Februar 2026 – Left Outside Alone

Ihr wisst, dass ich gerne Songs der 80er als Headline für die Monatsberichte aussuche – das hat diesmal nicht so wirklich geklappt – ich bediene mich aus der 2000er Schublade und ziehe Anastacias „Left Outside Alone“ aus meiner Rocktasche 😉 …

Das passt ziemlich gut, denn ich wurde von Sibylle tatsächlich alleine zurückgelassen – in einem Monat, der nicht unpassender hätte sein können.
Es stand der Monat bevor, in dem sich unser Leben einschneidend verändern würde.

NESSAJA verlässt ihren Platz und kommt an Land – ich ziehe aus, ich verlasse mein Schiff!

Mein Schiff wird an den von mir präferierten Platz gestellt

Bei all diesen einschneidenden Aktionen konnte Sibylle nicht dabei sein, das ist schade und ich vermute, dass dies auch nachklingen wird.
Ich gebe auch offen zu, dass ich manchmal eine helfende Hand hätte gebrauchen können, aber dem war eben nicht so – „left outside alone“!

Im Laufe des Monats wird sich manifestieren, dass meine Frau tatsächlich erst zum Monatsende zurückkommen wird – es lagen also lange, stürmische Wochen vor mir.
Dies auch weiterhin wegen des anhaltenden Starkwinds, aber auch darüber hinaus – mehr im metaphorischen Sinn…

Der Februar begann, wie der Januar endete – stürmisch

Ich möchte noch ein bisschen auf dem Anastacia Lied, dem Headline Song, rumreiten…

Ich habe Spaß an Musik, lese ab und an Texte und versuche zu verstehen – manchmal zitiere ich hier, andermal verlinke ich, diesmal nicht!
Der Text des Liedes ist wirklich ganz gut und kann vieldeutig interpretiert werden, er lässt Raum zum Nachdenken.
Es obliegt euch, ob ihr das mal anschauen wollt – Google hilft dabei.

Ich mag dieses Lied ohnehin, war es doch einer der „Bike-Transalp“ after race Party Songs.
Ein Lied welches in meinem Kopf unauslöschlich mit dieser intensiven Phase meines Lebens verbunden sein wird.

Jetzt aber – bevor ich abdrifte, wie war er dann nun, der zweite Monat des neuen Jahres 2026?
Begleitet mich durch diesen Monatsrückblick und habt Spaß an der Lektüre.

Es ist der erste Februar, ich wache auf und höre trotz meiner Ohrstöpsel das Klimpern und Klappern der Fallen an den Masten.
Kleine Wellen klatschen gegen den Schiffsrumpf, es ist rasch klar – wieder mal Sturm.

Mein erstes Tun an diesem Tag – ich schalte meine Windemessanlage ein…

Sofort schnellt die Anzeige auf deutlich über 50kts Windspeed

Ich schlappe vor die Küchenzeile und brühe mir im Halbschlaf einen frischen, kräftigen Kaffee auf.

Die Lebensgeister kehren zurück, langsam läuft mein Motor an – das dauert im Alter etwas länger, ähnlich wie bei einem in die Jahre gekommenen Dieselmotor, welcher allerdings keinen koffeinhaltigen Treibstoff benötigt.

So aufgepusht, wage ich einen Blick nach draußen – grau, wolkenverhangen, eine steife Brise bläst mir ins Gesicht.
Na das geht ja gut los!

Warum nicht einfach mal ein paar Tage Sonnenschein

Wie immer an solchen Tagen, schreibe ich mir auf meine imaginäre, tägliche To-Do Liste, dass ich beim Passieren der Boote meiner Freunde und Bekannten, ein wenig genauer hinsehen werde.
So auch heute – allerdings komme ich nicht sehr weit, bevor ich zum ersten Mal einschreiten muss…

Bei meinem Nachbarschiff, der FESTINA LENTE von Johannes, welche derzeit zum Verkauf ausgeschrieben ist, bemerke ich, dass eine Naht an einem Reißverschluss des Bimini kaputt gegangen ist.
Zudem waren ja bereits letzten Monat die Spanngurte gerissen – ich werde das Bimini wohl zum Segelmacher bringen.

Bis auf den kleinen Schaden am Bimini ist alles ok

Während ich am Schiff bin und alles kurz kontrolliere, vernehme ich einen Rumser.
Nanu, was war das? Ich kann nichts erkennen und setze meinen Check fort.
Zurück am Heck wird sehr rasch klar, was den Rumpler verursacht hatte…

Die Gangway war weg! Die von mir bereitgelegte Planke schien sich, wohl verursacht durch die Bootsbewegungen, verabschiedet zu haben – aber wo mag sie sein?

Zwischen mir auf FESTINA LENTE und dem rettenden Ponton, ein schier unüberwindbarer Wassergraben

Ich war gefangen – meiner Freiheit beraubt, ich war… left outside alone!

Was tun? Wo war die Planke?
Ich fasse mich und halte Wahrschau – da sehe ich sie treiben…
Tatsächlich hatte sich die Planke so bewegt, dass sie ins Wasser gefallen war und wie ein Stück Treibholz den Weg ins Grenzenlose suchte.

Ganz schön weit weg für die paar Minuten – der Wind kann was

Nicht mit mir! Natürlich weiß ich, wie ich wieder an Land komme. Ich bin mehrfach schon von NESSAJA aus an Bord von FESTINA LENTE geklettert – so mache ich das auch diesmal, nur in die umgekehrte Richtung!

Das ist zwar auch ein großer Schritt, aber anders als den Ponton, kann ich mein Schiff etwas heranziehen…

Gedacht – gemacht, schon öffnet sich mir der Weg in die Freiheit, ganz einfach über NESSAJAs Gangway.
Dann heißt es, einmal den Wellenbrecher entlanggesaust und die Steg-Passerelle aus dem Wasser gefischt.

Gerettet – ich kann wieder an Land

Ich fasse und sammle mich kurz – was als Nächstes?
Nur wenige Meter weiter steht Hans Peters LIBERTÉ – auch hier muss ich handeln, hier aber sofort!

Der starke Wind hat die leichten Fender nach oben aus der Lücke geblasen, die Bootsbewegung hat ihr Übriges getan.
Was auch immer der maßgebliche Faktor war, sie konnten nicht mehr zurückfallen.

So schön leichte Fender auch im Handling sein mögen – im Gebrauch, vor allem an stürmischen Tagen, sind sie weniger tauglich…

Ich nehme das noch feuchte Brett und entere nun LIBERTÉ – hier liegt es sicherer und fällt nicht noch einmal ins Wasser
Zwei von vier Fendern waren nach oben geploppt
Jetzt passt es wieder

Nachdem die kritische Situation mit den Fendern bereinigt war, verknote ich noch rasch die Sicherungsleine für das Dinghycover, dann möchte ich mich endlich meinem Tagwerk zuwenden.

Offen gesagt – ich habe über dieses Tun mehr Zeit vergeudet als ich eigentlich vorhatte.
Aus meinem ursprünglichen Plan wurde nichts mehr, denn nun war ich etwas unter Zeitdruck geraten – ich war nämlich zu einem Late-Lunch bei einer griechischen Freundin geladen und hatte noch kein Mitbringsel.

Nun wäre es ein Leichtes gewesen, einfach in einen Laden zu fahren und etwas zu kaufen, doch ich hatte exakt dies gestern vergessen und heute war Sonntag – was tun sprach Zeus???

Machmal sieht der Mensch den Wald vor lauter Bäumen nicht! Trinke ich nicht seit Wochen zusammen mit Brigitte und Hans fleißig Ouzo um Fläschchen zu sammeln?
Bin ich nicht, nach Alex´ Bekunden, der Olivenbaron 😉 ?

Was lag näher, als ein sehr persönliches Geschenk zu machen?
Eine Flasche selbst produziertes, extra natives, kaltgepresstes, biologisch angebautes, eigenhändig geerntetes flüssiges Gold!

Inzwischen schmeckt es sehr lecker

Bestens gerüstet und gelaunt und mit einem Gefühl der Vorfreude fahre ich die paar Meter bis zum Haus der Gastgeberin, welches auf einer unwegsamen Anhöhe liegt.

Just im Augenblick meiner Ankunft fängt es an zu tröpfeln…

Fast 19°C, aber wieder beginnt es zu regnen

Es ist noch ein weiteres Paar aus der Marina eingeladen, die Beiden sind schon vor Ort.
Auch ich schaffe es noch trockenen Fußes in die kleine, reizende Katikia, wo die Gastgeberin schon dabei war, den Tisch zu decken.

Ich werfe einen Blick über die Terrasse und bewundere den Blick zur Marina.
Daran sollte ich nicht lange Freude haben, denn schon Minuten später zog eine brachiale Sturmwalze mit einem sintflutartigen Regenguss über Temenia, es hat so kräftig geschüttet, dass man meinte die Hand nicht mehr vor Augen zu sehen.

Ein wunderschöner Ausblick
Es begann zu regnen, die dunkelgrauen Wolken versprachen nichts Gutes…
…und „nichts Gutes“ kam – und wie!

Ein Wolkenbruch lässt sich schwer fotografieren, aber glaubt mir – es war unfassbar, was der Himmel aus seinen geöffneten Schleusen freigab.

Uns war es egal, wir konnten es nicht ändern. Also setzten wir uns zusammen, unterhielten uns auf vier Sprachen und zusätzlich noch mit Händen und Füßen.
Wir tranken Ouzo und hatten Spaß – und wie immer wenn man Ouzo trinkt und Spaß hat, gilt eine ungeschriebene Regel…
„What ever happens on Leros, stays on Leros“ 😉

Daher sind die folgenden Bilder nur Impressionen – es zeigt, was Griechen machen, wenn sie dich am Sonntagnachmittag auf ein Zusammensitzen einladen.

Wir hatten einen herrlichen Sonntag in privater Runde!

Der Tisch war reichlich mit frischen, selbst zubereiteten Meze gedeckt
Der Mann der Gastgeberin spielte seine persönliche Playlist – keine andere Musik hätte besser gepasst
Zum Nachtisch gab es Yoghurt mit klebrigen, süssen Früchten
Last not least – Loukoumi aus Thessaloniki

Ich sag´ es offen und ehrlich – diese Tage, diese Einladungen, sind für mich das Salz in der Suppe!
Es sind erste Zeichen von Anerkennung und Akzeptanz und das Zulassen von Integration.

Solche Nachmittage gehen bei mir tief, ich sauge das Gefühl mit Haut und Haaren auf, ich liebe diese Facette meines Lebens.

Der Nachmittag bekommt sein Highlight, als wir vom Gastgeberpaar eine Einladung zu ihrer Hochzeitsfeier im August erhalten.
Ich bin mehr als neugierig und sage, auch im Namen von Sibylle, sofort zu!

Zufrieden und glücklich fahre ich zurück in die Marina – das Abendessen fällt heute aus…

Der nächste Morgen zeigt sich versöhnlich – dies bringt mich auf den Plan, einmal wieder nach unserer Katikia zu sehen.

Immer noch stürmisch, aber es zeigen sich erste Löcher in der grauen Wolkendecke
Richtung Nordwesten ist der Himmel schon blau
Ich gehe zu meinem eigenen Aussichtspunkt und genieße den Augenblick – carpe diem!
Das Haus ist ok, das Wetter kann ihm nichts anhaben – unsere Investition in die Dachreparatur hat sich gelohnt

Zurück in der Marina, fällt mir im Vorbeigehen ein Schiff am D-Steg auf. Mein Blick bleibt an einer außergewöhnlichen „Notlösung“ hängen und meine Gedanken hängen der Situation kurz an.

Das Schiff ist ein sehr hochwertiges Schiff aus skandinavischer Fertigung. Ich kenne die Eigner vom Sehen, aber sie grüßen nicht.
Ohne Umschweife würde ich dem Paar eine gewisse Grundarroganz unterstellen.

Es ist natürlich ein Zufall, dass es sich um ein Eignerpaar aus „Bella Italia“ handelt, trotzdem bedient der Signore, der sonst meist auf einer dreirädrigen Piaggio seine Kreise dreht, alle Klischees.

Das Schiff ein bisschen überfein, die Leinen so vertäut, dass sie andere Boote anscheuern – viel Chic, wenig Sicherheit.
Dann passiert sowas…

Kein Ruckdämpfer, kein zweites Paar Heckleinen über Kreuz, keine Sicherungsleine – geschieht ihm Recht!

Das Boot war so mies vertäut, dass die Schiffsbewegungen so ungefiltert in die Leinen weitergegeben wurde, dass die Leine trotz einer Kausch gerissen ist – es hat die Metallkausch einfach aufgerissen.

Schade, wenn man seine Nachbarschaft nicht pflegt – dann muss man mit der Notlösung leben, welche der Marinero eingebunden hat.
Ich will da nicht zu weit greifen, aber auch der hatte an dem Tag wohl nicht seinen besten Tag – ob das Geknotsel das Schiff im nächsten Sturm hält, wage ich zu bezweifeln.

Na egal, ich gehe weiter zu NESSAJA und sortiere mich neu. Mal auf meine To-Do Listen schauen, was gut in den heutigen Tag passen würde.

Während ich meine Mails schreibe und Ersatzteile recherchiere, meldet sich Giorgos.
Er hat die Wellendichtringe für meinen Furler erhalten und fragt, ob wir diesen heute zusammenbauen wollen.
Klar wollen wir das! Ich komme sofort!
Nur noch schnell die Heizung starten, damit es bei meiner Ankunft warm ist – und just in diesem Moment schlägt das Schicksal wieder zu.

Meine Heizung qualmt und bullert wieder – es steht wieder ein großer Service an

Ich ärgere mich leise. Nicht darüber, dass ich meinen Käufern noch einen Heizungsservice nebst allen Neuteilen spendieren darf, auch nicht darüber, dass dies scheinbar bei meiner superintensiven Nutzung alle zwei Jahre fällig zu sein droht…

Ich ärgere mich darüber, dass dies zur Unzeit passiert! Ich habe keine Zeit – und der Ausbau meiner Heizung ist aufwändig.
Immerhin ist Sibylle in Deutschland und kann die Teile mitbringen, ich werde diese wohl in den nächsten Tagen bestellen.
Ein Trost ist, dass die Heizung funktioniert – sie muss noch rund zehn Tage durchhalten.

Ich fahre zu Giorgos und wir reparieren den Furler und haben Werkstattspaß – immerhin klappt da alles!

Wir setzen alles mit Neuteilen zusammen und schmieren die Anlage…
…nach einer Stunde sind wir fertig, der Furler tut wieder

Am Heimweg gehe ich noch etwas Essen, dann fahre ich zurück auf mein Schiff. Ich freue mich auf mein Salonsofa und darauf, den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.

Die Sonne geht spektakulär in der Gourna Bucht unter

Ich bin früh zuhause und bevor ich mich einer seichten Fernsehsendung widmen werde, scrolle ich noch ein wenig durch die sozialen Medien.

Potztausend – mein Blick bleibt an einer Anzeige des „Tis Kakomoiras“ hängen.
Immer am Donnerstag zum Faschingswochende wird groß gefeiert. Es ist guter Brauch exzessiv zu Grillen.
Das will auch Xristos, der Wirt des „Tis Kakomoiras“ anbieten, hat aber nicht mit der riesigen Nachfrage gerechnet – aus meiner Sicht kein Wunder, denn er hat Manolis und Flourios geladen, welche als Musiker einen exzellenten Ruf genießen.

Um die riesige Nachfrage zu befriedigen, hat er sich mit Leon aus der Hafenkneipe „Leon Limani“ zusammengetan.
Der eine hat einen Haufen Nachfrage, der andere aufgrund des Hafenumbaus, eine große aber zur Zeit schlecht besuchte Location.

Perfekt – darauf freue ich mich

Ich muss sofort daran denken, dass heute Nacht Jörg und Sven anreisen. Jörg ist einer der Eigner von INSPIRATION und er kommt mit seinem Bruder Sven um dem Schiff während der nächsten Wochen ein Teilrefit angedeihen zu lassen.
Am 09.02. kommt noch der zweite Eigner der Bavaria 39 Cruiser dazu – ich bin sicher, dass Tom und die beiden Brüder sicher Spaß an einem Fest mit den Locals haben.

Da auch Alex einer BBQ-Orgie nie abgeneigt ist, reserviere ich ohne Absprache einen Tisch für fünf Personen in der Kneipe, in die Sibylle niemals mit mir gehen würde.

Die Anreise der beiden Brüder aus Bad Tölz, unweit unserer früheren Heimat, klappte problemfrei und so gab es am Folgemorgen erst einmal ein großes HALLO und die Übergabe der mitgebrachten Ersatzteile…

Das Wichtigste zuerst – lukullische Grüße aus der Heimat – 2kg Leberkas nebst Händlmaier Sempf und a Glasl Leberwurscht
Für NESSAJA gab es die Ersatzteile für den Wassermacher…
…und für ELOWYN den neuen externen Temperaturfühler für die Heizung

Doch das war längst nicht alles! Jörg und Sven sind mit einem Werkstattwagen von Jörgs Firma angereist.

In dem VW Crafter war natürlich reichlich Platz und so habe ich die Chance genutzt, mir weitere Teile mitbringen zu lassen.
Das hilft, denn ich muss weder auf ELOWYN noch auf NESSAJA warten, um diverse Kleinigkeiten voranzutreiben.

Auf Leros nicht zu bekommen, war zum Beispiel die „blue-performance“ Abdeckung für meinen Außenborder – die hatte der Hagel perforiert.
Endlich hatte ich Ersatz!

Passt wie die Faust auf´s Auge – der Suzuki ist wieder geschützt

Damit nicht genug – ihr erinnert euch vielleicht an die Odyssey der Dichtungen für die Duschtüren auf ELOWYN.
Ich hatte gedankenlos die Ware in 250cm Länge bestellt, welche leider statt an Hans Peter an meine deutsche Adresse geliefert wurde.

Unser Sohn konnte das Packstück aufgrund der Länge nicht einfach weiterversenden.
So war es eine glückliche Fügung, dass Tom von der INSPIRATION bei uns zuhause vorbeigefahren ist und das lange Trum zu Jörg gebracht hat.

So konnte ich heute auch dieses verfitzmaledeite Packstück in Empfang nehmen!

Ich bringe die Teile für ELOWYN gleich dorthin – die Dichtungen sind schon lang…
…die Dimensionen werden erst im Vergleich so richtig bewusst

Last not least haben mir die Freunde auch noch einen Gefallen für Dritte getan. Ich war nämlich im Wort bezüglich eines Gefahrguttransports, konnte dieses Wort aber nicht halten, weil ich ja vermutlich meine Deutschlandreise verschieben werde.

Deshalb war ich sehr dankbar, dass mir die Beiden auch die Wassermacherchemikalien für die Crew der BORN TO LIVE mitgenommen haben.
So war uns allen geholfen – und eine Hand wäscht die andere…
Dies ist übrigens ein Credo, welches im Februar noch ein paarmal vollumfänglich unter Beweis gestellt wurde.

Auch Guido bekommt seine Chemie

Hatte ich eigentlich schon geschrieben, dass ich überlege erst später nach Deutschland zu fahren?

Eigentlich wollte ich ja Mitte Februar zu Sibylle fahren und mit ihr noch einmal alle Kinder besuchen.
Dann würden wir uns mit Hans Peter in Karlsruhe treffen um meine Wohnung zu renovieren und diese in diesem Zug verkaufsfertig zu machen – soweit der Plan…

Leider verzögert das Wetter seit Wochen meine Großprojekte. Ich hänge mit dem Rigg von NESSAJA nach und kann auch auf ELOWYN die Außenarbeiten nicht abschließen.
Ich bin wohl noch in der Zeit, aber ich kann nicht einfach drei oder vier Wochen alles liegen lassen.
Vermutlich reise ich später nach Deutschland. Wann, wird sich im Laufe des Monats zeigen.

Für heute reicht´s mir – ich ziehe mich auf NESSAJA zurück und wasche meine Wäsche.

Das Wetter passt perfekt, das muss ich ausnutzen

Der perfekte Tag dafür – die Freunde brauchen noch etwas Zeit sich zu sortieren, ich habe meine Teile alle verräumt und kann mich auf morgen vorbereiten.

So nutze ich den restlichen Tag für Hausarbeit und ein bisschen Planung.
Ich sehe mir die erworbenen Teile mal genauer an – ich hoffe, es passt alles…

Gleiche Uhr – trotzdem anders! Hoffentlich passen die Anschlüsse
Sieht aber aus, als sei genug Platz für das „Zipfele“

Das bisschen Zeit das ich habe, kommt mir sehr gelegen, denn der Zufall will es, dass sich ein Interessent für FESTINA LENTE von Johannes gemeldet hatte.

Ich hatte lange Mails mit dem Paar aus dem Schwäbischen ausgetauscht, bei den Vorbereitungen zur Anreise geholfen und sehe jetzt dem Besuch der Beiden sympatischen Schwaben entgegen.

Es steht eine Probefahrt mit dem Schwesterschiff von INSPIRATION zur Debatte – das ist an sich kein Problem, die Bavaria 39 Cruiser ist fahrklar.
Mein Nachbarschiff braucht lediglich eTEPAI, eine Sache um die ich mich kümmern kann.

Bei einem Telefonat gibt mir der Eigner alle Daten und beantrage in meinem Account das notwendige Permit.

All das „geht nebenher“ – verschlingt aber Stunden

Ich war froh, als endlich Feierabend war. Heute war ich zum Abschiedsessen mit Brigitte und Hans verabredet.,
Auch die Beiden werden noch einmal für einen Monat nach Österreich reisen, auch hier gilt es zum Abschied noch einmal leise „Servus“ zu sagen.

