Juli 2025 – I Won´t Back Down

Ein Dank an meine Follower, für euer Durchhaltevermögen, eure Lesestärke und eure Gedanken.
Ich will gerne erwähnen, dass eine Handvoll Leser und Leserinnen immer wieder kommentieren und Feedback geben, an dieser konstruktiven Kritik wachse ich.

Darum sei eingangs erwähnt, dass der Teil meiner Leserschaft, welcher technisch weniger interessiert ist, in diesem Monatsbericht gefordert wird.
Es gab nämlich viel zu tun – und wie immer, wenn es um harte Arbeit an Booten geht, drängen sich zwei Namen in den Vordergrund – ELOWYN und LIBERTÉ…

Viele Beispiele dafür, wie es NICHT geht

An der Headline habt ihr gesehen – der 1989er Song von Tom Petty ist zum Leitthema des Monats Juli geworden.
Ich höre das Lied oft und lieber in der 2000er Version von Johnny Cash – enthalten auf America III.
Das Internet hält diesmal eine längere Erklärung zum Inhalt des Songs bereit – diese ist es wert zitiert zu werden, ist es doch eine schöne Motivation in vielen Lebenslagen.

„I Won’t Back Down“ von Tom Petty ist ein Lied über Widerstandsfähigkeit, Entschlossenheit und Standhaftigkeit im Angesicht von Widrigkeiten. Es ist eine Hymne auf die Weigerung, nachzugeben oder aufzugeben, sondern stattdessen die eigene Position zu wahren und sich nicht von äußerem Druck beeinflussen zu lassen. Die Botschaft des Liedes findet bei vielen Anklang als Mantra zur Bewältigung von Herausforderungen im Privatleben und größeren Konflikten.

Die Bedeutung des Liedes wurzelt in persönlichen Erfahrungen des Texters, die ein Gefühl des Trotzes und der Weigerung, sich geschlagen zu geben, förderten.
Die Anziehungskraft des Liedes geht jedoch über diese spezifischen Ereignisse hinaus und ist zu einem universellen Ausdruck von Stärke und Durchhaltevermögen geworden…

Der Text, insbesondere die wiederholte Phrase „I Won’t Back Down“, betont unerschütterliche Entschlossenheit und die Weigerung, sich einschüchtern oder brechen zu lassen. Die Zugänglichkeit und die einfache, aber kraftvolle Botschaft des Liedes haben dazu geführt, dass es für viele zu einer Quelle der Kraft und Inspiration geworden ist.“

Vor diesem Hintergrund, haben Hans Peter und ich uns nicht entmutigen lassen – wir haben Durchhaltevermögen gezeigt!

Achtet auf die T-Shirt Farben! Abgekämpft – im Schweiße unseres Angesichts

Doch von Anfang an – zunächst begann alles ganz harmlos…

Kristina und Volker waren noch vor Ort. Sie würden erst morgen abreisen und haben es sich auch nicht nehmen lassen, etliche Arbeiten an ELOWYN selbst auszuführen.

Ich gebe zu, ich nutze die Option mich in solchen Situationen auch mal zurückzuziehen, Volker und ich haben nämlich absolut unterschiedliche Arbeitsansätze.
Am Ende gelingen unsere gemeinsamen Vorhaben und Aktionen zwar auch immer – aber ich empfinde das gemeinsame Arbeiten als phasenweise anstrengend.

Natürlich waren wir, in Person Sibylle, Hans Peter und ich, immer dann zur Stelle wenn wir gebraucht wurden – so zum Beispiel beim Abschlagen der Vorsegel.

Für die große Genua braucht es mindestens drei, besser vier kräftige Personen
Die kleine Kutterfock lässt sich besser bändigen

Hier liegen Freud und Leid nah beisammen – die Marinaleitung möchte, dass ELOWYN für die zwei Monate Pause an Land steht.
Das ist nachvollziehbar, denn an Steg A gibt es momentan nur zwei freie Plätze, die sollen zur täglichen Vermietung zur Verfügung stehen.

Dafür macht man ein gutes Angebot bezüglich der Krankosten und der Standzeit an Land.
Dies hat den Vorteil, dass wir das teuere Kranen nicht als angeforderte Dienstleistung bezahlen müssen und dabei doch die Option haben, am Unterwasserschiff zu arbeiten.

Der Nachteil – wie bei allen Schiffen an Land, müssen die Vorsegel abgeschlagen werden, das bedeutet bei ELOWYN ein paar Stunden hartes Rackern am Vorschiff.

Egal – irgendwann haben wir auch das gepackt und die Segel sind im Sack und in der Segellast verstaut.
Es ist Mittag und Volker wird vom „kleinen Hunger“ überfallen. Wir erinnern uns an den guten Brauch des „Light Lunch“ und folgen dem Ruf des Magens – bis an die Pforte unseres Lieblingsgrills „SouVLakki“ 😉 …
Dort laben wir uns an den feilgebotenen Köstlichkeiten.

Auch meiner Gattin scheint es zu schmecken
Mir sowieso

Als wir beim Lunch saßen, kam Rena vom benachbarten Autoverleih um die Ecke gefahren.
Sie stoppt vor dem Laden und steigt mit einem Geschenkpäckchen aus – nanu, was ist das?
Sie läuft schnurstracks auf mich zu, drückt mich und übergibt MIR das hübsche Päckchen.

„Ja ist denn scho´ wieder Weihnachten?“ würde der Kaiser, Gott hab´ ihn seelig, wohl fragen…

Doch bevor ich Luft holen kann, lässt mich die liebe Freundin wissen, dass sie ihre Tochter in Rhodos besucht habe und dabei an mich gedacht hat – dies sei ein Geschenk, um mir mein Leben auf Leros zu erleichtern 😉

Ok, ich bin gespannt…

Ich liebe Geschenke
Haha, wie lustich – ein „Alfaviatrio“, ein Lesebuch für Erstklässler

Ich kenne so etwas Ähnliches, etwas moderner vielleicht, von Marcus´ Tochter Lilly – wie macht die Ente? Pa pa pa…
Und wie das Küken? Ki ki ki… Papia, die Ente – Papaki, das Entlein!

Rena erklärt mir, dass dies eine Neuausgabe des Buches sei, mit dem sie Lesen und Schreiben gelernt hat. Es sei ein Geschenk zum Hauskauf und für meine Integration.
Ich freue mich von Herzen – das sind diese Momente…

Plopp – Volker reißt mich von meiner gemütlichen Wolke herunter. Wir könnten die Zeit nutzen und den 2,7 Meter langen Baumkicker der ELOWYN versandfertig machen.
Ja, können wir – aber wie sollen wir das Trum verpacken???

Sibylle hat eine zündende Idee – „…wie wäre es mit so einem Abflussrohr?“
Ha, genial, das machen wir! Sofort kaufen wir drei Meter 10er KG-Rohr und zwei Endkappen.

Mit etwas Luftpolsterfolie wird daraus eine ideale Verpackung

Wir wickeln den wertigen Boom-Vang aufwändig ein und sorgen für eine sichere Verpackung.
Dieses 30kg Trum in den Versand zu geben, wird in der kommenden Woche meine Aufgabe sein!

Geschafft! Das war aber jetzt genug für heute? Oder?
Gut ist, dass man Volker leicht auf die „bright side of life“ reißen kann – der Gedanke eines kurzen Strandbesuches wird geboren, ein kurzes Bierchen oder ein Freddo Espresso sollten drin sein.

Tut gut – und schmeckt

Wir gönnen uns ein Kaltgetränk und kühlen unsere erhitzten Leiber mit einem Sprung in das immer noch sehr erfrischende Meer ab.

Dann heißt es „zurück in die Marina und aufhübschen“, denn heute steht der letzte verpflichtende Programmpunkt für Tina und Volker während ihrer Leros Aufenthalte auf dem Programm – ein Besuch in „Harris“ Bar in der ersten Mühle.

Doch was ist das? Schreck lass´ nach – die Marineros hängen ELOWYN um, sie ziehen mit hochroten Köpfen an den Heckleinen.
An der Leinenführung passt nix mehr, die Schoner baumeln im Nirvana – ich bin, offen gesagt, etwas angefressen.

Nix passt mehr

Man KANN ein 44t Boot nicht mit den Händen ziehen – die beiden Angestellten der Marina werden es nie begreifen.
Wir kommen gerade noch dazu, als sie versuchen die beiden Heckleinen gegen den Zug der Mooring zu halten.
Das Stromkabel dehnt sich schon, die Gangway ist Zentimeter vom Stromkasten entfernt.

Volker startet den Motor und zieht ELOWYN etwas zurück – die Situation entschärft sich.
Mich wundert, dass Volker sich weniger aufregt als ich – nun, vielleicht weil er weiß, dass sein Schiff morgen an Land kommt.

Mich eiert, dass in allen Liegeplatzverträgen ein Passus verankert ist welcher besagt, dass der Skipper für das sichere und korrekte Vertäuen seines Schiffes verantwortlich ist – das funktioniert aber nur, wenn danach nicht irgendwelche Befehlsempfänger die Leinenführung ändern, nur um noch breitere Schiffe in zu kleine Lücken zu pressen!
Hier hat die Marina ein echtes Defizit.

Die Stimmung beruhigt sich, wir gehen zum normalen Tagesablauf zurück und freuen uns auf den Besuch der Bar – wir haben einen Tisch reserviert und machen uns auf den Weg nach oben.

Zum Glück haben wir reserviert – ach sieh´ einer an, Roland und Mireille sind auch hier
Das „Harris“ oberhalb von Panteli – ein wunderschöner Ort
Der Ausblick ist fantastisch
Dreamteam – wir freuen uns am Leben

Natürlich gönnen wir uns einen Cocktail, oder waren es zwei? Nein, einer – und ein Ouzo! Oder ein Bier???
Egal, ich vermute wir haben allerlei alkoholische und nichtalkoholische Getränke konsumiert…

Wir lassen uns neue Cocktailkreationen empfehlen…
…und probieren allerlei Verschiedenes

Der Genuss von Alkohol enthemmt und macht albern – vergesst das nicht!
Stellt außerdem niemals peinliche Bilder ins Internet – das Internet vergisst NIE!!!

Vermutlich habe ich alle Chancen auf eine ordentliche Bewerbung verspielt

Ein wunderschöner Ausklang des Tages, welchen wir mit einem Dinner im „Serza“ am Merikia Strand vollenden werden.

Dafür brechen wir wir nicht allzu spät im „Harris“ auf und genießen beim Hinunterfahren noch einmal den herrlichen Ausblick in Richtung Kalymnos.

Um 20.00 Uhr haben wir einen Tisch im „Serza“ – noch 9 Minuten, die Uhr läuft 😉

Der neue Morgen beginnt stressig – ELOWYN wird das erste Boot im Kran sein, Treffpunkt für alle ist 08.00 Uhr am Schiff.

Um 09.00 Uhr wird das Taxi kommen und Kristina und Volker abholen.
Wir nehmen Abschied von unseren Freunden, noch während ELOWYN gekrant wird.
„Auf ein Wiedersehen hier auf Leros Mitte September!“ – obwohl wir wissen, dass es eine gute Chance auf ein kurzes Treffen in Deutschland im August gibt.

Ich muss ins Wasser und nachsehen ob die Gurte des Krans gut sitzen, dann übernehme ich die Verantwortung für die Algro 68, das Taxi fährt mit unseren Freunden in Richtung Flughafen davon.

Es dauert eine ganze Weile, bis sie sicher in den Gurten hängt
Der Travellift bringt sie zu ihrem temporären Platz – bis 11.09.2025
Sofort danach wird ein anderes Schiff hinter ELOWYN geparkt

So ganz geil finde ich den Abstand der beiden Schiffe nicht. Ok, ich gebe zu, dass das deutsch gedacht ist – aber ich weiß genau was passieren wird.

An das andere Schiff kann man am bequemen Heckeinstieg keine Leiter mehr anlehnen – es ist also nur eine Frage der Zeit, wann der Erste den Weg über unsere Leiter und unsere Badeplattform nehmen wird.

Jetzt könnte man denken, dass dies doch nicht so schlimm sei – naja, vielleicht nicht, vielleicht aber doch…

Na egal, darüber mache ich mir später Gedanken, jetzt steht sie erstmal ganz gut – sehen wir was kommt!

Heute Abend sind wir eingeladen! Vroni und Holger sind ja noch auf Leros und heute ist Vronis Geburtstag – wir stehen auf der Gästeliste!
Der Ehrentag soll bei Marietta gefeiert werden.

Ganz schön was los – zum Glück hat Vroni reserviert
Wir sitzen gemütlich beisammen und lassen uns allerlei Meze schmecken
Der Zufall wollte es, dass Mariettas Familie von dem Geburtstag wusste
Takis und Stamatis ließen sich ein Ständchen nicht nehmen
Ich denke, die Überraschung ist gelungen
Vroni auf Dich – Happy Birthday

Wir trinken reichlich Ouzo und fallen erst sehr spät und hundemüde in die Federn – na gut, morgen können wir es noch einmal langsam angehen lassen…

Bis jetzt klingt alles ganz entspannt – aber das sollte sich jetzt langsam ändern.
Volker und ich haben eine To-Do Liste erstellt und ein paar Punkte mit Priorität 1 versehen.
Klar, dass hier der Aufenthalt an Land treibend ist, dazu kommen ein paar relevante Mängel und Probleme.

Mein Plan ist, mir ein paar Tage zu gönnen, an denen ich eine Teileliste erarbeite und diese dann in die Bestellung gebe.
Das klingt einfach, ist es aber nicht, weil zum Beispiel zum Bestellen der Teile für den Tausch der Seeventile, alle Maße der Altteile abgenommen werden müssen.
Hierfür muss ein Zugang zu den Ventilen geschaffen werden, dies ist teilweise mit dem Ausbau des Mobiliars verbunden.

Dann möchte ich zuerst den Wassermacher auf Hans Peters LIBERTÉ verbaut wissen.
Ich stehe hier im Wort und brauche umgekehrt des Saarländers Hilfe auf meinem Patenschiff.
Eine Hand wäscht die andere – es geht Zug um Zug…

Und jetzt geht es los!!!
Der erste Tag beginnt noch schleppend, weil ich zunächst mit HP zur Spedition muss.
Wir fahren den ellenlangen Rodkicker in seinem Pick-Up in den Hafen, laden dort aus und besprechen uns mit der Transportfirma.

Wir legen das Trum ab und werden es nicht mehr anpacken

Ich nehme es vorweg, es klappt natürlich nicht reibungslos – wir erfahren nämlich, dass der Transport nur bis zur Filiale in Athen möglich ist.
Den Weitertransport muss man dann selber beauftragen oder über eine Partnerfirma organisieren.

Ok, soweit so gut. Wir lassen das schwere, unhandliche Paket erstmal liegen und ich kümmere mich die nächsten zwei Tage darum.
Das gelingt und irgendwann geht der Kicker auf die Reise – zur Reparatur nach Deutschland.

Wer denkt, dass es jetzt endlich an den Booten losgehen kann, der irrt gewaltig.
Sibylle funkt mich an, ihr Roller zickt schon wieder. Jetzt reicht´s! Wir kaufen umgehend eine neue Batterie, ich befülle diese und sorge für eine Stunde Initialladung – dann geht auch der Breezy wieder.

Die alte Batterie war nach 15 Monaten defekt

Zurück in der Marina, verabrede ich mich mit Sibylle an ELOWYN, doch abermals tritt eine Verzögerung auf.

Ich gehe gerade an der wunderschönen Baltic 40 KEONDA vorbei – ihr erinnert euch, ich biete das Schiff für einen Freund an und schaue deshalb immer mal wieder nach dem Rechten – als ich also gerade hier vorbeischlendere sehe ich, dass drei Leinen im Wind baumeln.

Um Schäden zu verhindern, suche ich mir einen Tampen und fixiere diese Leinen notdürftig.
Viel Mühe muss ich mir nicht geben, denn der Eigner wird Mitte des Monats eintreffen.

Die Leinen baumeln und schlagen an den Mast – das interessiert vom Marinapersonal niemanden
Ich fixiere die Fallen notdürftig, das sorgt für Ruhe und verhindert Schäden

Dann ENDLICH war es soweit – Sibylle und ich saßen auf ELOWYN und gingen ein Ventil nach dem anderen durch – immerhin 24 an der Zahl.

Die meisten habe ich irgendwie fotografiert und dann die Maße vom Foto abgelesen – Sibylle hat notiert was ich diktiert habe.
„Durchmesser 1 Zoll – einmal Rumpfdurchbruch, einmal Anschlussfitting für 25mm Schlauch gerade.
Durchmesser 1 1/2 Zoll – einmal Rumpfdurchbruch, einmal Anschlussfitting für 38mm Schlauch 90° gewinkelt.“

Die Kenner unter euch mögen sich fragen, warum ich keine Kugelhähne notieren lasse – gut bemerkt, dazu später mehr.

Nicht alle Ventile waren gut erreichbar. Für einige musste ich tief in die Katakomben des Schiffes steigen, für andere mussten Einlegeböden entfernt werden.
Manche waren letztlich völlig sinnfrei und doof montiert…

Ein Seeventil welches man nur per Foto sieht und nicht zur Betätigung erreichen kann – hier muss ich umbauen

Die ganze Erfassung dieser Bestellliste hat uns über drei Stunden beschäftigt – als wir fertig waren, hatte der Tag bereits ein Ende gefunden und es war Zeit, so langsam an das Abendprogramm zu denken.

Hier hatten wir für heute einen ganz tollen Plan gefasst – wir waren mit Brigitte und Hans verabredet.
Auch unsere beiden österreichischen Freunde haben sich ja ein Haus auf Leros gekauft und wir wollten heute zum ersten Mal zusammen auf beide Häuser anstoßen.

Zunächst haben wir uns in Plaka in unserem Haus getroffen. Sibylle hat alles für einen Gin-Tonic eingepackt und ich hatte ein paar Eiswürfel gemacht – auf die kleine Katikia…

Sibylle mixt den Gin-Tonic – wir stoßen auf unsere Katikia an
Nix geht über eine gute Mischung

Wir gehen noch einmal durch das Haus, stellen uns noch einmal an den Aussichtspunkt auf unserem Grundstück und freuen uns, dass die Olivenbäume schon reichlich tragen – nächstes Jahr gibt es eigenes Olivenöl.

M-E-I-N-E O-L-I-V-E-N! Sehr geil…

Zurück im Haus entdeckt Brigitte meinen alten Kronleuchter – „…der ist ja toll, so etwas suche ich zu meinem antiken Tisch!“

Ihr ahnt es – ich finde Kronleuchter hässlich und biete der Freundin das alte Stück umgehend an.
Die kann ihr Glück kaum fassen und verspricht, dass sie ihn bald übernehmen wird.

Super! Dann fahren wir doch gleich mal weiter nach Crithoni und sehen uns das Haus der Freunde an.
Ich kenne es schon, aber Sibylle ist gespannt wie ein Flitzebogen!
Hach, Schampus – die Freunde lassen sich nicht lumpen und wir lassen die Korken knallen.
Auf euer Haus in Crithoni – „kalo risiko“!

Zum Wohl – lasst die Kelche klingen
Das Haus der Freunde ist schon bewohnbar, wir genießen den Schampus auf der Terrasse

Um den Tag vollends abzurunden, hatten wir ein gemeinsames Dinner ins Auge gefasst.
Obwohl keiner von uns wirklich Vegetarier ist, fiel unsere Wahl auf das „Stis Anna“ von Anna Karpathakis.
Ich mag sowohl die Besitzerin als auch ihre gute Küche – hier kann man sich wirklich einmal an den dargebotenen veganen und vegetarischen Köstlichkeiten laben.

Um diese Zeit war bei Anna noch nicht wirklich was los. Das ändert sich aber meist etwas später, denn sowohl Einheimische wie auch Touristen nehmen das neu renovierte Lokal gut an.

„Stis Anna“ – direkt am Strand von Crithoni gelegen
Ich war schon vorgefahren – die anderen laufen zu Fuß vom Haus der Freunde hierher
Das Lokal ist klein und unscheinbar – wartet aber mit einer guten, besonderen Küche auf

Wir setzen uns und begrüßen die Gastgeberin. Anna freut sich sehr über das positive Feedback bezüglich der Renovierung – wir meinen das von Herzen, es ist sehr gemütlich hier.

Ok, die Nähe zur Straße muss man akzeptieren, aber das geht durchaus – sehen und gesehen werden als Teil des Abendprogrammes.

Wir bekommen die Speisekarte und suchen allerhand Leckereien aus – mir fällt die kurze Geschichte von Anna auf – ein sehr schönes und einladendes Statement.

Eine ausgesprochene Empfehlung – auch für Fleischesser
Ich mag Anna

Wir bestellen reichlich und bunt gemischt – auch in dieser Taverne beschließen wir „griechisch“ zu essen, alles in die Mitte, alles wird geteilt.

Jeder sucht etwas aus, noch ein paar Kleinigkeiten als Mezedes dazu – und schon kann es losgehen.

Prost und guten Appetit…

Gemischte vegane Aufstriche und dunkles Brot
Falafel und Salat
Lahmacun mit pikanten Linsen und Frühlingszwiebeln
Unser „Pescetarian Food“ – Tagliatelle mit Sea-Food

Was haben wir gut gegessen! Ich nehme es vorweg, wir werden im Laufe des Monats noch einmal hierher kommen um Antonias Geburtstag nachzufeiern – ein weiteres Mal werden wir hervorragend Essen!

Dies ist deshalb erwähnenswert, da wir ein paar Mal leichte Enttäuschungen hinnehmen mussten – in ein paar Lokalen welche wir gerne und öfter besuchen, hat man die negativen Einflüsse der Hauptsaison durchaus gespürt.
Nicht, dass es schlecht gewesen wäre, aber sowohl Service wie auch Qualität waren bei Vollauslastung nicht auf dem gewohnten Niveau zu halten.
Dies ist auch der Grund, warum ich diesen Monat kaum Bilder von den Tavernenbesuchen gemacht habe.

Anderseits, es gibt eine weitere sehr erfreuliche Ausnahme – das „Serza“ in Merikia! Auch dort waren wir mehrfach und waren immer mehr als positiv überrascht.
Der Juli hat auf jeden Fall zwei neue Namen auf unsere Bestenliste gespült – darüber freuen wir uns.

Am Heimweg, wir waren schon fast in der Marina, haben wir drei in der Seglerszene sehr bekannte Masten in der Lakki Bucht gesehen – es war uns wert kurz umzudrehen, um ein schönes Foto von einem besonderen Schiff zu erhaschen.

Die MALTESE FALCON in Lakki

Der Sommer zeigt was er kann – erstmals verzeichnen wir Temperaturen nahe der 40°C Marke und das Quecksilber fällt auch nachts nicht unter 30°C! Ich gebe zu, es gibt Stunden, an denen auch ich mir meine Klimaanlage funktionsfähig wünsche.

Ich beschließe also, dass ich nach meinem Kaffee die Montage des Abluftschlauches angehe.
Sibylle hat mir den 3m langen Schlauch ja aus Deutschland mitgebracht, aber ich muss mir noch einen Anschluss ausdenken, mit dem ich den riesigen 150mm Balg an die Dachluke anbinde.

Die Lösung will ich mit einem recht großen Delrin Küchen-Schneidbrett umsetzen – mal sehen…

In der Kabine passt es schonmal…
…und nach oben auch
Sieht gar nicht schlecht aus

Ich habe Hunger und lade Sibylle auf einen Snack ins „Skipper´s“ ein. Auf dem Weg dorthin kommen wir an ELOWYN vorbei, dort hat die Marina inzwischen den WILLI unter die Badeplattform gestellt.

Das ist gut, dort steht er im Schatten – ich bin zufrieden!
Aber Halt, was ist DAS???

Nun, es ging recht schnell, dass auch andere Kunden der Marina, in diesem Fall Fischer, die an ihrerm Fischtrawler nebenan arbeiteten, unser Schlauchboot als den idealen Schattenplatz für ihre Brotzeitpause entdeckt haben…

Schaut genau hin – ich frage mich „tut man das?“ Denke ich deutsch, oder gehört sich das nicht?

Ich gehe zu den Jungs und weise höflich darauf hin, dass ich das zwar nicht so toll finde, aber dass sie ruhig fertig Brotzeit machen dürfen.
Ihren Dreck sollen sie aber bitte wegräumen und nicht in unser Dinghy schmeißen.

In diesem Moment kommt Sibylle dazu und staubt die Jungs ansatzlos weg – „…das ist unser Dinghy, macht unter eurem Kahn Brotzeit!“
Ich weiß bis heute noch nicht, ob das nun richtig oder falsch von meiner Frau war, so harsch zu reagieren – aber irgendwie hat sie schon Recht „…man tut das eigentlich nicht!“

Außerdem ist „Obacht geben“ einfach ein Fremdwort hier – sie können es einfach nicht!!!

Die Jungs waren weg, der Tender versaut

Der kurze Trubel war vorbei, dem Snack im Marinarestaurant stand nun nichts mehr im Wege.

Da sitzen wir nun – im Schatten, mit Blick auf ELOWYN. Im Nacken die Frage, wie packt man das priorisierte Arbeitspaket am besten an?

Gehe ich ins Risiko und zerlege ALLES bis die Teile da sind? Das ist vor dem Hintergrund einer Deadline am 11.09. riskant, es dürfte nichts schiefgehen, weil mir ja durch unsere Deutschlandreise rund drei Wochen fehlen.

Mache ich alle Arbeiten nacheinander und Step by Step, dann habe ich echten Zeitdruck, denn die Liste ist lang und das Erneuern der Rumpfdurchbrüche ein echtes Brett.
Zumal müsste ich das Werkzeug immer neu packen und von einer Ecke des Schiffes in die nächste tragen.

Wir sinnieren…

Wie packen wir es an – die Zeit drängt

In diesem Augenblick schickt mein Sohn ein Bild von Enkelchen Anton – die Nummer 7 – und ich erkenne sofort, hier werden Weichen gestellt, der Tritt in Fußstapfen wird vorbereitet!

Ob Anton mir bei den Arbeiten an ELOWYN helfen könnte?

Anton übt schonmal

Zu allem Überfluss erhalte ich noch einen Sidekick zu ungünstiger Zeit – es meldet sich ein „Juli Schütter“, er wolle sich FREE WILLY ansehen, er habe Interesse an dem Boot.

Kein langes Gerede, keine Fragen, er könne heute da sein – ja was soll ich sagen? JA ist die einzige Option!
Also fahren Sibylle und ich zu der kleinen aber feinen Ketch in der „Artemis Marina“ um uns dort im Juli mit Juli zu treffen.

Wir bereiten das Boot vor…

Ich muss die Plane öffnen und eine Seite bis zur Hälfte auspacken
Das Schiff steht schön da – ist inzwischen aber etwas verstaubt

In ein paar Minuten wird Juli kommen – ich google den Namen, mach´ ich (fast) immer, man will ja wissen was einen erwartet.

Nix zu finden – es gibt einen Julian Schütter, ein österreichischer Ex-Skirennläufer, in solchen Fällen hilft Google nicht weiter, die Suche wird bei prominenten Namen schwierig.

Ihr könnt Julian Schütter selbst googeln, er ist inzwischen Umweltaktivist und leicht zu finden, auch seine Bilder dürften nicht urherberrechtlich geschützt sein…

Julian Schütter

Warum nun das Bild des Umweltaktivisten? Ihr ahnt es schon – genau dieser Julian Schütter stand wenige Augenblicke später vor FREE WILLY.

Vielleicht hat der Ex-Skifahrer auch einen Doppelgänger – aber für mich besteht kein Zweifel.
Ich hätte mich während der Besichtigung sehr gerne über seine Umweltaktivitäten unterhalten, aber der junge Mann war sehr fokusiert.

Er verschwand so schnell wie er gekommen war und ich habe nie wieder von ihm gehört.
Nun, eine Besichtigung verpflichtet zu Nichts, ich weiß das, aber Anstand gebietet eine kurze Information, wenn sich ein Interesse auflöst.
So etwas ist verbindlich, solche Tugenden braucht´s auch als Aktivist.

Mal sehen wer nächsten Monat kommt um FREE WILLY zu besichtigen – vermutlich ein August.

Na egal, ich belohne mich mit einem Eis – wie fast jeden Tag. Ein letztes Verschnaufen, morgen packe ich ELOWYN an, ab morgen wird gearbeitet!

Drei leckere Kügelchen

Und ich starte meine Projekttage mit einer richtigen Scheißarbeit!

Das elektrische Klo in der Steuerbord Gästekabine funktioniert nicht mehr.
Ich höre die Puristen schon schreien – „…das kommt davon, wenn Klopapier hineingeschmissen wird!“
Dies war aber nicht der Grund, denn die Pumpe macht keinen Mucks mehr – ein kompletter Ausfall der Zerhäckslerpumpe.
Wir gehen von einem Defekt an der Pumpe aus und bauen daher das ganze Klo aus.

Es muss nicht erwähnt werden, dass IMMER – egal wieviel man schrubbt und spült – dass IMMER etwas von dem rausfällt, was normal durch diese Leitungen gepumpt wird.
Ein echter Scheißjob eben…

Der Hauptschlauch zum Fäkalientank ist schonmal ab, die Verfugung muss aufgeschnitten werden
Mit sanfter Gewalt lässt sich der Lokus dann abmontieren
Wir stellen das Ding auf den Kopf und montieren die Pumpeneinheit erstmal ab

Nicht nur, dass man Dinge anfassen muss, die schonmal die Reise durch einen Körper gemacht haben – nein, man hat auch das unendliche Vergnügen, das Odeur von humanen Exkrementen stetig in der Nase zu haben – auch das tägliche Sandwich schmeckt heute mal nicht so doll…

Um die Arbeit etwas angenehmer zu gestalten, packe ich die Pumpe und trage sie auf unseren Steg.
Hier reinige ich das ganze Trum erstmal mit unserem Schlauch – der Gestank ist ja nicht mehr zum Aushalten.

Erst dann zerlege ich die ganze Sache und sehe mir das mal an…

Gespült und einigermaßen sauber
Jetzt kann ich das Ding zerlegen und prüfen

Ich nehme die Lösung vorweg – mir ist beim Ausbau eine lockere Steckverbindung aufgefallen, die aber beim zweiten Blick auseinander gezogen war.

Nanu, war das schon so? Oder ist mir das beim Herausheben der Kloschüssel passiert?
Offensichtlich Ersteres! Ein Funktionstest der gereinigten Pumpe zeigt volle Funktion, ich riskiere aufgrund des hohen Preises einer neuen Pumpe eine Testmontage und sichere den losen Stecker nach Montage mit einem Kabelbinder – alles funktioniert!

Der erste Punkt hat einen Haken!

Das Abendessen gibt es heute an Bord der LIBERTÉ – Hans Peter hat mal wieder zum Grillen geladen.

Schmeckt super – wir sind der Tavernen etwas überdrüssig

Lagebesprechung! Morgen noch einmal ein Tag um Ersatzteile für etwaige Bestellungen zu definieren.

Wir nehmen uns vor, dass wir bei ELOWYN die Dichtungsmaße der fehlenden Heckklappendichtung definieren und dann die Elektrik des Wassermachers ansehen, welcher auf LIBERTÉ verbaut wird – eine Hand wäscht die andere…

Aber wie gesagt, das machen wir morgen!

Der nächste Tag startet mit einer starken Tasse Kaffee und einem Stelldichein an Bord der LIBERTÉ.
Der Skipper hatte die zu prüfende Pumpeneinheit schon ins Cockpit geräumt und wir konnten uns umgehend ans Werk machen.

Das Bild zeigt die bereits erledigte Arbeit – wir hatten den Verteilerkasten zu ersetzen

Ein Verteilerkasten für die Pumpenelektrik war gebrochen und musste ersetzt werden.
Das war an sich kein großes Problem, denn das Ersatzteil bekamen wir beim örtlichen Elektriker und der Umbau der Platinen von einem in den anderen Kasten ging schnell.

Ok, soweit so gut – die Pumpeneinheit ist fertig zur Montage, das erledigen wir gleich die nächsten Tage.

Ich hatte von der Marina eine Information, dass ein Päckchen gekommen war. Ich ahnte schon, was mir zugesandt wurde, aber die Neugier trieb mich dennoch zur sofortigen Abholung.

Ein fast kompletter Satz sündteurer Lopolights

Bei den Montagearbeiten am Mast von ELOWYN sind in Preveza kleine Pannen passiert – eine der teuren Lopolights ist kaputt gegangen, eine andere ging verloren.

Das ist ärgerlich, kann aber passieren. Die Marina reagierte professionell und sicherte Ersatz zu – dieser kam heute an und war…

…leider nicht passend!

Ach wie ärgerlich! Nicht nur, dass wir die Montage nun nicht angehen können, es steht auch die Frage im Raum, wie wir an die fehlende rote kommen und was mit der überzähligen weißen Leuchte zu tun ist.

Mir schwant – das wird sich ziehen.

Da wir schon hier waren, messe ich mit Hans Peter gleich den Dichtspalt der Heckklappe aus.
Ihr erinnert euch? ELOWYN hatte einen Wassereintritt und Volker vermutet, dass der fehlende Dichtgummi ursächlich sein könnte.

Bevor ich bestelle, muss der abzudichtende Spalt vermessen werden.

Wir drehen vier Kugeln aus Butylband und verpressen diese einmal an den langen Seiten und einmal in den Ecken
So kann man den nicht unerheblichen Dichtspalt sehr gut vermessen

Die verpressten Butylkugeln messen wir mit dem Meterstab ab – Millimeter reichen, es geht nicht um Präzision!
Wir kommen auf ein Spaltmaß von 8-12mm und auf eine Auflagefläche von mindestens 10mm an der schmalsten Stelle – der Dichtgummi muss also ein flexibles Profil haben und soll selbstklebend sein.

Wir waren fleißig und haben mal wieder ordentlich geschwitzt. Eine Pause tut not und wir beschließen, dass wir uns eine Köstlichkeit aus der örtlichen Eismanufaktur gönnen.

Die erste Adresse wenn es um Speiseeis geht

Auch am Nachmittag wollen wir noch eine Arbeit erledigen, welche unter dem Oberbegriff „Beschaffung von Ersatzteilen“ fällt.

Es gibt einen Hydraulikschlauch der an einem Fitting ziemlich rostig ist – dieser muss als Musterteil ausgebaut werden.

Ich mache mich an die Arbeit und bringe den Schlauch dann zu Giorgos nach Kamara.

Hier hat der Zahn der Zeit genagt
Der Schlauch für den Achterstagspanner muss getauscht werden

Geschafft! Das Tagwerk liegt im Kielwasser, ich kann die letzten Bestellungen absetzen.

Das klingt so einfach und macht doch einen großen Teil des Aufwandes rund um die Reparaturen an ELOWYN aus.
Die Recherche nimmt viel Zeit in Anspruch, nicht zuletzt weil die Firmen die Anfragen oft sehr zeitverzögert beantworten.

So brauche ich fast vier Tage um den richtigen Profilgummi für die Heckklappe zu finden – ich hoffe, dass das ausgewählte Ersatzteil wirklich perfekt passt und gut klebt.

Recherche oft bis spät in die Nacht – aber ich kann vieles vor Ort, den Rest im Internet finden

Zu der Teilebeschaffung kommt oft auch noch die Suche nach technischen Unterlagen oder nach entsprechendem Know-How dazu.

Man kann durchaus sagen, dass ich mir in solchen Hochphasen die Nächte beim googeln um die Ohren schlage.

Wir haben in dieser Phase des Sommers ein paar warme, feuchte Nächte mit Windströmungen aus Süd.
Nicht nur, dass das Deck des Schiffes komplett nass ist, es zeigt sich am Morgen auch ein sehr seltenes Phänomen – Seenebel!

Ich mag diese Stimmung und gehe sehr früh am Morgen an die Marinakaimauer zum Baden…

Ganz seltenes Wetter – Seenebel und Wolken am Morgen
Die Marina zeigt sich in einer ganz speziellen Stimmung
Über dem Meer löst sich der Nebel gerade auf – ich springe in die einladenden Fluten

Gerade als ich zurück auf NESSAJA komme, starten die Bauarbeiter ihre Arbeit.
Ja, richtig gehört – wir haben Bauarbeiten vor der Haustüre! Das ist in der Hochsaison ungeil, kann aber uns als Jahreslieger irgendwie egal sein – beschweren darf man sich nicht, es wird in die Marina investiert.

Der Wellenbrecher wird verstärkt, es wird zudem eine stabilisierende und auch optisch hübsche Trockenmauer gebaut.

Die Beiden sind Künstler – und echt schnell

Klar dürfte sein, dass sowohl das Abkippen der Steine als auch das Zerkleinern der Brocken mit dem Nagler am Minibagger nicht gerade zu den stillen Arbeiten gehört.

Die Mauernbauer, denen mein ganzer Respekt gehört, beginnen um 07.30 Uhr mit relativ leiser Arbeit.
Der Nagler startet meist nicht vor 08.30 Uhr, was man schon fast als Rücksichtnahme deuten darf.

Das freut uns sehr, denn der kleine Baggerzwerg macht richtig Lärm…

Rattatazong

Da ist es fast schon ein Segen, dass wir einen Grund haben NESSAJA sofort nach der zweiten Tasse Kaffee zu verlassen – es geht los, ab jetzt wird es ernst.
Wir haben uns erste Tagesziele zurechtgelegt und wollen wechselweise an ELOWYN und LIBERTÈ arbeiten.

Der Schwerpunkt liegt bei ELOWYN, hier haben wir ja den Termindruck durch den Krantermin am 11.09. – aber auch Hans Peter will schrittweise vorankommen.
Nicht nur, um an Bord der Bavaria 41H schön langsam alles an Ort und Stelle zu bekommen, er will natürlich auch ausnutzen, dass Sibylle und ich mit dem Auto aus Deutschland kommen und Ware mitbringen.

Mit LIBERTÈ fangen wir auch an, wir wollen heute Vormittag die ersten Bauteile an Ort und Stelle bringen – und wie immer beginnt das Schaffen mit einer Panne!

Kraaack – und ab
Nicht so schlimm, der Stummel lässt sich leicht entfernen

Stellt euch das Arbeiten jetzt in etwa so vor, als wenn ihr mit einem T-Shirt und in kurzer Hose in der Sauna kniet, euch verwindet und dabei Schrauben und Muttern dreht – völlig ungeil!

Wir schwitzen wie die Ochsen, haben selten bis nie Frischluftzufuhr und nach einer Stunde hat es auch einen ziemlichen Muff in den kleinen Kammern.
Das gilt für die kleine LIBERTÉ wie für die große ELOWYN gleichermaßen.

Wir richten es uns so ein, dass einer arbeitet und der andere Werkzeug und Tücher reicht – Tücher um den Schweiß und selten auch das Blut abzutupfen.
Das machen wir wechselweise, der „Anreicher“ hat den körperlich einfacheren Job.

Wir bauen alle Einzelteile der Anlage um und passen sie an
Nicht so schlecht – am frühen Nachmittag sind wir vom Seeventil bis hin zur Hochdruckpumpe fertig

Inzwischen war unsere Freundin Susanne angekommen. Diesmal war sie nicht alleine hier, sondern hatte Tochter Sophie und Enkelchen Henry dabei.
Ein paar Freunde komplettierten die illustere Gruppe – wir sollten uns die nächsten Tage ein paarmal treffen und Spaß miteinander haben.

Heute Nachmittag sehen wir kurzentschlossen unser Haus an – Sophie ist Innenarchitektin und liefert aus dem Stegreif ein paar RICHTIG gute Ideen, die ich sicher umsetzen werde.

Natürlich lasse ich es mir nicht nehmen, die Beiden einen Blick von unserem „privaten Aussichtspunkt“ werfen zu lassen.
Leider steht die Sonne noch etwas hoch, aber ich glaube trotzdem, dass es gefallen hat.

In etwa einer Stunde wird die Sonne am Horizont untergehen

Für den Abend haben wir uns das „Tis Kakomoiras“ ausgesucht – schön wie immer…

Wir haben einen schönen Tisch reserviert, essen sehr gut und reichlich und freuen uns über die frische Brise und den feinen Ausblick.

Henry war an dem Tag recht müde, so wurde kein langer Abend aus unserem Zusammensitzen – aber wir würden uns ja bald wieder treffen.

Langsam werden die Buchten voll

Auf ein Neues – Teil 2 des Wassermachereinbaus steht an.

Für heute haben wir uns vorgenommen das Hauptaggregat an Ort und Stelle zu bringen und alle Schläuche final zu verlegen.

Diese Arbeit geht erfreulich rasch von der Hand und wir sind bis Mittag fertig.
Eine kleine Pause sei uns gegönnt, wir nutzen diese, um eine Art Einkaufsliste für die nächsten Schritte zu schreiben.
Diese sende ich an den griechischen Händler für Schenker Wassermacher – würde dieser nicht antworten, dann können wir die Teile in Deutschland beschaffen.

Sieht nicht so aus – geht aber recht gut

Als nächste Schritte müssen noch die Verkabelung und der elektrische Anschluss an die Bordelektrik gemacht werden.

Zu guter Letzt noch die Verbindung zum Frischwassertank, dann kann Hans Peter aus Seewasser Trinkwasser zaubern – fast wie weiland der Heiland.

Und jetzt machen wir ELOWYN, oder???

Nun, fast – wenn da nicht just in dieser Sekunde Brigitte angerufen hätte und mich an den Kronleuchter aus meinem Haus erinnert hätte.
„Wenn heute, dann jetzt!“ höre ich mich sagen und so ergab es sich, dass die Freundin aus dem Alpenland schon eine Stunde später stolze Besitzerin (m)eines Kronleuchters war.

Der Stolz war ihr ins Gesicht geschrieben – ich freue mich mit ihr!

Das Ungetüm passt tasächlich gut zu ihrem antiken Tisch

Ok, jetzt aber! Ich habe heute schon viel geschafft und doch ist noch einiges an Tag übrig.

Ich will, nein, ich muss jetzt endlich die Seeventile von ELOWYN anpacken – ich brauche ein Gefühl, wieviel Arbeit mir da bevorsteht.

HP und ich beschließen, das 68ft Schiff in Segmente einzuteilen – heute fangen wir hinten links an und machen die drei Ventile des Eignerbads.

Wir arbeiten die nächsten Tage nur mit „schwerem Gerät“

Die Ventile in diesem Raum sind noch relativ gut zugänglich. Trotzdem müssen wir schon Möbeltüren ausbauen und Räume schaffen.

Aber – wir gewöhnen uns auch an das Werkzeug welches benötigt wird, entdecken welches Tool für welchen Zweck am besten funktioniert und entwickeln auch ein Gefühl für die Stolpersteine.

Nach zwei, drei Stunden war es geschafft, die ersten Seeventile lagen auf dem abgedeckten Cockpittisch und wir konnten ein erstes Resümee ziehen…

Edelstahl unten, Edelstahl oben – TruDesign in der Mitte

Unser Ziel war es, die Borddurchbrüche und die Schlauchanschlüsse aus Edelstahl, gegen solche aus Kunststoff zu tauschen.

Kunststoffteile von TruDesign stehen bei uns hoch im Kurs, wir sind begeistert – leider hat ein Monteur in der Vergangenheit, bei einem Reparaturauftrag diesbezüglich, nur die Kugelhähne ausgetauscht.

