September 2025 – Lose Yourself

Der September liegt im Fahrwasser – ein Monat, während dessen Freud und Leid, Gelassenheit und Wahnsinn, sowie Stress und Entspanntheit aufeinandertrafen – ein Monat, in dem der Protagonist Mario Rauch nicht Herr seiner selbst war!

In den Momenten, in denen ich dabei war mich selbst zu verlieren, fiel mir Eminems „Lose Yourself“ aus dem Jahr 2002 ein – und wurde so zur Headline dieses Monats.
Google informiert, dass „Lose Yourself“ nicht nur der Titelsong aus dem Film „8 Mile“ ist, sondern erklärt auch, dass die wörtliche deutsche Übersetzung „Verliere dich selbst“ oder „Sich selbst verlieren“ lautet.
Weiter erfährt man, dass im Kontext des berühmten Songs von Eminem die Phrase jedoch bedeutet, sich vollständig auf eine Sache einzulassen oder eine Gelegenheit zu ergreifen, wobei man sich im Prozess nicht selbst aufgeben darf.
Zudem wird der Song als einer der besten Motivationssongs geführt – und auch das war bitter notwendig…

Na Prost Mahlzeit – was war denn nun los im neunten Monat des Jahres?

Die Tage werden kürzer – nicht immer konnten wir die Stimmung genießen

Der Monat beginnt für mich mit einer Sinnfrage. Wieder einmal spielt sich ein Mitglied der größten und am besten organisierten Community in Leros als „Social-Media Gendarm“ auf.
Einige Italiener hängen der Geschichte von Leros noch sehr nach und denken, dass die Insel immer noch ihnen gehört – und vor allem, dass ohne ihre Maßregelungen nichts geht.

Ist Facebook der richtige Platz um solche Befindlichkeiten anzuprangern?

Natürlich weiß ich, dass der Mann in der Sache Recht hat. Ich will auch ganz klar zum Ausdruck bringen, dass ich die generelle Einhaltung der Verkehrsregeln sinnvoll finde und dass ich nicht will, dass jemand zu Schaden kommt.

ABER – die meisten Menschen die längere Zeit auf Leros verweilen, tun dies nicht zuletzt aus dem Grund, WEIL die kleine Ägäisinsel nicht übereguliert ist.
Die Menschen schätzen meist das „leben und leben lassen“ Prinzip der Locals und die kleine, fast liebevolle Anarchie die aber niemanden schadet.

Ich finde, es steht uns als Gästen nicht zu, dies in den sozialen Medien zu kritisieren.

Ist das wichtig? Ja, ein bisschen – ich möchte nämlich, dass Leros so bleibt wie es ist und nicht wird wie Deutschland in vielen Bereichen.
Noch weniger möchte ich, dass Leros so wie Italien wird – auch wenn mancher Amici dies so sehnlich wünscht.

Themenwechsel – und hier rede ich auch gar nicht um den heißen Brei herum, schwenken wir hinüber zum Leitthema des Monats September…

Wie weit sind Hans Peter und ich mit der Montage der Seeventile an ELOWYN?
Nun, sagen wir so, wir sind nahezu tagtäglich im „Blue-Man-Group“ Modus…

Unser Verschleiß an diesen blauen Gummihandschuhen war immens

Ich nehme vorweg, dass wir bis zum 13.09. ohne einen Tag Pause und ohne Unterlass am weißen Riesen arbeiten und rackern werden.

Die Zeit sitzt uns im Nacken, am 11.09. ist Krantermin, die Liste der zu erledigenden Arbeiten ist lang und wir arbeiten leider nicht ohne Stolpersteine und Verzögerungen.

Manchmal sind es Kleinigkeiten – wie zum Beispiel die Stablampe, welche uns gleich am Morgen, beim ersten Handgriff, unter den riesigen Tank des 68-Füssers rutscht…

Es dauert eine ganze Weile, bis wir das Ding da wieder rausgefischt haben

…ein Andermal sind es Störfaktoren von außen, welche uns eine oder zwei Stunden kosten.

Die Seemannschaft und die Hilfe unter Seglern gebietet jedoch Unterstützung, zum Beispiel als die neue Mannschaft der FREE WILLY abermals um Rat fragt…

Man erklärt uns, dass die Marina keine Liegeplatzverlängerung mehr anbietet, man solle die Marina bis mittags verlassen.
„Habt ihr Tepai?“ „Nein…“
„Habt ihr eure Papiere schon?“ „Nein…“

Mir platzt der Kragen und ich lassen mich dazu hinreißen, dem verantwortlichen Skipper eine Ansage zu machen.
„Not my monkey, not my circus“ vergesse ich für einen Augenblick.
Und siehe da, ein paar Telefonate später bekommen sie die Papiere aus der Schweiz, ich mache ihnen Tepai und Sibylle fährt zur Post um die Gebühr dort zu bezahlen – FREE WILLY ist jetzt polnisch beflaggt und hat ordentliche Unterlagen.
Wenige Stunden später liegen sie in der Ankerbucht, ein paar Tage danach brechen sie auf zu ihrer Mission nach Gaza – vorher kommen sie noch einmal in der Marina vorbei und schenken Hans Peter und mir Werkzeuge.
Diese bräuchten sie nicht, sie müssen Platz für Milchpulver und Babynahrung schaffen.
Völlig losgelöst vom Ziel ihres Tuns wünsche ich den jungen Menschen Glück, ich habe alle als sehr nett kennen gelernt.

Hans Peter und ich finden letztlich doch noch Zeit, ein paar alte Seeventile an ELOWYN auszubauen – zuletzt die, an den schier unerreichbaren Stellen.

Das Ventil im Tagesklo ist eine Frechheit

Als ob das noch nicht reicht für den ersten Tag eines Monats, bittet Jörg von der INSPIRATION um ein Treffen.

Wir hatten locker vereinbart, dass er und Tom Interesse an meinem neuen Garmin Plotter zeigen, welchen ich zum Verkauf anbiete.
Ich gestehe mir also einen frühen Feierabend zu und trage das 12 Zoll Monstrum auf die Bavaria 39.
Der Urbayer sieht das Gerät, macht sich kurz ein Bild und sagt dann den Kauf zu – INSPIRATION wird also navigationstechnisch aufgewertet.

Wir werden im Verlauf der nächsten Wochen ein paarmal mit der jungen Familie aus dem heimischen Nachbarlandkreis unterwegs sein, wir schätzen die Crews der INSPIRATION als neue Freunde, das freut uns außerordentlich.

Ebenso erfreut bin ich darüber, dass Benno und Hilde ankommen. Die Beiden reisen diesmal sehr verspätet an – private Gründe hatten die Ankunft in Hellas verzögert.
Bei einem Telefonat einige Monate zuvor, hatte ich mit Benno motivierend einen Termin festgelegt – „…wir treffen uns in alter Frische am 01.09. im „SouVLakki“!“
Dass wir dies exakt erfüllen würden, hätte damals keiner beschwören wollen.
Zusammen mit HP sowie Berthold und Heidrun feiern Sibylle und ich das Wiedersehen mit unseren Freunden aus Gelting.

So darf ein Monat beginnen – Kalo Mina (guten Monat) / καλό μήνα

Ab dem zweiten Morgen des neuen Monats, konnten wir eine geregelte Arbeitseinteilung darstellen.
Wir haben sieben Tage die Woche von 10.00 Uhr bis etwa 16.00 Uhr gearbeitet.
Pausen haben wir alle Stunde für etwa 10 Minuten gemacht – um zu trinken und um unsere T-Shirts zu trocknen.
Speziell in den ersten Tagen des Monats war es schier unerträglich heiß und wir haben das Wasser schneller herausgeschwitzt als wir es trinken konnten.
Sibylle hat stets für Nachschub gesorgt und der kleine Kühlschrank im Cockpit leistete Schwerstarbeit.

Ich nehme vorweg – Zeit war nie das kritische Kriterium! Klar, grobe Schnitzer dürften nicht passieren, aber das sollten wir im Griff haben.
Wir hatten einen klaren Plan mit Tageszielen und wir haben uns jeden Abend für den Folgetag gebrieft – derart vorbereitet sollte es es jetzt losgehen, neun Tage Zeit bis zum geplanten Krantermin!

Die alten Ventile waren alle ausgebaut und sortiert – ein Ventilservice sollte durchgeführt werden

Bei ELOWYN waren ja nur die Borddurchlässe zu erneuern, ihr erinnert euch. Wir haben also alle alten Ventile ausgebaut und sortiert.

Weil bei einigen beimAusbau die Deckel abgegangen sind, haben wir beschlossen, jedem Ventil einen „kleinen Ventilservice“ angedeihen zu lassen.
Zudem, soviel war klar, galt es die Gewinde von alten Teflonbandresten, Hanfrückständen oder alten Flüssigdichtmitteln zu reinigen.

Dafür haben wir uns eine Art „Workstations“ einfallen lassen und die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt.
Für zwei Tage hilft Alex von der ANAHITA mit, wir reinigen und servicieren die Ventile und befestigen die Deckel wieder.

Kratzen – schleifen – bürsten

Zu guter Letzt wurden die gebrauchten Ball-Valves wie Zinnsoldaten aufgestellt und mit der Einbausituation abgeglichen – steht für jeden gesetzten Durchlass ein entsprechendes Ventil zur Verfügung?

Hier lohnt ein genauer Blick – die Gewinde waren nicht besser zu reinigen, ein Desaster droht

Passt – es waren alle da, morgen fangen wir an diese einzukleben.

Doch zum Tagesabschluss möchte ich noch einen letzten produktiven Arbeitsschritt machen, die Borddurchlässe müssen von außen gestrichen werden.
Meine Wahl fällt auf zwei Lagen Epoxi-Dickschichtprimer von Hempel, den ich wegen der Trocknungszeit in den folgenden zwei Tagen aufbringen werde.

Die offensichtlichen Reparaturstellen weichen einem ersten Anstrich, ein gewisser Fortschritt ist erkennbar.

Die Reparaturstellen sind wieder unter einer Schutzschicht, der Eindruck verbessert sich

Kurz vor Feierabend bekomme ich noch eine Nachricht von Panos aus der Marina-Chandlery.
Ein Paket sei für mich angekommen, ich bekomme es aber nur, wenn ich ein anderes dafür hergäbe…

Ich war vorbereitet, wusste ich doch von den Technikern der „Cleopatra Marina“ in Preveza, dass Ersatz für die falsch gelieferte Lopolight Lampe für ELOWYN am Weg war und ich das nicht passende Ersatzteil bei Übergabe aushändigen müsse.

So erledige ich auch diesen kurzen Gang noch – dann war aber Feierabend!

Eine Rarität – und sauteuer – weiß über rot (über grün) als freiwilliges, zusätzliches Segellicht bei Schiffen über 20m (grün fehlt im Bild)

Für den heutigen Abend war ein Griller an der ANAHITA angesagt. Sibylle hatte während des Tages für uns alle eingekauft und Salate vorbereitet.

Jetzt ist es an der Zeit zusammen zu sitzen, ein Bier zu genießen und die verbrauchte Energie wieder zu bunkern – dies ist bei den angebotenen Köstlichkeiten nicht schwer.

Wir hocken beinander und genießen die herrliche Stimmung, die angenehmen Temperaturen und die Gespräche – oft über Bootsreparaturen, aber beileibe nicht immer…

Die Sonne geht unter, die „blaue Stunde“ bricht an…
…wir richten unseren Grillplatz an der ANAHITA – der Weber heizt schon auf
Bier, Grillfleisch und Salate
Nach dem Essen fährt Alex mit dem Roller zu „Repapis“ und holt Eis
Merlin hofft auf seine Chance

Am nächsten Tag geht es los – wir kleben die Ventile ein!

Meine Wahl fällt, wie auch die Male zuvor, auf SIKA 291i, einem PU-Klebstoff, welcher von TruDesign ausdrücklich empfohlen wird.
Dazu verwende ich den optimal abgestimmten Primer 209D – alles verarbeiten wir exakt nach Vorschrift.

Ihr ahnt schon, es hat einen Grund, dass ich das so ausführlich beschreibe…

Wie immer auch hier – zwei gehen gut, bei einem muss man sich ärgern.
Insgesamt werden wir für 25 Ventile zweieinhalb Tage brauchen.

Warum so lang? Nun, hier nur ein Beispiel…

Nach dem Umbau fluchtet der Schlauch nicht mehr mit dem großen Ventil…
…wir unterbrechen die Arbeit und suchen auf der Insel einen 120° Anschluss – sehr selten – aber wir sind erfolgreich

Leider ließ sich das Problem mit dem 120° Anschluss nicht lösen. Wir mussten einen Weg finden, den 38mm Schlauch ein paar Zentimeter nach OBEN zu bringen – schaut genau hin, er ist dem fehlenden Ventil im Weg – um dann den Ablauf am großen Ventil ebenfalls nach oben zu verlagern.

Wie haben wir das gelöst??? So…

Der Blickwinkel täuscht – alles verläuft gerade und die Fallrichtung stimmt. Nur so können die Ventile angeschraubt werden

Was hier vogelwild aussieht, wird später ordentlich sauber gemacht und verschwindet weitgehend unter einem Einlagebrett.

Eine Lösung mit der wir zufrieden sein können, die uns aber viel Hirnschmalz, Zeit und Arbeit gekostet hat.
Wer genau hinschaut erkennt die Challenge – die Ventile lassen sich so wie sie stehen nicht einschrauben!
Es muss eine exakte Reihenfolge eingehalten werden – diese haben wir uns nach einem „Trockentest“ für die finale Montage notiert.

Hieroglyphen??? Nein, für uns klare Notizen wie vorzugehen ist

Freud und Leid wechseln sich ab – Montagen wie die vorgenannte, dann wieder zwei „normale“ Ventile zu setzen.
Manche davon an gut zugänglichen Stellen, andere in Winkeln in die man kaum blicken kann.

Wir mühten uns wirklich redlich und arbeiteten gewissenhaft!

Abwechslung dagegen am Abend – hin und wieder sitzen Sibylle und ich, wie gestern, mit Hans Peter und Alex zum gemeinsamen Dinner beim Grillen oder im „SouVLakki“, an anderen Abenden trennen sich unsere Wege – so auch heute!
Wir sind von Martin und Petra zum Dinner ins „Harris“ eingeladen – ich hatte schon vor Tagen einen Tisch in der begehrten Bar reserviert.

Zusammen fahren wir mit dem Auto hoch zu den Mühlen…
…wir sehen die Sonne untergehen und dürfen später an einen Tisch in der ersten Reihe wechseln
Es gilt zu wählen – Drinks und Snacks zum Abendessen
Die Bar ist geschmackvoll, ein wunderschöner Platz

Wir genießen unsere Drinks und schlemmen die angebotenen Snacks. ok, kleine Speisen nur, aber die waren wirklich lecker.

Eine sehr nette Einkehr mit den Hessen, welche sich übermorgen schon zu ihrem Sommertörn verabschieden werden.
Schön, dass es noch einmal geklappt hat und auf ein Wiedersehen im Herbst!

Ein sehr netter Abend an einem herrlichen Ort neigt sich dem Ende zu. Wir gehen müde nach Hause und genießen einen letzten Blick auf die Szenerie.

Die Mühlen und das Kastell – Wahrzeichen von Leros

Am nächsten Morgen wiederholen sich die bekannten Abläufe an Bord der ELOWYN – wir kleben einfache Teile ein und ärgern uns über die Schwierigkeiten, welche sich uns in den Weg stellen.

Ein weiteres Ventil schreit nach einer kleinen Erweiterung des Ausschnittes für den Toilettenschlauch.
Abermals müssen wir abklären, ob wir die Schottwand anbohren können.
Dies testet Hans Peter mit der Minikamera für das Telefon…

Erst wenn Hans Peter sein OK gibt, setze ich die Topfsäge an

Nach dem Kopfnicken des wortkargen Saarländers setze ich die Topfsäge an und bohre den benötigten Ausschnitt – das klappt gut, fordert aber die kleine Säge, welche dabei glühend heiß wird.

Ich stelle die Bohrmaschine mit der Säge auf die Seite und drehe das Ventil ein – dabei passiert es!
Nur ganz kurz berührt mein Unterarm mit der empfindlichen Innenseite das Sägeblatt – zisch, bruzzel – es riecht nach Grillen und tut weh…

Ich habe lang davon

Dieser Tag nahm eine unangenehme Wendung und sollte die bisher sehr gute Stimmung an Bord von ELOWYN kippen.

Nein, nicht weil ich mir die Epidermis vom Unterarm gebruzzelt habe, der wahre Grund war, dass passierte was nicht passieren durfte – und deswegen wahrscheinlich passieren musste!

Ein Ventil plagt uns, weil der Einbauraum sehr limitiert ist. Wir beschließen, den Rumpfdurchbruch um ca. 8-10mm zu kürzen – ein Schnitt mit dem „Fein“ und feddich. Soweit der Plan…

Einer von uns Beiden schneidet, wir haben Stillschweigen darüber vereinbart wer, ich kann nur verraten, dass es kein Bayer war 😉

Der Abschnitt wird achtlos auf die Seite gelegt – aber es fällt eine „Kleinigkeit“ auf…

Ooooops – da muss man nicht mehr messen

Kann jeden passieren! War aber trotzdem ein ungünstiger Zeitpunkt.
Denn bisher haben wir jeden Abend unser Tagesziel erreicht – dies sollte sich ab jetzt ändern.

War unser Schaffen bis heute nur werkeln mit hoher Schlagzahl und mit einer gewissen Anspannung, wurde es jetzt zum Wettlauf gegen die Uhr.

Die kurze Seite des schrägen Schnitts war unter Minimum und ich beschließe, den Durchbruch noch einmal auszubauen.
Ihr erinnert euch – es handelt sich um die langen Durchbrüche, diese müssen bestellt werden.
Ich ziehe alle Register, rufe sofort Tom von der INSPIRATION an und frage, ob er die Teile aus Deutschland mitbringen kann.
Ja, kann er! Per Express werden die Teile zu Tom geliefert und ich werde diese am Spätnachmittag des 09.09. in der Hand halten…

Das wird knapp! Ich gehe kein Risiko ein und verschiebe auch unseren Krantermin vom 11.09. auf den 13.09. – aus dem „grünen Bereich“ wird ein gelber, aber immerhin haben wir eine gute Chance das Kind zu schaukeln.
Tina und Volker kommen am Abend des 18.09. auf Leros an und wollen ELOWYN dann für den Saisonabschluss nutzen.

Für mich ist die Situation gerettet, HP hat noch ein bisschen daran zu knabbern.
Leider kann ich ihn heute Abend nicht trösten, denn wir sind zu Brigitte und Hans zum Grillen eingeladen.

Ich mag Besuche im Häuschen der Freunde – es schürt die Vorfreude auf meine kleine Katikia
Ich genieße den Ausblick und die kühle Brise auf der Terrasse der Freunde

Ich bin gerne bei den beiden Grazern zu Besuch. Ihr Häuschen schürt bei mir die Vorfreude, ich lerne viel, denn die Beiden sind uns nun meist einen oder zwei Schritte voraus.

Zudem ist es Abwechslung für mich, die Themen wechseln von der Reparatur von Segelschiffen, hin zur Sanierung von alten griechischen Häusern und dem Bemühen um Autarkie und Nachhaltigkeit.

Natürlich bewundere ich abermals die Instandsetzung und Aufbereitung „meines“ alten Kronleuchters und freue mich mit Brigitte über die Weiterverwertung.

Hängt jetzt an Ort und Stelle und erstrahlt in neuem Glanze

Hans wird in ein paar Tagen zu einem „Männertörn“ seines Segelclubs nach Kroatien aufbrechen – man regattiert!
Wir wollen uns heute gebührend von ihm verabschieden, außerdem gilt es, seinen Geburtstag nachzufeiern.

Die Beiden haben sich alle Mühe gegeben uns zu verwöhnen – wir sitzen auf der hinteren Terrasse bei einem Bier, einer köstlichen Vorspeise und klönen.
Ich merke wie ich herunterfahre, denn die Marina ist weit weg – ich bekomme die Anspannungen des Tages aus dem Kopf.

„Don´t lose yourself…!“

Ein kühles Blondes aus geeistem Glas hilft, den Kopf nicht zu verlieren
Die Vorspeise war ein Gedicht
Irgendwann wechseln wir auf die vordere Terrasse…
…und genießen das Tomahawk, Grillwürste und Chicken nebst Kartoffeln und Salat

Wir haben einen herrlichen Abend und der Tag klingt wunderschön aus.
Erst spät in der Nacht tuckern Sibylle und ich mit unserer GS nach Hause – so ein Abend macht den Ärger des Tages fast vergessen.

Die Tatsache, dass wir jetzt eine unplanmäßige Wartezeit haben, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Liste der durchzuführenden Arbeiten noch lang ist.

Hans Peter ist wieder geerdet, das ist gut so, denn ich wüsste nicht, was ich im Moment ohne seine Unterstützung machen würde.
Er ist mir eine große Hilfe und steht auch heute wieder „Gewehr bei Fuß“!

Ok, zugegeben, ganz so tough wie die letzten Tage gehen wir es heute nicht an.
Wir haben einen neuen Zeitplan und sehen uns gut in der Zeit, wenn wir zwei Kleinarbeiten an einem Tag umsetzen.

Neben der Ölbefüllung der Mooringwinsch und dem Abdichten derselben mit einer neuen Ölablassschraube, wagen wir uns heute an den Austausch des Lewmar Kettenzählwerks.

Alt und neu – nicht 100% gleich, passt aber
Die Instrumententafel der Backbord-Steuersäule wird ausgebaut und das Gerät wird getauscht – die Kabel muss ich umfrickeln
Nachdem ich einige Stecker an den Kabeln angepasst hatte, konnte ich alles wieder zusammenbauen – kalibriert wird im Wasser

Irgendwann klingelt mein Telefon und eine Textnachricht kommt an – WUQI ist in der Marina eingetroffen.

Pit ist der Skipper von WUQI. Oder ist es doch sein Sohn Daniel, welcher zur Crew gehört? Ich werde das noch herausfinden.
Ich kenne Pit aus meinen Bavaria 390 Lagoon Tagen – er besaß ebenfalls ein Boot dieses Typs und wir hatten somit eine gemeisame Basis.

WIR kennen uns nur aus dem Intenet, witzig ist aber, dass Pit die Crew der CHILI schon persönlich kennen lernen durfte.

HP und ich machen uns also auf, um Pit und Daniel Willkommen zu heißen und ihn real kennen zu lernen.

Mit Pit und Daniel treffen wir uns die nächsten Tage öfter

Damit nicht zuviel ungenutzter Tag übrig bleibt, habe ich Giannis gebeten, mir den WILLI ins Wasser zu heben.

Auch Sibylle muss ihre Pläne etwas anpassen und hat darum gebeten, dass der WILLI zu uns an den Steg kommt.
Sie würde den kleinen Flitzer dann dort putzen und vorbereiten.

Für Giannis eher ein sogenannter „Bamperljob“
Wenig später war WILLI wieder in seinem Element – Parallelen zu FREE WILLY werden wach

Hihi 🙂 – Hans Peter begleitet mich auf die Probefahrt des kleinen Flitzers und ich weiß bis heute nicht, ob er das bereut hat.

Ich fahre den Motor warm, dann mal kurz den Hebel rum und schon fliegt das Teil über´s Wasser.
Mit dem Zweizylinder Turbojet Motor mit 100PS wird die Geschwindigkeit des Wasserflohs mit rund 80km/h angegeben.
Wer schonmal mit 50 Knoten über´s Wasser gefahren ist weiß, was das bedeutet.

Hans Peter saß mit dem Rücken zur Fahrtrichtung und bei full-speed hat es ihm die Ohren nach vorne gebogen. Mir dagegen zog der Fahrtwind ein breites Grinsen ins Gesicht – ein Boytoy eben 😉

Jetzt hat er wohlbehütetes Quartier bei uns

Der Tag neigt sich dem Ende zu – doch bevor der Feierabend offiziell eingeläutet wird, haben wir Alex noch etwas Hilfe zugesagt – „…nur schnell!“ – na klar!

Verabredet um siebzehnnullnull – das bedeutet 1700! Wer war da???

Hans Peter und ich sind „just in time“ bei ANAHITA – doch Alex lässt uns warten…
…für mich eine Chance im Schatten zu entspannen
HP ist da strenger! Er bruddelt vor sich hin

Mit erheblicher Verspätung trifft Alex ein – es ist schon 17.02 Uhr! Naja, verziehen!
Wir legen los, hämmern auf einem Messing Borddurchlass herum und holen uns ein letztes Mal am heutigen Tag dreckige Bratzen – dann muss Ruhe sein!

Reicht für heute – Schicht im Schacht

Heute Abend haben wir uns mit Pit und Daniel im „Pirofani“ am Panteli Beach verabredet.

Wir möchten dem Freund die Insel und ihre Hotspots schnell näher bringen und haben daher diesen Ort gewählt – wohl wissend, dass die Saison auch in der ersten Septemberhälfte noch in vollem Schwung ist.

Was wir jedoch vergessen haben, war der Termin des Fischerfestes – der ist nämlich heute.
Ganz schön was los, zum Glück hatten wir reserviert.
Naja, so bekommt die WUQI Crew gleich einen Eindruck von griechischen Festen.

Fischerfest in Panteli
Wir essen vorzüglich im „Pirofani“

Pit war am heutigen Abend der Gastgeber, dafür bedanken wir uns ganz herzlich!
Es war ein toller Abend, welcher die Zeit bot sich im realen Leben kennen zu lernen.
Ich bin gespannt wie es Pit auf Leros gefallen wird – an WUQI, einer Wauquiez 48 Pilot Salon gibt es nach seinem Bekunden einiges zu tun.

Autschn! Der neue Morgen bring Schmerz und Pein…

Sieht schon besser aus – tut aber weh! Nicht mal der Kaffee hilft

Sibylle wacht auf und schleicht aus der Schlafkabine – aus mit der Ruhe!

Noch bevor ich mein Leid besüdern kann, eiert sie mich mit „wir müssen“ Sätzen.
„Wir müssen dies, wir müssen das…“ – das alles vor 08.00 Uhr und bevor ich meinen Kaffee ausgetrunken habe.

Die Situation gipfelt in der Aussage, „…wir müssen heute endlich mal wieder Haare schneiden, Du siehst aus wie Hotzenplotz!“

Sie hat gut lachen – für mich gibt es kein Entrinnen
Ich finde, ich sehe aus wie „Zorbas the Greek“ – Sibylle findet das nicht
Auch Alex erkennt meine verzwickte Situation, traut sich aber nicht näher ran
Ok, mehr Luft kommt schon an Kopf und Gesicht

Ich bin ausgehfein! Diese Tatsache nutze ich gleich schamlos aus und date eine 41-jährige Motorradbraut aus Holland.

Was sich anhört, als schlüge es nun dem Fass den Boden aus, ist nichts weiter als dass ich einer Einladung zum Eis folge – natürlich MIT Sibylle.
Gemeinsam mit meiner Gattin fahre ich also zu „Repapis“, wo wir wen treffen???

Genau, Femma!

Ihr erinnert euch? Die Bikerin, für die wir zwei Koffer mit nach Leros genommen hatten. Sie ist inzwischen auf der Insel, hat sich ein bisschen eingelebt und will nun bis Mai bleiben.
Als Dankeschön lädt sie zum Eisbecher – und da sage ich nicht nein.

Natürlich frage ich sie ein bisschen aus und möchte auch wissen, wann sie wieder zu ihrem Motorrad nach Indien fliegt und wie die Reise dann weitergeht?

Ein lustiges Treffen mit Femma

Sie fragt zurück „…wieso fliegen?“ und erzählt, dass sie vor ihrer Ankunft auf der Insel blind einen Roller gekauft hat.
„So einen weißen 125er, ein Chinaroller in gutem Zustand, nur die Plastikteile sind mit Kabelbinder befestigt…“

Ich lache – den Scooter kenne ich! Den haben doch Nicola und Ian aus Irland angeboten?!
Tatsächlich! Femma hat den Scooter unserer Bekannten aus der Marina gekauft – und damit nicht genug, sie will das Ding durchchecken lassen und damit nach Indien fahren.
Na wenn das mal keine spannenden Pläne sind – ich bin fast etwas neidisch.

Na egal, wir haben einen sehr netten Nachmittag und sitzen lange im Eisparadies um zu klönen…
Ich denke es wird nicht das letzte Mal sein, dass wir Femma treffen.

Der Zufall will es, dass wir am gleichen Tag noch ein zweites Mal bei „Repapis“ einkehren – macht aber nix, Eis geht IMMER!

Am Abend gönnen wir uns abermals eine Köstlichkeit von der kleinen Eismanufaktur

Ein kleiner Lichtblick in meiner derzeit stressigen ELOWYN-Welt war, dass die lang ersehnten Computerteile für meinen Laptop endlich ankamen.

Ich hatte bei einem Händler in Tschechien bestellt, welcher aber aus Deutschland ausliefert.
Schwiegertochter Amelie hat mir die begehrte Ware dann weitergeleitet.
Was soll ich sagen, die Teile waren wie erwartet, alles hat perfekt gepasst und ich habe es mir nicht nehmen lassen, die Reparatur gleich durchzuführen.

Zu wichtig ist mir mein Datenzugriff, die Reparatur genoss höchste Priorität!

Ladekabel rein – funktioniert! Ladeanschluss, Akku und Lüfter erneuert
Die ersten Testläufe zeigen – alles funktioniert wieder

Ich war happy! Es scheint, als ob alles wieder wie gewohnt funktionieren würde.
Ich wage es, den Rechner wieder komplett zusammenzubauen und eine Datenrücksicherung zu machen.

Nach einem weiteren Testlauf lösche ich die inzwischen veralteten Daten von der Festplatte und mache alle Updates – fertig!

Heute soll es soweit sein – das Warten hat ein Ende! Tom von der INSPIRATION kommt heute Abend an und bringt meine Teile mit – hoffentlich passt alles, langsam wird es Zeit, dass wir an ELOWYN weitermachen.

Und siehe da – pünktlich trifft der Freund ein und überreicht die heißbegehrte Ware…

Endlich sind die begehrten Teile da

Hans Peter und ich legen eine Spätschicht ein und nehmen das alte, verschnittene Teil noch heraus, dann kann das Neuteil eingeklebt werden.

Es war uns wichtig, dies heute noch durchzuführen, so kann die PU-Dicht- und Klebemasse über Nacht eine erste Festigkeit erreichen.

Ein Rumpfdurchbruch muss noch einmal raus – alles zurück auf Null
Der Neue muss gekürzt werden – aber diesmal bitte gerade 😉

Hans Peter bittet mich, den Schnitt anzusetzen – einmal schief geschnitten reicht ihm.

Diesmal geht alles glatt und wir können den Durchbruch schnell montieren – das war´s! Der Fehler ist ausgebügelt, generell sind wir wieder im Plan.
Wir schreiben den Abend des 09.09. – Krantermin am 13.09. !

Ich bespreche mich mit dem Kranführer und kann den begehrten „last boat in crane“ Termin für mich aushandeln – ich gehe davon aus, dass wir eine ganze Weile für den Check der 25 Ventile brauchen würden.

Noch konnte ich nicht ahnen was passieren würde.

Neuer Tag – Endspurt! Hans Peter und ich bauen das letzte Ventil ein, wir schrauben den letzten Schlauchanschluss an das Ventil.
Auch hier muss etwas angepasst werden, aber auch diesen letzen Step erledigen wir gewissenhaft.

Wir passen alles ganz exakt an – millimetergenau wird geschliffen

„Was soll schon schiefgehen?“ höre ich die Freunde sagen.
Einer lässt sich zu der Aussage hinreißen, dass „…man ja schließlich weiß wer es eingebaut hat!“

Das schmeichelt mir – und dennoch habe ich kein perfektes Gefühl.
Das ein oder andere Ventil hat gewackelt als es aufgeschraubt war, das kenne ich so nicht.
Bei zwei oder drei Ventilen haben wir einen zweiten Versuch mit mehr Dichtmittel gemacht.

Meine Fallhöhe war künstlich hoch. Ich selber weiß, dass bei Reparaturen IMMER etwas schief gehen kann – aber nicht bei ELOWYN!
Wir brauchen das Glück des Tüchtigen!

Ich sollte Recht behalten – aber das wusste ich noch nicht!
Waren Wolken am sonst stahlblauen Himmel ein Zeichen???

Nanu, bewölkt??? Das ist nicht üblich und inakzeptabel

Schluss mit dunkelschwarzen Gedanken – heute ist „Serza“ Tag! Gabi und Gottfried wollten unbedingt noch einmal zusammen mit uns in das neue Lokal am Merikia Strand.
Heute war es soweit, wir haben einen Tisch reserviert und freuen uns auf den gemeinsamen Abend.

Es war der Tag der absoluten Mondfinsternis, die danach einem vollen Blutmond weichen sollte – ein Himmelsspektakel welches wir von der Terrasse des Strandlokals sicher gut beobachten können.

Wir fahren mit den Moppeds an den Merikia Strand
An diesem Abend sind wir die ersten Gäste
Wir genießen den herrlichen Ausblick über die Lakki Bucht
Und genießen zu später Stund´ die Mondfinsternis

Mit Gabi und Gottfried sitzen wir immer lang. Es gibt viel zu erzählen, die Beiden sind für uns Vertrauenspersonen, wir kennen uns ja auch schon ewig.

Trotzdem lassen wir es uns nicht nehmen, zum Tagesabschluss auf ein Eis bei „Repapis“ reinzuschauen.

Da entdecke ich ein sehr interessantes Plakat an der Einganstüre…

Die Brüder Stratakis kommen abermals nach Leros

Ich habe bereits ein Konzert der beiden Brüder mit Band auf Leros gesehen – ein Abend der in die Geschichte einging.

Ich saß mitten zwischen den Einheimischen, alleine, da Sibylle in Deutschland war – ich erlebte an diesem Abend eine Gastfreundschaft und eine Herzlichkeit, „Filoxenia“ in Reinstform, die den Abend unvergesslich machte.

Die Musik war besonders und Extraklasse, denn die Brüder haben sich dem Erhalt der alten kretischen Musik verschrieben.
Ihr könnt euch das nicht so recht vorstellen? Na dann – hört mal rein...

Ich mache es kurz – Uli und Angelika werden ein paar Tage später vier Karten für uns kaufen. Ich freu´ mich drauf!

Der kommende Morgen beginnt für Sibylle und mich mit einer nicht alltäglichen Abwechslung!
Wir sind geladene Geburtstagsgäste!

Wenn schon, dann richtig

Der nun fünfjährige Janu hat uns gestern höchstpersönlich zu seinem Ehrentag geladen.
Der aufgeweckte Knirps ist selbstbewusst und hat uns erklärt, dass wir „…gerne auf ein Stück Kuchen vorbeikommen dürfen. Dann könnt ihr wieder gehen!“

Na wenn das nix ist! Das lass´ ich mir nicht zweimal sagen.

Der Hut ist Pflicht – sozusagen die Eintrittskarte
Genau nach Sibylles Geschmack

Interessant ist, dass ich Chris, Janus Vater, vor einigen Jahren in der Marina kennen gelernt habe.
Er hat damals die dunkelblaue Sunbeam 44 gekauft und sie mit einem Skipper nach Umag in Kroatien überführt, um sie dort auf das Familienabenteuer vorzubereiten.

Ich konnte seinerzeit etwas unterstützen und freue mich nun, die ganze Familie kennen zu lernen.

Leider ist der Grund für das Treffen auf Leros kein wirklich erfreulicher – die Familie hat festgestellt, dass die Mehrheit nicht seefest ist und wird ihre Pläne ändern müssen.
Na, da sind sie ja hier in bester Gesellschaft.

Sie unterzeichneten jedenfalls einen Wintervertrag und werden Teil der Wintercommunity sein – was mich außerordentlich freut!

Die Geburtstagsfeier ist in vollem Gange…

Tief Luft holen…
…trööööööt
Ich frühstücke das versprochene Stück Kuchen
Das Geburtstagskind freut sich hingegen über seine Geschenke

Dann heißt es für mich an die Arbeit zu gehen – ich treffe mich mit Hans Peter auf ELOWYN, wie jeden Tag um 10.00 Uhr.

Die Ventile sind fertig, aber wir wollen den Tag nicht ungenutzt vergehen lassen, die Uhr läuft schließlich weiter.

Also nehmen wir uns heute die möglichen Ursachen für den Wassereintritt vor, welchen wir auf der Überführungsfahrt bemerkt hatten.

Hier hatte Volker die Beschläge für die Dinghyhocker im Auge – es gibt deren sechs Stück auf dem Boden der Beibootgarage.

Wir bauen die Beschläge aus…
…der Blick durch das Loch zeigt – der Boden des Kompartments ist trocken
An der vorderen Kante ist es etwas feucht

Insgesamt bestätigt der erste Eindruck meine Vermutung – etwas Wasser kam durch die schlecht verklebten Beschläge in das darunter liegende Abteil, die Gesamtmenge reicht aber keinesfalls als Ursache für den erheblichen Wassereintritt aus.

Ein klein wenig bestätigt sich, dass die Polen beim Bau von ELOWYN zwar schon grundlegend gut gearbeitet haben, im Detail aber kompromissbereit waren.

Das sieht man zum Beispiel daran, dass die Beschläge mit Badezimmersilikon in zweierlei Farben eingeklebt wurden.

Das ist nur halbgut

Irgendwann fährt der Kran an uns vorbei um das nächste Schiff aus dem Wasser zu holen.
Wir erinnern uns, dass Pit mit WUQI heute Krantermin hat und sehen mal nach, ob die Kranbewegung nicht vielleicht ihm gilt.

Und tatsächlich – WUQI steht schon in der Krangasse, bereit zum Liften.
Warum hat Pit nichts gesagt? Wir hatten uns doch angeboten zu helfen…

Na egal, das Schiff wird angehoben und temporär neben ELOWYN gestellt.

WUQI wird zur temporären Nachbarin von ELOWYN

Heute Nacht sind Angelika und Uli von der JASPER angekommen. Wir hatten uns schon begrüßt und freuen uns über das Wiedersehen nach so langer Zeit.

Die Beiden hatten ihre Aufmerksamkeit für mehrere Monate auf lange Motorradtouren gerichtet und kommen erst jetzt zurück nach Leros – entsprechend viel gibt es zu erzählen.

Dass sie gleich noch ein Foto liefern, welches HP und mich beim Rackern zeigt, bleibt dabei nur eine Randnotiz – vielen Dank dafür!

Hans Peter und ich arbeiten an den Beschlägen

Wir trinken zusammen mit Pit einen Kaffee im „Skipper´s“, dann nimmt sich mein Freund und Partner aus dem Saarland einen freien Nachmittag.
Ich will mit Sibylle noch ein bisschen Vorarbeit leisten und wir beschließen, dass wir die ausgebauten Beschläge reinigen und für den Einbau vorbereiten würden.

Gesagt, getan – soviel Zeit war noch, bevor wir den Feierabend einleiten würden.

Das ganze Silikon muss weg – dann noch polieren

Am Abend war endlich mal wieder „SouVLakki“ angesagt – ich hatte einen Bärenhunger und habe mich an einem halben Broiler gelabt.

Die Portion war riesig, der Hunger gestillt.

Es versteht sich von selbst, dass wir den Abend, wie eigentlich immer nachdem wir im Lieblingsgrill waren, im Eisparadies der Familie „Repapis“ ausklingen lassen.

Angelika und Uli sind dabei und erzählen von ihren Reisen. Obwohl es mich nicht unbedingt mit dem Mopped in den hohen Norden zieht, lausche ich aufmerksam den Erlebnissen – es macht Lust auf Motorradreisen.

Sibylle muss Merlins Gunst seit diesem Abend teilen – auch Angelika isst ihr Eis aus der Waffel und der Hund, welcher aussieht wie Alf, schmachtet jetzt eben zwei Frauen ob derer Eiswaffeln an.

Erst der Mega-Broiler im „SouVLakki“…
Dann Eis für alle bei „Repapis“ – wenn er die Waffel nur lange genug anstarrt

Der Abend endet spät und wir alle schlendern müde nach Hause – morgen ist der letzte Tag, bevor ELOWYN gekrant wird.

Auch an diesem Morgen gehen HP und ich frisch ans Werk. Heute heißt es, die gestern begonnen Aufgaben zu finalisieren und dann keine neuen Baustellen mehr zu eröffnen.

Zuallererst muss ich aber das abgeschliffene Antifouling ausbessern – um keine Reste von dem sündhaft teuren Anstrich übrig zu behalten, streiche ich einfach die kompletten Seiten des Unterwasserschiffes – so vermeide ich auch, dass das Schiff zu „fleckig“ aussieht!

Der Audi dient abermals als fahrendes Lager und Farbmischzentrale
Das Antifouling ist ausgebessert

Danach kleben wir die Beschläge in der Dinghygarage fachgerecht mit SIKA ein und beschäftigen uns anschließend noch mit einem weiteren Schwachpunkt – der Abdichtung der hydraulischen Heckklappe.

Hier wurde nach dem Lackieren vergessen, einen Dichtgummi anzubringen.
Was nicht schlimm klingt, hat fatale Folgen! ELOWYN taucht beim Segeln auf der Kante mit ebendieser hinten ein und Wasser kann in die Garage fließen.

Unser Verdacht war, dass dieses Wasser irgendwo eingedrungen sein könnte.
Ich sehe diese Gefahr als nicht wirklich so stark gegeben, wie wir zunächst vermutet hatten, dennoch muss die Garage weitgehend dicht sein.

Ich habe lang recherchiert, bis ich einen passenden Gummi zur Abdichtung gefunden hatte.

Der neue Dichtgummi und die Beschläge für die Dreibeine…
…diese hatten wir vorher eingeklebt

So, fertig – jetzt noch einen visuellen Test des Dichtspaltes an der Heckklappe.

Hans Peter entert die Garage – ich schließe die Klappe. Dort wo vorher ein klaffender Spalt von bis zu 8mm Breite zu sehen war, ist nun kein Lichtdurchlass mehr zu erkennen.

Dies muss auf jeden Fall für Abhilfe sorgen – mal sehen ob es etwas bringt…

Ich will an dieser Stelle erwähnen, dass ich seit Wochen die Meinug vertrete, dass die linke Ruderabdichtung schuld an dem Wassereintritt ist – aber das ist eine andere Geschichte. Noch!

Der Dichtheitstest lässt keinen Spalt mehr erkennen

Der Tag klingt entspannt aus – Sibylle und ich starten den Feierabend seit langer Zeit einmal wieder im „La Palma“.

Wir gönnen uns eine Flasche Ouzo und sitzen gemütlich an der Riva von Lakki.
Um 19.15 Uhr werden wir Hilde und Benno in der Marina abholen, zusammen fahren wir dann nach Alinda ins „To Steki“.

Dort werden wir den Tag ausklingen lassen – morgend wird es spannend, morgen ist der „große Tag“!

ELOWYN wird gekrant – nach drei Monaten an Land, nach vier Wochen intensivster und pausenloser Rackerei…

„Don´t lose yourself…!“

Der Plan ist keinen Plan für diesen Tag zu haben – Hans Peter und ich sitzen im Cockpit des weißen Riesen und schauen uns um…

ELOWYN ist fertig – wir warten auf unseren Krantermin…
…und bestaunen die griechische Bewertung von Arbeitsschutz

Ich war früh auf den Beinen und habe an ELOWYN alles vorbereitet. Die Fender sind bereit, das Deck klariert.
Ich habe die Leinen bereitgelegt und Bug- und Heckstrahlruder getestet.

Ich hatte bereits vor einigen Tagen mit Giannis vereinbart, dass wir „last boat in crane“ sein werden um genug Zeit zur Überprüfung der Seeventile zu haben.

Ich wollte ganz bewusst an diesem Tag keinen Schraubenzieher in die Hand nehmen, mir war klar, dass wir während des Kranens und zum Anlegen unsere ganze Aufmerksamkeit brauchen würden.

Mir war auch klar, dass dieser Tag das Potential hatte, uns himmelhoch jauchzen zu lassen, oder uns zu Tode betrübt auf´s Abstellgleis zu schubsen.

Um 15.10 Uhr war es soweit, wir rufen unsere Linehandler für das Anlegemanöver zusammen…

Der große Portalkran holt ELOWYN ab
Langsam wird sie die paar Meter zum Kranbecken gefahren
Es geht zurück in ihr Element
Langsam geht das Boot zu Wasser

ELOWYN wird bis zum Wasserpass ins Wasser gelassen, bleibt aber in den Gurten hängen.

Die Crew steigt zu, Hans Peter und ich gehen sofort nach unten um die Ventile auf Dichtheit zu prüfen.

Er hat sich als erstes das Wassermacher-Kompartment ausgesucht, weil er leichter und schneller als ich in den Bauch von ELOWYN klettern kann.
Ich dagegen sehe zuerst im Motorraum und dann im Eignerbad nach dem Rechten.

Mein erstes Ventil ist der Kühlwasserzulauf des Generators – und ich traue meinen Augen kaum! Eine kleine Pfütze…
Was ist DAS??? Ich trockne das Pfützlein weg und sehe genauer nach – es tropft, wieder entsteht ein Pfützlein.

Ich rufe „eines ist undicht“ und will gerade anfangen mich zu ärgern, da höre ich HP rufen „hier auch!“
Ich bin paralysiert und sehe noch im Eignerbad nach, auch hier ein undichtes Ventil.

Ich gehe ins Cockpit und gebe das Signal ELOWYN wieder anzuheben. Da wirft mein Freund aus dem Saarland ein, dass wir uns die Zeit nehmen sollten alle Ventile zu kontrollieren und so ein Gesamtbild zu erhalten.

Wir finden weitere undichte Verschraubungen…

Insgesamt sind 9 von 25 Seeventilen undicht

Alex ist zu uns gekommen und tippt in sein Handy was wir diktieren – insgesamt geben wir ihm neun undichte Seeventile an.

Es ist auffällig, dass alle an der gleichen Verschraubung undicht sind.
Ich kann mich nicht mehr ärgern – eines oder zwei, ja darüber kann man sich aufregen!
Aber neun!!! Da stimmt etwas im Prozess nicht, da ist etwas gründlich schief gelaufen.

Die Tippfehler und die Rechtschreibung bleiben außen vor – es war eine Drucksituation

HP und ich schau´n bedröppelt aus der Wäsche, die anderen sind irgendwie schockiert – DAS hatten wir nun nicht auf der Rechnung!

ELOWYN kommt wieder an Land, es muss gleich morgen geklärt werden wie lange sie dort stehen bleiben darf und außerdem muss ich jetzt mit Volker und Tina telefonieren und ihnen beibringen, dass der geplante Urlaub gerade eine überraschende Wendung genommen hat.

Weltuntergangsstimmung! Mein persönliches Waterloo, ein Tag zum Vergessen!
Der Sonnenuntergang kann mich nicht trösten, ich bin enttäuscht – das Glück der Tüchtigen war uns nicht hold…

„Don´t lose yourself…!“

Am Abend grillen wir am Standplatz von ANAHITA

Der darauffolgende Sonntag war ein seltsamer Tag – ich habe mir einen Tag Pause verordnet.
Nicht an ELOWYN denken, nichts reparieren. Einfach einen echten Tag Pause.

Ich habe nochmals einen Videocall mit Tina und Volker. Ich bekomme grünes Licht für eine vollumfängliche Nachreparatur, außerdem teilen die Beiden mit, dass sie auf eine Fernreise umgebucht haben.

Ich habe von deren Seite also weder Druck noch Vorgaben – das ist ein Lichtblick. Den Rest kläre ich morgen!

Während des Nachmittags gönnen wir uns in kleiner Runde ein leckeres Eis bei „Repapis“ und am Abend gehen wir alle zusammen ins „SouVLakki“ – ich versuche, mir die Fragen weitgehend vom Leibe zu halten.

Heute drei Kugeln
Rena schenkt uns abends Tartes zur Nachspeise

Woran lag es nun? Offen gesagt, als ich die zweite Ausfallmeldung hörte, wusste ich sofort was los war.

Ich habe in den Folgetagen noch einmal alle Verfahrensvorgaben von TruDesign und SIKA gelesen – Hans Peter und ich haben keinen handwerklichen Fehler gemacht.
Und doch trifft uns die Schuld an dem Desaster – wir haben eine Sache grundlegend falsch eingeschätzt!

Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich merkte, dass ein paar der gebrauchten Ventile mehr gewackelt haben als gewöhnlich.
Dies wurde durch den vorherigen Verbau mit Hanf verursacht, dies ist laut TruDesign nicht zulässig.
Wir vermuten, dass der Hanf beim festen Verschrauben, das Kunststoffgewinde deformiert hat.

Die richtige Entscheidung wäre gewesen, neue Ventile zu verwenden.
Alternativ hätten wir Sorge tragen müssen, dass wir mehr Dichtmasse ins Gewinde bekommen als gewöhnlich.
Unsere Einschätzung, dass unser „normaler“ Dichtmasseauftrag ausreichend sein würde, war schlichtweg falsch.

Ich bin sicher, dass das die Ursache ist – doch wie löse ich das Problem?

Einfach alles „wieder auseinanderschrauben“ funktioniert nicht!

Bei den Schraubversuchen entstanden durch das Drehmoment Risse im Primer und Antifouling
Die Borddurchlässe haben zurückgefedert, das Losbrechmoment war zu gering, es entstand kein struktureller Schaden

Beim Abschrauben entstehen hohe Drehmomente die die Verklebung der Borddurchlässe gefährden würden.

Trotz der Versuche, gaben die zwar undichten, aber bombenfest sitzenden Ventilverschraubungen nicht nach – wir müssen uns etwas anderes einfallen lassen…

„Ich weiß, wir schneiden die Dinger auf!“

Beim Abschrauben der Ventile lösen sich die Ventilkörper vom unteren, verklebten Deckel.
Diesen gilt es nun, so clever vom Borddurchlass zu entfernen, dass das Gewinde des Durchlasses heil bleibt.
Ich mache erste Versuche…

Ein Borddurchlass mit absolut fest sitzendem, unteren Deckel
Für den Schneidversuch nehme ich den oberen Deckel, welcher baugleich ist

Mit dem Fein Multimaster kann ich sehr präzise sägen und setze gleich zwei Schnitte, welche geschätzte 80°-90° auseinader liegen.

Diese Schnitte führe ich bis nahe an das Gewinde – das ist die eigentliche Kunst – ohne dabei bis zu den Gewindeflanken durchzuschneiden.
Gelingt mir das, kann ich mit einem Schraubenzieher die Schnitte aufspreizen und das aufgetrennte Viertel herausnehmen.
Danach lässt sich verbleibende Rest gut vom Rumpfdurchbruch abdrehen.

Super Schnitt ohne die Gewindeflanken zu berühren
So bekomme ich die Ventile runter

Ok, den Lösungsansatz habe ich jetzt – offen bleibt die Frage, wieviel Ventile ich erneuern soll.

Glaubt es oder nicht, ich zermartere mir das Gehirn darüber…
Es gilt der Grundsatz „undicht ist undicht“ – was soviel bedeutet, dass bereits ein Tröpfchen ein KO-Kriterium ist.
Eine Undichtigkeit wird nicht verhandelt!

Aber – darf man dann nicht auch sagen „dicht ist dicht“? Ich bemerke ja, dass die Ventile bombenfest sitzen.
Wenn sie dazu noch dicht sind, muss man sie dann ersetzen?
Es muss aber auch eingestanden werden, dass alle Ventile vorher mit Hanf montiert wurden und die dichten somit nur „glücklicher Weise“ dicht sind.

Die Entscheidung fällt – ich baue mir eine Prüfvorrichtung, werde alle dichten Ventile noch einmal mit zwei Bar Wasserdruck prüfen und diese bei positiven Ausgang im Schiff belassen.
Alles was undicht ist oder bei zwei Bar undicht wird fliegt raus!

Ich bin zufrieden, so gehe ich es an!

Zufrieden fahren wir zu Brigitte nach Crithoni

Wir waren noch einmal bei Brigitte zum Essen eingeladen.

Unsere Freundin war alleine zuhause, ihr Göttergatte war beim Regattasegeln in Kroatien.
Sie hatte lecker gekocht und wollte diese Mahlzeit mit uns genießen.

Das lassen wir uns nicht zweimal sagen, zumal wir doch so gerne in deren Haus zu Gast sind – ich hatte das ja schon beschrieben.

Wir fahren also abermals nach Crithoni, diesmal aufgrund des starken, schon ziemlich kühlen Windes mit dem Auto.
Dort genießen wir den Abend zusammen.

Die Sonne ist schon hinter dem Hügel verschwunden – es wird langsam kühler
Wir schlemmen ein fantastisches Curry

Wie immer sitzen wir lang beisammen und quatschen über Gott und die Welt.

Erst spät am Abend fahren Sibylle und ich nach Lakki zurück – und wir sind froh, dass wir den Boliden als Vehikel gewählt haben.
Inzwischen werden die Abende kühler, zumal dann, wenn ein kräftiger Meltemi die frische Luft in Aufruhr bringt.

Der nächste Morgen – wir gehen nach dem Kaffee durch die Marina, mal sehen was so los ist.
An Alex´ ANAHITA hängt etwas…

Nanu, was steht da geschrieben? Wir tapsen neugierig zu der im Refit befindlichen Delta 46 und sehen nach.

Was ist denn das???
😉 – wie witzig! Offensichtlich gab es viele Neugierige Blicke am „black hole“

Wir unterhalten uns ein wenig mit dem, aus unserer Sicht, „Youngster“ – endlich geht etwas voran an seiner Baustelle.
Die Löcher für die neuen Seeventile sind vorbereitet, das für das Bugstrahlruder ist geschnitten – alle Teile sind bestellt.

Das Projekt „Unterwasserschiff“ macht echte Fortschritte!

Als wir hier stehen, kommt der Marinero mit einem Paket auf der Schulter vorbei.
Noch bevor ich ihn stoppen kann, trägt er es zu NESSAJA und legt es dort ab.
Hm, dumm gelaufen – ich erwarte zwar ein Paket, aber nicht für NESSAJA sondern für ELOWYN.

Ich muss das schwere Trum ebenfalls schultern – auf zu ELOWYN

Nun, da Sibylle und ich nun ohnehin zu unserem Patenschiff müssen, tragen wir das Paket nicht nur dorthin, sondern packen aus, verräumen die Sachen und sortieren unsere Ersatzteile heraus.

Drei Kleinigkeiten müssen zurück nach Deutschland, da Tina und Volker ja nun umbuchen mussten und nicht nach Leros kommen werden.

Weil wir gerade dabei waren, entscheiden wir kurzfristig, dass wir das Deck von ELOWYN schrubben würden.
Dies konnten wir lange nicht machen, da die Ventile nicht angeschlossen waren und die Algro Werft die Decksentwässerung über Seeventile führt.

Es war höchste Zeit und wir wollten diesen Punkt erledigen, bevor ich die Schläuche wieder abziehen würde.
Leider ging auch diese an sich einfache Aufgabe nicht ohne Probleme vonstatten.

Der Schlauchverbinder war gebrochen – ich musste einen von uns holen

Wie auch immer, irgendwie haben wir es hinbekommen den gebrochenen Schlauchverbinder zu ersetzen, das Deck zu schrubben und für „klar Schiff“ zu sorgen.

Das war uns wichtig – wir müssen die Aufgaben an ELOWYN neu sortieren, wir werden sie jetzt schon auf den Winter vorbereiten.

Irgendwie geht der Tag schon rum – so auch heute. Wir sind abermals mit ein paar Freunden beim Essen und leben eine schöne Zeit.

Am nächsten Morgen schau´ ich zum Kaffee ein bisschen Online-Schlagzeilen durch und überblättere die „Social Media“ Landschaft.
Da springt mir der Post eines russischen Seglers ins Auge – auch er scheint sich über Alex´ Bugstrahlruder zu amüsieren – sein Zettel geht viral 😉 !

Man spricht in der Marina über den witzigen Einfall

Hans Peter und ich wechseln heute die Baustelle – mein Weggefährte aus dem Saarland hat an ELOWYN gerackert wie ein Beserker, es ist eine Ehrensache, dass ich zur Stelle bin, wenn ihm der Schuh drückt.

Hier erinnere ich daran, dass wir bei seiner LIBERTÉ vor einigen Wochen den „Mixing Ellbow“ ausgebaut hatten und dabei Materialschwund am Wärmetauscher festgestellt haben.
Es macht Sinn, dies jetzt anzugehen, bevor daraus eine Mammutaufgabe wird.

Dies ist es, was HP auf der Seele liegt – und um für den Frieden ebendieser zu sorgen, machen wir uns heute ans Werk…

Im Sitzen arbeiten – wie komfortabel
Ein paar Schrauben foppen uns – viel zu wenig Platz

Das Glück war uns heute hold! Obwohl auch wieder kleine Stolpersteine in unseren Weg kullerten, konnten wir schnell alle Herausforderungen lösen.

Wie kann man einen Motor so einbauen, dass eine zwar umfangreiche aber nicht außergewöhnliche Reparaturarbeit dadurch erschwert wird, dass für das Herausdrehen und Abmontieren von Schrauben und Stehbolzen kein Platz ist.

Meine Anmerkung „…wir müssen Deinen Niedergang aufsägen“, ließ HP zunächst blass werden, als ich aber mit den Worten „nur Spaß“ für Aufklärung sorgte, kam die Gesichtesröte wieder auf seine Wangen zurück.

Einmal durch die Kniekehle gefasst und dann am Ohr gekratzt – so kann man es beschreiben.
Trotzdem haben wir das Trum irgendwie herausgezaubert.

Ging recht flott – ich würde fast behaupten in Rekordzeit
Ob wir auch einen Zettel hinhängen müssen??? „YEEEES, you found a heat-exchanger“

Naja, wenn das Ding schon am Steg liegt, dann rufe ich gleich Giorgos an ob wir es zur Reparatur vorbeibringen dürfen.

Bis der Zampano am Schweißgerät antwortet, will ich die Zeit nutzen um an NESSAJA auch mal wieder ein paar Handgriffe zu machen.

Erstens ist schon lange der Tausch unserer Brauchwasserfilter angesagt. Ich habe diese bei Panos bereits beschafft und muss sie „nur noch schnell“ einbauen.
Natürlich dauern auch solche Kleinigkeiten immer dreimal so lang – aber irgendwann sind die Filter eben doch installiert und das Wasser wird wieder aufbereitet.

Die Filter sind wieder ok, das Wasser wird gereinigt bevor es in unsere Leitungen gelangt

Wirklich ganz ohne Aufwand ging dagegen der Tausch der Gastlandflagge.

NESSAJA trägt die Nationale nicht, solange sie nicht zur See ist.
Natürlich könnten wir den Adenauer setzen wenn wir an Bord sind, dies ist mir aber gar nicht so wichtig.

Durchaus von Bedeutung ist mir aber die Wertschätzung und der Respekt unserem Gastgeberland gegenüber. Hier wahre ich die Flaggenetikette in vollem Umfang.

Die griechische Flagge weht bei uns stets unter der Steuerbordsaling, auch wenn wir nicht da sind.
Es versteht sich von selbst, dass wir diese Flagge nicht liederlich herumbaumeln lassen wollen, also muss sie von Zeit zu Zeit ersetzt werden – und es war höchste Zeit!

Blau-Weiß – setzen wir doch gerne

BIMM – Giorgos meldet sich. Ich könne den Wärmetauscher jederzeit bringen, er sei ab 17.00 Uhr in der Werkstatt.

Das ist super, es ist ohnehin schon 16.45 Uhr, also nix wie hin.
Zu „Boat & Parts“ brauchen wir rund 20 Minuten.
Es war also bereits knapp 10 Minuten nach 17.00 Uhr als wir eintrafen.

„Mr. Dimitris“, der einzige Mann dem ich das Mister voranstelle, sowie Giorgos´ Onkel warteten schon auf den Firmenchef – eigentlich wie immer.
Hans Peter und ich gesellen uns dazu und schmunzeln in uns rein – dieser akademischen Viertelstunde kann man nicht entrinnen!
Egal wann man käme, Giorgos ist IMMER 10 Minuten zu spät!

Wir warten – zusammen mit Giorgos´ Werkstattteam

Klappt perfekt – Giorgos kommt, nimmt uns das Teil ab, wir halten etwas Smalltalk.
Dann meint der smarte Grieche, dass wir vielleicht schon diese Woche mit der Reparatur rechnen können. Es sei eine Kleinigkeit, er wolle den Job erledigt wissen.

Umso besser! Wir signalisieren unsere Begeisterung, richten Grüße an die Gattin aus und machen uns vom Acker.

Zurück in der Marina, holt Sibylle mich noch einmal auf die Seite. Der Sommer hat ELOWYNs Sprayhoodscheiben ganz schön zugesetzt.
Sie würde diese gerne erneuern lassen, ich wüsste doch, dass solche Sachen Volker wichtig wären.
Da hat meine Frau natürlich Recht – also bringen wir die malträtierte Spritzhaube des weißen Riesen zum orstansässigen Segelschneider.

Sieht echt lädiert aus – nach so kurzer Zeit! Reinigen unmöglich, das Plastik klebt wie Pattex

Die abgegebenen Reparaturteile bekommen wir diesmal überraschend schnell zurück.
Die Reparatur der Sprayhood ist in vier Tagen erledigt, in Sachen Wärmetauscher meldet sich Giorgos bereits am nächsten Tag.

Er schickt mir zwei Bilder, dass er mit den Vorarbeiten bereits fertig ist. Wenn wir uns die Mühe machen würden, ihm die zwei bei uns zurückgelassenen Deckel für das Röhrenbündel nebst der dazugehörigen Dichtungen zu bringen, dann würde er die ganze Einheit komplettieren und einen Dichtheitstest durchführen.

Na wenn das kein Wort ist – klar, dass Hans Peter diesem Vorschlag zustimmt!

Die Aufschweißarbeit ist bereits erledigt
Der Wärmetauscher ist fertig zur Komplettierung

Vielleicht fragt sich der ein oder andere von euch, warum wir so einen Aufwand für diesen Kasten betreiben – nun, weil dieses Bauteil eines der teuersten am ganzen Motor ist – er kostet rund 5.000.-€, wenn er überhaupt noch lieferbar ist.

Nicht wenige Segler haben exakt wegen dieser Reparatur einen Austauschmotor gekauft. Es ist also gut, dieses Thema im Sinn zu haben und rechtzeitig entgegen zu steuern.

Ich nehme es vorweg – auch der nächste Arbeitsschritt klappt hervorragend.
Wir werden das Reparaturteil bereits übermorgen zum Einbau zurückerhalten.

Doch für heute reicht es erstmal, wir freuen uns auf Abwechslung auf unserem Speiseplan!

Ceviche – Japanese Style
Sushi satt

Das „Navarone“ lädt zum September Sushi und wir lassen uns das nicht zweimal sagen.

Wir mögen Sushi und freuen uns darüber, einmal etwas anderes als „Greek Cusine“ zu bekommen.

Zusammen mit Alex von der ANAHITA gönnen wir uns die asiatischen Leckereien und futtern die Fischpralinen bis uns die Wänste spannen.

Was für ein schöner Abschluss des Tages, was für ein gelungener, erfolgreicher Tag!

Was ist das für ein Geräusch? Ich schlage die Augen auf und erkenne – es ist schon hell.
Ich habe mit meinen Ohropax gut geschlafen, erst jetzt merke ich, dass sich NESSAJA im geschützten Hafen recht deutlich auf die Seite legt.
Der Druck im Rigg ist kräftig, der seit Tagen angesagte, stramme Meltemi ist nun also da!

Meine Windfahne zeichnet Böen von 38 Knoten auf, wir haben ein paar Winddrücker über 40 Knoten
Kein Nachteil ohne Vorteil – mein Silentwind lädt mit fast 19A

Sibylle und ich folgen erstmal unserem Morgenritual und gönnen uns unsere Humpen voll mit Tee beziehungsweise Kaffee.

Wir merken schon im Inneren des Bootes – es ist eigentlich ganz schön frisch für diese Jahreszeit.
In dieser Woche wird der Meltemi anhalten und für den – nicht verifizierten – Eindruck sorgen, dass es der kühlste September ist seit wir auf Leros wohnen.

Heute gönnen wir uns einen „Verplempertag“ – das ist ein Tag, an dem man schon etwas tut, Kleinigkeiten vielleicht, oder Handgriffe bei Freunden, ohne sich einem Projekt zu widmen.
Solche Tage braucht es manchmal, sie helfen den Kopf und den Alltag zu sortieren und „aufzuräumen“.

