Ausgeträumt! Ich bin durch und lege meinen Lebenstraum ad acta. Das habe ich schon mehrmals angedeutet, auch geschrieben – nur vollzogen hatte ich es noch nicht.
Jetzt ist es soweit – ich bin durch! Daher wird der 1990er Song meines Lieblings-Liedermachers Gert Steinbäcker auch die Headline des Monats – welcher Titel würde besser passen als dieser?
„Schlimm is nur, wenn kein Traum mehr bleibt
In dem du abhebst und flieg’n kannst, wohin du willst
Es is bitter, wenn kein Traum mehr bleibt
Der dich ausfüllt, wo du deine ganze Sehnsucht stillst“

Steinbäcker bleibt im Lied allgemein und streift doch eine Handvoll der wichtigen Themen – für mich gilt der Refrain eher spezifisch, ich entdecke, dass nicht nur mein Lebenstraum einer großen Blauwasserreise nicht in Erfüllung gehen wird, ich will auch kein Segler mehr sein.
Ich lasse das Thema, welches mich seit 2000 in seinen Bann gezogen hat, im Kielwasser und widme mich anderen Dingen im Leben!
Woher nun diese vollumfängliche Entscheidung???
Ein Fazit das niederschmetternd klingt, aber auf einer wunderschönen und interessanten „letzten Fahrt“ basiert – wir haben ELOWYN überführt und hatten als Vierercrew mit Kristina und Volker richtig Freude.

Ich will nicht totalitär rüberkommen – natürlich werde ich weiterhin meinen Fuß auf Segelboote setzen und es wird bestimmt auch mal einen überraschenden Tagesschlag geben.
Urlaube jedoch werde ich in Zukunft anders planen – ich brauche einen neuen Traum, ein neues Ziel. Kurz – ein neues Hobby, etwas das mich ausfüllt!
Kann das kleine Haus in Plaka diese Lücke schließen???
Intro Ende! