit, welche ich für mich nutzen möchte.

Zeit zum Lesen – eher selten! Die letzte „Yacht“

Nachmittags MÜSSEN wir zum Hotel „Crithonis Palace“, dem größten und feinsten Hotel der Insel. Sibylle hat etwas von einem Kurs gelesen der in etwa „Griechische Tänze für Dummies“ geheißen hat – wir wollten partizipieren. Hat leider nicht geklappt, aber es war interessant das Hotel mal anzusehen – schicker Platz!

Poolbereich
Anlage / Zimmer
Eingangsbereich

Auch ich MUSSTE noch etwas tun – nämlich mal wieder an NESSAJA arbeiten! Es war an der Zeit. Wir hatten Teile aus Deutschland mitgebracht, welche immer noch herumlagen. So habe ich einfach angefangen die Baustellen aufzulösen, welche mit wenigen Handgriffen erledigt sind.

Zum Beispiel den Einbau meines zweiten, nachgekauften MPPT Solar-Ladereglers. Die Löcher in der Platte waren bereits gebohrt – also reingeschraubt – et voila!

Victron MPPT 100/50 – jetzt im Doppelpack

Wir wussten, dass der Abschied von Gabi und Gottfried bevorstand. Wir würden nach Deutschland gehen, zwischenzeitlich würden sie ihre Saison beenden – so haben wir die Gelegenheit genutzt noch einmal einen Drink in „Harris“ Bar einzunehmen, der perfekten Location in der ersten Mühle über Panteli.

Perfect Place, das „Harris“
Nachts – wunderschönes Ambiente

Wir haben uns auf der gut besuchten Terrasse einen freien Platz gesucht und die Aussicht genossen – nachts sind die Eindrücke so anders als tagsüber. Ein herrlicher Abend! Die Bar ist inzwischen geschlossen, Pause bis zum nächsten Sommer!

Wunderschöner Platz – nicht nur tagsüber
Panteli mit Fischerhafen und Blick zur Lakki Bucht
Mühlen und Kastel

Es erübrigt sich anzumerken, dass der Lieblingsdrink hervorragend gemundet hat!

Strawberry – Irgendwas, ich müsste den Namen nachsehen 😉
Gelungener Abend

Spät nachts fahren wir über Lakki zurück zu NESSAJA und wundern uns über die Beleuchtung des dem Ort gegenüber liegenden Berges – das haben wir davor nie wahrgenommen und auch jetzt danach nie mehr beobachten können.

Blick über die Lakki Bucht – beleuchtete Bergflanke

Das Licht des Flüchtlingslagers sieht man dagegen immer! Wenn Ihr die Bilder von der Mühle aus noch einmal anseht, dann erkennt Ihr es sogar auf den Bildern – der hellste Lichtfleck ist immer das Lager. Ich bin in Gedanken – MAD WORLD (wäre auch eine gute Headline gewesen – aber der Hochzeit nicht gerecht geworden)! Beim Grübeln komme ich zu dem Schluss, dass „Imagine“ in Anbetracht der momentanen Flüchtlingssituation hier gut passt! In Leros sind im September 2022 fünf Flüchtlinge an der Küste ertrunken…

Weil wir gerade bei ernsthaften Gedanken sind – bis jetzt haben die italienischen Freunde ein bisschen Fett wegbekommen, kann ich Italiener nicht leiden? NEIN, Gott bewahre! Paola, Alfonso, Nicola, Michele, Alfredo, Martina und alle anderen – ich liebe Italien und die Italiener! Ok, manchmal ist es sehr turbulent in Eurer Nähe und oft für das deutsche Gemüt auch laut und chaotisch, aber ist das nicht das Salz in der Suppe?

Ich habe angefangen mich zu hinterfragen was mich an dem, schon meist italienischen, Verhalten so genervt hat – es war die Rücksichtslosigkeit, der Egoismus und die daraus resultierende dumme Arroganz. Dies war ganz und gar nicht explizit italienisch, es war menschlich. Das Verhalten von Menschen die in kostbaren Urlaubswochen ihr persönliches Maximum herausholen wollen. Koste es was es wolle, ohne Rücksicht auf Andere. Klingt hart – war aber so!

Beispiele…

Quad & Scooter Parking am Zugang zum Panteli Beach (Buchtitel französisch)
Der gleiche Zugang ein paar Tage später (Leihwagen)
Liegenreservierung morgens um halb acht (ziemlich sicher deutsch)

Ganz ehrlich, ich mache ja nicht von allen Dingen Fotos – manchmal geht es einfach nicht, andermal habe ich das Handy nicht dabei. Aber der Juli und August waren ätzend und manchmal schwer zu ertragen. Der Mensch macht im Kleinen was er will, jeder ist sich selbst der Nächste – wie soll es im Großen funktionieren? IMAGINE…

Menschen, die um Mitternacht mit dem Roller bis vor´s Schiff fahren um keinen Meter zuviel zu gehen, dann aber erst absteigen und den Roller auf den Ständer stellen, den Helm abnehmen und die Jacke ausziehen bevor sie den Motor abstellen, solche die in Gruppen vor anderen Schiffen stehen und angetrunken halbstündige Abschiedsszenarien zelebrieren, andere die morgens um vier mit Rollkoffern über Stege rattern und ihre Schiffe suchen (was auch ohne Koffer geht) und wieder andere die morgens um sechs von einem Steg zum anderen nach ihrem Freund MAURO rufen – zum Kotzen!

Ihr denkt ich übertreibe – ich habe ein letztes Beispiel, dafür müsst Ihr aber starke Nerven haben! Kommen wir zurück zum Thema Campingplatz, Ihr ahnt was kommt? Glaubt mir, was sich hier in sanitären Anlagen abspielt ahnt Ihr nicht. Dass Romeo und Julia gemeinsam aus der Herrendusche kommen mag ja noch als cool durchgehen, dass aber in nahezu allen Duschen fast immer Einmalverpackungen von Duschutensilien aller Art liegenbleiben, ist inakzeptabel. Kann man seinen Müll, seine Einmalrasierer, nicht wegräumen? Muss es der Nächste oder die Putzfrau machen? Warum?

Weitere Stichworte – Bartstoppeln, Beinhaarstoppeln (bei den Damen), Zahnpasta im Waschbecken, etc. UND…

Ohne Worte

…täglich verschissene Klos! Bei den Männern UND den Frauen – ja sagt´s amal, da hat die Kinderstube doch total versagt! Wir haben Duschen in den Klos, jeder kann seine Hinterlassenschaften mit hartem Strahl wegbrausen und muss nicht einmal die Bürste anfassen. Es gibt Schilder im Klo, dass man dort nicht duschen darf, für was die Brausen sind müsste wohl auch noch erklärt werden – offensichtlich.

Kurz ins Gedächtnis – wir befinden uns in einer Marina, in der die meisten wöchentlich einmal ihr Schiff im Wert von im Schnitt weit über 100.000.-€ mit Trinkwasser waschen, weil es durch den Wind hier staubig wird. Die Segel, das Chrom, das Teakdeck – aber die Fäkalien (Sibylle sagt ich darf das umgangssprachliche Wort nicht schreiben) muss die Putzfrau oder der Nachnutzer wegputzen? Geht´s noch? Sibylle hatte das Vergnügen, einer Dame welche uns bekannt ist, ins Häuschen zu folgen – nur nutzen konnte sie das Örtchen nicht (mehr). Sibylle fehlte leider der Mut zu einem lauten… nein, nicht Allora, es hätte ein englischspracher Ausruf sein müssen! Irgendwann werde ich der Dame eine Metapher erzählen, so dass der Pence fällt – wir wissen, der Teufel ist ein Eichhörnchen und Karmapunkte haben kein Verfallsdatum.

Zur Erheiterung und um zurück zum „easy reading“ Modus zu kommen, wechsle ich abrupt das Thema! Das Suchspiel des Monats September ist eher für die Segler unter Euch – findet den Fehler!

DA läuft was falsch – Marinero Giannis ist schon mit dem Roller dort

Auflösung – das weiße Dreieck ist das Vorsegel eines polnisch beflaggten, französischen Schiffes. Das mit der Flagge macht man um etwas Aufwand und etwas mehr Geld zu sparen. Die Tatsache, dass man sich damit den Regeln des Flaggenstaates unterwirft bleibt unberücksichtigt, was bei Polen vielleicht mal zum Bumerang werden könnte. Egal, ich schweife ab! Der Skipper hätte ggf. das gesparte Geld in eine Ausbildung investieren sollen, so wüsste er, wo beim Segel oben und unten ist. So aber wurde das weiße Tuch unter lautem Geknarze gehißt (hätte er Schoten angeschlagen wäre es früher aufgefallen), so lange bis ein Dutzend Menschen zusammenliefen und unter Rufen und Winken das planlose Handeln zu stoppen – sie sind unter uns… 😉

Generell ist es zweckmäßig, solche Aktionen bei geringen Windstärken zu machen – auch hier lag der polnische Franzose etwas daneben!

Wichtig – bitte seht mir meine klaren Worte und die Tatsache, dass mich das Verhalten der Anderen die letzten Wochen genervt hat, nach. Auch die anprangernde Schreibweise und den vielleicht auch herauslesbaren Zynismus bitte ich zu entschuldigen, ich brauchte ein Ventil und möchte auch solche Gedanken im Blog festhalten – nicht zuletzt für Sibylle und mich selbst. Sicher sind auch Sibylle und ich nicht ohne Fehler und nerven manchmal – aber wir bemühen uns! Wir möchten, dass wir immer fair und umgänglich mit unserem Umfeld sind – wir versuchen unser Umfeld „etwas besser zu gestalten“. Diesen Ansatz verfolgen wir in einer Zeit in der mit Atomschlägen gedroht wird, in welcher der türkische Nachbar, dem griechischen erklärt, „er könne eines Nachts da sein“, in der wir eben feststellen, dass Rücksichtnahme immer weiter „außer Mode“ gerät, in der wir täglich zusehen wie (in Europa!) Müll produziert und dilettantisch entsorgt wird. Wir sind direkter betroffen als jemals zuvor, das sorgt uns, das macht uns nachdenklich – IMAGINE…

You may say I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope someday you’ll join us
And the world will be as one

Gehen wir zurück auf die Zeitachse, zum täglichen Geschehen – Sibylle und ich gehen manchmal zu „Mikes Bakery“ um dort zu frühstücken. Das ist günstig und bringt etwas Abwechslung in den Speiseplan.

Haken an der Sache – Plastikflaschen und Pappbecher, in Griechenland Alltagsware
Ohne Kaffee am Morgen geht nix!

Ich verbaue weiter die mitgebrachten Teile und beschließe, heute meinen Auspuff für die Standheizung anzugehen. Dafür muss ein Loch in den Rumpf gebohrt werden – eine Sache welche ich seit Wochen vor mir herschiebe.

Heute ist der ideale Tag, unsere Nachbarn, ein ganz nettes italienisches Paar, sind nach Hause gefahren, wir stören durch die Arbeit nahe ihres Cockpits also niemanden.

DA muss es hin!

Ich bereite die Lochsäge vor, mein mulmiges Gefühl versuche ich vor den Bootsfreunden zu verbergen – hier hilft mutiges Lächeln.

Die gute blaue Bosch wird über dem Wasser geführt, das ist an sich schon immer ein spannender Teil des Werkens. Was runterfällt ist weg – immer dieser Druck!

Dennoch ist nach wenigen Minuten ein sauberer Schnitt gemacht – die Einbauposition des Auspuffdurchgangs steht fest!

Sitzt, passt, wackelt und hat Luft

Eine erste Anprobe zeigt ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis – sieht gut aus, ich bin wirklich guter Dinge. Diesmal scheint es zu klappen, ist sicher rasch erledigt!

So soll es mal aussehen

Kurzer Kontrollblick von innen – super, passt! Ihr bemerkt die Lücke zwischen Anschluss, welcher wie bei einem Syphon nach oben zeigen muss, und dem Auspuffrohr? Das war mir bekannt und leider nicht anders lösbar. Es musste eine Auspuffverlängerung her, welche mir der Systemspezialist (eigene Worte) aus Deutschland bereits zukommen ließ.

Da fehlt noch ein Stück – und die Hitzedämmung

Derartig vorbereitet nahm ich den Auspuffstutzen wieder von seinem Platz um die Verlängerung anzupassen – und siehe da…

Sieht man es auf einen Blick???
Es muss nicht REIN – es muss DRÜBER – passt nix!

Der Fachmann hat mir einen falschen Schlauch geschickt! So ein Esel. Das Grübeln begann, ich wollte nicht wieder bestellen, nicht wieder nachhaken – ich wollte eine schnelle und saubere Lösung.

Mir fiel mein Freund Giorgos von „Boat & Parts“ wieder ein – er soll mir einen Syphon und gleich eine Verlängerung anschweißen. Die Rohrverlängerung bleibt einfach weg! Nix wie hin…

Könner & Kaffee – zwei K´s die ich mag!

Giorgos hat die Arbeit sofort erledigt, für ihn war es ein Kinderspiel. Ich fuhr mit dem neuen Teil zurück und der Tag fand doch noch ein glückliches Ende. Morgen mach ich das fertig, morgen ist ein neuer Tag!

Und was für Einer – Glückstag!

Bereits bei meinem täglichen Morgenritual zeigte sich Panteli und der gleichnamige Strand in herrlicher Atmosphäre…

Ich mag diese Stimmung

Nach dem Frühstück ging es sofort ans Werk, der neue Auspuffausgang passte perfekt – ich konnte also den Abgasschlauch meiner Hauptmaschine thermisch isolieren, die Ummantelung des Heizungsauspuffes schon einmal provisorisch anbringen und die Montagelöcher für den Auspuffausgang setzen.

Ja, ganz gut geworden

Jetzt nur noch das Abgasrohr an den Auspuffausgang anschließen und die Ummantelung nach oben schieben – alles befestigen, fertig! Ich war zufrieden!

Auspuff Eberspächer Heizung – check

Ich entscheide noch eine Thermoschutzplatte aus dem Heizungsbau oben an die Deckunterseite zu kleben. Leider konnte ich so eine Platte auf Leros nicht bekommen. Ich werde diese in Deutschland kaufen und irgendwie mitbringen – nichtsdestotrotz ist der Einbau des Heizungsauspuffes somit abgeschlossen.

Von außen kommt noch der Deckel drauf – fertig!

Abdeckkappe um Wassereintritt zu vermeiden

Der Glückstag fand sein furioses Finale, als ich meine Baustelle aufgeräumt habe und dabei war, meinen Müll zur Tonne zu bringen. Aus der Tonne blinzelt mich etwas Silbriges an – ich sehe genauer nach und finde einen Spinnaker-Baumbeschlag.

Hier – MEIN SCHATZ

Das Kuriose daran ist, dass ich von Johannes vor ein paar Wochen einen Carbon Spinnakerbaum gekauft habe. Einen Beschlag dazu, das Teil um den Baum am Mast zu befestigen, hatte Johannes nicht. Ich wusste also, ich brauche so ein Teil welches zu meiner Mastschiene passt und gleichzeitig an den gebraucht erworbenen Baum. Erste Recherchen ergaben Preise zwischen 400.- und 700.-€ – ich habe nicht schlecht gestaunt!

Da liegt das Teil nun, es passt genau an meine Mastschiene und muss an der Baumaufnahme etwas umgearbeitet werden. Da das Trum aus Edelstahl ist, habe ich mit Giorgos den passenden Mann an der Hand – das wird ein Winterprojekt!

Weil es gar so gut lief habe ich Sibylle zum Essen eingeladen – da ich Nichtverdiener bin, fiel die Einladung einfach, aber herzlich aus 😉

Giros im SouVlakki – I like!

An den folgenden Tagen waren ein paar größere und kleinere Projekte bei Freunden zu erledigen. Manchmal waren nur unterstützende Handgriffe und etwas motivierende Gedankenunterstützung nötig – so zum Beispiel als Erwin bei seiner QUO VADIS einen Bluetooth Windgeber montieren wollte. Hans-Peter und ich sollten Bergfex Erwin in den Mast ziehen, dies wurde sofort umgesetzt…

Vorbereitung ist alles – die Helfercrew sammelt sich am Operationstisch
Merke – durch den Reck des Falls geht es immer erst einen Meter nach UNTEN 🙂
Danach jedoch steil nach oben – hier mittels eines Hebezuges, eine tolle Sache!

…es traten dann aber kleine Probleme bei der Befestigung des Windgebers auf und Erwin war kurz davor an Aufgabe zu denken – er wollte keine Löcher in seinen Mast bohren. Gemeinsame Ideenfindung ist unsere Stärke – so haben zwei, drei kurze Blicke in das Masttop gereicht um zu erkennen – „…da ist ja noch ein Halter frei!“

Kurz umgedacht, zwei neue Schrauben geholt und Erwin nochmals in den kurzen Spargel gezogen. Trotz der nur 10m die es nach oben ging, musste Hans-Peter ganz schön schwitzen – ein Spektakel, nicht nur für mich!

Aufi muas I – hollareididudeljöh
Im Schweiße seines Angesichts

Long Story short – nach einer Stunde konnten wir Vollzug melden und Erwin seinen Windgeber am Mobiltelefon in Betrieb nehmen. Na, wenn es immer so gut klappen würde.

Das „Montageteam von Steg D“ konnte weiterziehen, es ging schnurstracks zu Hans-Peters LIBERTÉ um dort den Umbau des Navigationssystems zu finalisieren – die neue Klappe musste bestückt werden.

Fast fertig…
…Kabel hier – Kabel dort???!!!

Auch hier wurde schnell gearbeitet, so dass wir bald Vollzug melden konnten. Mein Part an Hans-Peters Navigation war damit erledigt, den Rest sollte der Elektriker der Marina umsetzen – doch der ließ auf sich warten!

Hans-Peter wäre nicht er selbst, wenn er mir nicht hätte ein neues Projekt unterjubeln können – das sage ich bewusst mit einem Augenzwinkern, weil er, während ich diese Zeilen schreibe, vor meinem Schiff steht und darauf wartet diese endlich lesen zu können. Hans-Peter, es hat immer Spaß gemacht! Ich habe gerne geholfen! SOGAR bei Projekt 3, dem Einbau eines gebraucht erworbenen 1600W Inverters.

Wie auf Maß gemacht
Unter dem Navisitz – passt!

Warum „SOGAR“? Und warum in Großbuchstaben? Nun, wir mussten Kabel legen, Kabelschuhe crimpen, die 220V Elektrik umbauen, neue FI setzen, einen Schalter von NESSAJA klauen und ein paar Ungereimtheiten klären – wir bauten das Ding in den kleinen Navi-Sitz und arbeiteten eng an eng – immerhin so eng, dass ich für mich sagen kann, dass ich meine Hand NICHT gerne durch männliches Brusthaar schiebe…

Schlimmer noch – fällt doch nach ebendieser Bemerkung der von Hans-Peter gehaltene Sitzdeckel wie von Geisterhand, der Schwerkraft folgend, nach unten – genau dorthin wo ich meine Nase hatte. Ja, der Teufel ist ein Eichhörnchen – ich weiß, ich weiß…

Autschn

Darüber hinaus entwickelte sich aus unserem Basteleinsatz eine Problemstellung – Covid kam mir näher als mir lieb war, denn am nächsten Morgen bimmelte mein Mobiltelefon und eine WhatsApp Nachricht drängte sich in den Vordergrund…

…was ein Fäkal (Sibylle hat mir ja die Verwendung des passenden Wortes untersagt – wie lange gilt das eigentlich???)

Ich nehme an, dass Hans-Peter kein Problem damit hat, dass ich diese Nachricht hier veröffentliche – er hat sich, wie die Dänen zuvor, in der Marina vorbildlich verhalten, seinen Status bekannt gemacht und die Hilfe der Community angenommen. Wir haben für ihn eingekauft und haben uns oft vor dem Schiff zum Klönschnack getroffen. Sibylle ist mehrfach mit Merlin Gassi gegangen, so lange eben bis er wieder fit war.

Das Bemerkenswerteste aber – genau in dieser Zeit kam der begehrte und, ich übertreibe nicht, über Wochen erwartete Elektriker und Hans-Peter hat auch ihn informiert und wieder weggeschickt. Das mag selbstverständlich klingen – ist es aber nicht. Hier war einer nicht egoistisch! Chapeau, das bringt Karmapunkte und auch ich ziehe meinen Hut vor der klaren Haltung.

Mir – und Sibylle!!! – war klar, dass ich der Nächste sein werde der erkrankt. Zu nah haben Hans-Peter und ich die letzten Tage zusammen gearbeitet und repariert. Ich begann zu testen…

Negativ – bis zum Schluß

…und Sibylle begann zu rechnen. Meine Inkubationszeit (durchschnittlich) plus ihre eigene Inkubationszeit zuzüglich die durchschnittliche Krankheitsdauer für sie – würden wir zur Hochzeit reisen können? Wie gehen wir damit um? Jeder Tag an dem ich NICHT positiv war, war für Sibylle einer an dem wir näher an Tag X heranrückten.

Ich mache es kurz – weder Sibylle noch ich erkrankten, was zumindest bei mir verwunderlich scheint. Wir konnten, allen Umplanungsszenarien zum Trotz, unsere Reise wie geplant antreten.

Nein, nichts geschah…

Zuvor habe ich noch ein paar Kleinigkeiten bei uns an Bord erledigt und wieder einmal an NESSAJA gebaut.

Halter für meine Hochsee-Schleppangel

So habe ich mir endlich einen stabilen Platz für für den Halter meiner Hochseerute gesucht und denselben dort angebracht. Ich habe Beides von Volker bekommen und mir die Angel hier auf Leros herrichten lassen. Da an meinem Heckkorb kein Platz mehr war, habe ich entschieden, den Halter bombenfest mit dem Davit zu verschrauben – so kann ich auch über das Dinghi hinweg angeln. Wenn ich eines Tages selbstgefangene Tuna-Sushi esse, werdet Ihr es als erste erfahren!

Klettband angetackert und Zierbordüre angebracht
Fertig – sieht schick aus

Ich habe mich weiterhin aufgerafft, endlich meine Polsterecke fertig zu stellen. Valantis, der Polsterer, hat mir einen Elektrotacker geliehen, so dass ich die Igelseite des Klettverschlusses an die neue Lehnenstruktur tackern konnte. Auch die Sitzpolster und die Lehnenpolster selber, haben ihre Klettpads in ausreichender Anzahl an der richtigen Stelle bekommen. Jetzt haften alle Polster, alt und neu, wieder fest an den vorgesehen Positionen und die Zierbordüre gibt einen Kontrast und deckt die Schraubenköpfe ab – ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden!

Nanu, was ist das?

Zu guter Letzt habe ich noch vier Halter gebastelt, welche unseren neuen Fäkalientank an Ort und Stelle halten werden. Die werde ich einkleben und beilaminieren müssen – das ist ein Oktoberprojekt, dort werdet Ihr diese Bauteile wieder sehen.

Bei all diesen Tätigkeiten wurde ich ab und an von Electra besucht und vielleicht sogar beobachtet. Manchmal zumindest schien es mir so!

JA, klar gibt´s ein Leckeli

Auch Gottfried brauchte in der Wintervorbereitung seiner HARMONY noch eine helfende Hand – seine Genua abzuschlagen war aber relativ rasch erledigt. Dass er zusätzlich noch schnell in den Mast gezogen werden wollte um den Windmesser abzubauen und das Rigg zu checken, blieb eine Randnotiz.

ER weiß wo beim Segel oben ist – und ist NICHT polnisch beflaggt – mit gutem Beispiel voran

Der Abend brach herein, der Tag unserer Abreise nach Deutschland stand bevor!

Marinaleben

Ein kleines Suchspiel noch? Eine Denksportaufgabe???

Wie „versperrt“ IHR diese Türe???

Stellt Euch vor, Ihr geht in diese Umkleide und müsst diese mit dem Expander „verschließen“ – innen ist ein Haken in passender Entfernung – wie geht Ihr vor?

So oder ähnlich könnte die Frage in einem Quiz oder einem Escape Room Game lauten. Ihr ahnt nicht wieviel Spaß es bringt, sich mit einem Bier vor dieses Häuschen zu setzen und Menschen zu beobachten.

Antwort – so wie der Gummi jetzt ist, reicht er nach außen UND innen. Wenn man den Gummi nach außen durchzieht (an den Schleifspuren zu sehen) sieht es außen zwar stimmiger aus, die Türe lässt sich nach innen aber nicht mehr schließen oder geht zum Teil auf…

Es macht fassungslos, wenn man beobachten kann wie unbeholfen erwachsene Menschen vor dieser Türe stehen und wie sie damit umgehen. Ich habe mir manchmal überlegt, dass diese Personen unter Umständen Unternehmen leiten oder Hochhäuser bauen – oder gar Flugzeuge??? Oh mein Gott! Dann habe ich mich schnell geschämt ob meiner Gedanken, an das Eichhörnchen gedacht – aber trotzdem fasziniert weiter beobachtet. Na egal…

Heute geht es los!

Es ist der 20.09. – wir fliegen nach Deutschland. Sibylle hat mich überrascht, sie hat bei der Anreise die Risikovariante gewählt, obwohl wir beide im August zu tun hatten, unseren Flug zu erwischen.

Sie wollte partout nicht mit der Morgenfähre um 04.00 Uhr nach Kos fahren, hat über Tage die Pünktlichkeit der Katamaranfähre am Nachmittag gecheckt und dann final beschlossen – wir fahren nachmittags!

Noch ein letztes Mal baden – im September

Für mich toll! Ich konnte nochmal das belebende, morgendliche Bad im Meer genießen, danach das Schlauchboot an Deck verstauen und das Motorrad in Ruhe verpacken. Sibylle konnte noch Wäsche waschen und uns beiden bleibt ein langer Tag in Kos erspart. Die Verbindung war optimal, wir reservierten für akzeptablen Aufpreis ein Taxi in Kos – nur die Fähre sollte diesmal pünktlich sein!

Motorrad gut verpackt
Yassou NESSAJA, bis in zwei Wochen

Um 13.30 Uhr verließen wir zusammen mit Bekannten aus Israel die Marina, trafen pünktlich in Agia Marina ein. Die Zeit reichte für einen Kaffee. Ein Kontrollblick in „Marine Traffic“ wird zeigen, dass die Fähre sicher gleich ums Eck kommt…

NANU, wo ist die Fähre???

Glaubt es oder nicht, die Fähre war noch weit weg und sollte just bei dieser Fahrt eine Verspätung von EINER Stunde haben – ja klappt denn das mit der Fähre und uns nicht mehr?

Schnell einsteigen, wir müssen los!

In der Fähre fast schon tumultartige Zustände – jede Menge Menschen mit Anschlussflügen, weiterführenden Fähren, etc. – es wurde telefoniert, Fahrgemeinschaften für´s Taxi gebildet, stets die Uhren im Blick. Für uns zählte nur eines – ist unser Taxi da???

JAAAAAAA! „Mr. Rauch“ prangte in fetten Filzibuchstaben auf dem Pappschild! Ok, nichts wie rein – zu zweit in einen 13-Sitzer Mercedes Sprinter VIP Shuttle. Ok, gerne genommen – da, am Parkplatz noch die beiden netten Griechinnen, die könnten wir doch mitnehmen? Deren Flug geht VOR unserem!

Der Taxler verneinte – er dürfe nur uns fahren! Im 13-Sitzer! Mir tat es so fürchterlich leid, aber Zeit für Diskussionen hatten wir nicht. So ging es los…

Der ehrlich bemühte Taxifahrer befragte uns zu unserem Urlaub, fuhr 50 dort wo man 70 fahren durfte und begann uns Sehenswürdigkeiten zu erklären – ich war sehr freundlich und nannte ihm die Zielzeit zum Flughafen. Das ließ ihn zwar nicht schneller fahren, aber doch verstummen!

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte!

Unser Gate – we did it

Annahmeschluss Gepäck 17.45 / Ankunft Flughafen 17.46 / Ankunft Schalter (mit Vordrängeln) 17.49 – Ansage des seeeehr jungen Schaltermannes „…tut mir leid,ihre Gepäckannahme ist schon geschlossen!“

Falsche Aussage! Ich hole tief Luft und Sibylle geht in Deckung – in dieser Sekunde erkennt der durchaus hilfsbereite Clerk die Situation und verweist auf seine Kollegin am Business Schalter „…sie könne die Annahme noch einmal öffnen!“ DANKE! Das hörten wir gerne. Unsere Tasche verschwand am Gepäckband und wir drängelten uns, 1000x entschuldigend, durch die geduldige und zuvorkommende Menge an der Sicherheitskontrolle – ruckzuck waren wir durch und kamen en minute zum Boarding.

Als ich sagte, dass ich sowas nicht mehr brauche, wusste ich nicht, dass wir dies auf der Rückreise toppen würden – dazu mehr im Oktoberbericht!

Am Hinflug noch Maskenpflicht

Wir landen in München und bereits im Flieger ploppt die Nachricht von Sohn Florian auf. Wo wir wären, er käme in etwa 15 Minuten an. Wir tauschen Live-Standorte aus und schreiten flott zum Gepäckband.

Läuft – dem ist nix hinzuzufügen
Nummer 2 – yeah

Auf das Gepäck kann man in Münschen schonmal länger warten, nicht so dieses Mal! Das Gepäckband war schon angelaufen als wir am Band ankamen und nach gefühlten zwei Minuten war unsere Tasche als zweite entladen – der Segen der späten Abgabe!

Wir hasteten aus dem Gebäude und liefen direkt dem Sohn mit dem Kombi in die Arme. Perfekt, ab in die Karre und los Richtung Oberland. Immerhin galt es 100km zu fahren.

Muss ich den großen Minuspunkt unserer Ankunft erwähnen? Es war saukalt! Viel zu kalt für die Jahreszeit! Wir hatten bei der Ankunft etwa 4°C und ich brauchte seit Monaten mal wieder etwas Langärmeliges zum Anziehen.

Klirrende Eiseskälte

Großes Hallo! Die Enkelchen begrüßen, Sohn und Schwiegertochter herzen und das Nachtlager für vier Nächte beziehen. Der Abend war rasch vorbei und wir sacken ins Bett.

Neuer Tag, neue Pläne – die Eltern der Schwiegertochter haben sich angesagt und so gab es ein herzliches „Großelterntreffen“ im Haus, welches einmal uns gehörte. Es gab „Original Rosis Original Apfelstrudel“ (das doppelte Original gehört so – Verlinkung: Bulle von Tölz), diesen mit Vanillesoß´ und wir alle schleckten uns die Finger nach der Köstlichkeit!

„Original Rosis Original Apfelstrudel“

Der Bus ist weg! Treue Blogleser erinnern sich, wir haben Luigi verkauft, unser Reisevehikel, der ideale Italiener, einfach weg! Wo er parkte, klafft eine Lücke – was tun?

Abhilfe schaffte Freund René, indem er uns für die gesamte Aufenthaltsdauer sein Muli, den ausdauernden Audi, geliehen hat – immerhin ein vollausgestatteter A6 3.0TDI – in mir kamen Erinnerungen an früher auf! Nur 349´tkm durfte ich nie erreichen, Chapeau!

Mit dem Ingolstädter in Thalkirchen

Wir zeigten uns im Gegenzug dankbar, reinigten den Wagen und tankten voll – 80 Liter zu 2,19€ – na da weißt was los ist!

Mit ebendiesem Vehikel fanden wir uns bereits am nächsten Tag im Tierpark Hellabrunn ein. Wir hatten meine Tochter Nina nebst Familie beim letzten Deutschlandaufenthalt nicht treffen können, so war ich umso mehr erfreut, dass die Familie etwas in München zu erledigen hatte und wir den Tag zu einem Treffen nutzen konnten.