Damit der Trennungsschmerz etwas gelindert wird, haben wir uns auf einen Burger nebst Salatbegleitung im „Remezzo“ verabredet.

Schon der Salat hat es in sich
Die Burger sind zur Zeit „best in town“

Der kommende Morgen begann mit einem Paukenschlag! Ich stehe in Schlafshirt und Schlüpfer in NESSAJAs Pantry und bemühe mich im Halbschlaf meinen Kaffee zu überbrühen.

BIMM! Mein Telefon reißt mich aus meinem Tun – nanu, wer will zu dieser Zeit etwas von mir???
Es war Jörg! Sein Krantermin sei vorverlegt worden und ich hätte doch angeboten Linehandler zu sein – es geht in 10 Minuten los!

Waaaas? In 10 Minuten???
Ich springe in mein Gewand und haste zum Liegeplatz von INSPIRATION – ohne Kaffee!!!
Klar, mussten wir länger als 10 Minuten warten, aber dann hieß es „Leinen los“ und wir glitten aus der Box.

Unterwegs – vorbei an NESSAJA, wo mein Kaffee gerade kalt wird

Wir fahren – es fühlt sich ungewohnt an. Ich bin ja inzwischen in der Marina festgewachsen.
Das erste Ablegemanöver ist ungewohnt, für mich und für den Skipper, der die Bavaria aber gekonnt aus der Gasse lenkt.

Wir müssen etwa zwei Faden zurücklegen bis wir in der Krangasse wieder andocken.
Meine erste Fahrt 2026 – ob ich Jörg mein Meilenbüchlein zur Unterschrift vorlege? 😉

Obwohl die Fahrt nur zwei Minuten dauert, haben wir Spaß – ich freue mich auf die kommenden Wochen mit den Jungs…

Der Skipper – hochkonzentriert
Es kann nix passieren – wir haben ein Begleitfahrzeug
Dann machen wir in der Gasse fest und INSPIRATION wird in die Gurte genommen

Das Kranen ist immer ein Spektakel. Klar, das Boot verlässt sein gewohntes Element und hängt in den Schlaufen.

An Land steht es dann wie ein unbeweglicher Koloss und wird zur Immobilie.
Alle Eigner wohnen diesem, fast schon metamorphorischen Prozess, gespannt bei und filmen was das Zeug hält.

So auch die Crew der Bavaria – der Augenblick wird auf Zelluloid gebannt.

Die Sonne kommt gerade hinter dem Berg hoch, bei uns ist die Laune schon bestens
Das Schiff wird in die Höhe gehoben…
…und dann auf Landniveau gebracht und gereinigt – erste neugierige Blicke inspizieren das Unterwasserschiff
INSPIRATION wird nahe den Plätzen positioniert, an denen HP und ich refittet haben – ein guter Spot

Jörg parkt den Werkstattcrafter so, dass sich eine perfekte Werstattecke ergibt.
Der große Volkswagen dient als Häuschen und Kammer, gearbeitet wird auf mobilen Werkbänken nahe der geöffneten Türen.

Die Beiden legen recht rasch los, verkabeln ihr „Lager“ und sorgen für fließend Wasser.
Mein Job ist getan, ich verhole mich zurück auf NESSAJA, trinke erst mal meine zwei Tassen Kaffee und kümmere mich dann um den Service meines Top-Swivel.
Ich will alle Teile meiner Rollanlage fertig haben, um jederzeit startklar zu sein, sollte das Wetter die Montage der Anlage zulassen.

Das Zerlegen des oberen Wirbel geht rasch von der Hand, er muss nur gereinigt und geschmiert werden

Gegen Mittag habe ich eine Idee – wie wohl eine gemeinsame Brotzeit zur Mittagspause angenommen würde?
Ich hatte ja den Leberkas und es lag mir fern, die zwei Kilo alleine zu futtern.

Also gehe ich nochmals zum neuen Standplatz der INSPIRATION und biete an, dass ich gegen 13.00 Uhr zur gemeinsamen Mittagspause laden würde.
Die Idee wurde begeistert angenommen…

Ich staunte derweil nicht schlecht – während ich an meinem Topwirbel herumwienere, hat Sven ALLEINE fast ein Viertel Boot bis aufs Gelcoat abgehobelt!
Wobei „abgehobelt“ gar nicht flapsig gemeint ist – die beiden machen den Job, den wir bisher immer als Schleifarbeit verstanden haben, mit einer Lackfräse!
Das kostet Körner und macht richtig Radau, zeigt aber echt Wirkung.

ALLEINE – nach zwei Stunden!

Ich ziehe mich in meine Pantry zurück und bereite das Mittagessen vor. Das bayrische Labsal ist vorgebacken und muss nur im Backofen auf Temperatur gebracht werden.

Meine Sibylle gibt mir aus der Ferne Anweisungen wie dies am besten gelingt und ich handle, wie mir geheißen.

Wrapped – nur nix anbrennen lassen
13.00 Uhr – „Essen fassen!“

Das Flötzinger ist von Jörg gestiftet, so zauberten wir Mannsbilder eine ansehnliche Brotzeit auf den Tisch.

Es war schwer, sich danach wieder aufzurappeln und gegen das Freßkoma anzukämpfen – aber es gelang uns in beeindruckender Weise!

Ich klarierte die Küche und stellte dann die Reinigung und den Service an meinem Top-Swivel fertig…

Bis zum Spätnachmittag war das Teil serviciert und einbaufertig

Die beiden „Work-Freaks“ von der INPIRATION haben die Messlatte sogar noch einmal um ein Quäntchen höher gelegt und sägen gleich mal am ersten Arbeitstag die Löcher für den Tunnel des Bugstrahlruders.

Wenn ich mir überlege, wie lange wir uns bei ANAHITA dafür Kopf gemacht haben und wie lange die Marinamitarbeiter schließlich dafür brauchten – was für eine Benchmark!

Die Löcher sind drin – „…nur noch schnell anpassen!“
„…schnell saubermachen – die Schottwand muss raus, da laminieren wir dann schnell eine neue ein!“

Ganz ehrlich, die ersten Tage haben Jörg und Sven so eine Schlagzahl vorgegeben, dass nicht nur ich staunend daneben gestanden bin.

Ich komme später noch einmal darauf zurück, aber in unserer Marina kommt es nicht alle Tage vor, dass jemand den Bugtank ausbaut, den ganzen Stauraum unter dem Bett neu aufteilt und dann IM SCHIFF einen neuen, maßgefertigten Kunststofftank schweißt.
Die ersten Tage mit den Beiden waren mehr als beeindruckend!

Die ersten Abende übrigens auch 😉 …

Wir gingen alle zusammen essen und hatten richtig Spaß

Falls sich jemand fragt, wer da noch mit am Tisch sitzt – das ist die Herrencrew rund um Joachim.

Er, Fritz und Dirk haben Joachims Katamaran aus der Türkei nach Leros verlegt und den Februar für die Fahrt von Marmaris hierher genutzt.

Nein, ich habe meine Gesellschaft nicht angebiedert, unsere Zusammenkunft resultiert aus der Tatsache, dass die Seglerwelt eben doch irgendwie klein ist.
Joachim ist ein Segelfreund von Freunden die wir schon lange kennen und die uns gebeten hatten, ihn nach seiner Ankunft doch mit den nötigen Informationen zu versorgen.

Dem entsprach ich gerne, wir waren uns sympathisch, der Rest ist Geschichte…
Allerdings würden die drei bereits übermorgen abreisen, wir würden uns aber im Sommer wieder treffen.

Den neuen Tag begann ich abermals entspannt…

Ich verpacke ELOWYNs Hydraulikzylinder für den Transport nach Deutschland
So passt das, so kann Jörg den Zylinder mitnehmen und verschicken

Es war wieder einmal ein regnerischer Morgen und so nahm ich mir vor den Hydraulikzylinder von ELOWYN versandfertig zu machen.

Ich musste KG-Rohr beschaffen, dieses drei Meter lange Trum nach Plaka transportieren und dort zuschneiden.
Dann konnte ich den Zylinder sicher verpacken und das Frachtstück bereitlegen.

In Deutschland wird er zur Servicefirma verschickt und Hans Peter wird ihn im Mai zurück nach Griechnland bringen.
Die Logistik und deren Organisation ist wohl das meistunterschätzte Thema in Sachen Bootswartung!

Danach war ich abermals als Küchenchef gefragt – die Brotzeit am Vortag war so gut angekommen, dass es nach einer Wiederholung mit dem zweiten Kilo Laberkas schrie.

Der Tisch war gedeckt – nanu, für Fünf???
Das zweite Kilo und ein kläglicher Rest von gestern
Hm, lecker – frisch serviert
Kann losgehen – alle Gäste sind da

Ja, richtig gesehen – Hans und Brigitte sind noch da! Ihr Flug wurde abermals verschoben.

Sie kamen nicht weg von Leros – alle Flüge verschoben auf morgen!
Neues Spiel, neues Glück…

Egal, eine weitere Gelegenheit sich zu treffen und so habe ich die beiden Freunde aus Österreich kurzerhand zur Leberkasorgie eingeladen.

Weil die Beiden nicht mit leeren Händen kommen wollten, gab es einen Kübel eisgekühltes Bier zum Essen – im Wortsinn…

Mamos on the Rocks

Wir saßen diesmal länger beisammen als noch gestern. Erstens, weil wir einfach viel zu quasseln hatten.
Zweitens, weil der Tag einfach nicht zum Arbeiten einlud – draußen herrschte wieder schwerer Sturm!

Es war einfach nicht mehr feierlich – es kachelte was das Zeug hielt und man spürte an NESSAJAs Platz jeden Winddrücker im Rigg.

Wieder zwischen 60 und mehr als 70kts
Vor Zeugen und fotografiert – 85kts in der Marina

Zweifel kamen auf – ob mein Windmesser zuviel zeigt? Nun, ich kann nicht mehr sagen, als dass es eine neuwertige und hochwertige Anlage ist.
Woher sollte die Falschmessung rühren?

Ich nehme vorweg, dass NESSAJA ab der Monatsmitte auf einem anderen Platz stehen wird.
Tatsächlich zeigt meine Anlage dort weniger starke Peaks an – was aber beweist, dass sie nicht grundlegend zuviel misst.
Hier an der Ecke pfeifen die Böen eben recht kräftig um´s Eck.

Dies sollte den ganzen Monat mit nur kurzen Pausen so weitergehen – es folgen noch Bilder.
Auch andere Freunde waren übrigens von Fähr- und Flugplanänderungen betroffen, im Februar war auf nichts Verlass!

FESTINA LENTE – mein Nachbarschiff steht zum Verkauf

Ein neuer Handlungsstrang schleicht sich in meinen Alltag. Dies wird im Laufe des Monats noch ein paarmal passieren!

Das führt dazu, dass ich mich vor Arbeit kaum retten kann, fleißig bin und auch ganz schön was weggeschafft bekomme, meine Kernprojekte aber etwas ins Hintertreffen geraten.

Sibylle fehlt vor Ort, sie ist die, die mir normaler Weise den Rücken freihält.

Was war passiert? Ich hatte ja schon angedeutet, dass ein Interessent für FESTINA LENTE sein Kommen angekündigt hatte.
Die offenen Punkte waren soweit abgeklärt und auch etwaige Budgetfragen bereits besprochen, so dass nun ein Besuch beim Schiff folgen sollte.
In der Planung rutsche das Zeitfenster immer näher an das Jetzt – bis wir auf einmal im Kurzfristbereich angekommen waren!
„…Mario, wir kommen morgen, passt das?“

„Äh ja, klar, ich bin da!“ – und morgen ist inzwischen heute…

Die Beiden sind schon in Kos

Ich habe den Vormittag genutzt um auf FESTINA LENTE noch einmal nach dem Rechten zu sehen und den Niedergang zu öffnen um etwas frische Luft in das Schiff zu lassen.

Das Interessentenpaar hatte jeweils einen An- und einen Abreisetag geplant und wollte einen vollen Tag für die Schiffsbesichtigung in der Marina zur Verfügung haben.
Leider waren auch die Beiden vom gestrigen Sturm betroffen und sind nicht rechtzeitig auf Leros angekommen.
Eine Übernachtung in Kos war notwendig und dummerweise bleibt nun nur ein halber Tag für einen ersten Eindruck.

Ich werde mich redlich mühen, diesen so positiv wie möglich zu gestalten!

Ein bisschen Zeit bleibt noch bis zur Ankunft meines Besuches, was tun? Ich weiß! Ich fahr zum örtlichen Kurierdienst…

Ok, schon groß! Und schwer!

Witzig, genau wie beim letzten Mal, haben Brigitte und Hans auf ein dringendes Paket gewartet, welches aber nicht mehr vor ihrer Abreise angekommen ist.
Ich habe mich abermals bereit erklärt, dieses nach Ankunft abzuholen – und mehr als einmal haben wir gewitzelt, dass es wohl exakt nach der Abreise ankommen würde…

Ihr könnt es euch denken – die Beiden waren gerade am Flughafen in Athen angekommen, da bekam ich schon die Nachricht…
„Paket angekommen, liegt bei ACS mit der Abholnummer xyz“!

Also hole ich das Trum, fahre es in die Marina und lagere es vorübergehend in ELOWYNs Dinghygarage ein.

Jetzt wird es Zeit nach Agia Marina zu fahren, die Fähre wird bald ankommen, die Kaufinteressenten für FESTINA LENTE sind im Anmarsch!

Nur noch ein paar Meilen – auf nach Agia Marina
Pünktlich biegt die Fähre in die Bucht von Agia Marina ein…
…und öffnet ihre Klappen um die Reisenden aus- und einsteigen zu lassen

Man erkennt sich sofort! Ein kurzes Hallo, dann geht es sofort zum Auto und ab in die Marina.
Es gilt keine Zeit zu verlieren, ein Nachmittag ist reichlich kurz um sich einen Überblick über ein Segelboot zu verschaffen.

Ich zeige das Schiff, die Beiden fragen neugierig. Wir kriechen in alle Ecken und öffnen Luken und Klappen.
Der Motor wird getestet, das Getriebe und das Bugstrahlruder auch – für eine Probefahrt reicht die Zeit leider nicht.

Wir gehen ins Büro, besprechen auch dort noch einmal die Modalitäten einer etwaigen Vertragsübernahme.
So vergeht der Nachmittag wie im Flug, es wird Zeit die Beiden ins Hotel einzuchecken und sich zum Dinner zu verabreden.

Unsere Wahl fällt auf das „To Steki“ in Alinda. Ich gehe gerne dorthin – Edith aber auch! Und es hat mich voll erwischt!!!

Edith vereinnahmt mich – während des Essens

Treue Leserinnen und Leser werden sich an Edith erinnern – sie kam, sah und herzte… MICH! Während wir aßen und und uns angeregt über den Schiffsverkauf unterhielten.

Nun, es ist eben so eine Sache mit dem Feingefühl – letztlich haben wir das Besteck auf die Seite gelegt, uns dem Small Talk mit Edith zugewandt, welche dann auch gleich das gezeigte Bild an Sibylle geschickt hat.
Dann war aber gut und wir konnten uns wieder auf unsere Themen konzentrieren und uns dabei wieder dem leckeren Essen bei Dimitris widmen…

Frittierte Fische – sind ganz lecker, esse ich mit Sibylle nie

Der Tag neigte sich dem Ende zu und ich habe mich von den beiden Schwaben verabschiedet.
Es freut mich außerordentlich, dass sich mein Eindruck im Vorfeld bestätigt hat und die Beiden in Natura ebenso nett sind wie es ich vermutete.

Klar, im Rahmen der Diskussionen ist man auch mal geteilter Meinung, aber das muss man aushalten können.
Zufrieden trennen sich unsere Wege – es beginnt die Nacht, in der man nochmal drüber schlafen muss 😉 !

Am nächsten Morgen machen die Beiden Nägel mit Köpfen, aus den Kaufinteressenten sind über Nacht designierte Bootsbesitzer geworden.
Von hier ab übernimmt Johannes in Deutschland – und bereits Ende März treffe ich mich mit den Neueignern abermals auf Leros, dann zur finalen Übergabe.

Jetzt heißt es die Zwei an den Flughafen zu bringen, sie werden heute schon zurück fliegen.
Der Zufall will es, dass dies genau der Flieger ist, auf den Freundin Susanne wegen des vorgestrigen Sturms umgebucht wurde.
Ich verabschiede mich im „Abflugbereich“ von meinem Besuch, gehe drei Schritte in den „Ankunftsbereich“ und freue mich Susanne willkommen zu heißen.

Beide Flieger kommen gleichzeitig an
Susanne kommt an und wird für zwei Wochen bleiben – ich freu´ mich

Sibylle weiß natürlich, dass Susanne in diesem Moment ankommt und auch, dass ich das ein oder andere „Date“ mit ihr haben werde.

Sie sendet viele Grüße von der „Enkelfront“ und scheint sich in „ihrer Welt“ auch sehr wohl zu fühlen.
Die Racker haben die Oma voll vereinnahmt und sie hat alle Hände voll zu tun.

Trotzdem scheint es mir manchmal wie eine verdrehte Welt – egal, alle kümmern sich um ihr Ding und haben Kurzweil und Spaß, das ist die Hauptsache.

Grüße an Susanne – wir frühstücken Grad, die Lümmel nehmen mich in Beschlag

Ich bringe Susanne nach Xirokampos in ihr Haus und verabschiede mich dann. Sie muss erstmal ankommen.
Wir verabreden uns soweit, dass wir uns gegenseitig ein kurzes Signal geben, wenn eine(r) von uns auf einen Kaffee geht – so hätten wir immer mal Gelegenheit zusammenzusitzen und ein wenig zu Quatschen.

Wann wir zusammen auf ein Dinner gehen, lassen wir zunächst offen.

Zurück in der Marina, besuche ich noch Jörg und Sven auf ihrer Baustelle. Die Beiden haben es sich inzwischen schon recht gemütlich gemacht und sich professionell eingerichtet – es ist alles da was man braucht!

Auf der Schleichfahrt durch die Marina zeigt mein Thermometer im Auto, was das Gefühl schon längst vermittelt hatte – der stetige Sturm macht Pause, es ist ein Sommertag mitten im Winter!

Ein PE-Schweißgerät, allerlei Werkzeug und- das Wichtigste – eine Kaffeeküche!
Sonne und fast 22°C – perfekt

Ich helfe ein wenig bei den Brüdern und freue mich mit den Beiden über deren Fortschritt.

Viel zu schnell verfliegt der Tag und wir rufen den wohlverdienten Feierabend aus.
An einem Tag wie diesem, gibt es eigentlich nur eine angebrachte Art und Weise die blaue Stunde zu begrüßen…

Ein Feierabendbier auf der Hafenmauer bei Sonnenuntergang!
Und genau so machen wir es!!!

Easy Day – auf die Freundschaft
Das wäre doch fast ein „Flötzinger“ Werbebild
Weg ist unser Zentralgestirn – jetzt wird es schlagartig frisch

Wir beschließen zu duschen und gleich anschließend ins „SouVLakki“ zum Abendessen zu gehen.

Während ich mich gerade für das gemeinsame Dinner zurechtmache, rasselt eine WhatsApp Nachricht meines Freundes René aus Schliersee rein.
Sibylle ist heute bei René und seiner Rita zu Besuch und offensichtlich wollen die Drei mir lange Zähne ob ihrer bayrischen Brotzeit machen.

Das würde sonst auch funktionieren, aber nachdem wir erst vor wenigen Tagen „Leberkäs“ satt hatten war die Wirkung nicht so vehement wie sonst 😉 …

Jaja, sieht gut aus, zugegeben – aber diesmal breche ich nicht gleich in Tränen aus
Nimm DAS dafür – und leide wie ich, Du Schuft

Meine Antwort ist ein Bild vom Drehspieß – das ist heute eine gute Alternative und wir können somit beim Dinner ebenfalls punkten.

Am neuen Morgen war ich recht hibbelig – mein Victron Ansprechpartner hilft mir, mein Setup ein bisschen upzudaten und wir sehen uns gemeinsam meine Spannungsschwankungen des Generators an.

Der Probelauf zeigte, dass alles gut funktioniert, aber die Ladeleistung des alten Generators an der neuen, elektronischen Anlage schwankt.

Um das einzugrenzen, muss ein letzter Generator-Probelauf gemacht werden. Ich kann nicht abwarten und starte das Prodecere noch während meines Morgenkaffees.

Die Anlage selber läuft einwandfrei
Die Firmware Updates laufen einwandfrei durch – den Quattro machen wir später zusammen
Vom Quattro abgekoppelt, liefert der Generator einwandfrei

Ich habe den Generator noch einmal von meiner Victron Anlage abgekoppelt getestet – alles läuft einwandfrei.

Die Victron Anlage habe mit neuen Firmware Updates bespielt, auch hier gibt es keine Fehler.

Das alles ist tröstlich, denn es zeigt, dass beide Systeme mängelfrei sind. So ist davon auszugehen, dass die schwankende Leistung ein Schnittstellenproblem ist, welches übrigens auch gerade im Victron Forum besprochen wird.
Ich hoffe, dass ich dies im Laufe des Monats lösen kann und gebe die Ergebnisse an meinen Victron Kontakt durch.

Weil ich gerade am Tisch sitze und noch eine zweite Tasse Kaffee getrunken werden will, entscheide ich, die Messinstrumente des Wassermachers für den Einbau vorzubereiten.

Das unkaufbare Rotameter – dann überhole ich es eben…
Fertig – alte Fittinge werden durch neue ersetzt, alle Instrumente werden für den Einbau vorbereitet

Ich mache den Wassermacher kurzentschlossen zu meinem Tagwerk! Ich will den unbedingt einem weiteren Testlauf unterziehen, bevor NESSAJA an Land gestellt wird.
Außerdem gilt es, die Anlage zu konservieren, um für eine weitere Standzeit gewappnet zu sein.

Ich bereite mein Werkzeug vor, verschaffe mir Zugang zur Anlage und lege los – ich bin mal gespannt, wie weit ich heute komme.

Hier muss alles wieder zusammengebaut werden…
…dafür braucht es Platz und den entsprechenden Zugriff – es geht ohnehin recht eng zu
Egal wie, irgendwann ist es geschafft – sieht gut aus

Trotzdem verfliegt über solche Arbeiten der Tag – ich bin aber mit meinem Tagwerk zufrieden und beschließe, dass ich den Testlauf und auch den Konservierungsvorgang morgen durchführen werde.

Ein bisschen frische Luft tut nach dem Arbeitstag im Salon von NESSAJA gut.
Ich schlendere durch die Marina und sehe mal auf der Baustelle von Jörg und Sven nach, wie weit die Beiden inzwischen sind.

Bei den Brüdern herrscht eine hohe Schlagzahl und ich bin mir bis zum Schluss nicht sicher, ob ich das motivierend oder demoralisierend finden soll.

Klar ist das Bugstrahlruder fertig eingebaut – innen auch!!!
Jetzt wird alles klar – die Beiden sind mit bayrischen Wurschtschmankerl gedopt
Jörg schenkt mir den selbstgebauten Zirkel für den Bugstrahlrudertunnel – und einen Meterstab

Dankeschön! Ich freue mich über den selbstgebauten Zirkel, denn ich habe ja bei ANAHITA beobachten können, dass selbst die Marina den Umriss der Bohrung eher „schätzt“.

Ich bin nun in der Lage, genau anzuzeichnen wo der relevante Schnitt gemacht werden muss um ein perfektes Ergebnis zu bekommen.

Ich fahre sofort hoch in mein Haus, um das rare Werkzeug und den „Blindhammer Meterstab“ in meine Garage zu räumen.
Der Meterstab wird sich bei der Hausrenovierung etablieren!

Heute Abend gibt es ein weiteres Kennenlernen – ich bin in Alinda zum Dinner eingeladen, doch dazu später noch ein paar Worte.
In jedem Fall hat es sich gut getroffen, dass ich von Alinda aus nach Hause fuhr, denn es war so geplant, dass ich Alex´am Fährhafen in Agia Marina aufpicken könnte.
Der Skipper der ANAHITA kommt heute aus Deutschland zurück!

Der Parkplatz war voll – ich parke quer vor anderen Autos und sende Alex meinen Standort…
…ein Parkplatz wurde frei – ich kann den Freund am Anleger abholen

Ein großes Hallo zur Begrüßung! Ich mag Alex und freue mich, dass er wieder da ist.
Seine Frau Antonia wird leider erst Mitte März nachkommen, sie hat private Verpflichtungen – ich bedaure das, denn zusammen haben wir immer viel Spaß gehabt.
Aber ich bin sicher, wir bekommen das auch so hin!

Kurzer Gedankensprung zu meinem Dinner – Bibi und Markus haben mit mir Kontakt aufgenommen. Sie hatten sich für eine Gebrauchtyacht auf Leros entschieden und wollten mich treffen.
Solche „Blind Dates“ mag ich – und sage natürlich sofort zu.
So traf es sich, dass wir nach einem gemeinsamen Kaffee zum „Beschnuppern“ gleich dreimal zusammen beim Essen waren.
Wir hatten Kurzweil und Spaß und ich freue mich darauf, dass die Beiden schon im März zurückkommen und ihre Neuanschaffung MOUSTIC zu uns in die Evros Marina verholen werden.

Ich sacke zufrieden und müde ins Bett und überlege beim Einschlafen, wie ich das morgen mit dem Probelauf des Wassermachers angehe.

Nun, am besten steige ich dort ein, wo ich mit Guido zusammen abbrechen musste – zuerst nur die Niederdruckpumpe…
…dann das Hochdruckaggregat dazu – noch ohne den Druck nach oben zu drehen

Jetzt wird es spannend – ich drehe also, wie das letzte Mal vor etwa drei Wochen, den Druck langsam nach oben…

Die Anlage beginnt richtig Lärm zu machen und fängt an, das Meerwasser durch die Membranen zu pumpen.
Langsam zählt der ppm-Zähler für die Wasserqualität nach unten – 1562 – 1283 – 968 – 861 – 721…

Der Produktwasseralarm ist schon länger aus, die Qualitätsanzeige springt auf „grün“.
Ich entscheide, dass ich das Produktwasser einfach mal verkosten werde.

Ich produziere bewusst nicht in den Tank – daher muss ich relativ schnell die Eimer nacheinader ausleeren
Ich bin positiv überrascht – schmeckt nach nix und ist damit wirklich gut

Es ist wirklich beeindruckend – mein Testlauf dauert etwa eine halbe Stunde.
In dieser halben Stunde produziere ich die Nominalmenge von 45 Liter Trinkwasser, welches ich aber bewusst in einen Eimer statt in den Tank geleitet habe.

Dieses Mal ist das Wasser für den Gully, nächstes Mal kann ich bedenkenlos in den Tank produzieren.

Final erreiche ich eine Produktqualität von 557ppm, das kann als guter Wert betrachtet werden.
Meine Freude wurde etwas getrübt, weil irgendwann der Wert wieder anstieg.
Es sei aber gesagt, dass ich nach langer Standzeit, im Hafen und ohne Filterwechsel produziert habe – ich gehe davon aus, dass die Anlage einmal gereinigt werden muss, dafür braucht es aber Chemikalien die ich nicht habe.
Dieser Punkt kommt auf die Liste für den neuen Eigner.

Ein guter Wert unter den gegebenen Bedingungen

Jetzt gilt es die Anlage zu konservieren. Diese Chemikalie habe ich an Bord und ich meine fast, dass es mir die Nasenschleimhäute verätzt als ich die Dose öffne.

DIESES Zeug will ich nicht in einer Küchenschüssel haben. Ich baue mir daher ein Mischgefäß und mische mir eine Spülösung für den Kanister an.
Dann spüle und konserviere ich die Anlage nach Vorschrift und nehme diesen offenen Punkt von meiner Liste.

200g auf 20 Liter – was für ein Höllenpulver

Check! Jetzt heißt es nur noch das Boot zu klarieren. Dazu gehört auch die Beseitigung von Kollateralschäden.
So habe ich zum Beispiel eines der kleinen „Inselschiffchen“ abgebrochen, welche bei uns an Bord verklebt sind.

Das klebe ich „schnell noch“ an!
Und ich denke ihr ahnt schon was kommt…

Nicht mal einen Kleberpunkt kann man „mal schnell“ setzen. Natürlich weiß ich, dass ich nach längerer Pause, die SIKA Spritze erst freistechen muss und die Düse freigängig machen muss.
Aber wer rechnet denn damit, dass man den Stempel der Kartuschenpresse nicht mehr aus der Kartusche ziehen kann?

Nach langem Mühen entscheide ich mich zur Notoperation!

Unglaublich was es alles für Pannen gibt…
…am Ende führt nur ein Massaker zum Ziel

Am Nachmittag ist das Tagesziel erreicht – der Wassermacher ist geprüft und neu konserviert, das Boot klariert.

Ich beschließe den Tag damit, mal wieder ein Update an meine Käufer in die Schweiz zu schicken.
Ich sende die Bilder vom Wassermacher und auch vom Generatorlauf, erzähle kurz wie es mit dem Rigg vorangeht und auch, warum ich ausgerechnet bei diesem Punkt etwas in Verzug geraten bin.

Trotzdem hänge ich auch hiervon Bilder an, einfach um aufzuzeigen, dass schon was vorangegangen ist und ich immer noch optimistisch bin, das stehende Gut bis Mitte März ausgetauscht zu haben.

Die Bauteile des Furlers sind fertig serviciert und warten auf den Einbau
Das Profilvorstag liegt fertig am Ponton und ist bereits mit einem neuen Vorstagsdraht versehen
Aber leider wird der ganze Februar stürmisch und regnerisch sein – wir finden keinen passenden Tag um die Takelage zu entern

Da im Hintergrund die Vorbereitungen laufen, um meine Wohnung in Deutschland verkaufsfertig zu machen und ich hierbei ein paar Planänderungen zur Kenntnis nehmen muss, ich zudem in dieser Phase des Monats merke, wieviel Druck bezüglich NESSAJA und ELOWYN am Kessel ist, greife ich zum Hörer und rufe Sibylle an.

Wir beschließen an diesem Abend, dass sie festlegen muss, wann sie zurück nach Leros kommt und ich gleichzeitig meine Fahrt nach Deutschland bis mindestens in den April verschiebe.

Sibylle wird sich später auf den 24.02. als Rückkehrdatum festlegen, es sind also noch ein paar Tage hin – ich bleibe „left outside alone“!

Der neue Tag beginnt beschissen – irgendwie im übertragenen Sinn und doch recht wörtlich zu nehmen!

Ich spüle meinen Fäkalientank und bin dabei ziemlich entspannt – bis der Bilgenalarm anschlägt!
Mit einem ohrenbetäubenden Pfeifton, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.

Wasser in der Bilge – Alarm! Was war passiert?

Nicht gleich mit dem Finger auf mich zeigen! Natürlich sind unsere Tanks leer! Aber der Krantermin für NESSAJA ist fixiert und das Schiff wird an Land stehen.
Ich habe dann keine Option mehr, den Ablauf zu öffnen – auch nicht mit Spülwasser.

Ich möchte den Tank aber noch einmal mit Süsswasser spülen, denn ich muss den Tankgeber ausbauen und reinigen, dieser hängt nämlich – denke ich zumindest.

Nicht ganz klar ist mir jetzt allerdings, warum in irgendeiner Art und Weise beim Auffüllen mit Frischwasser, dieses in die Bilge gelangen kann.
Egal, erst einmal die Bilge auspumpen, das geht am effektivsten mit der manuellen Pumpe.

Die Pumpe kann was, die Bilge ist rasch wieder leer

Ab jetzt gilt es Ursachenforschung zu betreiben. Dies war nicht für heute geplant, eigentlich wollte ich den Tank nur spülen.

Aber in diesem Fall macht es Sinn, gleich nach dem Grund für das Leck zu suchen.
Ich öffne also die Zugriffsluke und staune nicht schlecht!!!

Die Blende ist rasch weggeschraubt, man kommt ganz gut an den Tank
Ich traue meinen Augen kaum, der Tank ist mehrfach gerissen
Das Thema duldet keinen Aufschub, ich nehme das Teil gleich raus
Der besudelte Tankgeber bleibt zurück – vorerst! Die Tragweite des Schadens ist mir noch nicht bewusst
Meine Co-Workerin Sibylle fehlt – mein Bewegungsradius ist stark eingeschränkt
Irgendwie schaffe ich es, das Trum nach draußen zu wuchten

Klingt es abwertend, wenn ich von Sibylle als meine Co-Workerin schreibe?
Das soll es keinesfalls! Dieser eine helfende Handgriff, um wie in diesem Beispiel, den Tank aus dem Raum zu wuchten bevor ich mich durch die Türe bewegen muss, oder das Anreichen eines Schraubenziehers wenn man endlich in einer beengten Arbeitsposition angelangt ist – all das sind Handgriffe die Gold wert sind.

Ja, Sibylle und ich sind, in vielerlei Hinsicht ein gewachsenes und eingespieltes Team.
Ich muss schmunzeln, als Thomas von der SIMPLY FREE exakt heute so ein „Spaßbildchen“ aus dem Internet teilt…

Na dann haben Sibylle und ich ja eine gute Grundlage

Apropos Essen und Hunger – es war schon spät am Abend und mir knurrt der Magen, ich habe einen Bärenhunger!

Eigentlich war es ein Wetter, bei dem man keinen Hund auf die Straße jagt, aber was muss das muss.
Ich haste zu meinem Klicker und bin froh, dass ich glücklicher Weise in diesem verregneten Winter ein Auto zur Verfügung habe und meine liebe GS trocken in der Garage steht.

Als ich die kurze Fahrt nach Lakki antrat, schüttete es wie aus Kübeln! Da der Grundsatz „kein Vorteil ohne Nachteil“ meist auch im Umkehrschluss gilt, darf ich mich bisher über milde Temperaturen freuen.
Wir sind nahezu immer zweistellig, die meisten Tage liegen bei rund 15°C oder mehr und dazwischen bekommen wir einen 20°C+ Tag geschenkt!

Es regnet, dass man denkt die Welt würde untergehen

Der folgende Tag sollte einer werden, an dem Freud und Leid, gute und schlechte Nachrichten, sich aneinander reihten.

Es sollte ein Tag werden, welcher für mich und Sibylle ein prägender würde – mehr für mich, ich erlaube mir daher, nur für mich zu sprechen.

Zunächst begann alles ganz harmlos und positiv. Brigitte meldet sich bei mir, sie hätte Nachricht von der Marina, dass es mit der Erneuerung ihrer Vorsegel-Rollanlage losgeht.
Man würde mich bitten, einfach mal vorbeizusehen – und das mache ich natürlich gerne!

Tatsächlich – an BARCASO wird schon fleißig gearbeitet, was für eine gute Nachricht

Wenn ich schon durch die Marina schlendere, dann sehe ich auch gleich an der Großbaustelle rund um die INSPIRATION vorbei.
Meine „Baustelleninspektion“ am frühen Vormittag hat sich zu einem netten Ritual entwickelt.
Wir geben uns gegenseitige Updates über den jeweiligen Sachstand unserer Arbeiten.

Jörg beschäftigt sich heute mit den Unterlegscheiben für die TruDesign-Seeventile, ich bejammere im Gegenzug den Schaden an meinem PE-Tank und heule über die schwierige Beschaffung.

Ich kann mit meiner großen Topfsäge auf der Profi-Baustelle aushelfen…
…im Gegenzug bekomme ich von Jörg die Anordnung – „…lass´ Deinen Tank mal liegen!“

Ich hatte ja schon angedeutet, dass Kunststoffschweißen ein Teil von Jörgs Profession ist, er hat ja für ein eigenes Projekt ein Kunststoff-Schweißgerät und das entsprechende Material dabei.

Ich solle den Tank mal liegen lassen, zum richtigen Zeitpunkt würden wir den Schaden analysieren und uns mit einer Lösung befassen!

Das klingt sehr gut! Es scheint, als hätte mein Tag einen Lauf, die zweite gute Nachricht heute!

Es steht einer der Höhepunkte des aktuellen Monats bevor! Die lang geplante Liegeplatz-Rochade von DONNA und NESSAJA ist für heute anberaumt.
Unsere Freunde Ben und Caetlin sind aufgeregt – nach Monaten des Arbeitens und der harten Zeit an Land, soll ihr Schiff heute wieder zurück in „sein Element“!

Ausgerechnet hierbei sollte es das Schicksal weniger gut mit uns meinen…

Giannis holt DONNA ab, die alte Jeanneau wird heute gelauncht

Ihr ahnt was kommt – DONNA zeigte im Kran eine Undichtigkeit. Es blieb nur eine Alternative – das Boot wird wieder angehoben und für eine weitere Woche auf die Seite gestellt.

Ich habe auf jegliches Foto verzichtet! Es war Caetlins Geburtstag, es hätte gefeiert werden sollen und alles bricht in sich zusammen.
Die Mühen der letzten Monate, das Rackern – der Lohn bleibt aus!

In diesem Moment kann keiner besser Nachfühlen als ich, wie Ben gefühlt haben mag.
Aber die Entscheidung ist alternativlos – keine Kompromisse!
Große Projekte bergen größere Risiken!

Als ob dies nicht schlechte Nachricht genug wäre, sendet Sibylle just in dem Augenblick als wir das Leck an DONNA analysieren, die nächste Hiobsbotschaft aus Deutschland.
Sie sei gerade bei unserem Sohn Stefan in der Arbeit…

Weil der Bub bei Audi schafft, darf Sibylle ihren ollen Honda Civic zum TÜV dorthin bringen
Da hilft auch die beste Vernetzung nix – die Hinterachse hat ein faustgroßes Loch

Der Junior zögert keine Sekunde, dem alten Wagen den Todesstoß zu versetzen – „…lohnt sich nicht!“ – war noch der netteste Teil seines Statements.
Ich weiß natürlich, dass er Recht hat und doch sträubt sich etwas in mir.

Ich weiß nämlich auch, dass er einfach keine Lust hat markenfremd aktiv zu werden – er ist ein VAG-Boy und etwas anderes als ein Gefährt aus der Volkswagen Gruppe kommt für ihn nicht in Frage.

Er versucht Sibylle einen schönen VW Polo schmackhaft zu machen – ein Wagen der für 5.000.-€ sicher preiswert ist.
Genau an der Stelle fehlt ihm aber das Verständnis für unsere Gesamtsituation – nicht wegen des Geldes alleine, es ist keine intelligente Entscheidung ein 5.000.-€ Auto für viermal vier Wochen im Jahr bereitzustellen!
Diesen Luxus KANN man sich gönnen, wenn der Wagen, wie der Honda, geschenkt war.
Wir werden sehen wie es weitergeht – vielleicht muss hier der Papa ran 😉 !

Der hat im Moment aber andere Aufgaben – es heißt sich neu zu sammeln und wieder zu konzentrieren…

Fertig zum Ablegen

Ich habe immer gesagt, dass NESSAJA innerhalb zwei Stunden fahrklar ist. Das haben nicht alle geglaubt, jedoch konnte ich heute den Beweis antreten.
Innerhalb der letzten zwei Tage habe ich immer wieder kleine Handgriffe gemacht um mein Schiff letztlich an Land zu bringen.

Es waren insgesamt wohl wirklich kaum mehr als die besagten zwei Stunden und heute ist es also so weit.
Nach zwei Jahren verlässt NESSAJA den Platz an F18 – und es scheint, dass sie in keinem denkbaren Fall hierher zurückkehren wird.

Deshalb ist das Entfernen der Ketten fast schon ein metaphorisches Tun – FREE NESSAJA, it´s high time to break the chains!

Nur noch die Luvleine hält das Schiff – alles andere bleibt vorerst am Steg zurück

Ich habe mir meine Kurzzeitcrew zusammengestellt. Alex ist an Bord und auch Sven unterstützt bei der Fahrt in die Krangasse.

Die Maschine läuft, ich funke die Marina an und bitte um die Unterstützung des Marineros.
Der Kran wartet, NESSAJA geht jetzt an Land, Ben hat meinen Wunschplatz heute morgen geräumt.

Wir fahren – das Wetter wirkt bedrohlich, aber es ist ein ruhiger, niederschlagsfreier Tag
Die Fahrt endet nach drei Minuten, wir fixieren mein Schiff in der Kranbox – angehoben wird sie nach der Mittagspause
Hier wurde sie im März 2022 ins Wasser gehoben – fast vier Jahre her
Sie zeigt keine offensichtlichen Schäden und keinen starken Bewuchs

Da ich mit dem Kranfahrer vereinbart hatte, dass er erst nach der Mittagspause anhebt und ich auch weiß, dass das Hochdruckreinigen und das Umladen auf das Carello einige Zeit in Anspruch nehmen, habe ich mich erstmal anderen Beschäftigungen zugewandt.

Nachdem Jörg mir seinen Bruder, die helfende rechte Hand, als Krancrew zur Verfügung gestellt hatte, war es mir ein Vergnügen nun selbst als Helfer dienen zu dürfen – beim Kunststoffschweißen!

Ich hatte es ja schon ein paarmal angedeutet, Jörg hatte alles Equipment mitgebracht, um den Serientank im Bug der Bavaria durch einen maßgeschneiderten Custom Wassertank zu ersetzen.
Grund hierfür ist der Platzbedarf für das Bugstrahlruder…

Alles da was wichtig ist 😉
Ich unterstütze und helfe – der Meister schweißt
Trotz des Bugstrahlers entsteht ein größerer Tank als zuvor – jede Lücke wird genutzt

Ich lerne, dass die Idee hinter der Fertigung die ist, alle Teile vorzubereiten und maßgenau zuzuschneiden.
Das wird wirklich sehr präzise gemacht – dafür werden die Teile zusammengeheftet und alle Stöße millimetergenau kontrolliert.

Im nächsten Arbeitsschritt wird der eigentlich fertige Tank an den Heftstellen wieder auseinadergenommen und die Einzelteile werden in die Kabine getragen.
An Ort und Stelle werden dies dann fix verschweißt und der Tank somit in seiner Einbauposition gefertigt.

Zur Fixierung muss er dann nur noch eingeschäumt werden – fertig!
Was ich hier so flott beschreibe, zeiht sich letztlich über drei Fertigungstage, dann aber gibt es ein perfektes Ergebnis.

Wie weit ist eigentlich mein Schiff? Ist es schon am kleinen Transportwagen?

Yesss, Giannis fährt NESSAJA zu ihrem Stellplatz
Am Ende der Marina geht es ziemlich eng zu
Ich bekomme den Liegeplatz von Ben und bin jetzt der neue Nachbar von ANAHITA
Alex schickt mir sofort ein Bild von meinem „Schlumpfboot“

Natürlich hat es auch mich erwischt – Roman hat beim Reinigen das ganze Restantifouling nach oben an Deck gespritzt.

Das ist aber kaum ein Problem, denn ich muss ohnehin das Deck abbrechen, eine finale Reinigung wird nötig sein.

Zurück bleibt mein leerer, verlassener Platz an F18 – meine restlichen Sachen werde ich wohl morgen einsammeln.

