November 2025 – Born to be Wild

Die Headline für den November war rasch gefunden! Der 68er Song von Steppenwolf muss herhalten – und ich hoffe doch, dass ich bei allen Lesern die älter als 50 sind ein Bild assoziieren kann…

Hopper – Fonda – Nicholson, sie waren die „Easy Rider“ (Quelle Internet)

„Like a true nature’s child
We were born, born to be wild
We can climb so high
I never wanna die
Born to be wild“

Befragt man Google zum Lied und zum damit untrennbar verbundenen Film, erfährt man, dass „…Born to be wild wörtlich übersetzt „geboren, um wild zu sein“ bedeutet, hier aber im übertragenen Sinne für eine freigeistige, abenteuerlustige und rebellische Haltung verwendet wird. Der Ausdruck wurde vor allem durch den gleichnamigen Song von Steppenwolf bekannt, der zum Soundtrack des Films „Easy Rider“ wurde und seither oft mit Bikern und der Gegenkultur assoziiert wird.“

Wie immer geht es also ein wenig um den freigeistigen Gedanken, welcher, gepaart mit einer Portion Abenteuerlust, eine Triebfeder des Lebens darstellt.

Und was hat das jetzt mit einem Segelblog zu tun???

Mein Freund René wagt das Abenteuer – im November auf dem Landweg von Schliersee nach Leros

Ich werde zur Monatsmitte hin Besuch von meinem Freund René aus Schliersee bekommen.
Das freut mich außerordentlich – und weil der Zufall es so will, dass Sibylle zu dieser Zeit in Deutschland verweilt, haben René und ich beschlossen, uns ein paar Motorradtage auf Leros und Rhodos zu gönnen.

Die „Easy Rider“ der Dodekanes, eine lustige Vorstellung! Auch wenn wir mit Platte und Wampe auf unseren BMW GS bei Weitem nicht mit dem Original mithalten können.

Dieses Miniabenteuer soll den Höhepunkt des November bilden und startet exakt zur Monatsmitte – doch bis dahin war es ja noch ein Weilchen hin.
Lasst euch mitnehmen auf unsere Reise durch den elften Monat des Jahres…

Bereits am ersten Tag des Monats durfte mein COBB wieder an die Arbeit – es wurde gegrillt was das Zeug hielt und wir haben die feinen Leckereien so richtig genossen.

Back to the Roots – Polaroid statt Pixel
Alex´Mutter, Jim und die Crews der DONNA, der ANAHITA und der NESSAJA

Wir waren eine lustige Runde und hatten richtig Spaß. Jeder hat etwas mitgebracht und sowohl Caetlin als auch Antonia übertrafen sich mit ihren Backkünsten – ich liebe die Brote der Beiden, ein Gedicht!

Kaufen kannst sowas auf Leros halt nicht

Während wir uns an den Köstlichkeiten labten, wurden Pläne für den morgigen Tag geschmiedet.

ANAHITA sollte noch einen weiteren Epoxi-Anstrich bekommen, bevor Hanna und Jim wieder abreisen würden.
Ich nehme mir vor, am morgigen Tag mit der Erneuerung meines stehenden Guts zu beginnen und Ben sichert mir Hilfe zu.

Am neuen Tag heißt es für mich daher als Allererstes, kurz zu LIBERTÉ zu schauen, um mir den gewaltigen Milwaukee von Hans Peter auszuleihen.
Dies hat er mir freundlicher Weise gestattet und ich hoffe, dass mit Hilfe des „kräftigsten Akkuschraubers der Welt“ der Mastaufstieg zur Aufzugfahrt wird.

Schon der Name klingt martialisch – MILWAUKEE! Nicht etwa AEG oder Bülle

Weil ich schonmal an Bord der Bavaria meines Freundes bin, mache ich mir die Mühe eine weitere Rolle des sogenannten „Panzerbandes“ um den Mast zu wickeln.
So dürfte sicher gestellt sein, dass die Schutzfolie den ganzen Winter über hält – ich mache ein Bild und sende es an Hans Peter ins schöne Saarland.

Auf LIBERTÉ ist alles ok, HP kann ruhig schlafen

Zurück zum Akkuschraubermonster – „Der Gerät“ zieht also für eine Weile zu mir.
Der erste Teil meines heutigen Schaffens ist erledigt, aber die wirkliche Challenge kommt ja erst noch!

Bald kann es losgehen – nur noch ein paar Fallen auf die Seite binden und Leinen zum Aufstieg vorbereiten, dann kann Ben kommen.

Die Leinen sind vorbereitet, das Kutterstag ist ausgehängt

Ich gebe das Signal und die DONNA Crew kommt sofort. Auch Caetlin hilft, somit sind wir drei Leute an Deck um Ben im Mast im Mast zu unterstützen.

Der legt sich einstweilen sein eigenes Klettergeschirr an, bindet sich selbst ein und sammelt das Werkzeug in verschiedenen Taschen.
Dann ist er klar zum Aufstieg, wir stimmen uns kurz ab – und es geht los…

Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, es kann losgehen…
Checkup, Messungen und Detailbilder an der ersten Saling – dies dient zur Vorbereitung auf später
Das gleiche Tun an der zweiten Saling

Was geht noch einfacher als ein „Milwaukee“? Ganz einfach, man klettert den Mast hoch wie ein Affe!
Darf ich das sagen? Oder klingt das despektierlich?
Ich glaube ihr wisst, dass ich dies unter höchster Anerkennung sage.

Ben kann nämlich, als Kletterer, ohne Seilunterstützung in den Mast kraxeln.
Die zwei Leinen laufen nur mit, um einerseits die Last beim Hängen zu tragen und anderseits natürlich als Sicherung.
Ich war begeistert und enttäuscht gleichzeitig – hätte ich Ben doch mit dem „Milwaukee“ gerne katapultartig in den Himmel geschleudert, aber nichts da, er klettert einfach rauf 😉 !

Ich darf vorwegnehmen – der Akkuschrauber bekommt seinen Einsatz – wenn Alex ein paar Tage später, statt Ben, noch einmal nach oben geht.

Oben angekommen, löst Ben den Sicherungsbolzen für das Kutterstag und wir lassen die Rollanlage ab und führen sie auf den Steg.

Da liegt sie nun, das Zerlegen und die Wartung ist nun an mir

Kenner der Materie werden sich zwei Fragen stellen – erstens, warum geht der Skipper nicht selber hoch?
Nun, ich bin kein Freund zu großer Höhen und mache lieber die Arbeit an Deck – daher gilt den jungen, schwindelfreien Helfern im Mast mein ganzer Dank.
Offen gesagt – es gibt noch einen Grund, den muss man aber nicht thematisieren…
Nur soviel – auch der „Milwaukee“ hat seine Grenzen 😉

Am Weg nach unten nimmt mein holländischer Helfer noch das Babystag mit nach unten – jetzt kann ich langsam anfangen die Teile zu sortieren und für den Versand zu rollen.

Das Babystag liegt schon gewickelt da, einen neuen Spanner bekomme ich von der ALADIN, manchmal hilft das Glück

Die zweite Frage die sich stellt – warum so kompliziert???

Nun, ich möchte den Mast stehen lassen um Kollateralschäden zu vermeiden.
Zum Legen müssten alle Kabel geschnitten werden, da es (noch) keine Trennstelle gibt – hierbei geht es nicht nur um die Lichter, sondern vor allem um die Spezialkabel von Radar und Windmesser.

Zudem bedeutet das Legen und Stellen des Mastes auch immer eine Beanspruchung für den Mastfuß – ich will hier kein Risiko eingehen.

Also habe ich entschieden, dass ich das stehende Gut „step-by-step“ erneuere, die Riggingexperten von Sparcraft helfen mir dabei mit einer kompetenten Beratung.

So! Für heute reicht es – noch rasch duschen und frisch machen, dann muss ich schon los zum Griechischkurs, denn der ist für den Winter wieder angelaufen.

Einmal in der Woche geht es zum „The Leros Way“ HUB
Ab diesem Kurs lernen wir mit Lernheften – es gibt eine Sammelbestellung

Offen gesagt, ich laufe noch nicht richtig rund, was meine Griechischfortschritte betrifft.
In der App komme ich ganz gut zurecht, meine Fehler sind verzeihbar.

Mein Wortschatz ist leider noch zu klein und ich muss noch zu lange überlegen. Selbst das was ich kann, kommt noch nicht flüssig genug – Griechisch lernen ist ein langer, steiniger Weg.

Meine täglichen Floskeln werden aber immer besser und ich kann bald sagen, dass ich mich mit Griechisch so durchwurschteln kann, wie ich es früher mit Italienisch oder Kroatisch konnte – trotz der anderen, ungewohnten Buchstaben.

Der Kurs ist vorbei, das Abschiedsessen von Hanna und Jim steht an – wir sind neben, natürlich, Antonia und Alex, sowie Caetlin und Ben, ebenfalls mit von der Partie.
Ich hoffe sagen zu dürfen, dass uns Alex´ Mutter und Jim sehr sympathisch waren und wir auf ein weiteres Treffen hoffen!

Ein gutes Motto für den Abschiedsabend

Die Taverne der Wahl war das „El Greco“ in Lakki.
Wir waren mit unserer Meinung nicht maßgeblich, daher haben wir uns bei der Auswahl der Gaststätte sehr mit jeglicher Meinungsäußerung zurück gehalten – wir haben mit „El Greco“ nämlich nicht nur gute Erfahrungen…

Leider! Denn als das Lokal noch in Panteli war, war die kleine Hafentaverne stets in unserer Bestenliste.
Der Umzug nach Lakki und das dortige Dasein als „Platzhirsch“ haben dem Lokal aber nicht nur gut getan.

Bei uns halten sich Plus und Minus die Waage, dies sollte heute leider zum Negativen kippen.

Fried Saganaki – ich trau´ mich wetten, dass es Fertigsaganaki ist, leider auch viel zu wenig frittiert
Die „Marinated Anchovies“ waren gut
Auch die „Champignon Sauté“ waren ok

Nicht fotografiert habe ich meine Calamari – nicht, dass ich ein Kostverächter wäre, ich esse immer frittierte Calamari wenn ich mir bei einem Restaurantbesuch nicht sicher bin.
Diese sind vergleichbar und man kann nicht viel falsch machen.

Dachte ich…

Ich bekomme also hellgelbe, relativ zähe, kleine Calamri serviert. Das hellgelb, welches auf einen sehr defensiven Frittiergrad hindeutet, weicht an macher Stelle einem leichten Grau.
Die durchweichten, labbrigen Dinger lagen in ihrer eigenen Tinte und liefen graublau an – ein Testbiss ließ mich inne halten.
Hier würde ich passen!

Ja, normaler Weise beschwert man sich. Aber ich wollte den Abend nicht gefährden und habe nichts gesagt.
Auffällig war, dass der Kellner beim Abräumen nahezu jeden gefragt hat ob alles gepasst hat – mich nicht!

Für mich war´s das – ich geh´ einfach nicht mehr hin.

Der Fairness halber sei gesagt, dass Hanna auch Calamari hatte, die waren ok – die Küche könnte demnach schon.

Muss man deswegen vollumfänglich enttäuscht sein? Naja, vielleicht nicht alleine deswegen, aber nach Erhalt der Rechnung schon!

8 Personen – 258.-€, das bedeutet 32,30€ pro Kopf bei drei Vegetariern / Veganern

„ΑΡΤΟΣ“ steht für Brot, genauer gesagt Minisemmeln – man bekommt anfangs eine pro Person, später haben wir noch welche nachbestellt – für unsere veganen und vegetarischen Freunde als Beilage zum Salat.

Für eine Minisemmel 1,50€ zu verlangen ist schon grenzwertig. Die anderen Speisen sind auch nicht günstig, aber akzeptabel, die Semmelchen treiben somit den Preis pro Paar auf 70.-€ inclusive Trinkgeld – das ist einfach für das servierte Essen zuviel des Guten.

Na Schwamm drüber, es war ein schöner Abend mit Freunden und das ist die Hauptsache!

Der neue Tag begann mit einem verzögerten Arbeitsbeginn – und das, obwohl ich so motiviert war.

Nachbar Haim tankt und die Tankwarte tänzeln über die massive Halterung des Ponton

Mein Nachbar hatte den Tankwagen bestellt und dieser Tankprozess fand exakt über meiner Rollanlage statt.
Hätte ich genau in diesem Moment mit dem Zerlegen begonnen, ich wäre nur im Weg gewesen.

Also harre ich etwas aus und beobachte, wie die alte Nauticat betankt wird.
Natürlich sehe ich auch den beiden BP Mitarbeitern zu, wie sie über das Rohr tänzeln, welches den Ponton mit dem Betonkai verbindet – die Kamera griffbereit, es könnte ja sein, dass sich ein Spektakel anbahnt.

Aber nichts dergleichen! Nach ein paar Minuten war das Betanken beendet und ich konnte an die Arbeit gehen – es galt das Profilvorstag zu zerlegen und das Kutterstag auszubauen.

Die Trommel war rasch abmontiert – ein System ohne Sta-Lok Schraubterminal, das Glück war mir hold
Auch der Rest der Anlage ließ sich gut zerlegen – alle Schrauben waren gangbar
Ich kam rasch voran, die Anlage besteht aus zehn Profilelementen
Nach zwei Stunden war es geschafft

Ich war positiv überrascht! Das Zerlegen der gesamten Anlage hat vielleicht knappe zwei Stunden gedauert.
Da die ganzen Einzelteile recht sperrig waren, habe ich sie sofort zum Haus gefahren und in der Werkstatt deponiert – feine Sache!
Warum sollte ich diesen Vorteil nicht für mich nutzen?

So, jetzt hatte bereits zwei Stagen auf dem Ponton liegen – sowohl das Kutterstag als auch das Babystag waren fertig um aufgerollt und gesichert zu werden.

Für die erste Sendung will ich noch das Achterstag abmontieren und dazugeben, aber dazu brauche ich nochmal Hilfe von Ben oder Alex.

Ach ja, es ist kaum etwas kaputt gegangen, nur ein alter Schaden wurde bemerkt – um diesen zu reparieren brauche ich einen Reparatursatz für ein Plastimo Aluminiumprofil.
Es war kaum zu glauben, aber „maritimo.at“ aus Österreich hatte den raren Reparatursatz, welchen ich zuvor vergeblich in Griechenland gesucht hatte, auf Lager und hat es geschafft, diesen innerhalb einer Woche zu mir zu schicken.
Mitarbeiterin Magdalena war mein „Star der Woche“ und das habe ich auch zum Ausdruck gebracht – „maritimo.at“ hat einen Neukunden gewonnen!

Sibylle ruft zum Kaffee, Hanna und Jim haben zum Abschied einen Kuchen hiergelassen.

Wir teilen – das Zeug sieht aus wie Sünde und schmeckt wie die Versuchung

Es war noch Tag übrig, also packe ich ein dringendes Projekt auf ELOWYN an – ich sehe mir das Ruder an…

Klar, dass bei unserem weißen Riesen auch diese Baustelle keine „normale“ nach meiner Definition ist.
Hier sind riesige Ruderlager verbaut, ich habe keine Ahnung wie man die öffnet – alles sieht anders aus als bei den kleinen Geschwistern.

Das sieht noch normal aus – ich habe den Gummibalg im Verdacht ursächlich für den Wassereintritt zu sein
Nicht normal – im oberen Ruderlager ist keinerlei Befestigungsmutter zu sehen

Da mir die Bauweise der Anlage nicht selbsterklärend erschien, nahm ich Kontakt zum Hersteller „Jefa“ in Dänemark auf.

Man antwortete mir rasch und freundlich, aber nicht zielführend.
Erst ein Nachfassen, gepaart mit Erklärungen über das warum und wer, hat Abhilfe geschaffen.
Ein paar Tage später hielt ich Explosionszeichnungen und Teilelisten in den Händen, so kann ich das System zerlegen – mache ich sobald wie möglich…

Für heute reicht´s erstmal. Wir sind im „SouVLakki“ verabredet und Sibylle schlägt vor, vorher noch einen Ouzo im „La Palma“ Café zu trinken.
Was für eine gute Idee! Die wird sofort in die Tat umgesetzt…

Ein Ouzo und ein paar Meze als Aperitiv…
…danach zum Dinner ins „SouVLakki“

Bei diesem Abendessen hieß es abermals Abschied nehmen. Benno und Hilde würden morgen abreisen und es war uns allen Vieren ein Anliegen noch einmal gemütlich beisammen zu sitzen.

Es geht doch nichts über einen netten Abend mit guten Freunden, dies ist keine Selbstverständlichkeit und nicht allen Menschen beschieden – Freundschaften muss man pfleglich behandeln und wertschätzen, sonst sitzt man am Ende alleine da…

Am nächsten Morgen führt mich mein erster Weg zu Andreas Kritikos in dessen Hardware Store – ich brauche Packfolie und die brutalen 9mm Kabelbinder!

Doch potztausend, was ist das? Da ist doch ein Loch in der Tüte…

Ein Schelm wer Böses dabei denkt
50 Stück müssten drin sein – soll ich??? Nein, doch, oh! Der Monk in mir obsiegt
46 Stück sind drin – hat doch einer was gemopst

Echt, ich schwör – ich habe nicht nachgezählt weil ich Deutscher bin und ich habe mich auch keine Sekunde geärgert.
Trotzdem bleibe ich einigermaßen fassungslos zurück – WER in Gottes Namen klaut in einem kleinen Baumarkt auf der Insel Leros vier Kabelbinder?

Die Dinger sind fast einen halben Meter lang und widerspenstig, es gibt ein hohes Risiko erwischt zu werden.
War es ein trickreicher, wenig empathischer, ausländischer Geizhals, der die 8.-€ für eine ganze Packung sparen wollte, welche er für eine Reparatur an der 500.000.-€ Yacht hätte ausgeben müssen?
Oder war es ein armer Grieche, der das Geld einfach nicht hatte, aber seine Schubkarre flicken musste um Geld zu verdienen und der seither jeden Tag ein Kerzlein ob seiner Sünde anzündet?

Man weiß es nicht und es wird sich auch nie aufklären, erstaunt bin ich doch…
Sibylle schaut kurz von Ihrem Duolingo Lernprogramm auf und sagt lapidar „…es ist wie es ist, fangt endlich an zu arbeiten!“

Hach, meine gestrenge Frau, sie findet einfach immer die richtigen Worte

Heute ist es soweit, heute nehmen wir das Achterstag weg und packen alle drei abmontierten Stagen auf eine Palette um sie nach Athen zum Rigger zu schicken.

Bei der Demontage hilft mir diesmal Alex als Mastmann und bevor ich Bilder machen kann, ist das Achterstag auch schon an Deck und Alex wieder sicher gelandet.
Das hohe Tempo war sicher auch dem Einsatz des Milwaukee geschuldet, der Alex in Sekundenbruchteilen in den Mast katapultierte, ich meine beobachtet zu haben, das mein Mastmann mehrmals einen Druckausgleich machen musste 😉 !

Ich wickle auch dieses 10mm Stag – nicht ganz einfach
Zur Sicherung kommt ein Hahnepot an die Dirk und wird durchgesetzt
Die zwei Fallen werden solange sie nicht gebraucht werden, auch nach hinten abgespannt

Geschafft! Jetzt sind alle drei Stagen der ersten Sendung fertig um auf eine Halbpalette gepackt zu werden.

Das wird unmittelbar umgesetzt und dann verfrachte ich die Sendung auch sofort zur Spedition.
Die erste Charge ist zur Nachfertigung beim Spezialisten in Athen, ich hab´s mal für ein paar Tage aus dem Sinn.

Alles auf der Palette, nur noch umverpacken, dann kann es verschickt werden
So, ab hier übernimmt die Spedition…
…die Halbpalette nach Athen kostet 20.-€

Sibylle und ich lassen den Tag ein weiteres Mal im „SouVLakki“ ausklingen, wieder mit guten Freunden, wieder in geselliger Runde, wieder haben wir Spaß – wir genießen diese Zeit des Jahres, Leros wird ruhiger, die Insel wird wieder intimer.

Anna schien nur daruaf gewartet zu haben, dass wir zahlen würden. Nachdem die Freunde schon im Gehen waren, rief sich mich kurz zu sich an den Tresen und gab mir eine Tüte.

Mit Worten die nur für mich und Sibylle bestimmt sind, übergab sie mir das Geschenk, welches für unser Haus gedacht sei.
Ich bin gerührt und mir fehlen die Worte, kommt sonst eher selten vor.

Wohl erinnere ich mich, dass ich Niko mit seinem Bruder vor unserem Haus getroffen habe. Man hätte ein Grundstück in der Nähe.
Ich habe zum Pizzaessen geladen sobald unser Ofen in Betrieb sei und die Männer haben angenommen – offensichtlich habe sie Anna zuhause davon erzählt.
Ich werde Wort halten – das ist Ehrensache!

Zurück auf NESSAJA packen wir aus…

Vielen Dank Anna und Niko – ευχαριστώ Άννα και Νίκος
Ein echtes Geschenk, aufwändig verpackt
Eine tolle Kiste – sie bekommt einen Ehrenplatz in der alten Katikia
Darin ein Schild für Sibylle und mich

Sibylle und ich machen ein Bild und schicken es an Anna – wir mögen die Familie sehr und haben alle Fünf ins Herz geschlossen.

Nochmals ganz herzlichen Dank! Wir werden das Geschenk wertschätzen.

Freut uns von Herzen

Die Zeit verfliegt, bald wird Sibylle nach Deutschland fliegen um die jährlichen Arztbesuche zu tätigen und natürlich auch, um die Kinder und Kindeskinder zu treffen.

Sie wird sich sozusagen in den Schoß der Familie begeben.

Bis dahin will ich alles erledigt wissen, was in irgendeiner Art und Weise Unterstützung bedarf.
Davon ausgenommen ist mein Rigg, hier helfen mir Alex, Antonia, Ben und Caetlin – das ABC-Team.
Auch bei ELOWYN brauche ich in den ersten Schritten kaum Hilfe, hier kann ich über Wochen allerhand alleine erledigen.

Es sind mehr die Kleinigkeiten, so zum Beispiel das Spülen unseres Fäkalientanks, denn da hängt der Schwimmer der Tankanzeige.
Ich baue mir also einen Spülschlauch…

Mit meinem Drahtbügel als Winkelstück und Führung gelingt das ganz gut

Natürlich spülen wir den leeren Tank – es geht auch mehr darum, durch die Absaugöffnung einen harten Wasserstrahl um 90° umzulenken und Richtung Schwimmer des Gebers zu spritzen.

Das gelingt in der Sache gut, dennoch ist die Aktion leider nicht von Erfolg gekrönt. Der Ausbau bleibt wohl unumgänglich und kommt auf meine Liste der Aufgaben, welche vor Verkauf zu erledigen sind.

Mein Telefon meldet sich – BIMM! BIMM! BIMMBIMM! Nanu? Was ist das? Gleich mehrere Meldungen prasseln auf mich ein.

Eine ist harmlos – Ben meldet sich von Bord der an Land stehenden DONNA und sagt, dass die Bauarbeiten verdächtig nahe an meinen „Klicker“ heranrücken – ob ich ihn nicht wegfahren wolle?

Ihr seht Klickers Dach hinter dem LKW – Steine werden auf den Wall des Wellenbrechers geschüttet

Ich erkenne die Situation und fahre „Klicker“ auf die Seite, sicher ist sicher.

Die andere Meldung kommt von Rena, der Autovermieterin aus Lakki. Einer ihrer Kunden hätte ein Problem mit seinem Schiff in der Marina und bräuchte Hilfe – sie hätte an mich gedacht.

Hm, Begeisterung sieht anders aus, aber ich will nicht ablehnen. Ich lasse mir die Telefonnummer des Angelsachsen geben und sehe mir sein Schiff an – ich mache Bekanntschaft mit EXELIXI.

EXELIXI liegt segelfertig am Steg

Das Problem, so lasse ich mir erklären, ist entstanden, als zwei der vier Eigner wegen Krankheit und einem Todesfall ihre diesjährigen Urlaubswochen gecancelt haben.

Der letzte Nutzer hat mit weiteren Segelwochen gerechnet und die kleine Hanse 350 segelklar im Wasser zurück gelassen.
Nun hat sich das Blatt gewendet und niemand kommt mehr um das Schiff winterklar zu machen – es wird Hilfe benötigt.

Man schickt mir eine selbstbewusst erweiterte Liste der zu erledigenden Aufgaben und bietet an, dass ein anderer Skipper mir helfen könnte.
„Nein, bitte, nur das nicht!“ – ich kenne den Mann, den ich durchaus schätze und mag, aber als Hilfestellung bei handwerklichen Arbeiten ist er ungeeignet.
Ich lehne ab, verweise auf die Unterstützung meiner Gattin und stelle meine Hilfe in Aussicht.

Eine Nacht drüber schlafen – Pause – es trifft sich gut, dass wir an diesem Spätnachmittag zum Grillen zu Brigitte und Hans geladen sind.
Die Freunde aus Österreich werden zusammen mit Sibylle abreisen, sie wollen sich noch einmal die Ehre geben…

Die Stimmung ist besonders – eine Schlechtwetterfront zieht auf

Das Wetter sorgt für eine dramatische Stimmungslage – es zieht eine Schlechtwetterfront von Osten her auf und für uns stellt sich unweigerlich die Frage, ob wir drinnen oder draussen essen sollten.

Zunächst entscheiden wir auf draussen, doch leider fällt exakt in der Minute als wir die ersten Gabeln der Vorspeisen in den Mund schieben, der erste Regen.

Wir ziehen die Reissleine und verholen nach drinnen – das hatte auch was, dem Unwetter zusehen, während man selber wettergeschützt sitzt und sich an den Köstlichkeiten vom Grill labt.

Die feinen Sachen liegen am Grill – wir wenden uns derweil den Vorspeisen zu
Das sieht so einladend aus…
…aber der Himmel verdunkelt sich zusehends
Es gibt frische Salate…
…und allerlei Fleisch und Gemüse vom Grill
Exakt als wir anfangen zu essen, setzt der Regen ein – wir verholen nach drinnen

Die Blicke über die Terrasse unserer Freunde offenbarten, dass das dringend erwartete Holz für die Erneuerung des Verandadaches noch nicht angekommen war.
Man muss wohl akzeptieren, dass die Regenstürme während der Abwesenheit der Beiden an die Hauswand trommeln würden und vielleicht sogar für den ein oder anderen Tropfen Wasser am Fensterbrett sorgen würden.
Das ist ärgerlich, aber wohl nicht zu ändern – dachten wir! Nichtsahnend, was die nächsten Tage auf uns zukommen würde…

Das heutige Spektakel dauerte nicht lange, vielleicht eine halbe, eine dreiviertel Stunde, dann hörte der Regen schon wieder auf und es wurde heller.

Wir wurden mit einem vollen Regenbogen von Alinda nach Agia Marina belohnt, ein herrliches Naturschauspiel.

Nach dem Unwetter spannt sich ein Regenbogen über die Bucht von Agia Marina

Weniger als Belohnung haben wir empfunden, dass die durchschnittliche Qualität griechischer Elektroinstallationen uns den verdienten Kaffee nach dem Essen „geklaut“ hat.

Ihr versteht nicht?

Nun, das ist einfach erklärt. Ein leicht überdurchschnittlicher Regen reicht oft aus, um an irgendeinem Strompfeiler oder einem Umspannungskasten für einen fulminanten Kurzschluss zu sorgen und so ganze Inselteile lahmzulegen.
So geschehen heute in Crithoni.

Ich würde das so beschreiben, „…dass einer dieser windschiefen Strommasten zuerst einen Feuerball in der Spitze hatte, welcher immer wieder aufloderte bis der ganze Mast mit einem riesigen, explosionsartigen Knall in Flammen stand…“

Ihr denkt sicher ich beschreibe in blumiger Prosa und übertreibe maßlos???

Ein Feuerball in der Spitze…
…der immer wieder aufloderte…
…bis der ganze Mast explosionsartig in Flammen steht

Ja, auch das ist „mein“ Leros – es ist in keinster Weise mit dem beschaulichen Schliersee zu vergleichen, man muss sein Setup ändern, deutsch denken funktioniert nicht!

Und genau deshalb ist es hier so schön – und Kaffee gibt´s halt später, oder morgen, oder man trinkt Ouzo! Yammas…

Als wir am späten Abend nach Hause fahren ist der Fehler behoben, es gibt wieder Strom auf der ganzen Insel!

Der neue Morgen lässt mir kaum Zeit, um meinen Koffeinhaushalt zu justieren.
Ich spüle eine gemütliche Tasse in meine Kehle, während der zweiten wird schon Druck von Seiten meiner Lieblingssibylle spürbar – „…wir wollten doch heute meinen Breezy in die Garage bringen!“

Da hat sie Recht, also nix wie hoch zum Haus…

Wir stellen den Breezy in der Garage ab und sehen rasch nach dem Rechten

Mir fällt auf, dass wir wirklich einen Olivenbaum „vergessen“ haben – obwohl, vergessen stimmt nicht ganz, er hatte schlicht und einfach nicht genügend große Oliven an den Ästen.

Heute stelle ich fest, dass er inzwischen ganz gut trägt und ich nehme mir vor, diesen auch noch abzuernten und die Oliven einzulegen.
Das kann ich aber erst machen, wenn ich von Rhodos zurück sein werde, denn man muss das Wasser täglich wechseln.

Der Baum im Vorgarten trägt inzwischen schöne, pralle Oliven
Es wäre ein Jammer diese nicht abzuernten

Ich muss endlich wieder an meine Projekte an ELOWYN denken. Klar, ich habe immer etwas gemacht – die Einwinterung ist nicht ohne, das Waschen der Leinen nachdem diese abgeschlagen wurden, oder auch das Kümmern um Ersatzteile.
Aber ich muss und möchte auch langsam an die „großen Projekte“ ran – eines davon ist das Zerlegen der rechten Instrumententafel, denn die muss zum Lackierer gebracht werden.

Also nutze ich diesen freien Nachmittag um mich diesem Thema zu widmen – und das hat es in sich…

Der Arbeitsplatz ist optimal
Die Ausgangssituation – die Carbontafel braucht einen neuen Klarlack, die Befestigungsmuttern in der Säule müssen erneuert werden
Immer wenn man 13 Jahre alte Plastikteile anpackt, gibt es auch Bruch – zum Glück Centartikel, die auf die Einkaufsliste kommen
Ich mache mir Markierungen und Merkbilder, damit ich in ein paar Wochen eine Erinnerung habe
Es muss wirklich alles raus – und wie immer fließt auch Blut! Klar, es waren wieder abgeschnittene Kabelbinder im Weg
Ziel erreicht, den Rest bespreche ich mit dem Lackierer

Eine kleine Nebengeschichte ergab sich, als ich dem kleinen Janu seine Quietscheente zurückbringen wollte.
Die hat er mir nämlich geschenkt, „für drei Tage“, dann liefe die Schenkung automatisch aus.

Diese drei Tage enden heute und ich will Janu die Ente zurückbringen – ich strecke ihm die blutige Hand mit dem Entlein entgegen.
In diesem Moment hat er keine Sekunde gezögert, die „Schenkung bis morgen zu verlängern!“ 😉

Es klebt noch Blut an den Händen…

Am Rückweg zu NESSAJA kommen wir an Alex´ Angelplatz vorbei – wow, was ist das???

Die Frage war rhetorisch, wir wussten natürlich, dass er einen Oktopus in den Händen hält – aber ist der echt selbst gefangen, hier?

Nein, nicht hier, erfahre ich – er hat zusammen mit Eirini in deren Heimatort Drimonas aus dem Meer gezogen.
Eirini hatte den großen Oktopus an der Angel, Alex hat ihm den Todesstoß verpasst.
Die Zubereitung obliegt dem Käpt´n der ANAHITA und wir hoffen, dass wir beim Testgrillen dabei sein dürfen.

An diesem Tag überlege ich, ob ich das wollte – so einem Tier das Messer in den Kopf zu rammen um es dann zu futtern.
Das ist legitim und ein sehr direkter Weg, aber ich finde es, offen gesagt, eklig.
Zum zweiten Mal in meinem Leben überlege ich, ob ich mich nicht eine zeitlang vegetarisch ernähren sollte.

Schmeckt gut – aber irgendwie schon eklig

Das Wetter war zu dieser Zeit eher schön. Wir hatten klare aber dadurch auch kältere Tage mit Winden aus nördlichen Richtungen, dazu immer Phasen mit Südwinden, welche zwar Wolken und diesiges Wetter brachten, aber dafür sorgten, dass wir durchaus immer über 20°C am Tag hatten.

Wir konnten uns für einen November nicht beschweren…

Wunderschöne Abendstimmung

Weil heute ein guter Tag war, gingen Sibylle und ich aus. Die Zahl der zur Zeit offenen Tavernen und Restaurants ist überschaubar, oft sind wir daher auch zu Hause beim Essen.

Es gab auch einen guten Grund, denn die Crew der SUNNY SIDE UP, Mireille und Roland, reisten ab nach Hause.
Wir haben die Beiden gebührend verabschiedet.

Heute aber zogen wir mal wieder um die Häuser und weil es gar so schön war, gab es mal wieder einen Einkehrschwung in der bekannten Eismanufaktur als Betthupferl.

Schon lecker!!!

Inzwischen sind die meisten unserer Freunde weg, auch die Crew der JASPER war schon abgereist, die Nürnberger Freunde von der CHILI sind inzwischen wieder zuhause und der angekündigte Winterbesuch der STENELLA Crew wird nicht mehr thematisiert – ein weiteres Boot welches nicht winterklar am Ponton liegt.

Die Winter- Community formt sich und es wird ruhiger. Ein neues deutsches Boot kommt noch dazu und wird zufälliger Weise an unseren F-Ponton gelegt.
Ilona und Guido geben sich mit ihrer BORN TO LIVE die Ehre. Wir machen uns mit dem Paar aus Krefeld bekannt.

ALARM!!! Ein Anruf – am Apparat sind Brigitte und Hans, sie vermelden mit nachdrücklicher Stimme, dass das langersehnte Holz noch angekommen sei.
„Man würde zwar in drei Tagen nach Hause fliegen, aber das könnte man doch schaffen, oder?“

Ich hatte Hilfe zugesagt, wir sind Freunde! Klar schaffen wir das!

Es beginnen zweieinhalb sehr intensive Tage…

Morgens um 08.00 auf Leros – das Werkzeug liegt parat

Wir sagen zu und verabreden uns für den Folgetag um 08.00 Uhr! Sibylle und ich stellen den Wecker, denn ich brauche eine Stunde Anlauf um meinen Koffeinhaushalt zu regulieren.

Nach erfolgter Druckbetankung mit frischem Kaffee machen wir uns auf die Socken nach Crithoni – dort liegt das Werkzeug schon bereit.

Hans und ich besprechen uns kurz, dann geht es auch schon los – alles ist generalstabsmäßig geplant!

Ein erstes Anpassen der neuen Balken, vermessen und anzeichnen
Dann müssen die Stehbolzen für die Tragbalken zugeschnitten werden – die werden mit einem Höllenkleber eingeklebt

Brigitte und Hans hatten die Balken schon vorbereitet, auch die erste Pfette an der Hauswand war schon montiert.
Unsere Zielsetzung war, am heutigen Tag so weit zu kommen, dass eventuell ein provisorisches Dach angebracht werden kann.

Es galt, dafür die vorderen Pfetten mit Spezial-Gewindebolzen auf den Tragpfeilern auszurichten und zu befestigen.
Dann werden wir sehen, wie weit wir mit den Sparren kommen.

Perfekt war, dass das Anbringen der vorderen Pfette sehr viel schneller als geplant ging – nun ja, die Arbeit war sehr gut vorbereitet.

Und was machen die Sparren???

Die werden zunächst probeweise auf ihre ausgemessene Position gelegt
Ok, passt – aber jetzt muss jede einzeln zurechtgeschnitten werden

Ich weiß nicht, wie das im Dachdecker-Jargon heißt, aber die Sparren waren für uns DIYer herausfordernd.

Nachdem alle perfekt in Position lagen, war uns klar, dass die Auflagefläche der Sparre ja nicht nur auf einer Kante der Pfette sein soll.
Um die Sparren vollflächig aufliegen zu lassen, müssen nun in jeden einzelnen Balken so leicht schräge Ausschnitte gesägt werden – das ist eine Affenarbeit.

Vor Allem kann man das nicht in einem Rutsch machen, denn durch das Aussägen hinten, verändert sich der Winkel vorne – also erst hinten sägen, dann nochmals auflegen, messen und vorne sägen…

Mit dem Schneiden wechselten wir uns ab – es dauerte eine Weile, bis wir den Kniff heraus hatten
Die Sonne ging schon langsam hinter den Bergrücken, als wir die erste fertig ausgesägte Sparre setzten

Zu diesem Zeitpunkt war ich schon am Pläne schmieden, welche Vorgehensweise wohl die richtige wäre.
Sollen wir jeweils links und rechts eine Sparre setzen, dann eine in der Mitte – so könnte man vielleicht ein Notdach montieren.

Keiner von uns dachte zu diesem Zeitpunkt daran fertig zu werden, es war eine Arbeit gegen die Zeit, die untergehende Sonne und das Kälterwerden.

Aber irgendwie wurden wir immer schneller…

Der „Point of no return“ war längst vorbei

Ja und irgendwann spürst Du es einfach, es kann nochwas werden! Niemand hört vier Balken vor dem Ziel auf.
Wir arbeiten also bis in die Dunkelheit hinein, wehren uns in der Dämmerung gegen Stechmücken und trinken auch mal ein Montagebier – aber final ist uns das Glück hold…

Spät am Abend feiern wir „Richtfest“!

Die glorreichen Sieben – dass wir nur vier sind spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle 😉

Geschafft! Wir Vier beschließen, dass heute die Küche kalt bleibt und Brigitte und Hans sprechen in diesem Zug eine Einladung aus.

Als wir auf dem Weg nach Agia Marina das Dach noch einmal von unten sehen, überkommt uns noch einmal die Freude – das war ein tolles Tagwerk.

