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Nessaja ist eine Dufour 43CC und in Griechenland stationiert. Seit Anfang 2021 leben wir unseren Traum und wohnen auf Nessaja. Mit Ihr machten wir zunächst die Ägäis unsicher, bevor wir aus privaten Gründen entschieden haben, NICHT auf "große Fahrt" zu gehen! In unserem Blog geht es daher zumeist um den Alltag zweier Segler die sich dem Leben auf einer kleinen griechischen Insel verschrieben haben... Hier und auf den üblichen Social Media Kanälen erzählen wir von unseren Erlebnissen und Abenteuern.

Mai 2021 – Unterwegs

So wie der Vogel auf’m Draht hast immer nur dei‘ Freiheit g’sucht
Bist aner, der’s net aufgeb’n hat, niemals vorbei immer nur mittendurch
Der Weg is wichtig, net das Ziel, all’s is richtig, nix is z’viel
Und du bist unterwegs…

Wer mich länger kennt oder den Blog schon etwas länger verfolgt weiß, dass ich den Songs von STS durchaus zugeneigt bin und hier besonders die Stücke vom Steinbäcker schätze und mag. So hat er bereits 1988 die obigen Zeilen zu Papier gebracht – ein Lied welches meinen Nerv bis heute trifft! Es passt gut als Mai Headline.

Der Mai ist aus unserer Sicht in zwei Hälften aufzuteilen – Mai v.Co. und Mai n.Co. – Ihr könnt es Euch denken, es hat mit der Covid-19 Situation in Griechenland zu tun.

Hier auf Leros, eine Insel unter 10.000 Einwohner, hatte man sehr früh reagiert und eine Impfcampagne gestartet. Auch Ausländer welche sich länger aufhalten, konnten geimpft werden, es wurde stets BionTech / Pfizer verimpft.

Mittels einer temporären AMKA Nummer, einer Sozialversicherungsnummer, konnte man sich erfassen lassen und wurde in das erstaunlich gut organisierte Impfprogramm aufgenommen.

Wir haben uns entschieden hier ein Statement zu setzen und den Weg unserer Gastgeber mitzugehen, nicht uneigennützig, das wollen wir offen kommunizieren, erwarten wir doch etwas mehr Bewegungsfreiheit und vereinfachte Prozesse beim Reisen.

Inzwischen sind wir beide vollumfänglich geimpft und haben eine Impfbescheinigung mit QR-Code welche einmal ein einen digitalen Impfpass integriert wird. Von unserem gelben Impfbuch wollte hier keiner was wissen. Wir hatten keinerlei Nebenwirkungen, haben aber an den Impftagen auch gehörig Ruhe gesucht…

Wie passt die Impfgeschichte hier rein?

Nun, einfach zu beantworten – sie hat unsere Pläne geändert. Zuerst hatten wir gedacht, dass wir alsbald möglich, die Leinen loswerfen und Richtung Nördliche Sporaden aufbrechen. Unsere Gäste sollten über Athen anreisen und uns auf den Etappen begleiten.

Dies hat nun nicht mehr geklappt, weil wir ja zu den Zweitimpfungen und zum Abholen der Bescheinigungen wieder auf Leros sein mussten. Also wurde kurzerhand umgeplant und für den ersten Besuch eine Runde durch den nördlichen Dodekanes angesetzt. Doch soweit war es noch lange nicht…

Wir schreiben den Monatsanfang – Mai 2021 – eine Freigabe für den Segelsport ist noch nicht in Sicht! Man munkelt bei „Radio Ponton“, dass ggf. am 15.05., mit der Öffnung der Grenzen Griechenlands für den Tourismus auch das Segeln wieder möglich sei, doch bestätigt ist das noch nicht.

Wir halten uns daher zurück, touren mit unserem treuen Minibus über die Insel und sehen nach ob einer unserer Lieblingsspots, das „View“ in der ersten Mühle, wieder öffnet. Leider sieht es düster aus, es macht eher den Anschein, als sei dieser Betrieb den Corona Nachwirkungen zum Opfer gefallen.

Anfang Mai war in Griechenland orthodoxes Osterfest. Wir waren sehr gespannt dies hier erleben zu dürfen, hatten aber wohl etwas Pech, da durch die Maßnahmen wegen Corona an sich alles verboten war, was dieses Fest hier ausmacht. Außer ein wenig Böllerei war auf den Straßen nicht viel davon zu merken. So hat Sibylle kurzerhand das Back-Gen in sich wiederentdeckt und eine DIY Abhilfe geschaffen – das Ergebnis konnte sich sehen lassen…

Es waren auch noch Projekte offen – ich wollte das „Geheimnis“ um eines dieser Großprojekte diesen Monat lüften – tataaaaa, so sei es!

DAVITS – Nessaja trägt nun stolz ihre neuen Davits!

Ich habe die Aludavits bereits vor zwei oder drei Jahren von einem Freund in Kroatien gekauft und immer durchgelagert, es war keine Gelegenheit diese nach Griechenland zu bringen. Diesmal durften sie mitreisen und ich habe mir vorgenommen das Projekt „Montage“ auch umzusetzen.

Das war zunächst nicht so einfach, brauchte ich doch Hilfe beim Bau der Basis aus Edelstahl. Da war es doch „ein Stück von Glück“, dass ein Norweger, der eigentlich Amerikaner ist, hier in der Marina verweilte, von Beruf Schweisser ist und ihm ein bisschen langweilig schien…

Es brauchte nicht viel ihn zu überreden mir die Dinger auf seiner Schweißanlage an Bord einer Bavaria 36 zusammenzubauen – die spinnen die Amis – im allerpositivsten Sinn!

Das alles klingt einfach – wer schonmal Edelstahl 1.4401 in 8mm mit der Flex geschnitten und mit dem Akkubohrer gebohrt hat, der weiß wovon ich rede. Das Lackieren und die Endmontage waren dann ein Kinderspiel – ok, mal abgesehen vom Gezeter der Hausherrin als ich ihr Schneidbrett aus Delrin als Isolator zwischen Edelstahl und Alu einsetzte, ein Kuss beruhigte sie rasch und sie half mir sogar beim Aufräumen der als Werkstatt zweckentfremdeten Pantry.

Die im Schweiße meines Angesichts gebauten Dinger reichen aus um ein Atom-U-Boot als Dinghy zu fahren – und sie bewährten sich vom ersten Moment an – ich liebe sie! (Ok, nicht so wie meine Frau 😉 )

Das hört sich stressig an? Keinesfalls! Wir haben den Luxus das zweitwertvollste Gut im Überfluss zu besitzen – ZEIT! So war zwischen den Projekten reichlich davon einzusetzen um beispielsweise in die Welt der Mittelalterromane einzutauchen…

…oder auch um die Online Kommunikation mit den Daheimgebliebenen zu pflegen. So erfuhren wir auch, dass in Deutschland der Winter noch einmal zurückgekehrt ist – im Mai! Ich wusste es schon immer, er ist ein Schuft!

Nachdem die Davits montiert waren, hatte ich noch Kleinprojekte auf der inzwischen erfreulich kurzen „To-Do Liste“ so war zum Beispiel eine 5V USB Buchse zu installieren…

…die Polsterbezüge im Cockpit auszubessern und teilweise die Klettverschlüsse zu erneuern – hier hat sich Sibylles Nähmaschine das erste mal bewähren dürfen.

Wir haben uns vom Schreiner Einlegeböden für die Schränke machen lassen, teuer zwar, aber eine hervorragende Arbeit. Er wird im Winter wohl auch das Interieur für den Einbau der Waschmaschine vorbereiten…

…und last not least haben wir uns ein Moskitonetz der „De Luxe Ausführung“ für den Niedergang machen lassen. Hier verrate ich mal den Preis ——– 35.-€ ——- sehr fair wie wir fanden!

Genug Geschichten um die Projekte des Monats Mai – Nessaja war segelklar, was war denn nun mit der Freigabe?

Das Gerücht, dass der 15.05. der Tag-X sein könnte verhärtete sich, erste Segler machten sich auf zur Port Police um die hiesige Taxe, das TEPAI zu bezahlen. Ich wollte noch warten, zumal wir kurz vor der Monatsmitte unseren Hochzeitstag zu feiern hatten – dieser hat uns zur Abwechslung einmal nicht zu Dimitris, sondern ins „El Grecco“ am Panteli Beach geführt. Wir hatten einen sehr netten Abend…

Während wir also der Dinge harrten – Auslaufen oder nicht Auslaufen? – das war hier die Frage welche in aller Munde war, konnten wir ein anderes Spektakel beobachten.

Es gab in der Nähe (Nisyros) ein leichtes Erdbeben und die Bewegung des Meeres konnten wir in der Marina sehen und spüren.

Das Meer hob sich zu einem vorher nicht so häufig gesehenen Maximalpegel, um dann innerhalb von 5 Minuten um 50-60cm abzusinken – dies wiederholte sich mehrfach.

Das war zu keinem Zeitpunkt gefährlich, seltsam war es allemal…

Der 15.05. – eine Art „Independence Day“ für Griechenlandsegler 2021! Es wurde sehr kurzfristig beschlossen, dass Fahrtensegeln und die damit einhergehende freie Bewegung ab Mitte Mai erlaubt ist – also nix wie hin zur Port Police, TEPAI bezahlt und Schiff klar machen!

Sigasiga, würde der Grieche nun sagen – langsam mein Freund, Abschied von einer netten Wintercommunity tut not und so haben wir uns alle nochmals bei Dimitris getroffen um „lebewohl“ oder „auf Wiedersehen“ zu sagen…

Sibylles Geburtstag rückte näher, sie wollte in Lipsi bei Manolis feiern – der Capetanias Befehl ist des Skippers Wunsch oder so ähnlich und so habe ich einen Tisch in dem uns wohlbekannten Lokal reserviert – unser Aufbruch stand bevor, Day of Departure, 2021, May 19th!

Bevor ich es vergesse aber noch zwei dicke „Dankeschön“!

Eines an die Crew der „ALADIN“ für die Einladung in das „Mylos“ – ich hatte im Winter einen Kurzeinsatz für das Schiff – wir haben den Abend sehr genossen!

Das zweite an Susanne für ein „Fläschchen“ Tsipouro – leider konnte ich unsere Idee nicht komplett umsetzen, aber ich denke der Schnaps hält bis wir uns hier wiedersehen…

Es war soweit – „Leinen los“ auf der NESSAJA, wir schreiben den 19.05.2021, wir legen ab zum ersten Törn unseres „Lebens 2.0“ – es fühlte sich ein wenig surreal an.

Das Meer hatte uns die wieder, wir genossen das sanfte Schaukeln und die Weite nach den Monaten in der Marina. Wir verließen die geschützte Lakki Bucht und setzten Kurs auf Lipsi, hier wollten wir in der Südbucht ankern, Freiheit spüren…

Wir verbrachten den Nachmittag mit Baden, Schnorcheln und Relaxen – wunderbar! Später dann machten wir uns auf den Weg in die „Stadt“ welche uns immer wieder begeistert. Alles ist aufgeräumt, einladend und irgendwie hübsch.

Wir haben Susanne, Markus und Lilli von der „Darksyde“ wiedergetroffen und haben ein kühles Bier zusammen genossen – herrlich – aber dann rief schon unsere Tischreservierung, galt es doch den Ehrentag der Capetania gebührlich zu feiern.

Wir wurden herzlich bei „Manolis Tastes“ empfangen und durften in der Küche wieder allerlei Köstlichkeiten probieren. Das Geburtstagsdinner wurde so zum außerordentlichen Genuss – hier wollen wir mit unserem Besuch noch einmal essen!

Die Portionen waren riesig und mein „Orso Bucco“ war kaum zu schaffen.

Ich war so voll, dass ich die gnädig angebotene Taxifahrt zu unserer Ankerbucht bereitwillig gegen den halbstündigen Fußmarsch getauscht habe. Zufrieden haben wir übergesetzt und sind ins Bett gefallen – ich habe mich sehr auf eine ruhige Nacht vor Anker gefreut…

…nix da! Depp! Anfängerfehler! An Schlaf war kaum zu denken, es war eine sehr unruhige Nacht. Ich habe den Fehler gemacht trotz des vorhergesagten Südwindes („…sind doch nur 10 Knoten…“) in eine Südbucht zu gehen. Nun, 10-15kn Wind reichen aus um eine kabbelige Welle in die Bucht stehen zu lassen, die unser Schiff, dem Klangkörper eines Kontrabasses gleich, in eine horrende Geräuschkulisse verwandeln kann. Nun, zumindest sicher sind wir gelegen, auf unser Ankergeschirr war Verlass!

Neuer Tag, neues Glück! Wir haben Kurs auf Samos / Pythagorion gesetzt, wo wir am 23.05. Kate & Lisa als unsere ersten Gäste 2021 empfangen wollten. Es waren ab dem nächsten Tag starke Nordwinde angesagt, so dass wir zeitig am nördlichsten Punkt unseres geplanten Gästetörns ankommen wollten.

Nach einer ereignislosen Motorfahrt erreichten wir am frühen Nachmittag Pythagorion und fuhren kurz durch das Hafenbecken. Was wir sahen war enttäuschend – trotz der Werbekampagne für Griechenland als sicheres Urlaubsziel war nichts los! Die Murings waren noch nicht aktiv, die halbe Waterfront wegen des Erdbebens vom Oktober 2020 noch eine Baustelle. Auf der anderen Hälfte waren nur ein paar Cafes offen – es wirkte ungastlich.

So haben wir kurzerhand entschieden in die Samos Marina zu verholen, den Starkwind dort sicher auszusitzen und unsere Gäste hier willkommen zu heißen. Die Vorteile lagen auf der Hand – Strom, Wasser und sanitäre Anlagen erleichtern das Leben und die Bordkasse konnte den relativ günstigen Tagespreis stemmen.

Wir haben uns sofort ein Auto gemietet um die nächsten zwei Tage selber mobil zu sein – und natürlich um unsere Freunde nach der Ankunft stilgerecht in der Limousine abholen zu können…

Der nächste Tag begann perfekt! Sibylle hat ein 1a Frühstück hergerichtet und war sehr nett, fast schon fürsorglich, zu mir – was war geschehen??? Achso, ja – ich hatte Geburtstag…

Das Gesicht der Capetania täuscht, wir starteten mit sehr guter Laune unseren Ausflug nach Kokkari. Auch dort waren die Folgen des Erbebens noch deutlich zu sehen, aber nur einen Schritt weiter warteten die Gastgeber dringend auf die nötigen Kunden um sich diese Saison zu sichern. Wir waren gerne Gäste und haben den Ausflug sehr genossen.

Mehr wollten wir an diesem Tag nicht unternehmen, stand uns doch das klassische „touristische Programm“ noch mit unseren Gästen bevor. So sind wir am frühen Nachmittag wieder zurück auf´s Boot gefahren und haben in der Marina noch ein paar Meze genossen.

Geburtstagswünsche gab es sowohl für mich als auch für Sibylle zuhauf, Geschenke auch – so hat uns ein ganz nettes Foto von Enkelchen Otto erreicht (da hat die Mama wohl mitgeholfen) und Franzi hat einen Blumengruß organisiert an dem auch ich noch meine Freude hatte.

Das Wetter war besonders – es wehte heftiger Wind, wir hatten also richtig entschieden. Es war warm, abends jedoch recht frisch. An sich war das Wetter gut, dazwischen jedoch zogen bedrohliche Wolken auf, welche für eine phantastische Stimmung sorgten.

Am Abend haben wir uns nach dem Dinner in Pythagorion, der Stadt des Pythagoras (a2 + b2 = c2 / Danke Herr Franta – bis heute nicht vergessen), einen Absacker gegönnt und sind danach müde zurück in die Marina getorkelt…

Der 23.05.2021 war angebrochen – unsere Gäste sollten am späten Nachmittag landen. Genug Zeit also um auch diesen Tag zu genießen. Wenn da nicht Sibylles deutlicher Ruf nach einer vollumfänglichen Bootsreinigung im Weg stünde!

Nun, so sei es – der Kahn wurde für den Besuch auf Vordermann gebracht und kurz nachdem Wurzelbürste und Meister Propper wieder in der Backskiste verstaut waren, stand der Skipper (ich) schon vor der Eisdiele, deren Motto ich mir auf die Fahne schreiben werde…

…war nicht so schwer zu erfüllen – alleine die Vielfalt der dargebotenen Schleckerei ließ mein Herz lachen!

So, jetzt wird´s aber Zeit – der Besuch kommt an und wir müssen die Limousine vorfahren. Der Jet landete pünktlich und die bepackten Gäste (nicht zuletzt wegen unserer Transportaufträge) waren schon Minuten später im gelobten Land (ja, Urlaub 2021 ist etwas besonderes!).

Ihr seht schon, die Gitarre durfte wieder mit! Das ließ annehmen, dass wir wieder besondere Momente erleben dürfen – doch dazu später mehr…

Der Tag selber endete mit dem Einchecken auf NESSAJA und einem Bummel nach Pythagorion und einem netten Abendessen.

Samos! Touristischer Spot, eine Insel die nicht nur nach einer leckeren Grillplatte beim heimischen Griechen klingt, sondern auch Lust auf mehr macht – so starteten wir, mit vielen bunten Einmerkern im Reiseführer, los zu unserer Inseltour – wohl wissend, dass nicht alle touristischen Ziele schon wirklich auf Besuch vorbereitet sind.

Wir waren zum Frühstücken in Kokkari und sind anschließend weiter nach Manolates, dem umtriebigen Bergdorf. Dieses war aber noch im Winterschlaf und wir die einzigen Touristen dort – egal…

Unsere Route führte uns weiter zu den Wasserfällen mit den herrlichen Gumpen. Dafür muss man eine kleine, 30 minütige Wanderung durch einen verwunschenen Wald in kauf nehmen. Dieser führt über etliche Brücken und tollen Baumformationen zum Talschluss in dem die Wasserfälle in den Bach münden.

Ich persönlich verkneife mir das Bad in den Gumpen nicht – obwohl, es war schon zapfig kalt. So hat die Mehrheit unserer illusteren Gruppe beschlossen, dass es mehr Spaß bringt, mir beim Eisbad zuzusehen…

Sibylle ist die selbstdefinierte Sportskanone im Team – so war klar, dass sie als Vorhut die windschiefe Treppe zur Taverne erklimmen musste, um nachzusehen ob sich der Nerven- und Kalorien zehrende Anstieg für den Rest der Truppe lohnen würde. Grünes Licht, offen, wir können los…

Klar, dass so eine kräftezehrende Leistung auch eine Art „Carboloading“ zur Folge hat. Der Wirt brachte also eine kleine Auswahl aus seiner Küche und wir stärkten uns für den Abstieg. Den Broiler hat Mikey letztes Jahr schon gegessen – absolute Empfehlung!!!

Hier oben haben wir uns alte Geschichten erzählt – unter anderem auch die, dass wir mit Doris und Sepp schon auf Samos waren. Bei der Erklärung wer denn Sepp sei, haben wir die Wortkreation „tschengpeng“ in den Raum gestellt. (Sepp, Du hast nix dagegen, dass wir uns DEIN Wort während dieses Urlaubes angeeignet haben 😉 )

Gesagt, getan – wir mussten wieder runter, mit zwei Schnaps geht das aber – tschengpeng – wie von selber…

Der Tag sollte seinen Abschluss mit einem Bad im Meer finden – das Wasser war auch hier noch kühl, aber nach einem kurzen Moment des Atemstillstandes ging es recht gut.

Wir fuhren zurück nach Pythagorion, gaben den Wagen zurück und machten uns in der Marina frisch. Danach war die obligatorische Fischmahlzeit fällig – das gehört zumindest in der Touristenversion unseres Bordlebens einmal auf den Speiseplan.

Auf zu neuen Zielen. Samos hat als Ankunftshafen seine Schuldigkeit getan und wir beschließen Richtung Arki abzulegen. Der Wind verspricht ein optimaler zu sein und so legen wir ganz bewusst die kleine Schwester der ohnehin schon kleinen Insel Arki, Marathi, als Reiseziel des heutigen Tages fest.

Lasst Euch nicht von den Bildern täuschen, wir konnten gleich nach der Marinaausfahrt die Segel setzen und hatten bis auf einen Moment im Windschatten der Berge von Samos immer einen kräftigen 5er stehen. Deshalb haben wir uns für den ersten Segeltag für die Genua entschieden, welche sogar minimal gerefft war – so konnten wir 6kn loggen und direkt auf unser Ziel anlegen.

Nach etwas über 4h bogen wir um das Kap bei Arki und mussten aufgrund der Windrichtung unter Motor bis in die Bucht von Marathi fahren.

Es waren noch keine Bojen gesetzt und alle Tavernen hatten zu, so gab es zum Dinner kurzerhand Spaghetti und einen Salat – ich bin mir bis heute nicht sicher, ob dieses Abendessen das bisher beste war seit unser Besuch angekommen war! Ein Lob an die Kombüse!!!

Überhaupt, es war eine ganz besondere Stimmung! Kaum Schiffe unterwegs, nix los in der Bucht und der Abend mündete in eine Nacht in der fast Vollmond war – Momente die schwer zu kaufen sind…

Wir waren glücklich, unser neues Leben fühlte sich perfekt an – alles richtig gemacht!

Unser nächstes Tagesziel war, glaubt es oder nicht, gerade einmal 10 Fahrminuten entfernt.

Wir hatten zwischenzeitlich so viel von der Kaimauer von Arki / Porta Augusta erzählt, dass in uns Vieren der Wunsch aufkeimte auch dort eine Nacht zu verbringen und uns dieses Kleinod anzusehen.

Im Vorjahr hatten wir mit Franzi und Mikey Pech, der Anleger war voll – diesmal waren wir jedoch guter Hoffnung einen Platz zu finden – also Leinen los und einmal nach Arki, bitte!

2!! In Worten ZWEI!! Das ist zwar mehr als eins aber doch weniger als drei – zwei Boote am Kai von Arki. Nie vorher erlebt!

Wundert Euch nicht warum ich mich dann neben dem einzigen anderen Boot gelegt habe! Vorher war noch ein Weiteres am Kai und weiter nach steuerbord wollte ich nicht. Das war aber ok, weil der Franzose frühmorgens los musste und wir am Morgen des nächsten Tages ALLEINE in Arki waren.

Arki hat drei Strassen, wirklich! Man braucht kein Auto, man kann allenfalls einen Schubkarren als taugliches „Fahrzeug“ bewerten – und dann das!

Ein Bulli aus Wien – ich hatte noch nichts getrunken und so verbuchte ich das Bild unter „skurrile Momente“!

Der Tag verging ruhig und am Abend ließen wir es bei Nikolas in seiner Taverne ausklingen. Der Wirt hatte Zeit und wir einen launigen, aufschlussreichen und wertigen Abend.

Am nächsten Morgen hatten wir uns vorgenommen Patmos anzulaufen. Irgendwie hatten wir keine Lust auf den lauten Stadtkai von Scala und wir legten die Bucht Grikos als Ziel fest. Dort wollten wir an einer Boje unter der Taverne Flisvos festmachen welche wir uns für das Abendessen ausgesucht hatten.

Die Überfahrt begann unter Segeln, der Wind nahm aber stetig ab, so dass wir ab der Hälfte der Strecke motoren mussten. Kate nahm sich abermals die Gitarre zur Brust und spielte für uns vom Gassenhauer (Griechischer Wein) bis hin zu den üblichen Verdächtigen (Sailing, Streets of London) ein herrliches Repertoire ab. Hier muss ich erwähnen, dass das unvermeidliche „Irgendwann bleib´I dann dort“ noch nie so süß für mich geklungen hat!

Die Entscheidung nicht nach Scala einzulaufen war richtig! Der Hafen wurde umgebaut und war eine riesige Baustelle. Das zeigte sich auch im benachbarten Bojenfeld, welches am Abend auch reichlich voll war – kassiert hat aber noch niemand.

Wir hatten Glück, erreichten die von uns präferierte Boje und schon wenige Minuten nachdem die Muringleine gelegt war stand der „Gin-Tonic“ als Anlegeschluck bereit.

Wir gingen an Land, mieteten uns ein Auto und konnten uns kaum sattsehen an dem Blick über die Bucht in der unser Schiff friedlich vor sich hinschaukelte.

Für mich beginnt ein perfekter Morgen früh – mit einem Bad im Meer zum Abfrischen und Wachwerden und einer Tasse Kaffee kurz nachdem die Sonne über die Hügel kommt und den Tag erwärmt – that´s Life!

Es folgte das übliche touristische Programm…

…bestehend aus einem Besuch der „Höhle der Apokalypse“, einen Gang durch die Chora, gepaart mit einem Kaffee in einem der Cafes welche eine herrliche Aussicht bieten – abgerundet mit einem Besuch der Windmühlen und einer abschließenden Fahrt zum Lampi Beach welcher im Reiseführer auch „Pebbles Beach“ genannt wird, weil er durch seine leuchtenden Kiesel betört.

Ein weiteres Mal gingen wir in einer der Tavernen in der Grikos Bucht zum Essen und unterhielten uns darüber wie wir die Reise fortführen wollen.

Ich musste zur Zweitimpfung am 01.06. in Leros sein. Leros würde also definitiv ein Reiseziel werden. Sibylle hingegen musste am 05.06. zur Zweitimpfung, das war einen Tag nach dem Rückreisedatum unseres Besuches.

Leider zeigte sich für genau die Periode 04.06. bis 06.06. einschließlich, ein Starkwindfeld über dem nördlichen Dodekanes. Winde bis Bft.6 sind zwar gut segelbar um die Gäste zum Rückflughafen Kos zu bringen – sind aber umgekehrt zu kräftig um dann innert eines Tages gegenan zurück nach Leros zu tuckern.

Was tun sprach Zeus??? Die Antwort gab der Skipper!

Wir schrieben Lipsi, Archangelos und Leros ins Törnbuch und entschieden, dass die Reise in Leros enden sollte. Kate und Lisa würden mit der Fähre nach Kos übersetzen.

Klingt nach einem Plan – also „Leinen los“ in Patmos, neuer Kurs Lipsi liegt an…

Diesmal entschieden wir am Stadtkai festzumachen, bezahlten 5.-€ für´s Helfen beim Anlegen, 5.-€ für Strom und 14,38€ für´s Liegen an sich – ich erinnere mich, dass dies schon günstiger war, nun denn…

Über Lipsi habe ich ja schon genug Worte verloren – klar genossen wir als Vierercrew ebenfalls die kleine, feine Insel.

Wir gingen zum feinsandigen Strand zum Baden und genossen all die kleinen Details, die diese Insel, die Griechenland, so ausmachen…

Am Abend gingen wir zum Dinner ins „Manolis Tastes“ und wir hatten Glück – der Chef hatte Geburtstag und es spielte Live-Musik. Herrlich, so darf es weitergehen!

Nach Patmos als touristischem Ziel und dem Stadtkai von Lipsi, hatten wir noch einmal richtig Lust auf Boje, Baden und Freiheit – so haben Sibylle und ich die Bucht von Archangelos, unterhalb der Taverne „Stigma“, als Ziel ausgemacht.

Doch was ist das??? REGEN! Nie gesehen in Griechenland um diese Zeit. Na egal, wir bleiben dem Plan treu und legen ab. Kurz nachdem wir die Bucht von Lipsi verlassen haben, kommt ein Charterschiff auf und überholt uns. In der Folge macht das moderne Schiff, mit dem Skipper der gerade noch Liegestütze auf seiner Badeplattform gemacht hat, Faden um Faden (für Nichtsegler – kurze Distanz) gut.

Deutlich vor uns erreicht der Kontrahent um den besten Platz in der Bucht das Ziel und…. beginnt ein Ankermanöver! Offensichtlich ist er das erste Mal hier und weiß nicht, dass die unscheinbaren Kanister perfekte Muringleinen unter der Wasserlinie halten – 1:0 für uns!

Wir fahren langsam an dem ankernden Adonis vorbei und schnappen uns – tschengpeng – die beste Boje am Platze. Mit offenem Mund und rasselnder Kette schaut uns der Zweitplatzierte beim Einschenken des Anlegeschluckes zu…

Verschmitzte Freude meinerseits? Nein, das würde ich leugnen 😉

Wir lagen perfekt, das Wetter war uns egal, es war ideal zum Lesen, Dösen und Relaxen.

Abends gab es ein typisch griechisches Tavernenessen im „Stigma“ und ich habe mich gefreut, Dimitra, die Tochter des Wirtes, wieder zu treffen.

Neuer Tag, neues Glück – wie war das gleich mit dem Wetter???

Der Wettergott hatte ein Einsehen und bescherte uns einen sonnigen Tag. Wir konnten ausgiebig schwimmen und das Buchtleben noch einmal vollumfänglich genießen. Aus diesem Grund auch sind wir relativ spät Richtung Leros aufgebrochen.

Die Fahrt nach Leros sollten die letzten Meilen für unseren Besuch werden, am Ende werden wir exakt 100nm geloggt haben. Fehlt noch etwas? Ja, ein Highlight wurde uns verwehrt – Delfine! Obwohl Sibylle stets ordentlich Wahrschau gehalten hat…

„Lakki Bay in Sicht“, nur noch wenige Augenblicke und wir werden in unsere finale Bucht Kurs setzen. In dieser Sekunde ertönt Sibylles Ruf wie ein Donnerhall – „DELFINE querab“! Wo? Die Fotoapparate werden gezückt…

Familie Flipper kam uns sehr nahe, tauchte einmal unter dem Bug durch, zeigte den hellen Bauch, um dann, wie ignorant, rasch wieder abzuhauen. Ok, wir akzeptieren das so, der Besuch war entzückt, wir konnten Wort halten!

LEROS, fast Heimat! Was sollen wir dazu sagen, vor Allem, wie können wir mit Leros gegen die Konkurenz der letzten Tage anstinken? Wir haben (fast) alle Register gezogen!

Kate wollte einmal griechisch Giros essen – so bekam sie das beste Giros der Insel (sogar die No.1 meiner ewigen Giros-Bestenliste) – Kroupia, da wird sogar das Kätzchen neidisch…

Dazu vielleicht der passende Sonnenuntergang? Gerne, fangen wir doch mal so an…

Wenn die Zeit knapp ist, funktionieren die Sehenswürdigkeiten von Leros auch bei Nacht – wie zum Beispiel der Blick auf die berühmten Mühlen und das Kastell…

…oder auch der nächtliche Blick von der kleinen Kapelle unterhalb des wunderschön illuminierten Kastells auf das nächtliche Agia Marina!

Am nächsten Tag nahmen wir uns die „musts“ vor welche am Tage erlebt werden sollten – so zum Beispiel der Besuch der Inselkapelle…

…oder des hiesigen Klosters, welches aber leider geschlossen war und somit nur von außen besichtigt werden konnte.

Zwischenzeitlich tat Stärkung not, zum Glück war es gerade Kaffeezeit und ein Galaktoboureko in unserem Lieblingscafe drängte sich förmlich auf.

Eine nüchterne Analyse und der Abgleich von Kalorienzufuhr und -abgang zeigte Erschreckendes auf – sogleich wurden Gegenmaßnahmen eingeleitet und versucht, die Sünden mittels Streckenschwimmen wieder abzubüßen.

Geschafft! Doch der Erfolg war nicht von langer Dauer, denn am letzten Abend war der Ruf der Lieblingstaverne unüberhörbar – der Glatzkopf (o´Karaflas) rief zum Dinner – wir konnten nicht nein sagen!

Auch hier gab es noch einmal einen Sonnenuntergang für´s Album – zunächst in schönen Farben (alle Fotos mit Mobiltelefon ohne Filter)…

…später dann noch mit einer Prise mehr Theatralik!

Zufrieden torkelten wir nach Hause und der Besuch schlief eine letzte Nacht auf NESSAJA, welche friedlich in der Marina festgemacht war – so liegt sie übrigens immer noch, aber nicht mehr lange!

Ende! Abreisetag! Urlaubsfinale!

Was für mich früher ein Grund war in großes Gejammer auszubrechen, wurde von Kate und Lisa mit entspannter Freude auf zuhause weggelächelt. Aber da war noch was – wir schreiben das Jahr 2021, Reisen an sich ist alles andere als einfach! Die Einreiseerklärung für Deutschland ist gemacht, alle Unterlagen sind beisammen – aber das aktuelle Testergebnis fehlt noch. Also auf zum Selbsttest…

Der Baukasten wird geöffnet und ein kleines Chemielabor kann aufgebaut werden. Mittels eines 15cm langen Stäbchens soll man sich kurz vor das Gehirn fahren und dort Sekret abstreichen…

Na toll, Kate scheint sich auf den Test zu freuen während ich die Schmerzen meines Impfarmes auf einmal nicht mehr so stark empfinde…

Ok, nix wie rein damit und die Auswertung kann beginnen – ich erinnere mich an ähnliche Test mit ähnlicher Spannung beim Warten – obwohl diese schon Jahrzehnte zurück liegen. Der Balken klettert…

…um sich dann, so wurde mir erklärt, in der erwarteten Position einzupendeln – NEGATIV! Damals wie heute eine erleichternde Nachricht!

Nach dieser Hürde, welche es zwingend zu nehmen galt, stand der Fährpassage nach Kos nichts mehr im Weg und wir haben unsere Gäste zum Fähranleger gebracht und gebührend verabschiedet.

Der erste Törn liegt im Kielwasser, wir waren eine gute Crew und haben unsere Tage zusammen gegenseitig bereichert – es war schön mit Euch, wir freuen uns auf eine vierte Wiederholung!

Wir? Wir haben unsere Zweitimpfungen hinter uns, warten noch auf unsere europäischen Impfzertifikate und treffen regelmäßig Freunde welche inzwischen hier eingetroffen sind.

Wir genießen die Tage, bereiten NESSAJA auf den nächsten Törn vor und haben ein paar kleine Reparaturen zu erledigen.

Am 11. oder 12.06. geht es ab nach Kos, wo wir am 13.06. unseren nächsten Besuch für eine Woche erwarten und dann den zweiten Törn starten werden.

Doch dazu mehr im Blogbericht des kommenden Monats!

Bleibt dran – News wie immer in Facebook, Instagram oder eben hier – auf unserem „sailingmoments“ Blog!

Liebe Grüße von Bord der NESSAJA

Mario & Sibylle

April 2021 – Easy Day

It’s like dancing in the sun
Having trouble, having fun
Having anything you wish to come
Then it suddenly smiles your way
And you have an easy day

Lang ist es her, dass mich die Bananafishbones mit dem Lied begeistern konnten – das gilt auch heute noch – und wenn man den Rest des Textes mal weglässt, dann passt der Refrain sehr gut auf den vergangenen Monat, den April 2021!

Wir fingen an uns einzuleben, das durchwachsene Wetter der ersten Wochen wich mehr und mehr einer gewissen Schönwetterbeständigkeit (obwohl Wind und zeitweise Wolken auch dem typischen Aprilwetter alle Ehre machten) und immer häufiger festigte sich der Gedanke, dass es nicht nur Urlaub ist was wir hier machen.

Es waren Büroarbeiten zu erledigen, ehrlich gesagt war es das was ich zumindest für eine gewisse Zeit hinter mir lassen wollte – dies war aber nicht möglich, weil es nötig war Prozesse einzuleiten um meine Fehlfunktion der Stimme als Folge meines Berufes feststellen zu lassen und zudem zu entscheiden wie es weitergeht wenn unser heutiges Lebensmodell endet.

Das klingt zunächst verrückt, über ein Ende nachzudenken bevor etwas richtig begonnen hat, aber Weichen müssen eben zeitig gestellt werden. Diese Gedanken und die Kontaktaufnahme zu den verantwortlichen Stellen haben mich ein paar Tage beschäftigt – having trouble, having fun – das war definitiv der Teil TROUBLE…

FUN folgte stande pede!

Das Wetter war beständig gut, die Projekte am Schiff gingen mehr oder minder gut von der Hand, so dass wir im Plan waren. Die Ausgangssperren und -regeln zur „freien Bewegung“ wurden alle paar Tage gelockert, so stand der ein oder anderen Wanderung über die Insel nichts im Wege. Sibylle forderte dies doch deutlich ein, so folgte ich dem Ruf der Holden und schnürte meine Wanderstiefel.

Die im Frühling erwachende Insel zeigte sich von Ihrer besten Seite…

Unsere Wege führten uns über Hügel welche noch grün bewachsen waren, auch durch Wälder und von einer Seite der Insel zur anderen. Es duftete herrlich nach Kräutern und Gewürzen, so wie man sich mediterrane Düfte eben vorstellt.

Auf dem Weg in diese Gegenden mussten wir am Meer entlang und Griechenland zeigte sich von seiner besten Seite…

Unsere Wanderungen waren meist so um die 10km lang und haben uns, Pausen eingerechnet, so um die 3h beschäftigt, bewegt und abgelenkt. Klar, dass Aktivität belohnt werden muss – das Schlotzeis nach der Rückkehr in Lakki war somit obligatorisch.

…and you have an Easy Day – ja, so war das oft! Aber nicht immer. Das Boot brauchte unsere Zuwendung und eine häufig gestellte Frage, auch aus dem Freundes- und Bekanntenkreis lautete „…wie geht es eigentlich mit Eurem Auto weiter?“

Nun, wir bekamen eine Anfrage des hiesigen Schreiners ob wir es denn verkaufen wollen. Der Preis war dem Mann letztlich zu hoch, aber wir folgten der Idee und fassten den Plan unseren flotten Italiener in Griechenland an eine Person zu verkaufen welche ebenfalls nach einem Transporter sucht – so abwegig ist das nicht. Ich habe Ihn also in alle mir bekannten Leros-Facebookgruppen gestellt und ihm zudem mit einem „For Sale“ Schildchen ausgestattet.

Da steht er nun, der treue Scudo, und wartet auf seinen nächsten Besitzer. Das Vorhaben gestaltet sich aber dennoch schwierig, denn auf alte Autos werden in Griechenland recht hohe Einfuhrzölle berechnet. Ob es mit dem Verkauf klappt scheint somit mehr als fraglich – wie auch immer, es ist Gesetz, dass er nach 6 Monaten ausreisen muss (Danke EU).

Können wir ihn also nicht verkaufen, bringen wir ihn Anfang September nach Deutschland um ihn dort zu veräußern und auf unseren treuen Volkswagen zu wechseln. Smaller is smarter – das gilt auf Inseln wie Leros im Speziellen, sind die Gassen hier doch recht eng.

Unser soziales Umfeld erweitert sich, wir finden Anschluss und Freunde. Die Besucher in der Marina werden mehr und man findet sich. So haben wir uns recht gut mit Agnes und Dieter angefreundet und man trifft sich auf den ein oder anderen Ouzo bei uns oder bei ihnen an Bord.

Darüber hinaus sind es die modernen Medien die uns helfen mit zuhause und den daheimgebliebenen Freunden und natürlich der Familie Kontakt zu halten. Für dieses Thema ist Sibylle die Fachfrau und Datenmanagerin an Bord. Sei es bei ZOOM Meetings mit Freunden…

…oder den regelmäßigen Skype oder WhatsApp Calls mit den Kindern oder anderen Familienmitgliedern.

Inzwischen sind ja alle Geschäfte wieder offen, so dass wir jeden Tag in die Stadt laufen um einzukaufen. Das ist für uns Teilnahme am „Social Life“, Bewegung und letztlich Nahrungsbeschaffung.

Es macht uns Spaß mehr und mehr frisch kochen zu können und Sibylle stellt auch hier auf mediterran um. Die Preise sind mit zuhause nicht zu vergleichen, Gemüse und Fisch sind günstig, so dass wir den ersten Monat voll im Budget abschließen konnten.

Wie ich schon geschrieben hatte – der April zeigte sich von seiner sprichwörtlichen Seite, er wusste nicht so recht was er will – wettertechnisch betrachtet, meine ich…

Die Tendenz zum Sommer ist erkennbar, wir brauchen auch keine Heizung mehr, trotzdem war es phasenweise ordentlich windig und auch mal grau und durchwachsen. Aber auch dieses Wetter sorgte für besondere Stimmungen.

„Having anything you wish to come, then it suddenly smiles your way…“

Es ist einfach schön hier zu sein, es tut dem Körper und der Seele gut!

Andererseits – die Temperaturen lassen inzwischen mehr zu. Den Pullover braucht man nur noch abends und mittlerweile lädt das Meer auch zum Bade. Die Wassertemperaturen liegen bei recht frischen 17-18°C, die Luft zwingt einen an manchen Tagen aber förmlich ins kühle Nass!

Kommen wir langsam zu den Höhepunkten des Monats April -trommeltrommeltrommel…

TATA – hier ist die neue Sibylle!!!

Nach gaaaaaaaaanz langem Zögern hat sie sich endlich entschlossen dem Braun und Blond ein Adieu entgegen zu schmettern und hat sich vertrauensvoll in die Hand einer griechischen Künstlerin an der Haarschneideschere begeben.

Das ist das Ergebnis! Ich finde es trotz dem altersgerechten Grau (meliert! nur meliert!) frecher und natürlicher – und die Färberei hat endlich ein Ende! Während ich diese Zeilen tippe regt sich in mir die Furcht etwas geheimes ausgeplaudert zu haben. Nun denn, wenn Ihr in den nächsten Tagen kein Lebenszeichen von mir bekommt – sucht mich mit Betonschuhen an den Füßen im Hafenbecken…

Das nächste Highlight war das orthodoxe Osterfest welches wir hier miterleben durften und welches drei Tage lang mit Böllern und Feuerwerk gefeiert wurde. Es hat uns selbstverständlich ein zweites Mal in eine österliche Stimmung versetzt.

Dem Schiffslaien mag sich der Eindruck aufdrängen, dass NESSAJA diesen Monat keine oder nur wenig Aufmerksamkeit brauchte. Weit gefehlt!!! Ein Schiff braucht IMMER Zuwendung!

Der lang ersehnte Tank kam endlich auf dem Postweg an, hier gebührt der Dank meinem Junior der die 200 Liter Gummiblase im Fachgeschäft bei München kaufte, verpackte und nach Hellas schickte. Das Packerl fand nach rund 10 Tagen seinen neuen Besitzer – MICH!

Umgehend wurde das Objekt der Begierde eingebaut, befüllt und getestet – funktioniert! Wieder ein Punkt der an unserer imaginären Pinwand von der „ToDo“ Seite auf die „Done“ Seite wandert.

Zudem konnte ich die Reparatur der Haupt-Bilgenpumpe (Impeller wechseln) und der Ansaugvorrichtung (Sieb und Rückschlagventil erneuern) auf die andere Seite der zu erledigenden Aufgaben bringen.

Ich habe weitere zwei (von 6) der schwer zugänglichen Tankbelüftungen erneuert und zudem die Gangway ersetzt (Gewährleistungsgeschichte).

Ich komme insgesamt also gut voran…

Zwischendrin gab es bei den Reparaturen Begegnungen mit „dem Früher“, meiner beruflichen Vergangenheit, welche inzwischen in einer nebulösen Erinnerung verdriftet. Ok, vielleicht zuviel Prosa, aber doch immer ein kurzes Lächeln wert – fast 20 Jahre und Elring begegnet mir auch hier ab und an.

Das bedeutet, aus heutiger Sicht, dass Nessaja soweit gut in Schuss ist. Inzwischen sind die Segel angeschlagen, das Dinghy aufgeblasen und wir sind eigentlich „ready to go“. Eigentlich?

Ja, ich habe noch zwei Großbaustellen von denen eine zu 50% abgeschlossen ist. Wie weit ich hier komme kann ich noch nicht sicher sagen, das wird eher im Mai-Bericht nachzulesen sein. Bleibt also gespannt. Im Großen und Ganzen bin ich aber sehr zufrieden…

Kleine Anekdote am Rande?

Ihr erinnert Euch, dass bei unserer Ankunft ein anderes Seglerpaar wollte, dass wir die Marina wieder verlassen und unsere Quarantäne gefälligst außerhalb ihres Dunstkreises absitzen sollen. Diese Beiden hatten im Schiffsnamen das Wort „wild“ was wohl sehr wörtlich zu nehmen war.

Man munkelt nämlich, dass der Skipper des Schiffes bei einer Diskussion im Büro der Marina handgreiflich gegenüber einem Marinaangestellten geworden wäre. Nun, auf jeden Fall musste das Schiff gestern die Marina verlassen. Das Schicksal ist eben ein Eichhörnchen und auch hier in der Marina sind die Menschen wohl ein Spiegel der Gesellschaft…

Was gibt es sonst noch?

Nun, abschließend vielleicht einen „Fun-Fakt“. In unserem Dunstkreis kannte niemand, wirklich niemand, die Insel Leros im griechischen Dodekanes. Zumindest solange nicht bis wir davon erzählt haben – das könnte sich ändern…

Wurde Leros doch auf Platz 1 eines Berichtes im „Miesbacher Merkur“ gesetzt – die Headline war „Griechenland ohne Gedränge“!

Ich unterschreibe was der MM da schreibt, zudem gilt dies (fast) auch außerhalb der Corona Zeit, Leros ist einfach nicht am Radar der Touristen. Man muss aber auch wissen was einen erwartet – ein Urlaub ohne Boutiquen, bunte Andenkenläden, gerechelte Strände – es erwartet einen Urlaub jenseits des organisierten und aufgeräumten Touristenstroms – mit allen Vor- aber auch Nachteilen.

In diesem Sinne bereiten wir uns darauf vor im Mai ablegen zu dürfen und die ersten Gäste zu empfangen – mehr dazu wie immer hier auf unserer Blog-Seite und zwischendrin auf den bekannten Facebook Seiten.

Herzliche Grüße von der Nessaja-Crew!

März 2021 – New Beginning…

…auch diesen Blogbeitrag eröffne ich – weil es schon guter Brauch geworden ist – mit einem Liedtitel.

„New Beginning“ – so sang Tracy Chapman vor einigen Jahren. Ich schätze Mrs. Chapman sehr und kenne den Text wohl – manchmal meine ich, er war auf das aktuelle Weltgeschehen, zumal jenseits von RSA, selten so aktuell wie in diesen Tagen.

Doch genug damit! Soweit wollte ich gar nicht greifen…

Unser Neuanfang hat weit weniger Gewicht, für uns persönlich allerdings war es durchaus ein Brocken das Gewohnte hinter uns zu lassen und die Komfortzone zu verlassen. Wir wollen uns bewusster und reduzierter verhalten um damit Ressourcen zu schonen und Geld nur noch für elementare Dinge zu verwenden. Ob das gelingt wird sich zeigen.

Im letzten Beitrag haben wir von unserer Anreise erzählt. Heute möchte ich einen kleinen Überblick über unseren ersten Monat vor Ort geben. Es sei vorausgeschickt, dass wir anfangs durchaus mit unserer Gefühlswelt zu kämpfen hatten – es fühlte sich zunächst surreal an, wie ein Urlaub welcher vom Wetterpech gezeichnet war und viel zu früh begann.

Doch der Reihe nach…

Ein Freund von uns hatte am 10.03. Geburtstag und uns hierzu eingeladen – es war daher immer ein wenig in unseren Köpfen dieses Datum als spätestes Anreisedatum zu haben. Das haben wir geschafft, wir waren am 06.03. da! Doch wir hatten die Rechnung ohne den Wirt, sprich ohne zweier Seglerpaare aus einem ehemaligen EU Land, gemacht!

Diese waren durch die Covid Pandemie so verängstigt, dass sie uns am liebsten sofort aus der Marina gejagt hätten. Ernsthaft, einer der Office Angestellten ist extra wegen uns zur Polizei gefahren um zu klären, ob wir die siebentägige Quarantäne am Schiff absitzen dürfen. Durften wir…

Leider hat er von den Beamten auch gleich die „Spielregeln“ ausgehändigt bekommen, mit der Bitte uns diese doch freundlicher Weise zu bestellen – gesagt, getan – damit war klar, wir stehen unter Beobachtung, wir dürfen nicht von Bord.

Ein letzter Satz zu diesem Thema – ein freundliches Wort zu uns und wir hätten immer auf Distanz geachtet, defensiv Verhalten wollten wir uns ohnehin. Aber dafür zu sorgen, dass wir nichtmal auf´s Klo dürfen steht in reziproker Relation zur vielbeschworenen Seglerkameradschaft…

Eine lange Einleitung – wo bleiben die Bilder???

Hier kommen sie – bei der Geburtstagsfeier waren wir somit außen vor. Dennoch kamen die Nachbarn bei uns vorbei, mit einem Glaserl Sekt, um mit uns auf den Ehrentag des Kumpanen anzustoßen. So kann man Quarantäne auch aushalten.

So ging es weiter – am nächsten Tag schon bekamen wir „Post“ von einer Segelfamilie die uns auf diesem Weg willkommen heißen wollte! Ich kann mich nicht erinnern das letzte Mal einen Brief und Zeichnungen bekommen zu haben – umso mehr war ich beeindruckt und auch gerührt!

Wir waren insgesamt sehr gut versorgt. Meinen Chip für Strom und Wasser hat mir die Marina aufgeladen und an die Gangway gebracht. Jedes Mal wenn ein anderer Segler (außer die beiden „Wachhabenden“) in den Ort fuhr, wurden wir gefragt ob wir etwas benötigen – und es waren nicht nur Kleinigkeiten einzukaufen. Wir hatten alles was wir brauchten, nur die Beine konnten wir uns nicht vertreten.

Ersatzteile waren keine Herausforderung! Erstens wurde ich relativ spät in meinem Aktionismus gebremst und konnte alle persönlichen Sachen ausladen. Somit hatten wir während der Quarantänewoche alle Hände voll zu tun unser Hab und Gut zu verstauen, das Boot neu durchzusortieren und die Lagerstrukturen zu ändern. Lagerorte wurden notiert, sonst findest Du nix mehr!

Dabei hatten wir auch Zeit unserem Urlaubsdomizil eine noch persönlichere Note zu geben und ein paar Andenken an die Lieben zuhause, an unser bisheriges Leben, zu platzieren.

Wir waren zufrieden! An dieser Stelle ein bisschen Gas zu geben war uns ein Anliegen – ehrlich gesagt war das Wetter nämlich relativ wechselhaft. Verglichen mit Deutschland war Mitte März hier zwar schon Frühling, es gab sehr sonnige und warme Tage, aber an anderen Tagen war es eben auch kalt (10°-15°C), bewölkt und regnerisch.

Wir wollten uns sehr schnell wohlfühlen und an den langen Abenden unser neues Zuhause genießen können – und das taten wir dann auch…

Wir konnten abends Netflix oder Prime sehen und auch, sofern wir mal stabiles w-lan hatten, Videos, YouTube oder Mediatheken streamen. Ein klassisches TV Programm geht uns nicht ab! Unsere Favoriten – Berichte anderer Segler und Reisedokus…

Alternativ dazu beschäftigen wir uns mit Lesen oder ein paar organisatorischen Dingen am PC (so musste z.B. die Steuererklärung gemacht werden 😉 ) Wichtig war uns auch, dass wir uns so aufstellen, dass unser Datenvolumen oder die Bandbreite der Marina auch für ZOOM Meetings oder WhatsApp Videocalls reicht – das war anfangs holprig, jetzt haben wir es gut im Griff.

Ein Thema ist offen – ein sehr wichtiges! Essen…

Auch hier haben wir uns vorgenommen unsere Gewohnheiten anzupassen – wir wollten gesünder und abwechslungsreicher, auf jeden Fall aber frischer und mediterraner essen. Verpackung aus Plastik wollen wir drastisch reduzieren. Das hat zunächst nur bedingt geklappt…

…wurde im Laufe der Zeit aber immer besser. Man darf nicht vergessen – am Anfang war ja noch unsere Quarantäne – wir haben daher die Lieferservices der ansässigen Tavernen gut genutzt. Jeder bietet das Liefern an, es gibt hervorragende Bestellplattformen und es wird auf der kleinen Insel oft ohne oder mit sehr geringem Mindestbestellwert ausgeliefert. Es ist in Griechenland zum Beispiel immer schon Usus sich den Kaffee bzw. den Frappé liefern zu lassen.

Nochmals zurück zum Wetter, wir hatten und haben viele Tage sehr strammen Wind hier. Eine Phase mit über 40kn in der Marina, das sind immerhin 9Bft! Nichtsegler können sich das kaum vorstellen – Fallen schlagen, der Wind heult durch die Takelagen und die Boote zerren an den Festmachern. Das gibt in der Kabine eine herrliche Akustik – ein Knarzen und Knirschen so laut, als wolle man neben Konzertlautsprechern schlafen. Die Nächte waren daher sehr wechselhaft, zwischen schläfrigem Schaukeln und zermürbenden hin und her Wälzen.

An solchen Tagen sieht auch die sonst so beeindruckende Marina eher grau und trostlos aus.

Nach solchen Nächten hilft nur – im übertragenen Sinne – ein Katerfrühstück um wieder Lebensgeister zu schöpfen. Deshalb haben wir ab und an schon morgens richtig aufgetischt. Die Tage waren nämlich durchaus anstrengend und fordernd, doch dazu später mehr.

Nochmals kurz zurück zur Einleitung – „We need a New Beginning“ – ich habe relativiert und der Sache den ernsten Unterton etwas nehmen wollen – handelt es sich hier doch um einen Urlaubs- bzw. Segelblog. Als ich aber eines morgens im Navtex diese Meldung sah, wohlgemerkt über einen offiziellen, nicht diplomatischen Informationskanal – da war ich doch eine zeitlang nachdenklich…

Irgend etwas ist in Schieflage!

Ich hoffe, dass zwischen Griechenland und der Türkei irgendwann einmal wieder ein normales Verhältnis herrscht. Die Menschen können es ziemlich gut – es liegt an der Politik Wege zu finden.

Doch zurück zu „leichteren Inhalten“…

Ein Freund von mir hat gefragt was wir eigentlich den ganzen Tag machen würden wenn wir da so in Griechenland rumhocken. Nun, im Sommer ist die Antwort auf diese Frage sicher einfacher, doch auch bisher war uns nicht grad fad.

Wir kümmern uns um alltägliches wie Haare schneiden…

VORHER
SO ZWISCHENDRIN
NACHHER

…wir gönnen uns, sofern das Wetter mitspielt, einen Aperitif auf unserer „Terrasse“…

…gehen frische Sachen kaufen, kochen uns was und freuen uns so richtig auf´s Abendessen!

Da es vor der Zeitumstellung relativ früh dunkel wurde, haben wir meist noch einen Film geschaut und sind dann ins relativ kalte Schlafzimmer wo wir uns in unsere Decken eingemummelt haben.

Dazu vielleicht eine kurze Erklärung – wir müssen tagsüber eigentlich nicht heizen – bis auf ganz wenige Ausnahmen – abends dagegen wird es frisch und das Schiff kühlt ziemlich runter, wir hätten dann nur noch 10° – 15°C, je nach Außentemperatur. Also heizen wir mit einem Ölradiator und Strom. Das klappt gut, kostet aber mächtig – als Anhaltspunkt – für Strom und Wasser hatten wir nach drei Wochen rund 110.-€ bezahlt.

Daher heizen wir das Schlafzimmer nicht und sind in manchen Nächten froh um unsere alten Decken, bei denen wir lang überlegt haben ob wir sie überhaupt mitnehmen sollen.

Ihr habt gemerkt, die Quarantäne war zu Ende, wir waren wieder frei – so frei wie man zu Zeiten einer Pandemie eben sein kann. Leider hatten wir das unsägliche Pech, dass Leros, welches bisher als coronafrei galt, just zu dieser Zeit erste Fälle hatte und die Zahlen auch noch sprunghaft anstiegen. Es wurde ein Ausnahmezustand verhängt und die Maßnahmen verschärft.

Eigentlich ist hier alles strenger als in Deutschland, aber die Menschen gehen entspannter damit um. Wir kommen gut zurecht und bekommen alles was wir brauchen. Einkaufen darf man gehen, und so gehen wir halt einmal am Tag unsere Runde, verbinden es mit einem Einkauf und tragen im Ort eine Maske. Das passt so und wir fühlen uns sicher.

Aufgemerkt nun! Ein Teil unserer Beschäftigung fehlt noch…

Natürlich kümmern wir uns rührend um unser neues Zuhause und lassen dem Schiff Liebe und Aufmerksamkeit zukommen. Manchmal wird das quittiert, andermal nicht! So hatten wir in der ersten Woche einige Kleinigkeiten welche nicht auf der Liste standen, aber gut behoben werden konnten.

Andere Dinge waren geplant, wie zum Beispiel der Tausch unserer Bilgenpumpe, welche ich von zuhause mitgebracht hatte.

Immer wenn wir ein solches Kleinprojekt erledigt hatten war es Zeit für eine Belohnung – also sind wir wieder mit einer „Selbstgenehmigung“ in der Tasche, zum Einkaufen gefahren.

Andere Defekte haben uns echt überrascht! Zum Beispiel als unser flexibler Wassertank beschlossen hat sein irdisches Dasein zu beenden und 200 Liter Wasser in unserer Bilge landeten – zum Glück hatte ich die Bilgenpumpe vorher repariert und somit Gelegenheit für einen ausgiebigen Testlauf.

Kleine Ursache große Wirkung! Nun, egal – der neue Tank ist bestellt, gar nicht mal so teuer und in mir machte sich ein Gefühl breit welches nur Handwerker kennen – repariert! Problem beseitigt! Ich fühlte mich wie Chuck Norris und Mc Gyver gleichzeitig – ob wohl Mr. Mc Gyver stets nur ein kleineres Werkzeug zur Verfügung hatte…

So kommst Du in den entlegensten Winkel und ich habe dabei auch gleich die Systematik meiner Bilgenpumpen erforscht – kommen doch immerhin drei zusammen. Es war klar, dass bei dieser Gelegenheit sicherheitsrelevante Teile welche nicht mehr mein Vertrauen erwecken konnten, prophylaktisch getauscht wurden.

Was macht Sibylle derweil? Auweh, wie sage ich es ohne sofort in eine klassische „Macho-Schublade“ gesteckt zu werden. Ok, ich versuche es – sie genießt Ihre Freiräume! Mit joggen, ratschen oder lesen…

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Ihr Anteil an meinen Baustellen meist die Endreinigung ist…

Baustelle abschließen, Projekt final abnehmen inclusive Funktionsprüfung sowie das Aufräumen der Baustelle gehören zu meinen Aufgaben. Dann schreitet Sibylle zur Tat, verjagt mich meist und sorgt als Meister*in Propper für porentiefe Reinheit. Das war besonders beim Wasser in der Bilge ein harter Job – Danke dafür!!!

Naja, sie lacht ja noch! Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich mich durchaus bemühe für lustige Momente zu sorgen. Wenn mir das nicht alleine gelingt, dann zumindest mit Nachbars Hilfe – zum Beispiel als wir die Unterwasserdrohne losgelassen haben.

Leider gibt es kein Bild von zwei erwachsenen Männern wie sie mit einem kabelgebundenen Tauch-Bötchen spielen – aber dafür ein herrliches Bild unseres bewachsenen Unterwasserschiffes – ich glaube das wird auch ein Projekt.

Darüber hinaus haben wir nur Filme, bevor die allerdings auf meinen YouTube Kanal gehen müssen wir noch etwas üben…

Womit wir bei unseren Nachbarn wären – die Mitglieder einer Winter Community in einer Marina sind der Spiegel der Gesellschaft. So wie es die von Covid-Panikattacken Heimgesuchten gibt (ich hatte das schon erwähnt) gibt es auch das andere Ende der Skala. Hier würde ich unsere direkten Nachbarn einordnen. Ich mache es kurz – wir haben sehr viel Spaß und verstehen uns sehr gut.

Das Ganze gipfelte bisher in einer sehr spontanen Steg-Grillparty. Kennt Ihr die Dinger, die passieren und Du sagst schon während es passiert „so etwas kannst Du nicht planen“? Hier war so ein Event! Eigentlich wollte Herr Nachbar nur seinen COBB Grill zeigen – eine Viertelstunde später hatte jeder was gebracht und der Grill brutzelte…

DAS sind die Momente für die wir das machen – der Sommer darf also getrost kommen!

Es war überhaupt ein wunderschöner Tag, das Wetter passte und es war bis zum späten Nachmittag warm und sonnig. Wir sind die Stege abgelaufen und haben der Sonne zugesehen, wie sie sich langsam auf ihren Untergang vorbereitete.

Anekdote gefällig? Während des Grillens hatte unsere Nachbarin auf einmal gerufen, dass sie Barracudas vom Steg aus sähe und die typische Angler-Längenanzeige mit den Armen angedeutet. Ich dachte sofort, dass dies nur in die Sparte „Anglerlatein“ einzuordnen ist, denn ein 1m langer BARRACUDA würde ja wohl nicht ein einer Marina rumschwimmen???

EINER??? VIER!!!

Glaubt es oder nicht – der Große schwamm so, dass seine Schwanzflosse aus dem Wasser geschaut hatte und ich dachte zuerst, dass ein Hai in der Marina wäre. Der war bestimmt (fast) 1m lang. Die anderen drei etwas kleiner… Unglaublich!

So vergingen die Tage und der April näherte sich – im Auto ist nicht mehr viel Material. Auf mir lastete, nachdem die Steuererklärung erledigt war, nur noch ein Projekt welches wenig Spaß versprach. Die Erneuerung unseres Kühlkompressors nebst Verdampfer in der Kühlbox.

Ekliger Job deshalb, weil nicht nur Kabel gezogen werden müssen, sondern auch das Kupferrohr für die Kühlflüssigkeit einmal quer durchs Boot gebogen werden musste. Sibylle hat sich also schonmal auf eine Baustelle mittleren Ausmaßes vorbereitet – Herd raus, alle Küchentüren raus, alle Lebensmittel raus…

Der alte Kompressor war laut, die Kühlleistung war nicht mehr ausreichend und er hatte irgendeinen Fehler zwischen Steuerung und Kompressor. Zudem musste alle zwei Jahre das Kühlmittel nachgefüllt werden. Das kostet auch jedesmal 100.-€ – es war Zeit das alte Teil zu verabschieden…

Während ich also den alten Klumpatsch rausreiße und die alten Leitungen durch Abzwicken demontiere (und mir dabei schon überlege wie das wieder werden soll) darf Sibylle noch ein wenig – Ihr ahnt es schon – dem Müßiggang frönen! Ihr Einsatz kommt später…

Die Arbeit ging wider Erwarten sehr gut voran und nach kurzer Zeit schon war der neue Kompressor verbaut. Der Verdampfer hat etwas mehr Mühe gemacht, sowohl die Montage als auch das Verlegen der Kupferleitung – das ist echt ein Kack – das Ding um die Ecken biegen, durch die entlegensten Winkel zerren – ohne es zu knicken. Ich hab´ Blut und Wasser geschwitzt – aber das Ergebnis kann sich sehen lassen…

Nun rennt das System wieder, das Bier bleibt kalt und die Butter ist wieder streichzart statt flüssig – so muss das!!

Wir hatten Glück, dass tags darauf das Wetter herrlich war, so konnten wir uns für den guten Job belohnen – wir haben vom Apfel der Versuchung genascht! NEIN, nicht zuviel denken, ganz anders…

Wir haben uns unter dem Vorwand des Einkaufens weiter als erlaubt vom Ausgangspunkt entfernt. Streng genommen war es gar kein Vorwand, wir sind wirklich einkaufen gegangen – aber eben nicht direkt 😉

Wir haben uns einen kleinen Umweg gegönnt und einen netten Spaziergang gemacht – hier ein paar Impressionen.

Leros blüht! Es ist schön hier – wir warten nur noch auf den Umschwung der Platz macht – Platz für den Frühsommer so wie wir ihn kennen. Dann gibt es kein Halten mehr, ich freu mich drauf.

Der erste Monat, naja ein knapper Monat, liegt im Kielwasser. Es war ein Monat mit Höhen und Tiefen, beides aber nicht ausgeprägt. Wir haben uns schon ein bisschen an das neue Lebensmodell gewöhnt, freuen uns auf das was kommt, sind aber noch nicht ganz in der Realität angekommen. Dreieinhalb, sogar vier Wochen Urlaub am Schiff hatten wir schon – ich denke das kommt noch!

Jetzt warten wir, wie alle Menschen hier auf Lockerungen. Wir haben Dimitris beim Einkaufen getroffen, er möchte sein Restaurant eröffnen, ich habe mit Haris von unserer Lieblingskonditorei, mit Popi vom Morano Cafe, mit Rena vom Scooter-Verleih gesprochen – alle brauchen das Saisongeschäft und hoffen zumindest auf eine Teilöffnung, z.B. die Außengastronomie.

Wir fühlen uns sicher, wir sind glücklich und wir freuen uns auf 2021 und das Eintreffen von Freunden und Familienbesuch.

So, ein langer Text um unseren ersten Monat mit Euch zu teilen – es gäbe noch soviel mehr zu erzählen. Und am Ende ist alles doch so banal – wir machen nichts anderes als das umzusetzen was ich im Mai 2015 als Motto an unsere Kabinenwand geklebt habe…

In diesem Sinne wünsche ich allen Followern und Lesern des Blogs ein gesegnetes Osterfest. Genießt die Zeit und das Frühjahr.

Wir machen weiter mit kleinen Projekten, ich melde mich ja ohnehin immer mal über Facebook mit Updates. Heute ist wohl noch der Tausch der Gangway dran, morgen erwarte ich den Wassertank um ihn am Wochenende zu montieren. Dann soll es erste Lockerungen geben und ich hoffe öffentlich und erlaubter Weise ein Eis essen zu dürfen…

In diesem Sinne, bis zum nächsten Bericht – denn News von uns gibt ja bekanntlich hier auf unserem Blog!

Liebe Grüße von der Nessaja Crew / Sibylle & Mario

Mal was anderes – Bavaria 390er Plattform bzw. IG

Das erste Bild – Ankerbucht vor Kalymnos. NESSAJA hieß damals noch Windspiel

Langjährige Follower meines Blogs wissen – die Liebe zu den alten Bavaria Modellen 340 – 430 Lagoon (und Caribic) hat mich nie ganz losgelassen.

Der Kauf unserer heutigen Nessaja war pragmatisch begründet, es war „ein Angebot das ich nicht ablehnen konnte“.

Bis heute freue ich mich, in irgendwelchen Häfen, Marians oder Ankerfeldern alte Bavarias dieser Baureihe zu sehen oder mit Gleichgesinnten in Kontakt zu kommen.

Recht häufig, man glaubt es kaum, erreichen mich auch heute noch Anfragen über den Blog, habe ich mich damals doch recht bemüht einiges Wissenswertes zu sammeln. Erst zuletzt hatte ich wieder eine Anfrage aus Argentinien!

Warum schreibe ich das?

Nun, auf diese Art habe ich auch Pit kennen gelernt. Er ist ein Enthusiast wie ich es damals war, ehrlich gesagt noch weit mehr…

Seine Geschichte hat mich begeistert, denn er hat seine 390er Lagoon kurzerhand zum Refit zu sich nach Hause gebracht – das hörst Du nicht alle Tage. Seither sind wir in Kontakt und Pit hat in dieser Zeit begonnen sein Refit zu dokumentieren, allerhand Daten zu sammeln und eine Webseite aufzubauen.

Diese Webseite www.390er.de möchte ich Euch nahelegen!

Ein Top Ergebnis, wie neu!

Die Seite von Pit soll wachsen und ein Treffpunkt bzw. Tummelplatz für Eigner und Interessenten an Bavaria 390er Lagoon / Caribic Modellen werden.

Ich bin sicher, dass auch die Besitzer von Schwesterschiffen zwischen 35 und 43ft hier Ideen und Anregungen finden können.

Geplant ist auch, dort ein Forum erwachsen zu lassen. Ich bin eingeladen dabei zu sein und werde diese Einladung auch gerne annehmen.

Seid also gespannt was daraus wird…

Neuigkeiten von uns gibt es wieder nächste Woche – es war ein wechselhafter aber spannender März 😉

Viele Grüße vom Skipper

Februar 2021 – Time to say Goodbye…

…ich konnte einfach nicht anders – für unseren Aufbruch zu unserem „Sabbatical XXL“, unserem Leben 2.0 musste ich diesen Titel auswählen!

Dabei war es bei uns alles andere als seicht und gefühlshudelig – doch lest selbst.

Unsere Abreise hatte sich ja aufgrund einiger Themen die noch zu regeln waren, von Januar auf Ende Februar verschoben. Bis dahin hatten wir beschlossen gehabt, dass uns René mit seinem Wohnmobil begleiten würde.

Der Camper schien uns, allen Risiken und Mehraufwand (Zuladung / Auffälligkeit) zum Trotz, als das ideale Transportfahrzeug.

Also haben wir eine Woche vor der geplanten Abfahrt mit den Vorbereitungen begonnen.

Beladen in Miesbach

Wir waren erstaunt, hatten wir doch eine Menge Gepäck, aber alles lies sich recht gut unterbringen. Einzig mit der maximalen Zuladung hatten wir etwas zu kämpfen. Am Ende war es geschafft und wir waren startklar – so dachten wir jedenfalls…

Läuft – noch…

Klar ist, dass man sich in Zeiten wie diesen, in denen das Reisen durch Corona schwer bis unmöglich scheint, entsprechend vorbereitet und informiert. So wussten wir auch von den Quarantäneregeln in Griechenland, dachten aber, dass bei Bewegungen, alleine und an der frischen Luft, kein Problem auftreten würde.

Zudem wäre ja auch noch die Option des „Freitestens“ zur Debatte gestanden – doch dies sollte sich nicht erfüllen.

In einem Forum haben wir aber gelesen, dass die Quarantäne doch recht strikt verfolgt würde. Dies und die latente Überladung unseres Transportvehikels lies uns zwei Tage vor Abreise komplett umplanen!

Rene stieg aus, acht Tage Aufenthalt, davon sieben in Quarantäne schienen Ihm nicht sinnvoll – eine gute Entscheidung!

Alle Fahrzeugoptionen waren suboptimal, so haben wir uns entschlossen sehr rasch ein neues Transportvehikel zu kaufen.

Gesagt, getan – eine Prise Glück dazu – und zwei Tage später waren wir Besitzer eines Fiat Scudo, EZ 2010, kein schlechter Wagen…

Wir haben sofort umgepackt!

…hier fehlt noch die große Matratze

Wir mussten aufgrund des Zulassungsprocedere die Abreise um eine halbe Woche verschieben und waren, mit neuem Nummernschild ausgestattet, reiseklar um am 02.03.2021 abzureisen.

Jetzt ist wirklich alles drin!
Kann losgehen!

So sind wir zeitig los, noch einmal nach Miesbach gefahren um dort das Ergebnis von unserem PCR Covid Test abzuholen. Dann ging es los und wir haben den Ort hinter uns gelassen…

Der geneigte Leser sollte sich vergegenwärtigen, dass zu der Zeit als wir aufgebrochen sind, eine besondere Situation vorherrschte.

Es war Lockdown in Deutschland, das Bundesland Tirol in Österreich war Risikogebiet, in Italien herrschten erhebliche Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit und in Griechenland waren das Gebiet Attika im vollständigen Lockdown. Bereits zwei Tage nach unserer Ankunft wurde gesamt Griechenland vom RKI zum Risikogebiet erklärt.

Ich möchte die Geschichte unserer Reise hier durch ein paar Fakten rund um die Organisation ergänzen um anderen Reisenden einen Anhaltspunkt zu geben – es folgt eine Textpassage mit den relevanten Vorgaben.

Da wir in Oberbayern gestartet sind, haben wir die kürzeste Route Grenze Kiefersfelden, Tirol, Brenner, Bologna, Ancona, Patras, Megara, Piräus, Leros gewählt.

Aufgrund unserer Fährverbindungen schien es ratsam die Reise geplant zu entzerren. Es empfiehlt sich alles zu planen, „kurzfristig“ kann klappen – oder eben auch nicht.

Die gängigen Unterlagen bleiben unerwähnt, es soll nur um die Reisebedingungen während der Corona Maßnahmen gehen.

Eine wichtige Quelle an Informationen war die Webseite travel.gov.gr und die Hinweise von Freunden und Bekannten die vor uns gereist sind.

Es ist zwingend ein PLF Dokument (QR Code) nötig auf dem persönliche Daten und das Ankunftsdatum in GR eingetragen werden. Dies wird online auf der o.g. Webseite angelegt und man hat den Code bisher immer in der Nacht des Anreisetages bekommen. Das war bei uns nicht so! Wir haben den Code sofort nach anlegen des Antrages erhalten und konnten die Unterlagen elektronisch und in Druckform mitführen.

Weiter ist, so steht das fett gedruckt in ROT auf dem PLF, ein PCR Test auf das Corona Virus mitzuführen. Diese Negativbescheinigung darf nicht älter als 72h (GR) bzw. 48h (AT / IT) sein. Es ist die Ausweisnummer darauf zu vermerken und er muss übersetzt ins Englische sein, dies hat bei uns der Hausarzt gemacht. Diese Kriterien zu erfüllen ist nicht einfach, es gibt aber einen Ausweg, dazu später mehr.

Mit einer Mappe voller Dokumente kamen wir also an die Grenze von Tirol…

Hier bekommt man eine Art „Laufzettel“, einen Passierschein, auf welchem die Beamten die Einreiseuhrzeit eintragen. Man muss angeben, dass man im Transit ist, dieser darf in Österreich maximal 12h dauern, durch Tirol aber kürzer. Die Kontrollfahrzeuge der Behörden waren präsent, wir wurden aber nicht kontrolliert. Weder an der Grenze noch auf der Autobahn war viel los.