Wir schlendern also durch die Marina und besuchen erstmal Alex auf seinem neuen Stellplatz.

Der Tunnel für das Bugstrahlruder ist inzwischen montiert – es geht was voran

Die Marina hat die Montage des Bugstrahlruders inzwischen umgesetzt. Es ist final ganz gut geworden, wird am Schluss aber nicht perfekt und auch teurer als angeboten.
Wir kommen zu dem Schluss, dass wir das selber mindeststens genausogut gekonnt hätten und nehmen uns vor, dies beim nächsten vakanten Einbau auch zu beweisen.

Ich möchte heute noch einen Gefallen für Gabi und Gottfried loswerden.
Die Beiden möchten so gerne wieder einen der alten Ankerwinschmotore mit drei „Haxn“, also drei Anschlusskabeln haben.
Ich habe noch einen und möchte diesen an HARMONY abtreten.

Also hole ich meine Ersatzwinsch und flansche den Motor ab.

„Der Bolide“, mein Auto, wird zur mobilen Werkbank
Ich trenne Getriebe und Motor

Satz mit X – war wohl nix! Obwohl Gottfried die alte „Lofrans Cayman 88“ von Benno kaufen wollte und fast ein wenig beleidigt war, als HP ihm diese vor der Nase weggeschnappt hat…
…obwohl er stets um Hans Peter herumschlich, als dieser aus zwei „Cayman 88“ eine funktionstüchtige gemacht hat…
…obwohl wir ALLE davon ausgehen MUSSTEN, dass auf HARMONY eine „Cayman“ verbaut ist – heute stellt sich heraus, dass eine „Cobra“ montiert ist und der Motor schlichtweg nicht passt – na super!

Kommando zurück – ich baue das Trum nicht mehr zusammen, fahre aber Getriebe und Motor zurück in meine Garage.

Ein Auge hatten wir auch auf Ina und Ralf gerichtet – die Beiden sind nämlich seit gestern auch wieder auf ihrer CHILI und haben heute Krantermin!

Lagebesprechung an Bord der CHILI

Man möchte meinen, dass dies der Alltag von Seglern sei, aber weit gefehlt…
Kranen sorgt immer für eine gewisse Anspannung, so auch bei den Beiden.

Nicht zuträglich ist, dass wir kurz vor dem anberaumten Termin für die fast neue Hanse 418 ein ziemlich verkorkstes Anlegemanöver beobachten.
Die 40kn Windböen fordern die Steuerleute bei den Hafenmanövern – zugegeben, kein Pappenstiel.

Hilft nix – der Kran kommt und holt CHILI…

Kein Pardon, jetzt geht´s los

Ina schaut bedröppelt und versucht unserem Kranfahrer Giannis eine smoothe Lösung aus den Rippen zu leiern – und tatsächlich, das Augenklimpern der angespannten Ina lässt den bärbeißigen Krangott schmelzen und er gesteht der fränkischen Crew eine Nacht in der Krangasse zu.

Unnötig, denn am Folgetag wird Ina das Boot gekonnt in die zugeteilte Lücke manövrieren – bei kaum weniger Wind.

Da die Krangasse nun von CHILI, einem Charterschiff und einem älteren englischen Paar belegt war, suchte sich Giannis eine neue Aufgabe – die fand er bei ELOWYN!
So hat er es geschafft, auch mich kurzfristig zu mobilisieren.

ELOWYN wird umgestellt

Seit heute morgen steht fest, dass ELOWYN bis zum 29.04.2026 an Land bleibt.

Das ist keine wirklich gute Nachricht, denn der Landstellplatz ist mit höheren Kosten verbunden.
Trotzdem werden Volker und ich das beste aus der Situation machen – es wird nun nicht nur das Ventilprojekt finalisiert, ich werde mich neben meiner To-Do Liste auch um die Ruderabdichtungen kümmern.
Diese sind aus meiner Sicht ursächlich für den Wassereintritt.

Klar war von Anfang an, dass ein Boot wie die große Algro 68 nicht einfach abgestellt wird und sie den geplanten Ablauf nicht stören würde.

Die Marina musste also umplanen und am Ende dieser neuen Planung stand das Umstellen auf einen neuen Platz.
Hier wird der weiße Riese nun bis April 26 stehen und um sie herum werden nun kleinere Schiffe aufgestellt.

Letztlich steht sie nur 50m weiter links – hinter einer großen Swan
Ich bin mit dem Platz zufrieden

Sibylle und ich müssen nun unsere Ablaufpläne ändern.
Natürlich steht die Nachbesserung bei der Ventilreparatur an oberster Stelle – aber das ist emotional geprägt.

Tatsächlich wichtig ist, dass ich mit ELOWYN hier in die winterliche Regenphase kommen werden.
Es muss also zuerst die Segellast klariert werden und alle Arbeiten dort abgeschlossen sein, damit ich die Segel für den Winter verstauen kann.

Auch die Winterplane für den Baum und das Großsegel bringe ich zu Sotiris, um sie dort um etwa 50cm verlängern zu lassen – ich möchte diese noch zusammen mit HP anbringen, bevor er Leros für 2025 verlässt.

Soweit, so gut – der Tag ist rum, ein bisschen was haben wir geschafft und auch mit ELOWYN ist, ohne tatsächliche Aktivität, wieder etwas voran gegangen.

Ich freue mich auf heute Abend, denn heute sind wir mit Gottfried und Gabi zu einer Art „Abschiedsessen“ bei Dimitris dem Glatzkopf – „o´ Karaflas“ verabredet.
Wenn der Grund auch schade ist – wir freuen uns auf den kurzweiligen Abend mit den Beiden bei unserem Freund Dimitris, bei dem wir dieses Jahr viel zu selten waren.

Pünktlich zum Sonnenuntergang geht es los – wir fahren nach Vromolithos
Es war kühl und zugig…
…zum ersten Mal lange Ärmel 2025

Wie immer speisen wir vorzüglich und der Abend hielt was er versprach.
Wir kehren erst recht spät am Abend vom letzten Abstecher bei „Repapis“ zurück.

Wir werden unsere Münchner Freunde zwar übermorgen noch einmal in großer Runde im „SouVLakki“ treffen – aber dann heißt es Abschied nehmen.
Gottfried und Gabi eröffnen den Reigen der Freunde, welche es zu verabschieden gilt.
Auf Wiedersehen im Jahr 2026!

Highlight!!! Es ist Samstag der 20.09., ich hatte vom Konzert der Brüder Stratakis erzählt, heute ist es soweit!
Wir freuen uns auf den Konzertbesuch zusammen mit Angelika und Uli von der JASPER.

Hochkarätige Musiker aus Kreta

Doch bevor es soweit war, hatte ich Hans Peter versprochen, seinen Wärmetauscher mit ihm einzubauen.

Wir haben dieser Arbeit eine vorrangige Priorität gegeben, weil dadurch LIBERTÉ ihre Mobilität zurückerlangt – dies kann im Winter nur gut sein.

Ziel ist es also, das durch Giorgos unerwartet schnell reparierte Teil einzubauen und einen Testlauf durchzuführen.
Wie immer packen wir um 10.00 Uhr an.

Das Teil ist fertig und geprüft – wir holen es sofort frischlackiert ab
Der sofortige Einbau gelingt problemlos

Wow, potztausend! Damit habe ich nicht gerechnet – von der Werkbank an den Motor in weniger als zwei Stunden!

Wir schließen die letzten Kühlerschläuche an und füllen die Kühlflüssigkeit auf – dann starten wir das Aggregat.
Und siehe da – läuft!
Absolut dicht, keine Rauchentwicklung, sofortiges Anspringen – so dürfte es immer klappen.

Wir lassen den Jockel laufen bis das Thermostat öffnet, prüfen noch einmal den Kühlmittelstand und erklären die Arbeit dann für beendet.

Ich habe noch Zeit mich zu duschen und frisch zu machen und auch, um etwas Duolingo zu lernen.
Ja, ich bin immer noch dran und mache auch Fortschritte – wenn auch gaaaaanz langsam.

Um 19.30 Uhr treffen wir uns mit der JASPER Crew im „Persiana“ zum Burgeressen, dann fahren wir zur Anlage des Segelclubs um dort just in time anzukommen.

Der Segelclub – hier war ich noch nie
Ok, die Burger hätten wir uns sparen können

Wir schauen recht doof. Überall Tische und Stühle, es riecht lecker nach Gegrilltem und es werden ausgewählte Speisen serviert.
Die Burger hätte es wahrlich nicht gebraucht, hier wird bestens für das leibliche Wohl gesorgt.

Leider wurde das NICHT kommuniziert! Übrigens auch nicht, dass mit dem Kartenkauf KEINE Tischreservierung getätigt wurde.

So bekommen wir Plätze auf einer Steinmauer seitlich von der Tribüne – wir sahen die Musiker zwar nur von der Seite, waren aber sehr nah dran und die Lautsprecher waren nicht auf uns gerichtet.

Endlich – die Stratakis Brüder legen los

German Pünktlichkeit und Greek sigasiga kollidierten an diesem Abend.

Beginn um 21.30 Uhr – so lesen wir auf unseren Karten. Das stimmt auch, die Veranstaltung beginnt tatsächlich ungefähr um halbzehn und ein Musiker begleitet das Abendessen der meisten Gäste – ABER – bis die berühmten Brüder auf die Bühne kommen wird es rund 23.00 Uhr!
In Deutschland undenkbar…

Ebenfalls undenkbar ist, dass junge Familien ihre Zwacken einfach mit auf das Konzert nehmen – auf eine Veranstaltung, die schon mit einem gewissen Schalldruck aufwartet.

Da kann sich der Knirps schonmal an sein Leben als Grieche gewöhnen

Es wird mal wieder klar, das Leben hier ist komplett anders als das in Deutschland.
Es findet unter anderen Vorzeichen statt – die Prioritäten sind komplett verschoben.
Ich liebe diesen Lifestyle und bin vermutlich für den Rest meines Lebens versaut!

Spaß, Lebensfreude, Genuß – das Leben als Konzentrat genießen – nur wenige können das so gut wie die Griechen – αγαπώ αυτό!

Man isst gemeinsam und trinkt Wein bis spät in die Nacht
Die Lieder sind allseits bekannt – rasch wird getanzt, jung, alt, alle zusammen
Die Musiker sind perfekt – bei „Η Καπετάνισσα“ tobt die Menge, es geht ab…

Wir halten es nicht durch bis zum Schluss! Um 01.30 Uhr winken wir ab und streichen die Segel!
Ich freue mich, dass Sibylle so tapfer gekämpft hat und so lange durchgehalten hat – so lange sind wir normaler Weise nichtmal an Silvester wach!

Es war aber auch ein toller Abend!!!

Der nächste Morgen war entsprechend – ich war groggy!
Ich hatte sowas wie Hunger und kann nicht sagen warum. Es war schon nach 09.00 Uhr, Sibylle würde noch eine Stunde schlafen.

Zum Glück hatten wir die Lebensmittel von ELOWYN schon ausgeräumt, es wird sich doch was Essbares finden???
Ok, Chipsfrühstück! Dann eben so – Katerfrühstück mal anders.

Jetzt erstmal Kaffee

Sibylle kriecht aus ihrem Kabuff – müde, zerknittert. Wir sind uns einig, oft könnten wir das nicht.
Für „Clubbing“ sind unsere Körper nicht geeignet.

Wir machen uns einen freien Tag und gehen nach dem Frühstück ins „Skipper´s“ – ich brauche heute ein Rührei mit Speck.
Dazu einen starken Americano, dann geht es mir besser.

Von der Terrasse aus beobachten wir Hans Peter wie er eine halbe Stunde an der Marinamauer steht – unsere Signale bemerkt er nicht.
Irgendwann zieht er ab, auch er macht sich einen faulen Sonntag und hängt auf seinem Boot ab.

Ich will einfach nur hier stehen…

Am Spätnachmittag jagt ein Termin den anderen – zuerst telefoniere ich mit einem Interessenten für NESSAJA .
An dieser Front tut sich etwas und komme später noch einmal darauf zurück – dann müssen wir zügig los, da wir von Charly und Rosi auf ALENA zum Sundowner eingeladen wurden.

Die Beiden haben einen fünfwöchigen Törn im Kielwasser und möchten davon erzählen.

Um 19.30 Uhr treffen wir uns dann in großer Runde im „SouVLakki“ – wie jeden Sonntag feiern wir dort den Wochenausklang.
An diesem Abend sitzen Sibylle und ich mit Alex und einem jungen Paar aus Holland an einem Ende der Tafel.

Ben und Caetlin haben eine alte Jeanneau 44 für 2.000.-€ gekauft und machen diese wieder flott. Sie werden wohl über den Winter hierbleiben.
Dazu kommt, soviel wissen wir heute schon, die junge Familie aus Deutschland, mit deren Sohn Janu wir Geburtstag gefeiert hatten.

Eine junge Community zeichnet sich ab! Es könnte sein, dass ich diesen Winter als der „Segelopa“ verbringen muss und werde – ich freu´ mich drauf, denn die Jungs haben alle große Pläne bezüglich ihrer Bootsreparaturen.
Mal sehen, ob ich Schritt halten kann 😉

Am nächsten Morgen bin ich vor Sibylle wach. Ich blättere etwas in Facebook und stolpere über einen Post von Marietta – gefällt mir…

Ja, die Beschreibung trifft es ganz gut – das trifft für die Menschen auf Leros besonders zu

Sibylle überrascht mich nach dem Aufstehen mit einer Einladung – „…wie wäre es mit einem „Sailor´s Breafast“ im „Skipper´s“?“

Das klingt gut – wir waren die letzten Tage öfter mal oben – nicht als die besten Kunden, dafür ist uns das Marinarestaurant zu teuer, aber doch für ein Bier, einen Kaffee oder eben um das preiswerte Frühstücksangebot anzunehmen.

Wir sind überrascht, als uns diesmal nicht unsere Lieblingsbedienung begrüßt sondern ein junger Mann.
Es kam wie es kommen musste – Kaffee kalt, Cappuccino ohne Unterteller und Keks.
Das Frühstück mit ungetoastetem Toast statt mit klassischem Brot.

Sibylle bezahlt 23.-€ und fragt nach – „…scheint viel, was kosten denn die Einzelpositionen?“ Sie bekommt keine Rechnung!

Hm, wir erfahren, dass der Cappuccino 4.-€ kostet und das Wasser 3,50€ – macht bei zwei Cappuccino 11,50€.
Es bleiben 11,50€ für das „Sailor´s Breakfast“…

Schlecht lesbar, aber die Offerte lautet 8.-€

Nicht dass ihr denkt, dass ich wegen der zuviel berechneten 3,50€ Terz mache. Mir stinkt, dass wegen dem Lümmel die Qualität nicht gepasst hat, er keine Ahnung von Service hat, er nicht boniert und dann auch noch falsch addiert oder gar bescheißt.
Als Sibylle weiter nachhakt, fertigt der Frechdachs sie mit den Worten ab „…you are in a Marina Madam!“

Ok, was will er uns damit sagen? Ist eine rhetorische Frage, ich weiß es – aber da hat er die Rechnung ohne mich gemacht.
Ich weiß nämlich wo ich wohne und weiß auch, dass unser Restaurant in der gehobenen Liga mitspielen will.
Ich hoffe, er wird verstehen, dass ich „im Restaurant einer Marina“ einen Unterteller unter einem warmen Kaffee erwarte und am Schluss die Summe bezahle die auf einem Kassenbon steht.
Ich mag die Griechen für ihre Art, aber Lässigkeit gepaart mit Dummheit geht nicht!

Weil wir uns hier so aufregen, ziehen wir gleich weiter zur nächsten Bar. Wir waren nämlich lange nicht mehr am Panteli Strand und wollen uns heute mal einen Strandtag gönnen.

Der Strand ist noch gut besucht, aber nicht mehr überfüllt
Hier gibt´s ein Bier – die Abrechnung und der Preis sind ok, so muss das sein

Der Strandaufenthalt war schön. Ich war zweimal baden und musste erkennen, dass das Meer schon ziemlich abgekühlt hat.
Das erscheint mir früh im Jahr – ich denke, dass die Badesaison 2025 eine kurze sein wird.