Noch frage ich mich warum und wie man nur so doof sein kann – ich würde es bald erfahren…

Egal, jetzt erstmal raus mit dem Schrott – unser Resteeimer füllt sich zusehends!

Edelstahl hin oder her – sie rosten doch
Langsam nährt sich das Eichhörnchen

Edelstahl klingt zunächst gut – aber leider muss man bei Seeventilen so sehr auf die Qualität der Materialien aufpassen…

Ein 316er Edelstahl rostet halt doch irgendwann und sorgt für hässliche braune Läufer auf der Innenseite der Bordwand.
Dies wollen wir nun endlich beheben – zumal der damalige Monteur auch bei den Dichtmitteln nicht wirklich zimperlich war.

Hanf und Teflon geben sich ein Stelldichein und als ob es nicht genug wäre, kommt bei manchen Ventilen noch eine Verklebung mit SIKA dazu.

Es wurde Zeit, diese Schwachstelle zu eliminieren!

Teflon und SIKA – hier muss gereinigt werden

Manche Kugelhähne drehen sich beim Abschrauben am Wartungsdeckel auf.
Wir werden dies nutzen und jedem Ventil einen kurzen Service zukommen lassen – die Kugelhähne sollen schließlich wiederverwendet werden!

Es geht voran – ich bin zufrieden!

Es steht ein spezielles Dinner auf dem Programm! Johannes ist eingetroffen, er möchte sich mit mir treffen um den Verkauf seiner Bavaria 39C FESTINA LENTE zu besprechen.
Also machen sich Sibylle und ich auf den Weg nach Xirokampos – wir werden im „Aloni“ essen.

Der „Hello Tree“ im „Aloni“

Johannes ist aus Köln, ein sehr netter und interessanter Zeitgenosse und zudem noch studierter Lehrer und Philosoph.
Irgendwie liegt es auf der Hand, dass er mit dem zweiten Lehrer und Philosophen in unserer Marina befreundet ist – so gesellt sich auch Emanuel an diesem Abend zu uns.

Zuerst waren die Gespräche noch „normal“, denn auch Johannes´ Sohn nebst Familie war an diesem geselligen Abend zugegen.
Später, als „die Jungen“ sich zurückgezogen haben, wurde eine weitere Runde Bier bestellt und die Gesprächsthemen in Richtung Philosophie verschoben.
Kein Spaß – ich fand es sehr interessant!

Emanuel bringt mir Immanuel näher…

„Kants Philosophie, die auf der Aufklärung basiert, dreht sich um die Konzepte von Vernunft, Moral und Freiheit. Er unterscheidet zwischen der „reinen Vernunft“, die sich mit Erkenntnis und den Bedingungen der Möglichkeit von Erfahrung beschäftigt, und der „praktischen Vernunft“, die sich mit der Frage des richtigen Handelns befasst. Sein berühmtester Beitrag ist der Kategorische Imperativ, ein moralisches Gesetz, das besagt, dass man so handeln soll, dass die Maxime des eigenen Handelns als allgemeines Gesetz gelten könnte.“

Er versucht mir, dessen größter philosophierender Held Garfield war, der aber immerhin von sich behaupten kann eine Tochter mit Philosophie Bachelor zu haben, den „Kategorischen Imperativ“ anhand meiner abgrundtiefen Abneigung gegen die Toilettenverschmutzer in unserer Marina näher zu bringen…

„Ist es moralisch und vernünftig, seine Toilette verschmutzt zu hinterlassen? Ist das die Maxime des Handelns des modernen Homo Sapiens? Kant könnte beantworten, warum Menschen so etwas tun!“

Ich auch…

Das Thema ist ausgelutscht, der letzte Pfeil verschossen – ich schwöre, kein Wort mehr darüber

Das klingt jetzt alles ein bisschen gaga, war es aber nicht! Klar ist auch – das letzte Bild war Spaß und nicht Bestandteil der Debatte an diesem Abend.
Wir haben uns wirklich gut unterhalten und ich habe fast ein wenig bereut, dass der Abend schon ausklang, die Zeit war verflogen!

Johannes und Emanuel haben mich an diesem Abend gefesselt und beeindruckt, das fand ich schön…

Am nächsten Morgen, ich war gerade auf dem Weg zu ELOWYN um dort im Segment 4 und 5 die Seeventile auszubauen, fährt just in diesem Augenblick die Fähre in die Bucht von Lakki ein.

Es kommen deutlich mehr Fähren an um diese Jahreszeit – Menschen kommen und gehen – am Ende sind es mehr Ankömmlinge.
Die Insel füllt sich…

Eine BlueStar Fähre läuft am Vormittag ein

Neben dem Eignerbad haben Hans Peter und ich inzwischen die Seeventile aus dem Wassermacher-Kompartment, der Pantry und der Gästekabine an Backbord ausgebaut – wenn wir es schaffen, dass wir heute die Ventile des Gäste-Badezimmers auf dieser Seite entfernen, dann sind wir links fertig – Bergfest!

Eines bekommen wir nicht aufgeschraubt – es ist das erste welches sich sträubt – ich greife zur Flex und schneide es auf
Am späten Nachmittag sind alle Ventile in diesem Segment ausgebaut – Halbzeit

Mein saarländischer Freund und ich starten immer um 10.00 Uhr. Bis dahin brauchen wir, um Kaffee zu trinken und um administrative Dinge zu erledigen.

Dann arbeiten wir so dahin und schauen, dass wir soviel wie möglich schaffen bis uns die Energie ausgeht.
Alle Stunde machen wir eine kurze Pause im Cockpit und trinken Wasser – literweise.
Unser Glück ist, dass der Kühlschrank im Cockpit läuft und wir kaltes Wasser im Überfluss haben.

Die Laune hält Musik aufrecht. Wir wechseln zwischen griechischem Liedgut, welches wir zur Freude der Marinamechaniker auch mal etwas lauter hören und den Rochklassikern der 70er und 80er, welche wir über „Rockantenne“ streamen.

Was gibt es Schöneres als Seeventile auszubauen und dabei Deep Purples „Child in Time“ zu hören???

Man erkennt die Fortschritte

Neben „SouVLakki“ und „La Nostra“, besuchen wir wechselweise die anderen Verdächtigen, welche ihr aus den vergangenen Blogberichten kennt.

Das „SouVLakki“ darf seit ein paar Tagen nicht mehr auf der Meerseite bestuhlen, ein herber Schlag für die Gastgeber.
Man muss sehen, wie sie aus diesem Dilemma herausfinden – innen will bei diesen Temperaturen niemand sitzen und draußen haben sie jetzt deutlich weniger Tische.

Wir werden nicht untreu! Versprochen! Dennoch haben wir auf den Wunsch von Roland und Mireille hin, nach langer Zeit wieder einmal das „Ta Kroupia“ in Agia Marina ausprobiert.
Dieser Grill war früher unser Favorit, bevor das „SouVLakki“ eröffnet hat – wir waren also gespannt…

Das Essen war anders, aber durchaus sehr gut – die Preise deutlich höher

Wir waren generell zufrieden, aber wir waren uns auch einig, dass wir auch weiterhin dem Grill in Lakki den Vorzug geben werden.

Hoffentlich löst sich die dramatische Situation um die Bestuhlungsfrage!

Glück hatten wir aber auch – während wir gegessen haben, kam auf einmal ein Umzug durch die Straße.
Der Musik- und Kulturverein „Artemis“ hatte Besuch einer Delegation von einer anderen Insel und man zog durch die Straßen – gemeinsam nach der Musik der Gäste, welche in ihren Trachten marschiert sind.

Ein interessantes Schauspiel.

Andere Musik, andere Tracht – eine mit „Artemis“ befeundete Musikgruppe

Neuer Tag, neues Glück! Wir treten abermals unseren Weg zum Arbeitseinsatz auf dem polnischen 68 Fuß Performance Cruiser an – doch nanu, was ist das?

Am neuen Lack laufen braune Striemen herunter! Das sieht ja fies aus! Mein erster Verdacht – es könnten Rostläufer von den Befestigungsschrauben der Holz-Scheuerleisten sein.
Ich gehe davon aus, was zunächst nicht verwerflich wäre, dass die Werft in Preveza die alten Schrauben wiederverwendet hat und vielleicht die ein oder andere dabei war, welche jetzt für die unansehlichen Rotznasen sorgt.

Es muss gehandelt werden! Sibylle und ich greifen zur ayuverdischen Wohlfühl-Rumpfbürste und beschaffen ein vitalisierendes Body-Shampoo für das Schneewittchen unter den Segelyachten.
Gemeinsam schrubben wir der weißen Schönheit die kakafarbenen Striemen vom Rumpf und geben ihr das strahlende Äußere wieder.

Im Laufe der Woche ändere ich meine Meinung – vielleicht war es auch ein Teaköl, mit welchem die Monteure die Leisten eingerieben haben und welches bei den im Moment herrschenden Temperaturen sehr flüssig wurde.

Sibylle und ich schrubben die Striemen herunter

Na toll, so sind wir schon schweißgebadet, bevor wir auch nur einen „echten“ Handgriff getan haben.

Hans Peter stößt zu uns und fordert auf – „…na lass´ uns mal bei den Seeventilen weitermachen, wir wollen da ja auch mal fertig werden!“

Wie recht er doch hat, mein charmanter Freund – und so darf er auch gleich mal richtig vorlegen…
Ab in die Kiste mit Dir 😉

Das ist noch eines von „den Guten“

So arbeiten wir uns Stück um Stück voran, manche der Ventile gehen recht einfach, andere plagen uns.
Wir wissen inzwischen um das benötigte Werkzeug und um die nötigen und hilfreichen Handgriffe.

Wir arbeiten parallel, jeder werkelt an einem Borddurchlass, wenn Not am Mann ist helfen wir uns gegenseitig.

Zwischenfazit – war das wirklich notwendig? Ich meine Ja! Nicht nur, dass eben die braunen Rostspuren unansehnlich sind, auch den nahezu neuen Ventilen setzt das irgendwie zu – es ist einfach keine zufriedenstellende Situation…

Man sieht wie die Edelstahl-Rostsuppe den Kugelhähnen zusetzt

Macht stupides Arbeiten verrückt? Die Einen sagen so, die Anderen so – HP und ich mutmaßen, dass es schon ein wenig zusetzt, wenn man bei diesen Temperaturen solche Sklavenarbeit verrichten muss…

Kennt ihr „Edward mit den Scherenhänden“? Kennt ihr!
Aber kennt ihr auch „Mario mit den Thruhullhänden“?

Kennt ihr nicht???

Im Bootsbau liegt Genie und Wahnsinn eng beisammen

Ich wüsste wirklich gerne, wer die TruDesign Kugelhähne eingebaut hat! Ich habe ein Bild vor meinem geistigen Auge – ein Hydraulikos, welcher mit SIKA und Teflonband nicht sparen muss.

Einer, der nicht davor zurückschreckt, das schmierige und klebrige Wundermittel SIKA auch von außen aufzutragen – ein Tun, welches in meiner Gilde als der größtmögliche Murks angesehen wird.
Das ist etwa so Einzustufen wie das Trinken von Klosterfrau Melissengeist!

Weiter vermute ich, dass der Meister der Rohrverschraubungen ein blondgelockter Hüne ist, wie sonst wäre in der Nähe der Seeventile eine Locke von ihm zu liegen gekommen?

Ist doch ein Löckchen, oder? ODER???

Ach, ihr meint das sei keine blonde Locke? Was dann? Hanf? Ihr meint, der Seeventilinstallateur raucht Hanf?

Spaß beiseite – Hanf, SIKA und Teflon im Materialmix von Edelstahl und Kunststoff…
Da war ein Meister seines Faches am Werk!

Natürlich – Spaß muss sein! Auf diese Art und Weise arbeiten Hans Peter und ich uns bis zum „Meisterstück“ heran – das Seeventil der Tagestoilette!
Dieses Seeventil hat der damalige Monteur überhaupt nicht angefasst, es ist noch das original Edelstahlventil verbaut.
Entweder hat er es damals nicht gefunden, oder er hatte keinen Plan, wie die Arbeit anzugehen ist.

In der Tat kann man den Wasserdurchlass nicht sehen – es muss erst das Mobiliar zerlegt werden.

Zwei Klappen, ein Einlegeboden und ein langer Ablaufschlauch mit Absperrhahn müssen erstmal raus
Faltet man sich dann in den engen Kasten, dann kann man das Zielobjekt zumindest sehen

Hier braucht es einen groben Eingriff! Wir nehmen den „Fein“ und schneiden erstmal ein ausreichend großes Zugriffsloch rund um den vorhandenen, aber zu kleinen Ausschnitt.

Später werden wir in das Einlegebrett ein Zugriffsloch schneiden, um den schnellen Zugang zu dem sicherheitsrelevanten Teil sicher zu stellen.
Der zusätzliche, nutzlose Absperrhahn wird ersatzlos gestrichen.

Es gelingt uns, die große Mutter zu lösen und abzudrehen – jetzt können wir den alten Durchbruch von außen ziehen.

Einer klopft von innen, der andere zieht von außen

Langsam nähern wir uns dem Finale – noch drei Stück sind übrig, dann ist die Demontage, die Drecksarbeit, zunächst erledigt.

Die drei heben wir uns für morgen auf – für ein „Finale furioso“ auf ELOWYN – für heute haben wir es geschafft und wir sind geschafft.

Noch eine halbe Stunde sitzen, etwas durchlüften und genug Wasser trinken – dann endet dieser Arbeitstag.

Für heute sind wir zufrieden

Der Abend wartet auf Sibylle und mich mit einer Einladung bei Susanne. Sie und ihre Tochter Sophie laden uns herzlich zu einem Fischgriller, wir würden dabei die Freunde die zu Besuch sind, kennen lernen.

Darauf freuen wir uns! Wir satteln das Stahlroß und brummeln ans Südende von Leros, nach Xirokampos, zum Haus der Freundin.

Dort, an diesem wundervollen Fleckchen Erde, dort wo unsere „Leros Geschichte“ seinen Anfang nahm, verbringen wir einen herrlichen Abend in einer lauen Nacht.

Ob unser Anwesen auch mal so einladend sein wird?

Endspurt! Heute werden Hans Peter und ich das Teilprojekt „Ausbau der alten Seeventile“ beenden – auf geht´s zum „Grande Finale“!

Der Ausbau der beiden Motorventile plagt uns zwar ein wenig, geht letztlich aber doch gut von statten.
Es sind zwei große Ventile direkt am flachen Unterboden der polnischen Algro.
Sie sind zwar wenig gut zugänglich, lassen sich aber letztendlich gut ausbauen.