Ronja war superbegeistert uns mal wieder zu sehen und hing die ganze Zeit an meinem Arm – ich konnte das sehr genießen. Auch die kleine Helena hat nicht „gefremdelt“ und so war es echt ein feiner Tag im Tierpark. Überrascht haben uns die Eintrittspreise – für uns vier nebst den zwei Kleinen waren 75.-€ zu entrichten. Hatte ich nicht noch drei Mark im Sinn? Muss lange her sein!

Nix wie los!
Sibylle in Daunen – tat not!
Flamingos – hatten wir letztes jahr in Kos. In freier Natur.

Begeisterung rief das Aquarium hervor. War auch toll die Fische, Quallen und Schalentiere zu bestaunen. Mich zieht es, wie nicht anders zu erwarten, zum Haibecken. Diese Tiere faszinieren mich!

Schwarzspitzen Riffhai – ich könnte stundenlang zusehen!

Wir sind bei allen Gehegen vorbei, haben alle Tiere bestaunt und angesehen – es war mal wieder richtig schön!

Wir waren bei den Punguinen…

Königspinguine

…und bei den Nashörnern!

Vom Aussterben bedroht

Ich meine es nicht spaßig – wie sollen Menschen, welche die Türe einer Umkleide nicht mittels eines Gummis verschließen können, die nicht in der Lage sind ihre Exkremente aus einer Kloschüssel zu putzen oder ein Auto auf einen Parkplatz zu stellen – wie sollen diese Menschen eine Spezies retten oder gar die Erde??? IMAGINE…

Ich sehe manchmal schwarz!

Heute half mir das Spiel mit den Enkeltöchterchen über trübe Gedanken hinweg zu kommen. Wir haben auf dem Abenteuerspielplatz getobt und sind über Hängebrücken gegangen!

Das schaukelt

Natürlich kann ein wirklich toller Opa (>100kg) eine Brücke besser zum Schaukeln bringen als ein vergleichsweise schmaler Opa in Leichtbauweise – dieser Punkt ging an diesem Tag an mich 😉

Zum Abschluss gab es noch ein gemeinsames Abendessen, bevor die Familie meiner Tochter wieder in ihre Heimat an den Bodensee fuhr und Sibylle und ich wieder nach Miesbach zurückkehrten. Ich war zufrieden, ein schöner Tag! Es war mir wichtig Nina, Alex und die Kleinen mal wieder zu sehen.

Na, wo sind wir heute?

Neuer Tag, neues Glück, neuer Plan!

Heute sollte Sibylle auf ihre Kosten kommen. Sie hatte Enkelchen Otto versprochen ins Legoland Deutschland nach Günzburg zu fahren. Hätte sie die Eintrittspreise vorher gewusst, wäre es vielleicht der Wildpark Poing geworden 😉

44.-€ pro Erwachsenen und die Definition, dass man ab 3 Jahren als Erwachsener gilt, ließen die Kartenpreise auf das Niveau eines „Rolling Stones“ Konzertes steigen – zumindest für eine Karte (Arena) – ok, der Vergleich hinkt – aber teuer war´s trotzdem.

Venedig
FC Bayern – Allianz Arena München
Details – der Wahnsinn

MIR haben diese Bauten gefallen! Es gab 1000 Dinge zu entdecken, ich hätte stundenlang schauen können. Die Fahrgeschäfte interessierten mich nicht! So viel Detailverliebtheit – sieh nur da…

Das ist doch Werners Hallberg Rassy!?

Ach so, da war ja noch was – der Enkel! Ich konzentrierte mich auf den Buben, dessen Gesicht soooo glücklich nicht schien – was war los?.

Er hätte sich das anders vorgestellt, wo könne man bauen? Dort, Otto! Er wies darauf hin, dass das andere Steine als die daheim wären und er würde jetzt viel lieber zuhause bauen. Ok, nach 15 Minuten! Wann fahren wir heim?

Schwierige Situation – Sibylle lächelte tapfer – aber ich wusste wie sie fühlte. Was tun sprach Zeus?

Nun, da Superman nicht greifbar war, musste Opa das Eisen aus dem Feuer holen. Erst mal setzen und einen Kaba trinken. Was ist los? Traust Du Dich nicht in die Fahrgeschäfte? Doch, man könne schon, wenn man nur wolle – aber man wolle halt nicht.

Ich bestimme für mich – ICH bin nicht umsonst hierher gefahren! ICH fahre jetzt Karussell! Plötzlich sagt der Knirps, ob es für mich ok wäre wenn er einmal mitfährt, er könne ja schließlich wenn er wolle. Ok, sag ich, wenn Du willst…

Wilde Maus in Legoland Version

So kommt es, dass ein Opa mit 100kg+ sich in eine Mini-Achterbahn zwängt, eine Oma alle ihre Ängste überwindet und sich mit einem knapp Fünfjährigen (der sich mächtig strecken muss um am Einlass durchzukommen, da <110cm – vermutlich 108cm 😉 ) in die erste Reihe der selben Gondel presst – um dann einen Parcours zu durchrasen, der einem alle Halswirbel aus- bzw. einrenkt, je nach Ausgangszustand!

Das Eis war gebrochen – ein lustiger und verhältnismäßig langer Tag lag vor uns!

Atlantis by Sea World – faszinierend gemacht
Echte Fische – Zubehör aus Lego
Wirkt nicht so – aber der Hai war echt groß!
Otto taucht in die Unterwasserwelt ein!

Aber auch andere Fahrgeschäfte wurden genutzt – so musste Sibylle an die Kanonen und in die Schlacht!

Piraten unter sich

Wir erlebten viel, es war schlussendlich ein spannender und langer Tag – viel Lego, viel Phantasie, aber auch einige echte Hingucker…

Natur belohnt – Libellen

…wir bringen die Runde zu Ende, werden bei einer Lego-Jeepwettfahrt Vierte von acht (was den Junior eher wenig beeindruckt) und sehen eine zweite Hallberg Rassy im Hamburger Hafen.

DAS mag ich!

Das Legoland verabschiedet sich höflich von uns – wir besuchen noch eine Mini-Produktionsstraße und kaufen dem Enkel noch einen kleinen Baukasten.

„Auf Wiedersehen“ – nun, so schnell nicht, aber man weiß nie, die anderen Enkelchen wachsen ja nach!

Wir sind kaum im Auto, schläft der Kurze schon, der Tag hat ihn müde gemacht! Was ich zu dieser Stunde noch nicht ahne – er tankt nur Kraft, um mit mir bis spätabends das neue Legomodell aufzubauen. Der kleine Unimog muss mit an die Bettkante, als er zufrieden ins Bett sackt. Ich bin ebenfalls zufrieden und gehe, auch ziemlich ausgelaugt, nur etwas mehr als eine Stunde später.

Wie die meisten anderen Menschen, sind auch wir nicht von gewissen Pflichten entbunden. Deshalb sind Heimataufenthalte auch immer eine Gelegenheit für, zum Beispiel, Finanzamtangelegenheiten. Können wir die Einkommenssteuer noch sehr gut von Griechenland aus erledigen, war es bei der Grundsteuererklärung schon schwieriger. Wir haben also den Zugriff auf in Deutschland gelagerte Unterlagen genutzt.

Sibylle – hochkonzentriert, wie hoch ist der Hebesatz???

Tagsüber besuchen wir Freunde oder beschäftigen die Enkel, abends gibt es ab und an gemeinsames Essen, so auch als Florian den Weber anschmeißt und eine Burgerparty ausruft. Die Dinger gelingen ihm immer ganz gut und so bestelle ich mir drei – was ein Kampf! Aber soooo gut…

Burger – DIY per „Bausatz“

Als Absacker kommt ein Gin-Tonic. Ich sage zu, weil mich dieses Getränk heute irgendwie anlacht – nicht nur im übertragenen, sondern auch im Wortsinn…

Gin-Tonic, ein fröhliches Getränk!

Ringring, mein Telefon klingelt. Das ist selten – die Familie hat eigene, individuelle Klingeltöne, Freunde ebenfalls – „normales“ Klingeln gibt es seit meinem beruflichen Ausscheiden eigentlich nicht mehr. Wer kann das sein?

Beruflich! Gar nicht so weit daneben! Mein Ex-Kollege Florian ist auf dem Weg nach Zagreb und fährt direkt bei uns vorbei. Ein Kaffee beim Dinzler? Nix lieber als das! Wir verabreden uns kurzfristig, haben eine nette Stunde beim Plaudern, bevor Florian seine Fahrt fortsetzt und wir wieder abtauchen. Einen Schritt in die Vergangenheit habe ich doch gewagt – fühlte sich komisch an – und war doch so weit weg…

„Der Alte“ mit dem neuen – der RAM war früher mein Baby.

Ich hänge etwas nach. Ich vermisse nichts und doch waren es schöne Zeiten. Mir wird bewusst wie ersetzbar wir alle sind und wie wenig Wert die Person im heutigen Geschäftsleben hat. Mein Ausstieg war schwer und doch zum genau richtigen Zeitpunkt!

Mir bleibt ein wichtiger Aspekt als Trostpflaster – mit ALLEN Personen die mir wichtig waren und denen ich wichtig schien, bin ich bis heute in Kontakt. Mir ist sehr wohl klar, dass dies vielleicht nicht ewig auf diesem Niveau zu halten sein wird, dennoch ist es schön zu spüren, dass „da etwas mehr ist“. Ich werde meinen Teil dafür tun diese Kontakte zu wahren!

Wir ziehen um!

„Haus Seegarten“ – Zimmer Nummer 11

Sibylle kann es naturgemäß länger inmitten der Familie aushalten als ich. Ich brauche ab und an Freiräume und das Gefühl, kein Familienmitläufer zu sein. Unsere Lösung heißt „Haus Seegarten“, die Pension meines Freundes René, direkt am Schliersee gelegen.

Wir zogen um und bekamen abermals eines der beiden Zimmer in denen am meisten unseres Hab und Gutes eingeflossen ist. Zimmer Nummer 11 ist mit unseren Lampen ausgestattet, hat ein bisschen Geschirr von uns und diesmal auch unsere alte Bettwäsche bekommen.

Der große Batzen aber, ist der Verbau eines Teils unserer damaligen Küche. René und ich waren seinerzeit ziemlich beschäftigt mit dem Einbau – aber bis heute kann sich unser Tun sehen lassen.

Wie damals – ok, fast 😉

Für uns schön zu sehen, aber mehr als einen Kaffee mussten wir uns nicht kochen. Wir waren häufig eingeladen, andertags haben wir uns kurzerhand selbst versorgt.

So ist zum Beispiel die Pizza beim „Himmisepp“ obligatorisch!

Kleine Trattoria „Beim Himmisepp“ – Miesbach

Nachmittags tingelten wir durch das bayrische Oberland um Freunde zu sehen und auch um Besorgungsfahrten zu machen. Mancherlei Dinge bekommt man in Deutschland doch besser als in Griechenland.

So war ich ein paarmal beim „hagebaumarkt“, Sibylle eher in Schuhgeschäften. Ins Sportgeschäft mssten wir beide.

Auch diesmal hat sich Sibylle ein Dirndl ausgeliehen, widerrum war Lisa Retterin in der Not. Meine Tracht liegt sowieso bei René, leichtes Spiel also für mich.

Schön war, dass wir Ritas Geburtstag zusammen feiern konnten und zu dieser Gelegenheit auch deren Kinder nebst Familie wieder einmal treffen konnten. Ich bin immerhin Taufpate des Sohnes und an den Kids und Enkeln nebst Familien sehr interessiert.

Der Brauch des gemeinsamen „Kaffeekränzchens“ wurde wieder ins Leben zurück gerufen – Kuchen gibt´s dann auch schon mal.

Nusskuchen – diesmal nicht vom „Cafe Winkelstüberl“

Die Hochzeit, der eigentliche Grund unserer Reise, nahte – das Lesen und Interpretieren des Wetterberichtes wurde zu Sibylles täglicher Passion. Wir wissen seit einiger Zeit, dass es kritisch ist. Wie überall in Europa ist es für die Jahreszeit zu kalt.

Was wir nicht ahnten war, WIE kalt es sein würde. In den ersten Tagen unserer Anwesenheit hatten wir Tiefstwerte von bis zu -1,5°C – MINUS, Mitte September! Das ist doch nicht normal! Schnee fiel herunter bis auf 1000m, die Hochzeitslocation lag höher. Sibylle musste einmal sogar die Scheiben des Autos freikratzen.

Nach dem Umzug erholten sich die Temperaturen etwas, so 10°C +/- 2°C waren an der Tagesordnung. Dafür nahm die Niederschlagswahrscheinlichkeit zu, es sah schlecht aus für den Hochzeitstag.

Wolken in den Bergen – nicht schön!

Wir schreiben den 28.09. – es ist der Geburtstag meiner Mutter. Nicht, dass ich ein Grabgänger wäre, aber wenn ich schonmal in Miesbach bin kann ich auch mal hingehen. Kein Grab – ein Schildchen an einer alten Eiche, aber ein Ort um nachzudenken und zu sich zu finden – drei Jahre nur sind vergangen und Sibylle und ich haben ein dieser Zeit unser Leben, das mit Reihenhaus und Mercedes, einmal auf links gedreht. Ich bin froh, dass sie es (vermutlich) nicht weiß…

Der 28.09. ist aber auch der Tag an dem wir unseren Freunden Rita und René eine Einladung ins „Kaminstüberl“ nahegetragen haben. Es ist uns eine Ehre die Beiden einzuladen – einfach als „Dankeschön“!

Und der Besuch war famos! Drei Monate vorher reserviert, haben wir uns Köstlichkeiten gegönnt – ein Traum. Schmankerl vom Feinsten…

600g US-Angus Lende – medium! Erste Sahne

3-2-1 der Countdown läuft!

Heute, am 29.09. reisen die ersten Hochzeitsgäste an. Es ist vornehmlich die junge Garde die im „Haus Seegarten“ eintrifft. Die jungen Leute wollen noch mit dem Brautpaar feiern, bevor morgen „der Ernst des Lebens“ eingeläutet wird. Gut für uns, dass wir ohnehin schon da sind. Die Eltern des Bräutigams „dürfen“ auch kommen – aufmerksame Blogleser kennen Christine und Nader als unsere Freunde aus gemeinsam verbrachter Urlaubszeit.

Das Fest konnte beginnen! Und wenn man in Bayern ein Fest feiert welches zur Wiesnzeit stattfindet und nicht das Oktoberfest selbst ist – dann ist ein Faß Bier schon fast obligatorisch!

Brautpaar Edition – special stuff

Und wen trifft´s immer wenn es im Rahmen einer Hochzeit um „Spezialaufgaben“ geht? OPA wäre jetzt die falsche Antwort – richtig muss es heißen – den BRÄUTIGAM! Also Mikey, ran ans Zapfzeug und hau drauf…

1-2-3 – a bissl was geht daneben
4-5- ja da schau her! O´zapft is!

Kurz nach dem verhaltenen „O´zapft is!“ schießt die erste Halbe in den Krug – zunächst mit ausbaufähigem Ergebnis!

Weißbier??? Nein, Schaum!

Dieses Ergebnis ließ sich aber rasch optimieren und schon kurze Zeit später war die durstige Meute mit dem Gerstensaft versorgt. Das hatte einen Haken – kaum war der Durst gestillt, wurde bemerkt, dass der Hunger da war. Der Hausherr wurde kurzerhand vom Gastgeber zum Grillmeister befördert und machte sich als solcher ans Werk.

Wie schon Stoiber zu sagen pflegte – Glodernde Lut…

Auch die Salatbar war reichlich gefüllt und es blieb zu guter Letzt kein Wunsch offen.

Salatbar

Regen löschte den Grill, alle waren satt und zufrieden! Im Laufe des Abends wurde das 30l Faß geleert. Grillgut und Salatbar erlitten das gleiche Schicksal.

Trotz des Bangens um das Wetter am morgigen Hochzeitstag, waren alle zufrieden – allen voran das Brautpaar, das war das Wichtigste!

Tataaaaaa – der 30.09.2022! Der Tag der Hochzeit von Sibylles Tochter Franziska mit ihrem Mikey. Wir sind stolz, freuen uns – und doch ist es für die Mama wohl auch ein besonderer Tag – anders als bei den Söhnen, anders als bei den Vätern!

Wir müssen uns anziehen, liegen die Kleider bereit?

Der von Schlabbermode verwöhnte Körper muss jetzt da rein

Ja doch! Klamotten komplett, gefrühstückt, geduscht – check! Was macht eigentlich das Wetter? Ein erster Blick aus dem Fenster verheißt nix Gutes – wie vorhergesagt, grau, regnerisch – naja, besser als gestern und es tröpfelt gerade nicht…

…die Braut fährt mit Trauzeugin zum Friseur, wir werden sie erst vor dem Standesamt wieder sehen. Die Gesellschaft von gestern frühstückt und richtet sich.

Was dann passiert war fast wie ein kleines Wunder. Entgegen aller Vorhersagen öffnet sich die Wolkendecke ein wenig und gibt blaue Flecken frei. Der Himmel zeigt sich bayrisch blau-weiß und freundlich – das konnte keiner fassen!

Nach Norden zum See und Richtung Schliersee Ort
Nach Süden Richtung Berge und Hochzeitslocation

Die Gruppe traf sich vor dem Rathaus in Schliersee, wo Franzi und Mikey eine Tradition fortsetzten – sowohl Sibylle und ich, als auch Bruder Florian und Sonja haben dort geheiratet. Alle im gleichen, opulenten Trauzimmer.

Rathaus Schliersee

Bei einer schönen aber privaten Zeremonie, bei der Enkel Otto die Trauringe bringen durfte, haben sich die Brautleute das Ja-Wort gegeben und Tochter Franzi war „unter der Haube“.

Das freut uns sehr, weil wir Mikey und seine Familie richtig gerne mögen und Franziska dort gut aufgehoben wissen. Euch Beiden alles erdenklich Gute!!!

Frisch vermählt – gleich regnet´s Rosenblätter!

Es folgt das Gratulieren, es werden erste Fotos gemacht…

Da strahlt die Brautmutter

…doch bald schon wird zum Aufbruch gerufen – es soll angestoßen werden! Zu diesem Zweck wurde an einem Kiosk am Seeufer, in fußläufiger Entfernung, ein Champagnerempfang vorbereitet, dazu gab es Fingerfood (oder heißt es Häppchen?). Egal, es war jedenfalls super organisiert!

Moét Rose – vorbereitet durch die Besitzerfamilie
Ein fesches Paar – und das Wetter hält

Es werden die obligatorischen Familienfotos durch den Fotografen angefertigt, man knüpft erste Kontakte mit Personen, die man bis dato noch nicht kennt und Sohn Stefan macht Luftaufnahmen mit der Drohne – alles in allem sehr gelungen!

Die Bewölkung nimmt zu – Zeit zu gehen

Glaubt es oder nicht – das Wetter hielt, bis die letzte Aufnahme „im Kasten“ war. Dann, kaum saßen wir in den Autos, fing es an zu tröpfeln. Der Konvoi fuhr die paar Kilometer in die Berge, wo wir im „Berggasthaus Siglhof“ die Feierlichkeiten hatten.

Kaum waren wir aus dem Auto ausgestiegen, war der Regen vorbei und es hielt sich bis abends. Was keiner für möglich gehalten hatte wurde wahr – Wetterglück für das frischvermählte Paar.

Der Siglhof
Das Zuhäusl, das Salettl, nur für uns!

Wir feierten wie man eben so feiert, wenn man vom Leben Glücksmomente und Zufriedenheit geschenkt bekommt. Es war ein schöner Tag mit vielen speziellen Augenblicken die aber der Privatsphäre des Brautpaares zuzuschreiben und vorbehalten sind.

Ein paar Impressionen möchte ich aber doch teilen…

Personalisierte Bierdeckel
Sibylle mit Schwiegertochter Amelie
Brautstrauß und Moét – geschafft!

Natürlich gab es auch Reden, alle sehr schön gehalten – vom Brautvater, von der Mutter des Bräutigams und von den Freunden. Worte die noch lange im Gehör verankert sein und nachhallen werden. Formvollendet die einen, ziemlich cool die anderen – für Entertainment war jedenfalls gesorgt!

Die stolze Mutter des Bräutigams – analoges Manuskript
Für die Fraktion der Kumpels – stellvertretend – mit digitalem Manuskript

Und ich hoffe ich werde nicht zu privat, wenn ich mit zwei weiteren Bildern abschließe. Das Brautpaar wie es entspannt, aber doch andächtig, den Inhalten der Reden und Ansprachen zuhört – ich fand ein sehr vielsagendes Bild…

…und ein „unbeobachteter Moment“ – mehr Worte braucht es nicht!

Alle, wirklich alle waren zufrieden, begeistert, heiter – ein wunderschöner Tag. Wir fuhren glücklich zurück zum „Haus Seegarten“, haben uns schon am Weg der Tracht entledigt und wieder bequeme Sachen angezogen. Zusammen mit Christine und Nader sind wir noch kurz ins Gasthaus „Rote Wand“ um den Tag ausklingen zu lassen – den Tag der Franziska und Mikeys Hochzeitstag war und zugleich der letzte des Monats September!

Es gibt ein letztes Bild – ein Screenshot einer WhatsApp Nachricht, welche ich diesen Monat erhielt…

Dem ist nichts hinzuzufügen!

Wir sind inzwischen wieder in Griechenland und leben unseren Traum, gleichwohl es auch unser Alltag ist. Die Freunde gehen langsam nach Hause, neue Schiffe und Menschen kommen an. Es wird ein spannender Monat, schon weil einiges auf der „To Do – Liste“ steht.

Bleibt uns wohlgesonnen, schreibt ein paar Zeilen wenn Ihr an uns denkt. Wir freuen uns immer von Euch zu hören.

In diesem Sinne wünschen wir einen ganz schönen Herbst, einen herrlichen Oktober und sagen ganz herzlich DANKE für Eure Zeit und Euer Interesse!

Liebe Grüße aus Lakki / Leros von der NESSAJA Crew

August 2022 – You`ll be in my Heart

August – Hochsommer! Das prägende Ereignis dieses Monats war die Hochzeit von Amelie und Stefan, für die wir Mitte des Monats nach Deutschland gereist sind. Einer der Hochzeitssongs war der Collins Song von 1999, der Titelsong aus dem Disney Musical „Tarzan“.

Amelie, Stefan, wir sind stolz auf Euch und wünschen alles Gute – möge der Text des Liedes Gültigkeit haben…

„Cause you’ll be in my heart
Yes, you’ll be in my heart
From this day on
Now and forever more“

Doch von Anfang an…

Der achte Monat des Jahres 2022 war ein ereignisreicher. Daher fällt auch der Blogbericht wieder üppig aus, aber das kennt Ihr ja schon. Es gibt viele Bilder, ein paar nette Geschichten und viel Erlebtes, das wir mit Euch teilen wollen.

Gönnt Euch eine köstliche Kaltschale und ein paar Minuten Auszeit um den Augustbericht zu lesen und zu genießen – wie immer freuen wir uns über Kommentare, Anregungen und Hinweise.

Ihr erinnert Euch vielleicht – den Blogbericht des Monats Juli habe ich mit einem kleinen Ausblick auf August abgeschlossen – hier möchte ich einsteigen und den aktuellen Monatsbericht beginnen…

NESSAJA an ihrem Platz

Unser Zuhause liegt sicher und geschützt an ihrem Platz D1 in der Leros Marina Evros. Im August habe ich keine weiteren Reparaturen am Schiff vorgenommen. Ich habe beschlossen, ein paar Kleinigkeiten in den ersten Septemberwochen zu machen, mich dann zu restrukturieren und wenn es kühler wird, ab Anfang Oktober, wieder in eine „9to5“ Projektarbeit einzusteigen.

Ich wollte Konzerte besuchen – das habe ich gecancelt! In Griechenland steigen die Covid Zahlen wieder spürbar an, auch in unserer Marina gab es Fälle. Grundsätzlich habe ich keine Angst und bewege mich meist ganz normal in meinem Umfeld, nachdem wir aber im August reisen wollen und zudem der Wirt bei der Hochzeit der Kinder von seinem Hausrecht Gebrauch machte und eine Testpflicht verhängte, habe ich entschieden etwas Vorsicht walten zu lassen – diese ist ja bekanntlich die Mutter der Porzellankiste…

Bei den Arbeiten an ALENA besteht diesbezüglich aus meiner Sicht keine Gefahr – Krantermin war für den 09.08. angesetzt – es galt also, das Augenmerk auf diesen Termin zu richten! Es gab ja noch Einiges zu tun…

Die Schadstellen am Skeg waren großflächig abgeschliffen

Während ich mich mit den Schleif- und Laminierarbeiten am Rumpf beschäftigte, rückten die Marinamonteure an, um sich der Motorinspektion zu widmen. Dies kann in diesen Tagen getrost als Glück bezeichnet werden, waren diese Handwerkertermine doch sehr rar. Nikolas, der Marinachef, hatte Wort gehalten!

Marios, der Motormechaniker, im Einsatz

Noch geübt durch meine Ruderreparatur, ging es auch bei mir fix voran – ich konnte rasch die ersten Matten auflegen…

Erste Lage zur Stabilität und Formgebung…
…alles was übersteht wird später verschliffen

…und aufgrund der kurzen Aushärtungszeit bei diesen Temperaturen, war es möglich die zweite Lage bereits einige Stunden später zu verarbeiten. So ging richtig was voran!

Zweite Lage als Decklage und für ein besseres Oberflächenfinish

Auch die Monteure blieben nicht untätig – die Wartung der Maschine nebst Ölwechsel und dem Wechsel aller Filter war rasch erledigt. Dummerweise wurden zwei Fehler entdeckt – zunächst wurde eine Undichtigkeit an der Seewasserpumpe festgestellt.

Deutlich zu sehen – undicht!!!

Dieses Teil kann man mit einem Reparatursatz instandsetzen, dies wurde von mir, nach Rücksprache mit Werner, sofort in Auftrag gegeben.

Tags darauf sollte ein weiteres Problem entdeckt werden, welches für Zeitdruck sorgte. Dazu später mehr…

Ich spachtelte derweil meine Reparaturstelle mit Feinspachtel auf Epoxidbasis, um so die Oberflächen wieder eben zu bekommen – das Ergebnis war nicht so schlecht…

Fertig zum Streichen

…und bestens vorbereitet, um abschließend eine Epoxi-Grundierung für das durch die Werkstatt aufzubringende Antifouling zu streichen – FERTIG!!!

Geht doch!

Sibylle´s Abreise nach Deutschland war für den 04.08. geplant. Sie wollte eine Woche vor mir anreisen um etwas mehr Zeit für die Enkel zu haben. Das war durchaus in meinem Sinne, hatte ich mit ALENA doch genug zu tun.

Unser letzter Abend brach an, wir gönnten uns einen Abschiedsdrink in der Bar der Marina – und als ob der Marinahund „Electra“, der Hund des Elektrikers, die nahe Abreise spüren würde, kam er noch einmal zu Sibylle um sich zu verabschieden (und ein Leckerli abzustauben).

Electra – der Marinahund, scharf auf Leckerlis

Sibylle´s Abreisetag war gekommen – ich war wieder recht früh wach und habe die Morgenstunden genutzt, um am Panteli Beach baden zu gehen. Wie Ihr wisst, sind das für mich besondere Momente – der perfekte Start in den Tag…

Ungefähr 07.30 Uhr – die Sonne gerade über dem Bergrücken
Nach dem Bad ein Tässchen Kaffee in der frischen Morgenluft
No more words

Kurz nach meiner Rückkehr kam Hektik auf – ich wusste, dass ALENA durch die Werft gestrichen wird, das Datum war jedoch ungewiss – schnell wurde klar – HEUTE…

Der Verantwortliche fragte nach einer Grundierung an den freiliegenden, blanken Stellen – aha, bei mir noch vergessen – hier daran gedacht! Ich habe bejaht und der Voranstrich wurde sofort umgesetzt.

Geschliffen, geprimert und repariert…

Als Sibylle und ich gefrühstückt hatten war es bereits passiert – ALENA´s Bauch strahlte wieder wie zu besten Zeiten. Ich war zufrieden, ich war im Plan!

SO muss das! Wenn man bedenkt wie sie noch vor wenigen Tagen aussah!

Für den heutigen Tag, wir schreiben den 04.08., war nichts mehr geplant – ich habe Sibylle zur Fähre gebracht und sie verabschiedet. Leider kam die Fähre, aufgrund des hohen Andrangs an allen Häfen, mit fast einer Stunde Verspätung in Leros an…

Maskenpflicht in öffentlichen Transportmitteln

…das alleine wäre nicht so schlimm, wenn Sibylle nicht die „perfekte Verbindung“ über Kos herausgesucht und gebucht hätte. „Perfekt“ bedeutet in diesem Fall keine Wartezeiten zwischen Fähre, Bus und Flugzeug. Keine Wartezeiten bedeutet aber auch – kein Puffer!!!

Flieg Fähre – flieg nach Kos!

Die Situation sollte sich verschärfen, da Sibylle bereits in der Fähre klar wurde, dass sie den Bus nicht erreichen würde. Ein Taxi stand in Kos jedoch nicht bereit! Offen gesagt, Kos hat ein Taxiproblem – ob es einfach durch den großen Andrang verursacht ist oder vielleicht ein „bisschen absichtlich“ – das wissen wir nicht.

Long Story Short – Sibylle hat ihren Flug erreicht und ist sicher in München angekommen. Das ist gut! Weniger gut ist – ich habe exakt eine Woche später die gleiche Verbindung! Ob das klappt???

Wenn Sibylle weg ist, kehrt bei mir Ruhe ein. Ich bin also zurück auf NESSAJA, habe mich neu sortiert und angefangen den Monatsblog für Juli zu schreiben…

Blogbericht schreiben – Schweißarbeit!

…das ist schweißtreibend! Ob es am Wirrwarr der Gedanken im Kopf liegt oder aber einfach an den hochsommerlichen Temperaturen jenseits der 30°C Marke, bleibt der Phantasie des Lesers überlassen – ich jedenfalls, muss das schöne Holz des Salontisches mit einem Handtuch gegen den an den Armen herabrinnenden Schweiß schützen, mir regelmäßig die Stirn abtupfen und mich grundsätzlich etwas „herunterkühlen“.

Sorgt für Frischluft – Carlson der Ventilator

Ich gestehe mir, um nicht kochen und einkaufen zu müssen, ein Tagesbudget zu. Dieses erlaubt mir Besuche in den günstigen Grills oder Pizzerien der Insel. Da sowohl Hans-Peter als auch Johannes alleine hier sind, haben wir uns zu einer Männergruppe zusammengefunden, um die letzte Mahlzeit des Tages, nebst Bierbegleitung, gemeinsam einzunehmen. So auch an diesem Abend als wir, zusammen mit Hans-Peter´s Hund Merlin ins „SouVlakki“ gingen…

Merlin ist sein Künstlername – ein Pseudonym um incognito zu bleiben…

…erinnert Euch Merlin an irgendwen oder irgendwas???

Na klingelt`s? Ich gebe einen Tip – und das ist kein Witz – der Hund heißt nicht Merlin, er heißt „Eragon von Melmac“ – jetzt wird es klar oder???

Auch ein „von Melmac“

Vermutlich, nein wahrscheinlich, sind die beiden „von Melmacs“ verwandt oder verschwägert. Ich habe Merlin gefragt – er schweigt! Ein Rätsel…

Apropos Hans-Peter, auch hier tut sich was, auch das hatte ich im Vormonat angekündigt – ich möchte etwas bei den Reparaturen an der LIBERTÉ unterstützen.

Endlich – Panagiotis, der Elektriker, gibt sich die Ehre!

Nachdem die Ventile eingebaut waren, die Reparaturen am Saildrive abgeschlossen waren und sowohl der Unterwasseranstrich wie auch das Polieren von der „To-Do“ Liste gestrichen werden konnten, war es an der Zeit, dass die Elektrik in Hans-Peter´s Mast instandgesetzt wurde. Der Elektriker, bei dem Termine so schwer zu bekommen sind wie beim Papst, machte die Aufwartung, setzte das Geplante gekonnt um und war ebenso schnell wieder verschwunden – der ist sein Geld wert!

LIBERTÉ war somit fertig für den Kran und die Einwasserung…

Ich selbst hatte an ALENA noch die Ankerelektrik zu reparieren. Der Schalter hat mich auch im August noch etwas beschäftigt. Das große Loch des Originalschalters musste verschlossen werden – aber ich hantierte ja ohnehin mit Epoxispachtel…

Wieder verschlossen und überschliffen

…so war das Deck bereit um einen neuen, handelsüblichen und aktuellen Fußschalter zu verbauen und anzuschließen.

Passt, so soll das aussehen

Funktionsprüfung – check! Alles tut wieder, es kann wieder ein Punkt von der Liste gestrichen werden. Der 09.08. rückt näher! Es folgt eine Hiobsbotschaft…

Der „Mixing Elbow“, ein anfälliges, teures Teil der Auspuffanlage, zeigte deutliche Verschleißspuren und war durch Ölkohleablagerungen zugesetzt – was tun?

Klar zu sehen – Rost / Ölkohle

Es wurde beraten, ich stimmte mich mit Nikolas und Manolis, dem Werkstattleiter, ab – zunächst waren wir der Meinung, dass der Elbow für eine weitere Saison vorbereitet und instandgesetzt werden könnte – das haben wir aber verworfen, als wir einen weiteren Schlauchanschluss abgeschraubt haben…

Nicht mehr viel Durchsatz – Überhitzung droht

…schnell wurde klar – hier muss Ersatz her! Das Projekt drohte zu scheitern. einen Elbow würde man nicht fristgerecht geliefert bekommen!

Kennt Ihr die Lösung? Aufmerksame und treue Blogleser wissen – ich habe mir so ein Teil als Ersatz von Giorgos beschafft. Er baut die Dinger aus Edelstahl und der Zufall, oder besser das Glück, wollte es so, dass Werner und ich den gleichen Motor verbaut haben.

Könnt Ihr Euch die Augen des Werkstattteams vorstellen, als ich sagte „…einen Elbow für einen MD22 – habe ich!“ Für Götter…

Darauf ein Bier!

Jeden Abend – Feierabendbier in Panteli

Immer noch halte ich daran fest morgens und abends zu meinem Lieblingsstrand in Panteli zu gehen. Mittags meist nur auf einen Badestopp, ein Aufenthalt ist nachmittags in den Monaten Juli und August aus meiner Sicht nicht angenehm, zu laut, zu voll, zu hektisch.

Ich bade, trinke ein Feierabendbier und treffe mich dann mit Hans-Peter oder Johannes oder beiden zum Essen – heute geht es ins „La Nostra“, der Pizzeria in Lakki.

Salat und Pizza – gut fei!

Ich hatte mein Budget erwähnt – es soll kein Geheimnis bleiben, ich rechne mit 20.- bis 25.-€ pro Tag. Das errechnet sich aus 10.-€ für´s Abendessen, 3.-€ für´s Bier zum Feierabend, weitere 6.-€ für ein leckeres Eis am Nachmittag – Ihr seht, es bleibt wenig Raum für´s Frühstück…

Das geht aber, denn wir haben „Mike´s Bakery“ für uns entdeckt!

Breakfast at – not Tiffany´s – Mike´s

Ein großes Sandwich in vielen Varianten und ein Coke oder Cappuccino kosten 3,60€ bis 4,60€ – zusammen – das passt und rechnet sich gerade noch. Zur Not muss das Eis oder das Dinner etwas schmäler ausfallen.

Heute soll das Problem mit dem „Mixing Elbow“ auf ALENA gelöst werden. Wenn das klappt, sind alle Punkte auf der Liste erledigt und die stolze Hallberg-Rassy kann zurück in ihr Element – nach drei Jahren.

Und was soll ich sagen…

Mixing Elbow aus V4A – perfekt! Der letzte Punkt auf der Liste – check!

DAS war ein Feierabendbier der Extraklasse wert! Leider ist das bei den Temperaturen immer viel zu schnell „verdunstet“!

Nanu – schon leer???

Der Tag neigt sich dem Ende entgegen, es war ein guter Tag – ich bin zufrieden und bekomme dafür einen schönen Moment geschenkt…

NESSAJA im Sonnenuntergang
Ein schöner Platz zum Wohnen

Er bricht an – der Tag der Tage – naja, zumindest was diese Phase des Augusts betrifft. Es ist der 08.08. – der Tag, an dem der Krantermin für LIBERTÉ fixiert ist UND der Tag, auf den ich ALENA´s Krantermin vorgezogen habe! Tata…

Ich stärke mich entsprechend und sprenge damit auch mein Tagesbudget – mit einem feudalen Frühstück in der Mühle meines Freundes Haris – mir war so…

Ein Gaumenschmaus – made my day!

…danach ging es in den Werftbereich der Marina, um erst Hans-Peter´s Schiff ins Wasser zu bringen…

Die LIBERTÉ in den Gurten – von ALENA aus gesehen

…und anschließend gleich ALENA ins Becken zu heben. Wir waren aufgeregt. Ich wollte das Schiff an den Platz fahren, habe dafür eine Lücke an unserem Ponton reserviert, um es weiter beobachten zu können. Ich hatte viel über die fiesen Manövriereigenschaften der Rassys gelesen, das machte mich nervös – ich habe Uli als „Verstärkung“ mit an Bord genommen – es ging los!

Der Kran wartet schon

Leider keine Bilder vom „Touchdown“ – ich war zu beschäftigt. Was passierte??? Nun, wir fuhren einigermaßen anständig, aber geplagt durch einen ausgeprägten Radeffekt, aus der Krangasse um dann – in Rückwärtsfahrt – den Liegeplatz anzusteuern. Ja denkste!!! Eine Ruderbewegung reichte, um das Schiff aus der Bahn zu werfen – eine Wiederaufnahme der Rückwärtsfahrt war unmöglich.

Ich fragte Uli ob er es mal probieren wolle, ich kam mir vor wie ein Anfänger – die Antwort – NÖ!

Wir eierten rum, eine Planänderung muss her! Sofort! Ich beschloss kurzerhand, vorwärts in die Gasse zu fahren, trotz kräftigem Wind – mal sehen was dort passiert. Nun, das Schicksal hatte ein Einsehen und half mir, die Schwedin gekonnt, diesmal unter Zuhilfenahme des Radeffekts, in die Lücke zu drehen – wow, gut gelungen – danke! Da lag sie nun…

ALENA neben LIBERTÉ – Tagwerk geschafft, super!

Ich bereitete die rassige Rassy auf die Übernahme des Eigners vor, legte Stromanschluss und Gangway. Leider tat der Kühlschrank nicht was er sollte, er versagte das Kühlen – was nun? Guter Rat schien teuer, das eiskalte Willkommensbier in weite Ferne gerückt.

Google und die Gleichgesinnten des „Mittelmeer Skipper Forums“ halfen – ich konnte das System entlüften (wassergekühlt) und schließlich in Betrieb nehmen. Weil ich ein Guter bin, habe ich noch zwei Bier und ein Wasser in den Froster. Jetzt kann Werner kommen.

Dies sollte in zwei Tagen, am 10.08. spätabends, soweit sein. Ich hingegen musste mich vorbereiten. Ich würde bereits ein paar Stunden später, am 11.08. nachmittags, nach Deutschland abreisen, es war Einiges zu tun…

Mein Fährticket nach Kos musste gekauft werden

…so zum Beispiel der Kauf des Fährtickets – es ist nämlich keinesfalls sicher, dass man in der Hochsaison immer einen Platz auf dem Zubringer bekommt, also macht der Vorabkauf Sinn!

Außerdem habe ich für mich beschlossen, dass ich mich an den drei Tagen vor Abflug einem Covid-Selbsttest unterziehe. Der Grund dafür ist banal, nachdem ja bei Stefans Hochzeit eine Testpflicht festgelegt war, würde ich, im Falle eines positiven Testergebnisses, gar nicht erst nach Deutschland reisen.

Also ans Werk…

Wie war das gleich wieder?

…mit durchaus positivem, also negativem, Ergebnis 😉

Zwischendrin habe ich für Hans-Peter ein Segel beim Segelmacher abgeholt – die GS als Transportmuli, Greek Style eben!

Platz ist auf der kleinsten Maschine – und wo sitz´ich???

Was mich in dieser Phase total freut, ist eine Nachricht von unseren Freunden Tanja und Stefan, den Eignern der OREJA VELA, die mit unserem ehemaligen Bus auf einer Reise von Süditalien nach Hamburg sind. Sie genießen das Landleben und unser Italiener dient in seinem Heimatland als Camper.

Stefan mit spartanischer Campingausrüstung und unserem Luigi

So vergingen diese Tage bis zu meiner Abreise wie im Flug. Ich folgte den liebgewonnenen Traditionen, wie z.B. meinem morgendlichen Bad nebst Cappuccino, bis zum letzten Tag…

…half weiterhin bei Hans-Peter auf der LIBERTÉ bei Kleinreparaturen, wie z.B. der Vorbereitung des Instrumentenpanels für den Einbau der neuen Navigationsgeräte…

Wo gehobelt wird fallen Späne

…und gönnte mir mein Repapis Eis am Nachmittag!

Auch an diesem Abend gehe ich am Panteli Strand schwimmen, es sollte das letzte Mal für eine gute Woche sein.

Das werde ich vermissen

An diesem Abend habe ich Zeit, denn Werner kommt gegen 01.00 Uhr an – ich möchte auf ihn warten, um dabei zu sein wenn er seine ALENA bezieht, ich freue mich auf diesen Augenblick und gönne mir ein Bierchen während die Sonne untergeht.

Abends noch der heutige Covid-Test, auch der wieder mit dem erwarteten Ergebnis. Es scheint alles zu klappen.

Negativ – also positiv – na egal…

Werner kommt an – wir begrüßen uns und freuen uns gemeinsam, dass alles so gut geklappt hat. Ich übergebe die Hallberg-Rassy in diesem Moment an ihren Besitzer. Ich muss gestehen, ich war gerührt, ein bewegender Moment voller Freude!

Neuer Tag – der Tag an dem ich nach Deutschland fliege. Morgen heiratet mein Sohn…

Ich wasche meine Wäsche…

Alles sauber vor der Abreise

…und packe – im Gegensatz zu Sibylle reise ich mit kleinem Gepäck.

Der Rucksack muss reichen

Ein letztes Mal teste ich mich – wenn dieser Test wieder zeigt, dass ich nicht an Covid erkrankt sein dürfte, werde ich die Reise antreten.

Wartezeit – 15 Minuten

Ich kann fahren! Der Balken wandert nach der Wartezeit nach oben, zeigt sich als Einzelbalken und ich informiere die Familie in Deutschland, dass mein Countdown läuft.

Ich muss mein Motorrad einpacken…

Gut verpackte Moppeds

…und auch NESSAJA für die Abwesenheit vorbereiten. Die Ventile müssen geschlossen werden, das System muss stromlos gemacht werden, was für die 220V und die 12V Seite gilt. Die Schattenspender müssen weg und die Fenster und Luken geschlossen werden.

Ich war fertig zur Abreise…

NESSAJA – ich komme wieder, in einer Woche…

…nur noch die Schuhe – uff, nach Wochen in Crocs wieder festes Schuhwerk, das fühlt sich komisch an!

Schuhe – was für ein beengtes Gefühl

Werner bot sich an, mich mit einem Leihwagen nach Agia Marina zur Fähre zur fahren, wo ich „just in time“ ankam – auf geht´s! Deutschland ich komme!

Ihr erinnert Euch? Auch ich hatte einen strammen Fahrplan – auch meine Fähre kam 45 Minuten zu spät, na toll…

Jetzt aber los…

…auch für mich galt auf der Fähre Maskenpflicht, welcher ich aus Respekt vor den Vorgaben meines Gastgeberlandes und auch aus Eigenschutz gerne gefolgt bin – ich will morgen bei den Feierlichkeiten nicht „außen vor“ bleiben.

FFP2 – bis München

Was folgte, war eine Odyssee – auch ich kam zu spät in Kos an. Der Bus war weg, ich brauchte ein Taxi.

Auch bei mir waren keine Taxis am Hafen. Zunächst scheiterte jeder Versuch eines der vorbeifahrenden Taxis abzugreifen. Verflixt – alle reserviert (natürlich gegen Aufpreis 😉 ) – was tun?

Ein Taxi kam in den Port, ebenfalls reserviert, hatte aber Probleme seine Gäste zu finden. Der Zufall und das Glück halfen, dass ICH dieses Taxi abgreifen konnte und auch noch meinen zufällig mit mir reisenden Freunden, Frederic nebst Familie, eine Fahrgelegenheit zum Flughafen bieten konnte.

Wir kamen um 17.30 Uhr am Flughafen an. Durch die Tatsache, dass ich bereits eingecheckt war, zudem kein Aufgabegepäck hatte, war ich recht schnell durch die Sicherheitskontrolle und ab hier wieder „in time“.

Die Taxisituation in Kos bleibt verbesserungswürdig…

Ich sitze bald im Flieger der mich nach München bringen wird.

Lufthansa gebucht – Eurowings bekommen – passt aber alles
Fensterplatz – alleine in meiner Reihe, schön!

Zweieinhalb Stunden später lande ich im Erdinger Moos, es ist bereits dunkel…

Franz-Josef-Strauß Airport MUC

…und noch im Bus erreicht mich die Nachricht von Sohn Florian, dass er schon vor dem Eingang wartet. Das muss er nicht lange, denn ohne Gepäck bin ich auch hier schnell durch alle Türen, um mit dem Junior die 100km Heimweg anzutreten.

Dort erwartet mich der Himmel auf Erden! Ja, Sibylle auch, aber darüber hinaus – habe ich mir bestellt – Brezen, Fleischsalat und ein Reutberger! Ein Gedicht!!!

Die Enkel schlafen schon, alle sind müde – es gibt daher nur ein kurzes Hallo, bevor wir alle ins Bett sacken. Morgen wird ein anstrengender Tag!

Ringring – der Wecker klingelt und Enkelchen Otto schleicht sich zu uns ins Bett. Hallo, schön Dich zu drücken. Aber wir müssen aufstehen, frühstücken und dann zum Testen fahren – heute brauchen wir einen offiziellen Schnelltest mit Bescheinigung, welche wir beim BRK erhalten. Tatsächlich zeigt sich, dass ein Hochzeitsgast wegen einem positiven Ergebnis nicht kommen kann – sehr ärgerlich.

Es ist der 12.08. – der Tag der Hochzeit unseres Sohnes Stefan mit seiner bezaubernden Amelie. Wir bekommen eine Schwiegertochter – und was für eine – darauf freuen wir uns!

Die Feierlichkeiten, es ist die standesamtliche Trauung, finden im Familienkreis im Almbad Huberspitz statt – ein schöner Ort für einen solchen Anlass – wenn das Wetter mitspielt…

Almbad Huberspitz

…und das tat es! Es war Kaiserwetter, dem Anlass angemessen!

Kein Stress – nimmermehr

Überhaupt ist das Almbad ein besonderer Ort an dem die Uhren anders zu ticken scheinen…

New York, Rio, Sydney…
Huberspitz – die Zeit „vergessen“

Der Trausaal weist eine Besonderheit auf – er liegt direkt auf der Gemeindegrenze zwischen Hausham und Schliersee – darauf wird auch deutlich hingewiesen.

Wichtig! Wo bin ich???

Diese Grenze sieht man als rote Linie auch auf dem Boden verlaufen. Das ist, kein Scherz, wichtig um der Trauung Gültigkeit zu verleihen. Das Brautpaar muss nämlich auf der Seite des Verantwortungsbereiches der Standesbeamtin sitzen – in unserem Fall Hausham.

Dies wurde eingehalten und so war, nach einer (privaten) Trauungszeremonie, die Eheschließung vollzogen und wir hatten eine Amelie Rauch in der Familie.

Sibylle & ich mit drei unserer vier Kinder und Schwiegertochter Amelie

Von vornherein war klar – diese standesamtliche Trauung endet um 17.00 Uhr. Die große Feier, mit der gesamten Familie und allen Freunden, wird 2023 stattfinden. Es wurde zur Auswahl gestellt, mit dem Kleinbus oder einem Taxi zurück ins Tal zu fahren – oder eben zu Fuß talabwärts zu gehen.

Weil ich meiner lieben Frau sicher 1001 Gefallen schuldig bin, habe ich mich zum Fußmarsch hinreißen lassen…

Sie strahlt – und mit mir geht´s abwärts (natürlich nur im Wortsinn – Richtung Tal 😉 )
Wie weit ist´s noch? Dauert´s noch lang? Nur noch 26 Kurven…

Viel Zeit Freunde zu besuchen blieb nicht – trotzdem versuchten wir in der kurzen Zeit ein bisschen was unterzubringen…

Die Fahrt nach Erding zum Beispiel, um Christine und Nader wiederzusehen und dies mit einem Kaffeekränzchen zu verbinden (oh Gott, das klingt „alt“).

Der Kuchen ist NICHT aus Erding – Winkelstüberl – what else???

Oder den kurzen Ausflug an den Schliersee, um Rita und René zu besuchen. Ich wollte seinen automobilen Neuerwerb sehen…

Heckflosse – nice!

…verbunden mit einer Probefahrt welche mich an meine Kindheit erinnerte. Sowohl der Geruch wie auch die Ausstattung, die Optik und Haptik, sind und waren mir sehr vertraut!

Wie in den 70ern

Wir überlegten uns, ob ein Bad im See erstrebenswert ist…

Der See lädt zum Bade – scheitert aber…

…dieser scheitert mit seinem Ruf aber ob des drohenden Regenschauers und der doch abgekühlten Temperaturen. Wir scheinen verwöhnt zu sein!

Stattdessen heizen wir den Grill ein und legen ordentlich auf – die Zusammenkunft muss gefeiert werden, es gibt viel zu erzählen.

Yummie – I like!

Wenn wir das nächste Mal in Deutschland sind – und das wird aufgrund von Franzi´s Hochzeit schon bald sein – werden wir im „Haus Seegarten“ verweilen, ich freue mich darauf.

Dieses Mal waren wir bei Sohn Florian zu Gast. In unserem alten Haus findet sich immer irgendwo ein Bett für uns, wenn es auch das Gästezimmer nicht mehr gibt. Die beiden Racker fordern ihre Räume – und das ist gut so. Das inzwischen neu renovierte und umgestaltete Haus zeigte sich bei herrlichem Wetter von der besten Seite – ein schöner Platz!

Objects in the rear view mirror…

Der Garten ist zu dieser Zeit ein kleines Paradies – eine wunderbare Umgebung für die Enkelchen!

Natur pur

Wir haben Spaziergänge in der Umgebung gemacht, die Flora und Fauna des bayrischen Oberlandes genossen. Ein Kontrast zu unserer „neuen Welt“!

Auch hier haben wir den Grill eingeheizt, Florian hat zur „Burgerparty“ geladen. Das mag ich, da freut sich mein Herz…

Homemade – No. 1 von 3

Bei den Fahrten mit Sonja´s Auto haben wir aber auch Dinge erleben dürfen an welche wir uns nur noch dunkel erinnern – sowas gibt es in „unserer Welt“ nicht!

Stau? Was ist denn das???

Natürlich haben wir verglichen – was haben wir gewonnen / verloren?

Perkmann´s Kaffeerösterei gegen Dimitra´s Cafe Luigi – beim Preis siegt Dimitra, der Cappuccino kostet die Hälfte. Beim Geschmack gewinnt Perkmann – diese Qualität findest Du auf Leros nicht…

Top empfehlenswert in Miesbach – der neue Kaffee von Perkmann

Eiscafe Cortina / Miesbach gegen Repapis / Lakki – ich wollte mal wieder ein geliebtes Spaghettieis aber Cortina versagt völlig. Lieblos, im Plastikbecher und teuer. Der Punkt geht mehr als eindeutig an Repapis!

Gut aber nicht überzeugend

Essen welches es nur gibt, wenn die Kinder es sich wünschen, gegen Giros & Co. 😉 – ich liebe Giros, aber der Punkt geht doch an die Schinkennudel welche sich Florian zu meinem Abschied gewünscht hat…

Schmeckt noch besser mit Heinz Ketchup

Bitte nehmt das nicht ganz so ernst – was ich vermitteln will ist, dass wir unsere Speicher, mit den Dingen die wir vermissen, aufgefüllt haben. Ein weiterer Punkt geht an „Brezen mit Fleischsalat“, welche ich jeden Morgen zum Frühstück hatte und noch ein weiterer Punkt an sowohl die EINE Kas-Leberkassemmel von Holnburger und das Weißwurstfrühstück bei Florian, mit Würsten aus derselben Metzgerei – Highlights!

Der letzte Abend vor meiner Abreise, nach einer Woche Aufenthalt, wurde noch bei den ehemaligen Nachbarn verbracht. Ein schöner Ausklang bei Gin-Tonic, wunderbar…

Im Garten von 12a

Beepbeepbeep, ahhhrgggh, was ist das? Der Wecker, unchristliche Zeit! Hilft nix, ich muss zum Flughafen. Mein Flug geht um 06.20 Uhr, der Wecker klingelt um 03.30 Uhr und meine liebe Gattin fährt mich hin. Ich weiß, dass sie mich verflucht, aber immerhin, sie fährt mich – wahrscheinlich ist es einer der Gründe warum ich sie liebe.

Ich finde mich pünktlich in MUC ein, bin eingecheckt, habe widerrum nur Handgepäck und warte auf das Boarding.

Kos ich komme

Du buchst Lufthansa, checkst bei Eurowings ein, wirst aber von Air Baltic geflogen – naja, solange ich ankomme.

Air Baltic – die pünktlichste Fluglinie

Die Maschine war ganz neu, top gepflegt, sehr freundliches Personal. Ich hatte wieder eine Reihe für mich und einen angenehmen Flug. Das kenne ich auch anders, der Punkt geht an Air Baltic – Daumen hoch!

Anflug auf Kos

Ich hatte einen tollen Plan für Kos! Ich werde als erster am Taxi sein, weil ich ohne Gepäck reise. Das hat geklappt, ich habe eines der begehrten und knappen Taxis bekommen. Ich würde NICHT nach Kos-Stadt fahren, weil zuerst die Taxifahrt sehr teuer ist, zudem die Fähre erst um 22.50 Uhr geht – zu lange zu warten.

Vielmehr würde ich die paar Kilometer nach Mastichari fahren (17.-€ statt 38.-€) um dort eine Minifähre nach Leros zu bekommen welche schon mittags geht. Das ist was für Insider, soweit der Plan!!

Teil 1 hat prima geklappt. Ich war bald in Mastichari am Strand und konnte in einer Beach-Bar frühstücken.

Schöner Ausblick
Toast mit Ei – gut, aber noch Luft bei der B-Note

Teil 2 klappte nur bedingt – als ich nämlich an den Fähranleger ging, standen da ungefähr 100 Leute. Egal, denke ich mir, die warten auf irgendwas, MEINE Fähre kennt NIEMAND! Ihr ahnt was kommt? Als eine unscheinbare, rundliche Frau in bestem Englisch fragt, wer alles online reserviert hätte, bleibt gefühlt nur MEINE Hand unten. Oooops!

Was tun? Komme ich da mit? Eine Nachfrage bei der runden Frau ergibt – nun, vielleicht! Mal sehen! Ich solle warten!!! Sigasiga…

Ich werde nervös, besinne mich aber, dass eine griechische Freundin aus Leros bei einem gemeinsamen Abendessen erzählt hat, dass ihr Sohn Kapitän auf ebendiesem Schiff ist. Ich rufe an! „Ein Gefallen, bitte“ „Mein voller Name? Ok“ „Ich soll warten? Ok!“

Fünf Minuten später – die kleine, rundliche, aber resolute Frau ruft „Mario Rausch, Mario Rausch“ – ich hebe meine Hand. Sie sieht mich ungläubig an und sagt „Your Ticket is on the Ferry, you can travel“, wie ich schon sagte – „Insider, eben“… 😉

ZEFYROS auf Kos

Die Fähre legt an, Manolis der Kapitän, schaut raus – er kennt mich, wir hatten schon einen Ouzo zusammen – und sagt „Mummy called me“ – ich zwinkere nur und bekomme mein Ticket (natürlich habe ich es bezahlt!).

Minuten später habe ich meinen Platz und die ZEFYROS bringt mich nach Leros.

Es bleibt eine Randnotiz, dass mich die Mutter des Kapitäns in Agia Marina in ihr Taxi packt und mich in die Marina bringt. Zurück auf NESSAJA, zurück zuhause!

Home sweet home

Ich beeile mich, mein Schiff wieder bewohnbar zu machen, baue die Schattenspender an, lege die Polster parat und öffne Luken und Fenster. Ich starte den Kühlschrank und die 220V Versorgung – dann bin ich fertig!

Ich gebe in Miesbach Bescheid, dass ich gut angekommen bin und verziehe mich, Ihr ahnt es, an den Panteli Beach um ein gemütliches Bierchen zu trinken.

Der Tag klingt aus

Ich gehe ein Giros essen und gönne mir zum Abschluss des Tages noch ein Eis. Rosa, meine Lieblings-Eisfachfrau, die Frau die immer gute Laune hat, steckt mir noch eine Eiswaffel auf das Sorbet – made my day.

Zufrieden sacke ich ins Bett und schlafe wie ein Murmeltier!

Neuer Tag, neues Glück! Ich wasche Wäsche und treffe Werner, er ist mit ALENA immer noch im Hafen.

Waschtag

„Morgen laufe ich aus“, sind die Worte mit denen er mich begrüßt. Das freut mich. Ich sehe aber auch, dass seine Sicherheit auf dem Boot durch die Jahre der Abstinenz etwas gelitten hat. Ich war unsicher, was tun? Was, wenn doch nicht alles so perfekt funktioniert? ALENA hat noch keine Probefahrt.

Mir ging es wie Wicki -hmmm? Hmmm? Idee! Was wenn ich, oder besser Hans-Peter und ich (nebst Merlin), Werner auf dessen „Jungfernfahrt“ begleiten würden? Ich frage Werner und bringe meine Bedenken vorsichtig an – lass´ es Dir mal durch den Kopf gehen…

Am nächsten Tag erwähnt Werner´s Enkel im Vorbeigehen beiläufig, „dass wir ja heute segeln gehen würden“ – ah, ok, da muss ich wohl packen!

Gesagt, getan – und auf ALENA angeheuert – klar zum Ablegen!

Leinen los!

Der Plan sieht vor, Leros einmal halb zu umrunden und auf der anderen Seite der Insel, in der Bucht von Alinda, zusammen zum Essen zu gehen. Ich reserviere einen Tisch in Dimitri´s „To Steki“ und wir fahren los. Es ist kräftiger Meltemi angesagt.

Noch ruhig – Ausfahrt aus der Bucht von Lakki

Von dem merken wir zunächst nichts, dennoch setzen wir das Groß halb gerefft und auch die Genua geht nur zu 70% raus. Das war eine weise Entscheidung, denn kaum waren wir jenseits der Feuer der Lakki Bucht, drehte der Meltemi auf…

Wie immer – auf dem Foto sieht es entspannt aus
30kn Mittelwind, Böen bis 36kn – sportlich gings dahin!

…was auf Bildern ja immer schlecht zu sehen ist. Wir hatten Böen bis 36kn, was nahe an 8Bft. ist und wollten gegenan kreuzen um nördlich um Leros herum nach Alinda zu segeln. Das war sportlich – hier aber konnte Werner zeigen was ein alter Seebär kann! Mit zwei exakten Streckschlägen konnten wir Höhe holen und direkt zwischen Archangelos und Leros durchfahren. Gekonnt!

Klar zur Wende???

Ab hier war es entspanntes Downwindsegeln bei leicht nachlassendem Wind – bis direkt in die Bucht von Alinda.

Bartträger unter sich – Downwind

Hier fiel der Anker und das Meer lud zum Bade – herrlich!

ALENA in ihrem Revier – Test bestanden

Zufrieden setzten wir über. Ich habe mir die Freiheit gegönnt, direkt an unseren Tisch zu schwimmen und kam gleichzeitig mit dem Rest der Crew an, welche meine Kleidung mit im Dinghy hatte. Wir nahmen direkt an der Waterfront Platz – es folgten herrliche Meze die wir genossen. ALENA hat die Probefahrt bestanden, Hans-Peter und ich mustern ab – wir wünschen Werner einen schönen Urlaub!

Die Crew im „To Steki“

Leerlauf – Sibylle kommt in drei Tagen. Ich muss mir die Zeit vetreiben. Was tun? Ich könnte mal wieder lesen. Lesen ist für mich Luxus, etwas, was ich nur mache, wenn ich Zeit im Überfluss habe. Ich werde die alten „Yacht“ Ausgaben, welche Gottfried mir bei unserer Abreise geschenkt hat, in Angriff nehmen.

Das geht am besten im „Sorbet“ bei einem Eis…

Lesen, Baden, Lesen – und wieder von vorne….
Dazwischen ein Eis zur Innenraumkühlung

Abends gehe ich, diesmal alleine, essen und starre auf die Bucht – immer noch etliche Ankerlieger. Ich lese nicht mehr, es wird langsam dunkel.

Schöner Ausblick vom Tisch – ohne….
…und mit Essen!

Am nächsten Tag lese ich weiter – ich will ein paar Ausgaben weg haben. Dennoch nehme ich mir die Zeit ALLES zu lesen, Buchstabe für Buchstabe, ist eine Marotte von mir – auch die Werbeannoncen und die Verkaufsanzeigen! 😉

Ich lese mittags bei einem Snack bei Marietta…

Artischoken mit Erbsen – sehr fein

…und auch nachmittags zum Baden darf die Zeitschrift mit!

That´s Life

So bekomme ich die Tage rum bis Sibylles Ankunft naht. Ehrensache, dass ich sie an der Fähre abhole! Die trifft pünktlich in Lakki Port ein…

BlueStar 2 meets Leros

Der Riese öffnet seinen Schlund und spuckt – im August zur Hochsaison – einige Touristen aus, darunter auch meine liebe Frau…

Da passt viel rein!

…hurra – da ist sie. Nix wie heim – es ist schon spät!

Wiedersehen…

Doch Überraschung – die sonst so früh ins Bett ziehende Gattin widerspricht so gut wie gar nicht, als ich einen Absacker in der „Sorocos“ Beach Bar am Panteli Strand anrege. Wir laden die riesige Tasche erst auf das Motorrad, dann bei NESSAJA rasch ab – und verholen uns umgehend ins nächtliche Getränkeparadies…

Ouzaka – welcome back home – to Greece!

Nach einem Ouzo sind wir beide bettschwer und fahren heim, kuscheln uns ins eigene Nest um wie Murmeltiere zu schlafen – morgen ist auch noch ein Tag!

Und was für einer! Die Hausherrin ist zurück, es weht ein anderer Wind! Es soll wieder zuhause gefrühstückt werden, es müsse wieder eingekauft werden – überhaupt – waschen, putzen, wie sieht es hier denn aus??? Na Prost Mahlzeit…

Wir haben bei den Duschanlagen so eine Ecke in der nicht mehr benötigte Dinge abgelegt werden. Männer legen meist Bootsteile ab, Frauen eher Bücher – sehr oft ist Schrott dabei, manchmal jenseits der Peinlichkeitsgrenze. Als Sibylle nach einer Einkaufsfahrt ruft und wieder Frühstück an Bord zubereiten will, weise ich auf diese „Ablageecke“ hin – jemand hat wohl an uns gedacht…

Gebrauchtes Nutella – hmmm, lecker!