Am Nachmittag will ich noch ein paar Handgriffe an ELOWYN machen.
Wir holen zunächst das Winter-Baumkleid von Segelmacher Sotiris, er hatte es rasch hinbekommen, dieses von ihm gefertigte Stück etwas länger zu machen.
Ich bin froh, den Wetterschutz zurück zu haben, denn es drohen ein paar Wolken und vielleicht sogar der erste Regen zum Monatsende – es muss verhindert werden, dass das Großsegel nass wird.
Ich werde das Trum also die nächsten Tage montieren.

Zudem erneuere ich heute noch den Spiralschlauch in der Dinghygarage, dafür war es höchste Zeit geworden.

Das Abendessen fand heute im „Pirofani“ am Panteli Strand statt – wir kehren also zu später Stund´ noch einmal dorthin zurück.

Die untergehende Sonne sorgt für eine besondere Stimmung
Wir sitzen perfekt – direkt am Wasser, darauf ein „Mamos“

Zum Dinner hat sich eine sehr nette Gesellschaft zusammengefunden. Zum einen unsere Freunde Brigitte und Hans, die ihren Freund Geri mitbringen, welcher zur Zeit bei den Beiden zu Besuch ist.

Zum anderen haben sich Ina und Ralf zu uns gesellt. Auch die Beiden sind mit den Österreichern befreundet und wir haben uns alle zusammen hier verabredet.

Wir haben zur Anfahrt den Boliden gewählt, denn so konnten wir Ralf und Ina ein „Fährtle“ anbieten und somit unseren Radius über Lakki hinaus erweitern.

Unser Dinner im „Pirofani“ war wie immer spitze und ich darf sagen, dass sich dieses Lokal auf Platz 1 meiner persönlichen Bestenliste hochgearbeitet hat.
In diesem Kontext ist, wie immer, wichtig zu erwähnen, dass das „Mylos“ nicht in der Bewertung geführt wird.
Der beste Newcomer ist das „Serza“, dort gehen wir bestimmt noch einmal mit Franziska hin.

Alle anderen haben sich sehr gut gehalten und nicht enttäuscht – wobei die Sommermonate das Bild sowieso etwas verzerren.

Wir gönnen uns noch eine Karafaki Ouzo und kommen recht spät nach Hause – gute Nacht, καληνύχτα!

Am nächsten Morgen eröffne ich mit leichter Verspätung eine kleine Baustelle auf meinem Patenschiff.

Der grüne Schlauch ist das wichtige Teil auf diesem Wimmelbild

Im Rahmen der Wintervorbereitung und der schon erwähnten, geringen Regenwahrscheinlichkeit, möchte ich alsbald die Segel, welche noch am Vordeck liegen, in die Segellast räumen.

Dafür sollten aber alle Arbeiten abgeschlossen sein, welche es in der Vorpiek zu erledigen gilt.

Ich mache einen Testlauf der Muringwinsch – passt, alles ok.
Ich lackiere den Tunnel für den hydraulischen Spanner des Kutterstags, der war leicht zerzkratzt – auch das gelingt schnell und wird richtig gut!

Danach möchte ich das Seeventil in der Vorpiek prüfen – es war eines der dichten Ventile, die Prüfung dient einer finalen Kontrolle.
Dafür baue ich mir den oben gezeigten Adapterschlauch von Autoventil auf 19mm Schlauch.
Der Drucktest erfolgt hydro-pneumatisch, dafür setze ich meine alte Radlpumpe ein…

Ich schließe die Pumpe mit meinem Adapter an den Schlauch des Ventils an…
…und setze das vorher eingefüllte Wasser im Schlauch mit Luft unter Druck
Als Prüfdruck wähle ich rund 2bar
Am Ventil prüfe ich die Dichtheit

Natürlich habe ich den Borddurchlass vorher von außen verschlossen – letztlich geht es mir nicht um einen akademisch belastbaren Labortest, mir geht es darum, einen später nachvollziehbaren und reproduzierbaren Testdruck in ein mit Wasser gefülltes System zu geben und ungeachtet eines Druckabfalls über einen nicht einhundert Prozent dichten Verschluss, eine Aussage über die Dichtheit des Ventils zu geben.

Hier bildet sich kein Tropfen, dies bestätigt unsere Sichtprüfung am Krantag.
Ich lege am Gewindeabschluss der Verschraubung eine zusätzliche SIKA-Naht und gebe dieses Ventil anschließend frei. Zusätzlich markiere ich es mit einem grünen Isolierbandstreifen.

Die Segellast ist fertig, morgen können wir das Kompartment reinigen und dann die Segel regensicher verstauen.

Diese Prüfmethodik werde ich übrigens auf alle vier verwendeten Ventilgrößen adaptieren.
Ich werde alle dichten Ventile so abprüfen und die Sichtkontrolle somit bestätigen.
Alle als gut gesichteten Ventile, welche diesen Test bestehen und dicht bleiben, werden freigegeben und nicht getauscht – alle anderen werden ersetzt.
Vor dem nächsten Krantermin im April 2026 werden dann noch einmal alle Ventile geprüft – ich will keinen Raum für nochmalige, böse Überraschungen geben, es soll ein gesicherter und nachvollziehbar, reproduzierbarer Prozess zugrunde liegen.

Zeit für den Feierabend – don´t lose yourself…

Roland und Mireille haben zum Apero auf ihre Terrasse geladen

Wir sind für heute Abend mit Mireille und Roland verabredet.
Die Wahl fällt nach langer Zeit mal wieder auf das „Tis Kakomoiras“in Vromolithos, die Taverne ist nur einen Steinwurf vom Haus der Freunde entfernt.

Wir eröffnen den gemeinsamen Abend mit einem Umtrunk, einem „Apero“ auf der Terrasse der Freunde – ein wunderschöner Ort mit einem herrlichen Blick auf die Bucht von Vromolithos.

Die Farben – es ist noch Sommer

Als die Sonne bereits untergegangen ist, fahren wir die paar Meter zu der Meze-Taverne, welche bei uns ebenfalls ganz hoch im Kurs steht.

Wir fahren, damit wir unsere Vehikel vor Ort haben, denn nach dem Dinner folgen wir noch „einem guten Brauch“, wie es Mireille so nett beschreibt – ihr wisst natürlich so gut wie ich, was gemeint ist…

Im „Tis Kakomoiras“, was frei übersetzt so etwas wie „der Pechvogel“ oder „der Unglücksrabe“ bedeutet, bestellen wir ein paar Meze, konzentrieren uns heute aber auf die Hauptspeisen.

Besonders die Spare Ribs haben es Mireille und mir angetan, die sind echt sehr lecker…

Zur Zeit mein Lieblingsgericht in dieser Taverne

Naja, der Tag endet dann – hier die Lösung des Rätsels, welches keines war – natürlich im Eissalon der Familie „Repapis“ in Lakki.

Sibylle und ich freuen uns auf Besuche der Eisdiele zusammen mit der kleinen Heidi, welche ja schon übermorgen mit Mama und Papa hier eintreffen wird.

Nur noch zweimal schlafen.

Wir schlemmen unser Eis und verabschieden uns dann nach Hause – ein sehr schöner Abend mit unseren eidgenössischen Freunden.

Schlaraffenland – und lecker wie immer

Es folgt ein „Überbrückungstag“ – ein Tag an dem man nicht so recht weiß, was man mit sich und seiner Zeit anfangen soll.
Für den Start neuer Projekte oder Aufgaben ist nicht genug Zeit, denn ab morgen werden uns fast zwei Wochen Auszeit mit der Familie gönnen.

Nixtun ist keine Option, denn die Langeweile würde uns zerfressen – was also anpacken?
Eine große Vorbereitung für den morgigen Tag braucht es nicht, auch hier kann man Zeit nicht sinnvoll einsetzen.

Die Crew der BARCASO reißt uns aus unserer Lethargie. Brigitte und Hans haben Geri an Bord und legen heute für einen Törn durch die Dodekanes ab.
Wir hatten uns für einen Abschiedskaffee im „Skipper´s“ verabredet.

Just in dem Augenblick als wir im Marinarestaurant sitzen und jeder sein köstliches Koffeingebräu schlürft, wird WUQI von Pit gekrant…

Pit und Uli werden WUQI an den Liegeplatz bringen

Mit Pit ist leider nicht viel zusammengegangen – wir kennen uns so lange über verschiedene Internetkontakte, aber im „richtigen Leben“ hat sich die passende Schnittmenge noch nicht ergeben – na das wird noch, er hat ja auch große Pläne mit seiner Wauquiez und wir werden sicher das ein oder andere Problem zusammen lösen können.

Die Probleme die dieses Mal befürchtet wurden, hatten sich jedenfalls irgendwie in Luft aufgelöst und so blieb für Pit eigentlich nur die Reparatur eines Kratzers und ein neuer Unterwasseranstrich.

Mal sehen, was die Zukunft so bringt…

Auch Hans Peter ist ausgerückt als wir beim Kaffee saßen. Er hat seine Göttergattin vom Flughafen abgeholt und bereits als wir zurück zu NESSAJA gehen, hat sich Petra schon in den Urlaubsmodus verabschiedet – genüßlich räkelt sie sich auf der Badeplattform von LIBERTÉ.

Achtung – Sonnebrand droht

Sibylle und ich rappeln uns auf. Wir wollen noch etwas Sinnvolles tun und beschließen daher, noch einmal zum Hotel zu fahren, in dem Franziska und Mikey zusammen mit der kleinen Heidi am morgigen Tag einchecken werden.

Es wird ein „late night check-in“, wir wollen daher Sorge tragen, dass alles wie am Schnürchen klappt.

Wir besprechen noch einmal alles mit dem Hotelchef, der versichert abermals, dass alles vorbereitet sei und er selbst die Gäste noch Willkommen heißen wird.

Zufrieden gönnen wir uns ein Bierchen am Hotelpool und schicken Franzi ein Bild – bis morgen!

Ein schöner Platz

Was unsere Familie nicht weiß – wir werden morgen nach Kos fahren und den Audi mitnehmen um sie vom Flughafen zur Fähre zu shutteln.

Die Taxisituation auf Kos ist nicht unkritisch und die junge Familie hat viel Gepäck.
Zudem möchte Franziska, dass für Heidi ein Kindersitz zur Verfügung steht.
Sibylle lehnt jedes Risiko ab, nimmt mich mit ins Boot und hält nach Beschlussfassung zwei Tickets nebst Autoverbringung nach Kos in der Hinterhand – das wird eine Überraschung.

Einen Kindersitz stellt uns Rena von der Autovermietung für die ganze Zeit zur Verfügung – unserer Reise nach Kos steht nichts mehr im Wege!

„Waaaas, ihr fahrt nach Kos…“ höre ich Alex fragen. Er und Ben hätten zuletzt darüber gegrübelt, wie man es wohl bewerkstelligen könne, einen Lidl-Einkauf in Kos zu realisieren.
Man bräuchte Nüsse und vegane Lebensmittel.

Klar biete ich an, dass ich ein bisschen was mitbringen könnte – die Definition von „ein bisschen was“ sollte sich erst beim Discounter ergeben.
Ich bekomme auf jeden Fall schonmal ein Bild mit den benötigten Nüsschen.

Klingt einfach – war es aber nicht

Die jungen Leute trauen sich nicht recht – das merke ich. Sie ordern zehn Packungen Nüsslein und zwei Sojamilch plus fünf Tofu.

Ok, sei´s drum – wird erledigt!

Grrrr! Der Wecker klingelt zu unchristlicher Zeit. Klar, kann man mal machen, aber ich gebe zu, so leicht stecke ich das auch nicht mehr weg.
Vor fünf Jahren noch, waren Fahrten um diese Zeit mein täglich Brot.

Was für ein Scheiß – was tut man nicht alles für die Lieben
Uhrenvergleich – es bewahrheitet sich, Zeit für einen kräftigen Kaffee
Langsam, sehr langsam kehren die Lebensgeister zurück

Sibylle schält sich aus den Federn und richtet sich zam – ich höre sie sagen, dass sie „…alles eingepackt hat“, ich solle an die Autoschlüssel und das Ladekabel für das Mobiltelefon denken.

Es ist eine Randnotiz, dass am heutigen Tage unsere liebe Freundin Rita aus Schliersee und unser Schwiegersohn Alexander Geburtstag haben – beide werden wir im Laufe des Tages anrufen und kontaktieren, wir haben es nicht vergessen!

Überhaupt vergessen wir selten etwas, außer heute, Sibylle vergisst nämlich meine Badehose, was den geplanten Strandaufenthalt in Mastichari weniger spaßig macht – soviel nur als Vorabinformation.

Wir starten den Audi – klickklickklickklickklickklickklickklickklickklickklickklick – es ist ein sehr leises, drehzahlabhängiges Klickern hörbar.
Ich kann nicht einordnen, ob es sich um ein Klickern einer Einspritzdüse handelt oder eher um einen Hydrostössel – ich muss das mal mit meinem Sohn besprechen.

Trotzdem ändern wir den Namen unseres A6 an diesem Morgen von „der Bolide“ auf „Klicker“.
Kennt ihr „Klicker“? Kinder der späten 60er werden sich an den Hasen aus der Kindersendung „Kli(cker)-Kla-Klawitterbus“ erinnern – soviel nur am Rande.

Wir fahren um 03.15 Uhr mit „Klicker“ zum Hafen – just in time…

Die Fähre nach Kos kommt gerade an

Wir boarden zusammen und bekommen einen guten Platz, welcher keine Befürchtungen bezüglich des Ausfahrens aufkommen lässt.

Der Wagen steht frei und bekommt ein Schildchen, welches dem Fährpersonal klar macht, dass dieses Auto zur übernächsten Station wieder ausgefahren wird und somit nicht zugebaut werden darf.

„Klicker“ verlässt die BLUESTAR II bereits auf Kos
Die zwei Autos die in Kos ausfahren stehen frei zugänglich

Sibylle hat uns einen Plan für Kos zurechtgelegt – was sonst? Die Fährfahrt selbst verläuft unspektakulär, wir trinken noch einen Kaffee und schmieden Pläne für´s Haus.
Ein bisschen was wollen wir 2025 noch erledigen – vielleicht schaffen wir es, ein neues Garagentor einbauen zu lassen und für fließend Wasser zu sorgen.

In Kos angekommen verlassen wir die Fähre, die bis Rhodos weiterfahren wird und bereits heute Abend wieder Richtung Piräus in Kos Halt machen wird.

Wir werden dann abermals an Bord sein, wenn alles klappt in Begleitung unserer Kinder und Kindeskinder.

Jetzt erstmal auf nach Kardamaina, dort kommen wir pünktlich zum Sonnenaufgang an.

Kardamaina ist nett, aber nicht mein Geschmack

In dem touristischen Ort gibt es ein hochgelobtes Café, das „love-made“, welches wir zum Frühstücken besuchen wollen.
Als wir um 07.15 Uhr ankommen, immerhin eine Viertelstunde nach der im Internet angegebenen Öffnungszeit, teilt uns ein sichtlich gelangweilter Mann mit, dass erst um 07.30 Uhr geöffnet wird.

Ok, dann halt – ich signalisiere, dass wir die 15 Minuten warten werden.
Er fragt daraufhin, ob wir frühstücken wollen – „…ja, klar. Darum sind wir hier!“

Jahahaha, Frühstück gäbe es erst um 08.00 Uhr teilt uns der Kerl mit – da müssten wir uns wohl gedulden.
Enttäuscht und ratlos ziehen wir ab. Die Stimmung war gedämpft, denn Kardamaina gibt um 07.30 Uhr absolut nix her.
Zum Glück finden wir eine kleine Bäckerei, welche einen Kaffee und ein Pita offeriert.
Es liegt diesmal nicht an mir, dass wir zum „love-made“ zurückkehren. Sibylle will das gehypte Lokal ausprobieren und drückt ihren Willen durch.
Ich wäre nicht noch einmal zu dem unwilligen Hellenen zurückgekehrt…

Das Frühstück war allerdings wirklich sehr gut

Am Rückweg zum Auto schlendern wir durch die erwachende Touristenhochburg – ich kann mir vorstellen was da zur Saison abgeht und bin wirklich froh, nicht Zeitzeuge eines derartigen Geschehens zu sein.