Ein sehr gut umgesetztes Werk – wir bauen ein Terrassendach an einem Tag

Ich will Privates privat lassen, aber gemessen am zuvor eingeholten, fast schon übergriffigen Kostenvoranschlag, haben wir vier heute so richtig Geld gespart.
Wir helfen einander – that´s what friends are for…

Leider – oder zum Glück – hat das Lokal unserer Wahl Winterpause. Ein anderes, welches wohl gute Burger offeriert, hatte heute geschlossen.
So fällt unsere Wahl auf die Bar „Retro“ in Agia Marina – und die überrascht uns vollumfänglich!

Coole Bar
Sehr geschmackvoll eingerichtet und dekoriert
Guter Service, gutes Essen – was willst Du mehr

Wir sitzen sehr gemütlich in der geschmackvoll eingerichteten Bar, welche aber tatsächlich schon fast Tavernenqualität hat.

Es gibt vorrangig Meze, aber auch Hauptgerichte – das Essen ist schön angerichtet, kein Convenience Food und geschmacklich wirklich gut.

Es gefällt uns, wir sitzen gemütlich zusammen und feiern den gelungenen Tag bei einem Bier und einem Ouzo.
Der Tag klingt spät aus, Sibylle und ich fahren erschöpft nach Hause.

Am frühen Morgen erhalte ich eine WhatsApp von meinem Freund aus Schliersee – „…bin am Weg, Hellas ich komme!“

René und ich sind seit mehr als 40 Jahren Freunde – jetzt ist er auf dem Weg nach Leros

Der eine kommt, die andere bereitet ihre Abreise vor. Sibylle wird übermorgen Mittag mit dem Inselhopser nach Athen fliegen und dann nach München weiterreisen.

Wann sie zurück kommt ist ungewiss, es gibt zwar eine Buchung für den 30.11., dies ist aber flexibel gestaltet, denn ein Gesundheitsthema muss final geklärt werden.
Sollte mehr Zeit notwendig sein, dann bleibt sie eben länger.

In so einer Vorbereitung gibt es immer einiges zu tun, da wollen wir heute ein paar offene Punkte abhaken.
So müssen wir zum Beispiel mal wieder Getränke kaufen – da muss „Klicker“ ran.
Ich begleite Sibylle und freue mich über erste Weihnachtsdekoration…

Na wunderbar – es geht also los

Es wird nochmals Wäsche gewaschen, Sibylle schaut nochmal bei allen Freunden rein und fängt schonmal locker zum Packen an.

Ich verabrede mit ihr, dass ich sie noch für zwei Arbeiten brauche, dann käme ich alleine zurecht.
Diese Punkte stehen morgen auf der Liste – ich habe heute Griechischkurs! Dachte ich…

„The Leros Way“ – das HUB ist ein guter Treffpunkt und unser Klassenzimmer
Wir warten auf Eirini und ich stehe eine Weile am Balkon – ein schöner Ausblick

Eirini vergisst uns, besser gesagt, sie verwechselt die Anfangszeiten und versetzt uns – auch das ist Griechenland.

Ich habe keine Lust mehr auf die hübsche Lehrerin zu warten und fahre heim.
Ich merke ohnehin, dass ich etwas Anlaufschwierigkeiten habe – die Lernmethodik wurde umgestellt und ich habe noch nicht final entschieden ob mich das freut oder nervt.

Zuhause wurde gekocht und Sibylle und ich lassen den Tag gemütlich ausklingen.

Am neuen Morgen weht ein anderer Wind – draußen zunächst mal gar keiner, aber auf NESSAJA wohl!
Heute gibt es viel zu tun – erst eine Tasse Kaffee, dann packen wir es an.

Ohne dem schwarzen Gebräu geht gar nix

Heute stehen EXELIXI und ELOWYN am Plan – und was macht man an Tagen ohne Wind?
Richtig, die Segel abschlagen…

Mit der Genua fangen wir an
Das geht recht schnell, denn an Bord ist alles tadellos
Weil es so gut läuft, machen wir das Groß auch gleich
So ein Lattengroß ist immer etwas aufwändig – aber bei einem 35 Füsser gut zu handeln
Wir demontieren noch die Lazybags…
…dann melden wir dem Eigner Vollzug – ich wähne mich fertig (was sich als Trugschluss herausstellen sollte)

Wir haben uns eine Pause und ein Eis verdient. Auf dem Weg zur Eisdiele machen wir noch einmal einen Umweg über Plaka und sehen am Haus nach dem Rechten.

Ich musste mit unserem Erntekapo Nikos noch besprechen wann er die Bäume schneiden wird – „…nicht vor Januar!“ meint er…
Ok, dann hab´ ich das mal aus dem Sinn…

Bei Sibylles „Breezy“ hatte ich vergessen die Batterie abzuklemmen, auch das habe ich noch schnell erledigt.

Am Haus ist alles ok, der Briefkasten ist leer
Ich schicke René ein Bild von Leros – hier kann man noch mit kurzer Hose fahren…
…schöne Grüße von uns – ich warte

Nachdem wir unsere Eisspezialität genossen hatten, war noch genug Tag übrig um auch den zweiten, wichtigen Punkt auf unserer Liste abzuhaken.
Auch zum Abdecken des WILLI brauche ich Sibylles Hilfe, denn die 12qm große Plane kann man zu zweit einfach besser handhaben.

Sie muss sturmsicher verzurrt werden und soll keine Wassersäcke bilden.
Dafür haben wir uns wirklich lang überlegt, wie wir es angehen.

Von Hans´ altem Vordach blieb ein exakt passender Balken übrig – WILLI bekommt einen First
Um die Plane erst einmal zu fixieren, muss ich durch den Sand krabbeln
Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen – passt und ist stabil

So, dieses Tagwerk wäre geschafft – wir haben uns einen Tavernenbesuch zu zweit verdient, es wird Sibylles Abschiedsessen.

Sie entscheidet sich, ein wenig holprig, für das „Tis Kakomoiras“, denn Meze stehen auf ihrer Wunschliste.

Ja und Meze in Griechenland heißt – voller Tisch 🙂

„Hm, was nehm´ ich nur???“
„Lass´ mich mal bestellen!“ 😉

Wir schnabulieren was das Zeug hält und nehmen trotzdem noch Reste von den beiden Salaten mit – aber es war wirklich sehr gut!

Zum Schluss gibt es noch einen Ouzo – der steigt mir zu Kopf und ich lass´ mich mal wieder zu Handlungen hinreißen, welche Sibylle die Schamesröte ins Gesicht treiben…

Ein bisschen Spaß muss sein

Der Tag endet, wir gehen ins Bett und wünschen uns, zum letzten Mal für einige Zeit, persönlich eine „gute Nacht“.

Morgen reist meine Frau für ein paar Wochen in die Heimat – ich bleibe zurück, einsam und alleine…

Wir wollen gerade das Licht ausschalten, da klingeln beide Mobiltelefone gleichzeitig – das kann nur aus unserer Gruppe kommen…
Stimmt – Alex meldet sich zu später Stunde…
„Das Wetterfenster scheint ideal, sorry für die kurzfristige Planung, aber wie schaut es aus – morgen um 09.00 Uhr bei uns zum Coppercoat streichen?“

DAS ist wirklich kurzfristig – ich tippe in mein Telefon „OK, bis morgen um 09.00 Uhr! Gegen Mittag muss ich Sibylle zum Flughafen fahren“

So ergibt es sich, dass mich an Sibylles Abreisetag der Wecker aus dem Bett holt und ich nach einer Tasse Kaffee alleine zu ANAHITA wackle – COPPERCOATTAG, hurra!!!

Die Einheiten stehen bereit und bedrohen uns mit einem harten Tag Arbeit

ANAHITA ist im Vergleich zu den beiden letzten Schiffen an deren Coppercoatanstrich ich beteiligt war, ein recht großes Schiff.
Zudem ist sie ein Langkieler, das heißt die zu streichende Fläche ist nochmals um ein paar Quadratmeter mehr.

Es ergab sich automatisch, dass die beiden jungen Paare, Alex und Antonia von der ANAHITA, sowie Ben und Caetlin von der DONNA, als Teams auftraten – so blieb für mich die Rolle als „Barkeeper“ und Mixmeister.

Das mache ich gerne, das war auch in der Vergangenheit meine Aufgabe. Ich richte mich also am Tresen häuslich ein…

Alles gut sortieren und vorbereiten
ich muss die Volumeneinheiten in Gewicht umrechnen, die Eichstriche an den Behältern sind später nicht mehr lesbar
Dann geht es los – es kommt auf Genauigkeit an, Coppercoat ist die Diva unter den Anstrichen

Da Coppercoat wirklich exakt nach Herstellervorgabe verarbeitet werden muss, bekommt jeder noch einmal eine kurze Einweisung.
Alex trägt die Hauptverantwortung, er sagt an, wie er die verschiedenen Schichten haben will.

Es wird reihum gestrichen, bis man am Heck ankommt, kann bereits am Bug wieder von vorne begonnen werden.
Es muss „nass in nass“ gestrichen werden, gleichmäßiger Auftrag, nicht zu dick.
Ziel sind sechs bis sieben Lagen.

Das Mischungsverhältnis ist klar vorgegeben, wird aber von Lage zu Lage leicht angepasst.
Es kommt letztlich auch auf eine gute Kommunikation an!
Die Farbe muss stetig gerührt werden, der Akkuschrauber hat ab jetzt eine 8 Stunden Schicht!

Natürlich wird das Geschehen auch dokumentiert, denn das A-Team bloggt ja auch.

Bitte alle recht freundlich
Jetzt geht´s los
Ich mische – und rühre – und verteile
Wie bei LIBERTÉ und SAGITTA sieht die erste Lage echt scheiße aus – man braucht Geduld
Da die Frauen in den Teams körperlich etwas kleiner sind, lag es auf der Hand, dass die Jungs nach oben streichen und die Mädels die untere Hälfte übernehmen – den anstrengenden Part

Die vier waren, vermutlich ob ihrer Jugend, rasend schnell! Bereits kurz vor Mittag waren drei Lagen gestrichen und es verlangte uns nach einer Pause.

Ganz so einfach ist auch das nicht, denn man will die Behälter natürlich leer streichen und die vorhandene Mischung verbrauchen.
So haben wir uns schon bei der Hälfte der dritten Lage abgestimmt – ich habe das Mischen aufgehört und den Rest verteilt.
Die Teams haben ihre Farbe gut eingeteilt und zugesehen, dass die Farbmenge für die Komplettierung der Lage reicht.

Das hat perfekt geklappt – Zeit für einen Break!

Kaffee und Getränke sowie Brotzeit für alle – das A-Team hatte an alles gedacht…
…und motivieren können sie auch

Nach der Mittagspause ging es Schlag auf Schlag weiter – man darf nicht zu lange aussetzen, denn die Farbe darf nicht anziehen.

So war die Dauer unserer Pause ohnehin auf zehn Minuten limitiert, da konnten wir so schnell sein wie wir wollten.

Nur langsam stellt sich ein Deckungsgrad ein – nach vier kompletten Lagen sollte eine Deckung erreicht werden
Die jungen Frauen rackern wie verrückt – Chapeau
Man merkt – so langsam wird es

Inzwischen war die Mittagsstunde verstrichen, Sibylle taucht auf und erinnert mich an die bevorstehende Abreise.

Ich weise Caetlin in die Kunst des Coppercoatmixens ein und sie übernimmt für die nächste Stunde.

Da Antonia auch in einen kurzen Videocall muss, streichen Alex und Ben jetzt für eine Stunde alleine.
Ohne deren Leistung auch nur irgendwie schmälern zu wollen, man merkt sofort, dass nur noch ein Team streicht, die Pace lässt spür- und messbar nach.

Ich hole Sibylles Tasche, meine Frau verabschiedet sich vom ABC-Team und wir fahren los – Richtung Flughafen.

Auf dem Weg dorthin gabeln wir Brigitte und Hans auf, die beiden werden den gleichen Flieger für den Weg nach Hause nutzen.
Beim kurzen Stop in Crithoni dürfen wir noch einmal das Dach bestaunen – die Beiden haben es tatsächlich noch fertig bekommen!

Sieht top aus – aber jetzt müssen wir zum Flughafen

Am Airport müssen wir nicht lange warten. Der Flieger ist schon angekommen, das Check-In hat schon begonnen und nach nur einer Viertelstunde steigen Sibylle und die Freunde zu.

Mir bleibt nur hinterherzuwinken und mich alleine auf den Rückweg in die Marina zu machen.

Die Fluggäste sammeln sich zum Boarding – für mich ist es Zeit zu gehen

Zurück in der Marina, es ist inzwischen ja Nachmittag, tischt Alex ein Reparierbier auf – wer könnte jetzt schon Nein sagen.

Sibylle mahnt ja auch immer an, ich solle viel trinken – ich will, jetzt da sie nicht da ist, ihren Ratschlägen auch immer Folge leisten!

Ran an die Farbrollen – Yammas!!!

Auf das Leben – zum Wohl

Die Teams bilden sich wieder neu, Antonia ist zurück und greift wieder zur Rolle, auch Caetlin streicht wieder.

Ich begebe mich abermals ans Mischpult und versorge die Malerteams mit dem teuren Anstrich.

Ab jetzt geht es insgesamt wieder schneller, aber man spürt trotzdem, dass die Arme müde werden.
Das Tempo ist mit dem des frühen Vormittags nicht mehr zu vergleichen und obwohl wir echt schnell waren, wird es zum Spätnachmittag hin ein Wettlauf gegen die Zeit.

Ben hatte sich den Kopf angeschlagen und streicht mit Eisbeutel
Langsam nähert sich die Sonne dem Horizont
Auch die Arbeit am Mischpult hinterlässt Spuren
Großes Finale – wir beginnen die sechste Lage…
…die Sonne geht langsam unter
Während die Sonne sich anschickt am Horizont zu verschwinden…
…werden die letzten Kräfte mobilisiert

Wir werden „just in time“ fertig. Die Sonne geht unter, es wird schlagartig kalt und die „blaue Stunde“ bricht an.

Wir sind erschöpft – ich habe schon vor ein paar Minuten zur „last order“ gerufen und dann meine Farbbar geschlossen – alle berechneten Coppercoatpakete waren vebraucht.

Ben und Caetlin haben ihren Behälter leer gestrichen und Caetlin war körperlich erschöpft, sie hat ernsthaft und nachdrücklich nach etwas zum Essen verlangt, sie brauchte Energie!

Alex und Antonia nahmen zufrieden zur Kenntnis, dass sechs volle Lagen gestrichen waren.
Sie verstrichen die überige Farbe noch an den stark beanspruchten Stellen des Wasserpasses und der Kiel- und Rudervorderkante – dann war auch ihr Behälter leer!

Wir waren fertig, als die Dunkelheit anbrach…

ANAHITA trägt jetzt sechs Lagen Coppercoat

Antonia und Alex ließen es sich nicht nehmen uns alle auf ein Abendessen einzuladen – es gab Pizza an Bord der ANAHITA und wir saßen noch eine ganze Weile zusammen.

Die kleine Bordkatze der ANAHITA, ihr Name ist jetzt Aria, hat sich den ganzen Abend zu mir geschmiegt.
Klar, Antonia und Alex sind in die Verantwortung gegangen – aber es war meine Hand, die sie aus dem Radkasten gezogen hat und sie in die Hände der beiden Landshuter übergeben hat.
Sie hat sich den ganzen Abend verhalten, als wüsste sie es und würde es danken…

Aria lag den ganzen Abend bei mir
Die Pizza war übrigens vorzüglich

Zwei Bier später bin ich zufrieden zu NESSAJA getorkelt – sind ja nur ein paar Schritte.

Daheim setze ich mich zum Runterfahren noch auf meinen Platz auf der Salonbank und lese meine Nachrichten – eine ist von meinem Freund René…

Er ist ja auf dem Weg zu mir und sendet Grüße aus Albanien, alles läuft gut, er käme bald!

Zwei Drittel der Strecke sind geschafft

Ich freue mich, übermorgen sehr früh ist es soweit – ich werde es mir nicht nehmen lassen, ihn von der Fähre abzuholen.
Jetzt aber, ab ins Bett, ich schlafe sehr zufrieden ein.

Am nächsten Morgen stehe ich recht rasch auf und halte mich auch mit dem Kaffee nicht lang auf – mein Freund kommt in der Folgenacht und ich will noch ein paar Punkte erledigt wissen.

Zum einen hat Hans mich gebeten ein Paket von der Post zu holen. Ein Paket von dem niemand mehr dachte, dass es ankommen würde – es war verschollen, angeblich auf dem Weg zurück zum Absender und tauchte dann doch wieder auf – wann? Natürlich am Tag der Abreise der Beiden.
Also war mein erster Weg der zur örtlichen Post.

Check – das Paket kann im Haus auf die Rückkehr der Freunde warten

Der nächste Punkt dreht sich um ELOWYN – Volker hat noch eine Reparaturaufgabe nachgezogen, nämlich die Prüfung und gegebenenfalls die Erneuerung des Loggedurchbruchs.

Als ich das gestern beim Abendessen erzählt habe, hat Ben mir ein Ersatzteil angeboten – er hätte noch ein neues herumliegen, na wenn das kein Zeichen ist!

Ich muss das Teil abnehmen, den Tauschwert mit Ben bestimmen und es dann auf ELOWYN verstauen.

So ein Zufall – das ist nicht unbedingt ein gängiges Teil

Last not least holt mich EXELIXI abermals ein. Ich hatte gehofft meinen Teil erledigt zu haben, aber ein anderer Segler, welcher als Helfer gehandelt wurde, hat kurzfristig mit der Begründung abgesagt, dass „…er das nicht alleine könne!“

Na toll! Ok, dann mach ich es halt – alleine!

Das olle Schlauchboot muss verräumt werden – trotzdem, dass es kaputt ist
Ich lasse es trocknen, lasse die Luft ab und falte es entsprechend
Die Tasche verstaue ich im Cockpit – das ganze Ding fischelt

Ein weiteres Mal gebe ich Info an den Skipper und vermelde, dass die Aufgabe erledigt ist.
Ich passe die Checkliste an und gebe klar zu erkennen, dass meine Pflicht an ELOWYN keine weiteren „Nebenarbeiten“ mehr zulässt.

Der Skipper bedankt sich und nimmt es hin. Ok, die Arbeiten an Land lasse er dann von der Werft durchführen.
Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass dieses Thema noch nicht von der Platte ist.

Für heute aber schon – ich verhole mich ins „SouVLakki“ und nehme mein erstes Dinner alleine ein.
Ich bin nachdenklich – Sibylle ist zuhause, René kommt her, es fühlt sich an wie eine verkehrte Welt.
Zum Glück habe ich nicht allzuviel Zeit um darüber nachzudenken.

Zur Abwechslung einen Burger

Danach gehe ich an Bord und stelle den Wecker – Weckzeit 03.00 Uhr, geplante Ankunft der Fähre ist um 03.35 Uhr.

Sofort nach dem Weckerklingeln checke ich die Position der Fähre.
Diese scheint voll im Plan zu sein, ich springe also auf, ziehe mich an und fahre mitten in der Nacht mit dem Motorrad nach Agia Marina.

Die BLUESTAR 2 hat Patmos verlassen und nimmt Kurs auf Agia Marina

Ja, richtig gelesen. Seit ein paar Wochen ist der Haupthafen von Leros, der in Lakki, wegen Sanierungsarbeiten gesperrt.