Meine Winterketten und mein Dinghy liegen noch hier – mach´ ich morgen

Warum dieser Platz? Nun, ich will NESSAJA an einem Platz stehen haben, an dem keine zweite Reihe aufgebaut wird.
Ich kann so jederzeit entscheiden, wann ich oder der neue Besitzer zurück ins Wasser wollen.

Zudem habe ich nur einen Nachbarn, bei den Arbeiten, welche anstehen ist etwas Abstand zu anderen Yachties angeraten – es wird laut und schmutzig!
Da hilft der Betonboden – auf diesem Platz steht man nicht im Dreck.

Vorteil drei – es ist ein schöner Platz, er ist luftig und man hat eine schöne Aussicht Richtung Bucht und Marina.
Wenn man monatelang arbeitet und sich die Arbeiten in den Sommer hineinziehen, sind beide Faktoren wichtig für das Wohlgefühl.

Ein feiner Platz – NESSAJA wird hier ein paar Monate stehen
Da schmeckt das Feierabendbier im Sommer besser

Hat es auch Nachteile? Ja, hat es – und die werde ich auch umgehend zu spüren bekommen!
Denn noch ist Winter, ein spezieller, sehr stürmischer Winter, welcher auch recht schnell seine Krallen ausfährt – und ich stehe jetzt auch in „erster Reihe“ zur dann recht aufgewühlten See!

Ein paar Stunden Schonfrist habe ich noch, bevor der angekündigte Sturm kommt.
Da freut es mich sehr, dass der letztlich doch recht erfolgreiche Tag bei einem gemeinsamen Abendessen mit Bibi und Markus im „Tis Kakomoiras“ ausklingt.

Die Beiden werden sich morgen nach Hause verabschieden, es freut mich, dass ich am Abschiedsabend teilhaben darf.
Wir sitzen bis in die Puppen und schnacken was das Zeug hält – dann ist es Zeit für die Bettruhe…

Ich ahnte nicht, dass es meine letzte Nacht auf NESSAJA werden sollte – sicher für lange Zeit, vielleicht für immer!

Das „Tis Kakomoiras“ ist einladend und gemütlich wie immer – wir haben gut gegessen
Meze für alle – ist schon was Feines
Der nächste Morgen – der Sturm lässt die Gischt bis ins Cockpit spritzen

Es war nicht die Geräuschkulisse, nicht der Regen und letztlich auch nicht des stetige Vibrieren des Mastes – aufgewacht bin ich, als eine Breitseite Gischt an meine Bordwand spritzte.

Das war ein Geräusch, welches in meinem Kopf als „ungewöhnlich“ verarbeitet wurde – trotz Ohrenstöpsel!

Ich stehe also auf und erkenne schnell, dass der angesagte Sturm wohl kräftiger ist als gemeldet.
Verdammt, ich habe Klicker an die Mauer gestellt als ich gestern nach Hause kam, ich habe den Wetterbericht schlicht vergessen.

Ich springe also in meine Buxe und klettere die Leiter runter, während die Gischt mich nassspritzt.
Schnell das Auto wegfahren – und ich tat gut daran…

Klicker ist in Sicherheit – trotzdem ist schon alles salzig (das sollte mir noch zum Verhängnis werden)
Der Sturm wird schlimmer, Wellen steigen hoch bis in mein Cockpit
Maximale Böenstärke 47kts

Die Beobachtung meines Windmessers bringt eine neue Erkenntnis – die Windböen sind sicherlich kräftig, der Sturm scheint ähnlich kräftig wie der letzte.

Trotzdem klettert das Anemometer kaum höher als 50kts., was plausibel scheint und die ordentliche Funktion meines recht neuen und hochwertigen Windgebers bestätigt.

Das bedeutet in meinen Augen aber auch, dass am Stegende vom F-Ponton sehr wohl die von mir fotografierten Windgeschwindigkeiten von 70kts und mehr vorgeherrscht haben.
Klar, kurzzeitig nur, vielleicht verursacht durch Verstärkungen oder Verwirbelungen vom Berg her – aber der Winddruck ist in diesem Moment eben schon vorhanden.

Egal wie, ich entscheide, dass ich bei vorliegender Sachlage auf ELOWYN umziehe – heute! Jetzt!
Der Weg zur Toilette und Dusche ist näher, ELOWYN ist den Elementen nicht so ausgesetzt und ich kann Klicker direkt dort parken.
Zumal habe ich an meinem Patenschiff die größere Anzahl an Kleinprojekten zu machen, es schadet sicher nicht vor Ort zu sein.
Last not least möchte ich die Systeme auf NESSAJA keiner weiteren Nutzung unterziehen – für mich hat der Verkaufsprozess längst begonnen!

Nach meinem Umzug treffe ich mich mit Susanne in Lakki auf einen Kaffee, auch hier ist „Land unter“!

Das Wasser tritt über die Uferstraße
Lässt sich schwer fotografieren – war nicht so harmlos wie es aussieht

Ein paar Worte zu Susanne – ich rufe in Erinnerung, dass wir über sie den ersten Kontakt zu Leros hatten.
Dies geht zurück auf das Jahr 2011, in dem wir unsere Bavaria 390 Lagoon hier gekauft haben.

Seither hat uns ein stetiger, lockerer Kontakt verbunden, welcher sich zu einer echten, gewachsenen Freundschaft entwickelt hat.
Diese Susanne also, ist nun hier um den Baufortschritt an ihren Haus abzunehmen.
Heute treffe ich mich mit ihr auf einen Kaffee, denn sie macht mir ein Angebot welches mich tief berührt.
Sie und ihre Tochter haben im Familienrat beschlossen, dass Sibylle und ich das Haus bewohnen dürfen, bis wir uns neu orientieren konnten.

Es spiele dabei keine Rolle, ob dies drei, vier Monate dauern würde oder auch ein Jahr.
Wir hätten alle etwas davon und uns sei geholfen.
Da hat sie wohl Recht, meiner Sibylle bleibt so das Klettern auf aufgebockte Boote erspart.

Ich bedanke mich von ganzem Herzen! Wir beschließen, dass wir das ein oder andere Abendessen zusammen einnehmen werden – ihre Tochter nennt es bei einem Telefonat „…eure verrückten Dates“ 😉
Ich nehme es vorweg, wir haben viel zu erzählen und zu lachen – ich bin froh, solche Menschen zu kennen!

Der Weg zum „Landlubber-Live“ ist somit gebahnt – aber noch ist es nicht soweit! Ich kehre nach dem Kaffee zu NESSAJA zurück und erkenne, dass sich die Situation nicht gebessert hat!

Die Gischt spritzt hoch und weit – schaut mal unter das Boot
Je nachdem wo die Welle bricht, schafft sie es bis ins Cockpit

Etwas weiter Richtung Marinastrand endet die neue Hafenmauer. Der Kai ist dort sicher eineinhalb Meter hoch, er kann aber heute keinen absoluten Schutz gegen die Brecher bieten.

Manche Wellen brechen so hart an der Kaimauer, dass das Wasser in die Marina strömt – das ist keine Gischt mehr, hier steigen die Wellen über die Mauer und fluten das Marinagelände in diesem Bereich.

Das Wasser fließt ungehindet in den Marinabereich
Hier bleibt es harmlos, Gottfrieds HARMONY steht sicher – die Schiffe dahinter sind komplett nass
Wobei es manchmal knapp für die Sunbeam 39 wird
Man kommt nicht mehr trockenen Fußes auf NESSAJA – ich bin froh, umgezogen zu sein
Der Abschnitt zwischen NESSAJA und dem F-Ponton ist regelrecht überflutet

Es ist keine Besserung in Sicht! Egal wen man auf Leros fragt – alle sprechen von einem Winter „…wie sie ihn noch nie erlebt haben!“

Ich glaube das gerne – es regnet überdurchschnittlich viel, eine Tatsache, der man ja noch gewisse Vorteile abringen könnte, aber dieser stetige Sturm…

Immer, immer, immer dieses Geheule, das Klappern diese stetige Geräuschkulisse im Ohr.
Dazu das Meer, welches über die Ufer kommt. In Lakki, in Alinda, in der Marina – die Gischt, die alles nass spritzt und alles mit einer Salzkruste überzieht.
Man ist wehrlos – und das führt zu kleinen und größeren Pannen!

Ich fahre mir eine Schramme ins Auto

Als ich an einem Abend mit Alex zu Giorgos fahren möchte, sehe ich im Rückspiegel und aus den hinteren Scheiben aufgrund der Salzkruste nichts mehr.

Statt wie sonst, die Tür einen Spalt zu öffnen, verlasse ich mich auf das Bisschen was ich im Spiegel zu erkennen glaube und setze zurück.
Ich will schließlich nicht, dass mich die Gischt durch den Türspalt hindurch einsalzt.

Krrrrchchchchch – und schon habe ich mir die Schramme eingefangen!
Selber schuld, ich hoffe Klicker verzeiht mir.
Ich gelobige, dass ich den Schaden im Frühjahr kosmetisch ausbessern werde.
Wettertechnisch macht es jetzt keinen Sinn, es steht keine Besserung ins Haus – im Gegenteil, es sieht aus, als ob es noch schlimmer würde.

Ok, in der Zenralägäis geht es richtig zur Sache

Alex und ich fahren anschließend ins „Leon Limani“, denn heute war der Abend, für den ich eine Tischreservierung habe – „Tis Kakomoiras meets Leon Limani“.
Eine Fleischorgie mit Live Musik – eine Mischung aus Faschingsfeier und Gelage kurz vor der Fastenzeit.

Wir bekommen einen eigentlich ganz guten Tisch am hinteren Rand des Raumes und als wir uns hinsetzten fiel uns auf, wie laut es eigentlich war – mir schwante Böses, ob DAS den Freunden gefällt???

Die Feier war in vollem Gange, es wurde musiziert und getanzt

Etwa eine Minute nachdem wir Platz genommen hatten, schlug Alex´ Uhr Alarm – wir seien in einem gefährlichen Umfeld, die Lautstärke gefährde unsere Gesundheit!

Man muss wissen, dass die Feiern der Einheimischen etwas anders sind als als wenn im Sommer alles voller Touristen ist.
Im Sommer ist alles etwas kontrollierter und gesitteter, heute aber lässt jede(r) die Sau raus.
Jeder darf singen, jeder der etwas Geigen kann, darf sich mal an der Fidel versuchen.
Es ist ehrlich, manchmal schräg und LAUT!!!

WARNUNG! Gefahr…

Inzwischen waren wir komplett – ach ja, ich hatte ganz vergessen zu erwähnen, dass beim INSPIRATION Team inzwischen auch Miteigner Tom angekommen war.

Wir waren also zu fünft, als es an die Essens- und Getränkebestellung ging. Wir schrien dem Ober unsere Bestellung entgegen und unterhielten uns, indem wir aufstanden und dem anderen ins Ohr geplärrt haben.
Bis hierhin war es zwar sehr lustig, aber noch kein wirklicher Bringer.

Grillfleisch zum Essen – wir hatten schon Spaß dabei, den Locals beim Feiern zuzusehen

Ich war mir noch nicht sicher, ob die Tatsache überwog, dass die Freunde sehr wohl wahrnahmen, dass wir mittendrin statt nur dabei waren, oder ob es doch missfiel, dass man sich nicht angenehm unterhalten konnte und alles sehr „hemdsärmelig“ war.

Es war meine Idee, ich habe es beworben, ich machte mir Gedanken…

Alex will manchmal früher nach Hause, daher biete ich ihm an – „Alex, wenn ich Dich heimfahren soll, sag´ einfach!“
Er entwortet ohne Zögern – „Neiiiin, neiiin, passt schon, ich bleib´ noch!“

Jörg möchte einen Ouzo, ich biete an, dass wir „…den gerne auch woanders trinken können. Dort wo wir Ruhe zum Quatschen haben.“
Er nur lapidar – „Warum, gibt´s hier keinen Ouzo?

Doch, gibt es! Unter diesen Umständen bestellen wir eine Flasche.
Während wir auf die Freundschaft und auf Tagen wie diesen trinken, geht draußen die Welt unter – der Himmel hat seine Schleusen geöffnet!

Ok, wer kann dazu schon NEIN sagen?
Und bei diesem Wetter geht man ohnehin nicht vor die Türe

Es passiert, was nur passieren kann wenn man sich darauf einlässt, wenn die Vernunft mal einen Moment Pause hat, wenn man sich dem Moment hingibt.

Es nimmt ein Abend seinen Lauf, der später das Prädikat „legendär“ bekommen wird und über den Stillschweigen vereinbart wird.
What ever happens on Leros, stays on Leros!

Nur soviel, irgendwie folgte der ersten Flasche eine zweite, dann eine dritte, gefolgt von einer vierten.
Weil wir zu fünft waren, bestellten wir eine fünfte Karafaki und dazu noch eine auf die Frauen…

Fünf Kerls – sechs Karafaki

Der Saal tobte, die Stimmung brodelte – ach komm, so jung kommen wir nicht mehr zam!

Wir bestellen Karafaki sieben und acht und haben Spaß wie schon lange nicht mehr.

Es gibt ein Wort, welches den Abend beschreibt – aber ziemt es sich für einen fast 60-jährigen so zu formulieren?
Ach komm, es war ein geiler Abend und wir haben es aus eigenen Antrieb ins Bett geschafft!

Der Start am nächsten Morgen war holprig – die einen hatten mehr, die anderen weniger mit den Nachwirkungen des Vortags zu kämpfen.
Aber hieß es nicht schon in unserer Jugend „…wer saufen kann, kann auch arbeiten…“?

Also ran ans Werk! Ich löse heute ein bereits 2025 gegebenes Versprechen ein.
Ich widme mich dem Ausbau des Saildrive an INSPIRATION – und heute habe ich Hilfe von Sven, welcher bald abreisen wird.
Aber den Ausbau des versteckten Antriebs wuppen wir gemeinsam – und es geht alles überraschend gut!

Wir schaffen uns Raum, um möglichst guten Zugriff zum Motor zu haben
Der Saildrive ist tief hinten eingebaut – bei diesem Schiff muss der Motor weit nach vorne
Am frühen Nachmittag liegt das Trum zu unseren Füßen…
…und der leichte Sven hievt ihn über die Leiter – ab auf die Werkbank zum zweiten Schritt

Ich sage es offen – ich war matt! Zwar gehörte ich zu denen, die an diesem Tag weniger zu leiden hatten, trotzdem war ich malad.

Ich nahm mir das Recht heraus, meine Hilfe am Schiff der Freunde für heute zu beenden, morgen ist auch noch ein Tag.
Ich will stattdessen lieber mal nachsehen, ob ich heute noch mein Dinghy mit den Winterketten, der langen Spring und den zwei großen Fendern an Land holen kann – ich mache mich also auf den Weg zum F-Ponton.

Noch bevor ich NESSAJAs alten Platz erreiche, sehe ich schon, dass auf RUKIPE Gefahr in Verzug ist.
Der stramme Wind hat es geschafft das Großsegel auszupacken – dies kann zu schweren und teuren Folgeschäden führen.
Diesmal handle ich ohne Rücksprache mit Emanuel, ich bereinige die Situation und informiere ihn hinterher.

Das Großsegel ist offen und schlägt im Wind
Ich entere RUKIPE und bringe die Situation in Ordnung

Nach dieser Aktion war es fast zu spät für mein eigentliches Vorhaben. Zudem hatte der Wind aufgefrischt und ich keine Lust, bei Starkwind im Hafenbecken herumzurudern.

Auch für diese Aktion wird sich ein besserer Zeitpunkt finden.
Als ich beim Zurückgehen an NESSAJA vorbeikam zeigte sich, dass diese Entscheidung goldrichtig war.
Der Starkwind hatte schon wieder soviel Fahrt aufgenommen, dass das Wasser schon wieder über die Mauer spritzte.

Jeden Tag! Es endet nicht…

Dieser Wind verhagelt meine Pläne – mein Vorstag liegt schon tage-, ja wochenlang auf dem Ponton und wartet auf den Einbau.

Aber sobald mal EIN windstiller Tag ist, machen alle Freunde die Jobs, welche sie selbst an windstillen Tagen machen müssen.
Es bleibt bisher kein Fenster, an dem wir uns für ein paar Stunden auf NESSAJA treffen können um am stehenden Gut weiter zu arbeiten.

Ich bin ein wenig frustriert und mir reicht´s für heute. Es ist Spätnachmittag, naja, vielleicht früher Abend – ich gehe sehr zeitig ins „La Nostra“ auf eine Pizza und mache es mir dann auf ELOWYN gemütlich um den Abend ausklingen zu lassen.

Ein bisschen Mediathek, dann schlafen – für Sibylle ist Halbzeit

Am nächsten Morgen war exakt so ein Tag wie ich ihn gerade noch beschrieben habe.
Sonnenschein, nahezu windstill, angenehm warm – Temperaturen an der 20°C Marke.

Nein, mit meinem Rigg kann es nicht weitergehen – Ben hat Druck wegen der Undichtigkeit beim Kranen, Alex muss heute ein Schleif- und Anstrichprojekt zu Ende bringen und so bleibt für mich ebenfalls nur die Option den frühsommerlichen Tag für andere Schönwetterprojekte zu nutzen.

Dazu gehört dringend eine Maschine Wäsche zu waschen! Das geht nun nicht mehr auf NESSAJA. Ich beiße also in den sauren Apfel und hole zwei Token für Waschmaschine und Trockner, zum Preis zweier Golddublonen.

Dann okkupiere ich den Waschsalon…

Den Gürtel noch in der Hand, führe ich meine einzige lange Hose der Wäsche zu

Ich musste unweigerlich an eine alte Levis Werbung denken – ok, der Typ aus dem Werbespot glänzte mit Six-Pack statt Barrel-Belly, aber sonst konnte man Parallelen erkennen.

Ich reiße mir also im Waschsalon die Buxe vom Leib und führe sie dem Kurzprogramm zu.
Ab jetzt heißt es warten – lange 59 Minuten. Ich husche im Schlüpfer über das Feld und verhole mich auf ELOWYN, welche gleich gegenüber steht.
Dort kann ich mir die Wartezeit sinnvoll vertreiben…

Computerwork während die Wäsche wäscht

Nach der knappen Stunde muss ich noch einmal im Höschen den Hauptpfad unserer Marina queren, dann ist es geschafft.

Die ganze Ladung kommt in den Trockner, nur meine Hose direkt wieder an den Leib.
Die Couturiere meiner Kleidermanufaktur, ihr müsst wissen ich trage ausschließlich Zwirn von „e&s couture“, haben sich bei der Hose für ein feines Material entschieden, welches fast trocken aus der Waschmaschine kommt.

Die Körperwärme erledigt innert weiterer 5 Minuten den Rest – ich war also wieder behost und kann entspannt in den Tag starten.

Nach einer weiteren Stunde hole ich den Rest – nur noch zwei Minuten warten

Naja, der weitere Verlauf des Tages lag auf der Hand – wollte ich nicht gestern noch mein Schlauchboot holen?

Es war klar, heute wird der Schnulli zum Mutterschiff überführt!
Ich kläre mit Alex, dass ich für fünf Minuten seine Hilfe brauche, dann verhole ich mich an den F-Ponton und sammle mein Hab und Gut ein.

Die lange Spring hängt noch am Wellenbrecher, ich muss die lange, nasse Leine bergen.
Die zwei Rundfender hängen noch am Steg, auch die gilt es in den Tender zu packen.
Zu guter Letzt noch die Ketten, dann kann meine Fahrt beginnen…

Ich rudere entlang dem F-Ponton von F18 zu F1
Heute war das Wetter perfekt dafür

An F1 holen Alex und ich das Dinghy aus dem Wasser. Ich brauche dann etwa eine Stunde um den ganzen Inhalt, alles Dinge welche ich jetzt nicht auf NESSAJA stauen will, in eine Holzkiste zu verstauen, welche Ben am Platz zurückgelassen hat.

Als der Schnulli leer war, kam Alex ein weiteres Mal zu Hilfe, um das, dem Werbeversprechen nach „ultraleichte“ Schlauchboot, zum finalen Lageplatz zu tragen.

Der Schnulli liegt auf zwei Paletten, alles ist klariert – ich bin zufrieden

Weil ich gerade bei NESSAJA war und auch das Aufentern heute mühe- und gefahrlos möglich war, sehe ich gleich nach dem Rechten.

Alles scheint ok, der Kühlschrank saust und somit kann ich einen gedanklichen Haken setzen.
Kühlschrank??? Warum das?

Nun, zum einen lagert Sibylles Medizin im Getränkekühlschrank, also muss dieser stets unter 8° gehalten werden.
Zum anderen haben wir im Lebensmittelkühlschrank eine Art „Bio-Hausfrauentamagotchi“, welches stets gefüttert werden will weil es sonst stirbt.

Diese Aufgabe wurde während Sibylles Abwesenheit verantwortungsvoll auf mich übertragen – ich füttere also auch noch Sibylles… SAUERTEIG! 😉

Wasser und Roggenmehl für den Sauerteig – ne Coke für mich

So, für heute reicht es! Wieder ein paar Kleinigkeiten geschafft, wieder ein Tag sinnvoll ausgefüllt.

Ich kann nicht klagen, mein Fortschritt all die kleinen Arbeitsschritte betreffend, ist vorzüglich. Ich bin voll im Plan.
ELOWYN werde ich fortsetzen wenn Sibylle wieder da ist, nur NESSAJAs Rigg ist derzeit zeitkritisch.
Ich hoffe wirklich auf eine moderate zweite Hälfte des Februar (was sich leider nicht erfüllen sollte).