Wir schleichen an einer Bar mit einem seltsam anmutenden Namen vorbei…

„Schmutzige Dicke“???? Versteh´ ich nicht!

Muss irgendeine englische Floskel sein. Sibylle macht ja seit über 250 Tagen „Duolingo“, aber auch sie bleibt mir eine klärende Antwort schuldig. 😉

Ich muss wohl mal Hans Peter oder Petra fragen…

Was bleibt von unserer „To-Do Liste“? Nix! Die heißen Quellen? Am anderen Ende der Insel – keine Lust!
Der Pfauenwald – Wanderung gefällig? Aber nicht unausgeschlafen in Flip-Flops!
Wir verwerfen alle Punkte aufgrund unserer Müdigkeit, welche sich bei der aufkommenden Wärme spürbar zurückmeldet.

Ein kurzer Abstecher nach Zia, dann der Einkauf bei Lidl und anschließend Strandaufenthalt in Mastichari – so der neue Plan.

Leider verfahren wir uns auf dem Weg nach Zia und rattern den ganzen Weg auf einer teilweise echt ausgewaschenen Off-Road Piste ab.
Normaler Weise liebe ich das, aber heute tat mir „Klicker“ echt leid und das, obwohl er den bekannten „quattro“ Schriftzug trägt und somit gute Gene hat.

In Zia angekommen, war unser Muli echt gezeichnet

Sibylle und ich beschließen, dass wir unsere neue Tagesliste um den Punkt „Wellnessprogramm für Klicker“ erweitern und dem geschundenen Wagen eine griechische Bürstenmassage zukommen lassen.

Doch bevor wir das tun, gönnen wir uns erstmal eine weitere Kaffeespezialität.

„Life is too short to learn Greek“ – darüber denke ich nach

Kennt ihr das Gefühl, wenn man müde ist und zuviel Koffein in sich reinpumpt?
So geht es mir heute – zum letzten Mal im Leben hatte ich dieses Gefühl mit 25 zu meiner Meisterprüfung, ursächlich war damals Schlafmangel und „Red Bull“.
Ich erinnere mich heute an diese Zeit zurück.

Sibylle setzt mich am Weg zum Auto auf eine Bank und kauft sich ein „Fjällräven“ Rucksäckchen – absolut original für 18.-€, wenn das kein Schnäppchen ist??? 😉

Dann aber, zurück nach Kos und ab in die Waschnalage – der Wagen soll sauber sein wenn der hohe Besuch einsteigt – außerdem hat sich unser Quattro das verdient!

Wir kommen sofort dran
Schaum-Bürstenwäsche, wir sparen an nix
Wie neu! Na wenn das nix ist – die 10.-€ waren gut investiert

Während „Klicker“ sein Wohlfühlprogramm in der Wellnessoase genießt, sehe ich mir Motorräder an.

Mir wabert ja immer noch die TET durch das Oberstübchen. Dafür wäre meine GS aber nicht das geeignete Gefährt.
Etwas anderes müsste her – mein Favorit immer noch, eine Yamaha T700.
Heute aber entdecke ich eine Altenative – so etwas gefällt mir!

Eine echt schöne Husqvarna – das Modell muss ich mal abchecken

So, Auto wieder sauber, alles soweit im Lot – nächster Stop also „Lidl“.

Ich muss erwähnen, dass ich Lidl-Hater bin! Hatte ich aber schon im Juni Blog erzählt, oder?
Ich kann es nicht begründen, vielleicht ein Kindheitstrauma – aber ich kann Lebensmitteldiscounter nicht ausstehen und würde aus eigenen Antrieb niemals einen Lidl betreten.

Im Juni also mit und wegen Volker, heute für und wegen Alex – und der weiß nichtmal, wie glücklich er sich schätzen darf.

Zeitvertreib – Lidl Shopping

Leider war das Nüsslein kaufen nicht so einfach wie gedacht. Die Varianten in Hellas unterscheiden sich deutlich von denen aus den Niederlanden.

Ich drehe ein Video vom Nüssleinregal und banne alle verfügbaren Varianten auf Zelluloid. Dieses Video schicke ich an Alex und Ben – mit Bitte um schnellstmögliche Anpassung der Bestellung.

Jetzt brechen die Dämme – die Beiden vergessen alles um sich herum und bestellen wie im Rausch.
So werden aus A-lex und B-en eine Art „Millenium A-Hörnchen und B-Hörnchen“…

Heute dreht sich alles um den Wintervorrat von A und B

Ich folge den telefonisch gemachten Ansagen „…10x Mandeln und 8x Studentenfutter, ach, noch 6x Pecan-Nüsse und wenn dann noch 8x Cranberries gehen? Der Nuss-Mix darf auch nicht fehlen – 6x gesalen und 8x ungesalzen!“

Ich springe von Regal zu Regal und greife nach den georderten Mengen – der Einkaufswagen füllt sich und Sibylle und ich organisieren entsprechende Kartons…

Der Wagen ist zu zwei Dritteln voll – mit Nüssen!

Der Rausch endet – es ist vollbracht. Ich weise kurz auf das Gesamtvolumen der Bestellung hin und versuche es in Raummaßen auszudrücken – „…ihr habt gerade einen Kubikmeter Nüsse bestellt?“

Die Beiden bejahen und geben Sibylle und mir die Freigabe an die Kasse zu gehen.

Ich habe für knapp 200.-€ Nüsse gekauft

Lustige Gedankenspiele bahnen sich den Weg in mein Gehirn – die Nüsse im Kofferraum steigern den Wert meines Autos um ca. 12,5%.

Gleichwohl kosten die Nüsse soviel wie eine Tankfüllung. Würde ich jetzt also noch volltanken – ich hätte den Wert meines Wagens um 25% gesteigert.
Welcher Sportwagenfahrer kann das von sich behaupten???

Zeit, um nach Mastichari zu fahren und etwas auszuruhen – ich bin groggy.

Die Touristenhochburg im Nordwesten der Insel wird zum Flop. Wir kommen bei warmen Temperaturen an und ich möchte Baden – Sibylle greift gezielt nach meiner Badehose um dann zu bemerken, nanu, vergessen!
Ich schmolle und ziehe mich ohne Abfrischung auf ein gemietetes Liegebett zurück. Wir zahlen 8.-€ für ein Pärchen, was vergleichsweise wenig ist. Unsere Hoffnung ist, dass wir ein wenig ausruhen können und vielleicht ein Nickerchen geht.
Das gelingt, ich schlafe fast eine Stunde bevor mich der liebreizende Ton einer sprechenden Kettensäge weckt – das Schlachtschiff spricht rheinischen Dialekt und erklärt gerade einem anderen Strandlieger, dass „…sie schon seit 30 Jahren hier Urlaub macht!“
Teutonengrill in Hellas – na super!

Just in dem Moment setzt der Nordwind ein – Sibylle und ich suchen das Weite. Dies liegt Gott sei Dank recht nah – wir verholen in eine Taverne und gönnen uns ein vorgezogenes Dinner.

Gute Miene zum bösen Spiel in Mastichari – wir gratulieren den Geburtstagskindern

In der Taverne finden wir etwas Ruhe. Wir rufen bei Rita an und erwischen sie am Telefon.
Sibylle verhindert, dass ich lauthals singen anfange und ich meine zu bemerken, dass Rita nicht wirklich enttäuscht ist.

Na dann aber – nächstes Jahr sind wir zu dieser Zeit in Schliersee! Ehrensache, denn dann feiern wir Deinen „Runden“.

Das gelungene Selfie von Sibylle und mir senden wir dann noch ein unseren Schwiegersohn Alexander am Bodensee.
Auch er feiert heute sein Wiegenfest und wir gratulieren recht herzlich.

Endlich muss ich nicht mehr warten! Sibylle ist aufgeregt und will los. Wir sind viel zu früh, aber das macht nix – lieber warten wir im Auto!

Genauso geht es aus – wir finden keinen Parkplatz, so stelle ich mich mit „Klicker“ an den Rand eines Busparkplatzes, Sibylle begibt sich ins Terminal.
Von dort meldet sie sich mit Lageberichten…

„Ganz schön was los in der Abflughalle…“
„…schau wer da ist!“

Ich habe meine Brille nicht auf, sehe eine junge Frau und einen Knirps und starte Klicker – nix wie hin zum Ankunftsterminal, es wird Zeit, wir müssen Richtung Fähre!

Dass die junge Frau Sophie mit Sohn Henry ist, merke ich erst spät. Zu spät!
Mein Parkplatz ist weg, ich kreise sinnlos umher. Ich muss weitere Minuten warten.

Dann endlich! Sie sind da! Keine Zeit für Fotos und eine große Begrüßung – wir müssen los, die Fähre geht in einer Stunde!
Wir laden ein und brausen los – Klicker darf zeigen was er kann!

Wir kommen exakt rechtzeitig an. Sibylle checkt mit der Familie als Fußgänger ein, ich fahre unser Vehikel auf die Fähre.

Ich boarde die Fähre als einer der Letzten…
…denn ich fahre zwei Stationen später schon wieder aus
Abermals bekomme ich einen perfekten Platz

Oben in der Lounge treffen wir uns – Sophie ist mit Luis und Henry auch schon da, man hat sich bereits kennen gelernt und die Kinder spielen fröhlich miteinander.

Das ist sehr gut für uns alle, denn so entstehen keine unnötigen Längen und die Fahrt wird nicht langweilig.
Für mich ist es Zeit für einen Ouzo – der ist mehr als verdient. Ich freue mich auf mein Bett.

Auf Leros angekommen, bringen wir Franziska, Mikey und Heidi noch ins Hotel und warten bis sie ihr Zimmer bezogen haben.
Alles klappt bestens. Dann heißt es für uns „ab nach Hause und rasch ins Bett“ – wir sind hundemüde, morgen ist auch noch ein Tag.

Und der beginnt mit Warten! Das ist der kleine Nachteil, wenn man sich ganz auf die Lieben einlässt. Man sitzt bereit auf Abruf und wartet bis das Handy bimmelt – Sibylle nutzt die Zeit um ihrer „Duolingo Abhängigkeit“ zu frönen…

Ihr Gesicht lässt nix Gutes erahnen – die Spracherkennung foppt sie 😉

Ich bin überigens auch zurück auf der Duolingo Bühne. Ich rechne damit, dass der Wintersprachkurs bald wieder anlaufen wird und will mich etwas vorbereiten.
Das klappt bestens und doch mache ich die gleichen Fehler weiter – Duolingo ist mehr ein Spiel, es zwingt einen zum Punktesammeln und man vergisst dabei, die Lerninhalte zu vertiefen.

Ich erhalte währenddessen ein Bild von Alex. Er und Ben sind dabei den Nüssleinvorrat aufzuteilen. Ich denke ein letztes mal an Chip und Chap die in Deutschland eben A- und Behörnchen geheißen haben – das kann kein Zufall sein! 😉

Erstmal sortieren

Dann endlich der Startschuss von den Kindern – erster Treffpunkt ist die Liegewiese des „Tony Beach Hotels“ in Vromolithos, dem Hotel in dem die Kinder untergebracht sind.

Wir wollen erstmal Zeit miteinander verbringen und etwas quatschen. Vielleicht etwas baden gehen und mit Heidi spielen.
Geht schon ein Bier? Bestimmt – es ist Urlaub!

Wir haben Liegen im Schatten eines Olivenbaumes – eine sehr schöne Anlage

Der Tag gelingt! Es wird kein spannender und auch kein fulminanter Tag – es wird einfach ein Chill-Out Tag.

Wir trinken Cappuccino miteinander, haben viel zu erzählen und versuchen den Namen vom zweiten Baby zu erraten, welches im Dezember auf die Welt kommen wird – unser Enkelchen #9!

(Spoiler – zum Monatswechsel stoppe ich mein Raten, denn ich glaube den Namen zu wissen 😉 )

Dazwischen gehen wir mit Heidi im Meer plantschen und wärmen uns anschließend auf den Sonnenliegen auf.
So vergeht ein wunderbarer erster Urlaubstag!

Dinner gibt es, so der einstimmige Beschluss, im „Pirofani“ in Panteli – eine perfekte Adresse für einen ersten Abend.

Griechische Leckereien füllen den Tisch

Auch diesmal lässt sich Stavros nicht lumpen – alles passt auf den Punkt! Erst als die Kleine müde wird, bestellen wir die Rechnung und bezahlen.

Wir verabschieden uns, die Jungen ziehen mit Klicker von dannen und Sibylle und ich fahren mit der GS Richtung Heimat.

Der Zufall will es, dass wir noch in Panteli die Crew der BARCASO passieren – ich rufe ihnen zu „…einen Ouzo noch?“, was mit lauter Zustimmung quittiert wird.

So ergibt es sich, dass unser Abend doch etwas später endet – nachdem wir, völlig ungeplant, noch in eine Ouzo Session mit Brigitte, Hans und Geri gerutscht sind.

Am neuen Morgen frühstücken Sibylle und ich an Bord von NESSAJA – die Kinder kommen uns abholen, wenn man klar für den Tag sei.
Erst warten wir wieder – aber dann kommt Heidi und beginnt uns alle zu beschäftigen…

Der Seefahreropa und die kleine Freibeuterin

Wenn eine Zweijährige wie ein Derwisch über das Deck einer Segelyacht fegt, herrscht Alarmstufe rot!

Heidi sieht sich um und lacht dabei wie Jack Sparrow – harrharr – sie hat sichtlich Spaß daran, die ihr unbekannte Umgebung zu entdecken. Das „Haus auf dem Wasser“ fasziniert sie.

Mikey und ich gönnen uns noch einen Kaffee, dabei legen wir den Tagesausflug für heute fest – Agios Isidoros!
Das Kirchlein auf dem Fels ist der erste Spot auf Leros, den wir der jungen Familie vorstellen wollen.

Achtung – der Weg ist glitschig
Geschafft – wir entern die kleine Insel
Auch zurück kommen wir heil – wenn auch nicht ganz trocken

Das hat gut geklappt – und weil wir schonmal in Gourna sind, gehen wir mit Heidi auch gleich noch an den gleichnamigen Strand.

Der ist nämlich sandig und extrem flach abfallend. Was ich überhaupt nicht leiden kann, ist ideal für die kleine Maus.
Sie genießt das Bad im Meer mit Mama und Papa – ich halte mich mit Sibylle dezent zurück.

Um diese Jahreszeit ist nix mehr los

Klar, dass so viele Eindrücke die kleine Prinzessin müde machen – ein Mittagsschlaf steht an.

Das nutzen Sibylle und ich, um uns mit Hans Peter und Petra bei „Repapis“ zu treffen.
Unsere Freunde haben im Moment wenig von uns – wir versuchen dies zu kompensieren so gut es eben geht, das verlangt die Fairness und die Freundschaft.

Später am Nachmittag fahren Sibylle und ich dann noch einmal zu „Tonys Beach Hotel“ um etwas mit der Familie abzuhängen – dabei fallen mir die Baderegeln auf…

So weit, so gut – vermutlich braucht´s das…
…hm, offensichtlich braucht´s das! Ich denke kurz an den italienischen Stegpisser, welchen Sibylle so angeschrien hat

Ich halte inne – könnte es sein, dass jemand ohne dieses Schild vom Beckenrand pisst?
Eine Denksekunde genehmige ich mir, dann entscheide ich – ja, es könnte sein!

Ich muss nur an die Sanitäreinrichtungen in der Marina denken – dort wäre ein Schild, dass man nicht neben das Klo kacken soll auch angebracht.

Ich bin also froh, dass es dieses Schild gibt! Und letztlich denke ich an Massimo, mit dem ich diesen Blogbericht eingeleitet habe – wir wollen das Gleiche, nur auf unterschiedlichem Level. Gedanklich versöhne ich mich mit ihm und gelobe, dass ich in keine Einbahnstraße einfahre, solange er nicht vom Beckenrand in einen Hotelpool pinkelt…

Nach ein paar schönen Momenten am Pool neigt sich auch der zweite Urlaubstag dem Ende zu – wir beschließen ihn mit einem Dinner in Dimitris´ „To Steki“.
Auch hier speisen wir gut wie immer.

Nach den Meze und einem Saganaki noch ein Moussaka – wohl bekommt´s
Für mich gibt´s nach den Meze ein Seafood Saganaki – ein Gedicht

Neuer Tag, neues Glück! Es ist Sonntag, der Tag soll mit einem fulminanten, gemeinsamen Frühstück beginnen – dafür haben wir uns das „Coffee Lab“ ausgesucht!