…und ein offenes, angebrochenes Glas Nutella hingestellt. Sagt mal, denke nur ich so – das macht man doch nicht??? Ok, wenn Nachbarn oder Freunde abreisen und übergeben uns den Rest aus deren Kühlschrank, das kann man akzeptieren. Aber ein angebrauchtes Glas Nutella an einen öffentlichen Ort in die Sonne zu stellen? Zur Mitnahme? Für mich befremdlich…

Irgendwann war´s weg – ob in der Tonne oder bei einem neuen Besitzer entzieht sich meiner Kenntnis. Na, egal…

Sibylle und ich haben uns beruhigt, schnell aufeinander abgestimmt – wir sind zu „Mike´s“ zum Frühstücken, haben nur sehr wenig eingekauft, es wurde wenig geputzt aber viel gewaschen! Woher dieser einfach anmutende Kompromiss? Woher der Sinneswandel? Ganz einfach, wir sind nur drei Tage auf NESSAJA bevor wir verreisen werden.

Diese drei Tage haben wir es uns gut gehen lassen, auch Sibylle musste sich etwas aklimatisieren.

Was heißt eigentlich „la dolce vita“ auf Griechisch???

Wir machen Urlaub! Ganz genau, IHR braucht Urlaub! So ähnlich klangen die häufigen, aber wohl nicht ganz ernst gemeinten Kommentare der Segelfreunde. Wir meinten das relativ ernst, denn unser Leben auf NESSAJA ist schon sowas wie Urlaub in der Dauerschleife, nichtsdestotrotz wiederholen sich unsere Tagesabläufe ja auch hier, auch hier arbeiten wir, haben Haushalt, Reparaturen und andere Verpflichtungen. Da wir nicht auslaufen (können), haben wir beschlossen – etwas Tapetenwechsel täte gut!

Abreisetag – wir gehen nach Karpathos!

Das Motorrad gepackt, Sibylle in typischer „Hab-Acht-Stellung“!

Karpathos ist ein lang gesetzes Ziel bei uns. Das hat vor Allem einen Grund, die Familie eines Freundes und früheren Geschäftspartners stammt von dort, wir waren herzlich eingeladen einen Besuch abzustatten, sollten wir während der jährlichen Sommerfrische der Freunde aus Piräus einmal in der Nähe sein. Wenn das kein Wort ist…

Zudem hatten wir einmal eine „Wunderschön“ Folge gesehen und das Gezeigte hat uns sehr gefallen. Wir wollten die Insel zwischen Rhodos und Kreta entdecken.

Das geht am besten mit dem Motorrad, so wurde kleines Gepäck auf die GS geladen und wir haben uns zum Dinner ins „To Steki“ gesetzt, um hier auf die Ankunft der Fähre zu warten.

Die GS vor Dimitris´“To Steki“ – reiseklar!

Um Karpathos ranken sich viele Geschichten. Es sei das „Kap Hoorn Griechenlands“, sturmumtost, unsicherer Hafen – insgesamt kein idealer Ort für Segler. Ok, wir hören solchen Geschichten immer aufmerksam zu, man will ja keine vermeidbaren Fehler machen. Zudem hatten wir Karpathos schon einmal am Plan – 2019, als wir NESSAJA von Kreta zurück nach Leros gebracht haben, wollten wir dort vorbei und dann über Rhodos wieder nach Norden fahren. Dieses Vorhaben ist dann tatsächlich aufgrund der Starkwinde in der Durchfahrt zwischen Kasos und Kreta gescheitert.

Unsere Gedanken flogen – diesmal also mit dem Motorrad, optimal für Entdeckungstouren, gesicherte Mobilität. Während wir diesen Gedanken nachhängen, mahnt uns die App am Mobiltelefon zum Aufbruch Richtung Hafen – unsere Fähre, die BLUESTAR CHIOS, ist schon im Anmarsch…

Wir fahren nach Lakki zum Fähranleger und tatsächlich, der Blaue Riese dreht bereits bei, um Minuten später die Reisenden aufzunehmen.

BLUESTAR CHIOS – über Rhodos direkt nach Karpathos (nur im Sommer)

Sibylle checkt als Fußgängerin ein, ich bringe das Bike auf das mir zugewiesene Parkdeck und stelle es sicher ab…

Festgebunden und sicher geparkt

…die Tasche mit dem Gepäck bleibt drauf, Diebstahl ist in Griechenland ein absolutes Minimalrisiko. Unsere Wertsachen und die Dinge welche wir zum Übernachten benötigen, hat Sibylle im Rucksack.

Ich gehe vom Bauch des Riesen in den Aufenthaltsbereich für die Reisenden. An der Rezeption treffe ich Sibylle, sie hat uns inzwischen eingecheckt und unsere Kabinenschlüssel geholt.

Über Nacht reisen wir nur noch mit Kabine – und diesmal hatten wir wirklich Glück! Unsere Vertraute aus dem Reisebüro in Patras (meist viel billiger als online!) hat ganze Arbeit geleistet und uns eine AA2 Kabine verschafft. Das Kürzel steht für eine Außen-Luxuskabine – das will ich sehen…

Geräumig – üppig gar!
Hat was – Stauraum ohne Ende
Room with a view
Auch das Bad – für eine Fähre fast schon luxuriös

Bei der Gelegenheit ein kurzer Ausflug in meine Gedankenwelt – Thema „Duschvorhänge“! Meine Meinung – geht eigentlich gar nicht mehr! Meist modrige, schleimige, am unteren Rand verschimmelte Lappen, welche beim Aufdrehen des Warmwassers die Tendenz haben, sich an den Leib zu saugen und dort kalt anzuhaften. Das brauchts im Jahr 2022 nicht mehr, es gibt gute Alternativen!

Auf einer Fähre bin ich, bei ausreichender Größe, bereit das zu akzeptieren, sofern SAUBERKEIT groß geschrieben wird. Dies war der Fall, kein Klagen also! BlueStar erhält für diese Kabine fünf Sterne!

Dass ich das erwähne und beschreibe hat einen Grund, dazu kommen wir noch…

Ok, solche Fenster sind nie sauber

Wir schlafen wunderbar und wachen relativ spät auf. Ich gönne mir nach dem Wachwerden einen Blick aus unserem Fenster, dieser ist nach vorne gerichtet – eine wirklich tolle Kabine. Leider sind die Fenster immer etwas salzig-verschmiert, ich würde sonst den ganzen Tag rausgucken.

Wir gehen frühstücken während wir in Rhodos be- und entladen. Die Reise geht weiter, wir sind im Plan! Kurs Karpathos liegt an!

Vielleicht noch vier Stunden…

Fast pünktlich spuckt uns der Zubringer auf das uns unbekannte Eiland! Es war wirklich b-r-u-t-a-l was da abging! Soviele Menschen, soviel Chaos, habe ich noch nie an einem Fähranleger gesehen. Karpathos ist ein Touristenspot, das haben wir in unserer Leroswolke ein wenig übersehen! Gut, dass wir ein Motorrad haben – rechts ran, ins Café und erst einmal warten bis sich der ganze Spuk aufgelöst hat…

Nach einer Stunde war der Spuk vorbei – und wir angekommen

Ok, da waren wir nun. Natürlich waren wir vorbereitet und hatten uns ein Hotel gebucht. Dies gestaltete sich im Vorfeld schwieriger als gedacht, weil auf Karpathos im August eher kein „Schnäppchen“ zu machen war. Wir kannten Karpathos nicht und hatten daher entschieden, zunächst nur für zwei Nächte zu buchen.

Da müssen wir jetzt hin – Google Maps hilft uns bei der Zielführung und so stehen wir eine halbe Stunde und einige erste Eindrücke später, vor unserer temporären Bleibe.

Der erste Eindruck…

Poseidon Blue Hotel
Der Strand in fußläufiger Nähe

Ja, der erste Eindruck war gut. Wir wissen, was zwei oder drei Sterne in südlichen Urlaubsregionen bedeuten und kennen auch den Unterschied zwischen einer Junior-Suite und einem Standardzimmer – dennoch war der zweite Eindruck, der nach Bezug des Zimmers, ernüchternd!

Da lacht sie noch – Zweckoptimismus

Das Prospektbild dazu sieht durchaus ähnlich aus, dennoch sind die feinen Unterschiede da…

Kleine aber feine Unterschiede

…eine weiße statt einer grauen Wand, ein schöner statt eines rostigen Ventilators, Kabel unter statt auf Putz – das Bett liebevoll gemacht statt irgendwie zamgerichtet. Es kam dazu, dass sich die Terrassentüre nicht schließen ließ. Und dann war da noch dieses Bad…

Will ich nicht mehr

…bei dem die Duschecke viel zu klein war (selbst für Sibylle) und die Fliesen nebst Fugen auch schon bessere Tage gesehen hatten. Das akzeptieren wir nicht mehr, da ist unser Bad auf NESSAJA geräumiger und schöner.

Wir wollten uns den Urlaub nicht verderben lassen, aber es war klar, hier checken wir nach zwei Nächten wieder aus! Es galt eine Bleibe für die restliche Urlaubszeit zu finden und zu buchen!

Hotelstrand – recht schön

Wir verbrachten diesen Tag am Hotelstrand, welcher hinter einer Kieszone in einen herrlichen Sandstrand überging. Das war nett mal wieder zu haben und wir sprangen zweimal ins kühle Nass.

Das Restaurant des Hotels genießt einen hervorragenden Ruf – auf der Webseite nennt man sich selbst „Best Restaurant on Karpathos“. Ok, das wollen wir sehen. Wir gönnen uns einen Mittagssnack, um zu entscheiden ob wir für abends reservieren.

Blue Poseidon Restaurant

Der Eindruck war sehr gut. Der kleine Snack schmeckte ausgezeichnet und wir waren versucht, eine Reservierung zu tätigen – haben dann aber, mit Rücksicht auf unseren Geldbeutel, doch anders entschieden. Das Restaurant ist deutlich hochpreisig, das war es uns nicht wert.

Das Dinner fand in einer Taverne am Surferstrand ein paar Kilometer weiter südlich statt. Einfach, ehrlich, günstig – das war gut und völlig ausreichend! Morgen entdecken wir die Insel!

Ein neuer Tag bricht an, das erste Erwachen auf Karpathos!

Google empfiehlt das „En Plo“ – hier das Greek Breakfast
Zwei Tassen Kaffee intus – der Tag kann kommen!

Sibylle vermisst ihre Papier Reiseführer. Ich kann die Ansicht verstehen und teile diese auch bedingt. Aber auf einer Motorradtour mit schmalem Gepäck immer ein Buch rumschleppen? Immer stoppen um zu blättern und nachzusehen? Nicht im Jahr 2022! Wir erinnern uns an den Urlaub mit Franzi und Mikey, in dem Google unseren kompletten Reise- und Essensplan bestimmt hat. Wir wollten etwas dazwischen – haben uns aber an Tag 1 von der allwissenden Plattform ins „En Plo“ schicken lassen – dort bekäme man das beste Frühstück…

Stärkung tut Not – noch etwas Süsses vielleicht? Pancakes mit Schoko und Banane 😉

Ob es tatsächlich „das Beste“ war und ist, konnten wir bis zum Urlaubsende nicht final klären. Gut war es allemal – kalorienhaltig auch! Dermaßen gestärkt haben wir den Tag in Angriff genommen.

Wir wollten griechische Inseln entdecken!

Unser Plan hat kein Alleinstellungsmerkmal!

Unsere Entdeckungstour begann in der Inselhauptstadt Pigadia, der Einfachheit halber auch Karpathos oder Karpathos-Town genannt. Wir sind ein erstes Mal durch die durchaus touristischen Gassen der Stadt geschlendert und haben die Eindrücke auf uns wirken lassen.

Einladende Bars und Cafés – tagsüber geschlossen! Die Stadt lebt nachts…
Touristisches! Das gibt es auf Leros nicht
Wunderschöne Tavernen laden zum Dinner
Das Fischerboot in der Gasse – das Haupt-Fotomotiv (laut Google)

Beim meistfotografierten Motiv, dem in eine Gasse eingelassenen Fischerboot ,sind wir dabei. Obwohl, ich mag eigentlich die „coolen“ Motive, welche man oft an Hauswänden findet, im weitesten Sinne Graffiti, viel lieber. Auch hier hatte Kaprpathos etwas zu bieten…

Grafitti an der Hauswand des Café „Galileo“

Der erste Eindruck war gut! Dennoch – und das ist schwer zu erklären – sprang der Funke nicht sofort über. Es gefiel uns, aber begeistert waren wir (noch) nicht. Ich nehme es vorweg, bis der Funke der Begeisterung übersprang sollte es noch etwas dauern – aber er sprang – und wie!!!

Zunächst wollten wir an den Strand. Der nächste Strand zum Hauptort war der in Ammopi (Schreibweise unklar – selbst auf den Straßenschildern steht es unterschiedlich). Ein zweigeteilter, feinsandiger Strand, der aber auch tagsüber recht gut besucht war.

Eingebettet in eine schöne Landschaft

Dort konnte man entlang der Küste ein paar hundert Meter gehen – vorbei an kleinen, typisch griechischen Kapellen…

Griechischer geht´s kaum

…und entlang kleiner Felsbuchten mit einladenden Wasserfarben.

Tolle Küste

So erreicht man den Sandstrand mit den Beach-Bars. Das haben wir einmal täglich gemacht, um uns abzufrischen, eine Stunde im Schatten zu sitzen und ein kaltes Getränk dabei zu schlürfen. Hat uns gefallen! Dass dies nicht das Highlight bleiben sollte, wussten wir ja noch nicht…

Ammopi Beach

Sibylle wollte entdecken – kleine, alte Dörfchen in den Höhenlagen der Insel. Zunächst das größte der Dörfer, Menetes, welches etwas abseits und mehr alleine liegt.

Wir fahren hoch und Sibylle will „nur schnell durch die Gassen gehen“. Nix für mich, ich warte in der Taverne und gönne mir regionale Köstlichkeiten – Maccarounes – so was wie Kässpätzle auf griechisch.

Maccarounes – so ähnlich wie längliche Gnocchi mit Reibkäse und Röstzwiebeln

Von hier oben kann man gut die Landschaft dieses Inselteils überblicken – und wir können die Hauptstadt der Insel von hier oben sehen.

Ausblick – von Menetes auf Pigadia

Die Rückfahrt führt uns vorbei an Friedhöfen die ihren Namen auch verdienen. Ihr kennt ja Sibylles Vorliebe für diese Orte, so war auch hier ein kurzer Stop obligatorisch.

Der Friedhof in der Höhenlage – im Hintergrund Menetes
Fast ist man versucht zu sagen – ein schöner Ort

Der Tag verging wie im Flug. Wir fuhren zurück zu unserem Hotel (noch dem schlechteren), machten uns frisch und beratschlagten, wohin wir abends zum Dinner fahren wollten.

Wieder kam Google, der Quell des Wissens, zum Zug. Arkasa ist eine Ansiedlung im Südwesten von Karpathos. Ist zwar ein Stück zu fahren, aber die Verheißung der „besten Bar von Karpathos“ lockte uns – zumal es dort auch eine besondere Taverne geben soll. Das probieren wir aus…

In Arkasa angekommen, bummeln wir etwas durch die wenigen Gassen um einen Eindruck zu bekommen.

Nett – und aufgeräumt

Dann verholen wir ins legendäre „Stema“, wo wir gerade noch Plätze bekommen. Zehn Minuten später schon ist alles voll besetzt.

Kultbar – das „NuStema“
Legendary, Iconic, Beautyful, Amazing, Premium, Exceptionally – mit Maximen wird nicht gegeizt

Dann schauen wir mal – zuerst der „Iconic Sunset“…

Ob das noch klappt???

…dann die „amazing Drinks in premium quality“ – wir bestellen mehr oder minder Klassiker um auch vergleichen zu können.

Ordentlich – aber „amazing“???

Zum Drink kam die Rechnung und ein Schälchen Nüsslein. Bis hierhin hatten wir von den Maximen noch nicht soviel gespürt. Alles war ordentlich, hat gepasst, aber wir durften sowohl beeindruckendere Sonnenuntergänge (Mykonos und Santorin 2017) als auch begeisternde Cocktails (Leros – Haris 2022) erleben. Da sieht man mal – wenn man erst einen Namen hat und ein „must go to“ place ist, dann klappt das!

Was war nun mit dem epischen Sonnenuntergang???

Wird nix mehr

Hier zeigen sich die Schwächen von Google. Es ersetzt das Denken nicht! Der Wirt kann nix dafür, dass die Sonne nur ein paar Tage im Jahr wirklich „ins Meer versinkt“. Google stellt es aber anders dar. Dabei ist die Gefahr groß, dass man die nicht wirklich schöne Gesamtszenerie einfach übersieht.

Das „NuStema“ ist aus unserer Sicht überbewertet. Wie sieht es mit der Taverne „To Steki tou Markou“ aus? Google verspricht eine Taverne wie man es von früher kennt. Man könne sich die Speisen noch in der Küche aussuchen, alles sei typisch, preiswert und gut.

Wenige Tische direkt in der schmalen Gasse
Die inseltypischen Papiertischdecken
Sehr gute Meze

Hier täuschte sich der online Ratgeber nicht. Die Taverne war sehr ursprünglich, einfach, aber wirklich einladend. Wir haben die Gerichte an einer Vitrine neben der Küche auswählen können, wurden sehr zuvorkommend bedient und haben sehr gut gegessen. Ein Glücksgriff – diese Taverne sticht aus dem Einheitsbrei heraus und bekommt 5 Sterne!

Wir waren satt, müde und zufrieden – langsam ritten wir auf unserer GS in unsere abgewirtschaftete Bleibe für eine weitere Nacht.

Neuer Tag – check out! Wir mussten das angegraute Standardzimmer im „Blue Horizon Hotel“ verlassen. Kein Opfer für uns. Bereits am Vortag hatten wir eine neue Bleibe gefunden. Natürlich haben wir über das Internet gesucht, sind diesmal aber zur Herberge gefahren, haben das Zimmer besehen und dann vor Ort gebucht.

Glücksfall! Wir ziehen um ins „Aphrodite“…

„Aphrodite“ – großes Haus, aber nur 7 Appartements
Unser Eingang, unsere Terrasse
Blick auf den Hauptort Pigadia – tatsächlich sind wir hier auch mal stundenweise gesessen

…hier bekamen wir für günstigeres Geld, immerhin 20.-€ pro Nacht weniger, exakt das was wir gesucht haben. Ein kleines, feines, sauberes und aufgräumtes Zimmer. Mit einem bequemen Bett und einer Dusche welche diesen Namen auch verdient.

Schon ausgepackt – JETZT strahlt sie wirklich…
So muss das
Jop, da kann auch ich duschen

Wir fahren frühmorgens direkt in unsere neue Pension, beziehen das Zimmer, duschen und bezahlen. So hatten wir es am Vortag mit der Gastgeberin vereinbart.

Erst dann haben wir unser Tagesgepäck in den Rucksack verstaut und sind zum Frühstücken gefahren. Das, so haben wir beschlossen, machen wir ab heute nur noch in der „Street Bakery“ – hier gibt es feinste Sandwiches und guten Cappuccino für kleines Geld.

Unser Weg jeden Morgen – zur „Street Bakery“
Für ein Sandwich…
…ein Brioche und einen Cappuccino

Hier finalisierten wir meist den täglichen Ausflugsplan, erarbeiteten Details und legten die Route fest.

Heute sollte es in die Berge gehen, wir wollen uns die drei Bergdörfer Aperi, Volada und Othos ansehen – unterwegs gehen wir vielleicht baden.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal auf den Ruf Karpathos´ als „die Sturmumtoste“ zurückkommen. Wir hatten kaum Wind, die ganze Woche nicht! Es war ein Phänomen, die windigste aller Dodekanesinseln zeigte sich nur von einem lauen Hauch umgeben…

Wind in Karpathos? Nicht diesmal…

…dass dies anders sein kann, glaubten wir aber gerne! Nicht nur, dass das Internet voll von Berichten dieser Art ist – auch die Bäume sprechen eine eindeutige Sprache und lassen keinen Zweifel „woher der Wind weht“.

Die wachsen so – es ist windstill!

Wir fahren in die Bergdörfer. Diese sind zwar nicht so beeindruckend wie erhofft und vielleicht auch erwartet, hinterlassen aber einen positiven Gesamteindruck aufgrund der vielen netten Details am Weg.

Aperi – nach der Durchfahrt, von oben
Feierlichkeiten stehen ins Haus – Volada
Kirchliches Gemäuer – Ortsdurchfahrt Volada
Othos

Unser Weg führte uns über einen Höhenrücken von der Ost- auf die Westseite der Insel. Wir wollten uns abfrischen und etwas baden. Dafür haben wir uns den Sandstrand am Fischerdörfchen Finiki ausgesucht.

Griechischer Badeort – gut besucht
Mag ich Finiki? Ja, doch…

Unser Stop war kurz, Finiki war recht voll. Nett ist der Ort trotzdem. Aber wir sollten die wirklichen Highlights ja noch entdecken. Das wussten wir noch nicht, trotdem hat die Insel bei uns gepunktet.

Früher Nachmittag – wir fahren zurück in den Hauptort Pigadia. Das hatte sich als ein guter Ablauf etabliert. Wenn die Zeit es zugelassen hat, sind wir gegen 15.00 zurück im Hauptort gewesen, haben uns ein kleines Eis und einen Cappuccino gegönnt und waren dann, meist gegen 16.30 Uhr, in unserer Bleibe. Dort etwas auf der Terrasse lesen, runterkühlen, duschen – dann waren wir fertig um wiederum in den Ort zu fahren und dort zu Abend zu essen – Urlaub halt…

Dabei blieb uns auch Kurioses nicht verborgen – die griechische Art zu parken beispielsweise…

Knapp…

Heute Abend waren wir früh dran und Sibylle hatte eine Sehenswürdigkeit in Pigadia ausgemacht – die antike Akropolis oberhalb der Stadt. Sie will hin! Ich war einverstanden, weil man mit dem Motorrad direkt vorfahren kann. Nur – gefunden haben wir sie nicht…

Im Nachhinein hören wir, dass es sich um ein paar Steinhaufen handeln soll, die wohl nur halb so sehenswert sind wie beschrieben – eine einzige „Ein-Stern-Bewertung“ in Google war Anlass genug, nicht weiter zu suchen. Dafür wurden wir bei unserer Irrfahrt rund um den Stadtberg anderweitig fündig…

Wunderschöne Kapelle am Gipfel – herrlich ausgeleuchtet
Ein Schauspiel der Natur – Sonnenuntergang hinter den Bergen
Das Licht der tiefstehenden Sonne sorgte für eine magische Ausleuchtung…
…selbst bei den Wolkenbergen im Osten der Insel

…mit einem herrlichen Naturschauspiel nämlich! Die Sonne ging in tollen Farben hinter dem Bergrücken, der die Insel in Ost und West teilt, unter und tauchte die Landschaft in unwirkliche, warme Farben. Zusammen mit den schwarzen Baum- und Strauchskeletten eines Waldbrandgebietes gab das eine fast unwirkliche Kulisse.

Nach dem Waldbrand

Lasst Euch von diesem Bild nicht täuschen. Die Natur erholt sich. Es gibt immer wieder solche Flächen, die nach Bränden erbärmlich aussehen. Wenn diese jedoch nicht zu groß sind, ist es erstaunlich, wie rasch die Natur sich erholt und die vermeintlich verkohlten Bäume wieder ein zartes Grün tragen. Ich will die Brände keinesfalls verharmlosen, staune aber immer wieder über die Regeneration der Erde – zumindest in diesem Fall.

Nach dem Abendessen schlendern wir meist noch durch die touristischen Gassen von Pigadia oder entlang der Waterfront. Wir lauschen den Darbietungen der Straßenkünstler – egal ob verkannte Opernsängerin…

Schmettert Arien mit Pop-Elementen, ein bisschen „Sissel“

…oder das klassische Trio welches griechische Weisen vorträgt. Die drei waren übrigens recht gut!

Den in der Mitte sollte ich nochmal wiedersehen

Natürlich bietet es sich bei der Gelegenheit an, einen Absacker zu trinken – wir bleiben den hiesigen Spirituosen treu und bestellen anstatt teurer, fancy Cocktails lieber zwei Ouzo. Da weiß man was man hat!

Kalinichta Karpathos

Neuer Tag, neues Glück – wir frühstücken und legen den Tagesplan fest. Dieser sieht wie folgt aus – wir fahren über Arkasa an die Westküste und dort Richtung Norden bis an die Strände von Lefkos, diese sollen die schönsten Sandstrände der Insel sein. Dann queren wir die Insel über den zentralen Bergrücken und fahren an der Ostseite wieder Richtung Süden. Dabei würden wir am Paralia Apella vorbeikommen, dem spektakulärsten Strand der Insel – ein Badetag also…

Was wir nicht wussten, heute sollten wir die echten Highlights der Insel kennen lernen und eine 100km Motorradtour vom Feinsten machen!

Zunächst sollte die älteste Kapelle der Insel besichtigt werden, das kleine Gotteshaus stammt aus dem 12. Jahrhundert, ist natürlich restauriert, beeindruckt aber trotzdem.

Im Hinterland

Um das Kirchlein zu finden, muss man die Hauptstrasse verlassen und offroad einige Kilometer fahren. Sibylle hat das tapfer ertragen, ich hatte Freude…

Die GS und Mario in ihrem Element

Von dort aus sind wir weiter nach Arkasa, wo wir uns noch einmal kurz den Mosaiken gewidmet haben. Diese waren eigentlich nichts Besonderes, gewinnen aber durch die Tatsache, dass sie einfach so zugänglich sind – kein Wetterschutz, kein Eintritt, nix!

Hunderte Jahre alt – und doch gut erhalten

Es folgten einige Kilometer Küstenstraße nordwärts, eine Straße etwa vergleichbar mit der Magestrale in Kroatien, das Stück zwischen Rijeka und Zadar – immerhin eine der schönsten Küstenstraßen Europas, das will was heißen. Dieser Straße folgten wir bis zum nördlichsten Punkt unserer heutigen Fahrt, den Stränden von Lefkos – und die waren echt schön!

Sandbuchten von Lefkos, von der Straße aus
Pause für Mensch und Maschine – Schatten bevorzugt
Feinsandig, glasklar – touristisch, aber nicht überlaufen

Wir haben uns abgefrischt, waren zweimal baden, haben eine eiskalte Coke getrunken und unsere Fahrt fortgesetzt. Die Straße zog sich in gleichbleibender Qualität von der Küste weg, den Berg hinauf – die Ausblicke waren spektakulär!

Karpathos ist bergig

So fuhren wir Kilometer um Kilometer und meine sonst beim Biken etwas ängstliche Gattin entwickelte sich zur sattelfesten Sozia. Ok, manchmal spürte ich den festen Griff der Finger im Wammerl, für mich ein unmissverständliches Zeichen etwas Kurvenbeschleunigung rauszunehmen – aber Alles in Allem war sie sehr tapfer…

Wunderbare Straßen – auch die Belagqualität war super

…mehr noch – sie war begeistert! Diese Begeisterung bekam einen kurzen Dämpfer, als ein Schild auf eine „Dangerous Road – next 10km“ hinwies. Salbende Worte meinerseits spendeten Mut und dies zeigte Wirkung – es folgte eine Motorradfahrt zum Zungeschnalzen!!!

Unterbrochen nur für Fotostops

Wir haben, gefühlt, ein Dutzend Mal gestoppt um Bilder zu machen – es war echt der Wahnsinn, Impressionen die man nur sehr schwer im Bild festhalten kann.

Straße immer am Abgrund – aber die FARBEN

Die Farben waren betörend, der Geruch so dominant und kräftig nach Pinien – DAS ist MEDITERRAN, das war die Definition. Nur das Zirpen der Grillen konnten wir nicht hören, weil das wuchtige Hämmern des 650 Kubik Eintopfs dies übertönte – aber auch das war an diesem Tag Musik in den Ohren…

Paralia Apella in Sicht
Diese Straße – links, rechts, steil runter, dann scharf links! GEIL!
Gleicher Fotopunkt, da kamen wir her…

Ich war glücklich – man konnte das Glück fühlen, es war greifbar – ein sensationeller Tag! Und Sibylle??? Sie war BEGEISTERT – das hätte ich ihr nicht zugetraut! Nur soviel vorweg, wir sind diese Straße weitere dreimal gefahren!

Was kostet die Welt?

Und immer wieder diese Schluchten, diese steil abfallenden Straßenränder – Fahrfehler sind tunlichst zu unterlassen!

Der andere Traumstrand war zum Greifen nah – natürlich nehmen wir ihn mit, verlassen die Traumstraße und fahren ein nicht minder kurviges Nebensträßchen bis auf Meeresniveau hinab…

Schon schön – Schirme, ja / zwei Ausflugsboote, ja / aber sonst nix – und kaum was los

…und wurden nicht enttäuscht. Die Farben des Wassers hier waren karibisch, der Kiesstrand perfekt für ein Eintauchen in die einladende See – ein Traum!

Von hier weg waren es nur noch wenige Kilometer auf der Traumstraße bis Pigadia. Zufrieden und schweigend kamen wir in unserem Appartment an, duschten und ließen die Gedanken fliegen. Überwältigende Eindrücke mussten sich setzen…

Und was gibt´s heute zu Essen???

Ausnahmsweise war die Frage nicht so leicht zu beantworten. Gestern gab es Giros (wenig überzeugend) heute aber war ein besonderer Tag – wir waren mit den Freunden aus Piräus verabredet. Es war eine Art „Open House“ Party geplant und wir waren „auf ein Bier“ eingeladen, es würde „Häppchen geben“.

Seit langer Zeit tappe ich mal wieder in die Gastgeberfalle…

Ich war besorgt, dass ich vielleicht unangenehm auffallen könnte, denn ich war hungrig. Ein Buffet mit Häppchen ist dann nicht wirklich sicher vor mir. Sibylle teilt diese Meinung und meint, wir könnten uns eine Pizza und einen Salat teilen um nicht hungrig anzukommen.

Kleiner gemischter Salat

Gedacht, gemacht! Die Lokalität hatten wir am Vortag gesehen, die Pizzen sahen gut aus – ich bin da Fachmann! Und ich wurde nicht enttäuscht!

Prosciutto – ein Gedicht

Chefin des Ladens war eine resolute Italienerin, die ihren Laden im Griff hatte. Ich bin sicher, dass alle Zutaten aus Italien importiert wurden – alles, wirklich alles – von der Pizza, dem Mozzarella, der Panna cotta bis zum Café – schmeckte original italienisch! Die beste Pizza die ich seit Langem gegessen habe, seit Langem!

Das Lokal wurde für den Rest unseres Aufenthaltes unser Topfavorit!

Da war noch was, ach ja, die Einladung…

Satt fuhren wir nach Menetes zum Haus der Freunde. Es war ein original „Karpathian House“, mit klassicher Einrichtung. Sibylle war begeistert!

Karpathos hat ein Matriarchat – das Porzellan geht von der Mutter an die älteste Tochter
Kein Museum, original und echt – ok, die Freunde wohnen im ersten Stock etwas moderner 😉

Wir waren beeindruckt! Nicht nur von dem Wohnhaus und der Größe der Familie, alle waren da – Großmutter, Eltern, Geschwister, Onkel und Tanten – und jede Menge Kinder, nein, wir waren auch vom „kleinen Snack“ beeindruckt! Gott sei Dank hatten wir etwas gegessen (Ironiemodus)…

„…es gibt nur ein Bierchen – und einen kleinen Snack“ – na toll!

Beiläufig wurden wir informiert, dass der Sohn des Hauses seinen 9. Geburtstag feiert – toll, und wir mit leeren Händen. Ich wurde aufgefordert auf den Junior und auf´s Leben im Allgemeinen zu trinken!

Ich erinnerte mich wieder an meine aktive Reisezeit – und das keinen Moment zu früh. Denn sofort nach dem Essen kamen seltsam anmutende Flaschen auf den Tisch…

Goldene Schleife als Unterscheidungsmerkmal

…seltsam deshalb, weil die Wasserflaschen eine goldene Schleife trugen. Das Unterscheidungsmerkmal – drin war nämlich ebenfalls Wasser, Feuerwasser!