Der Ausweichhafen, auch für die großen Fähren, ist jetzt das kleine Agia Marina mit seinen engen Gassen.
Na, ich bin mal gespannt!

Die Fähre kommt pünktlich an…
….und öffnet ihren Schlund – wo ist René?

Ich parke an der Straße, so dass mein Freund mich nicht übersehen kann. Ohne großes Hallo hänge ich mich vor ihn und geleite ihn einmal quer über die Insel in die Marina.

An der Pforte wird uns geöffnet und ich stelle den zweiten Biker als „my best Buddy from Germania“ vor.

Erst am Ponton steigen wir ab und nehmen uns in den Arm wie Männer sich eben in den Arm nehmen.
Ich freu´ mich wie ein Schnitzel, dass er da ist!

Wir laden sein Bike ab, tragen das Gepäck auf´s Schiff und trinken erstmal ein Bier.
Bestimmt eine Stunde sitzen wir da und quatschen, während wir an unserem Dosenbier schlürfen.
Erst gegen 05.30 Uhr legen wir uns noch einmal ins Bett und schlafen auch nochmal für zweieinhalb Stunden.

„Willkommen auf Leros mein Freund!“ – wir entschließen uns für ein Frühstück im „Coffee Lab“. Und das war nicht von schlechten Eltern!

René ist angekommen – noch müde, noch fertig von der Reise, aber das wird sich ändern…
…nachdem wir gefrühstückt haben und Kaffee durch unsere Adern fließt

Klar nutzen wir jedes Beisammensitzen und jede Minute, die wir nicht am Motorrad sitzen werden, um über Gott und die Welt zu sprechen.

Wir leben inzwischen in verschiedenen Welten und akzeptieren das auch gegenseitig.
Jeder erzählt seine Geschichten, dann schwelgen wir ein wenig in der Vergangenheit um dann über die Zukunftspläne und die Zeit die noch bleibt zu philosophieren.

Letzlich ist René aber hier, um mit mir einen kleinen Teil von Griechenland zu entdecken – und mit der kleinen Ägäisinsel Leros fangen wir an…

Offroad fahren wir hoch zu den verfallenen Gefechtsstationen aus dem WW II
Das Wetter ist uns hold, wir haben jenseits der 20°C Marke
Hier haben deutsche Maler in ihrer Zeit als Soldaten kleine Kunstwerke hinterlassen
Die Griechen lassen das Zeug verfallen – morbider Charme aus einer grauen Zeit
Manches als echte Malerei angelegt, anderes eher wie lustige Kurzgeschichten
Es lohnt sich genau hinzusehen
Das Gebäude ist eher bedrückend und dem Verfall preisgegeben – es dient als Unterschlupf für die Ziegen

Offen gesagt, ich bin kein Freund davon das Gedenken an den Krieg mit aller Gewalt aufrecht zu erhalten.
Klar, man darf die Gräueltaten nicht vergessen und die Geschichtsbücher sollen bitte offen und schonungslos berichten – aber alle damaligen Gefechtsplätze zu Gedenkstätten zu machen, halte für nicht zielführend.

Außerdem ist es sinnlos, das zeigt die aktuelle Entwicklung, der Mensch lernt nicht aus seinen Fehlern.

Wir fahren wieder nach unten – nächstes Ziel ist die kleine Felsenkapelle Panagia Kavouradena.
Für René sind die ersten Offroadstrecken herausfordernd, aber er schlägt sich wacker!

Jaaaa, wir haben kurze Hosen an – aber wir sind Kinder der 80er und werden das (hoffentlich) überleben
Panagia Kavouradena ist eine wunderschöne, besondere Kapelle
Verdamp´ lang her, verdamp´ lang – Freunde seit 42 Jahren
ICH finde sie schöner als den berühmten Bruder Agios Isidoros, der Innenraum ist in den Fels gehauen

Weil wir schon in Xirokampos waren, haben wir einen Haken auf eine Strecke geschlagen, die ich noch nicht befahren hatte.

Auf der Südseite der Lakki-Bucht ragt der höchste Berg der Insel auf. Es gibt ein Gipfelkreuz, welches zwar nicht an höchster Stelle steht, aber nach Sibylles Bekundungen, an einer voll befahrbaren Schotterstraße.

Sie hatte mir im Vorfeld des Besuchs von René die Strecke beschrieben und ich war mir ziemlich sicher, dass ich den Track finden würde – also haben wir uns auf den Weg zum höchsten befahrbaren Punkt von Leros gemacht.

Über 5km zieht sich die Straße hoch – rechts am Bildrand sieht man auf die Marina hinunter
Wir sind hochgefahren bis zum Gipfelkreuz – hier hat man eine herrliche Aussicht, im Süden nach Kalymnos…
Richtung Südwesten konnten wir die schemenhaften Umrisse von Amorgos erkennen – es ging steil bergab
Richtung Norden erkannte man Patmos und Lipsi, im Hintergrund die Berge von Ikaria – zuvorderst die Riva von Lakki

Uns war nach einer Pause! Und es dürfte keinen Blogleser schwerfallen zu erraten, wohin ich meinen Besuch zur ersten Pause auf der Insel führe – ich will meinen Freund schließlich an meinem Leben teilhaben lassen…

Klar – der Abstecher führte uns direkt in die Eismanufaktur der Familie „Repapis“.
Doch zunächst mussten wir die über fünf Kilometer auf teils steilen, engen Schotterstraßen wieder hinunter fahren.

Das war echt anstrengend, hat aber total Spaß gemacht!

Die Kurven zwischen den Felswänden waren teilweise betoniert
Bei „Repapis“ bereitet man sich auf Weihnachten vor
Der berühmte Rentierschlitten steht auch schon – René kann es kaum fassen

Aus den Lautsprechern tönt „Driving home for Christmas“ und ähnliches.
Nein, „Last Christmas“ von Wham habe ich bisher noch nicht gehört, aber das kommt sicher noch.
Wie auch immer, René und ich sitzen in der Sonne, genießen das Leben bei spätsommerlichen Temperaturen, reden von einem Bad im Meer und schlotzen ein Eis.
Im Hintergund läuft „Little Drummer Boy“…

So – ein – perfekter – Tag!!! Im Hintergrund der Berg, von dem wir gerade kamen
Wir denken an unsere Frauen, die sitzen gerade im Landkreis Miesbach bei 30cm Schnee und -8°C

Was machen wir jetzt? Der Tag ist noch zu jung um sich auf NESSAJA zurück zu ziehen, anderseits reicht es René für heute mit Offroad Touren.

Das ist nachvollziebar, er war schließlich vor 24h noch irgendwo zwischen Patras und Athen – ihm steckt die Fährfahrt in den Knochen.

Er hatte gestern das Kastell gesehen – „…kann man da hochfahren oder muss man die Stufen gehen?“ fragt er.
„Man kann hochfahren bis vor´s Tor und wir kämen an den Windmühlen vorbei!“ antworte ich.

Nix wie hin, das ist unser Ziel für den Nachmittag!

Die Windmühlen sind geschlossen und eignen sich zu dieser Jahreszeit nur als Fotomotiv
Beim Kastell haben wir die Öffnungszeiten gecheckt, wir können eintreten und das Bauwerk besichtigen
Beim ersten Besuch ist es beeindruckend
Wir machen Dutzende Bilder…
…auch von mir gibt es mal welche

Wir gehen die alten, dicken Mauern ab und stellen uns die Geschichten vor, die diese Burgen erzählen könnten – es ist beeindruckend.

Ich versuche René einen Überblick über die Inseln zu geben, welche man rundum sieht – bis hinüber zur türkischen Küste.
Und natürlich sieht man von hier oben auch ganz gut, wie sich Leros aufteilt – ich kann erklären, wo unser Haus steht und in welche Richtungen wir das Meer sehen.

Dann heißt es zurück in die Marina, die Sonne geht unter, es wird frisch. Wir wollen den Tag passend und stilvoll ausklingen lassen!
Die Frage ist – wohin zum Dinner???

Abermals geht es an den Mühlen vorbei, welche noch einmal ein typisches Fotomotiv anbieten

Wir sitzen ein bisschen in NESSAJAs Salon zusammen, trinken ein Bier und überlegen, was wohl als Dinner für einen ersten Abend passen würde.

Nun, ein bisschen herausfordernd ist das schon, denn aufgrund der Tatsache, dass einige der perfekten „1st evening“ Tavernen schon geschlossen haben, ist unsere Auswahl nicht allzu groß.

Ich hätte, mit Verlaub und ohne Wertung, das „Pirofani“ an einem lauen Sommerabend am besten gefunden.
Das aber hat geschlossen – meine erste Wahl für genau solche Fälle, gepaart mit der Tatsache, dass wir aufgrund der abendlichen Temperaturen ohnehin drinnen sitzen wollen, hat jedoch geöffnet…

Die Wahl fällt auf die Meze Taverne „Tis Kakomoiras“!

Wir schlemmen wie die Fürsten

Selbst meinem Kumpel, durchaus reiserfahren, fällt es einigermaßen schwer, die typische Art des griechischen Essens anzunehmen.

Alles was auf den Tisch kommt steht „in der Mitte“ und jeder kann zugreifen, von allem, mal mehr, mal weniger – ganz wie es gefällt und mundet.

Wir genießen Meze, Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte und Salate. Es hat an nichts gefehlt und es hat super geschmeckt.
Dass uns die Ränzen ein wenig gespannt haben, bleibt eine Randnotiz.

Ach übrigens, zum Dinner sind wir mit „Klicker“ gefahren – der schwarze A6 quattro war früher Renés Auto, es war mir ein Vergnügen, ihn damit zu chauffieren.
Die Moppeds hatten Pause – und unsere Popos auch 😉

Der Frühstücksplatz am Folgemorgen war ein anderer – unsere Wahl fiel auf´s „La Palma“, dort wollten wir ein „Männerfrühstück“ einnehmen.

Schöner kann man kaum in den Tag starten

Das hat leider nur bedingt geklappt – René war etwas lesefaul, seine Speisekarte zudem etwas abgewetzt, so fiel es nicht auf, dass das Rührei bei seinem Frühstück gestrichen war.

Er bekam nur ein paar Marmeladepäckchen und Toastbrot und hat neidisch auf mein „Workers Breakfast“ geschaut – ich hatte mich für Spiegeleier mit Speck entschieden…

Diese unterschiedliche Kraftbetankung sollte sich später noch auswirken 😉

Doch bevor wir loskonnten, standen profane Hausarbeiten am Programm – der Biker und der Segler mussten Wäsche waschen…

So, Shirts und Unterbuxen hängen auf der Leine

Endlich konnte es losgehen. Weil Leros per se ja nicht so groß ist, hatten wir auch heute wieder die Offroadstrecken der kleinen Dodekanesinsel im Visier.

Am Ende des dreitägigen Besuchs wollte ich meinem Freund die Insel komplett gezeigt haben, soweit möglich, wollen wir alles abseits der Straßen fahren.

Heute geht es in den Westen der Insel, es galt das „Aerophon“ zu erkunden.

Fotostop – die Ziegen sind allgegenwärtig und interessieren sich kaum für uns
Siehst Du mich, seh´ ich Dich – alles eine Frage der Perspektive
Ja, die Perspektive – aber das hatten wir ja schon

Ich freue mich, dass René auch Bilder von mir macht. So kann ich den Blogbericht einmal etwas anders darstellen und das Erlebte auch aus einem anderen Blickwinkel zeigen.
Die Bilder von den Motorradfahrten sind daher ein Potpourri, von mir und meinem Freund fotografiert.

Am Bankerl am Ende der Betonstraße legen wir einen weiteren Fotostop ein.
Wir sprechen über die umliegenden Inseln, aber auch über das Containerdorf, welches für die Flüchtlinge gebaut wurde und von hier oben deutlich zu sehen ist.

Für René ist es das erste Mal, dass er auf einer der vielzitierten „Hotspot“-Inseln ist, eine neue Erfahrung.

Der Blick nach Süden, nach Kalymnos und, am Horizont, Kos
Beim Blick nach Osten sieht man die Marina (links im Bild) und das Containerdorf (rechts im Bild)
Ab hier geht es auf grobem, teils ausgewaschenem Schotter weiter
Der Track zieht sich bis auf das Hochplateau…
…wo man das „Aerophon“ bestaunen kann

Der „Parabolic Acoustic Mirror“ wie er offiziell heißt, ist in Google zu finden und eine der wichtigen Sehenswürdigkeiten auf Leros.

Ok, wieder so ein Kriegsding, Leros kann seine Vergangenheit nunmal nicht leugnen.
Ok, interessant zum Ansehen ist der Bau allemal und auf einer angebrachten Tafel erfährt man alles Wissenswerte.

Als Kulturerbe klassifiziert

Wir gehen ein paar Schritte nach vorne, von der Abbruchkante aus, kann man die Bucht von Gourna sehen.

Dort befindet sich „Agios Isidoros“, das berühmte Kirchlein auf der Felseninsel.
Dies soll unser nächstes Ziel sein, aber natürlich führt unser Weg offroad dorthin.
Aufmerksame Leser wissen, woran der Weg Richtung Gourna vorbeiführt – genau, an unserem Häuschen in Plaka, auch das wollen wir im Vorbeifahren besichtigen.

Der Weg ist besprochen – jetzt geht´s los!

Das Bergabfahren war eine Challenge – der lose Schotter verlangte Entschlossenheit am Gasgriff und an den Bremsen.
Unsere Bikes haben ABS, das ist manchmal sogar irreführend. Man muss vorsichtig fahren, darf aber nicht zögerlich sein.

Für René eine echte Prüfung und eine Übungseinheit!

Zumal dann, wenn man einmal unten angekommen, nicht nach links auf die Betonstraße abbiegt, sondern den Weg nach rechts Richtung „Bakerstreet“ (für Insider) wählt.

Da kommt eine sehr grobschottrige, steile Rampe nach unten, die Mensch und Maschine fordert.
Hat man die geschafft, geht es locker-flockig weiter.

Am Haus angekommen, sehen wir uns meine Erungenschaft an. Es kam wie es kommen musste, René zeigt wenig Begeisterung.
Er hasst Bauarbeiten und kann nicht verstehen, warum man das Nomadenleben am Segelboot für ein baufälliges Haus aufgibt.

Nun, erklären kann ich es ihm leider nicht – ich verstehe es selbst nicht und Sibylle ist nicht da. Die könnte es vielleicht in Worte fassen.

Wir erreichen Agios Isidoros…

Das Kirchlein ist einfach schön – wir gehen über den Wall um es von innen zu sehen
René entdeckt das Umfeld, ich suche nach der Antwort auf die zuvor gestellte Frage

Und jetzt, was machen wir jetzt?

Wir haben da so eine Idee – wenn jemand mit dem Motorrad vom Winter in den Sommer fährt um ein paar Tage Urlaub zu machen, was darf auf gar keinen Fall fehlen???

Genau! Ein Bad im Meer, gepaart mit ein paar Sonnenstunden im Liegestuhl am Strand.
Ich selbst kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal auf einer Liege lag und auch nicht an meinen letzten Flachköpper in das kühle Nass.

Ich schlage, einem Reflex gleich, den Strand in Panteli als Ziel für unsere Musestunden vor.
Gesagt, getan – wir starten die Motoren und fahren blubbernd an den Traumstrand.

„Get your motor runnin‘
Head out on the highway
Looking for adventure
In whatever comes our way“

Freie Liegen gibt´s zuhauf – das Meer lädt zum Bade
Wir lassen uns nicht zweimal bitten…
…sondern folgen dem Ruf ohne Zögern

Wir liegen bestimmt fast zwei Stunden am Strand. Als die Sonne aber hinter den Dachkanten verschwindet wird es schlagartig frisch – wir sollten langsam zurück auf NESSAJA und unsere Wäsche abnehmen.

Aber wie lässt man einen Strandtag Mitte November in Griechenland ausklingen?
Genau, ich merke schon, unsere Bräuche könnten zum Trend werden – wir gehen auf eine Eisspezialität zu „Repapis“.

Vom Strand zu „Jingle Bells“ – krasser geht´s kaum. Aber es fühlt sich gut an, lebendig, ein bisschen verrückt 😉

Gestaltentreffen in Lakki
Das Büdchen hat geöffnet – bei vorweihnachtlichen 22°C

Während wir am Strand saßen, habe ich ein Bild an Sibylle geschickt und sie hat postwendend geantwortet – es sieht so aus, als ob bei ihr sowohl der Winter als auch die Vorweihnachtszeit ziemlich exakt dem Klischee entsprechen…

Und das war erst der Anfang – das sind die Momente in denen mir klar wird, dass es kein Zurück gibt, nicht für mich

Zum Dinner sind wir heute, wer hätte es gedacht, im „SouVLakki“, denn René möchte gerne Giros – „…so richtig griechisch!“
Na da können wir dienen – ich opfere mich und gehe mit!

Danach geht´s ab nach Hause, in NESSAJAs Bauch ist es schön warm, denn wir lassen immer für 30 Minuten die Heizung laufen.
Schöne Stunden – wir sitzen zusammen, klönen über dies und das, trinken Bier und planen unseren Ausflug nach Rhodos.

Als der Plan steht, buchen wir unser Zimmer! Alea, iacta est – die Würfel sind gefallen, wir machen Männerurlaub, drei Tage Rhodos mit der GS!

René greift dann noch weiter vor und studiert unseren Kretaführer und holt sich Ideen ab.
Es wäre zu verlockend, aber ich habe hier viel zu tun und die Rückreise von Kreta würde meine Zeit auffressen.
So sehr ich es bedauere, aber nach Kreta muss mein Freund alleine weiterziehen, in Rhodos werden sich unsere Wege trennen.

René bereitet sich auf Kreta vor – wir waren mehrfach dort, ich kann ein paar Tips geben

Am neuen Morgen trinken wir Kaffee. René druckst rum, er wolle nicht wieder in ein griechisches Café zum Frühstücken, der Stachel von gestern sitzt noch tief.

Ok, was er denn dann wolle, frage ich ihn…

Er wolle jetzt zum Bäcker und in den Supermarkt um einzukaufen, dann kochen wir uns lecker Frühstück, das wäre doch was!

Jaaaa, ich weiß was er meint und hätte die Idee auch ab dem ersten Tag toll gefunden.
Heute ist aber der letzte Tag und alles was wir nicht aufessen wandert sofort in die Tonne – außerdem habe ich keinen Bock auf Abspülen.

„Das lohnt sich doch nicht…!“ erwidere ich.

Egal, er hat es sich in den Kopf gesetzt und fackelt nicht lang – „…ich kauf´ ein, ich spül´ ab!“ sagt er und braust davon.
Ok, dann halt, wenn er es sich so wünscht…

So sieht ein zufriedener Freund aus…
…und so die Küche – was tut man nicht alles

Es beginnt unser letzter Tag mit dem Motorrad auf Leros. Wir sind frisch gestärkt, unsere Fährfahrt ist eingecheckt und die Koffer sind gepackt.

Kurz, die Pflicht ist erledigt und nachdem wir die Küche wieder in Ordnung gebracht haben, beginnt die Kür.