Heute steht nur noch Duschen und ein „verrücktes Date“ mit Susanne auf dem Programm.
Wir haben uns für das „To Steki“ in Alinda entschieden, Susanne muss vorher aber noch zum Sanitärfachhandel von „Louloudias“.

Das trifft sich gut, ich gehe einfach mit und während die Freundin mit den Handwerkern über ihre Installationen diskutiert, hole ich mir ein paar Anregungen bezüglich meiner Hausanierung.

Schöner Laden, die haben echt feine Sachen

Susanne und ich essen vorzüglich bei unserem Freund Dimitris in Alinda.
Immer wenn wir zusammen essen gehen, ist Susanne die Fahrerin und chauffiert mich mit ihrem alten, klapprigen Panda über die Insel – wie schon 2011…

Viel zu erzählen, neue Themen, unbeschwert – der Abend verfliegt. Nachdem Susanne mich zurück in die Marina gebracht hatte, kann ich nicht gleich schlafen.
Ich erinnere mich an Sibylles TÜV Problem und surfe ein wenig im Internet um zu sehen, ob der „Grand Seigneur“ der zeitwertgerechten Reparatur helfen kann – und er kann!

Das teuerste Teil erscheint nicht mehr so kostspielig – geht doch

Ich werfe das Bild ins Rennen – bei Sibylle und bei meinem Sohn.
Wie es bei Stefan ausgeht weiß ich! Er wird markentreu bleiben und den Honda über den Jordan schicken wollen – er hat einfach keinen Bock, sich um den rostigen Japaner zu kümmern.

Sibylle muss sich positionieren! Ihre Meinung wird das Zünglein an der Waage sein – solange sie immer wieder wiederholt, wie wenig sie ein eigenes Auto in Deutschland braucht, umso weniger wichtig wird die aufwändige Reparatur…

Die Entscheidung wird auf den Sommer vertagt, wir entscheiden, wenn ich meinen Deutschlandbesuch antrete.

Ich gehe ins Bett, der kommende Tag wird ohnehin Scheiße…

Ich stecke den NMEA 2000 Tankgeber ab und lege ihn erstmal an die frische Luft

Was gibt es Schöneres, als gleich nach dem Morgenkaffee die Reparatur des Kakatanks in Angriff zu nehmen?

Offen gesagt, es ist weniger schlimm als es aussieht. Der Tank ist gespült und alles was jetzt noch so rumbaumelt und festklebt ist eher neutral – trotzdem haftet den Händen nach dem Hantieren mit den Schwarzwasserbauteilen immer so ein bestimmtes Odeur an.

Die nächsten zwei Tage werde ich beim Dinner meine Hände immer in der Känguru-Tasche meines Hoodie verbergen müssen.

Kein Witz – der SAE 5 Flansch war so stark durch Oxidation gequollen, dass die Kollateralschäden erheblich waren

Der Anschraubflansch für den Tankgeber entsprach der Norm SAE 5. Er war in den Tank eingegossen.

Leider hat der Tankhersteller die Edelstahl-Aluminium Thematik nicht ausreichend bedacht und wohl auch die Einwirkung des Spülmediums Salzwasser auf den Vorgang der galvanischen Kontaktkorrosion unterschätzt.

Jedenfalls hat es so viel Oxidmaterial aufgebaut – nach knapp vier Jahren – dass der Ring einfach „angeschwollen“ ist.
Dies hat gereicht, um das Edelstahlrohr des Tankgebers stark zu verformen.
Ich musste den festoxidierten Ring mit der Flex aufschneiden!

Alles gereinigt – aber das Schutzrohr ist oben erheblich verformt
Ich finde ein passendes rundes Stahlrohr um das Bauteil des Tankgebers auszurichten
Das hat überraschend gut geklappt
Das Schutzrohr konnte in ausreichend guter Form und Qualität wieder hergestellt werden…
…so konnte ich den fast 250.-€ teuren Tankgeber retten

Den Tankgeber konnte ich nach der Demontage des minderwertigen und ungeeigneten Anschraubflansches also retten.

Aber wie geht es weiter, was ist mit dem Tank? Kann Jörg mir wirklich helfen, oder muss ich bei Osculati einen neuen Tank bestellen und in Kauf nehmen, dass ich das gleiche Problem abermals miterwerbe?
In jedem Fall würde mich eine Tank-Ersatzlösung, ich habe auch eine V4A Neuanfertigung im Sinn, eine Menge Zeit kosten – vom Geld ganz zu schweigen!

Doch bevor wir die Situation analysieren können, mache ich eine Mittagspause.
Thomas und Paola haben einen Sonntagslunch ausgerufen und ein paar Bekannte eingeladen teilzuhaben.

Mich hat gefreut, dass die Beiden an mich denken, so habe ich zugesagt. Manchmal ist „socializing“ wichtiger als Projekte!

Wir treffen uns im „To Steki“ – ja, dort, wo ich gestern schon war 😉 …

Wir waren eine nette, gemischte Runde und hatten viel zu erzählen – wir hatten uns länger nicht getroffen

Wir sind gemütlich beisammen gesessen, haben zwei Stunden lang gegessen und uns nett unterhalten und dann die Runde aufgelöst – jeder wollte mit dem Nachmittag noch etwas anfangen.

Doch wie nach Hause kommen? Die Straße von Alinda ist direkt am Meer und heute war abermals Sturm – diesmal aber aus Südost!
Das bedeutet, dass die Wellen direkt in die Alinda Bucht laufen und über die Straße spritzen und brechen.
Dabei nehmen sie Steine und Kies mit, was zu kleinen Aufschüttungen auf der Straße führt.

Thomas und Asisa entscheiden sich für einen Umweg über Kamara.
Ich schmunzle, murmel sowas wie „…it´s a quattro!“ und nehme den direkten Weg was sich dann für eine Minute wie eine Rallye-Etappe anfühlte.

Zurück in der Marina konnte ich mich – den Geschmack von Scampirisotto noch auf der Zunge – wieder meinem Fäkaltank widmen.

Hier nochmal der verfitzmaledeite Ring – das Problem ist deutlich zu erkennen
Man erkennt das Einbauloch und die Schäden, die direkt von dort ausgehen
Aus meiner Sicht eine klare Sache

Und kann Jörg den Tank reparieren? Ja, kann er! Und so wie er halt ist, macht er kein Aufhebens darum.
Er nutzt die Zeit, in der ich beim Essen war und schweißt kurzerhand eine Reparaturplatte auf die Schadstelle.

Als ich zurück kam, war die Reparatur ausgeführt und der Tank lag zur weiteren Bearbeitung bereit.
Diese wird aber ein paar Tage warten müssen.

Die Schadstelle ist zu – ich kann die Anbauteile in der neuen Deckplatte montieren

Warum warten? Was ist jetzt schon wieder? Nun, jetzt bin ich wieder an der Reihe.
Die Bauteile des Saildrive sind soweit gereinigt und vorbereitet, dass es an die Reparatur und den anschließenden Einbau gehen kann.

Hier stehe ich im Wort und ich möchte das erledigt wissen.
Jörgs Bruder Sven hat Leros inzwischen verlassen, Tom und Jörg kümmern sich um das Unterwasserschiff von INSPIRATION, der Saildrive ist somit zu meinem Projekt geworden.

Jetzt erstmal ein leckeres Essen im „SouVLakki“, morgen geht es in alter Frische weiter!

Heute mal Salat und Pommes – ich hatte ja ausnahmsweise mittags schon was

Hm, ganz so geschmeidig wie ich mir den Start in den neuen Arbeitstag erwartet habe, klappt es natürlich wieder einmal nicht.

Zwei „Sidekicks“ kippen meinen Vormittag und damit fast schon meinen gesamten Arbeitsplan für den Tag – den hatte ich mir nämlich sehr knapp strukturiert.

Zum einen meldet sich mein Freund Alistair aus Wales. Er besitzt eines der seltenen Schwesterschiffe von NESSAJA, die Dufour 43CC MONEY PENNY.
Diese steht auch zum Verkauf und es hätte sich ein deutscher Interessent gemeldet. Es wäre doch eine gute Idee, wenn ich mir den Schlüssel holen und das Boot zeigen würde, ich kenne mich schließlich aus.
Hm, da hat er wohl Recht und nachdem der Besuch erst in drei Tagen geplant ist, sage ich zu.

Ich gehe zu MONEY PENNY und mache mir ein Bild von der Situation. Ok, die Plane muss weg, die hat die Winterstürme nicht überstanden – aber sonst sieht alles gut aus.

Ok, ich brauche den Schlüssel und eine Leiter

Ziemlich zeitgleich meldet sich Joachim bei mir, ihr erinnert euch vielleicht, er ist der Skipper der ANDROMEDA und ist mit zwei Freunden erst vor wenigen Tagen in der Leros Marina Evros angekommen.

Er schreibt mir, dass „…der Tracker auf ANDROMEDA eine Erschütterung gemeldet hätte und ich bitte nach dem Boot sehen soll!“

Ich schreibe Joachim ehrlich zurück, dass ich das so nicht erfüllen kann und will. Ich kann nicht nach jedem Trackersignal oder kritischen Wetterbericht losgesandt werden um Kontrollbesuche zu machen – ich kann nicht alleine gegen die Anzahl von Skipperfreunden antreten, es würde ein full-time Job werden.
Es gilt die Regel – ich gehe täglich durch die Marina und sehe im Laufe einer knappen Woche sicher alle Schiffe von befreundeten Eignern einmal.
Wenn was unklar scheint melde ich mich…

Naja, trotzdem kann ich in diesem Fall nicht „Nein“ sagen, Joachim ist neu in der Marina und das Sicherheitsgefühl muss erst reifen.

Alles klar auf ANDROMEDA – keine Ahnung was der Tracker da gemeldet hat

Bis die Fotos gemacht und alle Nachrichten ausgetauscht waren, war es Mittag geworden.

Jetzt aber ohne zeitlichen Verzug ab zu INSPIRATION und das Fremdprojekt Saildrive angepackt.
Ich richte mir einen passenden Arbeitsplatz, kann Jörgs Werkzeug nutzen und die Handvoll Spezialwerkzeug die nötig ist, hole ich mir aus meiner NESSAJA, welche kaum 20m entfernt aufgepallt ist.

Die Arbeit geht gut von der Hand und ich kann im Verlauf des Nachmittags Vollzug melden.
Der Saildrive ist fertig zusammengebaut, die kritische Manschette mit allen Anbauteilen ausgetauscht.

Klappt gut – ich bin bald danach fertig

Natürlich diskutieren wir während der Arbeit immer etwas miteinander, meist sind es eben technische Themen.

Heute haben wir ein wenig über die kleine, äußere Manschette gesprochen.
Klar, die innere ist technisch unantastbar, alle Arbeiten sind exakt nach Herstellervorschrift auszuführen.
Aber dieser unsägliche Gummilappen außen, der ist schon diskussionswürdig, denn die technische Ausführung ist zumindest fraglich.

Ich erzähle, dass manche Boote diese Manschette gar nicht haben und stattdessen das äußere Loch bis auf einen schmalen Spalt komplett zulaminiert ist.
Im Reparaturfall hat das Nachteile, aber im Alltag ist es die bessere und schönere Lösung!
Ich zeige Jörg eine XC45 welche gleich gegenüber steht und bei der das umgesetzt ist.

Der Handwerker ist angefixt – und macht sich sofort an die Arbeit!

Nach der Vorlage der Gummidichtung

Sehr geil – er baut kurzerhand eine Negativform und nimmt die Maße der Gummilippe ab.
Natürlich muss die GfK Platte später innen zurechtgeschnitten werden und auch in zwei Hälften geteilt werden, aber das Endergebnis ist perfekt!

Sollte ich jemals wieder ein Saildrive Boot haben – das wäre auch meine nächste Lösung!
Überhaupt – unser aller gemeinsames Werken ist gleichzeitig auch Erfahrungsaustausch und ein stetiger Lernprozess.
Ben zum Beispiel hat die TruDesign Rumpfdurchbrüche mit SIKA eingeklebt, den Übergang zum Rumpf aber mit Epoxidharz ausgeführt – ist noch sicherer und sieht toll aus.

Diese Lösung setzt Jörg sofort um und auch ich werde diesen Schritt das nächste Mal so lösen!

Mein Telefon sendet ein BIMM – ich bin abkömmlich und fahre rasch auf einen Kaffee nach Lakki. Susanne ist sauer und will sich auskotzen!

Ein Auto und eine flotte Kiste – German Engineering meets Italian Vabbé 😉

Der Zeitpunkt war passend – wir hatten an der Baustelle gerade beschlossen, dass wir den Saildrive erst morgen in das Schiff heben würden, so wäre dann ein ganzer Tag für die Montage übrig.

Ich sitze mit Susanne in der Sonne und sie erzählt, wie sie sich auf der Bank hat ärgern müssen.
Ich muss zuerst, noch in lustiger Stimmung, an Asterix´ „Haus das Verrückte macht“ denken, im Verlauf der Geschichte aber kippt meine Stimmung und mir fallen Verschwörungstheorien von zweien meiner Freunde ein – in Teilen sind wir nicht weit entfernt!

Griechenland nutzt heute schon ein digital, vernetztes System – alle Daten laufen über die Steuernummer zusammen, Informationen werden eingefordert und verknüpft.
Liefert man nicht fristgerecht, werden Institutionen wie Banken oder Stromanbieter als Druckmittel benutzt.
Susanne hat Geld am Konto, kann aber nicht ran, weil zwei Dokumente fehlen.

Leider ist die Dokumentenbeschaffung NICHT so einfach in Griechenland!
Da sind wir wieder bei Asterix. Ich höre aufmerksam zu, denn ich habe bereits heute das gleiche Problem vor der Brust.
Meine Herangehensweise ist die, dass ich versuche so wenig wie möglich von den Druckmitteln abhängig zu sein…

Diese Thematik könnte bei mir einmal zum Bruch mit Griechenland führen – DAS nervt mich gewaltig!!!

Ich nehme das Thema mit zum Abendessen und grüble vor mich hin – ich war und bin glücklich auf meinem Boot, hoffentlich bin ich am richtigen Weg.
Sibylle schickt ein Foto – sie war bei Freundin Kate zu Besuch – ich war „left outside alone!“

Inzwischen sind es viele Wochen im Jahr, während derer Sibylle in einer anderen Welt lebt

Am nächsten Morgen verschiebt Jörg den Einbau des Saildrive – das Wetter sei perfekt, sie müssen dieses Fenster nutzen um den Anstrich voranzutreiben.

„Lass´ uns den Saildrive morgen machen, da soll das Wetter schon wieder schlechter werden.“
Für mich ok, ich ändere meinen Plan ad hoc.

Ich war wirklich lange nicht mehr beim Haus, ich sollte nach dem Rechten sehen.
Also mache ich mich auf nach Plaka…

Von der Marina aus fahre ich knappe 10 Minuten
Von außen ist alles völlig ok

Auf den ersten Blick ist alles völlig ok. Ich fange meine Runde immer in der Garage an, oft habe ich etwas zu deponieren oder auch abzuholen.

Diesmal gibt es ein erstes Problem, die Garage öffnet sich nicht.
Ich habe eine Notentriegelung und kann sie von Hand öffnen, aber es muss ja einen Grund für den Ausfall geben.

Daher gehe ich heute als erstes in das Haus, sehe generell nach ob alles ok ist und suche dann nach der Ausfallursache bezüglich der elektrischen Toröffnung.
Lange muss ich nicht suchen, die Sicherung war gefallen – hoffentlich lässt sie sich wieder einschalten.

Main 2 war gefallen – ich zaudere, es wird schon einen Grund haben warum Kreuze und Ikonen im Sicherungskasten kleben…
…egal, die Schutzheiligen tun ihren Job – ich kann den Strom wieder einschalten

Ihr seht schon am Sicherungskasten – die mehrfach angesprochene Vollsanierung ist nicht diskutabel.
Wir haben Pläne, sind eigentlich startklar und sobald wir Klarheit über die zur Verfügung stehenden Geldmittel haben – sprich, sobald meine Wohnung in Deutschland verkauft ist – werden wir den Startschuss zur Entkernung geben.

Im Haus ist somit alles ok, ich schließe die Türen und gehe abermals zur Garage, das Tor sollte nun wieder tun!

Na also, geht doch
Der Wind schüttelt die Zitronen vom Baum – die Ernte steht der von 2025 weit nach
Der Garten selber ist ok, ein zweiter Schnitt hat noch Zeit
Ich genieße für einen Moment die Stille und die Aussicht

Alles in Ordnung rund um unsere kleine Katikia. Ich kann unbesorgt zurück in die Marina fahren.

Dort gehe ich unverzüglich ins Büro und hole mir den Schlüssel von MONEY PENNY – ich will heute Ordnung auf dem Schwesterschiff von NESSAJA schaffen.
Tatsächlich hat sich der Besucher aus Deutschland angekündigt, er wird die nächsten Tage vorbeisehen.

Mit dem Schlüssel in der Hand, mache ich mich auf den Weg zu Alistairs Dufour 43CC
Die von unten gemachten Beobachtungen bestätigen sich, die Plane ist zerfetzt, die muss runter
Auch der vordere Teil hat dem Sturm nicht standgehalten
Ich schneide beide Teile ab und werfe sie kurzerhand über Bord
Danach schaut das Deck aufgeräumt aus, so kann man es einem Interessenten zeigen
Auch der Cockpitbereich ist ansehnlich

Ich werfe einen kurzen Kontrollblick nach unten, alles sieht gut aus.
Es sind keine Zeichen für irgendwelche Probleme erkennbar, Alistair weiß was er tut, das Schiff ist ordentlich eingewintert.

Dieses Vertrauen wird sich später als Fehler herausstellen – aber dazu später mehr.
Für den Moment war es jedenfalls vollbracht. Ich verlasse MONEY PENNY wieder und kümmere mich um den Müllhaufen, den ich verursacht habe.

Nasse, gerissene Leinen und Bändsel, ein alter Eimer mit verrostetem Griff und ein Berg an Planenfetzen wollen entsorgt werden.

Ein ziemlicher Haufen

Hilft nix – ich fahre Klicker vor und lade den Müll ein um ihn zum Container zu fahren.

Geschafft, jetzt ist alles klar, der Interessent kann kommen.

Für mich war noch etwas Tag übrig und ich hatte einen Flow. Also habe ich mich entschieden noch ein Kleinprojekt an ELOWYN wegzuarbeiten.
Ich werde die Dichtgummis der Duschtüre in der Masterkabine erneuern.
Dafür muss ich das 2,5m lange Paketmonster auspacken und die Profildichtungs-Meterware in passende Stücke sägen.

Das Zuschneiden der Dichtungs-Meterware ging ganz gut
Die Dichtungen passten wie Arsch auf Eimer und der Einbau war relativ schnell erledigt

Diese Arbeit war wieder ein Paradebeispiel für die Relation Rechercheaufwand zu Arbeitsumfang.

Hier war die Recherche nach der passenden Profildichtung für die Glastüre wesentlich aufwändiger als der Montageaufwand.
Von der Beschaffung und vom Transport ganz zu schweigen.

Aber das gehört dazu und ist ein Teil der Arbeit, welcher mir auch eine Menge Spaß macht.

Für heute war das Tagwerk geschafft, ein sehr positiver Tag liegt im Kielwasser. Das Dinner im „SouVLakki“ war mehr als verdient!

Lecker, ich mag das

So, heute packen wir aber an. Der Einbau des Saildrive wurde jetzt aus unterschiedlichen Gründen mehrfach verschoben, heute gibt es keine Ausrede mehr.

Offen gesagt, das Zaudern liegt daran, dass dieser Montageschritt uns allen ein wenig auf den Magen drückt.
Man muss den Motor hinten mit einer DIY-Spanngurt Konstruktion anheben und ihn dann von Hand auf seinem Fundament bewegen.
Das ist kein Kinderspiel, denn ein D2-55 wiegt locker seine 260kg!

Zudem muss der Saildrive, welcher auch rund 40kg wiegt, in engem Raum durch einen schmalen Durchgang an seinen Platz gesteckt werden.

Danach müssen Motor und Saildrive sehr exakt von Hand zusammengeführt werden.
Damit das alles reibungslos klappt, braucht es eine gute Vorbereitung und viele Hände…

Ich knie vor dem Motor und bin für das Bewegen der Maschine verantwortlich
Alex ist unter dem Schiff und hebt den Saildrive etwas mit – er kann ihn beim Zusammenführen leicht drehen und kippen

An den Zugangsklappen links und rechts sind Jörg und Tom positioniert. Jörg als „das Viech“ (bayrisch für „der Kräftige“ oder „der Reißer“) an der größeren Klappe um den Antrieb hineinzuheben.
Tom an der linken, kleineren Klappe um Jörg zu unterstützen und das Zusammenführen zu dirigieren.

Auf geht´s – rein mit dem Ding!

Wir stecken den Saildrive an seinen Platz und positionieren ihn – erste Schrauben werden eingedreht
Auch von unten erkennt man den Fortschritt

Es hat gut geklappt! Nach etwa einer halben Stunde hatten wir den Saildrive an seinem Platz und Motor und Getriebe zusammengeführt.

Wir halfen einander rund eine weitere Stunde, dann waren alle relevanten, die Antriebseinheit haltenden, Schrauben an ihrem Platz und handfest angezogen.

Ich beschließe in diesem Moment, dass ich die Arbeit für heute hier beende, ich werde das Komplettieren an einem weiteren Arbeitstag vornehmen.

Ich hatte eine Verabredung mit Susanne und wollte vorher noch warm duschen.
Es war offensichtlich, dass das Wetter wieder Kapriolen machen würde – also war es an der Zeit, den privaten Teil des Tages zu beginnen.
Heute hatten wir viel geschafft.