Mein Trick von damals – einen in den Rachen, zwei für die Blumen, funktionierte, mangels Blumen, nicht. Dafür konnte ich immer mal wieder ECHTES Wasser nachfüllen. So blieb mir neben der zum Bersten gespannten Wampe, der zusätzliche Fetzenrausch erspart. Ich muss schließlich noch fahren.

Blick von Menetes auf Pigadia

Ich liebe es in der Nacht zu fahren – Auto oder Bike, egal. Nachts fahren ist toll. Auch die Rückfahrt nach Pigadia habe ich genossen. Was für ein herrlicher Tag, einfach perfekt.

Karpathos hatte unser Herz erobert – Karpathos besticht durch seine Natur!!!

Am nächsten Morgen packen wir das Päckchen aus, welches wir von unseren Gastgebern mit auf den Weg bekommen hatten. Typische Süssigkeiten aus Karpathos – wie nett, vielen Dank! Der Hausherr hatte noch etwas gemurmelt, dass ihn dieses Gebäck immer an irgendwas erinnern würde – nun, ich wüsste nicht an was – wahrscheinlich ein Fehler in der Übersetzung…

Gebäckspezialität aus Karpathos

Es war soweit – Sibylle will wandern! Alarmsignal! Der Plan wurde wie folgt festgelegt – ich bringe Sibylle auf 800m ü.d.M. bis zur Taverna „Kali Limni“, der gleichnamige Berg streckt seinen Gipfel dann weitere 400hm Richtung Himmel. Das würde meine Frau in wenigen Stunden gemsengleich abwickeln, ich warte einstweilen in der Taverne und lese. Ok, kann man so angehen…

Aufi muas I – bereits die Straße versprach Abenteuer
800hm wollen erfahren werden – auch mit der GS
Kali Limni (1215m)
Taverna „Kali Limni“ (800m.ü.NN)

Oben angekommen, stellte sich die Situation nicht mehr ganz so einfach dar. Die Taverne war nicht so doll wie bewertet und somit erwartet. Ich würde hier keine 4h warten. Das war aber nicht das Problem, ich hätte genug Zeit für die Rückfahrt zum Strand gehabt – das Problem war vielmehr, dass Sibylle zur Kenntnis nehmen musste, dass es kein „Bergwandern“ war, sondern mehr hochalpines Tourengehen. Obwohl die Bewertung der Gipfeltour hochgradig positiv war, hat meine Frau verzichtet und einem Tag am Ammopi Beach den Vorzug gegeben.

Ich sage JA zu Leitplanken!

Wir haben uns also unverrichteter Dinge auf den Rückweg gemacht, der, auch das muss gesagt sein, auch nicht von schlechten Eltern war…

180° Kehren? Pah, Kinderkram

In Ammopi angekommen, gab es ein erfrischendes Bad und es sollte zum Erfrischungsgetränk nach dem Bade auch ein Häppchen geben – wir entscheiden uns also für ein Club Sandwich…

Üppig, gut – und teuer

…welches wir genießen, weil es wirklich sehr gut schmeckt und statt mit Schinken mit Putenfilet belegt ist – welches uns aber auch aufgrund seines selbstbewusst kalkulierten Preises von 24.-€ in Erinnerung bleiben wird. Merke – auch in Griechenland immer mal wieder die Speisekarte studieren!

Das mussten wir heute Abend nicht noch einmal beherzigen – wir waren ein weiteres Mal mit den Freunden verabredet. Es würde in der Ammopi Region eine griechische „Panigiri“ stattfinden, ein „must attend event“, wie uns versichert wurde.

Google klärte uns auf, dass es um eine Art Kirchweih geht, der Begriff aber auch für kleinere Volksfeste verwendet würde. Ok, mal sehen. Die Tatsache, dass wir zu einer Kirche kommen sollten, ließ uns vermuten, dass der Kirchweihgedanke zum Tragen kommt – und so war es auch!

Εκκλησία Αγίου Ιωάννη

Die Kirche hatte Namenstag, der Hl. Ioannis wurde geehrt, der Pope sang und das zu weihende Brot lag bereit als wir ankamen. Für uns waren Plätze reserviert und wir hatten die Ehre und Möglichkeit der heiligen Weihe beizuwohnen.

Als der „offizielle“ und kirchliche Teil zu Ende war, wechselte das Geschehen sehr rasch in weltliche Sphären. Mir wurde gezeigt, dass es wieder eine Kleinigkeit zu Essen gäbe…

Griechische Definition von einer Kleinigkeit

…und ich durfte mich, als neugieriger, ausländischer Gast, am Löffel in verantwortungsvoller Tätigkeit verwirklichen!

Geht fei schwer – das Rühren der Speisen

An anderer Stelle wich der Pope den weltlichen Entertainern – es spielte eine Band die einen guten Ruf hätte. Diesem wurde sie gerecht und ich erkannte an der Lyra den Straßenmusiker wieder.

Hopahopahopa

Das Essen wurde verteilt, dafür wurden Ketten gebildet – eine hervorragende Logistik bei der das halbe Dorf mithalf. Wieder waren wir beeindruckt. Die Musiker starteten derweil das Repertoire.

Gerade bei solchen Veranstaltungen geht es rasch, bis die ersten Gäste zum Tanz aufspringen – und hier hielt es keinen auf den Sitzen, es war fantastisch anzusehen.

Jung und alt – Dorfgemeinschaft gelebt!

Ich konnte von einem Schwager gemachte Drohnenbilder abstauben.

Es war uns eine Ehre dabei zu sein!
Ein Dorf feiert

Wir waren mal wieder mittendrin – es war uns eine Ehre und ein Vergnügen. Die Wege unserer Freunde und unsere trennten sich hier, wir respektierten den unausgesprochenen Wunsch nach Urlaub und Privatsphäre – wir durften sehr weit in ebendiese vordringen und haben das Vertrauen und die Zuneigung sehr respektiert und genossen.

Wir schätzen uns glücklich solche Freunde in vielen Ländern der Erde zu haben!

Ein Punkt ist noch offen auf Sibylles „To Do“ Liste (diesmal nicht auf Papier) – es ist der Besuch des Berg- und Museumsdorfes „Olymbos“ im Nordteil der Insel. Wir sitzen also wieder in der „Street Bakery“ und beratschlagen…

Fertig für den Tagesausflug
Stärkung tut Not
Yummie

Der Tag ist gesetzt – HEUTE fahren wir! Wir sind früh aufgestanden, stehen um 07.30 Uhr vor des Bäckers Pforte um keine Zeit zu verschwenden – warum diese Eile???

Nun, bis Olymbos sind es rund 40km über die Küstenstraße, kurvenreiche und anstrengende Kilometer. Wir wissen, dass Ausflugsboote Richtung Bergdorf fahren und auch Busladungen mit Touristen dorthin gekarrt werden. Wir wollten die Gunst der Stunde und den Vorteil des Zweirades nutzen, um vor den Touristenmassen dort zu sein.

So sind wir auf der uns bekannten Traumstraße, diesmal in entgegengesetzter Richtung, bis nach Spoa gefahren, um dort die Hauptstraße nach Olymbos zu nehmen. Ein Facebookfreund hat mich vor Schlaglöchern auf dieser Straße gewarnt, die Info war aus 2014.

Weitblick – Straße links zu sehen und rechts zu sehen
Die Schlaglöcher von 2014 sind noch da – auffällig groß!
Fahrfehler vermeiden – auch wenn Leitplanken den Absturz (vielleicht) verhindern

Wir fahren vorsichtig, sind meist allein auf der Straße, klar, zu so früher Stunde. So erreichen wir sicher und zeitig am Tag das Ziel – das Bergdorf „Olymbos“ welches damals in der TV Folge von „Wunderschön“ beleuchtet wurde. Ein Dorf in dem die Frauen das Sagen hatten und haben. Die Tracht der Bewohnerinnen ist weitläufig bekannt.

Olymbos von der Zufahrtsstraße aus gesehen
Säule am Ortseingang – den Frauen aus Olymbos gewidmet
Erklärung

Leider ist nicht alles Gold was glänzt. Wir wurden mehrfach gewarnt, dass diese Frauen heute eher, smart formuliert, sehr tüchtige Geschäftsfrauen seien, die den Touristen das Geld aus der Tasche ziehen. Natürlich gäbe es noch traditionelle Handwerkskunst, aber das meiste sei „Chinaschrott“. Weiter wurden wir gewarnt, dass Besuche in den Häusern oder Fotos oft nur akzeptiert werden wenn etwas gekauft würde – auf ein Bild mit den Damen habe ich daher, aus Respekt und Vorsicht, verzichtet!

Tatsächlich sprechen die „alten Jajas“ sehr fließend Englisch und bieten Ihre Waren feil. Ich hatte gemischte Gefühle – der traditionelle Ort verramscht sich selbst – anderseits, was sollen sie denn tun?

Egal, genießt die Impressionen…

Es grüßen die Früchtchen
Herstellung von Maccarounes
Häuser die am Hang kleben

Olymbos ist touristisch, aber irgendwie nicht wirklich liebreizend. Es gibt mehrere Orte, auch in anderen Ländern, in denen die Häuser am Hang kleben, die mit bezaubernden Gässchen beeindrucken – mit der „Cinque Terre“, um nur ein Beispiel zu nennen, kann Olymbos nicht mithalten.

Das Klo war immer draußen
Gewagte Konstruktionen
Schöne, handwerkliche Details…
…und ein netter Dorfplatz

Olymbos liegt, anders als vermutet, auf der Westseite der Insel zum Meer – die bekannte Sichtseite ist aber gen Osten gerichtet.

Blick zur Ägäis

Eines noch – an die WDR „Wunderschön“ Redakteure, liebe Tamina Kallert, ich befürchte der Schuster, der die markanten Lederstiefel fertigt, hat Euch verarscht! Ich habe den Laden gefunden – eine alte, traditionell gekleidete Jaja hat mir erklärt, dass der Mann Ihr Sohn sei und jetzt gerade „in Urlaub“ ist – wer´s glaubt!

Meine Vorstellung von Olymbos wurde korrigiert, ernüchtert aber nicht unzufrieden treten wir den Heimweg an!

Yassou Olymbos, war nett

Der Heimweg führte uns noch nach Diafani an die Küste. Ein netter Ort am Arsch der Welt. Wir tranken ein Getränk, sortierten uns neu und hakten den Besuch als den nördlichen Wendepunkt ab. Es blieb die brennende Frage – wer um Gottes Willen macht hier Urlaub???

Pause – Abfrischung – WC – Heimweg

Der Rückweg führte uns am Paradies vorbei, wir ließen es uns natürlich nicht nehmen hier – irgendwo im Nirgendwo – einen Schnappschuss zu machen und schonmal einen „Fuß in die Tür zu bringen“ – man weiß ja nie…

Das Paradies? Naja, ok…

Was jetzt folgt sind Bilder unserer Heimfahrt – zunächst die Schlagloch bewährte Kamm- und Zubringerstraße nach Spoa, dann unsere Traumstraße bis zu dem karibischen Strand, an dem wir wiederum eine Pause einlegten. Schaut an und macht Euch ein Bild – die Motorradfahrer mögen bitte das Atmen nicht vergessen…

…es war einfach HAMMER! Sibylle hatte vom Festklammern und vom Kopf von links nach rechts Heben drei Tage Muskelkater – aber sie hat sich nicht beschwert. Ich denke insgeheim über den Kauf einer werksneuen Yamaha 700 Tenere nach – das sollte Sibylle aber tunlichst nicht wissen 😉

Eine Weile später waren wir am Traumstrand Paralia Apella angekommen – der Sprung ins kühle Nass war mehr als verdient und ich meine ein leises Zischen vernommen zu haben als wir unsere erhitzten Leiber eingetaucht haben…

Erfrischt – jetzt zurück zu „Aphrodite“

Das Abendessen heute schmeckte besonders gut – ein weiterer Traumtag liegt achteraus und wir waren zufrieden und müde zum Stadtbummel aufgebrochen. Die Pizzeria war abermals unser Ziel, wir wollten die Option auf eine köstliche, dem italienischen Original gleiche Pizza, sooft es geht nutzen.

Als Vorspeise wieder der bewährte „kleine gemischte Salat“…

…gefolgt von nur einem Hauptgang – einer leckeren Pizza – für jeden von uns! Auch Sibylle hat den Teigfladen restlos verputzt! Ein Tag an der frischen Luft macht hungrig.

Wir sacken zufrieden ins Bett, morgen ist der letzte Tag, der Urlaub auf Karpathos neigt sich dem Ende zu.

Nicht erst am Früstückstisch hatten wir beschlossen einen Strandtag einzulegen. Wir wollten uns die Strecke bis Lefkos noch einmal antun und dort für einen Tag ein Liegenpärchen mieten und den Sandstrand genießen.

Das haben wir so auch umgesetzt – unspektakulär!

Es war mir ein Bild wert meinen Mittagssnack zu fotografieren – er dient als Grundlage für das allseits beliebte Suchspiel.

Die Suchaufgabe lautet diesmal – findet das Brot! 😉 Wie immer gibt es einen kleinen Tipp, der lautet – das Essen heißt „Bruschetta“…

Ich hatte einen Berg Tomaten zu verzehren und letztendlich unter dem Tomatenberg reichlich Brot gefunden. Zu meiner Überraschung war das Sugo richtig gut gewürzt und der Snack war richtig lecker – ist ja auch nicht immer der Fall.

Wir waren gehörig schwimmen, haben bis zum Hals im Wasser gestanden und uns abgekühlt – der Faulenzertag tat uns gut. Am Nachmittag noch den typisch griechischen „Freddo“, bevor wir uns auf den Heimweg machten.

Schatten – im Café
Cappuccino freddo sketo

Es wird Euch kaum überraschen, dass wir für den Heimweg ein letztes Mal die „Traumroute“ gewählt haben – dieses Mal ohne Foto- und Badestopp. Die 10km sind dann schneller vorbei, aber auch flüssiger zu fahren, zumal auch die Kurven langsam bekannt sind.

Noch ein Suchbild? Findet einen weiteren Grund vorsichtig zu fahren…

…hier die Auflösung – ich zoome mal vorsichtig rein.

Die Ziegen laufen auf der ganzen Insel frei rum, man muss echt aufpassen, dass man keine „auf die Hörner nimmt“ – im umgekehrten Wortsinn!

Wir kommen an, machen uns frisch und gehen ein letztes Mal in die Stadt. Die Wahl für das Dinner fällt abermals auf die Pizzeria die im Rückblick 5,8 von 5 möglichen Sternen erhält. Eine Topadresse in Pigadia!

Heute erhaschen wir auch einen Platz in der Cocktailbar welche „Happy Hour from 19.00 to 22.00“ anbietet. So nah liegen Licht und Dunkel beisammen! Wir bestellen wieder Standardcocktails um vergleichen zu können und erhalten die schlechtesten Cocktails unseres Lebens – schauderhaft!

Das ist ein Caipirinha – kann man sehen wie der schmeckt???

Die Nacht bricht herein, ein letztes Mal legen wir uns im Appartmenthaus „Aphrodite“ zur Ruhe – ein Haus welches wir sehr empfehlen können, wenn man in Pigadia zentral, ruhig und günstig wohnen will – nur Strandnähe ist nicht gegeben – aber da man auf Karpathos ohnehin mobil sein sollte, kann der Weg zum nächsten Strand leicht gefahren werden. Streng genommen sind sowohl Strand als auch Stadt fußläufig zu erreichen.

Der 31.08. bricht an – der letzte Tag des Monats. Unser Urlaub auf Karpathos wird heute enden. Wir gehen ausnahmsweise direkt am Hafen frühstücken. Das „Croque Madame“ welches ich mir genehmige ist nicht von schlechten Eltern!

Croque Madame, Crepe, Cappuccino – die drei C für einen guten Start in den Tag!

Unser Motorrad parkt in der Pole Position und wir sind startklar als die Fähre – pünktlich – eintrifft.

Trotz des vor der Türe stehenden Septembers, steigen noch Menschenmassen aus – Einsteiger sind aber diesmal deutlich weniger, das Chaos von letzter Woche wiederholt sich nicht.

Zuerst die Aussteiger

Diesmal würden wir keine Kabine haben, die Fahrt dauert von 11.40 Uhr bis nachts um 00.50 Uhr – das kann man aussitzen. Unsere Taktik ist daher, dass Sibylle mit dem Rucksack als Fußgängerin rasch einsteigt und ich mich um das Bike kümmere. Sie reserviert einen guten Platz und ich komme nach – soweit der Plan!

Nahezu der gleiche Platz, das Bike steht sicher…
…und wird mit dem „check-Out-Hafen“ markiert

Sibylle hat einen sehr guten Platz gefunden, den werden wir bis zur Ankunft nicht mehr verlassen.

Die erste Station nach Karpathos ist Kasos, ein Hafen der mich neugierig macht – er ist ein Zwischenziel auf der Fahrt von Kreta nach Karpathos. Die Seekarte weist „dangerous waves in front of port entry“ aus – jedenfalls wenn es ab N7 Bft. hat. Heute ist es immer noch weitgehend windstill und mir fliegen die Gedanken an „die Sturmumtoste“ durch den Kopf, während ich den friedlichen Hafen fotografiere.

Kasos

Von dort nehmen wir Kurs Richtung Rhodos, diesmal an der Westseite von Karpathos vorbei .

Zwischendrin versorgen wir uns mit Snacks, welche für eine Bordverpflegung überraschend gut sind. Preislich gerade noch akzeptabel, können wir uns so gut versorgen.

Cappuccino und süße Teilchen am Nachmittag
Chips und Wein zu später Stunde

Zwischendrin waren wir zum Abendessen im Bordrestaurant wo wir, abgesehen von der Selbstbedienung mit entsprechend Müll, ganz gut und relativ preiswert gegessen haben. Obwohl die Fährfahrt immer irgendwie anstrengt – einfach weil es lange dauert – ich kann es genießen.

Den Rest der Fahrt haben wir mit Lesen rumgebracht.

Leros voraus – 00.11 Uhr

Pünktlich bringt uns der Blaue Riese nach Leros / Lakki, wo wir am 01.09.2022 um 00.50 Uhr aussteigen.

Kalo Mina – wir wünschen einen „guten Monat“ – der Blogeintrag des August endet quasi mit unserer letzten Urlaubsminute…

AUSBLICK September!

Wir sind vom 20.09. bis 04.10. wegen einer weiteren Hochzeit in Deutschland. Franziska heiratet ihren Mikey und wir sind eingeladen 😉

Es gibt ein „Italien-Special“ – ich werde versuchen Klischees zu bedienen und aufzeigen was wir hier am Steg mit den südländischen Amici mitmachen – kritisch – aber mit einem Augenzwinkern!

Naja, ein paar Bootsthemen bekomme ich auch noch rein…

VIELEN DANK! Wenn Ihr bis hierhin durchgehalten habt, dann habt Ihr Euch ein Extra-Lob verdient! Wir freuen uns riesig, dass Ihr uns folgt und dabei bleibt.

In diesem Sinne einen schönen Monat – kalo mina – Euch Allen. Genießt den September, den Spätsommer, wo immer Ihr auch seid.

Herzliche Grüße, die NESSAJA Crew

Sibylle & Mario

Juli 2022 – Electricity

Bereits 1980 schrieben OMD einen Song mit obigen Titel, welcher auf die Endlichkeit von Ressourcen hinweist, Verschwendung von Energie anprangert und auf alternative Energiequellen einschwört.

Zugegeben, musikalisch eher leichter Elektropop der frühen 80er, aber sind es nicht exakt diese Songs, welche die frühe Jugend meiner Generation prägten?

Weil sich im Juli 2022 sehr viel um die Elektroinstallation auf NESSAJA drehte und die ausreichende, autarke Energieversorgung unseres Schiffes ganz oben auf der Prioritätenliste steht, zudem in einer Zeit in der dieses Thema akuter ist denn je, hat es dieser Song geschafft Headliner des Julibeitrages 2022 zu werden (Text ganz unten)…

Hallo, schön, dass Ihr wieder da seid, Euch Zeit nehmt den Beitrag des ersten echten Sommermonats zu lesen. Ihr erinnert Euch sicher – der Titel des Junibeitrages war „Holiday“. Der sechste Monat des Jahres war irgendwie ein „Faulenzermonat“ – das sollte sich nun ändern. Ganz oben auf der To-Do Liste stand, meine Energieversorgung so weit zu installieren, dass die Ladeinfrastruktur funktionsfähig ist. Die im Januar gekauften Lithiumakkus müssen endlich eine Initialladung erhalten!

Doch gemach, so schnell geht das nicht!

Inzwischen ist die immerfort wabernde Befürchtung, dass wir 2022 wohl recht wenig unterwegs sein werden, Gewissheit geworden. NESSAJA wird dieses Jahr in der Marina verbringen. Ich bin mit meinen Projekten in Verzug, habe eine zusätzliche Baustelle angenommen – dazu später mehr – und es macht keinen Sinn, die umfangreichen, komplexen und in mancher Hinsicht auch sicherheitsrelevanten Arbeiten „hinzuschludern“ nur um einmal auslaufen zu können.

Sibylle und ich haben uns geeinigt – ich arbeite weiter stetig nach System und koordiniert, wir richten es uns auf Leros häuslich ein und genießen die freien Stunden eben hier.

NESSAJAS Platz – unser Zuhause! Steg D1 (immer noch neben MONEY PENNY)

So schwer ist das nicht, denn wir haben einen guten und sicheren Platz, zentral und somit „kommunikationsintensiv“. Das schätzt man durchaus wenn man in einer Marina lebt. Social Life ist hier eben etwas anders als zuhause in der Reihenhaussiedlung.

Eine weitere Erleichterung erfahren wir durch die Eröffnung einer neuen Eisdiele an unserem Lieblingsstrand in Panteli…

Neu renoviert, einladend – aber noch namenlos!

Haris´ Bruder, Ihr erinnert Euch, Haris ist der Betreiber der Bar in der Mühle, sein Bruder eben, betreibt dieses Eiscafe welches ein absolutes Spitzeneis aus heimischer Produktion bietet – man liebt Eis und steht dazu!

Der Slogan ist Programm

Isidoros experimentiert mit den Sorten und fast täglich gibt es neben den üblichen Verdächtigen, ein oder zwei neue und teilweise außergewöhnliche Sorten.

Schlaraffenland

Ich habe mich absolut auf „Salted Caramel“ eingeschossen – schmeckt wie „Brauner Bär“ (wer das noch kennt) – und nehme immer eine Kugel Sorbet dazu. Das passt vorzüglich und schmeichelt dem Gaumen!

Salted Caramel – heute mit Mango

Na, da fehlt jetzt noch ein passender Name für den Schuppen und er wird eine Gelddruckmaschine! Perfekte Qualität am perfekten Ort – besser geht´s kaum!

Nicht, dass wir Repapis untreu würden, wir verteilen unsere Gunst eben ein bisschen 😉

Nein, wir haben nicht nur gefuttert – ja, es wurde auch gearbeitet – und wie!

Crimpzange (links) & Wantenschneider (rechts)

Ich packe also zum ersten Mal meine eigens eingeführte XXL Crimpzange aus, um die ersten Kabel mit 70mm2 Querschnitt zu crimpen. Ich wusste, dass jedes Kabel individuell angefertigt werden müsste und habe mir daher gleich diese Zange gekauft. Rentabel ist sowas nur wenn man es selber machen kann.

Kann ich das???

Langer Weg – mein Ergebnis

So wie auf dem Bild sollen die daumendicken Kabel aussehen. Heute weiß ich – JA, ich kann das! Aber bis dahin war es ein langer Weg…

Mein Freund Benno hat mit meinem Wantenschneider seine Kabel geschnitten. Geht – sagt er! Bei mir geht es nicht!

Saubere Schnitte mit der Flex und 1mm Scheibe

Ich entscheide mich, die Kabel mit der 1mm Scheibe auf der Flex zu schneiden – das klappt bei mir überraschend gut. Seltsam, gleiche Arbeit – unterschiedliche Erfahrungen…

Darf nicht ausfransen – das offene Ende

Ich experimentiere, wie ich das offene Ende nach dem Schnitt am Ausfransen hindere. Zuerst mit einem schmalen Abschnitt beim Abisolieren, später mit einem „Ratschbandl“ (Kabelbinder), was sich als die praktikablere Lösung herausstellt.

Wer nun denkt, dass dies frei von Verlusten umsetzbar war, irrt! Ich hatte einige Versuche gebraucht, bis ein reproduzierbarer Arbeitsablauf gefunden und etabliert war.

Wo geholbelt wird fallen Späne

So konnte ich an Tag 1 einiges üben, hatte eine steile Lernkurve und erzielte obiges Ergebnis – die Polverbindungen meiner LiFePo4 Batterien.

Ich hatte ja schon geschrieben – hier werde ich nicht zu technisch. Dazu habe ich eine eigene Seite aufgemacht welche schon online ist und meine Projekte aufzeigt. Diese Seite werde ich nach Fertigstellung mit allen technischen Details ergänzen.

Klar war, wer viel schafft, darf auch das Leben genießen. Das taten wir zum Beispiel bei einer Einladung ins Haus von Segelfreunden aus der Marina. Roland und Mireille haben nach Vromolithos zum Grillen geladen…

Liebevolle Details
Typische Architektur
Herrliche Terrasse
Panoramaview – wow!

Das Häuschen ist wunderschön – da waren sie wieder – die Momente die uns an unserem „Vagabundenleben“ zweifeln ließen. Sollen wir auf Leros sesshaft werden? So ein Häuschen würde mir gefallen, das will ich ehrlich eingestehen!

Naja, und der Speiseplan an diesem Tag war auch nicht schlecht!

Tabouleh & Blattsalat
Häppchen vom Rost

Der Wind wurde wieder stärker, es ist Meltemizeit. Am Anfang des Monats war klar, der vorherrschende, lokale NW musste kommen! Dass er tatsächlich pausenlos, nahezu den ganzen Juli durchgehalten hat, hatte niemand auf der Rechnung. Es waren Tage dabei, da ging das permanente Geheule sauber auf den Zeiger – klar ist aber auch, ohne geht´s nicht. Die kühlende Luft, der andauernde Zug, sind bei der herrschenden Hitze nötig!

6-7 Bft. – andauernd!!!

Ich hatte einen guten Platz dem Wind auszuweichen – mein Batterie-Kompartment nämlich! Ein etwa ein Kubikmeter großer Raum ohne Fenster, gleich über dem Motor. Ich kann dort etwa eine halbe Stunde arbeiten, dann bin ich schweißgebadet, muss für 15 Minuten ans Deck und „auslüften“. Dann wiederhole ich – so geht arbeiten im griechischen Sommer 2022.

Ich hatte ja die Batterien im Winter eingebaut und auch den Quattro schon an Ort und Stelle gehängt. Ich wollte das Zeug damals sicher verräumen und schon die Montageplätze festlegen. Es war allerdings klar – irgendwann muss das Zeug noch einmal raus oder zumindest verrutscht werden. IRGENDWANN war jetzt!!!

Schritt 1 der Victron Installation

Gesagt, getan – der schwere Quattro muss also noch einmal von der Wand, die Batterien noch einmal nach vorne – anders kann ich die Minuspole nicht verbinden. Erste Zusatzgeräte ziehen ein, dafür muss eine Montageplatte gefertigt und angeschraubt werden.

Angeschraubt??? Wieder hatte ich die Rechnung ohne die griechische Qualitätsrichtlinie gemacht. Mein Akkuschrauber, immerhin ein Gerät der blauen Bosch „Professional“ Serie, macht kurzen Prozess mit dem Edelstahlglump aus, vermutlich, fernöstlicher Produktion.

6 Schrauben rein – 2 ab, so macht arbeiten Spaß!

Egal – viel geschafft heute, das muss belohnt werden! Mein Lieblingsmusiker, der Fiddler Manolis Platis, Ihr erinnert Euch, spielt diesmal an einem Lieblingsplatz – bei Marietta. Nix wie hin!

Diesmal in anderer Begleitung – Flourious, der Keyboarder, fehlt

Die Jungs legen langsam los, begleiten das Dinner der Anwesenden, die Stimmung kocht aber immer bei den gleichen Songs auf – spätestens um 23.00 Uhr hält es keinen mehr auf den Stühlen…

Hopahopahopa
Marietta in der Mitte

…und natürlich kann auch Marietta, die „Gastgeberin“, ein Tänzchen nicht verwehren. So geht das stundenlang – und ich bin glücklich! Es sind besondere Momente, ich könnte ewig dasitzen und die Stimmung aufsaugen – eine Stimmung die nur sehr schwer in Fotos festzuhalten ist. Man muss es erlebt haben.

Spät am Abend erst machen die Musiker eine Pause. Sofort finden sich junge Männer und greifen nach den Instrumenten – und es geht weiter!

Stand up – allererste Sahne!

Der junge Mann rechts war so ein wenig der „Anführer“ der Clique an diesem Tag. Er tanzte gut, spielte prima Bouzouki – hatte seinen großen Auftritt aber, als plötzlich der Strom ausfiel und die Stimmung abzuflachen drohte.

Der Bursche hat einfach seine Begleiter animiert weiterzuspielen und hat unplugged das Publikum mitgerissen bis einfach alle gesungen haben – bis der Strom wieder anging! Während ich diese Zeile schreibe habe ich Gänsehaut – Momente die man mit Geld nicht kaufen kann!!!

Dunkel – die Jungs spielen, alle singen – im Foto kaum zu erfassen!

Es war ein einmaliger, zauberhafter, toller Abend – zufrieden sind wir ins Bett…

Wie schon gesagt, es ist Sommer, echter Sommer! Das Quecksilber steigt täglich über 30°C, oft auch spürbar höher…

38°C – die Strassen leer

Ich habe daher meine tägliche Routine um einen Punkt erweitert, besser gesagt habe ich eine Routine des vergangenen Jahres wieder aufleben lassen – das frühmorgendliche Bad im Meer.

Morgens um 7.30 Uhr in Panteli

Nach dem ersten Aufwachen stehe ich sofort auf und fahre mit dem Bike durch die noch frische Morgenluft an den Strand von Panteli – diesen habe ich um diese Zeit weitgehend für mich alleine. Ok, nicht ganz alleine, es ist IMMER die Frau mit dem roten Hut und der Mann mit der weißen Gummibademütze da – wir wetteifern wer als erstes im Wasser ist. Das Meer ist so erfrischend und holt den letzten Rest Schlaf aus dem Körper – fit für den Tag!

Das Meer lädt zum Bade

Danach brauche ich meinen Kaffee! Das ist dringend, um auch die vitalen Systeme unter Strom zu setzen (siehe Headline) und den Geist dem Körper folgen zu lassen. Diesen Cappuccino gönne ich mir meist gleich im Cafe „Sorocos“ am Strand, der Ruhe wegen…

Weckt die Lebensgeister

…oder ich fahre nach Lakki ins „Panino“ um mich mit den Mechanikern der Marina an einen Tisch zu setzen und mitten im Getümmel zu sein – kommt auf meine Tagesform an!

Das „Panino“ – direkt an der Hauptstrasse in Lakki

Nur Insider unter den treuen Bloglesern wissen, dass sich unsere Nachbarn von D2 vor längerer Zeit schon entschieden haben, Ihre Hanse vorwiegend als Ferienhaus zu nutzen. Ich schwöre, dass ich dies mit NESSAJA so nie umsetzen werde – habe inzwischen aber weitaus mehr Verständnis für die Beweggründe der Beiden – und finde das Ergebnis nicht schlecht.

Umso ungewöhnlicher, fast schon verwirrend war es, als die Lücke uns gegenüber auf einmal leer war – dort wo sonst zuverlässig die blaue Hanse lag, klafft ein Loch – was war geschehen???