Die sieht heute wesentlich weniger Offroad Anteil vor – ein letztes Stück, vorbei am Kriegsmuseum und hoch zum Dog Shelter…

Hier verbringt Sibylle viel Zeit, es ist mir ein Anliegen dies dem Freund zu zeigen
Das dreifarbige Mädchen wäre um ein Haar meine gewesen – aber Sibylles Ratio hat es verhindert

…von dort führt unser Weg weiter, abermals am Haus in Plaka vorbei, hoch zu den beiden Stränden im Norden von Leros.

Zuerst besuchen wir Blefoutis, das ist auch für mich interessant, denn ich war lang nicht mehr dort und kenne das Neubaugebiet nicht.

Man stampft aus dem Boden was geht – ob das gut ist? Man wird sehen.
Man hört Gossip, dass sich die Türken über Strohmänner dort einkaufen.
Ich kann mir das gut vorstellen, bleibt abzuwarten, ob dies der Insel einen Aufschwung gibt oder sie eher zum Negativen verändert.

Von Blefoutis nach Paralia Kioura – wir klappern jetzt die wilden Strände ab

Von Blefoutis aus bietet es sich an zuerst Paralia Kioura zu besuchen. Er ist einer der „wilden“, unbewirtschafteten Strände der Insel.

Diese Strände sind meist feinsandig und spärlich besucht, alleine ist man während der Saison aber auch dort nicht.

Paralia Damari
Wir waren direkt am Strand – jetzt heißt es hochkämpfen

Es folgt noch ein kurzer Abstecher nach „Dio Liskaria“. Auf dem Weg dorthin durchfahren wir Alinda und treffen Dimitris, den Wirt des „To Steki“.

Wir quatschen ein bisschen und René ist sichtlich beeindruckt, ich hatte ihm nicht zuviel versprochen, bezüglich meiner Integrationsbemühungen.

Irgendwie hatten wir alles auf Leros gesehen – ich war sicher, dass René an einem der „besonderen Strände“ noch einmal baden gehen wollte…
Aber weit gefehlt, der gestrige Nachmittag habe ihm so gut gefallen, er wolle das gerne wiederholen.

Na wenn mir da sein Wunsch nicht zum Befehl wird.

Wieder lassen wir uns auf den Liegen der „Sorocos Bar“ nieder…
…wieder springen wir ins kühle Nass
Und abermals lassen wir den Nachmittag bei „Repapis“ ausklingen

„Repapis“ kann, das ist bekannt, nicht nur Eis sindern auch Süßigkeiten.
Ich gönne mir heute ein Galaktoboureko mit einer Kugel Parfait Eis – ein Gaumenschmaus!

Dann heißt es zurück zum Schiff und umsteigen in „Klicker“ – wir müssen einkaufen!

Als wir zurückkommen geht die Sonne schon unter…

Ein Traum

Nanu, einkaufen? Am letzten Abend? Was ist da los???

Nun, das „A-Team“ sowie die Besatzung der DONNA rufen noch einmal zum gemeinsamen BBQ und was gibt es herzlicheres als mich MIT meinem Besuch einzuladen.

Wir waren eine illustere Runde und hatten echt viel Spaß, es war ein langer Abend und die Vernunft ließ uns irgenwann ins Bett gehen – Weckerklingeln um 02.30 Uhr!!!

Es gibt Fleisch, Vegetarisches, Salate und frisches Brot…
…sowie Alex´ selbstgefangenen Octopus

„Mario? Mario?“ Ich höre Stimmen! Ich sehe ein Licht? Bin ich im Paradies???

René steht in meiner Kabine und schaltet das Licht ein. Verdammt, ich habe so fest geschlafen, ich habe meinen Wecker nicht gehört!
Es ist 03.00 Uhr, der Kaffee fällt somit aus.

Wir packen, ich mache das Schiff klar für drei Tage Abwesenheit und verschließe den Niedergang hinter mir.

Mach´s gut NESSAJA, bis in drei Tagen…

Mitten in der Nacht gehen wir von Bord…
…und fahren nach Agia Marina
Die Fähre scheint nur wenig Verspätung zu haben
Wenig später können wir einfahren

Bis Rhodos sind es fünf Stunden. Einen Zwischenstop gibt es auf dieser Fahrt nur auf Kos, auf manchen Fahrten gibt es noch einen Halt auf Kalymnos und Symi.

Es zieht sich wie Kaugummi. Man will schlafen, kann aber nicht mehr.
Wir dösen, wir trinken Kaffee – bis irgendwann die fünf Stunden um sind, dann heißt es „ready for disembarkation!“

Wir machen uns klar, in wenigen Minuten öffnet die Rampe auf´s Unterdeck
Gleich gibt der Matrose die Bahn frei – dann werden wir Rhodos entern

Das Haus in dem wir unser Appartement gemietet haben, ist in dem lebendigen Stadtteil neben dem alten Hafen Mandrakis.

Wir konnten überhaupt nicht einschätzen, was um diese Jahreszeit auf Rhodos los sein wird und wollten daher nicht in der Altstadt residieren.

Es sollte sich als eine gute Entscheidung herausstellen. Jetzt wohnen wir zentral und doch zum Hinterhof hin ruhig, mitten im Herzen des Szeneviertels und können am Abend alles zu Fuß erreichen.

Eine perfekte Location nicht allzuweit vom Hafen – wir checken sofort ein…

Das Haus liegt sehr zentral
Die Zimmer sind modern und freundlich eingerichtet – wir haben zwei Schlafzimmer…
…ich wähle dieses und packe erstmal aus

Was tun am heutigen Tag? Der Plan sah vor, dass wir extra so früh von Leros abfahren um den Tag auf Rhodos noch nutzen zu können.

Ok, dann machen wir das auch so. René hatte sich zuhause schon eingelesen und hatte zuoberst auf seiner Bucketlist den Besuch der „Villa Vecchi“, ein bekannter „lost place“!

Dies sollte unser erstes Ziel sein.

Mit der GS bis direkt vor die Pforte der sagenumwobenen Villa
Die Villa ist gespenstisch – besonders wenn man die Geschichten kennt
Viele Räume sind düster, die Villa dem Vefall preisgegeben
Dennoch sind einige Elemente sehr gut erhalten

Zur „Villa de Vecchi“ gibt es viel zu lesen, einiges ist widersprüchlich, anderes scheint mir sehr phantasievoll ausgeschmückt zu sein.

Ich bin kein Geschichtskenner, lasse mich aber, besonders in einem solchen Kontext, gerne von solchen Geschichten einfangen und fesseln.

Man liest von „Orgien die dort gefeiert wurden“ und der brutalen Herrschaft des Generals über die Inseln der Dodekanes.
Es war eine schreckliche, brutale Zeit damals…

Heute trägt die Villa auch andere Zeichen der Zeit, einer moderneren, bunteren Zeit.

Me too
Die Besucher verewigen sich – Graffiti überall

Wir sehen uns um. Ich kenne den Platz und war mehrfach hier.

Während René um die Häuser schleicht und das Areal entdeckt, sehe ich mir auf der Landkarte an, wie wir unsere heutige Tagesfahrt wohl fortsetzen könnten.

Ich bleibe dabei – eine Landkarte ist etwas schönes! Sie ist bunt und gibt einen sehr guten Überblick.
Die alte Rhodos Karte hat uns stets begleitet, auch auf unseren Touren heute und an den zwei Folgetagen.

Ok, ich habe schon eine Idee

Die Fahrt hierhin war schon prächtig! Wir sind durch das „Tal der Schmetterlinge“ am „Berg des Propheten Ilias“ vorbei bis hierhin gekommen.

Alles auf diesen kleinen gelben Straßen, auf denen zu dieser Jahreszeit kein anderes Fahrzeug unterwegs ist.
Das verspricht Fahrspaß bei geringem Risiko.

Ich habe übrigens zum ersten Mal in dieser Wintersaison meine lange Hose an – ich darf aber vorweg nehmen, dass sie gleich nach meiner Ankunft auf Leros wieder in den Schrank wandert.

Wenn wir schon hier sind, wollen wir auf eine heiße Schokolade in diesem „Hotel im alpenländischen Stil“ einkehren, dies bleibt uns aber verwehrt, das Hotel ist geschlossen.

Das „Elafos Hotel“ gleich neben der „Villa de Vecchi“

Apropos lange Hose – mich fröstelt etwas! Ich habe zwar alle langärmeligen Sachen dabei und trage diese auch, auf meine Windbreaker-Jacke habe ich aber verzichtet.

Bei 20°C ist diese auch nicht nötig. Zwei Faktoren habe ich allerdings unterschätzt – erstens, wenn man acht Stunden Motorrad am Tag fährt, dann zieht es irgenwann rein.
Zweitens, auf 800m Höhe hat es keine 20°C mehr – ich muss mir etwas überlegen – heute Abend dann.

Jetzt geht es weiter, das nächste Ziel heißt „Kastro Monolithos“ – wir fahren weit in den Nordwesten der Insel!

Abermals suchen wir uns die kleinen Nebenstraßen aus
Ein Stück die Küste entlang – bis sich die Burgruine auf dem Monolithen erhebt
Wir beschließen, dass wir uns die Zeit gönnen die Ruine anzusehen

Ich war vor etwa drei Jahren mit Sibylle, Katherina und ihrer Schwester Lisa schon einmal hier.
Uns hat die Ruine damals sehr gefallen, weil die Aussicht von hier oben einfach atemberaubend schön ist.

Wir beschließen daher, dass wir uns den kurzen Aufstieg gönnen und uns dieses Naturspektakel nicht entgehen lassen.

Es geht kurz aber knackig nach oben
Die Szenerie belohnt für die Mühen

Als wir hierher gefahren sind, kamen wir durch das „Bienendorf“ Siana. Bei unserem letzten Besuch waren wir eher etwas enttäuscht, in Erinnerung geblieben, ist allerdings die Kirche mit den aufgemalten Uhren – warum das so ist, habe ich nie in Erfahrung gebracht, aber ein seltener Hingucker ist es allemal.

Klar, dass auch René und ich einen kurzen Fotostop machen…

Die Uhren sind aufgemalt

Auf dem weiteren Nachhauseweg, kam uns noch in den Sinn die Ausgrabungsstätte von Kamiros anzusehen.

DAS war damals eines meiner Highlights! Ich bin nicht so der Fan von antiken Stätten, aber die hat mich echt überzeugt.
Eine riesige, beeindruckende Anlage auch für den weniger interessierten Besucher – man kann sich leicht einfangen lassen.

Ich erzähle meinem Freund davon und wir schreiben uns Kamiros auf die Liste, doch leider haben wir Pech.
Als wir vorbeikommen war schon geschlossen. Ich nehme es vorweg, Kamiros blieb während dieses Besuches unerfüllt.

10.-€ ist aber auch nicht zuwenig – vielleicht ein Andermal

Wir sind gefahren was das Zeug hält, es hat uns richtig Spaß gemacht! Zu meiner großen Überraschung hat meine GS deutlich weniger Sprit als auf Leros gebraucht.
Der Kurzstreckenbetrieb und die Fahrten mit Sozia schlagen zu Buche.

Trotzdem musste ich jeden Tag tanken, wir spulen drei Tage hintereinander jeweils 200km ab – auf den kleinen Sträßchen von Rhodos, teilweise sogar offroad.

Acht Liter auf etwas mehr als 200km – das geht

Von Kamiros an, sind wir die restlichen Kilometer bis Rhodos Stadt entlang der Küste gefahren.

Die rund 40km auf der Autostraße ziehen sich, zumal so langsam die Dämmerung hereinbrach und es kühler wurde.
Ich habe es gut ausgehalten, spüre jetzt aber jede Faser in meinem Körper.

Morgen soll es frischer werden, ich brauche eine Windbreaker-Lösung, ich muss mir etwas ausdenken oder ein zusätzliches, günstiges Kleidungsstück kaufen.

Unter unserem Haus ist ein Supermarkt – bis wir geduscht haben und wissen, wo wir unser Dinner einnehmen, gönne ich mir erstmal eine heiße Suppe.

Instant-Tiriaki Nudeln – gar nicht so schlecht

Es war klar, heute gehen wir in die Altstadt und sehen nach, was dort noch so los ist.
Ich war happy, denn mein Lieblingsrestaurant in Rhodos Old Town ist das „Mama Sofia“, dort gibt es die besten Seafood Spaghetti.

Für mich war klar wohin wir gehen, was ich bestelle, wie der Abend abläuft – ich war voller Vorfreude.
Das Internet bestätigt mir – „Mama Sofia“ – geöffnet!

Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt…

Die Stadt war menschenleer, fast mystisch
Wir genossen die Stimmung in der leergefegten, mittelalterlichen Stadt
Irgendwie zwischen Orient und Okzident

Ihr ahnt es schon – ich erlebe eine herbe Enttäuschung! Die Stadt ist nicht nur menschenleer, sie ist auch verriegelt und verrammelt – alles war geschlossen, das Internet hat sich geirrt!

Langsam bekommen wir Hunger. Ich kenne noch eine Pizzeria, zwar auch in der Altstadt, aber direkt an einem der Tore, mit Zugang zum pulsierenden Leben.

Aber auch die war geschlossen!

Es war genug für heute, wir nehmen trotz des vorangegangenen Fails, ein weiteres Mal das allwissende Google zur Hilfe und lassen uns zu einer Pizzeria nahe unseres Appartements führen – essen und ab ins Bett, mehr wollten wir nicht!

Es war eine dieser kühlen, modernen Pizzerien, ich war zunächst echt skeptisch.
Aber die Qualität der Pizza hat überzeugt, sie war jeden der aufgerufenen 16 Euros wert.

War echt lecker – Pizza „Mario“ in der Rhodos Edition

Weil ich nie gleich einschlafen kann, mache ich noch meine Duolingo Runde und suche mir dann eine Lösung um den Fahrtwind von meiner Brust fernzuhalten.

Da fällt mir meine Wäschetüte ein – ich bau mir einfach „a Laiberl“, denke ich mir und lege auch sofort los.

Passt – 100% winddicht und im Falle eines Falles sogar wasserabweisend

Jetzt aber, noch eine kurze Message an Sibylle, dann lege ich mich schlafen.

Am nächsten Morgen nehme ich die Kaffeemaschine der Wohnung in Betrieb – alles da!
Maschine, Kapseln, Wasser und Strom – ein warmer Kaffee fließt aus dem Gerät und haucht mir neue Lebensgeister ein.

Später gehen wir in ein Café und frühstücken fürstlich, erst gegen 11.00 Uhr starten wir unsere Maschinen, vorher ziehe ich noch meine neue Wetterkleidung an, um vor allen Eventualitäten geschützt zu sein…

Jetzt kann nix mehr schiefgehen

Los geht´s – gestern war ein wirklich cooler erster Tag, wir haben schon ganz schön was angesehen.
Was können wir da heute noch folgen lassen???

Nun, wir legen an der Südküste los, fahren noch einmal ins Landesinnere und dann hinunter nach Lindos, dort steht die zweitgrößte Akropolis in Griechenland, das muss man gesehen haben.

Lindos – ausnahmsweise mal nicht bei stahlblauem Himmel
Zunächst mal die Bilder für´s Album

Natürlich fahren wir hinunter, um einmal durch den Ort zu gehen.

Ich positioniere mich – ich war schon dreimal auf der Akropolis. Mir ist der Weg nach oben unangenehm, der Eintritt ist mir zu teuer.
Ich würde unten warten, René könne derweil dieses Kulturerbe bestaunen.

Aber irgendwie war auch ihm nicht so nach Sightseeing zumute.
Wir sind ein bisschen durch die Stadt geschlendert, aber außer Andenkenläden war hier nichts offen.

Ein Drink oder ein Snack blieb uns hier verwehrt – dabei hätten wir essen können ohne Reue…

DAS war mir neu – ein völlig neuer Ansatz

Ok, dann geht die Reise weiter – wir machen einen Abstecher zum kreisrunden Strand „Agios Pavlos“ und setzen die Fahrt dann fort bis an den Westzipfel der Insel.

Dort ist ein weiterer berühmter Strand, ein Hotspot für Surfer und Kiter – der Doppelstrand von „Paralia Prasonisi“.

Ich denke, dass René gerne an Strände fährt, so hat jeder seine Leidenschaft – ich füge mich hier gerne, auch wenn ich weiß, dass die Anfahrt dorthin zu den eher langweiligen Strecken auf der Dodekanesinsel gehört.

Kilometerlang über flache, eintönige Flächen – dann ist der Strand erreicht
Klar, dass wir Bilder aus allen Perspektiven machen…
…aus allen Perspektiven

Weiter geht´s! Es war klar wie Kloßbrühe, dass zumindest ich mich, gegeben durch die Tatsache, dass Sibylle nicht auf dem Sozia sitzt – dass also zumindest ich mich nicht davon abhalten lassen würde, meine Fahrt bis zur Wasserkante fortzusetzen.

Nicht klar war, dass mein Freund meiner Spur folgen würde – mit seiner nagelneuen GS ein kleines Wagnis, ist sein Bike doch viel schwerer als meines und zudem nur mit Streetpneus ausgestattet, während ich mit Semi-Enduros unterwegs bin.

Here we are – that´s life
Das ist doch mal ein Bild

Was man am Foto nicht sieht ist, dass René schon die Schweißperlen auf der Stirn standen, denn irgendwie hatte er sich schon festgefahren.

Aber als ich ein bisschen schob und er die Elektronik auf „Enduro“ gestellt hatte, war der Sand kein allzugroßes Hindernis mehr.

Ich kam selber wieder zurück auf festen Boden – schade, dass keine der coolen Bars offen hatte, wir hätten uns eine Kaltschale verdient gehabt!

Check! Die Fotos sind gemacht, es kann weitergehen…
„Keine Lust schwimmen zu gehen?“ frage ich meinen Freund.
Zu meiner Überraschung verneint er und wir setzen unsere Fahrt fort – wieder liegen ein paar langweilige Kilometer vor uns, bevor wir auf die kleinen Bergsträßchen abbiegen können.

Es zieht sich ein bisschen – aber man muss trotzdem auf der Hut sein…
…denn unverhofft kommt auch hier oft
Das vorhergesagte schlechte Wetter rückt näher

Wir entschließen uns, eine echte Pause zu machen. Der nächste Ort bietet sich für einen Tankstop, einen „Light Lunch“ und einen griechischen Kaffee an.

Gesagt, getan, wir stoppen an einem netten Platz, hier haben zwei Tavernen geöffnet.
Eine ist schon gut besetzt, an einer zweiten winkt eine alte Dame.
Wir entscheiden uns dafür, der alten Dame ein Mittagsgeschäft zu gönnen und kehren bei ihr ein.

Eine gute Entscheidung, wir werden einfach aber sehr gut und herzlich bewirtet.

Mein „Windshield“ hat sich bewährt
René isst Moussaka, ich entscheide mich für einen Saganaki mit Brot und Tsaziki
Im Nachbarlokal ist mehr los, es wird im Reiseführer beworben – auch die Katzen scheinen den Reiseführer zu kennen

Wir wollen noch einmal über die Berge – inzwischen waren wir soviel unterwegs, dass wir nach „Straße schon gefahren“ und „die kennen wir noch nicht“ entscheiden.

Die jetzt gewählte Straße führt noch einmal zu den hohen Bergen der Insel, dort haben sich inzwischen die Regenwolken festgehangen.