Susanne und ich hatten uns auf einen Apero im „Retro“ verabredet, bevor wir weiter ins „Tis Kakomoiras“ gehen wollten.
Auf dem Weg nach Agia Marina sind wir über Lakki gefahren und bekamen hautnah mit, dass die Schlechtwetterfront bereits angekommen war.

Es regnet in Strömen, der Wind bläst aus SW und die Wellen überschwemmen den Kreisverkehr in Lakki
In Agia Marina war es ruhig, das „Retro“ war gemütlich

Wir gönnen uns einen Ouzo als Aperitif und ziehen dann ein Haus weiter zu Xristos Meze Taverne.

Wir haben einen sehr netten Abend, der recht spät ausklingt – wir sind die letzten Gäste als wir beim Kellner bezahlen.
Der hatte bereits seine Privatkleidung an und war froh, als er hinter uns zusperren durfte 😉 !

Der nächste Morgen zeigt sich von einer ganz anderen Seite! Mein Wecker klingelt früh und ich merke schon beim Wachwerden, es ist heute kälter!
Der Schein trügt nicht – denn als ich nach dem ersten Kaffee ins Auto steige sehe ich, dass wir nur 6,5°C haben – Brrrr!

Kalt – der Wind hat auf N gedreht, die Temperaturen fallen und das Wetter klart auf

Ich muss auf NESSAJA, um die Schlüssel für EDINA zu holen. Als ich mit dem Schlüsselbund in der Hand auf meinem Schiff stehe und auf die Buchtausfahrt von Lakki schaue, halte ich einen Moment inne.

Dort, wo gestern dunkle Wolken waren und Schaumkronen die See haben bedrohlich erscheinen lassen, findet man heute eine ruhige, azurblaue See und einen stahlblauen Himmel.

Der Nordwind lässt das Wetter stabil und schön werden – wenn auch zu Lasten der Temperaturen.

So friedlich und einladend

Was war geschehen? Warum musste ich der „frühe Vogel“ sein und vor Allem – wer oder was ist „der Wurm“?

EDINA – es geht um EDINA! An der schönen CNB 60 sollen ein ppar Arbeiten erledigt und der Unterwasseranstrich erneuert werden.
Dafür muss das Schiff aus dem Wasser und der anberaumte Krantermin war heute.
Die Ansage lautete – „…first boat in crane! Be ready at 08.15!“

Ok, ich klariere das Schiff und mache es klar zum Ablegen…

Ich sperre auf, packe die Lenkräder aus und stecke den Zündschlüssel ans Schloss
Ich nehme die zusätzlichen Festmacher gleich ab, den gebrochenen entsorge ich sofort und ohne Rücksprache

Natürlich hat es nicht geklappt mit dem frühen Termin. Ist mir eigentlich auch egal, aber ich hätte mir keinen Wecker stellen müssen.

Ganz verstehe ich diesen Teil der Missorganisation nicht, aber ich glaube, es hatte etwas mit der Verspätung eines Fischerbootes zu tun, dieses sollte nun doch vor EDINA gekrant werden, es würde vor der CNB platziert werden.

Ich vertreibe mir die Wartezeit mit einer Programminstallation. Brigitte hat sich auch einen Teil des Griechisch-Lernprogramms „Assimil“ gekauft.
Zusammen haben wir jetzt alle Teile und helfen uns aus. Ich bin gespannt ob das funktioniert.

Diesmal Deutsch – Griechisch, ich bin gespannt ob ich wieder reinkomme

Ich bedanke mich artig und wir schreiben etwas hin und her. Dabei erzählt Brigitte, dass das neue Vorstag von BARCASO wohl geliefert sei und bald montiert werden soll.

Ich verspreche sofort nach dem Schiff der Freunde zu sehen, ich will den beiden eine Freude machen.
Soviel Zeit war noch, ich mache umgehend ein Bild, weil ich den Moment des Einbaus genau erwische…

Das neue Vorstag an BARCASO wird installiert, der Kran ist noch da

Dann muss ich zurück zu EDINA, es geht nun doch weiter. Der Eigner hatte mich gestern Abend aufgefordert und bevollmächtigt die große Französin aus der Box in die Krangasse zu fahren.

Ich habe für dieses Mal abgelehnt, das ist mir zu kritisch und zu kurzfristig.
Ich kann mir diesen Service vorstellen, dann aber nach einer Einweisung durch den Eigner und verbunden mit einer schriftlichen Vollmacht gegenüber der Marina.
Das hat versicherungsrechtliche Gründe, außerdem brauche ich Zeit meine Linehandler zu rekrutieren.

So ergibt es sich, dass heute der „Marinaskipper“ Manolis am Ruder steht…

EDINA verlässt ihre Lücke…
…und wird gleich nach nebenan in die Krangasse bugsiert
Sie wird mittig fixiert
Der Kranführer will einen Taucher um die Gurte zu platzieren
Dann hebt er das Schiff leicht an
Ein letzter Kontrollblick, dann legt der Taucher eine Sicherungsleine an
EDINA wird angehoben und an Land gefahren – die großen Schiffe kommen nicht auf den Transportwagen…
…sondern werden nahe der Krangasse direkt aus den Kranschlaufen heraus aufgepallt

Geschafft! Das Auskranen von EDINA zu begleiten ist fast ein Tagwerk. So wie es im Moment mit der blauen Madame läuft glaube ich, dass sich hier eine zweite dauerhafte Schiffsbetreuung anbahnen könnte.

Nicht in dem Umfang wie auf ELOWYN, diese Fürsorge basiert auf einer langjährigen Freundschaft, aber schon auch eine Betreuung plus.
Mal sehen, ob der Eigner offen für Gespräche ist – in jedem Fall merke ich, dass die an mich übertragenen Aufgaben mehr und mehr werden.

Ich gehe zurück zu NESSAJA um die Schlüssel aufzuräumen und komme dabei noch einmal an BARCASO vorbei.
Hier sind die Arbeiten abgeschlossen, was unsere Freunde in Österreich freut!
Ich selber halte auf meinem Schiff noch einmal inne um den Tag Revue passieren zu lassen – ich bin zufrieden!

BARCASO ist fertig, das Thema Vorstag ist hier erledigt – bei mir ist es noch offen
Ich genieße den Augenblick und sende Sibylle dieses Bild als Antwort auf eine Nachricht von ihr

Sibylle sendet just in dem Moment eine Nachricht und lässt mich wissen, dass ich in Deutschland wohl abkotzen würde.

Es schneit andauernd und es wären riesige Schneemassen dazu gekommen.
Es war wirklich ein Zufall, dass ich das oben stehende Bild gerade aufgenommen hatte und ich habe es ihr als Antwort gesandt – wortlos.

Jeder ist seines Glückes Schmied – I´m left outside alone 😉

Der Abend klingt unspektakulär aus, denn ich weiß, dass am nächsten Morgen abermals der Wecker klingeln wird.
DONNA hat den zweiten Krantermin und die Stimmung ist angespannt – es war mir wichtig, mit den Freunden vor Ort zu sein.
Treffpunkt – 08.00 Uhr vor DONNA auf einen gemeinsamen Kaffee

Ben kocht Kaffee für alle, wir warten auf den Kran
Es geht recht pünktlich los, alle sind wirklich etwas angespannt
DONNA war nicht weit vom Kranbecken entfernt aufgestellt – Giannis nimmt die alte Jeanneau daher direkt in die Schlaufen
DONNA wird abgesenkt und die Crew betritt das Schiff – der Moment der Wahrheit

Ben nimmt sich Zeit um alle Durchbrüche im Rumpf noch einmal zu inspizieren.
Besonderes Augenmerk ist der zuletzt undichten Verbindung am Kielkasten gewidmet, aber auch hier scheint alles ok.
Nach langen 10 Minuten kommt der Daumen hoch – „…alles ok, ola kala!“
Das Schiff kann abgesenkt werden und die Gurte können entfernt werden.

Was zunächst nicht als Notwendigkeit geplant war, wurde heute doch vollzogen. Die Platz-Rochade von DONNA und NESSAJA.

Ich wollte Bens Platz aus den bereits genannten Gründen unbedingt haben, für Ben und Caetlin war es zweitrangig wo sie stehen werden.
Gewisse Kriterien hatten sie hinsichtlich ihrer noch offenen Arbeiten aber schon und so bot sich am heutigen Tag mein alter Platz als das Optimum an.

Ich laufe dorthin, um auf DONNA zu warten und bei der Leinenannahme zu helfen.

Der Himmel war noch dunkelgrau an diesem Morgen – was man von unserer Stimmung nicht behaupten kann
DONNA kommt ums Eck und macht sich fertig zum Anlegen
Die alte Jeanneau SO44 schwimmt wieder – ein Befreiungsschlag
Alle klar zum Anlegen – klar ist
Geschafft – was für ein Glücksmoment nach so langen Reparaturmonaten an Land

Die Leinen gingen über und ziemlich unspektakulär und rasch, hatten wir das Schiff befestigt.

In diesem Fall hatte ich alle Leinenarbeit am Heck übernommen, während Marinero Stelios beim Durchsetzen der Muring am Bug half.
Dafür hatte er sein Schlauchboot am Ponton befestigt und war auf DONNA gesprungen.
Aber so früh am Morgen, kann auch einem mit allen Wassern gewaschenen Fischer ein Fehler unterlaufen…

Des Marineros Dinghy treibt herrenlos und mit laufendem Motor zwischen den Pontons

Egal, wir fragen nicht – die Situation hatte durchaus eine gewisse Komik, war aber zu keinem Zeitpunkt tragisch oder gefährlich.

Der Grieche blieb entspannt, der Wind half etwas mit, so blieb es ihm zwar nicht erspart, dass er einmal von F nach G laufen musste – was durchaus ein paar Meter Umweg sind – dort konnte er aber sein Dinghy entern und davonbrausen.

Vermutlich wird er sich noch einen zweiten Kaffee gönnen…

Apropos Kaffee – auch wir hatten eine zweite Tasse nötig! Hier sprangen Caetlin und Ben in die Bresche.
Sie besorgten süße Teilchen und luden eine halbe Stunde später zu Kaffee und Teilchen als Dankeschön für die morgendliche Hilfe.

Kaffee kommt gleich…

Der erste Snack auf der schwimmenden DONNA, es fühlt sich gut an!

Danach trennen sich unsere Wege für heute, jeder widmet sich wieder seinen Projekten.

Für mich passt das gut, denn heute Mittag hat sich der Interessent für MONEY PENNY angemeldet.
Ich bin gut vorbereitet – das Schiff ist klariert (dachte ich), eine Leiter steht bereit und der Schlüssel ist in meiner Hosentasche.

Wolfgang ist pünktlich und gut vorbereitet. Er erzählt mir von mehreren Terminen und von Schiffen, die toll waren aber strukturelle Schäden hatten.
Wir gingen zur Besichtigung über, ich zeigte und erklärte die Dufour 453CC. Nein, MONEY PENNY hatte keine strukturellen Schäden, ein paar kleine Nickeligkeiten vielleicht, aber nichts Weltbewegendes…

Wir kommen zum Höhepunkt – ich zeige die beeindruckende Master-Cabin und das en-suite Bad der Eigner.
Selbstbewusst trete ich ein und… PLATSCH – stehe mit einer Socke knöcheltief im Wasser!!!

Ich Depp sappe blindlings in die Brühe – was war hier passiert???
Das Waschbecken ist randvoll

Es gibt nur eine Erklärung – die Fenster waren nicht so fest zugedreht wie ich es auf NESSAJA machen muss, wenn heftiger Regen in Verzug ist.

Ich vermute, dass Judith und Alistair sich auf ihre Abdeckplane verlassen haben, welche jedoch den vielen Winterstürmen kein Paroli bieten konnte.
Die schweren, teils sintflutartigen Regenfälle haben dann den Rest erledigt!
Es stank nicht, es war keine Sauerei, nur schmutziges Wasser…

Dennoch, bei einer Bootsbesichtigung ist das Nicht das, was man als Kaufargument wahrnimmt.

Wolfgang behielt die Fassung. Er brachte seine Besichtigung zu Ende und erklärte, dass er die Gedanken mit nach Hause nehmen wolle.
Er hätte „Berater“, ich bin mir fast sicher, dass es sich um die „Bootsprofis“ handelt und wolle sich mit denen besprechen.
Er würde sich wieder melden…

Als er gegangen war, habe ich mich an die Reinigung der Sauerei gemacht, das Wasser abgepumpt und so gut gewischt, wie es meine Möglichkeiten an Bord erlaubt haben.
Klar, die Fenster habe ich fest zugedreht!

Ich hole mir einen Eimer und einen Schwamm von ELOWYN, den Holzrost stelle ich ins Cockpit
Die „Shower Drain“ funktionierte und so konnte ich eine ordentliche Gesamtsituation herstellen

Ob wir jemals wieder von Wolfgang oder gar den „Bootsprofis“ hören werden?
Ich habe meine Zweifel, aber man weiß ja nie – in jedem Fall ist MONEY PENNY ein tolles Schiff für das Geld.
Ein neuer Eigner müsste sich lediglich der paar Kleinigkeiten annehmen.

Bis ich mich versehe ist es später Nachmittag und es wird spürbar kühler.
Ich gehe mit Tom und Jörg auf eine Pizza ins „La Nostra“, dann ist Abendprogramm angesagt – kurz, Saloncouch, gemütlich, Barnaby 😉 !

Am Folgemorgen überfällt mich Jörg – ich hätte doch mal angeboten, ein wenig Holz-Plattenware mit ihm zu besorgen.
Das wäre jetzt dringend und ob ich nicht mit ihm zum Holzhandel fahren könnte und dann die Platten gleich mit Klicker in die Marina karren könnte?

Klar, kann ich! Auf geht´s!

In Agia Marina angekommen, messen wir, vergleichen, rechnen – und kommen dann auf das Ergebnis, dass EINE große Platte doch besser ist, als zwei oder drei kleine.
Ok, wenn es weiter nix ist…

2,5m x 1,25m – das passt nicht mehr IN den Audi…
…wir besinnen uns auf „Greek Transport“ und lösen die Herausforderung pragmatisch

Jörg hatte seine Platte und konnte seinen Umbau der Bugkabine somit finalisieren.

Ich sah mich etwas um und beim Anblick von NESSAJA schoß mir das Adrenalin in den Körper.
Oh mein Gott! Es ist Samstag, ich habe meine Freitagsaufgabe vergessen! Sibylle wird mich einen Kopf kürzer machen, wenn ihr Sauerteig-Tamagotchi jetzt tot ist.

Ich eile auf mein Schiff und hole nach, was ich gestern verabsäumt hatte. Beim Füttern der hellbraunen Masse habe ich Zuspruch geleistet – „…nicht sterben bitte, es ist nur ein Tag! Bleib´ am Leben, kleiner Sauerteig!“

Ich hoffe es hilft!

Wird schon gutgehen

Weil der Tag ohnehin schon zerrissen ist, fahre ich zu Susanne um mir letzte Instruktionen für das Haus abzuholen.

Wir haben vereinbart, dass wir die Schlüsselübergabe im Haus erledigen und einen gemeinsamen Rundgang machen, bevor sie morgen abreisen würde.
Das passt jetzt ganz gut, ich mache mich daher auf den Weg nach Xirokampos.

Jedes Mal wenn ich am Haus der Freundin ankomme, lasse ich es einen Augenblick auf mich wirken.
Es ist ein traumhafter Platz! Trotzdem halte ich ein wenig an meiner jetzigen Konstellation fest – während Sibylle beschlossen hat, sofort nach ihrer Rückkehr ins Haus zu gehen.
Kein Tag länger in der Marina – ich erkenne die Zwickmühle in der wir stecken.

Ein Traumtag – an einem wundervollen Platz
Es ist einfach schön hier – da kann unsere Katikia nicht mithalten
Der Ausblick ist ein Traum

Susanne und ich erledigen die Hausführung und sehen uns die Baustelle noch einmal genau an. Dabei lasse ich mir erklären, dass ins Bad eine „Doppeldusche“ eingebaut wird – aha!
Der Erklärungsversuch der Freundin ist holprig und löst bei mir Kopfkino aus – die „Doppeldusche“ wird uns bis zu ihrer Abreise als eine Art „running Gag“ nicht mehr loslassen.
Ihr kennt das nicht – bemüht mal Google…

Wir beschließen bei dieser Gelegenheit, dass wir heute Abend noch einmal ins „To Steki“ zum Essen gehen.
Am Weg würden wir ihren Panda in der Werkstatt abgeben und ich würde heute fahren.

Dass ich sie morgen früh zum Flughafen bringe um sie zu verabschieden ist Ehrensache!

Ich fahre zurück in die Marina und klettere noch kurz auf EDINA. Ich muss mich um den Motor der elektrischen Rollanlage kümmern und brauche ein Foto der Einbausituation.
Das wollte ich noch erledigt wissen, bevor ich zum Abendprogramm übergehen kann.

Ich hole den Motor ab und nehme ihn an mich…

So sieht das aus – es gilt, ein Ersatzteil oder eine Reparaturoption zu finden

Es bleibt noch genug Zeit für meine e-Mails und eine kurze Pause, dann heißt es kultivieren und pünktlich an Mario Pantelidis´ Werkstatt zu sein.

Susanne wartet schon auf mich und wir fahren gemeinsam nach Alinda.
Im „To Steki“ bietet Wirt Dimitris abermals seine Spezialitäten an – ich liebe dieses Essen, hatte es aber während der letzten Wochen eher oft als selten.
Susanne ruft nach Fleisch! Das kenne ich in dieser Vehemenz eher nicht von Frauen, weder im Allgemeinen noch von Sibylle im Besonderen und so sage ich eher verduzt zu.

Dimitris erklärt uns, was er an Fleischgerichten anbieten kann – beim Wort „Grillplatte“ leuchten Susannes Augen und sie grätscht rein, „…ja, genau das! Ist das ok für Dich?“

Für mich? JA! Mich hat noch nie eine Frau gefragt ob ich eine klassische, griechische Grillplatte mit ihr teile!
Ein Hähnchenfilet, ok. Ein mageres Rindersteak, ja. Aber eine trockene, teils fettige, durchgegrillte Grillplatte???

Ich weiß nicht wo mir der Kopf steht und sage zu…

Schmeckt so wie es aussieht – ist aber ein Genuss zu einem Bier

Wir vertilgen den Fleischberg und versuchen zu verstehen, warum man beim Duschen zwei Brausen benötigt.
Vielleicht ist es ein Generationenthema, vielleicht fehlt uns die Fantasie, aber das Bild zu zweit nebeneinander unter zwei Duschköpfen zu stehen erschließt sich uns nicht.

Ich bringe Susanne zurück nach Xirokampos und verhole mich dann auf ELOWYN – ein schöner Tag!

Bevor irgendwelche Thesen aufgestellt werden – Sibylle und ich telefonieren fast jeden Tag.
Auch Susanne telefoniert in dieser Zeit fast täglich mit meiner Frau.
Sibylle erhält alle Updates und stimmt sich mit unserer Freundin bezüglich der Hausnutzung ab.
Susanne stellt sogar die steile These auf, dass Sibylle und ich ja die ersten Nutzer der geheimnisumwobenen Doppeldusche sein könnten und dann vielleicht eine Art „Erfahrungsbericht“ abgeben könnten.

Na ich weiß nicht, ich habe immer noch das Bild von einer Gemeinschaftsdusche im Sinn – zwei Duschköpfe sind mir einer zuviel 😉 …

Auch der nächste Morgen ruft das Thema „duschen“ sofort wieder in den Sinn. Es prasselt nämlich ganz gehörig auf ELOWYNs Kajütdach und einen Moment lang rühren sich bei mir Zweifel, ob Susannes Flieger bei so einem Wetter fliegen würde.

Es war aber auch trostlos!

Ein Blick über mein Patenschiff zeigt, dass heute ein Depri-Tag ist
Der komplette Bootsplatz ist schon wieder durchweicht…
…der Weg zum Lokus führt durch den Baz!

Ich schreibe eine WhatsApp an Susanne, die bereits auf gepackten Koffern sitzt.
Es gibt bisher keine Informationen von Olympic Airways über irgendeine Flugabsage, daher gehen wir von einer Abreise aus.

Ich trinke meinen Kaffee aus und mache mich dann auf den Weg nach Xirokampos um die Freundin abzuholen.

Tatsächlich klart es etwas auf und als wir am Flughafen ankommen, herrscht schon reges Treiben.
Auf Nachfrage bestätigt man uns die Durchführung des Fluges und so heißt es Abschied nehmen.
Ich drücke Susanne kurz, sie war eine Bereicherung während der letzten Tage.

Ich fahre zurück in die Marina und überlege, was man mit einem solchen trüben Tag anfangen kann.
Ich weiß! Ich suche den Fehler an EDINAs Motor für den elektrischen Furler…

Es geht recht rasch, bis ich meine den Fehler gefunden zu haben…
…ich baue die Schadteile gleich aus

Es dauert nicht so lange, dass ich einen potentiellen Fehler erkenne.
Die Schleifkohlen des Motors sind abgenutzt und, schlimmer noch, zwei von ihnen bleiben in ihrer Führung hängen.

So kann ein Motor nicht funktionieren.
Der Eigner und ich beschließen, dass wir ins Risiko gehen, neue Kohlen verbauen und dem Motor einen Service nebst Reinigung zukommen lassen.

Ein Funktionstest wird dann zeigen, ob unser Weg der richtige war.

Irgendwie passt das Wetter heute – ich habe heute Nachmittag einen Termin für eine WEG-Eigentürmerversammlung und man hat zugestimmt, diese per Video-Call abzuhalten.
Ich kann so partizipieren und freue mich darüber – das perfekte Vorhaben für einen grauen Regentag.