Ähnlich sieht es mit dem wirklich letzten Ventil aus – das in der Segellast. Wir ahnten zwar, dass dieses wohl gut zugänglich sein würde, allerdings müssten wir dafür die Segellast leerräumen.
Dies tut auch für eine andere Arbeit not, trotzdem haben wir uns dies für zuletzt aufgespart…

Zwei Riesenfender, drei gigantische Segel – alles muss raus
Heute hat HP „Dienst am Loch“ – ich bearbeite den Stopfen von außen

GESCHAFFT! Es ist vollbracht – wir haben alle Seeventile entfernt, ELOWYN steht nun hier wie ein schweizer Käse.

Der Eimer mit dem edlen Stahlschrott ist voll geworden – 24 Ventile geben eine Menge her!
Man kann mit Fug und Recht sagen, dass ELOWYN ein „Vierundzwanzigventiler – 24V“ ist.

Warum sollen Qualitäts- und Leistungsmerkmale aus dem Automobilbau nicht übertragbar sein?

Bucket of Horrors

Der Tag klingt gemütlich aus – wir sind geschafft, wir haben es geschafft!

Bevor ich den Tag so richtig starten kann, muss ich ins Office und Briefe abholen.
Hier auf Leros ist alles anders – ich erhalte meine erste Stromrechnung und eine Werbung meiner Motorradversicherung, beides adressiert an Mario in Plaka.
Der Briefträger hat die Briefe an unser Haus gebracht, wurde dort aber, so erfahre ich, von den Nachbarn aufgeklärt, dass ich nicht andauernd hier sei – ich würde in der Marina auf einem Boot wohnen!

Na dann fährt der Briefträger meine Briefe eben hier her…

Ihr dürft es gerne ausprobieren – ein Brief mit der Aufschrift „Mario – Germanikos, 84500 Leros“, also Mario der Deutsche in Leros, ich wette er kommt an 😉

Oben am Office steht mein Wunschmotorrad – ich parke provokant daneben.

BMW G650GS vs. Yamaha T7 Teneré

Man schmunzelt bei der Briefübergabe, es sei aber auch gar kein Problem die Briefe für mich zu erhalten.

Mit der Post in der Hand fahre ich zurück auf NESSAJA und bezahle meine Stromrechnung – das geht per QR-Code und somit ganz einfach.
Ich bin angekommen im Verwaltungsalltag der kleinen Ägäisinsel Leros.

Weil ich gerade dabei war, bin ich noch mit Sibylle zu Manolis gefahren. Diesmal handelt es sich um Manolis den Accountant.
Man nimmt sich solche Berater und Agenten, wenn man Unterstützung bei Behördensachen braucht.

Bisher habe ich das alles selber gemacht, aber diesmal hat mein Makler die Unterlagen gleich zu Manolis geschickt – wahrscheinlich hatte er Angst, dass ich wieder für Stunden sein Büro „belagere“.

Es ging darum, dass ich ein „E9 Formular“ benötigen würde – ich musste unweigerlich an Asterix´ Passierschein A38 denken…

Hat aber alles geklappt und Sibylle lädt mich am Rückweg auf einen Freddo Espresso im „Skipper´s“ ein.

Von unserem Platz sehe wir auf ANAHITA – die Baustelle des „A-Team“ soll heute umgestellt werden

Das tat gut! Mit dieser kleinen Stärkung im Bauch gehen wir gleich noch bei INSPIRATION vorbei.
Tom und Bernd kommen heute an und ich möchte ihnen den Weg ins Boot quasi „ebnen“ – die Gangway runter, die Luke auf und den geladenen Chip auf den Tisch…

INSPIRATION wartet

Kurze Stipvisite auf NESSAJA, Rucksack und Unterlagen abgelegt und dann geht es auf zu ELOWYN.

Die Seeventile haben wir geschafft! Die Teile sind bei SVB bestellt, ich kann mich also um andere dringende Kleinigkeiten kümmern.
Im Kern geht es immer um den gleichen Ansatz – zerlegen, Fehler feststellen und dann um Ersatzteile kümmern.

Meine Zeitkalkulation erlaubt davon auszugehen, dass die drei Wochen nach unserer Rückkehr aus Deutschland ausreichen werden, um alle offenen Baustellen fertigzustellen und das Boot bis zum 17.09. urlaubsklar zu haben.
Alle Restarbeiten mit Priorität 2 mache ich im Winter.

Priorität 1 genießt auch der Ölverlust an der Muringwinsch – der geht, wenn auch indirekt, auf meine Kappe.
Die Winsch wurde von Giorgos und mir instandgesetzt, ein Sitz für einen Wellendichtring wurde aufgrund von Oxidationsschäden aufgefräst.
Und genau hier leckt es jetzt raus – und nicht zuwenig!

Der Lappen ölgetränkt
Der Dichtring ist undicht – aber die Maße sind gut ablesbar

Dieser Ring ist kein Problem – es handelt sich um ein Standardmaß, welches Giorgos auf Lager hat.
Ich beschließe, dass ich meine Fachkenntnisse diesbezüglich einsetze und nach der Ersatzteilbeschaffung, den Ring selber austauschen werde.
Dabei muss ich wohl ein wenig in die „Trickkiste“ greifen 😉

Für heute reicht es auf jeden Fall! Morgen gehen wir eine weitere Baustelle auf ELOWYN an, eine, welche ich durchaus noch einmal als „Großaufgabe“ bezeichnen würde – der Umbau der Druckwasseranlage.

Ich sollte Recht behalten, aber das spüre ich erst morgen…

Für heute war ein Grillabend anberaumt – wir treffen uns unter der ANAHITA und lassen die liebgewonnene Gewohnheit des „Baustellen-BBQ“ wieder aufleben.

Wir machen es uns gemütlich
Der Weber ist schon heiß – Antonia legt die erste Runde auf
Viele Salate für Antonia und ein paar kleine Fleischbeilagen für uns

Es war ein wunderbarer Abend! Wir haben fantastisch gegessen und dazu das Glück, dass außerhalb der Marina ein Live-Musik Abend war und der Wind die griechische Musik in exakt er richtigen Lautstärke zu uns an den Tisch getragen hat.

Es war schon nach Mitternacht, als wir unsere Runde aufgelöst haben…

In der Zwischenzeit war auch Ed angekommen und hat seine EDINA in Empfang genommen.
Er ist mittlerweile ausgelaufen und genießt die Zeit an Bord und unter Segeln – alles in Butter auf dem Kutter!

Dachten wir zumindest…

Am frühen Morgen des Folgetages, ich schlürfe gerade meinen Kaffee, erreicht mich eine Nachricht von Bord der rassigen CNB 60 – „…ich habe einen Schaden, kannst Du Dir das erklären?“

Nicht ohne – geht ganz schön tief


Wir diskutieren ein wenig hin und her, beide mutmaßen wir über mögliche Ursachen.

Der Schaden beschäftigt mich, ich will helfen und durchsuche meine Bilder, welche ich über den Winter gemacht habe.
Und siehe da, tatsächlich finde ich „vorher-nachher“ Bilder – aufgenommen am Liegeplatz zwischen Mitte März und Mitte April.

Es handelt sich um einen klassischen Sturmschaden ohne Fremdeinwirkung, offensichtlich sind die Fender durch die Scheuerleiste des Nachbarbootes nach oben gedrückt worden.
Gegeben durch die Tatsache, dass die Liegeplätze recht eng sind, können diese nicht immer sofort zurückfallen, das Risiko von Schäden steigt.

Das Nachbarschiff ist nun bekannt – was kann ich, was kann der Eigner tun?
Vermulich nichts! Wenn der Italiener nicht freiwillig mit seiner Versicherung einspringt, wird es wohl ein Kaskoschaden werden.
Die Marina schließt für solche Fälle eine Verantwortung aus.

Ich muss Gedanklich zurück zu meinem Tagesprogramm und das heißt heute „Druckwasseranlage ELOWYN“.
Um eine Referenzpumpe zu haben, baue ich meine ultrakräftige Jabsco HD6 mit 60PSI Arbeitsdruck aus.

Ich zerlege NESSAJA…
…um die Powerpumpe als Testgerät auf ELOWYN zu verwenden

Diese Mühe wird umsonst sein, denn der Teufel liegt ja bekanntlich im Detail – aber um das zu erfahren, müssen Hans Peter und ich einmal den vollen Loop gehen.

Das wird uns zwei volle Arbeitstage kosten…

Die Ecke, in der bei ELOWYN die eine, die primäre Druckwasseranlage eingebaut ist, kann als schlecht zugänglich bezeichnet werden.
Links versperren die Inverter und Ladegeräte den Zugriff, rechts der Tauchkompressor.

Trotzdem schaffen wir es relativ rasch, die Johnson Duo Pumpe auszubauen.

Der Einbauort ist eng, man kommt nicht sehr gut hin – die Arbeit geht schwer von der Hand
Dennoch haben wir die Johnson Duo bald ausgebaut und können die Überprüfung starten
Das alles geht zäh – wir zerkratzen uns die Pfoten an den abgeschnittenen Kabelbindern

Wir leiden – bei jedem Handgriff müssen wir unsere Hände und Arme in enge Lücken stecken – vorbei an Schläuchen und Kabelsträngen, welche mit Kabelbindern an Ort und Stelle fixiert sind.

Die Abschnitte der Kabelbinder haben so kleine, messerscharfe Ecken und ritzen ohne lange Vorankündigung die Epidermis auf.
Besonders reizvoll wird dieses Erlebnis, wenn beim Einführen des Armes in die enge Spalte, die kleine Ecke schon spürbar an der Oberhaut reibt und Dir schon klar wird, was beim Herausziehen passiert – wie ein Wiederhaken bohrt sich das fiese Eck in die Haut und Du musst, gegen den reißenden Schmerz, den Arm langsam rückwärts ziehen.

Was sich in mancher Hinsicht wie ein SM-Liebesspiel anhört, ist im Zusammenhang mit zölligen Schiebern weit weniger reizvoll – und es führt zu klaffenden Fleischwunden welche, anders als leichte Kratzer am Rücken, wohl niemanden beeindrucken 😉 …

Hans Peter und ich zerlegen die Duo Pumpe und reinigen diese – alles wird sorgfältig sortiert
Selbst kleinest Schäden bleiben uns nicht verborgen, wir ersetzen solche Teile

Nachdem wir die Pumpenperipherie zerlegt und auf Schäden untersucht hatten, setzten wir die Duo Pumpe ohne Ausgleichsgefäß wieder zusammen und bauten eine „Teststation“ auf.

Dafür holten wir uns 24V ins Cockpit und kauften eine 60 Liter Mörtelwanne als Wasserreservoir.
Die Idee war, zunächst einen Loop zu machen – würde die Pumpe Luft ansaugen, dann müssten Blasen zu sehen sein.

Beide Pumpen zusammen laufen einwandfrei
Wir messen Spannungen und Ströme
Im Bottich können wir sogar das Zu- und Abschalten von Primär- und Sekundärpumpe darstellen

Die Kurzversion – aus unserer Sicht ist die Pumpe ok und ich telefoniere mit Volker um ihm das Ergebnis mitzuteilen – er meint im Verlauf des Gesprächs in einem Halbsatz „…komisch, eigentlich hat diese Duo Funktion noch nie funktioniert!“

BÄÄÄÄM – mir schießt ein Gedanke in den Kopf, was wenn die Anlage, wie damals bei mir, nicht funktioniert, weil der Leitungsinnendruck zu hoch ist?
Die Duo Pumpe von Johnson kann immerhin 10.4 Gallonen bei 40PSI!

Wir machen zwei weitere Testläufe mit jeder Pumpe einzeln – die eine mit 5.2 Gallonen bei max. 40PSI – geht nicht!
Die Andere mit 5.2 Gallonen bei max. 30PSI – geht, aber der Druckschalter muckt.
Meine Power-Pumpe fällt aus – 6 Gallonen bei 60PSI wird nicht funktionieren…

Ich messe und stelle fest, ELOWYN hat auch nur 15er Leitungen auf der Druckseite, das gleiche Setup wie auf NESSAJA – von meinem Schiff weiß ich, dass das Setup mit einer Jabsco HD4 mit 40PSI funktioniert.

Ich entscheide – wir kaufen so eine Pumpe und machen einen Test! Siehe da, es funktioniert – wir klammern die Saugseite aus und haben an der realen Druckseite einen herrlichen, blasenfreien Wasserstrahl!

Dazu kommt dann später der 8 Liter Ausgleichsbehälter – so wird das eine runde Geschichte

An dieser Stelle friere ich diese Baustelle ein. Die Teile sind beschafft, ich muss noch für eine schöne Base aus Holz Sorge tragen, dann kann ich die Druckwasseranlage neu gestalten und zusammenbauen.

Eine richtige Druck- und Flussprüfung kann ich ohnehin erst machen, wenn alle Seeventile wieder angeschlossen sind.
Daher wird diese Baustelle wohl erst in der zweiten Augustwoche ihr Ende finden.

Ein Schlauchboot rast auf NESSAJA zu! Ich erkenne die Marineros und ein riesiges Paket!
Die Beiden sind emsig und freuen sich, dass sie direkt an Bord ausliefern – ich bringe es nicht über´s Herz den fleißigen Kümmerern zu sagen, dass dieses Paket auf ELOWYN muss.

Jetzt hab´ ich den Salat

Na egal – ich mach die Warensendung aus Deutschland erstmal auf und verteile die einzelnen Artikel.

Für Hans Peter seine Klemmblöcke und seine Umlenkrollen, für das A-Team ein paar Möbelgriffe und ein Klebeband für den Mastkragen.

Vom Volumen her, gehört der Löwenanteil auf mein Patenschiff, also schleppe ich den schweren Karton quer durch die Marina und hieve das Trum an Bord – hier kann ich den Rest auspacken.

Großbestellung bei TruDesign – und noch nicht mal mit Kugelhähnen
Nur Rumpfdurchbrüche und Fittinge
Das Zeug will sortiert und aufgeräumt werden

Während ich die Teile so durch meine Hände gebe, mäandert immer noch die Frage durch meinen Hinterkopf, warum der Monteur damals die Kugelhähne getauscht hat, die Rumpfdurchbrüche aber nicht.

Zugegeben, die neuen TruDesign sehen etwas kleiner aus als die alten, aber das täuscht sicher.
Hm, sicher? Vielleicht wäre es mal gut, das verlässlich zu messen – ich weiß nämlich, dass es sowohl Mindest- als auch Maximalrumpfstärken für die TD – Skin-Fittings gibt…

Ich sehe gleich mal in der Tabelle nach – also bis 1″ sind es maximal 28mm Rumpfstärke, ab 1″ sind 30mm zulässig.
Das sollte doch reichen, oder? Bisher mussten wir immer Verstärkungen einbauen um das Mindestmaß zu erreichen.