Ok, wagen wir es oder nicht?
Es fängt tröpfeln an – wir drehen um

Als es anfängt zu regnen, stoppen wir und beratschlagen uns. Wir haben beide keine Regenkleidung an, es sind fast 60 Kilometer bis nach Hause – eine Strecke von rund einer Stunde, welche ich nicht patschnass fahren will.

René stimmt zu und wir drehen um. Wir wählen die andere der noch nicht von uns befahrenen Straßen welche im Norden der Insel verläuft.
Dort ist es heller und wir können dem Regen tatsächlich davonfahren – nur ein kurzer Schauer erwischt uns, der ist aber von so kurzer Dauer, dass wir ihn praktisch „unterfahren“, wir bleiben trocken.

Erschöpft und zufrieden kommen wir in der Dunkelheit vor unserem Appartement an…

Ein weiterer Tag geschafft

Das Dinner gibt es heute in einer kleinen Taverne nur ein paar hundert Meter von hier.
Wir essen gutbürgerlich und preiswert, dann gehen wir ins Bett – man glaubt es vielleicht nicht, aber so ein Tag streng mehr an als man denkt.

Am neuen Morgen geht es nicht sofort los. Zunächst gehen wir frühstücken, dafür sucht René das Frühstückslokal eines Hotels aus.
Ich sage offen, das würde mir zuletzt einfallen, aber sei´s drum, er hatte richtig Freude am „Continental Buffet“.

Ich bediene mich ebenfalls, muss dabei aber an hunderte Hotelfrühstücke auf der ganzen Welt denken…

Natürlich war es günstiger als in einem guten Café

Dann hatten wir, unserem Vermieter sei Dank, neben dem „early check-in“ noch die Option spät auszuchecken.

So sind wir noch einmal auf´s Zimmer um uns frisch zu machen und die restlichen Sachen zu packen.
Erst dann haben wir die Türe hinter uns ins Schloss gezogen und den Schlüssel in der Keybox hinterlegt.

So einfach geht Hotel heute

Vor uns liegt der letzte Fahrtag – es gibt noch eine Straße welche wir noch nicht befahren haben.
Sie führt zu einem Stausee im Landesinneren, welchen man auf einer 10 Kilometer langen Offroadstrecke umfahren kann.

Das Wetter ist im Wesentlichen wie gestern, es scheint aber zu halten.
Wir haben ein paar Stunden Zeit, sollten die heute gewählte Runde aber leicht schaffen – Zielzeit ist spätestens um 17.00 Uhr am Hafen, beide Fähren gehen um 18.00 Uhr.

Also auf geht´s, packen wir es noch einmal an…

Unterwegs sehen wir viele Stücke, welche wohl einem Brand zum Opfer fielen, die Natur kehr aber zurück
Die Straße ist perfekt, mit gutem Belag, sie schlängelt sich durch die Landschaft – das Wetter macht heute keine Kapriolen

Wir fahren dahin, nein, wir cruisen! Wir haben, wie es der Slogan von BMW verspricht, „Freude am Fahren“!
Darf man das heutzutage überhaupt noch sagen? Oder ist das schon ein falsches Statement?

Offen gesagt ist uns das an diesem Tag egal – das Wetter lässt uns in Ruhe, weit und breit keine Menschenseele, ein perfekter Fahrtag!

Wir kommen an eine Brücke die ich sofort wiedererkenne – sie erinnert mich an unbeschwerte Tage und spezielle Momente – ich war hier schon einmal, ich bin diese Straße schon einmal gefahren.

In einem Fotoalbum mit nem silbernen Knopf…

Wir passen uns der Straße an und finden den Flow – ich bin lange nicht mehr so schön Motorrad gefahren…

Klar, dass wir ein paar Augenblicke nutzen, um schöne Fahrbilder zu knipsen.
Keine klassischen Schnappschüsse, aber schon dynamisch fotografiert – alles mit einem alten iPhone X.

Ich stoppe vor der nächsten Kurve…
…um meinen Freund auf Zelluloid zu bannen

Diese wunderschöne Wald- und Bergstraße zieht sich noch ein paar Kilometer so hin, dann kommt eine Abzweigung – hier geht es zum See, wir müssen entscheiden.

Nun, die Zeit passt, Lust auf ein paar abschließende Offroad-Kilometer haben wir auch, was hindert uns also daran?

Wir biegen links ab und nehmen den ausgeschilderten Schotterweg.
Dieser war perfekt geschottert und hatte im weiteren Verlauf nur ein paar Stellen an denen wir loses Gestein befahren mussten.

Es war kein Geländeausflug mit hohem Anspruch, aber dafür ein in jeder Hinsicht feiner Zungenschnalzer – born to be wild!

Hier geht´s ab
Der Track wurde schnell sehr vielversprechend
Landschaftlich war er sehr reizvoll
Wir hatten Spaß an der Freud´
Viele Fotostops kosten ein paar Minuten – aber es wäre zu schade…
Rock it!
Die Koffer mussten leider mit – ohne wäre besser
In ihrem Terrain
Endspurt – noch ein paar Kilometer

Als wir zurück auf der asphaltierten Straße waren, musste entschieden werden, wieviel Erlebnisse noch in den Tag passen.

„Sollen wir auf einen Kaffee ins „Pavo“?“, dort laufen einem die Pfaue zwischen den Beinen rum, ist ein cooler Platz – „…ne, nicht so!“

René ist, das hatte ich schon erwähnt, eher der „Sammler“ von besonderen Stränden – er will daher zum „Anthony Quinn Beach“, welcher sich am Weg zum Hafen befindet.

Kein Problem, das bekommen wir hin – ich denke, dass er jetzt doch noch einmal ein Bad im Meer nimmt.
Doch auch diesmal täusche ich mich…

Der „Anthony Quinn Beach“…
…heißt in der Realität „Paralia Plaka Ladikio“

Fertig – wir haben geschafft was wir uns vorgenommen haben. René wirft noch kurz die Thermen von Kallithea ins Rennen, aber ich habe keine rechte Lust mehr.

Ich will den Tag gemütlich ausklingen lassen und nicht zur Fähre hetzen.

Natürlich, so biete ich an, kann mein Freund die Thermen noch ansehen, ich würde in der Rhodos Marina auf ihn warten.
Dort gibt es das „Naval“, welches ich als Café und Restaurant durchaus schätze.
Es ist etwas teurer, aber durchaus besonders.

René kippt um – das klingt gut, er käme mit! Nächste Station ist die Rhodos Marina zum Ausklang unserer gemeinsamen Tage.

Angekommen, ein schöner Platz

Wir setzen uns hin und lesen die Speisekarte – ich liebäugle mit einem Galaktoboureko für 14.-€ und René spechtet auf den Käsekuchen für 13.-€.
Er entscheidet, sich das begehrte Stück Kuchen vorzuenthalten – zuviel Geld.

Ich bestelle – beide Desserts! Als die Sahnehaube auf sechs tolle Tage zusammen – ich darf diese Goldstücke von Kuchen spendieren.
Nicht weniger war die Zeit zusammen wert – jeder profane Baumkuchen würde der Sache nicht gerecht.

Wir sollten schlemmen, das Leben genießen, jetzt!!!

Der Kuchen war perfekt!
Ein bisschen die Beine vertreten und „was würde ich kaufen wenn ich im Lotto gewinne“ Schiffe ansehen

Es war soweit – wir können unsere Fähren von hier sehen und wissen, dass es an der Zeit ist zum Hafen zu fahren und uns zu verabschieden.

Ich werde nach Leros zurück fahren und in meinen Alltag eintauchen. René wird noch drei Tage Kreta anhängen bevor auch er zurück nach Deutschland muss.

Wir fahren die zwei Kilometer zum Hafen und kaufen noch Sandwiches bei „Gregorys“, dann heißt es endgültig Abschied nehmen – wir sehen uns in Deutschland, etwa Ende Januar 2026!

Auf René wartet die BLUESTAR CHIOS, Abfahrt 18.01 Uhr
Ich sehe schon meine BLUESTAR 2 – Abfahrt 18.00 Uhr
Ich fahre hoch und parke meine GS an der gleichen Position wie am Herweg – ein guter Platz
Dann suche ich mir einen schönen Platz und bereite mich auf die fünfstündige Fahrt vor

Die Fahrt zieht sich. Ich habe einen guten Platz in einer Ecke, mit Sicht nach vorne, Steckdose und der Möglichkeit mich hinzulegen.

Das mache ich auch und so kommt mir die Überfahrt nicht so ewig lang vor.
Natürlich mache ich den gleichen Fehler wie immer und kaufe mir einen Burger im „Goody´s“, was ich wieder zutiefst bereue und abermals schwöre, dies nie wieder zu tun.

Irgendwie geht die Zeit rum und der Hafen von Leros wird ausgerufen.
Ich mache mich und mein Mopped klar, gleich sind wir zuhause.

Ich bin erschöpft – aber gleich hat mich Leros wieder

Ok, ich bin zwar müde, aber irgendwie würde ich noch gerne einen Absacker trinken.
Aber nix geht mehr – seit die Fähre in Agia Marina anlegt, sind die Bars in Lakki früher geschlossen.

Das ist schde, denn mein Schlenker zur „La Plama“ Bar wird nicht belohnt, alle Fenster dunkel – ich muss unverrichteter Dinge nach Hause fahren.

Welcome home, wieder zurück auf NESSAJA!

Ein Bier, dann geht es ab ins Bett

Ich mache noch alle Ventile auf und schalte mein Stromnetz wieder ein, dann bin ich eigentlich bettklar.
Ein letztes Bier verschafft mir Bettschwere und ich schlummere sofort weg…

Mir war von vorneherein klar, dass ich nicht sofort an die Arbeit gehen können würde.
Zuviele Kleinigkeiten standen an, das Thema „Alltagsorganisation“ darf nicht unterschätzt werden.

Ich muss die Tage zum Beispiel zu einem der örtlichen „Accountants“, das sind Spezialisten für steuerrechtliche Fragen.
Für mein Haus muss eine Meldung bezüglich der Grundsteuer gemacht werden, zudem gibt es ein Formular für die Bank zu organisieren.

Bisher habe ich das immer selbst gemacht, aber langsam wird es kompliziert und ich will in jedem Fall Fehler vermeiden.
Diese Accountants sind nicht teuer, anders als wir das von Deutschland erwarten würden, aber die Besuche dort sind Zeiträuber.

Heute verschaffe ich mir erstmal einen Überblick, was ist eigentlich mit EXELIXI?

Sie steht an Land – es scheint alles geklappt zu haben

Es hat einen Grund, warum ich zuerst nach der, mir eigentlich unbekannten, kleinen Hanse sehe.
Eigner Mark hatte mich während meines Urlaubs kontaktiert, dass der zweite „Helfer“ ihm abermals eine kalte Absage erteilt hätte – er „könne auch das nicht“.
Auch die Marina lehne wohl solche Aufgaben ab, es gäbe immer Probleme bei der Verrechnung – zu teuer für wenig anspruchsvolles Tun.

Nun sei seine Not dringend und er bäte mich, auch die restlichen Punkte der Liste zu erledigen.
Klar werde ich helfen, aber irgendwie wundert es mich doch immer wieder, da werden Schiffe für 100.000.-€ oder mehr einfach so zurück gelassen, man verlässt sich auf Pläne die sich von heute auf morgen ändern können.

Ich will offen sagen, dass mich dies in jener Phase des Monats ein wenig frustriert hat.

Denn dies passiert mir in diesen Wochen mehrmals und ich sehe mich inzwischen leider gezwungen, dem Einhalt zu gebieten.
Die Annahme, dass ich hier auf Anrufe warte, welche mich aus meiner Langeweile reißen ist falsch, ich hab´ viel zu tun und jeder Sidekick bringt meine eigene Planung komplett durcheinander.

Ich plane Arbeiten die an einen Versand gekoppelt sind, andere die in Relation zu Sibylles Option mir etwas mitzubringen stehen.
Meine Wochen sind in Abhängigkeit der Wetterentwicklung geplant und auch an die Tatsache angepasst, dass man manche Dinge gar nicht mehr machen kann, wenn es erstmal unter 10°C hat.
Ich muss meinen Wochenplänen folgen und kann nicht mehr auf Zuruf reagieren.

Das gilt natürlich nicht für Notfälle, wenn Not am Mann ist helfe ich immer ad-hoc, aber „vergessene“ oder unterlassene Einwinterungen, oder „kannst Du mal schnell die Zwiebeln aus der Bilge fischen“ Aufgaben, kann ich nicht mehr erfüllen – der Aufwand der dafür betrieben werden muss, wird meist unterschätzt oder gar nicht erst erkannt.
Ich vertrete die Ansicht, dass man sein Schiff bei jedem Verlassen nach einer Checkliste durchgeht und erst dann die Türen schließt – unverhofft kommt oft.

Ein wenig frustriert fahre ich nach Lakki, ich muss mein Griechisch-Lernheft abholen, da ich beim letzten Kurs nicht teilnehmen konnte.

Ein Übungsheft finde ich gut – der Preis geht in Ordnung

Danach zieht es mich zum Haus. Ich will in Plaka nach dem Rechten sehen und auch kurz schauen, ob Post angekommen ist.

Und tatsächlich, ein Brief in meinem Briefkasten! Der erste Brief in der neuen Postbox!
Naja, wirklich Grund zur Freude ist es nicht – wie auch in Deutschland, bestehen Postsendungen meist aus Rechnungen.
So auch hier, meine Stromrechnung hat den Weg zu mir gefunden – und siehe da, auch das Abbuchen klappt inzwischen.

Es geschehen Zeichen von Wunder…

Oh, Post für mich

Ansonsten war alles in Ordnung, Neuigkeiten gibt es keine – auch der Garagentormann drängt mich nicht mit einem Einbauwunsch bezüglich des neuen Garagentors.

Ich bin entspannt, trotzdem nervt mich Kommunikationsschwäche. Das wird immer ein Thema für mich bleiben, ich will mich da auch gar nicht anpassen.
Mangelnde Kommunikation ist immer die Wurzel des Übels.

Mein nächster Halt am ersten Tag nach meiner Rückkehr führt mich zu „Repapis“.
Klar kaufe ich mir ein Eis, aber der eigentliche Grund war ein anderer – ich bin heute zu Ewas Geburtstag eingeladen und brauche ein Geschenk.

Geschenk für Ewa kaufen – check

Ewa und Stephen wohnen auch in der Marina. Wir haben eigentlich keinen engen Kontakt zu den Beiden, aber ich kann Ewa ganz gut leiden und lehne die Einladung zu ihrem Ehrentag daher auch nicht ab.

Es kommt eine relativ große Runde zusammen, es gibt Kaffee und Kuchen und ein wenig Palaver.
Dazwischen ein nettes Beisammensitzen mit ganz anderen Leuten als gewohnt – hat auch mal was!

Happy Birthday Ewa

Am Weg zurück zu NESSAJA sehe ich sie wieder einmal ganz – von oben bis unten, von vorne bis hinten.

Sie ist „sale pending“, es gibt ein Käuferpaar und ich bin eigentlich schon dabei, die Braut für die Hochzeit hübsch zu machen.

Ist es die richtige Entscheidung? Kopf oder Bauch? Herz oder Hirn?
Ich darf nicht weiter darüber nachdenken…

Sie ist ein tolles Schiff

So neigt sich mein erster Tag zurück zu Hause auch schon dem Ende entgegen.
Ich freue mich darüber, dass das Wetter mir hold ist, bei Temperaturen über 20°C Ende November fühle ich mich wohl.

Der klare Himmel ist gewichen, das ist gut so, denn im Winter sind die klaren Tage meist kälter.
So wie es ist, ist es für die Jahreszeit perfekt!

Morgen früh muss ich Wäsche waschen, die lange Hose kommt noch einmal in den Schrank!

Auf dem Weg zum Dinner zeigt sich die Lakki Bucht von ihrer schönsten Seite, ich freue mich, wieder zurück zu sein.

Die Dramaturgie der Wolken und des Lichts – love it

Abendessen gibt es jetzt wieder häufiger im „SouVLakki“. Ich bin immer noch Strohwitwer und der ganze Aufwand mit einkaufen, kochen und abspülen ist mir zuviel.

Einmal am Tag essen, dafür aber „was Gscheids“, da kann man sich, aus meiner Sicht, das ganze Kochgedöns sparen.

Zur Abwechslung mal kein Giros

Ich esse abwechslungsreich – es gibt mal Giros, mal Bifteki, dazwischen auch mal Burger.
Dazu gibt es Gemüse in Form von Kartoffelstäbchen und Vitamine durch die üppige Salatgarnitur.
Als Getränk eine Hopfenkaltschale – und schon bin ich zufrieden.

Bis es wieder „Sibylles Kitchen“ gibt, wird es noch eine Weile dauern.
Meine Frau musste ihre für den 30.11. geplante Rückkehr um mindestens zwei Wochen, jetzt zunächst auf den 14.12. verschieben.
„Private Gründe“ zwingen zu einem längeren Aufenthalt…

Das hat Auswirkungen! Am Folgemorgen habe ich nämlich mal wieder richtig Lust auf ein Frühstück – und es ist niemand da, der mir erklärt, dass eine Eisspezialität nicht das Gleiche ist wie eine Eispezialität – irgendwas ist da schief gelaufen.

Himbeereis zum Frühstück, Rock´n Roll im Fahrstuhl – kennt ihr das???

Auch heute wird wieder so ein Tag zwischen Brot und Butter – man wurschtelt den ganzen Tag, hat am Abend auch was geschafft, aber wirkliche Produktivität sieht anders aus.

Gleich nach meinem opulenten Frühstück fahre ich zu „Boat & Parts“ um bei Katerina meine ersten Stage abzuholen.
Diese sind aus Athen zurück und ich will die Trümmer sofort zu meiner Entlastung abholen und die Rechnung begleichen.

Das bedeutet, dass ich auch für NESSAJA wieder ein Arbeitspaket an Bord habe.

Die ersten Stage sind da

Auch auf ELOWYN muss ich ran, ich darf die kurzen Zeitfenster nicht ungenutzt verstreichen lassen.
Die Großen Projekte packe ich bald an, aber zum Waschen der Leinen ist auch jetzt Zeit – die Einwinterung kann ich im Laufe dieser Tage abschließen.

Die letzten Leinen sind gewaschen und getrocknet – jetzt geht es ans Eingemachte

BIMM! Mein Mobiltelefon meldet sich zu Wort. Nanu, wer kann das sein? Um diese Zeit?

Sibylle macht ihre Arztbesuche und meldet sich gewöhnlich nicht zu dieser Stunde.

Ah, das „A-Team“, Antonia, was hat sie den auf dem Herzen???
Ich traue meinen Augen kaum als ich auf das zugesandte Foto sehe – Leberkas!!!

„Ich koch´ grad was – kommst Du rüber?“

Die junge Frau brutzelt grad Leberkas für Alex, was als ultimativer Liebesbeweis gelten dürfte – die überzeugte Veganerin brät die Fleischscheiben für den Gatten – und lädt MICH dazu ein!

Klar sage ich zu! Was für eine Frage. Minuten später sitze ich an Bord der ANAHITA.