Ich habe mich auf der Plattform eingeloggt und mir einen Kaffee gekocht – von mir aus kann es losgehen

Ich bin volle zwei Stunden in dem Online Meeting gebunden, aber es war erfolgreich.
Ich darf hoffen, dass wir in verschiedenen Punkten eine Einigung erzielen, meine Wohnung dann verkauft wird und wir mit der Sanierung unserer Katikia beginnen können.

Ich glaube, dass 2026 ein sehr spannendes Jahr werden wird.

Bis zum Abend fängt sich das Wetter etwas und der Abendhimmel entschädigt mit einem herrlichen Sonnenuntergang vor spektakulärer Wolkenkulisse.

Jörg, Tom und ich treffen uns abschließend im „SouVLakki“, wir geben uns völlig unserer Fleischeslust hin!

Ich liebe solche Szenarien
Heute gibt es Broiler – lange nicht mehr gehabt

Auf meiner Liste der Tagesarbeiten für den Folgetag steht „nur noch schnell EDINA an den Landstrom anschließen“ – und ihr wisst, was das bedeutet! 😉

Offen gesagt, ganz so steht es nicht auf dem Plan, ich bin ja auch nicht völlig doof – aber „Strom EDINA“ kann in eine Aufgabe ausarten.
Vor allem dann, wenn sie abgeschrittene 60m von der Säule entfernt aufgepallt ist und mindestens fünf Meter hoch ist.

Keines der zur Verfügung stehenden Kabel ist auch nur annähernd ausreichend – also muss ich mich auf meinen Fundus besinnen…

Kein klassisches Landstromkabel – aber hilfreich

Die vor etlichen Jahren in der Not gekauften 64m billigstes PVC Kabel sind eigentlich völlig ungeeignet, haben im Ausnahmefall aber schon etliche Male geholfen – so auch heute…

Mit den zusätzlichen Metern gelingt es mir, der blauen Madame die überlebenswichtigen Elektronen und Neutronen zukommen zu lassen.

Die Verlegung der langen Strippe ist abenteuerlich und verlangt nach Absicherung – was tun???

Der halbe Weg – die Säule ist hinter dem Häuschen….
…hier die andere Hälfte – die baumelnde Schlinge muss abgesichert werden

Zur Absicherung wäre ein rot-weißes Flatterband recht – doch woher nehmen und nicht stehlen?

Ich weiß! War nicht vor ein paar Tagen am Marina Wellenbrecher eine Baustelle mit Flatterband?
Ich würde wetten, dass ich mich auf den hohen Entspanntheitsgrad der Griechen beim Thema Müllentsorgung verlassen kann und ich dort noch Reste finde.

Ich mache mich auf dem Weg zur aufgelassenen Baustelle und fotografiere bei der Gelegenheit DONNA auf NESSAJAs alten Platz – ein Zeichen!
Die Welt dreht sich weiter, die Dinge verändern sich – alles ist im Fluss.

Gestern noch unser Platz, heute fühlen sich Caetlin und Ben dort wohl

Das Flatterband? Ach ja, das habe ich tatsächlich dort gefunden, es lag einfach herum.
Ich habe mir die Reste eingesammelt und mir intakte 5m vorbereitet und mein Kabel damit abgesichert!

Das passt so – und wie geht es weiter???

Jetzt ist die Kabelschlaufe in 2,2m Höhe sicher – ich will nicht, dass ein Gabelstapler hängen bleibt
EDINA steht sicher, die Arbeiten können beginnen, die Batterien werden geladen

Ich war kaum fertig, da hatte sich die Frage nach dem „…und was kommt jetzt?“ schon erledigt.

Mein Telefon klingelt und ich lese am Display „Gottfried“!
Das überrascht mich nicht, waren wir doch für einen Phonecall verabredet, aber mir wird in diesem Moment bewusst, dass ich einen neuen Zeitplan brauche.

Telefonate mit Gottfried und Gabi sind sehr kurzweilig und daher auch sehr zeitintensiv.
Weil ich gerade am Feld war, habe ich mich in mein Auto gesetzt und lange und hingebungsvoll mit den Freunden aus München telefoniert.

Auch diesmal dauerte es lange – und beendet wurde das Gespräch durch mein Telefon!
Akku denkt ihr? Nein, schlimmer… 😉

Ich telefoniere mit G&G bis die Leitung glüht

Weil ich trotzdem zumindest einen Punkt von meiner realen To-Do Liste streichen will, befasse ich mich noch ein wenig mit meinem Schwarzwassertank.

Jörg hatte mir den ja bereits geschweißt, jetzt galt es, Befestigungsstellen für die Anschlussfittinge und den reparierten Tankgeber zu schaffen.

Dafür mussten wir ein paar Löcher bohren und für den Tankgeberflansch ein paar Gewindeeinsätze setzen.

Zu guter Letzt schneide ich neue Gummidichtungen, dann bin ich (fast) fertig!

Die Löcher und Gewindeinserts sind hier gut zu erkennen
Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden

Ich schreibe deshalb „fast“, weil ich noch ein Fitting für den Entlüftungsschlauch setzen muss.

Die finale Entscheidung, ob ich mir ein neues, Kleineres kaufe und dieses an den noch vorhandenen Blindanschluss anbinde, oder ob ich das bestehende an irgendeiner frei zu wählende Stelle mit einer Mutter und einer Gummidichtung anschraube, ist bis heute noch nicht gefallen.

Diese Entscheidung wird auch noch etwas warten müssen, denn bald schon wird mich meine Prio1 Aufgabe einholen!
Doch davon weiß ich bis jetzt noch nichts…

Die Sonne geht unter, wir gehen ins „Gia Sena“ zum Abendessen

Heute ist per meiner Definition ein Tag Pause. Ich folge dem griechischen Lebensweg und die Griechen feiern heute „Clean Monday“ (Καθαρά Δευτέρα).
Dieser Tag markiert den Beginn der Fastenzeit und liegt 40 Tage vor dem Osterfest.

An diesem Tag wird gefeiert, gegrillt und gevöllert – aber bereits auf Fleisch verzichtet.
In der Regel gibt es Fisch und Meeresfrüchte vom Grill, dazu Salate und Gemüse aller Art.

Ich muss mich aufteilen, denn die Freunde aus der Marina verabreden sich für den Abend zum Dinner bei „Stis Anna“, davor werde ich einer Einladung von Giorgos folgen um bei ihm mit seiner Familie und Freunden zu feiern.

Ich brauche ein Mitbringsel! Hmmmm??? Naja, diesmal muss ich nicht so lange überlegen – ich gehe zu NESSAJA und bereite ein Fläschchen Olivenöl für Katerina vor.

Mein Öl macht mir immer mehr Freude

Als ich so über mein Deck husche, höre ich ein Brummeln aus Richtung ANAHITA – nanu, was ist das?

Ein zweiter Blick offenbart, dass Alex irgenwas im Ankerkasten schleifen muss.
Ok, für ihn ist ein Arbeitstag, er feiert erst abends mit uns.

Ich halte sein Tun für die Nachwelt fest, dann ziehe ich weiter und verlasse NESSAJA für heute.

Alex hängt früh am Vormittag schon in der Ankerkiste

Ich nehme mir vor, dass ich dusche und mir dann einen straffen Tagesplan für morgen mache.

Das klappt soweit, ich stimme mich hierfür noch mit Jörg und Tom ab, denn bei ihnen wollte ich unbedingt noch helfen den Motor in Betrieb zu nehmen, einen kurzen Funktionstest für die Einwasserung übermorgen machen und als Fleißaufgabe noch das Mastkabel von einem neuen Windmesser zu verlegen – soweit also der Plan!

Doch ihr kennt ja die Krux mit den Plänen – kaum eine Stunde nachdem ich mich mit der INSPIRATION Crew verabredet hatte, meldet sich Ben bei mir…

„It seems, tomorrow might be the best day to continue with your rigging, what about your plans?“

DAS war das Prio1 Signal! Der Startschuss, auf den ich seit Wochen warte!
Ich sage zu und kläre mit Tom und Jörg, dass ich zunächst an meinem Rigg arbeiten muss, es bleibe dann ja noch etwas Zeit bis zum Krantermin von INSPIRATION, wir würden die Arbeiten schon hinbekommen.

Zufrieden steige ich in Klicker um nach Kamara zu Giorgos zu fahren.

Wenn die Sonne scheint, ist der mediterrane Winter farbenfroh
Καθαρά Δευτέρα ist auch der Tag, an dem die Kinder typischerweise selbstgebaute Drachen steigen lassen – hier Giorgos Vater mit dem Enkel

Großes „HALLO“ – die meisten Gäste kenne ich von früheren Feiern und sie kennen umgekehrt mich.

Sie sprechen Griechisch mit mir und ich verstehe kaum 10%, aber es zeigt mir, dass sie mich als einen der Ihren wahrnehmen – zumindest im Ansatz.
Es liegt nun an mir, dies auszubauen und ich arbeite hart daran. Auch heute versuche ich, soweit ich das eben kann, einigermaßen verständliche Antwortsätze zu stammeln.

Es gibt frischen, sun-dryed Octopus…
…der chargenweise gegrillt wird – über Feuer, so muss das

Just in diesem Moment ruft Sibylle an – es ist laut, es wird gefeiert und getanzt, die fidellastige Inselmusik hüllt die Feier in betörende Klänge.

Vermutlich höre ich das Telefon zu spät, als ich abhebe ist Sibylle weg.
Ich will anständig sein und verhole mich nach draußen in eine ruhigere Ecke mit besserem Netz, dann rufe ich zurück…

Es bleibt beim Versuch

Vermutlich erinnert sich Sibylle daran, dass ich heute bei Giorgos bin und kann die Situation einschätzen.

Es ging wahrscheinlich ohnehin nur um eine Abstimmung bezüglich morgen, denn morgen ist nicht nur der große „Rigging-Day“ den Sibylle knapp verpasst – nein, morgen endet auch meine „left outside alone“ Phase.
Sibylle kommt gegen 23.00 Uhr mit der raren Nachmittagsfähre auf Leros an.

Ich kann das auch später mit ihr besprechen – jetzt wird gefeiert was das Zeug hält!
Wie immer gilt „what ever happened on Leros will stay on Leros“, so gibt es auch diesmal keine weiteren Bilder – private Scene 😉 !

Um 18.00 Uhr fahre ich zurück in die Marina um Ben, Caetlin und Alex abzuholen.
Die Sonne versüßt mir abermals den Übergang in den Abend – ein schöner Tag!

Sonnenuntergang über der Bucht von Gourna – ich halte extra für ein paar Fotos an
Ich bin pünktlich zur vereinbarten Zeit in der Marina und sammle die Freunde ein – wir fahren zu „Stis Anna“

Bei Anna angekommen, bin ich überrascht. Das Lokal war fast leer!
Das hatte ich echt ganz anders erwartet – nun, vielleicht hat sie ihre Wiedereröffnung zu Καθαρά Δευτέρα zu kurzfristig angekündigt.

Der Musiker spielte an einem anderen Tisch sitzend vor sich hin. Ich kenne den Mann aus verschiedenen Kneipenbesuchen, er spielt Gitarre und covert Folk- und Blues Songs.
Ich mag die Art wie Chris spielt, ist aber vielleicht nicht Jedermanns Sache.

Wie auch immer, wir nehmen Platz und es geht ans bestellen. Inzwischen hat sich auch Tom zu uns gesellt während Jörg heute eine Runde aussetzt.

Wir waren ziemlich alleine bei Anna
Eine Tageskarte speziell zu Καθαρά Δευτέρα – die Qual der Wahl

Alex schaut zu mir, unsere Blicke treffen sich. Wir haben seit seiner „Pasticio-Orgie“ eine Art running Gag, indem wir uns immer mal wieder vornehmen bei einer Bestellung zum Kellner zu sagen „…och, bringen sie einfach einmal ALLES!“

Heute wäre eine Gelegenheit – and we did it!

Als der Kellner kommt, ordert Alex mit cooler Stimme und als ob es das alltäglichste der Welt wäre, einmal die Speisekarte rauf und runter.
Der Kellner schaut ebenso verduzt wie Tom, der bis zu dieser Sekunde noch dachte wir machen Spaß!

Und dann ging es los – für unsere Vegetarierin am Tisch war es heute das Schlaraffenland!

Der Tisch war zum Biegen voll…
…alles war sehr lecker
Und im Eck der zweite belegte Tisch – „It´s all over now, Baby Blue“

Ein schöner Abend der sich noch ein Weilchen hinzieht – aber irgendwann wird es sehr plötzlich kalt.
Annas Verandazelt ist nicht ganz winddicht, die nächtliche Brise kriecht durch die Ritzen und kühlt uns aus.

Wir zahlen und beenden diesen „Clean Monday“, ab nach Hause, ab ins Bett – morgen wird ein anstrengender Tag!

Und dieser beginnt für mich mit dem Weckerklingeln um 06.30 Uhr – ich brauche eine Weile, bis ich auf Drehzahl komme und ohne meine zwei Tassen Kaffee geht gar nix.
Dann aber beginne ich, es war etwa 08.30 Uhr, mit der Vorbereitung für die Riggarbeit – zuerst komplettiere ich das Vorstag.

Ich lege das Profil bereit und montiere Trommel und Swivel

Dann beschäftige ich mich mit der größten Herausforderung, es müssen die alten Turnbuckles, die Wantenspanner, gangbar gemacht werden.

Mit Hitze und viel WD40 bekomme ich drei von vier in den Griff, einer wird uns aber fast den ganzen Nachmittag ärgern.

Gegen 09.30 Uhr kommen Ben, Caetlin und Alex dazu – wir beginnen mit der Hauptarbeit und damit, das Vorstag ins Masttop zu ziehen.

Das Vorstag geht nach oben, Ben steigt in den Mast
Während Ben das Profilvorstag im Top anschlägt und sichert…
…ist es meine Aufgabe, das untere Ende am Basisbeschlag am Bug zu befestigen

Nun war es notwendig die Krümmung des Mastes nach vorne herauszunehmen und ihn mit den Stagen korrekt und gerade zu trimmen.

Als wir das geschafft hatten, fingen Ben und Caetlin an, den Mast zu sichern.
Es wurden an allen Anschlagpunkten im Top und den beiden Salingspaaren Notschlaufen befestigt und Reserveleinen angeknotet, diese ließen wir zunächst nach unten hängen.

Alex und ich hatten derweil die Aufgabe, den einen widerspenstigen Spanner gangbar zu machen.
Dies misslang und wir haben beschlossen, dass wir ihm nach der Sicherung des Mastes zwei Längsschnitte verpassen.
Nur so war es möglich, Freigängigkeit zu erreichen.

Es half nichts, irgendwann mussten wir durchgreifen

Bis vor ein paar Minuten waren die Crewmitgleider der INSPIRATION noch entspannte Zuseher bei unserem Tun, dann bekamen sie eine Information, welche alles schlagartig änderte – ÄNDERUNG im Kranplan!

Krantermin INSPIRATION alt – morgen 14.00 Uhr. Krantermin INSPIRATION neu – HEUTE 12.00 Uhr!!!

Hektik kam auf, die Arbeiten bei denen ich helfen wollte, mussten ad hoc erledigt werden, alles nicht Notwendige wurde auf morgen vertragt.
Bis INSPIRATION so einigermaßen klar war, kam auch schon das Carello und holte die Bavaria samt Jörg und Tom ab…

INSPIRATION geht zu Wasser – ich nehme vorweg, alles klappt tadellos

Währenddessen kämpft Ben im Mast – er hatte den härtesten und auch verantwortungsvollsten Job von uns allen.

Ich vertraue dem jungen Holländer und bin dankbar für die Freundschaft zu Caetlin und Ben.
Sie beide haben mir viel geholfen und mich mit neuen Gedanken und Ideen inspiriert – die Blogleser werden die Umsetzung und Anwendung noch erleben dürfen.

Hier ein paar Impressionen von Bens Werken – er hat abgeliefert!

Die Salinge müssen später raus – alles muss gangbar gemacht werden
Befestigungsschlaufen werden gelegt um die Notwanten befestigen zu können
Ben ist fast ganztägig mehr als 20m über dem Boden
Das Oberwant ist weg, jetzt kommt die erste Saling raus
Alex fliegt Drohne und macht hunderte perfekte Aufnahmen und Filme
Bei dem jungen Niederländer sitzt jeder Handgriff
Manchmal zwickt und klemmt es ein wenig…
…aber das Bodenpersonal steuert die Leinenführung perfekt – die erste Saling ist ab

Nach etwa drei Stunden im Mast schlafen Ben die Beine ein und er fordert eine Pause ein.

Wir lassen den Freund nach unten und Alex holt Brotzeit für uns alle.
Diese genießen wir zusammen im Cockpit von NESSAJA – bei strahlendem Sonnenschein und perfektem Wetter.

Bis hierhin haben wir es geschafft, dass alle Wanten nebst der Salinge auf der Steuerbordseite ausgebaut waren.

So ein Segelschiff mit fehlenden Salingen auf einer Seite sieht komisch aus…

Die Wanten auf einer Seite sind entfernt, das Notrigg steht

Wir wollen den wunderbaren Tag nutzen und rappeln uns noch einmal auf.
Mit Hilfe von Hans Peters Milwaukee ziehen wir Ben noch einmal über alle Etagen bis nach ganz oben – nur Aufzug fahren ist schöner!

Das Ziel ist jetzt, das Rigg auf Beschädigungen zu prüfen und die Salinge wieder zurück an ihren Platz zu stecken.

Dabei ziehen wir eine 5mm Dyneema Leine ein, welche über die Salingsenden für eine finale Sicherheit sorgt – so hoffen wir zumindest…

An den Beschlägen sind keine Schäden zu erkennen
Ben steckt die Salinge wieder auf und fädelt die Dyneema Leine ein

Geschafft! Die Sonne steht schon tief, als wir den Feierabend ausrufen und mit einem Bier einläuten.

Ich bin echt zufrieden! Geschafft aber glücklich!
Endlich sind die Wanten ausgebaut und die Erneuerung meines stehenden Guts kann in die Finalisierungsphase gehen.

Das Schiff sieht aus wie nach einer Schlacht – das Aufräumen obliegt jetzt mir!
Die Helfer sind entlassen, aber nicht, ohne dass ich eine Einladung ins „SouVLakki“ ausgesprochen hätte.
Wir treffen uns wieder um 19.00 Uhr!

Das gemeinsame Bier zum Feierabend ist Ehrensache
Die Sonne steht tief, ich beginne das Schiff zu klarieren

Es war so viel aufzuräumen, wir haben fast aus allen Kästen Werkzeug benötigt.

Zum Aufflexen und gangbar machen des verfitzmaledeiten Spanners habe ich die ganze Batterie schweres Werkzeug auffahren müssen, Dreck ist überall.

Das WD40 hat natürlich nicht nur dorthin gespritzt wo es für weniger Reibung sorgen sollte, es war schlichtweg überall verteilt.
Etwas Reinigung tat Not!

Irgendwann kam ich zu einem Ende und hatte den Saustall weitgehend im Griff.
Die Sonne war am Untergehen, ich musste aber auch nur noch die alten Wanten auf einen Haufen legen – bis hierhin hatte ich sie einfach von Deck geworfen.

Die blaue Stunde beginnt, ich bin gerade fertig geworden
Noch schnell die alten Wanten klariert – dafür der ganze Aufwand…
…als ich die Baustelle verlassen habe, war es 18.40 Uhr und der Mond stand schon hoch

Ich ging noch rasch zu ELOWYN und zum Hände waschen, dann fuhr ich schon wieder an den F-Ponton und sammelte meine heutigen Helfer ein, um die ausgesprochene Einladung umzusetzen.

Auch Jörg und Tom konnten partizipieren, auch sie hatten einen erfolgreichen Tag.
Wir ließen uns die Geschichte vom pannenfreien Kranen erzählen und lieferten dafür unsere Story von Bens „Tag im Bootsmannstuhl“.

Der Abend verging, wir hatten Spaß – und doch war er zu kurz. Ich hatte nämlich noch einen Termin offen…
Sibylle kommt heute an und ich hole sie um 23.30 Uhr in Agia Marina ab.
Aber was tun bis dahin? Ich weiß! Ich mache ein Update am iPad…

Ich hatte schonmal so ein Bild gezeigt – 758 WhatsApp in etwa zwei Wochen

Wieder trifft mich fast der Schlag. Ich hatte zwei Wochen nicht synchronisiert – in diesem Fall tut das System dies automatisch in dem Moment, in dem sich die zwei Geräte koppeln.

Das iPad zieht sich alle WhatsApp, die ich die letzten rund zwei Wochen erhalten und geschrieben habe.
Ich schwöre – keine 10% sind wirklich familiäre Nachrichten.
Alles andere sind Nachrichten, die ich führe weil irgendwelche Bootsthemen zu diskutieren sind.

Ich hoffe das erklärt ein bisschen, warum ich manchmal nicht jede Nachricht sofort abhandeln kann oder will.

Ooops, die Fähre kommt schon Richtung Agia Marina, ich muss los!

Sibylle kommt gleich an – mit etwas Verspätung

Ich bekomme einen guten Parkplatz und kann Sibylle direkt am Anleger abholen.
Ich muss nur ein bisschen warten, dann kommt die BLUESTAR DELOS auch schon im Hafen an.

In der Nacht sehr beeindruckend

Die Fähre spuckt meine Sibylle aus und ich kann sie abfangen. Wir verholen sofort zum Auto und suchen das Weite.