Äh, wir staunen – 43mm an der Seite…
…und sogar 48mm unten

Wir messen bis zu 60mm Rumpfstärke und stimmen zu, dass man ELOWYN somit im Wortsinn als „Dickschiff“ bezeichnen könnte.

Und jetzt???

Gerade habe ich die Ware erhalten, kann ich mir schon wieder Gedanken um einen Rückversand machen – noch viel schlimmer – was verbaue ich jetzt?

Mehrere Telefonate mit TruDesign in Neuseeland und mit SVB in Deutschland, lassen einen Hoffnungsschimmer aufkommen.
Es gibt eine „Long Version“ von diesen Teilen, sie sind in Deutschland lagernd und SVB sucht mir die einzelnen Positionen von anderen Großhändlern zusammen.

Mir bleibt die administrative Arbeit – das kann ich ja gut leiden.

Des einen Pech, des anderen Glück – auch HP will die Umlenkrollen umtauschen, die Haptik und Stabilität gefällt ihm nicht.
Was soll´s, darauf kommt es jetzt auch nicht mehr an – der Fluch der Sammelbestellungen.

Ich brauche etwas Abstand zur Marina – JETZT!

Wir treffen uns mit Brigitte und Hans im „To Steki“ in Alinda

Da trifft es sich gut, dass wir mit Brigitte und Hans im „To Steki“ verabredet sind.
Die Freunde werden morgen zur Sommerpause nach Österreich fliegen, wir haben noch eine Woche.

Wir dinnieren zusammen und essen wirklich gut – ein schöner Abend, perfekt für einen vorrübergehenden Abschied – auf unser Wiedersehen Ende August!

Am nächsten Morgen fällt mir auf, besser gesagt, ich spüre es – ich brauche auch einen Tag ELOWYN-Pause. HEUTE!

Daher führt mein erster Weg nach dem Kaffee auf Hans Peters LIBERTÉ. Ich habe dem Freund versprochen, mit ihm gemeinsam seine Klemmblöcke auf dem Kajütdach abzuschrauben – das ist bei einem 30 Jahre alten Schiff durchaus eine Plackerei, aber wir bekommen es hin.
Die Montage obliegt dem Saarländer alleine.

Noch eine weitere Aufgabe erledigen wir auf der Bavaria 41 Holiday – wir demontieren den Auspuff „Ellbow“ und sehen uns den Anschraubflansch am Wärmetauscher an.

Nicht so geil – hier entsteht ein neues Projekt

Generell erleben wir keine Überraschung. Der „Mixing-Ellbow“ ist in gutem Zustand, insgesamt ist die Anlage kaum verkokt und dennoch zeigen sich am Anschraubflansch Fraßspuren und Materialabtrag.
Optisch sieht man, dass bereits der Vorbesitzer zu kämpfen hatte, die Dichtung auf der schmal gewordenen Auflagefläche abzudichten.

„Was soll ich tun?“ fragt mein Freund…

Ich kann nur antworten, dass ich die Reparatur zum jetzigen Zeitpunkt durchführen würde, noch bevor das Material an der geschwächten Stelle durchbricht.
Giorgos kann das reparieren – und so beschließen wir, den Motor gar nicht mehr zusammenzubauen, wir werden das noch dieses Jahr angehen.

In dieser Stimmung lasse ich den grübelnden Saarländer zurück. Ich muss an den E Ponton um dort ein paar Bilder von FESTINA LENTE zu machen.

Die Bavaria 39C aus 2006 ist zu verkaufen
Ein ordentliches, gut ausgestattetes Schiff, welches nur geringe Detailmängel hat
Das schmucke Boot wird zu einem sehr fairen Preis angeboten

Ich mache eine ganze Bilderserie und verspreche dem Besitzer, dass ich sein Inserat zeitnah schalten werde.
Ich denke, dass ich während unseres Deutschlandbesuches dazu kommen werde.

Natürlich erscheint auch hier auf diesem Blog wieder ein ausführliches Exposé zu diesem schönen Schiff.

Gerade rechtzeitig zur Kaffeezeit werde ich fertig mit den Bildern und dem ersten Eindruck.
Kaum zurück auf NESSAJA mahnt Sibylle zum Aufbruch, wir sind zu Kaffee und Kuchen bei Sophie und ihren Freunden nach Xirokampos geladen.

Ich gestehe – für mich gibt es einen weiteren Grund…

Die Werkbank von Sophies Vater

Die junge Frau hat mir die Werkbank ihres Vaters als „unbefristete Leihgabe“ für meine Werkstatt angeboten.
Dieses Angebot will ich gerne annehmen, es freut mich ganz besonders.

Einen Augenblick sinniere ich – ich finde es sehr schön, dass die junge Frau uns einlädt, ist der Kontakt doch über ihre Mutter gewachsen.
Susanne ist aber bereits abgereist – dennoch sind wir Gäste im Haus.

Ein Flashback erwischt mich – ich erinnere mich an das Jahr 2011 als wir bei Sophies Eltern im Garten saßen und in der Folge deren Bavaria 39 Lagoon WINDSPIEL gekauft haben.
Unsere erste NESSAJA lag damals auf Leros – wir haben die Insel so kennen und im Laufe der Zeit lieben gelernt.
Heute sind die Weichen komplett anders gestellt – dennoch haben sich unsere Lebenslinien immer wieder getroffen, bis heute – das freut mich.

Wir müssen weiter – zwei offene Punkte haben wir heute noch auf unserem Plan.
Zum einen möchten wir gerne in „Tonys Beach Hotel“ vorbeischauen um ein Zimmer für unsere Tochter Franziska nebst Familie zu buchen.
Franzi wird uns Ende September für 10 Tage besuchen und das genannte Hotel scheint eine gute Adresse zu sein.

Und der Schein trügt nicht!

Eine sehr gepflegte, ruhige und schöne Anlage
Es gibt einen Pool mit Poolbar und der Strand liegt direkt davor

Wow, der erste Eindruck enttäuscht nicht! Wir trinken ein Bier an der Bar und fragen nach jemanden, bei dem wir eine Reservierung vornehmen können.

Leider treffen wir heute niemanden an – wir sollen per Mail anfragen oder einfach morgen oder übermorgen noch einmal kommen.
Ich nehme es vorweg – wir werden Beides machen…

Darüber hinaus sind wir heute ab 17.30 Uhr bei Giorgos in der Werkstatt verabredet – ich soll den Hydraulikschlauch abholen und bei der Gelegenheit gleich den Dichtring für die Muringwinsch mitnehmen.

Auch das klappt perfekt – gegen 18.30 Uhr sind wir zurück auf NESSAJA.

Die Teile sind da – morgen geht es an ELOWYN weiter

Treffpunkt 10.00 Uhr ELOWYN – das ist im Moment das Leitmotto für die Arbeit am Schiff.

Heute haben wir uns den Einbau des Hydraulikschlauches für den Achterstagspanner auf die Liste geschrieben.
Das geht relativ schnell und einfach vonstatten – die Muße für einen Lacher haben wir auch noch, nämlich als HP entdeckt, dass wir gerade dabei sind, auf einem 68-füsser ein Traktorteil einzubauen…

Was für einen Buldog gut ist – kann für eine Segelyacht nicht schlecht sein

Als der Schlauch verbaut ist, gebe ich Druck auf´s System und ziehe den Spanner an.
Passt! Das Achterstag ist wieder durchgesetzt und die Anschlüsse sind dicht – ich kann diesen Punkt von meiner Liste streichen.

Dann müssen wir abbrechen, denn ein weiterer Mario betritt das Spielfeld – der Eigner von KEONDA ist eingetroffen und hat uns gebeten, dass wir helfen die Segel bei der Baltic 40 anzuschlagen.

Wir erledigen zunächst diesen „Job“ – der übrigens recht schweißtreibend war und uns eine Einladung zu „Dimitris o´ Karaflas“ einbringen sollte – um dann gleich weiter zu ziehen und noch das Bimini auf FESTINA LENTE einzupacken.

Ich muss langsam an unsere Abreise denken…

Das Bimini ist verpackt – das Schiff ist fertig für die kleine Auszeit

Sibylle und ich nutzen die Zeit, um noch einmal zu „Tonys Beach Hotel“ zu fahren – und siehe da, heute treffen wir Nikos, Tonys Sohn, an.

Mit ihm besprechen wir alle Details, buchen das gewünschte Zimmer und zahlen an – dem Urlaub der Tochter nebst Mann und Enkeltöchterchen Heidi steht nichts mehr im Weg.

Wenn das kein Bier an der einladenden Beach-Bar wert ist???

Der perfekte Platz für den Familienurlaub – und nicht weit von Lakki entfernt

Check! Das hat ja gut geklappt. Jetzt können wir entspannt zum Dinner gehen.

Abermals treffen wir uns mit Sophie und deren Freunden zu einer gemütlichen Runde.
Wir sind im „Serza“ in Merikia verabredet und genießen wieder ein ausnahmslos perfektes Abendessen.

Das „Serza“ hat sich diesen Monat KEINEN einzigen Fehler erlaubt – alles war rundherum perfekt.
Es wurde Essen mit Pfiff angeboten und durch hervorragenden Service abgerundet.
Dass es in der Marina Kritiker gab, welche das Licht im Gastgarten beanstandet haben, können wir so nicht nachvollziehen – da fehlt ein gewisser Entspanntheitsgrad.

Wir parken vor dem Lokal, die Aussicht ist perfekt – die Segelyacht im Hintergrund ist EDINA

Ich war wieder im Tritt und wollte noch ein paar Kleinigkeiten auf meinem Patenschiff in Ordnung gebracht wissen.

Ich weiß genau, dass die Zeit nach unserer Rückkehr knapp wird – daher, alles was ich jetzt erledigen kann, wird mich später nicht drängen.

Unter dieser Prämisse packe ich heute den Austausch des Dichtringes an der Muringwinsch an – hierbei gilt, Vorbereitung ist der halbe Weg!

Ich stehe früh auf – die Luft ist noch kühl
Der alte Ring dient als Versuchsobjekt – ich bastle eine Montagehülse aus einem Trinkbecher
Das hätten wir schonmal
Ein alter Rumpfdurchbruch bietet sich als Montagewerkzeug an

So kann ich es wagen – ich packe meine Siebensachen und verhole mich in die Segellast.
In diesem Moment kommt HP dazu und fragt vorwurfsvoll ob „…ich die Arbeit lieber alleine mache?“
„Nun, das nicht, aber Du kennst ja die Geschichte vom frühen Vogel…“

Egal, wir packen das an und sind am Ende auch erfolgreich.

Passt – der neue Ring sitzt

Ohje, ich höre schon die Mahnungen der Kenner – was ist das Rote? Dichtmasse etwa?
Da darf keine Dichtmasse ran! DU solltest das wissen! Oder hast Du das nicht 1001 mal erzählt???

Ich weiß es – und ja, das Rote ist tatsächlich Dichtmasse. Und als wäre das nicht genug, es ist auch noch Dirko HT meines früheren Arbeitgebers.

Warum nur? Warum bin ich so tief gesunken, Verbotenes zu tun?

Keine Sorge, ich weiß was ich mache – es steht zu befrüchten, dass die Dichtfläche am Außenumfang leichte Korrosionsspuren hat und ich habe die Dichtmasse in homöopathischen Dosen eingesetzt, um hier entgegenzuwirken.

Ich hoffe, es hilft.

Für heute noch eine harte Challenge, dann ist Feierabend!

Das Öl lief raus, die Öleinfüllschraube geht nicht auf. Sie ist fest zu und der Inbsschlüssel lässt nur einen kläglichen Versuch zu, dann dreht er leer im ausgelabbelten Loch.
Was tun? Nun, zuerst muss ich mir Platz schaffen um mit anderem Werkzeug Zugang zu haben – dafür muss ich einen Ausschnitt in ein Stabilisierungsbrett schneiden.
Dann dresche ich einen größeren Vielzahnantrieb in das ausgeleierte Loch und versuche damit, die festsitzende Schraube zu lösen.

Und siehe da, es klappt! Ja, gewusst wie…

Hat geklappt
Klar, die Schraube ist hin – die Beschaffung einer neuen kommt auf meine Liste

Nun kann ich zumindest einen halben Liter Öl auffüllen und einen Probelauf nach links und rechts machen.

Dann stelle ich die Winsch ab und lege ein Tuch unter – hier sollten nach unserer Rückkehr keine Öltropfen sein.
Ist das gegeben, kann ich vollständig auffüllen und die neue Schraube eindrehen.
Leckt der Ring abermals, dann muss ich mit anderen Mitteln ran.

So bleibt es erstmal – die Lackschäden muss ich natürlich auch reparieren

Die Abreise nach Deutschland rückt näher – Sibylle und ich spüren das ganz deutlich.
Es frustriert mich ein wenig, dass es sich anfühlt wie früher, als die letzten Arbeitstage im Büro anbrachen – jeder will nochmal etwas von einem, es gibt auf einmal noch viel zu besprechen und zu erledigen.

Ich lebe im Paradies und bin doch auf dem besten Weg zurück ins Hamsterrad – nur die Drehzahl ist deutlich reduziert.

Ich lass´ mich nicht beirren, ich habe eine Liste um was ich mich noch kümmern muss, die wird abgearbeitet!
Dazu gehört auch der Punkt „Festmacherleinen auf ELOWYN klarieren“.

Die frisch gewaschenen Leinen müssen verräumt werden

Hier ein paar Handgriffe, dort ein bisschen Blabla – die Stunden verfliegen.

Zwischendrin erfahren wir, dass die Mauerbauer vor unserer Haustüre exakt die sind, welche in Susannes Haus die meisten Renovierungs- und Mauerarbeiten durchgeführt haben.

Ich bin der Meinung, dass es nie schaden kann, wenn man sich einander vorstellt und so die Option gibt, sich Gesichter zu merken.
Sibylle und ich gehen also zu Kostas und Lefteris und stellen uns als Susannes und Sophies Freunde vor.

Es wäre mir ein Vergnügen, die beiden Steinkünstler für mein Häuschen zu gewinnen.
Hier in der Marina leisten die Beiden jedenfalls ganze Arbeit.

Die Mauer wird top – und kerzengerade

In all´ der Unruhe vor unsere Abreise trifft es sich gut, dass wir heute eine Einladung zum Grillen bei Mireille und Roland haben.

Ich mag es, den Tag in deren Haus ausklingen zu lassen. Es ist ruhig, luftig und man sitzt wunderschön.