Spiegeleier, Croissant und viele andere Leckereien füllen den Tisch und wir laben uns an den Köstlichkeiten.
Das war auch für mich wieder einmal eine superleckere Abwechslung – obwohl – der Ranzen spannt, das Blut sackt in den Magen, ich falle ins Freßkoma!

Gut, dass Hans Peter zur Stelle ist und mir hilft, die Winter-Baumpersenning von ELOWYN zu montieren.

Er ist halt doch ein flinker Kraxler
Eine Stunde später war es geschafft

Ich denke, dass wir gut gehandelt haben. Die Wolken ziehen schon auf und es scheint glaubhaft, dass die vom Wetterbericht für morgen gemeldeten Schauer auch wirklich kommen.

Sibylle war einstweilen mit der Jugend und dem kleinen Gör beim „Wandern“. Man hat sich auf den Weg nach „Land´s End“ gemacht und den dortigen Leuchtturm erkundet.

Danach muss Klein-Heidi eine Schlummerrunde einlegen, bevor wir uns alle zum Badenachmittag am Hotelpool treffen.

Sibylle in ihrem Element

Da die Kinder noch ein paar Mails schreiben mussten, hat Sibylle Heidi beschäftigt. Ich habe die Gesamtsituation bewacht und dafür Sorge getragen, dass nix passiert 😉 – das war von einer Liege aus gut möglich!

Plötzlich fordert die Kleine ein Eis – sie sagt klar und deutlich das Wort „Eisdiele“. Mama und Papa wollen sie mit einem Steckerleis abfertigen, aber da haben sie die Rechnung ohne den Opa gemacht, dem „Iceman“ unter den Opas, den Wingman von Maverick „Repapis“.

Heidi und ich in unserem Element

Da wir durchschnittlich immer zwei Kugeln kaufen und Heidi nur eine schafft, war es legitim, dass ich mir eine dreiküglige Riesenportion ordere.

Was für ein Genuss! Heidi schlotzt ihr Schlumpfeis und ich löffle genüßlich den Berg sahnigen Eises, den Maria, die Tochter des Hauses, mir in den Becher geschaufelt hat.

Danach sind Sibylle und ich mit dem Dreikäsehoch zurück ins Hotel gefahren und haben dort den Nachmittag ausklingen lassen.

Für heute Abend haben wir uns einen Tisch im „Serza“ reserviert, wir werden uns dort mit Sophie, Luis und Henry treffen – kennengelernt haben sich die etwa gleichaltrigen jungen Leute ja schon in der Fähre.

Früh dran – wegen der Kinder und der Temperaturen! Die „blaue Stunde“ beginnt
Wir sind die ersten Gäste, in einer Woche schließt das Lokal

Wir essen wieder supergut und lassen uns sehr viele verschiedene Meze auf den Tisch stellen.

Das „Serza“ enttäuscht abermals nicht, sowohl die Speisen wie auch der Service waren ausgezeichnet.
Dieses Lokal hat sich unter den „Top 3“ meiner persönlichen Restaurantliste festgesetzt.

Die kleinen Katzen betteln am Tisch – aber nie aufdringlich oder lästig.
Eine Katze bleibt bei mir sitzen und starrt mich an – obwohl ihre Zeichnung nicht perfekt ist, muss ich schmunzeln und an die Geschichte von „Itlacat“ denken?

Ich mach es kurz – vor etlichen Jahren, wir waren wohl das erste Mal auf Archangelos im „Stigma“, hat die Tochter der Wirtsleute welche dort die vielen Katzen füttert erklärt, dass sie diese und jene Katze haben, unter anderem auch Itlacat.
Ich habe nicht verstanden und frage nach. „You don´t understand Itlacat? But you know Itla???“
Der Wortwechsel ging noch zwei, dreimal hin und her und sie erkannte – ich stehe auf der Leitung…
Da macht die junge Frau eine typische Handbewegung und führt zwei Finger über die Oberlippe – JETZT verstand ich!

Den Rest könnt ihr euch denken…

Nicht vollkommen – aber trotzdem muss ich an den skurillen Wortwechsel denken

Themenwechsel! Wieder war es so, dass Heidi und Henry herrlich miteinander gespielt haben.
Auch die zwei jungen Paare verstanden sich gut, dies mündete in eine Einladung, ausgesprochen von Sophie, in deren Haus in Xirokampos.
Sophie hat zu einem Grillabend geladen, immer ein Highlight – und Sibylle und ich erkennen, dass wir an diesem Abend genügend Zeit finden werden unsere Freundin Susanne zu begrüßen, welche bis dahin auch eingetroffen sein wird.

Es wird wohl ein Drei-Generationen-Abend werden, sehr schön!

Ich freue mich total, dass die „Jungen“ ein so gutes Auskommen miteinader haben

Apropos Haus in Xirokampos – da führt mich mein erster Weg am kommenden Morgen hin.
Nicht wegen des anberaumten Grillabends, sondern wegen der väterlichen Werkbank, welche Sophie nicht mehr im Keller haben möchte und diese deshalb an mich weitergeben würde.

Gleich nach dem Frühstück, für das Franziska mit Familie auf NESSAJA eingetrudelt ist, fahre ich also in den südlichsten Ort der Insel und vermesse das Trum in Sophies Keller.

Es scheint, als ob das Trum gerade so auf Hans Peters Pick-Up passen würde

Das Ausmessen der Werkbank tut Not, da sie definitiv nicht in Klickers Kofferraum passt.
Hans Peter verspricht zu helfen und es sieht tatsächlich so aus, als ob die eigentlich kleine Werkbank, Sophie nennt sie „Werkbänkchen“, gerade so in HPs Light-Truck passt.

Ob ich an dieser Stelle erwähne, dass ich gerade meine Finger nach einem kleinen Planenanhänger ausstrecke?
Na, das ist ein Thema für den Oktoberbericht…

Zufrieden fahre ich in die Marina zurück und bastle ein wenig an ELOWYN.
Ich erledige ein paar Kleinigkeiten, während Sibylle mit Franziska in Agia Marina bummelt und Mikey mit Heidi im Hotel verweilt.

Just als Sibylle in die Marina zurück kommt, fängt es zu regnen an. Der erste Regentag – viel zu früh nach meinem Empfinden!
Aber die Locals sehen nicht auf den Kalender, sie freuen sich, dass ihre Insel Wasser bekommt – es tut der Natur gut!

Ich muss umdenken – ich bin kein Tourist mehr. Der Regen tut meinem Grundstück gut, meinen Olivenbäumen und er füllt meine Zisterne mit kostenlosem Wasser.

Trotzdem nervt´s mich – grauer Himmel und zum Nichtstun verdammt
Dicke Tropfen prasseln herunter – zum Glück ist auf ELOWYN alles verpackt

Sibylle und ich sitzen im gemütlichen Salon von NESSAJA. Mich ficht der Regen nicht an – zwar mag ich Sonne lieber, aber ich kann mit „gepflegter Langeweile“ gut umgehen.

Diesmal nutzen Sibylle und ich die Zeit, um unseren Duolingo-Score in ungeahnte Höhen zu treiben.
Es macht Spaß, ein wenig bleibt hängen und es tut niemanden weh.

Für das Abendessen fällt unsere Wahl auf´s „SouVLakki“! Bodenständig und preiswert sollte es sein, Mikey hatte zudem einen richtigen Glangerer auf Fleisch.
Nachdem wir nach „Pirofani“, „To Steki“ und „Serza“ zweieinhalb tendenziell gehobenere Tavernen und deren Mezevielfalt genossen hatten, durfte es heute mal etwas weniger fancy sein.

Und da waren wir in unserem Lieblingsgrill genau richtig!!!

Schmeckt! Wie immer!
Zum satt werden – kompromisslos

Wie es guter Brauch ist, gehen wir heute geschlossen in den Eissalon der Familie „Repapis“ – heute haben alle einen Gelust auf die süße Köstlichkeit.

Jeder bestellt Eiscreme nach seinem Geschmack und in der gewünschten Menge, dann lassen wir es uns schmecken.
Momente die nicht aufzuwiegen sind!

Die Saison ist vorbei – es wird ruhig im Eisparadies
Wir gönnen uns die Lieblingssorten – Lemon Pie, Yoghurt, Kadaifi, Almond-Chokolade und…
…SCHLUMPF

DON´T LOSE YOURSELF…!

Der September war ein schwieriger Monat, vielleicht einer der mental kompliziertesten seit wir Deutschland verlassen haben.

Ich denke, man hat mir das nicht so angemerkt – aber mir hat es mehr als einmal gereicht.
Zunächst die Nähe zu den so positiv denkenden Seglern für Gaza – ich will mich hier nicht politisch positionieren, aber es ging mir nahe, mit welchem Enthusiasmus diese jungen Menschen für ihre Sache standen. Diese Erfahrung stimmt mich heute noch nachdenklich.

Dann die große Enttäuschung rund um ELOWYN. Mir ist lange nichts mehr schief gegangen, HP und ich habe so gerackert, dass ich überzeugt war, das Glück der Tüchtigen würde uns gehören.
Dem war nicht so, das hat mich nachhaltig Energie gekostet.

Die Familie ist hier, wir haben Spaß – und doch macht uns das Wetter im Paradies einen Strich durch die Rechnung.
Der Badeurlaub platzt wohl und doch ist die Nähe zur Familie schön – wie geht es weiter wenn das Haus fertig ist?

Überhaupt – das Haus. Ich hatte im ganzen September keinen Tag Zeit mich darüber zu freuen – das muss sich ändern!

Ja, ich habe die momentane Entwicklung der Gesamtsituation im September mehrfach in Frage gestellt. Sibylle bleibt die Antwort auf die Frage nach gemeinsamen Zielen schuldig – ich vermute, es gibt keine mehr.
Klingt nach starkem Tobak – ist aber ein legitimer Gedanke, denn während ich die WhatsApp Stories von Freunden und Familie ansehe wird mir bewusst, dass es etwas anderes ist, mit dem Wohnmobil durch Italien oder Slowenien zu fahren, als ein Haus auf einer kleinen griechischen Insel zu bauen. Aber was ist „besser“ (für mich)?
Wohin geht die Reise?

Ich sollte wissen was ich tue – don´t lose yourself!

NESSAJA – zur kommenden Monatsmitte haben sich Interessenten aus der Schweiz angekündigt, die Flüge sind gebucht. Der Oktober könnte also spannend werden – es könnte sein, dass ich schon bald ohne Schiff und ohne Hobby dastehe.

Naja, einen Tag hat der September ja noch – sehen wir also, was dieser bringt!

Alex sendet mir eine ganze Reihe sehr guter Drohnenbilder und Videos von ELOWYNs Masttop…

Ich kann so den Umbau des Toplichtes planen – die Marina sieht sich nicht imstande

Begonnen hat mein Tag bereits um 05.37 Uhr! Ich rapple mich auf und gehe um 06.00 Uhr zum Duschen.
Leider kann ich, bedingt durch das Wetter, nicht mehr auf der Badeplattform duschen, ich will daher sehen, dass ich vor der Masse in den Duschräumen bin.

Das gelingt, wenn auch knapp, denn es sind um diese Zeit noch viele Segler in der Marina. Morgens alleine duschen klappt erst ab November.
Ich hatte Glück, denn gerade als ich fertig war, betrat ein weiterer „Early Bird“ die Duschkabine neben mir und ließ umgehend seinen Flatulenzen freien Lauf.

Ich fliehe, ziehe mich verzweifelt auf NESSAJA zurück und leide still bei einer Tasse Kaffee bis die Familie kommt.

Nach dem Frühstück fahren wir zusammen zum Haus. Die Kinder sind neugierig auf unser neues Projekt und ich muss ausmessen, ob ein von Susanne angebotener Schrank an die dafür vorgesehene Wand passt.

Passt – der Schrank ist gekürzt exakt 2 Meter breit

In Plaka trennen sich unsere Wege. Franziska fährt mit Familie zurück ins Hotel, Sibylle und ich nutzen die Zeit für eine Fahrt nach Crithoni um dort im Haus von Brigitte und Hans nach dem Rechten zu sehen und die Blumen zu gießen.

Das ist keine große Affäre und rasch erledigt.

Alles ok im Haus, auch die Pflanzen sind vor dem Tod durch Vertrocknen bewahrt

Weil wir gerade hier sind, möchte Sibylle die Reservierung für Franzi und Mikey im „Mylos“ anpassen.

Die Beiden haben heute Hochzeitstag und wir haben uns bereiterklärt, dass wir auf Heidi aufpassen.
Der Tisch ist für 20.00 Uhr reserviert, aber aufgrund der frühen Dunkelheit, der Außentemperaturen und nicht zuletzt wegen der Schlafgewohnheiten des kleinen Görs, halten wir es für besser, wenn die Eltern schon um 19.00 Uhr mit ihrem „Dinner for Two“ beginnen.

Es ist gerade Mittag, wir fahren einfach in der Edeltaverne vorbei…
Die Umbuchung der Tischreservierung ist kein Problem

Der Nachmittag läuft gemächlich. Mikey geht joggen, Sibylle fährt zu Franzi und Heidi ins Hotel und ich genehmige mir eine Auszeit und lerne Duolingo und mache ein Nickerchen.

Ich merke heute noch, dass mich die Arbeitsphase an ELOWYN Körner gekostet hat, das muss ich in Zukunft besser planen.

Unsere Idee für den Abend ist wie folgt – die jungen Eltern liefern Enkelchen Heidi um kurz vor 19.00 Uhr bei uns ab.
Wir bestellen Pizza für uns und Nudeln für Heidi. Weil es gut passt, kommen Hans Peter und Petra zu uns rüber und wir essen zusammen.
Wenn alles klappt, legen wir Heidi irgendwann ins Bett und im Idealfall schläft sie dann, bis die Eltern sie wieder abholen.

Soweit der Plan…

Kurze Irritation – wo ist Mama???
Die kleine taut schnell auf und versteht sich prächtig mit Petra – wir warten auf die Bestellung vom „La Nostra“
Schnell geliefert – schmeckt super

Wir mampfen alle was das Zeug hält – eigentlich auch eine gute Möglichkeit zu essen.
Eine große Schüssel selbergemachter Salat, Wein und Bier vom Supermarkt und die Pizza geliefert.

Heidi bekommt „Pasta Carbonara“ und schlemmt richtig – sie isst eine für sie sehr große Portion und unterhält uns danach noch eine Weile.
Dann wird die kleine Maus müde und sackt in sich zusammen…

An Guadn

Beim Zubettgehen merkt sie kurz, dass die Mama nicht da ist – es gibt ein sehr kurzes Geschrei, welches Sibylle aber rasch in den Griff bekommt.
Die Beiden gehen ins Schlafzimmer und schon nach ein paar Minuten kommt Sibylle zurück an den Tisch.

Problemlos! Was sonst? 😉

Die Kleine schläft, bis der Papa sie abholt. Wir waren einen Moment verleitet anzubieten, dass sie bei uns bleiben kann – alles lief wirklich perfekt.

Morgen treffen wir einander wieder, wir sind gespannt, was die Beiden zu erzählen haben.
Wir lassen den letzten Abend des Monats gemeinsam mit der Crew der LIBERTÉ ausklingen.

Der Oktober steht vor der Türe – hier ein Ausblick.

Bis zum 05.10. ist unsere Familie noch hier und wir verbringen Quality Time zusammen.
Dann fliegt Heidi mit ihren Eltern zurück nach Hause und auch Hans Peter und Petra reisen am gleichen Tag ab.

Ich werde dann die Arbeiten an ELOWYN wieder aufnehmen und meine Liste Punkt für Punkt abarbeiten.
Eine wichtige Weichenstellung wird es Mitte des Monats geben – werden die jungen Schweizer NESSAJA kaufen?
Last not least – will und muss ich ein paar Kleinigkeiten am Haus einsteuern, hierfür bietet sich der Oktober regelrecht an.

Es bahnt sich ein durchnittlicher Monat an, welcher aber das Potential hat zum „Gamechanger“ zu werden – seid also gespannt und bleibt dran!

Wir freuen uns über euer Interesse für unseren Blog
Mario & Sibylle / SY NESSAJA


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