Bei der Einreise nach Italien (Brenner) wurde der Passierschein kontrolliert, wir mussten wiederum auf den Status „Transit“ hinweisen und durften einreisen. Auch das hat maximal 10 Minuten gedauert. Der Transit durch Italien darf maximal 36h dauern. Zeit genug also um eine Kaffeepause einzulegen – alles unter strengen Hygieneregeln, alles mit FFP2 Maske. Aber immerhin, die Cafés waren offen.

Cappuccino gleich nach Sterzing – alte Bräuche
Italien, der Brenner liegt hinter uns!

Da bis zuletzt nicht zweifelsfrei zu klären war, ob das nächtliche Bewegungsverbot auch für den Transitverkehr gilt, haben wir uns für eine Variante entschieden, von der wir von Freunden wussten, dass sie funktioniert.

Wir sind bis Bologna gefahren und haben dort in ein autobahnnahes Hotel eingecheckt. Dies schien die beste Idee zu sein, weil wir ausgeschlafen zu unserer Fähre kommen wollten (2h vor Abfahrt – also um 11.30). Wir hatten für alle Fälle das Formular der Gesundheitsauskunft für IT dabei, dies scheint aber für Transitreisende nicht nötig zu sein.

In Italien haben einige Cafes, Hotels und auch die Hotelrestaurants auf, es sollte alles vorher gebucht werden. Unser PCR Test und die 36h Transitzeit haben die Übernachtung hergegeben.

Es ist obligatorisch eine Alltagsmaske zu tragen, manche sehen das strenger andere nicht – wir waren die ganze Fahrt über mit FFP2 Masken unterwegs sofern wir nicht im Auto waren.

Gleichwohl hat es sich toll angefühlt mal wieder „auszugehen“ – wir haben einen Apperitivo Italiano genossen und auch der Espresso nach dem Essen durfte nicht fehlen.

Am nächsten Tag waren wir pünktlich in Ancona wo wir trotz unserer e-Tickets in das Fährbüro zum Check-In mussten. Dort wurde Temperatur gemessen, wir durften aber zu zweit rein. Es war kaum was los, alle waren recht nett und hilfsbereit. HIER wurde das PLF nach GR kontrolliert! Wir mussten außerdem zum Zoll, der hat ein bisschen kontrolliert, ansonsten war das Einchecken auf die Fähre ohne Hindernisse. Man muss sich zusätzlich um die Gesundheitserklärung der Fährlinie kümmern – wir hatten das zuhause vorbereitet, man kann dies aber auch beim Check-In ausfüllen. Die Formulare findet man auf den Webseiten der Fährlinien.

Recht pünktlich war es Zeit unser neues Auto, wir haben es „Wilhelm“ getauft, in den Bauch des Riesen zu fahren. Es geht, auch für die Minibusse, immer einige Stockwerke hinab.

Wenn Ihr Euch fragt, warum wir soviel Gepäck mit an Bord nehmen – wir hatten das Glück über einen griechischen Freund ein Upgrade zu bekommen und durften ein einer „Luxury External Cabin“ reisen.

Außenkabine
geräumig

Ok, Luxury mag jeder für sich definieren, aber für eine Kabine in der Fähre sind wir sehr komfortabel gereist!

Zeit zum Ablegen! Ancona blieb achteraus, wir waren auf dem Weg nach Griechenland!

Wir sind ANEK gefahren. Die Fähre war nur sehr dünn besetzt, es war viel Platz. Maske war obligatorisch, am Tisch konnte man diese abnehmen. Das Self-Service Restaurant hatte offen, alles andere war geschlossen.

Nichts los…
…gar nichts!

Klar, dass wir uns auf der Fähre einen landestypischen „Absacker“ gegönnt haben!

Das Abendessen dagegen hatten wir vorher in Ancona beschafft, die Bars auf der Fähre sind relativ teuer – und wir konnten ja mit einem schönen Ausblick dinieren…

Die Überfahrt selber verlief unspektakulär, wir hatten beste Bedingungen und konnten einige schöne Bilder machen!

Nach der Nacht, wir konnten echt gut schlafen, hieß es „Griechenland voraus“

Die Ankunft in Griechenland war spannend für uns. Wir wussten von Freunden, dass in Igoumenitsa vor zwei Wochen keine PCR Tests kontrolliert wurden. Es wurde dafür JEDER getestet. Bei uns war es anders. In Patras wurden wir gefragt ob wir einen Test hätten. Als wir unsere Ergebnisse vorzeigten wurden wir sofort durchgewunken und waren ohne jegliche weitere Kontrolle in GR. Auch unser PLF wollte hier niemand sehen. Belgier vor uns hatten keine Tests dabei (es geht ohne Test), diese wurden dann vor Ort getestet und konnten weiterfahren. Das konnten wir so beobachten.

Da unsere Fähre auf die Insel einen Tag später ging und wir die Stadt und den Lockdown vermeiden wollten, sind wir 30km vor Piräus (Megara) in ein Hotel gegangen.

„Megara Hotel“ in Megara

Das Hotel war sehr neu, preiswert und hatte 10Sterne Personal! Es war leider etwas weiter weg vom Meer, so dass Ausblick und Lage eher mau waren, aber das war uns egal.

Auch hier wurde sehr auf die Einhaltung der Hygieneregeln geachtet. Das Abendessen hat man uns bestellt, es wurde im Zimmer gegessen.

Das erste griechische Essen – so lecker!

Auch Frühstück gab es am Zimmer. Wir haben uns immer sicher gefühlt, man achtet in GR recht strikt auf die Einhaltung der Regeln. Auch hier war die Maske obligatorisch.

Frühstück – bestellt, geliefert!

Um innerhalb GR zu Reisen braucht es einen triftigen Grund. Diese Gründe sind auf einer Liste aufgeführt. Für die tägliche Bewegung und Besorgung notwendiger Sachen ist ein Permit mitzuführen welches man hier findet forma.gov.gr. Dieses Dokument benötigt man nicht im Transit, hier reicht das Fährticket. Mit Kontrollen ist zu rechnen.

Wir sind einen Schlenker nach Athen gefahren der, Gott sei Dank, nicht weit von unserer Route lag – es lag mir am Herzen einen Freund zu besuchen. Wir wurden unter strengen Hygieneregeln sehr herzlich empfangen…

Obwohl die Griechen ja sehr herzlich und nahbar sind, wurden wir hier auf Distanz gehalten. Das ist mehr als akzeptabel, achtet doch jeder auf seine Gesundheit. So wurde einfach die Dachterrasse zum „Meetingpoint“ und der Frappé, wie üblich, nach oben beordert.

Treffen mit Blick auf die Akropolis!

Doch wir mussten weiter – zum Fährhafen nach Piräus!

Man braucht einen „wichtigen Grund“ um innerhalb Griechenlands reisen zu dürfen. Freunde von uns sind in Piräus kurzzeitig damit konfrontiert worden, dass z.B. Immobilienbesitz KEIN Grund ist um innerhalb GR zu reisen. Man sollte also gut vorbereitet sein, wenn solch eine Frage gestellt wird. Die Beweislast liegt beim Reisenden. Es ist ratsam sich einen Nachweis zu beschaffen, dass man einen der Reisegründe erfüllt, die Geschichte muss schlüssig sein. Natürlich ist das auch einzelfallabhängig! Google hilft hier weiter, man findet allerhand.

Ich empfehle dringend den Online Check-In der innergriechischen Fähren Blue Star Ferries | Check-In – der große Vorteil dabei ist, dass man alle erforderlichen Unterlagen sofort aufs Mobiltelefon bekommt. Wenn man dann noch den Gesundheitsbogen vorher ausgefüllt hat, gibt es bei BlueStar keinen Kontakt zu Personen bevor man in Piräus auf die Fähre fährt. (Dodekanes – Gate E1). Natürlich folgt daraus, dass auch keine Fragen gestellt werden. Unsere Freunde hatten Ihren Diskussionsbedarf am Ticketschalter in einem Fährbüro beim Abholen der Tickets.

Wieder das gleiche Spiel, man wartet vor der Fähre…

Wiederum fährt man in den Bauch des Riesen, hier war mehr los, alles wurde enger gestellt – hat am Ende aber doch gut geklappt. Es ist immer wieder erstaunlich welche logistische Meisterleistung hinter dem Verladen steht!

Wir bezogen abermals unsere Kabine, hier auf der zehnstündigen Fahrt ohne Upgrade. Es war auch hier schön eine Kabine zu haben, aber durch die Enge, die Hitze und bedingt durch das Wissen, dass um 03.45 Uhr der Wecker klingelt, war an Nachtruhe kaum zu denken.

Trotzdem – ab hier war es ein Leichtes – wir legten mit einer Stunde Verspätung ab, aller verlief aber reibungslos. Wir wussten, der nächste Halt würde unser finale Ziel sein.

Auch bei BlueStar hatten nur einige Cafes und das Schnellrestaurant offen. Wir waren abermals vorbereitet und hatten bei „Gregory´s“ ein paar Sandwich gekauft welche wir im Salon verspeisen durften, alles sehr relaxed hier.

Gähhhhhn, so früh??? Kein Zweifel, trotz des schlechten Schlafes war die Nacht vergangen, die Bucht von Lakki lag voraus, wir würden in Bälde anlegen, es hieß, sich vorzubereiten!

Das Ausfahren und die Ankunft auf Leros verliefen ohne Kontrollen, wir sind die fünf Minuten zu unserem Schiff gefahren und konnten recht schnell wieder ins Bett huschen – der Vorteil von einem „gemachten Nest“.

Jetzt sind wir hier und es scheint 7 Tage Selbstquarantäne zu geben. Die Community hat schon unseren Einkaufszettel und wird uns „versorgen“. Für uns bedeutet das auf einer Seite zumindest einmal die Dinge des persönlichen Bedarfes zu verräumen und alles neu zu sortieren…

…andererseits haben wir natürlich jetzt Zeit – etwas mehr solange wir an Bord bleiben müssen, danach um verschiedene Projekte ums Boot zu starten. Jetzt erstmal ankommen, gut essen, ein bisschen faullenzen!

Fazit – eigentlich war es eine sehr angenehme Fahrt unter erschwerten Bedingungen aber ganz ohne Komplikationen! Gute Vorbereitung ist alles…

Wir sind angekommen, sind auf NESSAJA zurück und es geht uns gut.

Wann wir zurück nach Deutschland kommen? Nun, das ist offen. Es wird aus meiner Sicht nochmal ein medizinischer Check wegen meiner Stimme nötig sein, auch bleibt zu klären inwieweit dies eine beruflich bedingte Erkrankung ist. Mit Sicherheit wird es daher kurzfristige Besuche geben .

Updates hierüber und natürlich zu unserer Zeit hier – wie immer auf diesem Blog oder über die bekannten Social Media Kanäle.

Grüße aus Griechenland von der Nessaja – Crew.