Füreinen Willkommensouzo ist meine Frau zu müde, daher fahren wir sofort nach Xirokampos.
Wir haben uns für eine eigenartige Lebenssituation während der nächsten Wochen entschieden.

Sibylle möchte nicht über die Leiter auf ein Schiff, welches kein fließend Wasser und keine Toilette für´s kleine Geschäft hat.
Sie will eine Waschmaschine und ein kaltes Schalfgemach.

Wollte ich es kurz formulieren – ich will genau das Gegenteil.
Am liebsten bin ich am Schiff, bei allem Anderen mache ich Kompromisse, solange ich nur nachts nicht friere.

Wir entscheiden deshalb – bis auf Widerruf wird sie in Xirokampos unsere Base bilden und ich bleibe auf ELOWYN um näher am Geschehen zu sein.
Wir werden das schon schaukeln…

Ich bringe Sibylle zu ihrem Appartement und ziehe wieder ab – den entgangenen Ouzo bedauere ich, er ist sinnbildlich

Bis ich zurück auf ELOWYN bin, war es spät geworden. Jetzt ist Sibylle also zurück.
Es fühlt sich seltsam an – sie war zwischen November und heute zweimal vier Wochen weg.
Das ist eine lange Zeit und und ich war gezwungen mich während dieser Wochen umzustrukturieren.
Ich habe mein Schiff verlassen und prägende Wochen alleine verbracht – die neuen Strukturen sind meine und ich werde sie nicht wieder so ohne Weiteres aufgeben.

Ich freue mich natürlich auch riesig, dass sie wieder da ist. Das Vertraute kehrt zurück und ich bin tagsüber auch wieder ein Team statt der Einzelkämpfer.

Dieses Teamwork verlangt in der jetzigen Phase eine relativ hohe Schlagzahl und Sibylle wird in diesem Kontext am Folgetag auch gleich ins kalte Wasser geworfen.

Ein kurzes „Hallo“ für die anderen, dann geht es los…

Der alte Tank von Jörg und Tom steht zum Verkauf – ich lagere ihn im Haus ein
Sibylle inspiziert ihren Zitronenbaum, sammelt das Fallobst auf und pflückt ein paar schöne, reife Früchte

Nachdem wir einen kurzen Abstecher nach Plaka gemacht hatten, ging es sofort zurück in die Marina.

Wir hatten am Rückweg bei Maria im „Naval“ Store noch ein paar Ersatzteile gekauft und die galt es nun zu verbauen.

Zunächst waren da die beiden Fallenblöcke, welche altersbedingt der Last und dem Speed des Milwaukee zum Opfer gefallen sind.
Da merkt man, welche Power „der Gerät“ hat!

Da erkennt man das Desaster
Kaputt – ich kann aber unter Vorlage des alten Blocks zwei neue erwerben

Der Tausch der beiden Umlenkrollen ging rasch von der Hand. Sibylle motiviert mich dranzubleiben und noch weitere Kleinreparaturen anzupacken.

Als da zum Beispiel wäre, die Fertigstellung unseres Schwarzwassertanks.
An diesem fehlte noch ein Fitting für den Belüftungsschlauch, dieser Anschluss wurde der aufgescheißten Platte geopfert.

Es war noch ein freier Anschluss vorhanden, dieser hat aber ein 1/2 Zoll – 19mm Anschlussfitting erfordert – ein Teil, welches es von TruDesign gar nicht gibt.
Und was soll ich sagen – Maria hat es von einem anderen Hersteller auf Lager!

Also installiere ich diesen Anschluss an richtiger Stelle und kann somit das Projekt „Reparatur Kakatank“ von meiner Liste nehmen.

Während wir an Deck reparieren, schleicht Ben um meine NESSAJA…

Ben hat eine Flir Wärmebildkamera am Handy

Er schleicht mit seiner Flir rund ums Boot und macht Wäremebild-Aufnahmen.
Ein probates Mittel um klare Indizien für vorhandene Altschäden und beginnende Osmose zu finden – dies ist bei NESSAJA nicht der Fall.

Ich bin somit recht gut vorbereitet auf den Besuch des Gutachters, mal sehen ob er kann was wir können 😉 …

Ich leugne nicht, dass ich die Gutachter immer kritisch beäuge – es wird keinem Gutachter gelingen NESSAJA an einem Tag zu durchschauen.
In unserer Community haben wir alle Geräte um wirklich alle technischen Systeme an den Schiffen einzuschätzen.
Aber wer glaubt einer Gruppe rund um den Verkäufer, dass etwas ohne Mängel ist?
Daher gibt es den Gutachtertermin Mitte März – er soll Strukturelles einschätzen, das Thema bleibt die große Unbekannte vor dem Verkauf.

Ben schickt mir die Bilder, aber ich habe noch an Deck zu tun…

Ich bastle mir einen Befestigungspunkt für das Notrigg

Ich hatte bei Andreas noch ein paar Bastelteile beschafft, um mir am original Befestigungspunkt meiner Wanten einen ebensolchen für den Dyneema Part meines Notriggs zu basteln.

Das geht schnell und klappt prima, mit einem Spanngurt kann ich richtig Last auf die Powerleine bringen.

War´s das? Ich würde Feierabend machen – aber Sibylle schafft es tatsächlich, mich soweit zu motivieren, dass ich unser Dreiwegeventil für die Schwarzwasserumleitung noch serviciere.
Dieses hat in eine Richtung ein wenig geklemmt weil es durch Urinstein blockiert wurde.
Gott sei Dank lässt sich das TruDesign Teil zerlegen und reinigen, so war dieses Thema auch relativ rasch vom Tisch!

Jetzt war der Feierabend aber verdient! Wir gehen zusammen mit Tom und Jörg ins „Tis Kakomoiras“ um ein nettes Beisammensitzen für Sibylles Ankunft zu haben und auch, um noch einmal griechisch Meze zu essen bevor die INSPIRATION Crew morgen abreisen wird.

Wir haben wieder so richtig lecker gegessen

Den Folgetag können wir etwas langsamer angehen lassen.
Nachdem Sibylle mit ihrem Breezy in der Marina angekommen war, gingen wir erst einmal zu Tom und Jörg auf´s Schiff.

Es stand zur Debatte „noch schnell“ das Mastkabel für einen neuen Windgeber einzuziehen.
Ich konnte noch einmal unterstützen, indem ich half das definitiv richtige Kabel zu finden, es wurde dann aber schnell klar, dass bei Jörg nach drei Wochen „Highspeed-Boatwork“ die Luft etwas raus war.

Das Projekt „Windgeber im Mast tauschen“ wurde kurzerhand auf Ostern vertagt, denn dann würde Jörg bereits wieder mit seiner Familie vor Ort sein.

Sibylle und ich ziehen ein Häuschen weiter und widmen uns dem heute wichtigsten Projekt – ich will meine Wanten heute Nacht auf der Fähre nach Athen wissen, es gilt keine Zeit zu verlieren.
Also packen wir die vier massiven Stahlseile auf eine Halbpalette.

Gewickelt und gesichert sind die Wanten, jetzt noch für den Versand vorbereiten

Was mich noch ein bisschen zaudern lässt, ist die schlechte Antwortperformance der Rigging Company.
Aufgrund des schlechten Trackings von Speditionssendungen hier in Leros, man bekommt keinerlei Papiere, will ich eine Bestätigung, dass irgendwer die Sendung beim Spediteur abholen wird.

Diese mangelhafte Schnittstelle hat mich letztes Mal drei Wochen gekostet, das war nervig und hängt bis heute nach.

Es dauert lange bis ich eine Rückantwort erhalte, dann aber meldet sich mein Ansprechpartner und bestätigt schriftlich.
Ich fahre mit Sibylle zur Sedition und übergebe meine wertvolle Fracht!

Ab jetzt läuft´s – hoffentlich pannenfrei

Der Rest des Tages war eher administrativer Natur – der Eigner von EDINA betraut mich immer mehr mit Aufgaben die von der Winterbetreuung abweichen.

Neben der Reparatur des Elektromotors möchte ich mich bitte auch noch um eine Lösung für die Thematik der eingefangenen Leine an der Propellerwelle kümmern.

Ich gehe also zu EDINA, mache ein paar Bilder, schätze die Situation ein und melde es dem Eigner.
Er möchte einen „Rope Cutter“ installiert haben, ich möchte mich bitte darum kümmern.
Das zieht einen Schriftverkehr mit Eirini im Office nach sich – das ist jedoch kein Opfer für mich, denn ich mag die Kommunikation mit der jungen und recht toughen Lady.

Der Eigner bekommt die Info dass alles passt und wird auch über den Beginn seiner Lackarbeiten informiert.
So funktioniert Zufriedenheit… 😉

Das Thema mit der Leine ist lösbar – dazu ein Rope Cutter und eine neue Anode, dann passt es wieder
Nur ein schöner Rücken kann entzücken – EDINAs Heck wird lackiert

Als diese Punkte alle erledigt waren, hatten Sibylle und ich keine Lust mehr.
Wir fuhren beide nach Xirokampos und verweilten noch ein Weilchen bevor es an der Zeit war, zum Abschiedsdinner für Jörg und Tom aufzubrechen.

Die Beiden hatten sich das „SouVLakki“ für ihr finales Zusammensitzen mit uns ausgesucht, auch Alex ließ es sich nicht nehmen, sich noch einmal dazuzugesellen.

So saßen wir den Abend bis zur Fährankunft gemeinsam mit den Freunden ab und gönnten uns ein letztes gemeinsames Bierchen, dazu ein Ouzaki und die Welt war in Ordnung!

Um 22.15 Uhr hieß es „auf Wiedersehen“, was bei Jörg schon in vier Wochen der Fall sein wird.
Tom werden wir erst Anfang Juni wieder treffen, bis dahin also!

Wir sagen zum Abschied leise „Servus“…

Gegen 23.00 Uhr boarden unsere Freunde und machen sich auf Richtung Athen

Ich bringe Sibylle noch nach Xirokampos und fahre dann zurück in die Marina.

Die Gedanken sausen in meinem Kopf, so viele Projekte, aber durch den Versand der Wanten bin ich einen gehörigen Schritt weiter!

Ich gönne mir eine Folge „Inspektor Barnaby“ und ein Snickers für die Nerven, dann fallen mir die Augen zu und ich gönne mir eine Mütze Schlaf!

Als ich am nächsten Morgen wach werde, höre ich das Heulen des Windes in der Takelage.
Ich brühe mir eine Tasse Kaffee auf, dann schalte ich mein Telefon ein – keine Nachrichten!
Das ist ein gutes Zeichen, dann wird mein Mast wohl noch stehen…

Trotzdem – der erste Weg am Morgen führt mich zu NESSAJA, ich will mich vergewissern.

Sieht gut aus – Generalprobe bestanden, hoffen wir, dass die neuen Wanten schnell kommen

Ich muss Sibylle heute abholen. Das mache ich gerne, trotzdem geht es mir auf den Zeiger, denn ist ist Zeitverschwendung.

Der Alltag keht zurück und meine Effizienz steht dazu in reziproker Relation.

Als ich an EDINA vorbei komme sehe ich, dass das Lackierteam schon ganze Arbeit leistet.
Es ist gehörig was vorangegangen und auch die Mechaniker sind dran – der gestern bestellt Rope-Cutter ist schon am Arbeitsplatz und wird bald montiert.

Ich mache Bilder und schicke sie an den Eigner…

Antifouling ist gestrichen, das Heck grundiert, der Propeller wird gerade serviciert und…
…einen Rope-Cutter gibt es auch schon

Ich setze meine Fahrt fort und hole meine Gattin in Xirokampos ab.

Wir warten bis die Waschmaschine fertig ist, dann fahren wir einen Kaffee trinken.
Weil wir John dort treffen und uns etwas verratschen, ist bei der Suche nach den Schleifkohlen für EDINAs Furlermotor etwas Eile geboten.

Irgendwie verplätschert der Tag, oder zumindest droht er es zu tun.
Wir können nämlich nicht widerstehen einen Einkehrschwung bei Marietta zu machen, dort ist heute eine Art „Freitagslunch“ mit Live-Music.
Das wollen wir uns nicht entgehen lassen und schauen kurz vorbei um zumindest Flagge zu zeigen.

Dort sehen wir am Mittag vorbei und gönnen uns einen Snack

Eine Stunde gönnen wir uns noch – wir essen Gavros und Käsebällchen und trinken etwas, dann wollen wir noch einmal los.

Sibylle packt noch ein paar Sachen und stellt mir diese ins Auto, ich nehme mir vor noch etwas produktiv zu sein.

Weil ich Sibylles Hilfe nicht benötige, fährt sie nach Xirokampos, wo ich sie gegen 18.40 Uhr wieder abholen werde.
Ich widme mich derweil meinem Fäkalientank – Ziel ist es, diesen Punkt heute zu finalisieren und von der Liste zu bringen.

Geschafft! Das ist vollumfänglich erledigt

Es ging letztlich schneller als gedacht! Ich kann den reparierten Tank einbauen und alle Anschlüsse wieder herstellen.

Einzig die Absaugöffnung bleibt ohne Decksverbindung, denn der Decksdurchlass muss versetzt werden.
Dies werde ich im Rahmen der Deckssanierung umsetzen und kann somit die Badezimmer Rückwand wieder montieren.

Weil noch ein paar Minuten bis Ladenschluss waren, bin ich noch schnell zu Panos gehastet um meinen bestellten Lack abzuholen.
Ich habe ja an ELOWYN einen Kratzer verursacht, den gilt es reparieren zu lassen.
Panos gratuliert mir zum Kauf des mit Gold aufzuwiegenden Lacks – finde ich ganz lustig (Ironiemodus) – mir ist speiübel… !

AWLcraft – ist mit Golddublonen zu bezahlen

Ich brauche jetzt noch einen Lackierertermin – aber das ist eine andere Baustelle.

Mein Arbeitstag endet, ich kann trotz des Müßiggangs einen Punkt von der Liste streichen – nicht so schlecht.

Ich fahre zu Sibylle und dusche dort, dann fahren wir beide noch einmal in die Marina um Anette und Joachim von der MARLIN abzuholen und mit ihnen im „To Steki“ zu Abend zu essen.

Wir haben einen lustigen und unterhaltsamen Abend, den wir bei einer Runde Ouzo ausklingen lassen.
Dann bringt „Chaffeurdienst Mario“ die Nachtschwärmer nach Hause bevor auch er den verdienten Feierabend genießen darf 😉 !

Als ich am nächsten Morgen mein Mobiltelefon einschalte, habe ich eine Nachricht von Carola und Thomas im Postfach.
Sie schreiben mir wie es ihnen geht und dass sie sich auf die kommende Saison freuen.
Weiter bitten sie um Unterstützung innerhalb unserer Community, denn sie wollen ihren Gennaker verkaufen.

Ein sehr schönes Segel – ich könnte schwach werden

Ich schreibe zurück, erzähle ebenfalls ein wenig und verspreche, mich zumindest umzuhören.
Ich werde den Gennaker im „Flohmarkt“ auf meiner Seite anbieten und zudem in der Facebook Gruppe „Leros Yachting“ einstellen – ich hoffe, es tut sich was.

Sibylle kommt an Bord, sie ist mit ihrem Breezy von Xirokampos in die Marina getuckert.
Wir beschließen, eine Einkaufs- und Besorgungsrunde zu drehen, dabei würden wir auch bei Giorgos vorbeisehen und nach den offenen Projekten fragen.

Großes Hallo bei „Boat & Parts“

Ich erfahre, dass es leider keine Fortschritte bezüglich meiner Projekte gibt, Giorgos gesteht offen ein, dass es für ihn so „Lückenfüller“ sind.
Ich müsse sagen, wenn etwas eilt.

Na gut, bis jetzt ist nichts akutes dabei, lassen wir es laufen.
Ich erinnere mich, dass Ben und Caetlin mich gebeten haben, mich nach einem Außenborder bis 10PS umzuhören.
Also frage ich auch meinen Freund, der ja anerkannter Motorenexperte ist.

Ja, er hätte da was – sprach´s und führte mich zu einem alten Yamaha Zweitakter.

Ein „Barn Find“ – ein verschüttetes Juwel

Ich staune nicht schlecht – ein etwas abgewirtschafteter 15PS Yamaha 2-T hängt traurig an einem platten Schlauchboot.

Ich weiß wohl, dass DONNAs Dinghy damit übermotorisiert ist und die Beiden den Motor vielleicht nicht wollen, aber als ich den Preis höre, fällt der Satz „I take it!“ automatisch aus meinem Mund.

Ich biete Ben und Caetlin eine Probefahrt mit dem Motor an – wenn sie ihn wollen, bekommen sie ihn zu meinem Spottpreis, wenn nicht ist es meiner!
Man sollte einfach einen Yamaha Two-Stroke in der Garage haben – der heilige Gral aller Dinghypiloten 😉 !

Nach einem Kaffee, gehen Sibylle und ich zurück zu unseren Baustellen – heute widmen wir uns FESTINA LENTE.
Der Windgenerator braucht eine neue Nabenkappe…

Wie kommen wir da hoch?

Die Turbine ist recht weit oben angebracht. Alex bietet seine Hilfe an, doch auch für den Sportler scheint der Stromerzeuger ohne Hilfsmittel unerreichbar.

Wir entscheiden, mit einer einfachen Leiter emporzusteigen und nach der beim Hagel zertrümmerten und in der Folge klappernden Nabenkappe zu greifen.

Das gelingt recht gut, wenn ich auch das wackelnde Edelstahlrohr etwas stützen musste…

Gemeinsam schaffen wir das
Der zerdepperte Deckel ist getauscht – check

Weil es gar so gut läuft beschließe ich, noch ein wenig weiterzuwerkeln.
Als nächstes möchte ich den abgebrochenen Griff einer der Fallenklemmen erneuern.

Das scheint ein Schwachpunkt zu sein, denn ein anderer Griff ist bereits ausgetauscht und SVB hat die Dinger en masse auf Lager und lässt sie sich mit 30.-€ auch vergolden.

Egal, der Zweck heiligt die Mittel und ich stehe bei Käufer und Verkäufer im Wort.

Exakt der mittlere Griff ist gebrochen – ich komme um einen Ausbau der Klemmenbatterie nicht herum
Das ist wohl aufwändig, lässt aber gut bewerkstelligen
Nach knappen zwei Stunden ist es erledigt und ich mache „klar Schiff“
Jetzt ist der Klemmenblock wieder ok und einsatzklar

Super! Ich bin zufrieden, denn ich habe auf FESTINA LENTE die Hälfte der von mir zugesagten Kleinreparaturen erledigt.

Es war eine persönliche Zusage dem Käuferpaar gegenüber, einfach weil ich möchte, dass sie nach der Übernahme des Schiffes gleich Freude haben.
Der Zufall will es, dass mich die Käufer heute anrufen, kurz bevor ich diese Bilder der erledigten Reparaturen schicken wollte.

Sie sitzen gerade beim Verkäufer bei Kaffee und Kuchen und machen den Vertrag – somit ist es besiegelt, FESTINA LENTE ist verkauft!

Für mich bleibt offen, den Fernbedienungsschalter für die Ankerwinsch instandzusetzen und ein neues Armaturenpanel nebst Tankuhr zu verbauen.

Mache ich gleich die nächsten Tage

Als „Zuckerl“ lege ich noch die alte, obere Carbon-Armaturentafel von INSPIRATION ins Schiff.

Diese kann für eine Neugestaltung und einen Umbau der Armaturen nebst dem Einbau eines anderen Plotters verwendet werden.
Ob der neue Besitzer diese Tafel braucht, wird sich zeigen.
Zum Wegwerfen ist sie allemal zu schade und zu teuer.

Vielleicht kann das teure Teil bei einer Neugestaltung der Armaturentafel eingesetzt werden

Mein Tagwerk war somit geschafft. Sibylle schnappt sich ihre Walkingstöcke und läuft zum Haus in den Süden der Insel, ich ziehe mich auf ELOWYN zurück um meine Mails zu schreiben und noch etwas nach den Schleifkohlen von EDINAs Furlermotor zu recherchieren.

Dann fahre auch ich nach Xirokampos um dort zu duschen und ein wenig mit Sibylle zu klönen.
Um 19.10 Uhr fahren wir ins „Tis Kakomoiras“ denn dort sind wir um halb Acht mit Marcus und seiner Familie verabredet.

Wir haben einen schönen Abend, den wir erst beenden, als die kleine Lilly am Tisch einschläft.
Ich bringe Sibylle noch zurück in Susannes Haus, dann ziehe ich mich in meine Gemächer zurück.

Klicker steht hinter ELOWYN, ich komme nach Hause

Left outside alone – ich sitze noch ein paar Stunden und schreibe den Blog während der Februar geht und der März Einzug hält.

Ich schlafe zufrieden ein, ich habe viel geschafft, habe aber die „großen Projekte“ noch vor der Brust.

Der März wird ein Schicksalsmonat – wird der Vertrag für NESSAJA unterschrieben?
Kann ich die Stellung auf ELOWYN halten oder drängt mich eine italienische Osterinvasion in die Wohnung in Xirokampos?

Allen voran die Frage, inwieweit ich den Fortschritt meiner Projekte vorantreiben kann – gelingt es mir, schnellstmöglich mein stehendes Gut vollumfänglich zu ersetzen?
Kann ich die Dichtheit der Seeventile an ELOWYN abschließend und belastbar prüfen?
Inwieweit beginnt der Abbruch des Teakdecks auf NESSAJA?

Zudem ist der März der erste aktive Monat der Segelsaison 2026 – wer wird kommen, wen werden wir verabschieden (müssen)?

Es wird wieder spannend – bleibt also dran…

Herzliche Grüße von Bord der ELOWYN – auch im Namen von Sibylle
Mario























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