Nanu, da fehlt doch was…

Die Erklärung ist einfach! Uli hat sich durch mein Gefasel über die „besten Seeventile der Welt“, die Kunststoffventile von TruDesign, so infizieren lassen, dass er kurzerhand seinen für Herbst geplanten Krantermin umlegen hat lassen, um ebenfalls solche Borddurchlässe nebst Kugelhähnen einzubauen.

Für eine ganze Zeit war also die JASPER der Treffpunkt der privaten Bastlerszene der Leros Marina Evros – es wurde gefachsimpelt, beratschlagt und kommentiert – nicht immer zu des Werkers Freude 😉

Ruder laminieren – war da nicht etwas?

Da auch die JASPER einen kleinen Laminatschaden am Ruder hatte und neben den Seeventilen auch laminiert werden musste, war ein kleiner Flashback meinerseits nicht zu vermeiden.

Und was ist mit der eigenen Baustelle, dem Energieprojekt auf NESSAJA? Geht da was? Antwort – Ja, aber langsam!

Suchspiel – finde den Unterschied…

Morgens
Abends

Unter Berücksichtigung aller ablenkenden Einflüsse hier und unter den vorher beschrieben Arbeitsbedingungen, sind die paar Kabel die den Unterschied zwischen morgens und abends machen, als ein Tagwerk zu bezeichnen – mühsam nährt sich das Eichhörnchen!

Aber, wir müssen auch gestehen, dass zu unseren Gepflogenheiten der tägliche Besuch der Eisdiele am Panteli-Strand gehört. Die hat inzwischen einen Namen, sie heißt „Sorbet“.

Man hat dort bemerkt, dass unsere Besuche häufig sind und wir haben einen der ersten Posts im neuen Instagram Auftritt bekommen – die Schreibweise wurde inzwischen korrigiert 😉

Diese Besuche kosten etwas Arbeitszeit, bescheren aber qualitativ hochwertige Lebenszeit – „quality time“ würde man heute wohl sagen. Das ist es mir wert!

Ebenso zeitintensiv sind die Ersatzteilbesorgungen, ein altbekanntes Thema. Ich beschaffe Ersatzteile für Hans-Peter und Werner – und für mich. Meist mache ich die Fahrten zu Giorgos, Ihr erinnert Euch, der Edelstahlschweißer aus Kamara, oder gehe zu Panos unserem Shipchandler – das aber meist erfolglos wie Ihr aus dem letzten Bericht wisst.

Auch diesen Monat habe ich einen Schalter bestellt. Den sollte ich nach vier Tagen haben, nach vier Wochen ist er noch nicht da. Ein über´s Internet bestelltes Produkt ist längst verbaut – aber diesmal gehe ich Panos auf die Nerven…

Die Beschaffungen für Hans-Peter, einem Nachbarn, mache ich, weil er nicht so firm in englischen Spezialbegriffen ist, die für Werner aus einem anderen Grund – dazu später mehr…

Nice – ein sogenannter „Elbow“ aus Edelstahl – für meinen Jockel

Wenn ich zu Giorgos fahre ist das so, als ob eine Frau in eine Boutique geht – man findet immer was, auch wenn man eigentlich für jemand anders eine Besorgungsfahrt macht. Und so bin ich plötzlich Besitzer eines V4A Elbows für meinen Volvo MD22. So ein Teil auf Ersatz kann nie schaden – und schon bin ich ein paar Mark ärmer…

Auf diesen Fahrten über die Insel entdecke ich immer wieder Sehenswertes – so zum Beispiel die beiden Moppeds deutscher Produktion.

Kreidler Florett – das doppelte Lottchen

Das ist schön! Weniger schön ist mein Kontakt zur heimischen Tierwelt – als ich mit einer Vespa velutina Bekanntschaft mache. Was zunächst auch wie ein Zweirad aus italienischer Produktion klingt, entpuppt sich schnell als Gegner mit schmerzhaften Waffen!

Asiatische Hornisse

Die ca. 2-3cm lange Hornisse ist ein Fluggerät mit dem man nicht kollidieren möchte – ich hatte leider das Vergnügen! Der gelb-schwarze Brummer ist mir beim Motorradfahren an das Schlüsselbein gedonnert, dieses ging glücklicher Weise nicht zu Bruch. Ich dachte, ich hätte das Insekt abschütteln können, spürte nach Sekunden aber ein Krabbeln im Ärmel des T-Shirts.

Der geflügelte Kamikaze war, statt in die Freiheit, in den Kragen meiner Oberbekleidung gerutscht und bahnte sich den Weg in den freien Luftraum. Leider habe ich beim Schütteln des Ärmels wohl den veränstigten Flieger gepackt, so dass dieser als Ultima Ratio sein Verteidigungswerkzeug ausfuhr und mich punktierte.

Das tat weh!!!

Ich hielt an und mir schwoll der Arm – ein Riesentrizeps in Sekunden, ganz ohne Studio! Ok, der Preis war ein Brennen welches man nicht will – was tun? Salbe? Check! Kühlen? Check!

Und dann???

Autschn

Glaubt es oder nicht – das Tier sticht mich in den linken Oberarm und Minuten später schwillt mir das rechte Auge – na toll, so gewinne ich, trotz Mega-Trizeps, keinen Schönheitspreis.

Zur Info, schon nach vier Tagen ist das Auge wieder frei, der Muskel wieder der des Untrainierten und das Brennen und Jucken erträglich 😦

Leros ist Kultur!

Wie schon 2021 gibt es auch dieses Jahr wieder ein paar Konzerte im Rahmen des Kulturprogrammes. Da sind wir dabei und beschließen kurzerhand den Kauf zweier Konzertkarten für einen bekannten Gitarristen – mal was anderes.

Wir treffen ein, als noch gestimmt und aufgebaut wurde, eine nette Stimmung und ein schönes Ambiente.

Das Konzert begann pünktlich und die Musiker lieferten eine sehr gute Show ab. Sicher, mehr Anspruch und vielleicht auch musikalisches Können als bei den geselligen Abenden – aber eben auch nicht die ausgelassene Stimmung. Dies soll aber nicht falsch rüberkommen – es war ein herrlicher Abend!

Leros ist Natur!

Wenn ich zum Teilebeschaffen über die Insel fahre, entdecke ich oft Sehenswertes, Neues!

So zum Beispiel die freilaufenden Schweine und die netten Ferkelchen…

Kaum war ich zum Fotografieren stehengeblieben, kamen die neugierigen Tiere schon zu mir. Da Jungtiere dabei waren bin ich etwas auf Sicherheitsabstand gegangen.

Während ich all das beschreibe, hatte ich im Hintergrund mein Victron Energieprojekt in Arbeit. Hier kam von der Seite ein kleiner Zeitdruck auf – ein Freund bat mich um Hilfe, zeitintensive Hilfe…

Ich musste mich also sputen!

Mir war klar, dass ich für die vielen Kästchen des Victron Systems noch etwas Montageplatz brauchen würde. Ich musste also eine Montageplatte fertigen welche über den Membranen des Wassermachers montiert wurde. Dieser darf nun nicht mehr kaputt gehen – ich hoffe er versteht das!

Fertigung Montageplatte und Vormontage der Bauteile
An Ort und Stelle

ALENA drängt sich in unser Leben!

Werner kenne ich seit Jahren und ich mag ihn. Er hatte durch Covid und eine Krankheit drei Jahre lang keine Gelegenheit ALENA zu besuchen und zu pflegen. Nun möchte er sie ins Wasser bringen, kann die nötige Arbeit aber selber nicht leisten. Zudem sind ihm die Umstände um die Verlässlichkeit bei Werkstattaufträgen in der Marina bekannt – zumindest sofern man nicht anwesend ist – er bat um Hilfe.

Das Problem war der Termin, ALENA soll am 09.08.2022 ins Wasser, es blieben also knapp drei Wochen. Sibylle und ich machten eine Bestandsaufnahme und waren erschrocken!

Die Persenning zerrissen
Dicker Staub überall
Drei Jahre hinterlassen Spuren

Was machst Du, wenn Du einer „Mission Impossible“ gegenüber stehst um die ein Freund dich bittet? Was machst Du, wenn die Zeit dafür reichlich knapp scheint? Du überlegst und – sagst ZU!

Wir lassen ALENA von der hintersten Ecke auf die Freifläche bringen, um sie zu reanimieren…

Pame, pame – auf geht´s!

Und immer zwischendrin ein paar Kabel bei NESSAJA ziehen – inzwischen war ich bei kleinen Kabeldurchmessern angelangt. Der Servicetechniker von Victron empfahl auch die Kontrollanzeigen anzuschließen.

Da fällt mir ein, Sibylle und ich haben noch einen weiteren Brauch in unseren Tagesablauf integriert. Inzwischen war der Strand tagsüber schon richtig voll, fast unangenehm voll. Wir gehen nachmittags also ein Eis essen, kurz schwimmen und uns abfrischen – aber wir verweilen nicht.

Der Annahme folgend, dass ein am Morgen sehr schöner Strand dies ja auch am Abend sein könnte, verhalten wir uns azyklisch und besuchen Panteli nachdem die Urlaubsgäste zum „aufhübschen“ in Ihre Zimmer gegangen sind.

Dieses Zeitfenster nach dem Sonnenbad, aber vor dem Dinner, gilt es zu nutzen…

Wieder fast alleine im Paradies!

Wir gönnen uns immer zwei kleine Bier um den Feierabend einzuleiten.

Es fällt auf, dass die Sonne auch bei mir deutliche Spuren hinterlässt!

Nein, keine Hautkrankheit – meine Schuhe haben Löcher 😉

Ach, ich liebe dieses Griechenland – ein besonderes Leben hier!

λατρεύω την Ελλάδα

Um Euch nicht zu verwirren – Uli hat die JASPER inzwischen fertig, er liegt wieder an seinem Platz und ist uns guter Nachbar. Dafür ist mein Nachbar zur Rechten (nach der MONEY PENNY), Hans-Peter mit seiner LIBERTÉ, jetzt an Land. Auch er konnte mit dem TruDesign Virus infiziert werden, auch er hat Laminatschäden am Ruder – willkommen im Club!

Warum ist das wichtig? Um zu verstehen, warum ich auf drei Baustellen arbeite – NESSAJA (ist klar), ALENA (wurde beschrieben) und LIBERTÉ. Auf der Bavaria von Hans-Peter helfe ich, weil er mir sowohl mein altes 100A Ladegerät als auch meinen Raymarine Linearantrieb für den Autopiloten abgekauft hat. Ich habe versprochen, bei der Installation beider Komponenten zu unterstützen. Zum Einen, weil ich ohnehin ähnliche Baustellen habe, zum Anderen, weil ich dachte, zu diesem Zeitpunkt meine Baustelle weitgehend abgeschlossen zu haben – ha, Pfiffkas – aber ein Wort ist ein Wort und so finde ich mich ab und an auf der LIBERTÉ wieder.

Und die ist eng!

Erst der Körper, dann die Wampe – oder umgekehrt!

Mit einer Drehbewegung schäle ich mich durch Türausschnitte, die diesen Namen nicht verdienen. Ich zwänge mich in Betten, in welchen ein Eheleben nicht möglich wäre (es sei denn unter Zuhilfenahme eines Kamasutra) – schlimmer noch, in diese Betten zwänge ich mich neben Hans-Peter…

Spaß haben wir trotzdem – und voran kommen wir auch

Nach getaner Arbeit kochen wir etwas Feines oder gehen mit Freunden essen. Das Kochen wird erschwert durch die Tatsache, dass Wespen gerne zu Besuch kommen wenn wir den Grill anschmeißen – das möchten wir nicht, daher bleibt der Grill zunächst kalt.

Essen gehen soll nicht teuer sein, deswegen finden wir uns häufig im „Souvlakki“, einem Girosgrill im Ort wieder, oder wir gehen eben zu besagter Marietta in ihr „Bakaliko me Tsipouro“, zumal dann, wenn es Livemusik hat – und es war wieder soweit…

Zusammen mit Angelika und Uli, sowie Gabi und Gottfried waren wir pünktlich um 20.00 Uhr an unserem Tisch, um ein wenig – wie sagt man heute – vorzuglühen! Angelika und ich hatten fleißig die Schritte griechischer Tänze geübt, sehr zur Belustigung der anderen, um im Falle eines Falles parat zu stehen.

Die Band, diesmal Manolis und Flourious zusammen mit zwei weiteren Musikern, spielte rasch kräftig auf, so dass die Stimmungskurve recht flott nach oben zeigte!

Tsipouro – bitte nicht aufhören zu spielen

Wer musiziert wird durstig und braucht dazwischen etwas „Sprit“ – vermute ich – anders ist es nicht zu erklären, dass den Musikern alle zwei Songs eine Runde verabreicht wurde. Immerhin auf eine Art und Weise, welche es erlaubte ohne Unterbrechung zu spielen.

Es tanzten Groß und Klein

Schon war wieder prächtige Laune, es wurde getanzt und gefeiert – und wir waren mittendrin. Mittanzen? Irgendwie hat es nicht geklappt, nächstes Mal, bestimmt!

Nach 00.00 Uhr unplugged, des Lärmes wegen – tat der Stimmung keinen Abbruch
Die Kehle will geschmiert sein…
…und Ex!

Vielleicht sollte ich es machen wie die Musiker – alle zwei Lieder einen Tsipouro, da würde ich wohl bei Song 8 einen feinen Ausdruckstanz hinlegen 😉

Wieder neigt sich ein wunderschöner Abend dem Ende zu, wieder fallen wir zufrieden ins Bett.

Der neue Tag bringt wieder einige Impressionen, welche ich Euch nicht vorenthalten möchte – auch das ist Leros, das ist unsere momentane Wahlheimat!

Partnerstadt Aschheim – mein Zuhause von 1974 bis 1979
Vor sich hinrostende Schätze
50PS treffen auf 1PS

Zurück auf die Baustelle, auf MEINE Baustelle – was macht das Victron Energieprojekt auf NESSAJA?

Es wächst und gedeiht!

Fertig für die Initialladung der Batterien

Etwa Anfang der dritten Juliwoche war ich soweit. Alle Komponenten welche der Victron Techniker empfohlen hatte, waren verbaut – ich konnte den Schalter umlegen und 230V auf meinen Quattro geben. FUNKTIONIERT!

Das Control Pad zeigt an, dass die Batterien geladen werden, das intelligente Ladegerät durchläuft einen kompletten Ladevorgang – dieses Thema kann ich als erledigt abhaken.

Control Pad
Noch nicht alle Geräte erfasst – aber erste Erfolge

Ich kann die Daten meiner Komponenten am Display ansehen und das System kontrollieren. Dies geht mit den Smart Systemen auch über´s Mobiltelefon und ich habe eine Stunde ivestiert, um einen Account anzulegen und die Geräte zu erfassen und korrekt zu benennen. So sieht die Liste inzwischen auch am Display aus.

Über das Control Pad oder das Smartphone kann somit immer der aktuelle Zustand der Energieversorgung, inklusive aller Zu- und Abgänge auf NESSAJA, beaufsichtigt werden. Das ist zur Zeit aktuelle Technologie, in die es sich, so unsere Meinung, zu investieren lohnt.

Lithiumbatterien auf NESSAJA zum Laden vorbereiten, Ladestruktur aufbauen und aktivieren – check! Ich habe beschlossen, an dieser Stelle erst einmal Pause zu machen.

Zur Belohnung gab es eine sehr leckere Brotzeit an Deck!

Tomate mit weichem Schafskäse und eine Wurstauswahl, echt gut!
Nett angerichtet auf unserem Klapptisch

Ihr habt ja auf den Bildern der LIBERTÉ gesehen, dass wir bereits am Einbau des Linearantrieb zugange waren. Die Seeventile hat Hans-Peter noch gesetzt, auch er musste zur Rumpfverstärkung Holzunterlagen, die wie Donuts aussehen, anfertigen.

Wenn da nicht einer auf ulkige Ideen kommt…

Schafft Durchblick

Diese Dinge sind inzwischen erledigt, Hans-Peter ist weitgehend fertig um wieder ins Wasser zu gehen und ich soll noch an zwei Projekten helfen, welche sich in den August ziehen werden – insgesamt sind meine unterstützenden Aufgaben an der LIBERTÉ überschaubar.

Anders bei der ALENA. Die Liste welche aus meiner Sicht abzuarbeiten wäre, ist lang. Es sind essentielle Aufgaben dabei, ich will helfen so gut ich kann – einmal indem ich selber soviel schaffe wie möglich, anderseits durch Organisatorisches vor Ort.

Zuerst musste ALENA abgedeckt und gereinigt werden…

Der Dreck von drei Jahren – deutlich zu sehen
Versorgt mit Strom und Wasser
Sibylle und der Hochdruckreiniger – eine Symbiose, sie liebt es!
Erfolge sind sofort deutlich sichtbar

Abends waren wir groggy und sind nach Panteli zum Baden gefahren. Stellt Euch vor Ihr sitzt am Strand, mit Euch vielleicht 20 bis 30 Leute, also eher wenig – Ihr trinkt ein Bier…

Plötzlich prustet es vor Euch im Meer und an den Strand robbt eine Robbe – genauer gesagt eine bestimmt zwei Meter lange Mönchsrobbe!!! Wildes Geschrei…

Hallo Mr. Robbe – ein ER wie sich später zeigt
Ok, ganz fit sieht er nicht aus…

Ein Grieche kommt und scheucht die Robbe ins Meer zurück. Ob das richtig war? Wir sind beeindruckt und verstört. Man hat gesehen, dass das Tier verletzt war.

Die Geschichte hatte einen Verlauf – die Robbe zeigte sich die nächsten Tage noch ein paarmal an verschiedenen Stränden und wurde von Ärzten einer Tierschutzorganisation aufgepäppelt und medizinisch versorgt. Sie hatte Kampfspuren und man ließ verlautbaren, dass diese wohl von einer anderen Robbe kamen, vermutlich zugefügt beim Kampf um ein Weibchen.

Zweiter Besuch

Auch zu uns an den Strand kam sie noch einmal. Erst wurde versucht sich um sie zu kümmern, aber das schien falsch – danach wurde sie sich selbst überlassen und lag ein paar Stunden mitten im Badebetrieb am Strand – irgendwie surreal. Später war sie weg und wurde seither auch nicht mehr gesehen. Gesund? Tot? Wir wissen es nicht…

Freud und Leid liegen ja bekannter Maßen eng beieinander – das weiß man. Bei mir wurde dieser Fakt innerhalb zweier Tage unter Beweis gestellt.

Leid – ich kaufe beim Elektriker ein, verlasse das Geschäft und gehe leicht gebeugt unter einem Zierbaum durch – ohne Vorwarnung sticht mich ein gelb-schwarzes Insekt, diesmal eine gemeine Straßenwespe, keine Hornisse, ins Genick.

Oh weh, oh mir

Ich weiß heute, es brennt weniger lang und weniger heftig als bei Hornissenstichen – na wenn das kein Glück im Unglück ist.

Kommen wir zu Freud – das Telefon klingelt (kann ich nicht leiden), dran eine Stimme welche sich nach unserem in Miesbach geparkten Italiener, Ihr wisst schon, unser Fiat Scudo, erkundigt.

Es sind Freunde welche schon einmal Interesse an dem Auto gezeigt haben. Sie hängen mit Getriebeschaden am Boot in Italien fest, wollen die Reise beenden und suchen ein Auto zum „Umzug“ – gleichzeitig wollen sie am Heimweg nach Hamburg etwas campen. Unser Bus wäre geeignet, ob wir wohl noch verkaufen wollen?

Ich entscheide in Sekundenbruchteilen – JA! Innerhalb einer weiteren Minute werden wir handelseinig und leiten das Geschäft in die Wege. Käufer Stefan von der OREJA VELA fliegt schon zwei Tage später nach München um den Bus abzuholen. Sohn Stefan bereitet Bus und Papiere vor, Sohn Florian holt den Neubesitzer vom Bahnhof und übergibt den Bus…

Übergabe bei Regen

Bereits einen Tag später ist Stefan mit unserem treuen Begleiter am Gargano und packt mit Tanja den Wagen. Der hässliche und doch so wundervolle Wagen gehört uns nun nicht mehr – wir sind ohne Auto!

Der Scudo in der Marina di Gargano

Bei uns dreht sich ein paar Tage lang alles um ALENA. Die Reinigung zeigte große Erfolge, bald fiel die stolze Hallberg-Rassy nicht mehr negativ auf.

Sieht schon ganz sauber aus
Ganz ehrlich – kann sich sehen lassen

Sibylles Lieblingsarbeit – das „Kärchern“ war erledigt – sie hat mir sehr geholfen und wird ehrenhaft entlassen. Ab jetzt muss ich ran, die Schwedin muss wieder zum Leben erweckt werden. Sibylles Aufgabe besteht fortan nur noch aus der Huldigung meiner Arbeiten 😉

Vielen Dank für die Hilfe

Für die Reanimation musste zunächst die Starterbatterie ausgebaut werden. Diese hat die Standzeit nicht überlebt. Die Bordbatterien hingen an einer kleinen Solarzelle – diese können gerettet werden.

Planen, Persenninge und die Genua müssen zum Reinigen und Nachnähen gebracht werden – dafür muss ein Leihwagen her.

Alles muss von Deck um es zu reinigen, neu zu sortieren und neu zu verstauen.

Wir räumen zunächst auf und suchen für das Dinghi und die Klappfahrräder einen Platz auf einer Palette am Trockendock – hier muss der Eigner entscheiden was repariert wird und was wohin verstaut wird.

Nahe NESSAJA – immer im Blick

So gehen die Tage ins Land, seit einer Woche ist ALENA unser Tagwerk, aber wir kommen gut voran. Wir investieren jeden Tag so etwa vier Stunden und hoffen, wenn nichts dazwischen kommt, bis zum Krantermin fertig zu werden.

Abends belohnen wir uns im „Sorocos“ mit Meze zum Ouzo – schon eine Hauptspeise…

Statt klassischem Dinner – Meze zum Ouzo

Der morgendliche Brauch des „Early Bird Swim“ steht noch – so endet mein Tag am Panteli Beach und er beginnt auch dort. Ich genieße diese Momente!

Perfect Mood
Perfect Coffee
Perfect Sandwich – nur manchmal, eher selten…

Wieder ruft mich ALENA ans Werk. Ich will an dieser Stelle den Bogen nicht überspannen und mich nicht in Details verlieren. Aber wir investieren im Moment echt viel Zeit in das Schiff. Sehen aber auch Tag für Tag wie sie wieder fit für eine Fahrt wird – das ist jede Mühe wert!

Die neue Batterie zieht ein…

Ich lade erstmals mit 230V – alle Systeme scheinen zu funktionieren. Ich kann das Schiff zum Leben erwecken.

Ich bin mir sicher, dass man einen Schiffsmotor mit Zweikreiskühlung auch am Trockenen starten kann, um zu testen ob der Motor anspringt – wenn man den Impeller zieht um zu verhindern, dass festklebende Flügel abreißen. Den wollten wir ohnehin wechseln – und das war allerhöchste Zeit!

Muss neu!

Schlüssel rein, umgedreht – und der MD22 läuft! Wahnsinn, nach drei Jahren! Ich stoppe den Motor um Überhitzung zu vermeiden und weiß, es könnte vom Zeitplan klappen – keine negative Überraschung bisher. Zumindest keine große…

…wenn man von den festsitzenden Seeventilen absieht, welche ich aber mit etwas WD40 freibekommen kann…

…wenn man vom total verrotteten Fußschalter für die Ankerwinde absieht – den ich zwar ausbauen kann…

der mir aber nicht nur dreckige Pfoten beschert…

…sondern auch eine neue Aufgabe am Teakdeck. Für die nächsten Tage, die letzten des Monats Juli, war also für reichlich Beschäftigung gesorgt.

Ich bin auf einmal nicht mehr sicher – kann ich mein Versprechen halten? Werde ich ALENA seeklar bekommen? Die Liste der zwar kleinen Reparaturen ist lang, die Arbeiten mit der Marina müssen abgestimmt werden. Es ist eine Motorinspektion zu machen und es muss Antifouling gestrichen werden. Davor muss ich noch – Ihr ahnt es – Laminatarbeiten am Ruder machen. Auch Werner ist Mitglied im Club…

Ich tröste mich!

Mottospruch im „Sorbet“
Die perfekte Dreierkombi – Patsavouropita, Cappuccino, Eis

Und weil noch ein Quäntchen fehlt, lasse ich mir eine Eiswaffel geben!

Am letzten Tag des Monats mache ich ALENA wieder zu einem offiziellen Gast in Griechenland – ich setze die Gastlandfahne. Aus Respekt und als Zeichen – ich werde dieses Schiff bis zum 09.08. fertig machen!

Zu Gast in Griechenland

Was passiert im August? Was planen wir? Hier ein kleiner Ausblick…

Es gibt wieder Kultur! Ein Musiker aus Kreta kommt, ich werde dort sein.

Am Vortag spielen mir unbekannte Musiker im „Leon Limani“ – ich überlege, auch dort auf ein Souvlakidinner nebst Musikbegleitung vorbeizuschauen…

Ich stelle ALENA fertig und übergebe sie an Werner – ist das zu schaffen?

Sibylle reist nach Deutschland, ich folge eine Woche später – wir sind Hochzeitsgäste auf Amelie´s & Stefan´s Trauung – wir freuen uns!

Nach unserer Rückkehr habe ich noch kleine Projekte mit Hans-Peter an der LIBERTÉ und auch an meiner NESSAJA, ich hoffe, da geht etwas voran!

Wir machen noch einmal Urlaub und fahren in der letzten Augustwoche mit Fähre und Motorrad nach Karpathos – ein Abenteuer?

Seid also gespannt, es wird wieder einige neue Geschichten geben.

In diesem Sinne wünschen wir Euch allen einen entspannten, sommerlichen August, genießt Euren Urlaub, sofern geplant, bleibt gesund!

Ganz herzliche Grüße von der (stationären) NESSAJA Crew

Text „Electricity“ / OMD

Our one source of energy
The ultimate discovery
Electric blue for me
Never more to be free

Electricity
Nuclear and H E B
Come fuels from the sea
Wasted electricity

Our one source energy
Electricity
All we need is to learn to save
And if a man would throw away

It doesn’t change the city cost
The alternative is only one
The final source of energy
Solar electricity

Electricity
Electricity
Electricity
Electricity
Electricity

Juni 2022 – Holiday

Eine Zeit lang war „Hot Legs“ von Rod Steward der Favorit für den Titel meines Juni Blogs – aus verschiedenen Gründen, welche auch beim Lesen des Beitrags deutlich und nachvollziehbar werden. Stichworte sind WANDERN und SONNENBRAND! Geschafft hat es letztlich dann Madonnas „Holiday“ – ganz einfach aus dem Grund, weil der sechste Monat des Jahres 2022 ganz dem Müßiggang gewidmet war – Urlaub von Tag 1 bis 30!

It’s time for the good times
Forget about the bad times, oh yeah
One day to come together to release the pressure
We need a holiday

„Bad Times“ steht sinnbildlich für die Schufterei der letzten Monate. Es war klar, wir brauchen eine Pause, Zeit dafür war jetzt! Deshalb auch gleich Entwarnung für die weniger technisch Interessierten – im Juni wurde an NESSAJA nichts, aber auch gar nichts repariert oder umgebaut. Der Blogbeitrag des vergangenen Monats ist ein Urlaubsblog mit VIELEN schönen Bildern! (Es könnte auch ein Foodblog sein…)

Er wurde wiederum recht lang, bitte entschuldigt das – ich möchte Erlebtes einfach gerne festhalten und mit Euch teilen. Nehmt Euch etwas Zeit, einen kühlen Drink vielleicht, oder lest einfach quer.

Here we go…

Abhängen – Relaxen! Es war an der Zeit…

Wir waren zurück auf Leros, aufgewacht nach der Rückkehr aus Deutschland. Die ELOWYN mit Tina & Volker war auf dem Weg nach Südwesten um Gäste zu empfangen und auch wir warteten auf das Eintreffen unseres Besuches – bis dahin waren noch ein paar Tage Zeit, gut um etwas durchzuatmen. Die süßen Seiten des Lebens genießen – in Italien würde man wohl „dolce vita“ dazu sagen. Das geht nirgends besser als bei „Repapis“ in Lakki…

Unsere erste Adresse für Süßigkeiten aller Art
Kuchen – selbstgefertigte Unikate
Schlaraffenland – die Patisserie
Natürlich – das Eis aus eigener Herstellung
Ricotta mit Granatapfel und Pistaziencreme

Wir haben uns um unser Zuhause, um NESSAJA, gekümmert – sie ein bisschen vom Staub der Woche unserer Abwesenheit befreit und uns gefreut, dass wir dieses Leben genießen dürfen.

NESSAJA noch neben Robi´s MAXI

Alles war beim Alten und ich habe mich beim Knipsen des Bildes gefreut, dass Baba & Robi, unsere Nachbarn, bald kommen würden. Als Randnotiz mit gravierender Reichweite – während der Anwesenheit der Beiden wurde unser Reiseplan für 11/2023 mit einem „VIELLEICHT“ Vermerk versehen – der Plan wurde in den Status des Gedankens zurückgestuft. Das wird wohl noch Auswirkungen auf unsere Gesamtplanung haben. Robi und Baba sind später im Monat zur Urlaubsfahrt mit finalem Ziel Türkei aufgebrochen – wir hoffen, dass wir uns wiedersehen! Schönen Urlaub und „always fair winds“!

Plopp – das Schellen meines Telefones reißt mich aus den Gedanken. Volker am Apparat. Er erklärt mir, dass Tina bereut, in Patmos nicht in der Skala bummeln gewesen zu sein, zudem hätten sie ein Dinner bei Manolis auf Lipsi verpasst – alles sehr schade. Weiter sei gerade kein guter Wind für Kurs Mylos, man brauche noch Höhe! Das Allerwichtigste aber – Kekse! Ja, richtig gehört, Kekse!!! Man hätte in Leros so gutes Mandelgebäck gekauft, das sei viel zu schnell zur Neige gegangen, Abhilfe muss her. Ob ich nicht ein Kilo der Backwaren kaufen wolle, man käme diese abholen…

Ein Gedicht – Mandelkekse zum Kaffee

Klar, kann ich machen! So traf es sich, dass die ELOWYN wieder vor Leros, genauer in Alinda, ankerte und wir die bereits abgereisten Freunde wieder trafen. Leros ist magnetisch 😉

Nur kurz – bestimmt…
Kleiner Lunch-Snack, Calamari und Gigantes

Wir witzelten über das Zeit-Raum-Kontinuum von Leros und darüber, dass es schier unmöglich ist von hier wieder wegzukommen. Dies sei nur wenigen Crews vorher gelungen! Volker war überzeugt davon, dass es für die ELOWYN ein Leichtes sein würde, wir könnten uns davon überzeugen indem wir einfach über Lipsi bis Patmos mitfahren würden, von dort könnten wir mit der Fähre zurück nach Leros…

Hm, ein reizvoller Gedanke! Drei Tage segeln, raus aus dem Trott – kurzentschlossen sagten wir zu, alles andere kann warten!

Zurück zum Schiff, kleines Gepäck gerichtet, alle Systeme aus und abgesperrt – rein ins Taxi und ab nach Alinda, dort wartet bereits die ELOWYN auf die Abfahrt…

Vorfreude!!!

Volker holt uns mit dem Schlauchboot ab. Es sei bemerkt, dass die ELOWYN natürlich kein profanes Schlauchboot als Tender hat. Es ist ein Williams Jettender 325 mit 100PS Innenborder, da wird selbst der Transfer vom Strand zum Schiff ein Abenteuer.

Mit dem „WILLI“ zum Mutterschiff

Die ELOWYN hatte bereits ihren Schlund geöffnet um den kleinen Schnulli zu schlucken, alles war bereit zur Abfahrt.

Das Kleine muss ins Große

„Anker auf“ und los! So schnell ändern sich Pläne – aus dem Durchatmen für ein paar Tage wurde eine Micro-Segelreise mit Freunden – eine sehr gute Alternative!