Nein, DAS ist keine Zeitverschwendung, denn Alex und ich planen natürlich die nächsten Aufgaben.
Ernsthaft, wir stimmen uns dieser Tage immer ein wenig ab – ich helfe ihm, er hilft mir. Das klappt gut und geht auf!

Nach dem Frühstück jetzt schon die zweite Mahlzeit – das Bier zu Mittag wird mich ins Food-Koma versetzen

Wenn es läuft, dann läuft´s! Ich bekomme eine Mail von der Marina, es sei ein Päckchen für mich angekommen.

Ich ahne schon um was es geht, denn natürlich tracke ich meine Sendungen – ich vermute mal, dass „maritimo.at“, eine Firma die ich ausdrücklich empfehlen kann, das langersehnte Ersatzteil für meine Rollanlage geschickt hat.

Und es bestätigt sich, das Tauschteil für das defekte Vorstagprofil ist eingetroffen.
Jetzt habe ich alle Teile beisammen, um die Kutteranlage wieder zusammenzubauen.

Die Stagen und das Profil sind da – ich kann „Stage 1“ finalisieren

Eile hat dies nicht, denn zur Montage am Mast brauche ich Ben und Alex oder zumindest einen der beiden.

Da Ben und Caetlin gerade Familienbesuch haben, sind die zwei nicht abkömmlich, insofern kann auch ich mich anderen Aufgaben zuerst widmen.

Der heutige Tag neigt sich aber dem Ende zu, für mich heißt es duschen und ab zum Dinner – abermals steht „SouVLakki“ am Plan.
Dort ändere ich heute meinen Speiseplan so drastisch, dass dem Kellner fast der Stift aus der Hand fällt.

Ich bestelle vegetarisch! Einen „SouVLakki Salat“ und ein „Meatless Pita mit Haloumi“.
Hat echt gut geschmeckt, ich mag Haloumi, eine echte Alternative.

Essenstechnisch war heute ein außergewöhnlicher Tag

Ich schlafe perfekt und stehe ausgeruht auf – heute soll ein Tag werden, an dem ich so ein paar dieser typischen „Scheißaufgaben“ erledige.

Dinge, die lang auf der Liste stehen, die man aber immer wieder vor sich herschiebt – ich will einige davon erledigt wissen!

Den Anfang macht EXELIXI – ich will die überfallartige Einwinterung endlich abgehakt wissen.
Also verhole ich mich auf das Schiff und investiere einen weiteren halben Tag um den Anker aus dem Kasten zu nehmen, einige Messungen zu machen und alles winterfest zu verräumen – zum Schluss noch ein paar Bilder, dann melde ich Vollzug und erkläre Mark, dass meine Hilfe nun definitiv endet.
Das Boot ist klar für den Winter, der Rest ist sein Job in der Saison 2026.

Der Anker liegt unten und ist gespült
Lenksäule und Leinen verpackt – das Deck ist klar

Offener Punkt EXELIXI – Check! Was kommt als nächstes???

Ohja, was mich echt eiert ist das Waschen meiner GS. „Klicker“ könnte auch eine Wäsche vertragen.
Der Aufwand dafür ist aber so riesig – Hochdruckreiniger raus, Strom legen, Wasser legen…

Ich mache mir die Mühe und wasche meine Fahrzeuge, beide haben sich diese Wellnessanwendung verdient.

Meine „Waschstation“ – erst das Mopped…
…danach wird „Klicker“ gereinigt – man hatte kaum mehr zu den Scheiben hinausgesehen

Für das Mopped ging die Wellnesskur noch etwas weiter. Ich habe nämlich beschlossen, dass ich mich nicht während des ganzen Winters um zwei Fahrzeuge kümmern werde.

Ich erinnere mich noch gut an die kalten Tage des letzten Winters und an den vielen Regen.
Ich war mit der GS doch ziemlich limitiert. Wenn ich den Quattro schon hier habe, will ich ihn auch nutzen, auch wenn die ewige Kurzstrecke sicher nicht ideal ist.

Ich schmiere an der GS also alles was zu schmieren ist und entferne den Rost so gut es geht – dann bekommt sie ihr Winterquartier in meiner Garage in Plaka.

Nach ihrer Frischzellenkur steht sie wieder fein da
Sie wird ordentlich in der Garage verräumt

Wenn ich schon hier oben bin, dann nehme ich auch gleich noch die Oliven vom „vergessenen Baum“.
Auch das ein Punkt, den ich schon lang auf der Liste habe, ich möchte ausprobieren, ob ich Verzehroliven daraus machen kann.

Ich reche die paar Oliven vom Baum, dann rufe ich Alex an, er holt mich mit „Klicker“ von hier oben ab.

Nicht wirklich viel – aber es reicht
Zuerst waschen

Wie schon angedeutet, Alex und ich helfen uns viel aus – heute bin ich im Wort.

Bei ANAHITA muss das Ruder ausgebaut werden, sie hat ein sehr altes System mit einem klassischen Kugellager und einer Art „Fettbuchse“ als Dichtung.

Das Lager ist aufgepresst und wir werden es nur mit Gewalt abbekommen.
Alex ist ein Bastler der sich vor nichts scheut, nur hat er manchmal Sorge, etwas kaputt zu machen.
Daher meine Unterstützung bei den grobschlächtigen Arbeiten.

Wir begeben uns zusammen ins Schlafgemach der Delta 46, von hier hat man Zugriff auf das System.

Das muss alles raus…
Das obere Lager bekommen wir mit Hitze und Hammerschlägen ab

Hitze, Hammerschläge und ein großes Montiereisen – immer wenn es dazu kommt, bin ich in meinem Element.

Nicht so Alex! Er sorgt sich, als ich mit dem Brenner und dem Feuerlöscher anrücke.
Ok, kann ich verstehen, aber ich bin mir meines Tuns bewusst und auch überzeugt, dass wir erfolgreich sein werden.

Unsere Arbeit an diesem Tag war dem jungen Paar sogar einen Blogpost wert – ich finde es lustig und freue mich über die Erwähnung. Mir hat es Spaß gemacht!

Ja, hilft halt nicht – manchmal muss man mit „groben Geschütz“ ran

Long story short – wir haben länger gebraucht als erwartet, waren am Abend aber erfolgreich.

Das Ruder kann im nächsten Arbeitsschritt abgelassen werden, alle Verbindungen nach oben sind demontiert und können ersetzt werden!

Ich ziehe mich zurück – frisch machen ist angesagt, dann heißt es zu entscheiden, wohin ich zum Essen gehen würde.

Heute war Montag und es ist ungeschickt, dass am Montag sowohl das „SouVLakki“ als auch das „La Nostra“, meine Lieblingspizzeria, geschlossen haben.

Als wir fertig sind, geht die Sonne schon unter
Die Bucht ist abermals in herrliche Farben getaucht

Die Entscheidung zum Abendessen fällt meinerseits auf das „Gia Sena“, die kleine, sehr einfache Taverne in Lakki.

Sie ist kein gemütlicher Platz für ein nettes Abendessen, aber ein guter Ort um günstige, authentische Hausmannskost zu essen – im Winter eine echt gute Alternative.

Alex begleitet mich kurzentschlossen und lädt sogar ein – ihm falle ein Stein vom Herzen wegen der gelösten Ruderproblematik.
Ach wenn es immer so einfach wäre…

Weil niemand dabei ist, der uns maßregelt oder gar im Zaum hält, isst Alex DREI!!! Portionen Moussaka und ich erst Tigania Kotopoulo und dann noch eine Portion Rollo Kotopoulo – kein Kampf ohne Mampf, oder wie war das??? 😉

Zufällig kommt auch noch Marcus mit Familie rein, wir ratschen kurz, ziehen uns dann aber zurück.

Zurück am Schiff, ist noch viel Abend übrig! Ich lerne mit meiner Duolingo App…

Ist nicht von langer Dauer – Sibylle wird mich einholen und wir beide fallen aus den Top-Ten
Ja muss ich denn alles alleine machen??? 😉

Spaß beiseite, das Lernen gestaltet sich zunehmend schwieriger. Ich bin mit der App zu schnell, kann aber trotzdem viel behalten.

Es ist gut, dass der Kurs wieder begonnen hat!

Nach dem Lernen kümmere ich mich um meine Oliven, ich muss täglich das Wasser wechseln. Das geht dann über mehrere Wochen so.
Erst zu einem späteren Zeitpunkt kann man sie einlegen.

Wenn die was werden, reicht uns das für eine Weile

Zu guter Letzt telefoniere ich noch mit Sibylle und wir halten uns gegenseitig auf dem Laufenden.

Telefonieren mit Sibylle ist schwierig – irgendwas ist immer. Mal turnen Kinder auf ihr rum, mal ist sie abgelenkt, ein andermal hat sie kein Netz.

Aber für ein kurzes Update reicht es meistens, viel gibt es ja auch nicht zu erzählen.
Vielleicht kann ich die Bahn für die Zeit nach ihrer Rückkehr ein wenig ebnen.

Und bei Dir so???

Irgendwie fühlen sich diese Tage komisch an, ich bin ständig unter Strom aber kaum effizient – das verdirbt mir die Laune ein wenig.

Ich merke das ganz deutlich als ich aufwache – was mach´ ich heute? Ach, wieder 1001 Kleinigkeiten ohne richtig was zu bewegen?
Das fühlt sich an wie auf eine Zitrone beißen – zum Glück treibt mir mein Tässchen Kaffee die Freude wieder nach oben…

Was soll ich tun, was soll ich machen? Bin vor Kummer schon ganz grau…
Ahhhh, was so ein köstliches Gebräu doch bewirken kann

Ach, weil wir gerade beim Kaffee sind – aufgrund der Wichtigkeit dieses Stoffes in meinem Tagesablauf, habe ich Sibylle gebeten, mir ein paar Pfund „Dinzler“ mitzubringen.

Das schmeckt nach Heimat, die damals so geliebte Bohne hat einfach mehr Wumms als so ein Jacobs.

Was mach´ ich nun heute? Ich weiß! Ich lass´ das Ruder von ELOWYN ab, stelle die lang erwartete Diagnose und bestelle die Teile – endlich ein zieführendes Tun, endlich ein Vorankommen.

Nanu, hat es geregnet? Ich hab´ davon gar nichts mitbekommen, aber es ist Wasser im Dinghy.
Also erstmal das Schnulli ausleeren, bevor es am weißen Riesen losgeht.

Nicht wirklich wenig – ist total an mir vorbeigegangen
Auf ELOWYN kann es losgehen

Ich habe vor, gemäß der Anleitung des Herstellers Jefa, das Ruder am oberen Lager zu lösen und es abzulassen.

Das sollte mit drei Schrauben erledigt sein.
Ok, vorher gilt es etwas Peripherie abzumontieren, aber insgesamt sollte das machbar sein.

Ich freue mich, denn alle Schrauben gehen gut auf, hier zeigt sich dann doch die Qualität und die gute Wartung.

Wichtig ist, das Ruder von unten abzustützen – ich suche also jetzt erstmal ein paar Holzklötze und unterlege es dann gezielt.

Jetzt kann nichts mehr passieren
Der Ruderarm ist ab, alle Schrauben gelöst – jetzt heißt es, die Befestigungsschrauben (am oberen Bildrand) zu öffnen
Ich nehme die Klötze weg und staune – das Ruder sackt nicht nach unten, ist aber voll drehbar
Mit etwas wackeln können Alex und ich es nach unten führen

Alex hilft mir beim Absenken des Ruderblattes. Ich weiß nicht wieviel das Teil wiegt, da ist zwischen 50 und 200kg alles möglich.

Und während ich 50kg wohl noch alleine handeln könnte, hört bald darüber der Spaß auf.
Ich brauche Hilfe und der Freund ist sofort zur Stelle.

Jetzt wo das Ruderblatt abgesenkt ist, kann Alex wieder zurück an seine Arbeit gehen. Der Zufall will es, dass auch er exakt heute sein Ruderblatt ausbauen will.
Ich sage zu, dass ich sofort nach der Demontage der Manschette zu Hilfe eile.

Klein aber oho, die Wurzel des Übels

Die Manschette ist in einem desolaten Zustand. Sie hat ein Loch, welches unter Druck ziemlich Wasser in das Ruderhaus lassen dürfte, denn es steht beim Fahren unter Druck.
Von dort war es möglich, dass das Wasser in die Bilge lief.

Mir fällt ein Stein vom Herzen, denn ich war von Anfang an der Meinung, dass das Problem hier seine Ursache hat – ich hätte eher dumm geschaut, wenn die Manschette keine Fehler gezeigt hätte.

Auch sonst war die Dichtmanschette verschlissen, es waren weitere Löcher unter den Schlauchschellen vorhanden.
Inwieweit diese ursächlich waren kann ich nicht einschätzen, allemal sind beide Dichtmanschetten zu erneuern.

Ich gebe Volker Bescheid, denn im Kern ist dies eine gute Nachricht.

Danach ziehe ich weiter zu Alex – es sind „Rudertage“ in der Leros Marina Evros!
Aber auch hier können wir bald Erfolg vermelden und das Ruderblatt ablassen.

Heute war ein Tag genau nach meinem Geschmack

Ich gehe heim – der heutige Tag war top! Alex hilft mir, ich helfe ihm. Zusammen haben bei zwei Booten die Ruderblätter ausgebaut und Fehler und Ersatzteilbedarfe diagnostiziert.

Es kann bestellt werden, es geht was vorwärts! So mag ich das…

Jetzt mach ich noch meine Hausaufgaben, denn heute ist wieder Griechischkurs und ich will nicht komplett unvorbereitet teilnehmen – ich habe ja jetzt zwei Stunden gefehlt, dies gilt es aufzuholen.

Das neue Buch bewährt sich – wer genauer hinsieht, kann versteckt ein Eis entdecken, das ist nur Nervennahrung 😉

Tags darauf widme ich mich noch einmal der Armaturentafel von ELOWYN.
ich hatte diese ja schon vor Tagen ausgebaut, musste aber noch Kleinigkeiten wie Beschriftungen und Dichtungen ablösen – möglichst so, dass man diese wiederverwenden könnte, für den Fall, dass man kein Ersatzteil bekommt.

Das ist zwar nur eine kleine Arbeit die mehr Zeit kostet als sie wert ist, gemacht werden muss sie aber doch.

Es gilt die Label und Dichtungen abzukratzen

Weil ich schonmal an Bord war, habe ich mich auch gleich noch der Problematik mit dem Loggegeber angenommen.

Das ist keine große Geschichte und kann im Rahmen der Reparatur der Seeventile mit umgebaut werden.
Die Stelle ist zum Glück gut zugänglich – ich überlege, wie ich das Teil am besten ausbauen kann.

Ich kann die Mutter nicht öffnen und entscheide daher, dies mit dem Fein Multimaster herauszuschneiden.

Zumindest ist Platz
Ich schneide die Mutter auf und breche sie dann aus…
,,,dies führt zu einem „ELOWYN Feinsaw Massacree“ – aber das neue Ersatzteil ist ja schon an Bord

Weil ich den Fein gerade in der Hand halte, entscheide ich heute auszuprobieren, ob ich die zwei herausforderndsten Gewindemuttern an zwei schwer zugänglichen, undichten Seeventilen auftrennen kann – wenn das nicht klappt, muss eine finale Entscheidung über die Vorgehensweise getroffen werden.

Hier kommt man echt schlecht hin – ich kann, wenn mein Arm mit dem Fein erstmal drin steckt, nicht mehr sehen was ich tue
Geschafft, die Mutter ist ausgebaut
Aber leider trägt der Durchbruch einen Schnitt davon

Ich merke sofort – das raubt Zeit, kostet Nerven und ist sehr risikoreich.
Einen Rumpfduchbruch habe ich schon zerstört, wer weiß, wieviele ich überhaupt retten könnte.

Zudem muss man nun im Hinterkopf haben, dass ich den einen kaputten und den des Loggegebers ja ohnehin austauschen muss.
ich komme also nicht umhin, noch einmal das Werkzeug zu holen und Material für die Arbeit am Unterwasserschiff zu beschaffen.

Ich entscheide – die neun undichten Seeventile werden als komplettes Set getauscht! Die Rumpfdurchbrüche fliegen raus, obwohl sie dicht sind.
Das Reparaturrisiko ist einfach zu hoch.

Die gesamte Arbeit geht schneller, wenn man die fehlerhaften Sets einfach komplett auswechselt.

Für heute reicht´s mir – ich gebe Volker Bescheid und fülle noch meinen Trinkwassertank, dann bin ich bei Paola und Thomas zum Pizzaessen auf der SIMPLY FREE eingeladen.

Ich fülle sicherheitshalber meinen Trinkwassertank – es sollen Regentage und Sturm kommen
Dann schlendere ich zu Thomas und Paola – und wen treffe ich da? Electra!

Ein paar Streicheleinheiten für den Marinahund, dann setze ich mich an den Tisch – schön, dass ich da sein darf, ich freue mich!

Ich mag Paolas Pizza sehr gerne und genieße die Gesellschaft der Beiden, andere Themen, andere Sichtweisen.

Das Ganze wurde umso netter, da Chris und Phil auch eingeladen waren, es war der letze Abend der beiden Waliser von der SHANIA und wir hatten echt viel Spaß.

Bier? Nein, wir trinken kein Bier – alles nur Deko
Vier verschiedene Sorten Pizza – eine besser als die andere

So ein schöner Abend – danke Paola und Thomas, dass ich dabei sein durfte!

Kurz vor dem Zubettgehen erreicht mich noch eine Nachricht aus der alten Heimat.
Tina, Renés Tochter, schreibt in einer Story, dass sie wegen Scheißwetter…

Landkreis Miesbach – Ende November 2025

…mal schnell nach Italien gefahren ist um ihren Papa zu holen!

Ich wusste das schon vorher von meinem Freund selbst, er hatte entschieden, dass er sich in Italien abholen lässt, noch bevor sich die Autobahn ab Bozen nach oben zieht.

Tina ist trotz des Wetters mit dem Anhänger nach Italien gefahren – ich bin mir sicher, dass die Beiden noch ein italienisches Dinner genossen haben – sie ist also nach Italien gefahren, um den Vater dort abzuholen, weil es nicht nur klirrend kalt über die Alpen gewesen wäre, es wäre im Schnee schlicht zu gefährlich gewesen.

So endet Renés Motorradtour nach mehr als 3000km zwar nicht vor der eigenen Haustüre, aber immerhin gesund und zufrieden am Anhänger der Tochter irgendwo in „Bella Italia“ – alles richtig gemacht!

Für mich war in diesem Moment klar, dass die Motorradtour erfolgreich und gesund abgeschlossen war

Für die beiden „Easy Rider“ endet die Motorradsaison 2025 an diesem Tag – was bleibt sind Bilder im „Buch der Erinnerungen“, Geschichten, die man irgendwann den Enkeln erzählen kann.

Denn nur wer etwas erlebt, hat auch etwas zu erzählen – der Kreis schließt sich, „we are born to be wild“!

Ok, etwas zuviel Pathos – ich rudere zurück! Ich deklariere die Motorradwoche mit meinem Freund ganz pragmatisch als eines der „Highlights des Jahres 2025“!

Am neuen Morgen muss ich einkaufen fahren – ich brauche Grundnahrungsmittel!