Die Beiden sind zudem exzellente Gastgeber und verstehen es, sich und die Gäste zu verwöhnen.
So beginnt der Abend mit einem Apero auf der „oberen Terrasse“.

Entspanntes Beisammensitzen – im Hintergrund das Bojenfeld von Vromolithos / Panteli
In der Ankerbucht ist noch Platz
Roland lässt den Korken knallen – ich entscheide mich für ein Gläschen Ouzo

Wir fahren runter, die Körper und die Gemüter kühlen ab, Entspannung stellt sich ein.

Es gibt wie immer ein Dutzend Themen, die wir mit den Freunden besprechen und diskutieren – der Abend ist kurzweilig.

Irgendwann wird zum Essen gerufen und wir verholen auf die „untere Terrasse“ um dort unser Grillgut zu bruzzeln.
Es gibt Salate und frisches Brot, es schmeckt lecker – fast besser als in den Tavernen!

Der Tag klingt herrlich aus
Der Ausblick ist fantastisch

Am nächsten Morgen gehe ich abermals zu ELOWYN – ich möchte eine letzte Kleinarbeit erledigen und dann „klar Schiff“ machen – auch mein Patenschiff steht die nächsten drei Wochen ohne Aufsicht – alles muss klariert sein, alle Hauptschalter müssen ausgeschaltet werden.

Von außen sieht alles schon ganz gut aus – die Klappe bleibt offen, sie bietet Schutz und Schatten für den WILLI.

So wird sie die nächsten drei Wochen stehen

Ich habe mir für heute nur den Tausch eines gebrochenen Steckers vorgenommen. Hier sollten keine Stolpersteine lauern und somit rechne ich damit, dass diese Arbeit rasch erledigt ist.

So war es auch, das Umklemmen der vier Kabel war kein Hexenwerk und das Gehäuse ließ sich gut an die bestehenden Befestigungslöcher am Mast schrauben – wie gut wenn ein Hersteller das Design seiner Teile NICHT ändert!

Die Löcher waren schon so – da kann ich nix dafür

Während ich schraube, stelllt Giannis mit dem großen Kran ein sehr großes Motorboot vis-a-vis ab.

Es ist selten, dass wir so große Motoryachten in der Marina haben – entsprechendes Aufsehen hat der Kranvorgang erregt!

Es hat bestimmt zwei, drei Stunden gedauert, bis der Pott an Ort und Stelle stand.

Ich mache ein paar Bilder und sende sie an Giannis

Oh Besuch! Wer kommt da die Leiter hoch? Ah, Alex schaut vorbei und bespricht den geplanten Ausbau seiner Seeventile an ANAHITA.

Ich merke, dass der junge Mann etwas zögert und biete an, dass ich am Rückweg einfach helfe, eines herauszuflexen – dann könne er die anderen ja selber ausbauen.

Alex zögert – „…ich hätte doch selber genug zu tun…“ höre ich ihn sagen. Nun, ich war gerade fertig und ein Blick auf den fertig installierten Stecker überzeugt ihn – „…wenn es wirklich nix ausmacht!?“

Nein, macht es nicht!

Wir treffen uns an Alex´ und Antonias „A-Team ANAHITA Freilicht Baustelle“…
…und wählen eines der leicht zugänglichen Seeventile als „Patient Zero“
Flex und Schruppscheibe sei Dank – der äußere Teil war in weniger als 5 Minuten weg

Das ging rasch! Jetzt ein paar beherzte Hammerschläge von außen und etwas wackeln von innen – schon liegt das 50 Jahre alte Qualitätsventil auf der Werkbank.

Ich meine das ernst – vermutlich beste Qualität aus längst vergangenen Tagen. Leider etwas in Mitleidenschaft gezogen und absolut festkorrodiert.
Ich würde so etwas nicht mehr reparieren, zumal das Boot einen wilden Materialmix aufweist.

Ein 100%iger Ersatz des gesamten Systems ist die Lösung! Mit was? natürlich mit TruDesign! 😉

Alter Ranz – sicher zu retten, aber nur für´s Museum

Zufrieden ziehe ich von dannen und blende mich aus dem Geschehen aus – ab jetzt ist der Skipper an der Reihe.

Trotzdem freut es mich, dass die Beiden zulassen, dass ich die Entwicklung ihres Planes hautnah und live verfolgen kann.

Mehr noch, sie scheinen sich richtig zu freuen, denn nur ein paar Stunden später bringt Antonia ein kleines Geschenkbeutelchen als „Dankeschön“!
Ich bin wirklich gerührt – ich mag die Beiden und freue mich mit ihnen ob ihrer Pläne.

DAS hat Stil – Chapeau ihr Beiden!

Ein Tag der zäh begann endet herrlich! Ich bin zufrieden, ich möchte mich belohnen…

Wenn einem soviel Gutes wiederfährt, dann ist das ein Eis bei Repais wert!

Gedacht – gemacht – Schluss für heute, gute Nacht…

Mein letztes Eis bei Repapis – bis Ende August (dachte ich)

Der Folgetag ist unser letzter Tag auf Leros, tags darauf werden wir frühmorgens um 04.05 Uhr nach Deutschland aufbrechen.

Wir haben dementsprechend geplant und keine gravierenden Arbeiten mehr am Plan. NESSAJA muss urlaubsfertig gemacht werden, wir müssen packen und es muss Einiges an administrativer Vorbereitungsarbeit erledigt werden.

Am Nachmittag sehe ich bei Mario, dem Eigner der zum Verkauf stehenden KEONDA vorbei.
Er hat durch mein Zutun einen Teilhaber gefunden und möchte mir den Mann vorstellen.
So besuche ich die beiden auf der wunderschönen Baltic 40 und mache meine Aufwartung…

Mario hat einen temporären Teilhaber für seine KEONDA gefunden – das Boot bleibt aber im Angebot

Für meine bisherige Unterstützung und für die Hilfe beim Segel anschlagen, spricht Mario eine Dinnereinladung an Sibylle, Hans Peter und mich aus.
Heute Abend um 20.00 Uhr bei „Dimitris o´ Karaflas“ – der Tisch ist reserviert.

Wir kommen gerne – ich gebe den Anderen Bescheid.

Meine Frau und ich müssen noch rasch unsere Fährpassage und unseren Flug einchecken – Tagwerk geschafft.
Jetzt können wir uns den beiden letzten ausstehenden Treffen mit den Freunden widmen – der Zufall wollte es, dass wir nun zu beiden Terminen eingeladen sind.

Zunächst fahren wir um 18.30 Uhr zur Mühle oberhalb Pantelis – wir treffen uns mit Bernd und Tom, welche eine Freundin mitbringen, Ingrid.

Ihr kennt meine Liebe zum „Harris“ – die Cocktail-Bar ist einer der schönsten Plätze auf der Insel
Alles passt, alles ist sehr geschmackvoll
Wir setzen uns an unseren reservierten Tisch und genießen die traumhafte Aussicht bei gefälliger Lounge-Music

Bernd hat heute Geburtstag. Die Crew der INSPIRATION hat diese Location als den idealen Ort auserchoren und mich gebeten zu reservieren.

Wir dürfen teilhaben und freuen uns über die Einladung zum Cocktail und zum erstklassigen, begleitenden Snack.

Die Freunde wissen, dass wir nur bis 20.00 Uhr Zeit haben, dann müssen wir weiter zum Dinner mit Mario.
Die Zeit bis dahin genießen wir aber in vollen Zügen.

Sibylle wählt einen „Pornstar Martini“ – hoffentlich interpretiere ich da nicht zuviel hinein
Warum lächelt sie so verschmitzt???
Da bleibe ich mit meinem „Mojito“ aber hinterher

Wir unterhalten uns gut und die Zeit verfliegt. Dennoch habe ich den Eindruck, dass es genau passt, als wir uns um kurz vor 20.00 Uhr zurückziehen.

Die Drei können nun sowohl ihren letzten Abend, als auch den Törnabschluss, kombiniert mit Bernds Geburtstag feiern.
Dafür tut etwas Privatsphäre gut.

Wir dagegen brummeln mit dem Leihwagen zu Dimitris Taverne um dort Hans Peter und Mario zu treffen.

Auch hier haben wir einen sehr schönen Tisch reserviert

Schön an diesem Abend war, dass die Gespräche nicht nur das Thema „Yachtreparaturen“ beinhalteten.
Wir haben über Gott und die Welt gesprochen, von den Familien und den Hobbies erzählt.

Das ist schon alleine deshalb so schön, weil man bei neuen Menschen immer neue Geschichten und Facetten kennen lernt.
Man ist neugierig und es macht Spaß, diese Neugierde zu befriedigen.

Wider Erwarten gibt es auch heute nochmals ein Eis, dann heißt es „ab ins Bett“, die Nacht wird kurz!

Noch einmal die Qual der Wahl
Wer hat denn da so doof geparkt – hach, das war ja ich

Ihr ahnt nicht, was ich mir für das Parkmanöver habe anhören müssen. Ich nehme es aber sportlich und schiebe es auf den Cocktail am frühen Abend – dieser war als „Zielwasser“ wohl untauglich.

Ich werde in Deutschland genug Möglichkeiten haben, diesen Faux-Pas wieder auszumerzen.

RINGDINGELINGELRINGEL – was, wo, wie??? Ach der Wecker…

Es ist 02.40 Uhr, ich muss aufstehen. Anziehen, Zähne putzen – NESSAJA komplett stillegen – Ventile zu, Wasser, Strom, Gas abschalten.
Luken dicht, Fenster zu – nix vergessen? Nein! Na dann los – auf zur Fähre!

Wir parken den Fltzer und informieren Rena wo er steht

Im Schlepptau haben wir Ciarán und Jill aus Irland. Die Beiden sind unsere direkten Stegnachbarn und reisen zufällig mit uns ab.

Bis zum Flughafen reisen sie mit uns und wir teilen das Leid des „Frühen Vogels“.

Wir kommen „just in time“ im Hafen an – als wir den Fußgängerbereich betreten, legt die Fähre gerade an.

Noch ein paar Minuten – dann verlassen wir Leros

Auf der Fähre geht alles ganz schnell. Wir stellen das Gepäck in eines der Gepäckfächer, gehen in die Lounge und suchen uns einen schönen Platz.

Ciarán und ich trinken einen Kaffee, wir schwatzen ein wenig, dann kommt die Müdigkeit zurück.
Die Gespräche verstummen. Wir Männer scrollen in unseren Telefonen, die Damen nicken noch einmal ein…

Sibylle pennt sofort wieder – ich kann das nicht…
…mir ist eher fad, ich beginne mit „Blödsinn machen“

Die Fähre steuert Kos ohne Zwischenstop an und wir erreichen das Ziel planmäßig um 06.10 Uhr.

Die Sonne geht gerade auf, als wir die Fähre verlassen.

Zum Glück kennen wir ein Café ganz in der Nähe, welches um diese Zeit bereits geöffnet hat und kleine Frühstücke anbietet.

Kos Hafen – die Sonne geht gerade auf
Wir lassen uns im kleinen, einfachen Café nieder und gönnen uns einen zweiten Kaffee und ein kleines Frühstück

Wir sind von Nachtschwärmern umgeben. Die jungen Leuten kommen gerade aus den Clubs der Stadt zurück, manche in desolater Verfassung.
Der Kaffee tut auch ihnen gut!

Wir hingegen blicken beide auf den kommenden Heimaturlaub – wir werden Jill und Ciarán Ende August wieder auf Leros treffen.
Bis dahin genießen wir Familie und Freunde in unseren Heimatländern.

Wir Unterhalten uns, erzählen einander Privates und lachen viel. So vergeht die relativ lange Zeit bis 09.00 Uhr – dann geht nämlich unser Bus zum Flughafen.
Diese Busfahrt machen wir noch gemeinsam…

Viel ist um diese Zeit noch nicht los – im Bus zum Flughafen

Unsere Nachbarn verlassen den KTEL Bus in Mastihari, einem Badeort nahe des Flughafens.
Ihr Flug geht erst am späten Nachmittag, sie wollen den Tag am Strand verbringen.

Wir setzen die Fahrt nach der kurzen Verabschiedung fort und sind pünktlich am Airport Kos.

Hier geben wir das Gepäck auf und gehen durch die Sicherheitskontrolle.
Dann heißt es – warten! Warten auf´s Boarding.

Alles läuft reibungslos und pünktlich

Der Flughafen ist voll. Ein typischer Charterflughafen zur Hauptsaison.
Ich bin diesbezüglich versaut – ohne das Aufbauschen zu wollen, wenn man einmal geschäftlich als Vielflieger unterwegs war, dann kann man wahrscheinlich nicht anders – ich finde die typischen, klischeebehafteten Urlaubsflieger und die von ihnen frequentierten Flughäfen grausam.

Ich schwöre mir – wenn ich heil in München ankomme, dann war das mein letzer Flug. Ich habe keine Lust mehr auf den Scheiß!

Irgendwann ist es soweit. Die Massen drängeln an den Schalter, nachdem sie ihre verbrannten, nackten Oberschenkel mit einem schmatzenden Geräusch von den kunstledernen Sesseln des Wartebereiches gelöst hatten.

Man geht zum Boarding Schalter – ein Schild weist darauf hin, dass man bitte „Ausweis und Boardingpass bereithalten“ möge.
Was passiert – ihr wisst es – jeder Dritte muss seinen Ausweis suchen.
Die Schlangen werden länger.

Irgendwann schaffen wir es in den gelbgestreifen Flieger – ich fühle mich an die „Tigerente“ von Janosch erinnert…

Oh wie schön ist Panama

Hier geht die Komödie weiter – Fluggäste mit Sitzreservierungen in Reihe 33 steigen vorne ein, andere deren Flugticket Reihe 8 ausweist, besteigen den Flieger über die hintere Treppe.

Willkommen im Chaos.

Der Rucksack ist in Mode – leider vergessen viele den praktischen Transportbehälter auf ihrem Rücken.
Das ist dann ganz lustig, wenn diese Personen orientierungslos durch den Flieger laufen und sich an jeder Reihe nach links und rechts drehen und dabei die bereits sitzenden Pechvögel mit ihrem Tornister abwatschen.

Bei Kindern bin ich sehr tolerant – die Eltern auf unserem Flug haben ihre süßen Zwerge aber auch top im Griff. Manche mit herkömmlichen Methoden, andere mit etwas ausgewöhnlichen Praktiken…

Engerle, Engerle fliiiiieeeeeg

Die Flugreise beginnt, der Flug selber verläuft bis auf ein paar „Ruckler“ ganz entspannt.