Kurs Lipsi liegt an – leichte Brise unter Vollzeug

Es tat gut mal wieder Wind um die Nase zu haben, einen Tapetenwechsel zu genießen. Die Bedingungen waren optimal, eine leichte Brise mit kurzen Drückern, kaum Welle, so glitten wir unter Vollzeug am Wind unserem Ziel entgegen.

Kurs Lipsi liegt an

Am späten Nachmittag fällt das Grundeisen in der netten Bucht ein paar Faden westlich von Lipsi Ort – perfekt! Gleich neben dem Sandstrand und nur wenige Meter zum Stadtkai – mit dem Willi leicht zu schaffen.

Zeit für eine Badepause im für die Jahreszeit noch recht frischen Meer, aber egal, wir schätzen die unerwartete Option vom Schiff aus ins Wasser springen zu können.

Nur ein paar Schritte…

Als die Sonne sich anschickt den Tag zu beenden, machen wir uns für den Landgang fertig und lassen den Tender zu Wasser, schön anzusehen wie friedlich unser temporäres Zuhause in der Bucht vor Anker liegt.

ELOWYN im Sonnenuntergang

Wir dagegen haben fixe Pläne – auf zu „Manolis Tastes“, einer Taverne der Spitzenklasse, war Manolis doch mehrere Jahre lang einer der besten Köche Griechenlands.

Mit Auszeichnung

Auch heute noch ist es möglich, wie es früher in Griechenland allerorts Usus war, die Küche zu besuchen, einen Blick in die Töpfe zu werfen und gegebenenfalls sogar zu kosten, sollte eines der feilgebotenen Gerichte unbekannt sein.

Der Chef am Arbeitsplatz

So entscheiden wir uns für allerlei Leckereien – teils Fantasievolles, teils Ursprüngliches und genießen einen wundervollen Abend.

Seafood Risotto
Stifado

Nach einem Ouzo und einem Desert zum Abschluss, torkeln wir zurück zum Kai, den Ort genießend…

Lipsi Ort – sehenswert

…hinunter bis zum Stadtkai, wo der Willi auf uns wartet, bereit zum Rücktransport der Crew. Wir beschließen abermals, zweimal zu fahren um nicht zu riskieren, dass wir durch Spritzwasser unfreiwillig geduscht werden.

Komisch, es fällt auf, dass der sonst so willig schnurrende Jetantrieb ein wenig wiederwillig am Gas hängt, irgendwas scheint nicht zu stimmen. Egal, stotternd und ruckelnd bringt uns das Beiboot zur ELOWYN und wir sacken müde ins Bett – morgen ist auch noch ein Tag.

Neuer Tag, neues Glück…

Der Tag beginnt wie er soll – ein Bad im Meer, eine Tasse Kaffee, ein leckeres Frühstück! Perfekt!!

Sehen wir nochmals nach dem Tender, warum läuft der potente Antrieb nicht so wie er es gewöhnlich tut??? Hier geschraubt, dort geschraubt, Probefahrt! Plötzlich – er verschluckt sich und geht aus. Pilot in dieser Minute – Skipper Mario! Alleine treibend in der Bucht von Lipsi, zum Glück an Paddel gedacht.

Na toll – ungewollter Frühsport

Klingt nach einer kurzen Paddelrunde bis zur rettenden Plattform – doch weit gefehlt! Paddelt mal einen fast 400kg schweren Tender – alleine mit einem Notpaddel – da weißt Du was Du gemacht hast. Mir brennen die Arme in diesen Minuten…

Fast geschafft – der Eigner macht- und fassungslos…

Da hing er nun, der stolze Flitzer, seines Antriebs beraubt, die Potenz geschwunden – was tun?

„rien ne va plus“ – nix geht mehr!

Gemeinsam wurde beschlossen das Problem zu vertagen. Wir packten den Flitzer in seine Garage, bereiteten uns auf den Schlag nach Patmos vor. Dort hätten wir die Gelegenheit einige klärende Arbeiten zu machen – außerdem war um diese Zeit wohl noch ein Plätzchen für den blauen Riesen zu finden. Anker auf und los, heißt auf die Segel, Kurs Patmos liegt an!

Am Foto nicht zu sehen – Böen machen ein Reff nötig
Relax – don´t do it

Noch herrscht entspannte Ruhe an Bord, doch plötzlich taucht ein, im Vergleich zu ELOWYN, kleines Segelboot am Horizont auf. Kennt Ihr den Spruch? Zwei Segelboote – eine Regatta…

Es beginnt – ein Matchrace

Volker ist sich nicht zu schade seine ELOWYN zu treiben um dem Kontrahenten zu zeigen wo der Bartel den Most holt, aber auch der Kleine ließ es sich nicht nehmen, die Schoten etwas anzuholen…

Passiert – wo war gleich die Ziellinie

Wir haben die imaginäre Ziellinie einfach so gesetzt, dass am Ende feststand, dass wir gewonnen haben – und wirklich war die Tricolore bald weit achteraus – da merkt man erst was Länge und Segelfläche bewirken.

Kurz darauf hatten wir bereits die Buchteinfahrt von Patmos erreicht.

Kreuzfahrer – wonderful

Das Kreuzfahrtschiff machte uns Sorgen. Es ist allerorts zu bemerken, dass mehrere hundert oder gar tausend Touristen für manche Urlaubsorte einfach zuviel sind – so auch in Patmos Scala. Ein lieber Ort, aber für die Kreuzfahrer einfach zu klein. Wir waren daher mehr als beruhigt, als sich der vermeintliche Ozeanriese eher als ein kleineres Schiff seiner Gattung herausstellte.

Größer geht immer

Die kreuzfahrende Touristenherde war ohnehin auf Kloster und Grotte der Apocalypse aus, wir hingegen, oder zumindest der weibliche Teil der Crew, wollten uns auf die Boutiquen der Stadt stürzen.

Volker hingegen hatte andere Pläne. Es musste geklärt werden ob der Willi wieder fahrtüchtig gemacht werden könnte, es waren schließlich bald Gäste in Mylos abzuholen, auf dem Törn mit diesen würde der Buchtenbummler dringend gebraucht werden – also Werkzeug raus und los…

Vergebene Liebesmüh`

Alter Sprit raus, neuer rein. Alte Zündkerzen raus, gereinigt, wieder rein. Zündkontaktschalter und Notausschalter geprüft und überbrückt – es half alles nichts, wir mussten nach ein paar Stunden entnervt aufgeben.

Der Tender wurde an die Bordwand gehangen, der Tag klang aus und wir fanden uns im Grill zu Patmos wieder. Ein Burger rettete den Tag!

Morgen ist auch noch ein Tag – wie geht es weiter?

Patmos Scala hat uns bisher kein kulinarisches Highlight geboten – daher fiel die Wahl auf den Burgergrill der überraschend gut war. An Bars hingegen ist Scala reich gesegnet, für den Absacker hatten wir die Qual der Wahl und wurden fündig. Ein insgesamt sehr schönes Plätzchen.

Gassen, Kirchen und alte Gebäude – mitten im touristischen Scala
Klein und fein
Mit einladenden Cocktailbars…
…die zum Absacker laden

Zu vorgerückter Stunde schlenderten wir zurück zu ELOWYN, satt, zufrieden, aber auch um die Erkenntnis reicher, dass nur eine Fachwerkstatt die Mittel hat den Willi zu diagnostizieren und dann zu reparieren. Dies führte zu dem Entschluss, dass wir nicht von Bord gehen würden, sondern zusammen mit den Freunden in die Marina zurückkehren um dort den Reparaturauftrag zu geben. Mit diesem Mindset gingen wir durch die Nacht…

Scala und Chora by Night

Wir wollten den Freunden den Wiedereintritt in den Microkosmos von Leros etwas erleichtern – wussten wir doch, dass sie bereits im Glauben waren dem Sog unserer Heimatinsel entkommen zu sein. So schlugen wir vor, dass wir einen Dinnerstop in Archangelos machen könnten – ein herrlicher Platz. Dieser Vorschlag wurde angenommen und wir legten also ab und verließen Patmos mit Kurs Ost, Richtung Archangelos.

Good Bye Patmos

Während wir die Bucht verlassen, überholt uns die Katamaranfähre in der Sibylle und ich normaler Weise sitzen würden, hätte uns der Tender nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Ebenfalls Kurs Leros

Wir hatten abermals Vollzeug gesetzt, die blaue Schönheit glitt durchs gleichfarbige Wasser, ein Traum-Segeltag…

…als wir südlichwestlich von Lipsi plötzlich Schatten am Meer beobachten konnten – Define???

Und tatsächlich – die flinken Meeressäuger gaben sich ein Stelldichein am Bug der ELOWYN.

Poser…
…unter und über Wasser.

Die flinken Tiere schwammen, glaubt es oder nicht, eine geschlagene Stunde mit ELOWYN. Sie tauchten, spielten mit der Bugwelle und sprangen sogar. Sie ließen sich filmen, fotografieren und schienen das Spiel mit dem „großen Bruder“ zu genießen. Für uns verging die Überfahrt wie im Flug!

Angekommen in Archangelos, der Anker fiel in der Bucht vor dem „Stigma“

Ein Ruhepol

Ihr erinnert Euch – der Willi versagt den Dienst. Wie kommen wir zum Wirt, wie kommen wir zum Anlegeschluck? Da trifft es sich gut, wenn man einen Draht zum Wirt hat 😉 – ein Telefonat später setzte sich ein kleines Fischerboot in Bewegung…

Privattaxi???

…und ein paar Momente später war auch Volkers Skepsis verflogen und der Überzeugung gewichen – DER holt UNS jetzt ab! Tja…

Die Überfahrt zur Taverne dauerte nur Minuten und schon waren wir am Weg zu Giorgos und Evropi, wir freuen uns über jedes Wiedersehen – das war das erste im Jahr 2022.

„Stigma“ – das kleine, liebreizende Lokal

Wir setzten uns und hatten ein sehr einfaches aber fantastisches traditionelles Mittagessen – und „Octopus Tigania“ – ein Traum den ich mir immer bestelle, auch wenn es nicht auf der Karte steht – Octopus in der Pfanne mit etwas Chili und Samoswein – to die for…

Augenblick – verweile doch!

Hilft nix – wir müssen weiter! Wir müssen in die Marina um den Tender zur Reparatur zu geben. Der Termin ist inzwischen telefonisch fixiert. So werden wir zurückgebracht und es bleibt uns nichts mehr als ein herzliches EFCHARISTO an die Wirtsleute.

Junior Tassos zieht wieder von dannen

Wir dagegen laufen zwei Stunden später in die Marinabucht von Lakki ein und machen ELOWYN kurz darauf am Steg fest. Zu sagen sie hat dort ihren Stammplatz würde Volker und Tina jetzt wohl verärgern 😉 !

Lakkibucht – Marina voraus!

Der Tag sollte rund werden, drum fanden wir uns kurz darauf im „Mylos“ wieder – ihr erinnert Euch wahrscheinlich an das beste Speiselokal auf Leros. Vielleicht brauchten Volker und Tina diesen kleinen Trost – war ihr Ziel doch Mylos. Da darf man nicht zu genau sein…

Erste Adresse
Perfektes Ambiente
Raw Fish Cuts – als gemischte Vorspeise
Red Snapper in Salzkruste gebacken als Hauptgang

So fand ein perfekter Tag ein würdiges Ende. Generell vergingen diese Tage wie im Flug!

Vielleicht lag es daran, dass die Freunde so auf Mylos als Ziel fixiert waren, vielleicht aber auch nur daran, dass sie inzwischen die tollen Plätze der Insel kennen – ein weiteres „Mylos“ – die Mili, die Mühle von Haris, war auf der Bucket List abzuhaken.

Loungemusic und der perfekte Ausblick
DER Platz für den Sundowner…
…den man dann ins rechte Licht rückt (Mojito).
Wunderschönes Ambiente
Tolle Bar, tolles Personal

Ich selbst war zu dieser Zeit etwas hin und her gerissen. Natürlich habe ich die Rückkehr von Kristina und Volker genossen, natürlich waren die Momente unvergesslich und meine privaten fünf Minuten habe ich mir irgendwie verschafft…

…meist morgens – ich bin alleine zum Panteli Beach, habe gebadet und im „Tsoumas“ einen Kaffee getrunken.

Mittags sind Sibylle und ich nochmals nach Panteli…

…wir waren baden, etwas relaxen, während Volker sich um die Reparatur des Willi kümmern konnte. Sibylle hat gelesen, ich habe mich anderen essentiellen Aufgaben gewidmet…

…es war offensichtlich – mir fehlte Beschäftigung! Leider drängte sich meine To-Do Liste immer mal wieder in den Vordergrund, aber an sinnvolles, strukturiertes Arbeiten war nicht zu denken. So beschlossen Sibylle und ich den Juni komplett arbeitsfrei zu machen – schön einerseits, anderseits fehlen mir so acht geplante Arbeitstage.

Der Müßiggang nahm also weiterhin seinen Lauf – die Crews der ELOWYN und der ARIES lernten sich kennen…

Dinner bei Marietta

…und die Einkehr in Harris Mühle wurde zur täglichen Routine!

Vergnügen? Nicht nur! Ich mache das alles auch in meiner Aufgabe als selbsternannter Cocktailtester mit dem Ziel niemals einen Cocktail doppelt zu trinken – das ist oft auch mühevoll! 😉

Blue Hawaiian
Ouzo Olive Oil Sour

Wir entdeckten in dieser Zeit neue Tavernen, so zum Beispiel das „Zorbas“ in Panteli, in dem wir seit der Renovierung nicht mehr waren.

Das junge Betreiberpaar versucht sich zwischen „Mylos“ und den anderen Tavernen zu positionieren – mit feinen und pfiffig zubereiteten Gerichten. Es war echt gut – eine Alternativadresse!

Zorbas Panteli
Scampi Tartar
Schwertfisch Carpaccio
Linguine mit Seafood
Die Rechnung – akzeptabel!

Der Tag der finalen Abreise der ELOWYN – ich nehme es vorweg, diesmal sollte es den Freunden gelingen den Orbit von Leros zu durchbrechen und Kurs Mylos zu setzen. Es war schön mit Euch, wir sehen uns bald wieder!

Ich merke, wie sehr ich die morgentliche Fahrt mit dem Motorrad zum Strand genieße. Der Fahrtwind noch frisch, der Strand menschenleer…

Panteli, ca. 08.00 Uhr

…der Sprung ins erfrischende Wasser ist belebend und tut gut! SO startet mein Tag!

Enjoy

Ein Tag der leider kein guter werden sollte! Ich lese beim Kaffee immer die News am Mobiltelefon, was ich an diesem Tag zu lesen bekam, schlug ein wie eine Bombe…

Treue Blogleser erinnern sich sicher an Ingo. Der Ingo mit dem ich 2011 den SSS gemacht habe und eine Woche auf der TARU zur Ausbildung war. Der Ingo, den wir zur Vorbereitung unserer Langfahrt nach seiner Weltumsegelung zuhause besucht hatten, um Anregungen und Ideen zu sammeln.

Dieser Freund verlor nun also seine FAULE HAUT auf eine derart dramatische Art und Weise? Ich war erschüttert, den Tränen nahe und bin bis heute in Zweifel was die Fortführung unserer Pläne betrifft. Hier der Link zum Bericht – http://faule-haut.de/2022/06/09/fh-killed-by-a-tropical-cyclone/ – Gott sei Dank ist die Crew unbeschadet davongekommen!!

Wir schreiben den 09.06.2022 – ich hatte keine Zeit diese Horrormeldung zu verarbeiten. Unser Besuch hatte sich angekündigt, war bereits seit drei Tagen auf Kos, heute sollten wir uns treffen.

Wir haben uns also auf den Weg zur Fähre gemacht, der Zufall wollte es so, dass Stegnachbar Johannes mit der gleichen Fähre einen kurzen Heimatbesuch angetreten hat.

Warten auf den zweirümpfigen Zubringer

Wir haben mit Kate und Lisa vereinbart, dass wir gemeinsam von Kos nach Rhodos fahren würden, dort ein paar Tage verbringen und dann deren Urlaub in Leros ausklingen lassen werden.

Pünktlich wie immer

Da sitze ich nun in der Fähre, starre auf die Nachbarinseln welche wie im Flug vorbeiziehen und hänge in meinen Gedanken fest – Ingo und die FAULE HAUT in Seenot, alles verloren, nicht versichert – wie geht sein Leben wohl weiter?

Abrupt werden meine Gedanken unterbrochen – wir sind in Kos, die Freundinnen steigen zu, es gibt ein herzliches Hallo.

Welcome

Die Stunden nach Rhodos vergehen wie im Flug, wir haben uns viel zu erzählen und schon bald finden wir uns bei sommerlichen Temperaturen im Inneren eines online angemieteten VW Polo wieder.

Ich traute meinen Augen kaum – das neuwertige Vehikel hatte bereits 133tkm am Tacho – wow! Bestnote für den Vermieter. Der deutsche Kleinwagen brachte uns samt Reisegepäck ins 15 Fahrminuten entfernte Faliraki, dort hatten wir über Airb&b eine Ferienwohnung gemietet.

Nicht am Meer – aber nice

Was soll ich sagen? Eine tolle kleine Wohnung mit einem sehr netten Vermieter – Superhost sagt man wohl bei Airb&b.

Eingangsbereich mit Terrasse
Wohnen & Essen
Küche
Schlafgemach Mario & Sibylle (klimatisiert)
Last not least – das Bad!

Wir waren positiv überrascht, zufrieden und sind in dieser Stimmung in den Ort gelaufen um den Tag dort ausklingen zu lassen. Ausfahrten waren erst an den Folgetagen geplant. Tripadvisor führte uns zur Taverne „Iama“ – ich war, wie immer in Touriorten, eher skeptisch…

Nicht so schlecht

Aber summa summarum war die Empfehlung der Reiseapp nicht so schlecht und wir haben recht gut gegessen. Es war schon touristisch, etwas kitschig, aber der Preis-Leistungsverhältnis war echt gut!

Später noch ein paar Schritte gehen! Das Schlendern durch die Fußgängerzone von Faliraki war eine Ernüchterung – ein Discoschuppen neben dem anderen, Lightshows, Woomwoom Musik die sich überlagerte und „Come in my friend“ Typen überall – jetzt war uns klar warum der Superhorst uns nach unseren Partyvorlieben fragte und ganz entgeistert schaute, als wir ihm erklärten „we don´t like people“ (im Sinne von Menschenaufläufen)…

Wer´s mog!

Ich kürze die Erlebnisse der nächsten beiden Tage nun etwas ab – wir waren ja erst zum Saisonabschluss 2021 mit Franzi und Mikey hier, einen ausführlichen Bericht gibt es schon – im Kern wandelten wir auf den Spuren des damals Erlebten.

Am Tag 1 der „Early Bird Start“ nach Lindos – vor den Touristenbussen die zweitgrößte Akropolis Griechenlands besuchen…

Historische Bauwerke
Alte Steine und Gemäuer
Wunderschöne Ausblicke

…das Frühstück war in Lindos geplant, doch leider mussten wir feststellen, dass die Cafes erst später öffnen – eine Stunde warten wollten wir nicht. Das eine, im Tripadvisor empfohlene, Cafe welches um 09.00 Uhr öffnen sollte war – geschlossen – wegen Corona!

Ratlos – vor verschlossenen Türen

So setzten wir uns in unser Auto um im nächsten Touristenort ein Frühstück einzunehmen. Das Lokal war so fürchterlich und peinlich touristisch, dass ich keine Bilder gemacht habe. Aber wiederum musste ich Abbitte leisten – das Sandwich und die Eier (ok, keine hohe Kochkunst) waren echt gut. Ich habe bereut, dass ich nicht das „Full English“ probiert habe!

HP Sauce – I love it!

So gestärkt ging es weiter – einmal quer über die Insel. Rhodos ist auch in der Saison im Inselinneren fast leer – wir haben die Fahrt über die einsamen Straßen irgendwie genossen.

Hinterland – nix los

Unser Ziel war die beeindruckende Burgruine von Monolithos

Ein spektakulärer Platz

Natürlich gab es hier auch das obligatorische Gruppenfoto 😉

Weiter ging unsere Fahrt quer über die Insel, um das 1929 gebaute Hotel im Stil eines schweizer Chalets zu besuchen – hier haben wir uns einen Cappuccino und einen Kuchen gegönnt.

Sieht irgendwie befremdlich aus

Kenner des Blogs oder der Region wissen was folgt – gleich um die Ecke ist nämlich die „Villa de Vecchi“, die ursprünglich für Mussolini gebaut wurde und bis heute, sich selbst überlassen, als sogenannter „lost place“ Besucher anzieht – hier abermals einige Impressionen…

Villa de Vecchi – Mussolinis Villa
Der Eingangsbereich
Bemalte Holzdecken
Wohnraum mit Balkon
Kaminzimmer mit ganz besonderem Bodenbelag
Der Zahn der Zeit nagt

So beeindruckend die Villa ist, so bedrückend ist sie auch – es waren besondere Zeiten damals. Umso schlimmer ist es vor dem Hintergrund, dass unweit wieder Angriffskriege ausgebrochen waren – verrückte Welt!

Ich brauche eine Verschnaufpause – für Körper und Geist…

Hofbereich Eingang

Abfrischung tut Not – wir haben vom „Quinn Beach“ gehört, also nix wie hin! Dort angekommen merkt man, der Name von Anthony Quinn wird irgendwie vermarktet…

Vermarktung in drei Sprachen

Der Beach selber war durchschnittlich – er ist überigens nicht zu verwechseln mit dem Strand an dem „Alexis Zorbas“ gedreht wurde, der ist nämlich in Kreta.

Den hier hat Anthony von der Kommune Rhodos geschenkt bekommen, weil er einen anderen Film auf der Insel gedreht hat und somit den Tourismus angekurbelt hat. Während der Militärjunta hat Mr. Quinn das Geschenk wieder zurückgegeben.

Uns war´s egal, wir haben gebadet und sind dann zurück zum Superhorst in unsere Ferienwohnung nach Faliraki.

Frisch gemacht, geduscht, aufgehübscht – und ab nach Rhodos Old Town. Für den Polo finden wir eine Parklücke an der Stadtmauer…

…deren Verlauf wir folgen und so direkt bei den Pfeilern landen, welche einst den Koloss getragen haben sollen. Wir glauben das und bauen uns für Erinnerungsfotos auf.

Lisa und Kate vor den antiken Säulen

Natürlich genießen wir den Blick auf das Fort und die Windmühlen – dann aber rührt sich der kleine Hunger und es wird Zeit sich innerhalb der Stadtmauern umzusehen.

Fort mit Leuchtturm
Windmühlen von Rhodos / Mandraki

Hier überlassen wir nichts dem Zufall, darum hatte ich bereits gestern einen Tisch im uns wohlbekannten und auch geschätzten „Mama Sophias“ reserviert. Hier haben wir immer, so auch diesmal, gut gegessen – für das touristische Rhodos eher ein Highlight!

Meze bei „Mama Sophias“

Zufrieden erhaschen wir einen Blick auf die beeindruckende Moschee, bevor wir zum Auto zurückgehen und nach Faliraki in unser Airb&b fahren.

Minarett in Rhodos Old Town

Neuer Tag, neues Glück! Kein Risiko beim Frühstück heute! Uns ist vom letzten Besuch das „Pavo“ noch in guter Erinnerung – so waren wir pünktlich um 09.00 Uhr zur Stelle um dem Frühstückskoch einmal sein ganzes Können abzuverlangen.

Das „Pavo“ – moderner Style
Pole Position – bissl deutsch, aber mei…
Toast mit Spiegelei begleitet von frischgepresstem Orangensaft
Süsser Toast mit Erdbeeren und Bananen

Der Ausblick und das Ambiente taten ihr Übriges – das „Pavo“ ist ein wunderbarer Platz, der seinen Namen zurecht trägt – wie die Bilder belegen!

Fantastischer Ausblick
Pavo – nomen est omen
Immer das Gebettel
Poser!!!

So gestärkt, verlassen wir den wunderschönen Platz um die noch offenen Sightseeings von Rhodos abzuklappern – natürlich standen auch Steine auf (Sibylles) unserem Programm.

Ancient Kamiros – beeindruckend
Aus einer vergangenen Zeit
Die Zimmer vielleicht etwas klein
Inschriften – heute noch zu lesen

Ja, ich gebe zu – es ist immer wieder beeindruckend anzusehen und man kann, besonders wenn die Anlagen so gut erhalten sind wie in Kamiros, das Ganze auch zweimal besuchen.

Man kann aber auch zweimal einkehren! Besonders wenn die Kehle, wie in diesem Fall, ganz besonders ausgetrocknet ist. Also nix wie an den Strand, um sich an Getränken und Snacks zu laben.

Joghurt mit Honig – Lisa mags nicht, ich schon!

Apropos Snack! Natürlich wollten wir auch „Pommes Bernd“ wieder einen Besuch abstatten – aber leider fanden wir seine Pommesbude vereinsamt vor – es sah nicht nur so aus, als ob er Mittagspause hätte. Auf meine Mail bekam ich keine Antwort, schade…

Nachmittag – siedende Hitze, trotz des kräftigen Windes. Wir wollten wieder baden gehen, hat heute aber nicht geklappt. Am Quinn-Beach rollten große Wellen an, das wäre gar gefährlich gewesen, am großen Strand von Faliraki war es genauso – hier aber waren sowohl die Wasserfarbe als auch das Schauspiel der Wellen beeindruckend.

Wir haben auf´s Bad verzichtet und stattdessen ein paar Bilder gemacht…

Na gut, dann eben unverrichteter Dinge wieder in die Wohnung, unter die Dusche statt in die Brandung und ab in den Wolfsburger Schlitten um nach Rhodos Old Town zu fahren. Diesmal waren wir früher dran, diesmal sollte die Altstadt entdeckt und bebummelt werden.

Bummeln – ein typisch weibliches Ansinnen. Ich hatte keine Lust auf Ledersandalen und original Tommy Hilfiger Badetaschen. Was tun sprach Zeus – und Mario hatte die Antwort…

Yummie

Das „Da Vinci“ ist für mich die beste Eisdiele von Rhodos. Sie ist etwas teurer aber durchaus preiswert im Wortsinn. Die überaus charmante Lady mit dem Eisspachtel in der Hand zauberte ein Schlotzeis der Extraklasse – so lässt es sich auf die bummelnden Ladies warten!

Die Bummelei nahm ihren Lauf und ich wurde abermals geparkt – nämlich im „Sissito“ gegenüber der Suleiman Moschee…

Das „Sissito“ war letztes Jahr noch ganz oben auf meiner Liste für top Speiseadressen in Rhodos, ja vielleicht im Dodekanes. Mit den gewählten Sushi hatten wir auch diesmal ein super Essen in bester Qualtät am Tisch…

…was aber diesmal an Service abgeliefert wurde war unter aller Kanone! Weder Getränke, noch Salate, noch Vorspeisen kamen zur rechten Zeit oder gar wie bestellt. Es war zum Verzweifeln!

Ich habe diesmal wirklich sauer reagiert, habe nach dem Essen abgebrochen und das Lokal verlassen, während die Damen noch auf die Rechnung warteten – die Türsteherin hat mich verdattert angesehen als ich ihre Frage nach meiner Zufriedenheit mit “ I go for a Giros now“ beantwortet habe. Ein Bluff war es nicht!

Jetzt passt es – hier gibts ein Getränk zum Essen

Sorry Freunde, ich weiß, gutes Personal ist schwer zu finden – aber so nicht! Das „Sissito“ sieht mich nimmermehr!

Und, wie ist Rhodos Old Town bei Nacht so???

Massentourismus in Rhodos

Mehr als die Hälfte aller Menschen tragen bunte Bänder am Handgelenk. Die Hemden, welche die Körper umhüllen, sind ebenso bunt, sofern man sich nicht für das Weglassen eben dieses Kleidungsstückes entscheidet. Was immer aus den Kleidungsöffnungen herausragt, ist meist rot und leuchtet – ich will wieder nach Leros! Mein Bedarf an klassischem Tourismus war gedeckt!

Als wolle sich Rhodos mit mir versöhnen, haben die riesigen Hotels entlang der Waterfront zwischen Old Town und Faliraki an diesem Abend Feuerwerke gezündet. Für mich? Oder für die neuen Gäste? Es bleibt wohl auf immer ein Rätsel.

War schön anzusehen – dennoch war ich glücklich, als ich am nächsten Tag frühmorgens in der Fähre nach Leros saß. Den Wagen um 07.30 Uhr abgegeben, ohne Frühstück ins Schiff und erstmal einen Platz gesucht.

Die Fahrt war überraschender Weise etwas unruhig, es gab wohl eine „alte See“ durch den Sturm am Vortag. Es wurden Kotztüten verteilt und mein Versuch auf´s Herrenklo zu gehen wurde ad absurdum geführt weil ein Vornutzer sowohl Kloschüssel als auch das – man höre und staune – Handwaschbecken!!! mit Mageninhalt angefüllt hat. Gratulation, der Ferkelpreis für den Juni geht an diesen Mitmenschen.

Themenwechsel – die Waterfront des pitoresken Symi begeisterte die anderen Fährpassagiere ebenso wie uns…

Symi – ein Traum!

…bevor es volle Fahrt voraus, entlang der türkischen Küste, Richtung Kos ging. Die erreichten Geschwindigkeiten beeindrucken.

Türkische Gewässer

Vier Stunden im Fährkatamaran sind wie vier Stunden Busfahrt durch Schleswig-Holstein. Kein Wunder, dass Sibylle eingeschlafen ist. Ich dagegen habe mich durch Nachdenken wach gehalten…

…kaum denkst a bissl nach – bist schon da! Welcome to Leros! Die beiden Freundinnen hatten im „Bianco Hotel“ eingecheckt. Dieses wollte einen Leihwagen bereitstellen, stattdessen kam aber ein Fahrer – der war, gelinde gesagt, verwirrt, weil er wohl glaubte, dass wir zu viert ins Doppelzimmer wollen.

Der Irrtum konnte aufgeklärt werden, der Leihwagen stand vorm Hotel und das Einchecken verlief problemlos.

Perfekt für 4 😉
Das „Bianco“ in Lakki

Nach einem kurzen Zimmer-Check war endlich Frühstückszeit – oder besser Brunch-Time. Wir gingen zu Marietta und haben erstmal gegessen bis wir wieder bei Kräften waren.

Brunch – mit griechischem Salat

Der Rest ist schnell zusammengefasst – es zog uns an und ins Wasser…

Panteli Beach – ohne Filter

…wir genossen Vollmondabende in Alinda…

Agia Marina und das Castell von Alinda aus

…und wir besuchten abermals die Sehenswürdigkeiten von Leros.

Windmühlen
Agios Isidoros

Wir haben genauer hingesehen, um möglichst viel von der Landschaft zu sehen, zu spüren und zu genießen. Auch die bunte Vielfalt sollte nicht zu kurz kommen…

Flora
Gemüsemarkt
Hülsenfrüchte
Farben

…und natürlich haben wir es uns auch sonst gut gehen lassen – Leib und Seele im Einklang!

Dinner bei Marietta
Typical Greek Food
Cappucciono im „Harris“ – Sibylle und Lisa wandern
Bier beim Baden

Lisa und Kate waren ja schon einmal auf Leros. Dieser Besuch war daher zum Abhängen und Genießen gedacht – es sollte der perfekte Urlaubsausklang werden. Wir haben verschiedene Tavernen besucht – so stand ein Besuch beim Glatzkopf „o´Karaflas“ an…

Wie ein Gemälde
Blutmond – darf´s a bissl kitschig sein?

…aber eben auch mit den Beiden der Besuch im „Mylos“, als Abschlussessen nach den gemeinsamen Tagen.