Komisch, Sibylle hat immer mehr im Wagen

Ich kaufe Getränke, denn man muss viel trinken – Wasser, Bier und Cola, es ist für alle Eventualitäten gesorgt.

Dazu braucht es Chips und…

Ja, nix und – fertig, mehr braucht´s nicht! Als Sahnehäubchen gönne ich mir einen Panettone zum Nachmittagskaffee, ein Schmankerl als Vorfreude auf die Vorweihnachtszeit, ja auf die Adventszeit, welche bald beginnt.

Zurück im Hafen widme ich mich zwei Schiffen von Freunden – eines geplant und nach Absprache mit der Marina…

Auf EDINA sehe ich monatlich nach dem Rechten…
…und lass´ alle Systeme ein wenig laufen

…das andere – einmal mehr – als Überraschungsbonbon!

Bisher sieht alles gut aus
Auch die Leinen sind ok

Martin und Petra wollten noch einmal kommen, kriegen es aber zwischen all den Verpflichtungen zuhause nicht mehr hin.

Es war wohl ein Fehler, sein Schiff zurückzulassen, als sei es sicher, dass man noch einmal käme.
Keine Ruckdämpfer oder Leinenschoner an den recht dünnen Leinchen, die Kuchenbude bietet dem Wind Paroli, es fragt sich nur wer als Sieger aus dem Battle hervorgeht…

Ich befürchte, dass auch hier wieder ein kleines Arbeitspaket bei mir hängen bleibt – zu Lasten meiner knapp bemessenen Arbeitszeit an NESSAJA und ELOWYN.
Ich komme mehr und mehr zu dem Schluss, dass ich nicht mehr zu leisten im Stande bin, was von mir erwartet wird.

Ich überlege stark, ab 2026 keinerlei Aufgaben mehr zu übernehmen, welche nicht vollumfänglich im Vorfeld mit mir abgestimmt sind, zumal ich inzwischen ein weiteres Mal bei der Marinaleitung antanzen durfte und mich erklären musste, bei wessen Schiffe ich eigentlich „unterstütze“.

Hätte ich nicht einen gewissen Kredit bei der Besitzerfamilie, wahrscheinlich wäre ich schon längst ruhig gestellt.

Dazu kommt, dass ich mich, wenn NESSAJA an die neuen Besitzer übergeben ist, ausschließlich um ELOWYN kümmern werde.

Klingt bisschen hart gell? Ja, tut es – es soll ganz und gar nicht unfreundlich klingen, resultiert aber daraus, dass Feingefühl oder ein Gespür für Situationen generell eher rückläufig ist – in dieser Zeit muss man Grenzen setzen um selbst nicht unter die Räder zu geraten.

Ich wende mich wieder meinen tatsächlichen Aufgaben zu…

Auf ELOWYN mache ich alle Systeme winterfest

So vergeht ein Tag! Bis das Frostschutzmittel beschafft ist – immerhin 20 Liter, bis die Kannen mehrfach befüllt sind, bis dahin vergehen ein, zwei Stunden.
Dann muss der Generator gespült werden, das kann ich alleine, die Klimaanlage muss frost- und rostsicher konserviert werden, das kann ich ebenfalls ohne fremde Hilfe.

Zum Starten und Stoppen der Hauptmaschine brauche ich aber eine helfende Hand – hier springt wieder Alex ein, der für mich dieser Tage eine feste Größe geworden ist – HIER unterstütze ich im Gegenzug immer gerne. Quid pro quo.

Danach ist der Tag um, mir reicht´s für heute – ich gehe im „SouVLakki“ etwas essen und kaufe mir dann am Rückweg ein Eis – dann will ich noch ein paar Zeilen für den Blog tippen.

Hier ist Vorweihnachtszeit – ohne Wenn und Aber
Ich versuche mit dem Blog Schritt zu halten

Apropos der Blog – auch hier werde ich etwas ändern. Ich investiere viel Zeit in mein kleines Tagebuch welches ich immer gerne geteilt habe und welches ich mir auch durch die größten Meckerer und Provokateure nicht habe vermiesen lassen.

Etwas anderes lässt mich inzwischen zweifeln – es ist das Basisverhalten vieler Menschen.
Die Gesellschaft verändert sich und Werte werden wertlos – Anerkennung, Lob, gemeinsame Freude und vieles mehr sind nicht mehr selbstverständlich.
Respekt im Umgang und eine gewisse Rücksichtnahme sind im anonymen Dialog Mangelware.

Ich sehe hauptverantwortlich für diesen Werteverfall die sozialen Medien, die Deckung des Internets und, ganz schlimm, die künstliche Intelligenz, welche nur gepaart mit natürlicher Intelligenz funktioniert – die wird aber leider immer weniger.

Ich frage mich nun, ob ich wirklich Teil dieser sozialen Medienwelt sein will, oder ob ich nicht einen Boykott derselben anstrebe.
Ich muss das noch für mich behirnen.

Stand heute, werde ich den Blog mit NESSAJAs Übergabe ohnehin anpassen müssen.
Ob ich dann mit dem Haus weitermache oder mich in ein sehr privates Leben zurückziehen werde, das weiß ich noch nicht.
Sibylle würde es „schwarz-weiß Denken“ nennen, sie hätte wohl Recht!

Es wird Zeit, dass ich mich darum kümmere die Ersatzteile für die großen Projekte zu bestellen – ich verwende den gerade angebrochenen Vormittag für Recherche und das Absetzen von Aufträgen.

Jefa war bei den sogenannten „Gaiters“, den Dichtmanschetten sehr hilfsbereit…

Es gibt Panettone zum Frühstück

Darf aber auch so sein, denn sie lassen sich die Neoprenmaschette auch in Gold aufwiegen – eine schlägt mit 200.-€ zu Buche, zwei werden benötigt.

Als ich den Preis erfahre darf sich die edle Manschette zu mir an den Frühstückstisch gesellen.
Alles herummäandern hilft aber nix – bestellen muss ich diese Teile allemal.
Dies ist hiermit erledigt, check!

Die Manschetten sind unterwegs nach Leros

Ich beschließe, dass ich die Ersatzteile auf ELOWYN zurückbringe, außerdem muss ich noch ein paar Maße von Seeventilen nehmen, das wird dann der zweite Block sein, welchen ich bestellen muss.

Allerdings werde ich damit bis morgen früh warten, es ist nämlich das erste schwere Unwetter angesagt.

Sollte es wirklich so kommen, dann werde ich den morgigen Vormittag als „Bürotag“ ausgestalten.

Ich führe noch ein kurzes Telefonat mit Sibylle – natürlich kann sie nicht anders, als meinen Bart zu bemängeln…
„Willst Du unbedingt dem Nikolaus Konkurrenz machen?“

Ja! Will ich!

Ho ho ho, nein, man würde wohl merken, das ich ein Plagiat bin 😉

Auch auf ANAHITA herrscht Ausnahmezustand – Alex´ Cockpitdrainage ist nicht angeschlossen, die Schläuche hängen in die Bilge.

Grund hierfür ist der Tausch der Seeventile, dieser ist noch nicht finalisiert.
Was aber tun, wenn eine gigantische Regenfront angesagt ist?
Wir beschließen, dass versucht werden soll, zumindest die beiden Anschlussventile für die Drainageschläuche einzubauen.

Alex will, dass ich „ihm die Hand halte“, wenn er erstmalig die Ventile aufschraubt. Meine Erfahrung könne helfen…

Ich frage ihn, ob er mich verarscht – ICH bin der, der ein 68 ft Schiff ungeplant an Land gestellt hat und ihm eine Zwangspause verordnet hat, WEIL 9 von 25 Ventilen undicht sind.
Und zwar genau an der Stelle, an der er jetzt um meine Hilfe bittet 😉

Wir schmunzeln uns an – es wird Zeit, dass ELOWYN wieder schwimmt, ich muss dieses Stigma loswerden.
Klar helfe ich ihm!!!

Ventile, Primer und Dichtmasse – ein gewohntes Bild
Abwechslung muss sein – heute schwarz statt blau

Gemeinsam bekommen wir das ganz gut hin und die Ventile sind schnell eingeklebt. Ich hoffe wirklich, dass sie dicht sind, aber wir haben diesmal, obwohl alle Teile neu waren, nicht an der falschen Stelle mit Dichtmasse gespart.

Ich bin sicher – diesmal passt alles!

Ich ziehe mich nach erfolgter Arbeit zurück , lerne noch mit meiner Duolingo App und gehe dann alleine ins „SouVLakki“ – ich konnte nicht ahnen, dass Antonia und Alex nachkommen würden und wir einen schönen und relativ langen Abend zusammensitzen.

Zu meiner Überraschung zahlt Antonia, ich spendiere den Ouzo, den dann aber Anna ausgibt – klingt komisch, ist aber so.
Ich mach´ das wieder gut – versprochen! Und natürlich ganz herzlichen Dank.

Boah, was ist das???

NESSAJA schaukelt wie verrückt und ich kann das Prasseln des Regens trotz meiner Ohrstöpsel hören.
Die Sturmfront ist, wie angekündigt, angekommen und tobt sich in Verbindung mit einem Gewitter über uns aus.
Es war etwas nach 05.00 Uhr morgens, draußen war es noch dunkel, es hilft aber nix, ich muss nach dem Rechten sehen.

Wow, der Wind kann heute was

Mein Plotter zeigt eine momentane Windstärke von fast 41kts an – das sind dann 9 Bft. – das alleine reicht schon um zu beeindrucken.

Wer aber genau hinsieht erkennt, dass die Windspitze der letzten 10 Minuten bei 67kts liegt, das wären dann 12 Bft. und die sind als Orkan definiert.

Klar, das sind Winddrücker – aber auch die sind für einen Augenblick zu spüren und das Material muss standhalten.

Ich fühle mich sehr sicher, auch wenn dies, nach den fotografierten 70kts die zweitstärkste Windstärke ist, welche ich in der Marina knipsen konnte – und in meinem Rigg drei von vier Stagen fehlen 😦 .
Man spürt das schon im Schiff und das Bild straft die Zweifler, welche vielleicht dachten, dass meine Geschichten und Mahnungen „Seglerlatein“ wären…

Es macht zu jedem Zeitpunkt Sinn, dass man sein Schiff vollumfänglich sichert wenn man nicht an Bord ist.

Es regnet wie aus Kübeln – trotzdem muss ich in einer kurzen Regenpause an Deck…

Das kommt schon durch den offenen Niedergang – trotz Sprayhood

Ich kann leider kein Bild machen, das Telefon bleibt am Tisch – aber ich muss rasch an Deck um das Dinghy zu leeren.
Es ist inzwischen halbvoll, bei diesem Wasserstand kann ich es gerade noch anheben.
Ich muss verhindern, dass es komplett voll läuft.

Ich bin diese Aufgabe gewohnt, es dauert nur einen Moment und schon habe ich das Wasser ausgeleert, dann husche ich zurück in die warme, schützende Kabine und ziehe mich gleich um.

Das feuchte Zeug kommt direkt in die Waschmaschine…

Es regnet noch eine ganze Weile weiter, dann gibt es eine kurze sonnige Phase bevor die Regenfront eine weitere Attacke auf uns startet.
Alles in allem ein Tag zum Abgewöhnen.

Das Wasser fließt förmlich über den Aufbau

Ich setze mich an den Rechner und bestelle die langen TruDesign Rumpfdurchbrüche für ELOWYN, Zeit habe ich ja jetzt.
Diese Teile kommen von einem anderen Lieferanten und werden nach Deutschland zu Sibylle bestellt. Sie bringt die wichtigen Teile dann mit.

Dazu eröffne ich einen Warenkorb bei SVB und starte eine Sammelbestellung mit ANAHITA und DONNA.
Dort ordere ich die ganzen klassischen Ersatzteile rund um die Reparatur der Seeventile und die Ventile selbst.
Diese Sendung geht direkt nach Griechenland und sollte noch 2025 ankommen.

Ich habe noch genug Zeit, ein paar besondere Teile zu recherchieren und anzufragen und schon war es später Nachmittag.
Die Zeit reichte noch für eine Griechischlesson, dann bin ich nach Gourna in die „Psarotaverna“ um dort Harry und Andreas zu treffen.

Harry ist ebenfalls im MSF aktiv und hat mich kontaktiert – ich freue mich über die neue Bekanntschaft, neue Themen beim Essen und die Aussicht auf ein neuerliches Treffen im April.

Am Nachhauseweg lasse ich mich von meinen Gelüsten verführen – ich bin eben ein Sklave meiner Leidenschaften!
Der Wille, die wohlbekannte, rosa Eismanufaktur zu passieren war wohl da, das Fleisch jedoch war schwach.

Ich gönne mir im Vorbeifahren ein kleines Dessert in Form einer Eiskreation
Immer wieder muss ich über die Deko und die Musik schmunzeln – „Rudolph the red-nose rendeer“

Als ich in meinen „Klicker“ steige, sehe ich im Augenwinkel ein Haus, welches ein Foto wert ist – auch auf der kleinen Ägäisinsel gibt es Weihnachtsfreaks.

Ich wende und mache ein Bild!

Sehr üppig geschmückt

Morgen ist der letzte Tag des Monats, sehen wir, was ich dem noch abringen kann…

Mich friert es! Die anderen schaffen das Überleben noch ohne Heizung – ich muss jeden Tag für ein paar Stunden die Eberspächer in Betrieb nehmen.

Morgens muss ich kurz zuheizen, nur solange bis der Raum überschlagen ist.
Abends läuft sie ab circa 18.00 Uhr bis ich ins Bett gehe. Aber es ist stets gemütlich bei mir zuhause…

BIMM! Mein Telefon klingelt – Nachricht von Gottfried! Sibylle hat ihm erzählt, dass rund um seine HARMONY schwer gewerkelt wird. Er sorge sich, ob ich wohl mal nach dem Rechten sehen könnte.

Klar, mach ich – aber erst trinke ich meinen Kaffee aus…

HARMONY (in roter Unterwäsche) steht noch – das ist ein gutes Zeichen
Rund ums Schiff sieht alles gut aus

Ich bestätige die Baustellen rundum, erkläre aber dazu, dass wohl alle Arbeiter sehr gut auf die Schiffe achten.

Das Fazit meines kurzen Kontrollgangs – alles in Butter auf´m Kutter! Ich hoffe, ich kann die Gemüter in Bayern beruhigen und die Beiden können wieder ruhig schlafen.

Trotzdem kann ich mir nicht verkneifen, ein paar Bilder der „Baustellen“ mitzuschicken.
Eines von YANOOSA, an der das ganze Unterwasserschiff großflächig instandgesetzt wird – was mächtig Staub aufwirbelt.
Dazu noch zwei von unserer Marinabaustelle, auf der mit schwerem Gerät tagtäglich Steine aus dem Berg gemeißelt werden – die Staubwolke zieht sich über die ganze Marina, je nach Windrichtung.

Heute ist Sonntag – ansonsten baggern die Bagger bis spät am Baggerloch
Der Steinbruch am unteren Bergrand sorgt wohl für Staub

Um Gottfried ob des Staubes nicht allzusehr zu beunruhigen, stelle ich die These auf, dass der Sturm der letzten Nacht mit seinen Orkanböen und der sintflutartige Regen das Schiff nebst Plane aber wohl sauber gewaschen haben 😉 …

An all meine Freunde, ich wiederhole mich hier, nach einem Sturm gehe ich IMMER zeitnah eine Marinarunde und sehe nach dem Rechten.
Wenn etwas NICHT in Ordnung ist, dann melde ich mich sofort.

Ihr dürft mich Hausmeister Krause schimpfen – selbst Schiffe deren Besitzer ich nicht kenne, melde ich ans Office, im Fall, dass etwas unklar ist.
Dieses Handeln gebietet für mich die gute Seemannschaft und mein gutes Verhältnis zur Eignerfamilie.

Ansonsten habe ich mich heute noch einmal meinen Bestellungen gewidmet. Eine große Order an SVB ist abgesetzt, so dass ich nach Erhalt der Teile gleich loslegen kann.
Viele Kleinteile, die aber schwer zu beschaffen sind, habe ich recherchiert und angefragt, auch diese hoffe ich noch vor Weihnachten zu bekommen.

Die restliche Zeit habe ich meinen Kindern gewidmet – eine lange Mail an meine Tochter, einen Videocall mit meinem Sohn. Beides war überfällig und hat Spaß gemacht.

Danach? Danach habe ich mir einen freien Sonntagnachmittag gegönnt und bin ins „La Palma“ Café gefahren um dort zu brunchen und ein wenig in der Sonne zu sitzen.

Ich gönne mir ein Tortilla Kotopoulo
Weil so schön war gibt´s noch einen Ouzo – mit Meze

Wieder zuhause schreibe ich den Blog auf aktuellen Stand und verabrede mich mit Antonia und Alex zum „Sonntagsstammtisch“ der Marinacommunity.
Es scheint, als ob nur noch wir drei übrig geblieben wären. Ben und Caetlin leben vegetarisch und gehen nur ab und an mit, Thomas und Paola haben ihren festen Termin mit den Italienern am Sonntagnachmittag im „Trechantiri“, ansonsten ist niemand übrig, der in Betracht käme.

Mal sehen, ob wir den Stammtisch mit ins Jahr 2026 ziehen…

Als ich ins „SouVLakki“ aufbreche, ist es schon stockfinster. Ich starte meine Heizung um in mein gemütliches Nest zu huschen wenn ich zurückkehre.
Mein Nachbar Haim scheint auch zuhause zu sein, ihn sieht und hört man den ganzen Tag nicht.

„There´s a light…. (over at the…)“ – na wer kennt das Lied???

Wir sitzen heute nicht zu lang im Girostempel. Heute ist ein fader Tag, auch Alex hängt schlapp in den Seilen.

Nichtsdestotrotz beschließen wir, auf dem Heimweg noch etwas Süßes von „Repapis“ mitzunehmen, das Dessert aber dann zuhause am Schiff zu schlotzen.
Nein, diesmal sollte es kein Eis sein!

Ich mach´ es mir zu Hause bequem und finalisiere diesen Blogbericht, zudem telefoniere ich noch einmal mit Sibylle.

So kann losgehen, nur noch das HEUTE tippen
„Repapis“ hat auch geile Pannacotta

So endet der elfte Monat des Jahres 2025 – ein Monat der geprägt war von guten und schlechten Momenten und Nachrichten, ein Monat in dem Spaß am Leben und ernsthafte Themen sich abwechselten.

Es war ein Monat in dem ich gemerkt habe, dass ich ab jetzt manchmal „Nein“ sagen muss.
Trotzdem macht mir der Umgang mit den Booten weiter viel Freude – es gilt, zu priorisieren und sich auf die Kernthemen zu konzentrieren.

Und der Dezember? Plan heute ist, dass Sibylle am 14.12. zurück nach Leros kommt. Wird das klappen?
Kann ich die großen Projekte an ELOWYN vorantreiben?
Komme ich beim Rigg von NESSAJA einen Schritt weiter?

Und last not least – wie gestalten wir die Adventszeit, können wir Weihnachten besinnlich verbringen und wie „rutschen“ wir ins neue Jahr 2026?

Bleibt dran – ich halte euch auf dem Laufenden!

Von Bord der NESSAJA wünsche ich euch ein frohes Weihnachtsfest und eine fulminante Silvesternacht – liebe Grüße, Mario








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