Ein sehr lustiger Chefsteward entertaint die ganze Zeit – etwas zuviel für meinen Geschmack.
Wasser hier, Snacks dort – bezahlt werden kann nur mit Karte. Jetzt noch Duty Free, ein Parfüm für die Dame?
Gibt es auch Heizdecken bei Condor???

Nächstes Mal fliege ich wieder „Aegean Air“ – ach ja, ich wollte ja nicht mehr fliegen…

Schöne Eindrücke

Irgendwann war es soweit, wir landen in München. Wir sind top in der Zeit und ich freue mich darüber, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.

Unser Airbus A320 neo rollt bei stark bewölktem bayrischem Himmel über das Rollfeld des Flughafens München.

Gleich erreichen wir unsere Parkposition

Ein Flug, bei dem alles geklappt hat, kippt in der letzten Minute ins Gegenteil – und meine Vorurteile werden vollumfänglich bestätigt.

Ich ahne, dass einige der Blogleser es für überzogen oder gar überheblich halten, wenn ich manchmal über unsägliche Situationen „ablästere“.
Hier ein Beleg, dass ich richtig urteile…

Wegen zweier Raucher die auf der Suche nach einem „Rauchereck“ im Terminal 1 des Flughafens eine Sicherheitstüre geöffnet und durchschritten haben, wurde das gesamte Terminal geräumt und gesperrt.

Wir mussten im Flieger ausharren, bis die Situation gelöst war – zwei Stunden am Boden im Flieger sitzen! Wegen zweier Volltrottel!
Die Eltern im Flugzeug haben in dieser Zeit abgeliefert und gezeigt was sie können – Hut ab vor der Mehrheit, die Kleinen waren gut beschäftigt und haben kaum gemault.

Danach hat sich auch der Flughafen nicht mit Ruhm bekleckert – von den 5-Sternen haben an diesem Tag höchstens zwei geleuchtet.

Zuerst stand an den Gepäckbändern Reykjavik und Lanzarote – unser Gepäck kam bei Lanzarote.
Dann war der eine Ausgang des Terminal 1 gesperrt, gehen wir halt zum anderen – auch gesperrt.
Kein Schild, kein Personal – Servicewüste! Mir haben die Fremden leid getan, aber wir konnten heute nicht helfen. Sibylle und ich haben unsere Ortskenntnisse genutzt und unsere Tochter zur Abholung ans Terminal 2 gebeten.
Wir sind die paar Meter mit den Rollsteigen gefahren und haben dorthin verholt.

Großes HALLO – endlich angekommen. Die kleine Heidi ist auch dabei. Wir fahren ohne Verzögerung zu den Kindern nach Hause – wir haben Hunger!!!

ENDLICH – bayrische Brotzeit

Sibylle hat gelitten – das Fliegen und das lange Sitzen sind ihr nicht bekommen.
Ihre Füße sind so stark angeschwollen, dass sie die Fußgelenke nicht mehr vernünftig abknicken konnte – das hat dazu geführt, dass sie beim Betreten des Busses der Länge nach in den Bus gefallen ist.
Zum Glück ist nichts passiert…

Ich denke, auch sie wird gespannt sein, wie die Rückfahrt mit dem Auto läuft – in der Hochsaison, am 17. August!

Jetzt erstmal die Füße hochlegen!

Das Wasser muss raus aus dem Hobbitbein

Endlich angekommen, endlich Familie – wir verbringen einen tollen Abend und machen ein ausgiebige Brotzeit mit Brezn und Bergkäs, sowie deutscher Wurst, herrlich!

Dass mir just heute mein früherer Trainer und Mentor Herbert einen Zeitungsbericht zu Mikis Theodorakis´ heutigen 100. Geburtstag schickt, bleibt an diesem Abend eine Randnotiz für mich.

Ihr wisst nicht, wer Mikis ist? Doch wisst ihr! Er ist einer der berühmtesten Komponisten Griechenlands, er war Patriot, Freiheitskäpfer, Politiker und ist allen bekannt als „Mr. Sirtaki“.

Herbert Graf schickt mir einen Zeitungsartikel – wir kennen uns seit inzwischen 30 Jahren

Aber soviel nur als kleinen Sidekick – mir reicht´s für heute!
Die kleine Heidi muss ins Bett, Sibylle und ich gehen auch, es ist 20.30 Uhr!

Morgen ist auch noch ein Tag…

Und der beginnt zunächst mit einem entspannten Frühstück! Als dann aber die kleine Heidi in die Krippe muss und die Eltern in ihr Berufsleben eintauchen, besinnen sich auch Sibylle und ich auf die „To Does“ unserer Reise.

Wir fahren nach Miesbach, um in der ehemaligen Heimat einen Arztbesuch zu machen.
Allerdings ist es guter Brauch, beim Passieren der Metzgerei Holnburger eine „Kas-Leberkassemmel“ zu kaufen – ein Willkommensgruß vom Oberland.

Man kann nicht sagen, dass die Fleischwarenfachverkäuferin sparsam gewesen wäre – SO muss das aussehen! Alles andere ist Carpaccio!

YES! I LIKE IT
Wir besuchen Sonja und mampfen erstmal die mitgebrachten Köstlichkeiten

Ich labe mich an dem bayrischen Nugget – wer weiß, wann ich wieder so kraftvoll zubeißen kann?
Morgen früh kommt der Wackelzahn raus – die nun halbjährige Nerverei wird ein Ende haben.

Doch das ist der Plan für morgen! Heute gehe ich mit Sibylle zum Allgemeinarzt, unserer ist Internist, um mir meinen Nabel ansehen zu lassen, während meine Frau eigene Themen besprechen muss.

Ich war lang nicht mehr beim Arzt und war fast etwas unbeholfen – ich laboriere seit mehr als 20 Jahren an einem Nabelbruch und will mich jetzt endlich um Reparaturmöglichkeiten bemühen.

Man begrüßt mich nett, hört sich die Geschichte an und setzt mich dann vor ein Ultraschallgerät…

Da sitz´ ich nun ich armer Thor…

Zunächst eine positive Entwicklung – ich werde untersucht und gut beraten. Es macht nicht den Anschein, dass ich akut gefährdet bin.
Dennoch ist eine prophylaktische Operation aufgrund meiner Lebenssituation in Griechenland durchaus empfehlenswert – ich werde an einen Chirurgen im Ärztezentrum verwiesen.

Zufällig muss Sibylle auch dorthin, so fahren wir gemeinsam weiter nach Holzkirchen – dort aber trennen sich unsere Wege.
Sibylle geht zum MRT und ich werde beim „Herr der Klingen und Skalpelle“ vorstellig.
Nachdem ich mein Leid am Empfang geschildert habe, bietet man mir einen Termin im Oktober an.
Ich erkläre meine besonderen Umstände und resümmiere, dass wir unter diesen Umständen wohl nicht zusammenkommen – „…würde ich zwischenzeitlich versterben, dann hätte ich wohl Pech gehabt!“

Die Dame am Tresen ist gut drauf, sie lächelt und will offensichtlich ein verfrühtes Ableben meinerseits verhindern – aber einen Termin zwischen 11. und 14.08. könne sie beim besten Willen nicht anbieten.

Ich bedanke mich und gehe – am Weg nach draußen zerreiße ich meinen Überweisungsschein und beschließe, dass mein Nabelbruch noch weitere 25 Jahre unbehandelt bleibt – dieser Ärztekram geht mir so auf den Sack!!!

Zurück in Miesbach habe ich einen Moment der Freude – Otto hat den Zugang zu Lektüre mit Tiefgang gefunden, ich bin stolz 😉

Ich liebe „Käpt´n Blaubär“ und erkläre mich zum Vorlesen bereit

Mir ist jetzt wichtig, dass ich mein Muli übernehme. Mein Audi steht parat und wartet darauf in Besitz genommen zu werden.

Ich räume alle persönlichen Dinge von unserem Civic in den Quattro und nehme Platz.
Ich stelle meinen Sitz ein und speichere diese Einstellung – Fahrersitz, mein Sitz!
Eine Momentaufnahme – ich übernehme den Boliden mit 373.900km! Er soll mindestens viermal nach Griechenland fahren und wird dafür bis zum Rand vollgepackt mit Waren für´s Haus.

Alle Einstellungen gemacht – fertig für die Probefahrten
Er ist einfach mehr Auto als der Honda – aber er muss sich bewähren

Dem A6 stehen Abenteuer bevor, er darf durch ganz Italien fahren und darf sicher auch die Balkanroute bereisen.
Er wird auf vielen Fähren stehen und soll uns allzeit sicher zum Ziel bringen.
Allemal ist er komfortabel und sicher, das ideale Reise- und Transportvehikel.

Wir werden ihn die nächsten drei Wochen auf Herz und Nieren prüfen, dann geht es los…

Sibylle ruft mich nach drinnen, es gibt Abendessen. Heute wird gegrillt, es kommen Burger auf den Weber.
Wir sitzen zusammen, haben Spaß und viel zu erzählen.

Heute Nacht werden wir bei Florian, Sonja und den Jungs bleiben.

Otto sitzt bei mir, er hat erkannt, dass sein Opa der beste Burgerbauer der Welt ist

Wir haben beschlossen, dass wir als Gäste im ehemaligen Haus verweilen, weil ich am nächsten Morgen um 08.00 Uhr beim Zahnarzt vorstellig werden muss.

Ich bin pünktlich, komme sofort dran und schildere die Situation. Mein alter Zahnarzt ist der beste seines Faches – zumindest kenne ich keinen besseren.

Er spritzt mich ein, erst einmal um die weiteren Spritzen gar nicht zu merken, dann weitere zweimal um „ein Mannsbild wie mich“ auch wirklich schmerzfrei zu stellen.
Nach einer Viertelstunde Vorbereitungszeit setzt er an und nach zirka acht Sekunden sagt er ich soll auf eine Tamponade beißen.

Ich warte darauf, dass es losgeht – auf einmal steht er auf und sagt, sie sind fertig!
Wie fertig? Ganz fertig? Das war´s schon?

Gäb´s den auch in weiß? Ein halbes Jahr hat er mich gequält

Schade um den absolut unversehrten Zahn – aber er ist vom Knochen gebrochen, als ich ein extrem hartes Brotscherzerl geknabbert habe.
Eine sinnlose Dummheit – aber eben nicht mehr zu ändern.

Der Arzt erklärt mir noch, dass die letzten Zähne in aller Regel nicht ersetzt werden, da sie nur 12% der Kauleistung ausmachen.
Wenn es mich also nicht absolut stört, bräuchte ich mir um einen Ersatz keine Gedanken zu machen.

Meine Frage nach Verhaltensregeln wiegelt er ab – wenn die Spritze nachlässt könne ich alles essen und trinken, so lautet die Regel.
Einzige Maßnahme – das noch vorhandene Wundloch nicht mit Druck spülen.
Wenn wirklich etwas reinkommt, mit Wasser fluten und im Falle eines Falles nochmal kommen.

Ansonsten war´s das jetzt…

Iff sbürre meine Zbfunge nifft mehr

Sibylle will ihre Brille vom Optiker holen und ich soll mit.
Mach´ ich nicht, es ist Markt-Donnerstag – ganz Miesbach ist auf den Beinen und im Ortszentrum unterwegs.

„Dann geh´ ich eben alleine…“ höre ich sie sagen und sie zieht von dannen.

Ich bleibe zurück und kreiere eine tolle Idee – wie würde es wohl ausgehen, wenn ich ohne meine Sibylle als Vernunftsregulativ und Emotionsbremse in den Baumarkt gehe?

Ich hätte ja einen Einkaufszettel für´s Haus!

Ohje, ist denn hier niemand der mir ins Gewissen redet???

Ich kaufe, was das Herz begehrt…
…und fülle einen A6 Avant an die 50% Lademarke

Als Sibylle und ich uns wieder treffen, bezichtigt sie mich des Wahnsinns. Das muss Liebe sein!
Aber ich bin glücklich wie ein Kleinkind welches sich im IKEA Bällebad austoben durfte – und es ist ja für´s Haus, Sibylle wollte es ja so!

Danach haben wir noch eine Zeit mit den Buben verbracht.

Wir haben zusammen eine Mittags-Brotzeit gegessen – Kas-Leberkassemmeln! Was sonst?
Da ich nicht abbeißen konnte gab es für mich eine extradicke Scheibe und eine helle, nicht knusprige Breze – rund fünf Stunden nachdem der Zahn gezogen wurde!

Das hätte ich mir nicht zu erträumen gewagt!

Und nach der Brotzeit einen Kaffee – heute Morgen kam ich zu kurz

Eine Stunde haben wir noch zusammen durch Bennos Kindergartenalbum geblättert – für die beiden Jungs war heute ein besonderer Tag, es war der letzte Pflichttag vor den großen Sommerferien.

Otto hat sein erstes Zeugnis bekommen und Benno eben dieses nette Album – wir bestaunen alles sehr interessiert und lassen uns ein paar Geschichten erzählen.
Es ist schön, wieder hier zu sein, es ist schön, diese Momente mit den Jungs zu teilen…

Die Oma liest vor, wir lassen das Jahr Revue passieren

Ich merke, dass meine Hoffnung erfüllt wird – unsere Abwesenheit in Griechenland scheint nicht zu schaden.
Es gibt keine Distanz, im Gegenteil, die Knaben hängen sich richtig an uns fest.

Wir verbringen noch etwas Zeit, dann müssen wir uns schon wieder verabschieden – wir pendeln zurück nach Erding zu Franziska.
Auch mit ihrer Familie wollen wir noch Zeit verbringen, bevor diese in den Urlaub starten – erst dann würden wir unseren Aufenthaltsmittelpunkt nach Miesbach verlegen.

Bis dahin pendeln wir noch…

Der Tag und der Monat klingen dann sehr entspannt bei unserer Tochter aus – wir essen zusammen, spielen mit Heidi und Sibylle bringt die Kleine ins Bett.
Dann schaut Sibylle mit den Kindern einen Fernsehrfilm und ich schreibe diesen Blog fertig.
Unser Juli endet unspektakulär aber sehr entspannt im Kreise der Familie.

In eigener Sache – Sibylle und ich sprechen diese Tage viel über den tragischen Unfall von Laura Dahlmeier, wir bekommen natürlich in den deutschen und vor allem in den oberbayrischen Medien alles sehr unmittelbar mit.
Auch wenn Extremsportler immer ein gewisses Wagnis eingehen – Ihr Schicksal ergreift uns und macht uns betroffen.
Wir realisieren, wie rasch sich das Leben wenden kann, der Teufel ist ein Eichhörnchen!

Genießen wir das Leben…

Weil mehr Worte hier unpassend wären – Danke für eure Zeit und bis zum nächsten Monatsbericht.

Eure NESSAJA – Crew

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