Parot-Fish Cevice
Lumberjack Tataki
Tuna Tataki
Tuna Tartar
White Spaghetti with Shrimps

Der letzte Tag für Kate und Lisa brach an – ich fuhr in alter Gewohnheit morgens an den Strand…

…danach waren wir zum Frühstücken in Haris Mühle hoch über Panteli – ein wunderbarer Abschluss eines schönen Urlaubes.

Die Fähre geht zur Mittagszeit, wir bringen die Beiden zum Fährhafen und verabschieden uns gehörig, dann bringen wir das Auto zurück.

Ciao, schön war´s!
…und weg sind die Beiden!

Wir brauchen eine Pause! Es ist der 16.06.2022 – der nächste Besuch hat sich bereits angekündigt – für den 17.06.2022! Ab an den Strand!

Ein Bier macht vieles leichter

Übrigens gibt es auch auf Leros eine Menge Kuriositäten. Klar, etliche junge Leute leben hier, viele sind zum Beispiel begeistert von Kraftfahrzeugen aller Art – es gibt Bikertreffen, Oldtimertreffen und eben auch „Spezielles“.

Kurios – erkennt Ihr das Basisfahrzeug?
Des Rätsels Lösung – ein alter R5

Ein Facebook Bekannter hat mich gebeten ein Paket für ihn anzunehmen. Mach ich gerne! Ja, ich kann es Dir auch zum Stadtkai bringen – ganz vergessen, dass ich den Leihwagen nicht mehr habe. Egal, das mache ich griechisch!!!

Easy

So rinnt mir der Tag durch die Finger und ehe ich mich versehe, ist es der Ankunftstag unserer Freunde aus Erding, den zukünftigen Schwiegereltern von Tochter Franziska – wir freuen uns.

Dennoch, ich brauche mein Bad im Meer am frühen Morgen um gewappnet zu sein, so stelle ich mir sogar den Wecker um der „Early Bird“ zu sein.

Ich genieße diese Ruhe
Das Meer ruft zum Bade…
…und ich folge seinem Ruf!

Den Cappuccino trinke ich meist in Lakki, inzwischen passiert es mir immer öfter, dass dieser Cappu von einem Einheimischen übernommen wird. Ich habe mir erklären lassen, dass man das macht „wenn man jemand mag“ – so gebe auch ich immer wieder mal einen Freddo aus.

Ab und an winken mich die Mechaniker aus der Werkstatt zu sich an den Tisch – ich verstehe kaum ein Wort, genieße es aber mitten drin zu sein.

„Cafe Luigi“ – der Nabel von Leros

Wer nun denkt, dass dies doch ein gemütlicher Start in den Morgen ist – weit gefehlt! Unter normalen Umständen schon, aber dieser Tage sind wir recht gefragt – und so kommt es, dass ich nach meinem Morgencappuccino die inzwischen ebenfalls wache Sibylle auf NESSAJA abhole und wiederum im „Harris“ lande.

Ist halt einfach schön

Zur Abwechslung diesmal…

Ja, nennt mich fantasielos!

Wir hatten einander Einiges zu erzählen, der Vormittag war gerade ausreichend, weil die Geschichten so kurzweilig waren – ein guter Start in den Tag!

Dann aber rief die angenehme Pflicht, der Besuch wollte vom Fährhafen abgeholt werden, wir hatten das Auto besorgt!

Nur noch eine Minute…
…und schon steigen sie aus!

Großes Hallo, ein fester Drücker und „welcome to Leros“!

Lage checken

Ich war in der Zwickmühle – ich habe ja Kontakt zu Manolis Platis, dem Geiger, gemacht. Wir kennen uns und schreiben uns in losem Abstand. So teilt er mir zum Beispiel ab und an mit, wann er wo spielen wird. Diesmal in einer ziemlich grindigen Spelunke, einem Grill der aber für seine großen Portionen bekannt ist. Der Termin ist – genau – heute und er wolle mir den versprochenen USB Stick mitbringen.

Was tun? Ich will den Stick und kurz bei Manolis vorbeisehen. Ich will aber diese Taverne keinesfalls für den ersten Abend anbieten. Ich schildere mein Problem und die Beiden signalisieren mit zum Grill zu wollen – „kein Problem“ – eine Entscheidung die sie NICHT bereuen sollten!

So checkten wir die Beiden im „Castelo“ ein und versprachen sie abends zum Dinner abzuholen. Gesagt, getan!

Manolis beim Fiddeln – die Ruhe vor dem Sturm

Wir hatten einen super Tisch reservieren können. Zwei Kellner die den ganzen Abend rannten, im Wortsinn, boten einen super Service und das Essen wurde seinem Ruf gerecht. Mehr noch, es schmeckte ausgezeichnet!

Bisschen verschwommen – Ouzo und Bier eben 😉

Zu fortgerückter Stunde ging es dann los – hopahopahopa – und schon sprangen die jungen Griechinnen und Griechen auf – Lebensfreude pur, es gab kein Halten mehr…

Mal nur die Mädels

Wenn der Raum innen zu klein wird, weicht man nach draussen aus – auf die Straße??? Egal, hier wird der Verkehr gestoppt, dazwischen lassen die Tänzer die Autos passieren – keiner hupt, viele klatschen…

Am Ende bis zu 17 Tänzer

…und die beiden sausenden Kellner holen zwischenzeitlich Proseccoflaschen, schütteln sie und lassen die Korken fliegen – aber wir sehen nicht, dass jemand trinken würde. Dem Brauch gilt es auf den Grund zu gehen.

Wir ziehen spätabends nach Hause und sacken alle müde ins Bett – ein herrlicher Einstand für unsere Freunde, mehr Griechenland geht nicht!

Am nächsten Tag war Vatertag, ich realisiere das erst als Sibylle und ich im Anschluss an unser Frühstück zu Repapis gehen – ein Wort an meinen Sohn, so geht das, Du hast noch Luft nach oben!!!

Das Mindeste
Ja, das gefällt mir!

An diesem Tag war richtig was geboten auf Leros. Es fand eine Art griechische Meisterschaft im MTB Race statt. Biker aller Regionen waren nach Leros gekommen um die Trails hier unsicher zu machen. Für die Jüngeren wurde im Anschluss an eine kurze, stadtnahe Strecke ein Parcours aufgebaut.

Riva? Nein, Lakki!

Wir haben ein bisschen geschaut, bis die Zeit reif war um Christine und Nader abzuholen – Agios Isidoros stand am Plan.

Die Stunden verflogen, es war klassischer Urlaub angesagt. Der Vormittag zur freien Verfügung, mittags treffen und gemeinsamer Cafebesuch, Snack oder sonstwas, eine Sehenswürdigkeit oder Wanderung für die Damen, dann Strand bis zum Abendessen – zum Abschluss immer ein Ouzo als Absacker, eingenommen bei „Sorocos Bar“, direkt vorm Hotel. Wunderbar!!!

Ouzaka

Im Laufe der Zeit wurde der begleitende Teller zum Ouzo immer größer, die Meze mussten (fast) schon mit auf den Speiseplan.

Meze zum Ouzo – kann sich sehen lassen

Im grün-blauen Licht der Bar allerdings war das Zeug schwer zu essen – was Spuren hinterließ und mir einen Rüffel einbrachte.

Gottlob haben wir eine Waschmaschine

So enden die Tage wie deren Verlauf war – perfekt…!

Handybild, Nachtmodus

Aber Perfektion ist nur von kurzer Dauer – eine nächste Hiobsbotschaft machte mich fassungslos!

TANGAROA – gesunken auf dem Weg von La Coruña nach Brest

Ich kenne Marc und Karen nicht persönlich, aber aus verschiedenen Trans Ocean Diskussionsrunden und über verschiedene Social Media Kanäle. Wir haben das letzte Mal im März telefoniert, als er mir Hilfe angeboten hat, bezüglich der Vorgehensweise bei meiner Rudereparatur. Die Beiden waren auf dem Weg zurück von einer großen Atlantikrunde nach einem Sabbatical.

Will das Schicksal mir etwas sagen???

Ich werde darüber nachdenken, aber zunächst ist Urlaubsfreude angesagt. Was machst Du mit Freunden 10 Tage auf Leros – diese Frage haben wir uns gestellt und bei „Scooterwoman“ Rena Antwort erhalten. Geht nach Patmos, es gibt eine Fähre – an einem Tag hin und zurück.

Gute Idee, das machen wir! Also los und Tickets gekauft – um dann am nächsten Morgen, sehr zu Naders Leidwesen, in aller Herrgottsfrühe auf die Fähre zu warten.

NISOS KALYMNOS – Herr steh´ uns bei

Ach Du meiner treu – diese Möhre soll uns bis Patmos bringen? Naja, es geht seit 60 Jahren gut, wird es dieses eine Mal auch noch klappen, so unsere irrationale Begründung, den Seelenverkäufer zu betreten.

Doch siehe da, alles ging gut und so waren wir bereits zwei Stunden später in der Bucht von Patmos.

Es grüßt die Chora mit Kloster

Wir hasten vom stählernen Seelenverkäufer direkt zum Taxistand – wir wollen vor der Masse beim Kloster sein. Das gelingt, doch die Aufregung war umsonst, es war nicht so sehr viel los. Es war noch Zeit für ein leckeres Frühstück vor den Toren der Chora.

Sehr einladend
Ein ordentliches Angebot
Preise gehoben aber akzeptabel
Viel Flair
Liebe zum Detail

Überhaupt ist die Chora eine sehr charmante, wenn auch touristische Ecke auf Patmos, es loht sich die Details zu entdecken!

Selbst die touristischen Läden sind hier oben, vielleicht offiziell reguliert, etwas niveauvoller als man es von Kos oder Rhodos kennt – immer einen Abstecher wert.

Natürlich steht immer das Kloster am Plan, es ist das für mich schönste der griechischen Klöster die ich kenne. Amorgos ist sicher spektakulärer, schöner ist aus meiner Sicht aber Patmos.

Historisches Gemäuer
Farbkontraste
Innenhof
Uralte Gemälde
Gelebte Entschleunigung
300 Jahre – fast
Sie lebt – ganz sicher!
Wir gehen wieder – hoch über Scala

Danach ziehen wir weiter durch verwinkelte Gassen, bei denen es sich ebenfalls lohnt auf Details zu achten…

Gässchen – nicht verlaufen
Durchgänge
Abenteuerliche Bauweise

Wir kommen bei den Windmühlen an, diese sind restauriert und wirken daher schöner als die auf Leros. Zumal tragen sie ihre Tücher wieder, leider aber nicht in diesem Moment.

Patmos Windmills

Wir gehen zurück zum Ausgangspunkt, erfreuen uns weiter an den Schönheiten der Insel, lassen dabei auch die blühenden Bäume auf uns wirken. Da wir keine Allergiker sind, ist die Wirkung ausschließlich positiver Natur.

Christine und Sibylle beschließen den Fußweg nach unten zu nehmen und dabei der Grotte der Apocalypse noch einen Besuch abzustatten – Nader und ich dagegen, rechnen heute nicht mit einer weiteren Offenbarung und nehmen daher ein Taxi in die Scala – wir widmen uns hier einem anderen Produkt des Schaffens der Mönche…

Läuft

Ich hatte es schon erwähnt, dass Patmos uns kulinarisch immer enttäuscht hat? Aus diesem Grund habe ich immer wieder beiläufig erwähnt, dass es einen guten Burgergrill in der Stadt gibt – man wollte meine Offenbarung aber ebenfalls nicht hören und wir zogen nach einem kurzen Strandaufenthalt in eines der Touristenlokale.

Pandelis – überbewertet

Es war ok, nicht mehr, nicht weniger. Wir haben gegessen und nach dem Begleichen der Rechnung den Weg zum Hafen angetreten – und als ob sich Patmos gebührend verabschieden wollte, trugen die Windmühlen ihre Segel. Ein schönes Bild!

Just als wir zum Hafen kamen, füllte sich der kleine Ort, nanu, was war los? Weit und breit kein Kreuzfahrer zu sehen!

Ah, da war der Schuft! Er konnte aufgrund seiner Größe den Hafen nicht anlaufen, schüttete dafür aber im Gegenzug mit kleinen Shuttlebooten hunderte Touristen in die kleine Stadt – nicht meines, sorry!

Könte ich, dann würde ich…

Unsere Schaluppe brachte uns zurück nach Leros, wir beobachteten die Sonne beim Untergehen – schöne Momente…

…für manche aber ein untrügliches Zeichen dafür, dass jetzt Schlafenszeit ist. Namen werden keine genannt, die Personen wollen anonym bleiben!

Zu später Stunde bringt uns der kleine Riese zurück nach Leros, die Klappen öffnen sich, die Menschen die zwischen den Inseln pendeln steigen aus…

Nicht mehr lang…

Der neue Tag sollte weniger anstrengend sein, ich machte ein paar Mails und hörte die Songs von Manolis, passt einfach gut!

Den Nachmittag verbrachten wir am Strand und chillten gehörig. Heute Abend wollten wir Christine und Nader zu Manolis „To Steki“ mitnehmen – ob es ihnen wohl gefallen würde?

Ganz sicher gefallen hat Nader der Besuch bei Haris – er wollte unbedingt auf einen Aperitiv hoch zur Mühle gehen. Mit diesem Wunsch rennt er bei mir offene Türen ein. So fanden wir uns am frühen Abend hoch über Panteli wieder – mit Blick auf´s Hotel unserer Freunde.

Der Chef mit dem Skipper – Beratungsgespräch???
Aperol Panteli
Pineapple Express

Danach gings in die andere Bucht um dort, zum ersten Mal in diesem Jahr, im „To Steki“ am Strand Platz zu nehmen. Bisher war es immer zu frisch und wir auf der Terrasse gesessen, jetzt endlich saßen wir direkt am Strand. Es war auch noch relativ früh am Abend.

Blick auf die Bucht von Alinda – von unserem Tisch aus
Schöner kannst kaum sitzen

So ging wieder ein Tag zu Ende – ich mache es kurz, Dimitris konnte begeistern, seine Meze waren wieder ein Gedicht und wir alle ließen den Tag zufrieden ausklingen.

An sich vergingen die Tage wie im Flug, viel Inhalt, viel Erlebniswert, viel Spaß – kurzweil. So wollten wir heute, nachdem gestern ein Ruhetag war, wieder einen Ausflug machen – ich ließ mir etwas Besonderes einfallen…

Ob es gelänge den Wirt aus Archangelos für mich zu gewinnen und ihn zu bitten, uns nach seiner Einkaufstour in Leros mit dem Schiff mitzunehmen? Ein Ausflug nach „Paradise Island“ – dorthin, wo man nur mit dem Schiff hinkommt?

To make long Story short – es gelang uns, wir fanden uns um 11.00 Uhr des Tages auf Giorgos Kahn wieder, auf dem Weg ins „Stigma“.

Klar nehme ich Euch mit
Buchtausfahrt Partheni

Nur für´s Verständnis, die Überfahrt dauert maximal eine halbe Stunde, es ist an sich kein Abenteuer. Den Charakter eines solchen bekam die Fahrt erst durch Giorgos Aussage „I cannot bring you back, we will find a way“ – ok, wird schon!

Lieblingsplatz
Stammtisch – diesmal ohne NESSAJA

Wir waren ausgiebig baden, der kleine Strand ist sandig und erlaubt ungetrübte Badefreuden. Natürlich haben wir uns einen Lunch gegönnt, supereinfach und superlecker.

Die üblichen Meze, gefolgt von einem Fleischgericht aus drei verschiedenen Fleischsorten, danach Wassermelone.

Dazu gab es ein „Herrengedeck“ aus Ouzo und Bier, wobei wir bemerkten, dass Fliegen Bier mögen – da wir unseren Gerstensaft aber nicht teilen wollten, haben die Fliegen eine eigene, nicht ganz volle Dose bekommen – erfolgreich…

Nach dem Essen wollten wir nochmals schwimmen gehen. Inzwischen war die Rückfahrt für uns organisiert, ein Wassertaxi würde uns um 16.00 Uhr abholen, gerade noch das Zeitfenster für ein weiteres Bad im kühlen Nass.

Nix wie rein

Ich rufe einen Arschbombenkontest aus und gehe in die Vorlage – Nader versucht mein Ansinnen auf Zelluloid zu bannen – es gelingt!

Anlauf, graziler Absprung
Eintauchphase – kugelrund zusammengeklappt
Splash, bäääämmm – nicht sooo schlecht 😉

Pünktlich um 16.00 Uhr kommt unser Wassertaxi und bringt uns, neben einer Gruppe Italiener, zurück nach Leros. Diese Überfahrt im schnellen RIB ist deutlich flotter und spannendender als der Hinweg.

Christine fotografiert mit der Frontcam – den flotten Griechen!
Nader bleibt gelassen…

Angekommen auf Leros trennen wir uns, um uns ein bisschen frischzumachen und dann am Abend wieder zusammenzufinden.

Bei NESSAJA tut sich was! Robi und Baba waren inzwischen weg, wir daher ohne Nachbarn. Es lag mir daran, nette Menschen so direkt neben mir zu haben, das kann wichtig sein wenn Du immer am Boot bist. Da traf es sich gut, dass Judith und Alistair von der MONEY PENNY signalisierten, dass sie auf Leros ankommen würden.

Das ist deshalb interessant, weil MONEY PENNY und NESSAJA baugleiche Schwesterschiffe sind. Von der Dufour 43CC wurden jedoch nur ganz wenige Einheiten gebaut – man spricht von 10 – so dass ich im Mittelmeer keine weitere kenne. Ich habe Alistair und Judith über eine Facebook Gruppe kennen gelernt, wir tauschen uns seit Längerem aus, nun sollte das Treffen in der Realität folgen.

Ich hatte mir erlaubt, den Platz neben mir bei Marinero Sebastian zu blockieren – exklusiv für MONEY PENNY – und nun war sie da!

Schwestern – so gleich und doch so verschieden

Natürlich gab es ein großes Hallo und wir haben uns gegenseitig die Schiffe gezeigt. Die Beiden sind supernett und ich würde mich freuen wenn wir uns anfreunden. Natürlich waren wir inzwischen miteinander beim Dinner und quatschen jeden Tag. Die beiden sind aus Tenby und wer meine Liebe zu GB, in dem Fall Wales, kennt, der weiß – ich hätte da Hintergedanken…

Es war wirklich ein komischer Zufall, dass sich exakt an diesem Tag ein weiterer Besitzer einer 43CC bei mir meldete – ob ich noch Bilder seines Ruders bräuchte, er wäre grad am Schiff. Jean-Armande ist aus Canada und der Dritte im Bunde. Andere 43CC sind mir nicht bekannt. Natürlich haben wir sofort aktuelle Bilder ausgetauscht…

Das Dinner am heutigen Abend sollte nicht so feudal werden, wir waren ja mittags im „Stigma“. So haben wir beschlossen ins „SouVLakki“ zu gehen, um hier mit einem kleinen aber authentischem Giros den Abend abzurunden. Das klappte bestens!

Christine hatte noch eine Rechnung mit Griechenland offen, die galt es heute zu begleichen! Wie schmeckt wohl Retsina? Eine Frage die sie schon lange beschäftigt. Unsere Auskunft, dass wir nie etwas Schlimmeres getrunken hätten und unsere einzige jemals bestellte Flasche in Pothia / Kalymnos in die Blumen gegossen haben (die danach sicher verwelkt sind), konnte sie nicht nicht abhalten – heute und jetzt!!!

Retsina – grauenhaft

Ja, wie das so ist mit so Zeug – Retsina ist wie Ei mit Maggi – love it or hate it! Und Christine gehört zur LOVE Fraktion…

Retsina Sommeliére

…nach anfänglichem Zögern trat Begeisterung ein und die ekelhafte Plörre zog ein in ihre persönliche „Greek-Must-Haves“ Liste und wurde somit noch mehrfach bestellt. Positive Nebenwirkung, sie hatte den halben Liter immer für sich alleine.

Es war schon dunkel als wir aufgegessen hatten, unser Desert verzehrt und sowohl Ouzo als auch Mastiha Gläser geleert waren – da nahm am Nachbartisch ein ungewöhnlicher „Gast“ Platz…

Wohl bekommt´s

…stört hier aber keinen! Die Mieze mampfte ein paar Happen, wähnte sich wohl im Schlaraffenland – Giros mit Beilage – wann gibt´s denn sowas? Zog dann aber friedlich von dannen.

Wir ließen die Tage ausklingen, das Urlaubsende nahte. Dem Strandaufenthalt nebst Hopfenkaltschale wurde der Vorzug gegenüber neuen Entdeckungen von B-Zielen gegeben.

Sibylle und Christine machten noch zwei Spaziergänge, aber im Großen und Ganzen beschränkten sich unsere Highlights auf die Abendessen – hier ein paar Impressionen.

Zum Beispiel von einem, für uns neuen, Spot mit sehr guten Referenzen. Die „Ouzeri o´ Sotos“ ist bekannt für Fischgerichte, da aber etwas abseits in Drimonas für uns nicht immer am Schirm – das haben wir mit Christine und Nader geändert…

Einfach und authentisch
In Drimonas, direkt am Meer mit herrlischem Ausblick
Ich war überrascht von schönem Geschirr, sehr gutem Service und feinen Meze
Florinis, Leros Cheese, Saganaki, Octopus Carpaccio
Dazu ein griechischer Salat
Kokoretsi – mit Kalamari statt mit Innereien
Eine abgewandelte Form von Kokoretsi – in einer fruchtigen Hibiscus-Sosse, wow!!!

An einem anderen Tag war bei Marietta und Takis Live Music ausgerufen – das wollten wir uns noch einmal antun. Wieder war Flourious am Keybord, diesmal war aber statt Fiddler Manolis der andere Manolis zu Werke – nämlich an der Bouzouki!

Ich mag und kenne Manolis, er war früher Marinero bei uns und hat mir eines dieser geflochetenen Armbänder gemacht. Es war uns also eine Ehre teilzunehmen.

Marietta und Manolis
Alex, Marietta´s Bruder, eröffnet den Reigen – man beachte Takis auf den Knien…
…der sorgt nämlich mit Schnapsgläsern für den Takt
Das Lokal war gerammelt voll…
…die Stimmung entspannt – hier Tali und Izi von der ROZI
Später kam ein junger Mann aus dem Publikum ans Micro – der sehr gut singen konnte…
…so dass es zumindest für die Damen kein Halten mehr gab!
Desert – vom Haus

Nader und ich kämpften noch die letzten Kalorien „vom Haus“ nieder, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machten. Perfekter Abend.

Für den nächsten Tag kündigten sich unsere Münchner Freunde Gottfried und Gabi an, sie hätten ein Dieselproblem auf der HARMONY und ob ich nicht zwischenzeitlich einen Kraftstoffschlauch nach DIN xxxx besorgen könnte? DIN in GR??? Ich wollte helfen und machte mich auf den Weg – eine Odyssey begann.

Ihr erinnert Euch an Panos? Den Verkäufer in der Marina Chandlery? Er meinte er hätte den Schlauch, vielleicht! Ok, können wir nachsehen erwiedere ich. Hm, schwierig meint er, der sei im Container und nicht im Laden. Ah, verstehe – können wir dort nachsehen? (ich verzweifle)… Da lächelt er, denn er hat eine super Idee, er schlägt mir vor in den Ort zu einem anderen Ship-Chandler zu fahren, vielleicht hat der einen Schlauch griffbereit! AAAAAhhhhrgg…

Ich fahre zu acht!! verschiedenen Stellen und frage nach einem NBR Kraftstoffschlauch in Industriequalität, 8mm Durchmesser, 8m lang – mit Gewebe wenn möglich, sonst ohne – keiner der Befragten kann alle Kriterien erfüllen, bis auf einen. Kallas ist sich seiner Position aber bewusst und verlangt 8.-€ den Meter. Ich biete die Brust und verzichte – und sage ihm auch den Grund. Ihr müsst wissen, dass so ein Schlauch im Internet 1,50.- der Meter kostet.

Ich fahre für Freund Gottfried tatsächlich einmal über die ganze Insel um dann in der Artemis Boatyard fündig zu werden – man bedient mich freundlich, verkauft mir die gewünschte Qualität in den erforderlichen Abmaßen für 4.- / Meter. Auch teuer, aber vetretbar!

30km Strecke für nen Benzinschlauch – hat aber Spaß gemacht
Mein Schatz – inzwischen verbaut, die HARMONY wieder flott

Der letzte Tag für Nader und Christine läuft. Wir gehen ein letztes Mal zum Sundowner ins „Harris“, der Mühle oberhalb Pantelis um das Ambiente und die Drinks dort zu genießen.

Unsere GS dabei – der Parkplatz des „Harris“
Strawberry Splash

Danach unser letztes gemeinsames Dinner, bevor wir uns das nächste Mal zum Essen in Deutschland treffen – vermutlich am 30.09. zur Hochzeit unserer Kinder. Klar war, auch hier muss als Höhepunkt das „Mylos“ herhalten!

Ok, aber wir kennen den Weg
Es ist einfach ein traumhafter Platz – mehr Griechenland geht nicht!
Man hat aufgerüstet – jetzt 3 statt 1 Fischkühlschrank! Hier für die Fische
Nummer 2 für Meeresfrüchte, etc.
Nummer 3 – nochmals andere Fische
Scampitartar
Kataifi Cheese
Spaghetti Vongole
GEILE Nachspeise – Baiser mit Sahne und Erdbeerjus – vom Haus

Wir genießen den letzten Abend und die unvergleichliche Stimmung die wir in den letzten 10 Tagen sooft genießen durften!

Agia Marina bei Nacht

Verabschiedung ist nie schön. Wir haben uns daher am nächsten Tag sehr zeitig verabredet, um im kleinen Cafe in Agia Marina gemütlich auf die Fähre zu warten, den Urlaub der Freunde Revue passieren zu lassen und um einen Cappuccino nebst ein paar Süssigkeiten zu genießen.

Angekommen an der Fähre, wurde der Flitzer entladen, Sibylle und ich würden den Panda zum Verleih zurück bringen. Das alles ist hier auf Leros sehr unkompliziert. Nader brauchte etwas, um sich daran zu gewöhnen – ich hoffe, er sperrt zuhause seine Autotüren wieder zu und macht die Fenster hoch. Das mit dem Schlüssel stecken lassen üben wir nächstes Mal.

Und immer daran denken – Blinken ist hier eine Idee, in Deutschland aber Pflicht!

Wie immer kommt die Fähre pünktlich und es wird klar – in ein paar Minuten ist der Besuch auf Leros, ein etwas anderer Urlaub, für Christine und Nader zu Ende.

Die Freunde verschwinden im Pulk…
…und werden von der Dodekanisos Express nach Kos gebracht

Inzwischen schreiben wir den 27.06., der Monat neigt sich dem Ende zu. Wir haben positiven Terminstress, weil inzwischen andere Freunde und Bekannte auf der Insel sind, wieder andere wollen sich verabschieden, da sie schon wieder gehen müssen.

Alle möchten sich gerne noch einmal mit uns treffen oder essen gehen – das ehrt uns und deshalb folgen wir den Aufforderungen.

So gehen wir etwa mit Gottfried und Gabi nach Panteli ins „Pirofani“ – ein Besuch der Zweifel in mir hervorruft. Wir haben prizipiell gut gegessen…

Spaghetti Vongole
Pirofani Salat
Grilled Calamari

…aber gemessen am Preisniveau und dem Getue welches man an den Tag legt stimmt es halt mal wieder nicht perfekt. Ich will nicht auf Deutsch begrüsst werden – das sollen die Kellner in Kos machen, aber nicht hier! Ich könnte darüber hinwegsehen, wenn nach der Begrüßung der perfekte Service folgen würde, aber meist muten die Jungs sich zuviel zu – und reißen die selbstgelegte Latte auf dieser Höhe.

Für mich bleibt Panteli die erste Wahl als Strand – die Lokale dort sind es für mich nicht. Als Ausnahme bleibt im Moment das „Zorbas“ zu nennen, welches aber beweisen muss, dass es die Qualität halten kann.

Obwohl mir die eine oder andere Wolke (die es 2021 nie gab) die Badefreude verderben will…

Bläde Woik´n – direkt vor MEINER Sonne

…lasse ich mich nicht davon abhalten täglich zum Panteli zu fahren und mich in die Fluten zu stürzen. Meist trinke ich ein Bier oder einen Ouzo und genieße das Leben oder zumindest die Stunden. Gibt´s dann noch Meze dazu bin ich glücklich!

Greek Lifestyle – Ouzo mit Meze

Eine weitere schwarze Wolke baute sich drohend über meiner kleinen Welt auf – die Eiskühlung im Repapis war kaputt! Wo war all das leckere Eis? Mein Eis???

Weg, einfach weg…

Und wenn Du denkst es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her – das Lichtlein war diesmal die von mir so geschätzte und meist auch sehr nett angelächelte Eiswaren-Fachverkäuferin. Ein kurzes Gespräch machte es möglich, dass mir der frostige Genuss in ausreichender Menge und in den gewünschten Geschmacksrichtungen zur Verfügung stand!

Personal Treatment – Efcharisto poly

Ich entdecke jeden Monat Neues, so dass auch der Juli einige Highlights bieten wird. Es wird zum Beispiel wieder Konzertreihen geben und wir werden wohl auch das ein oder andere Konzert besuchen…

Am letzten Tag des Monats waren wir nochmals zum Carboloading geladen – zu Evelyn und Roland auf Ihre ARIES. Auch diese Freunde sind wieder auf Leros, aber nur temporär. Es muss noch ein Dach montiert werden und dann werden sie wohl ihre Leinen loswerfen und Richtung Westen fahren.

Mit Ihnen haben wir fast den ganzen Winter verbracht und viele Abende durchlebt und auch durchzecht. Ich befürchte fast, dass es ein Abschied für länger werden könnte.

Diesen einen Abend jedoch, den letzten des Monats Juni, haben wir es uns nochmal richtig gut gehen lassen, zuerst beim Sundowner auf der Empore des Katamarans (ja, Flybridge)…

…dann auf der Terrasse der schwimmenden Wohnung – bei einem feudalen Dinner – dank Evelyns Kochkünsten!

Spaghetti Frutti di Mare

Ich selbst habe dem Tag noch eine etwas „unangenehmere Note“ hinzugefügt. Denn nachdem es mir während der zwei letzten Deutschlandbesuche nicht möglich war einen Zahnarzttermin zu bekommen, lasse ich die Routineuntersuchung künftig hier machen – so fand ich mich in der örtlichen Zahnarztpraxis wieder…

Dental Clinic – ok…
Hochmodern und einladend

…wo die Behandlung sehr rasch und auch nahezu ohne Unterschied zu dem aus Deutschland gewohnten Procedere war. Ich werde wegen dem Zahnarzt keinen Terminstress mehr machen…

Das war er, unser Juni! Er lässt mich mit zwei Herzen in der Brust zurück! Ich konnte genießen weil es Urlaub war! Andere Gesichter, andere Themen, Ausflüge und sehr nette Besuche verschiedener Tavernen und Bars. Etwas Abstand zu meiner Baustelle auch…

Auf der anderen Seite die Seenotfälle bei denen zwei Freunde ihre Schiffe und ihr Zuhause verloren haben und dabei nur knapp dem Tod entronnen sind. Als wäre das nicht genug, beklagt die Langfahrtszene auch noch den tödlichen Unfall eines weiteren Seglerpaares aus Deutschland. Ich bin verunsichert und habe so manches Mal Zweifel an unserem Tun.

Im neuen Monat wird das eine Rolle spielen, auch nehme ich die Arbeiten an NESSAJA wieder auf. Zudem hatte das Carboloading der letzten Tage (auffällig viel Nudeln) einen Grund – ich bin in eine (private) „Biggest Loser“ Challenge eingestiegen, mal sehen ob´s was bringt…

Ich danke Euch für das aufmerksame Lesen, das Folgen unseres Blogs und Euer Interesse – Ihr nehmt Euch Zeit, wenn auch virtuell, das freut mich!

Bis zum nächsten Monat – der Skipper / Eure NESSAJA Crew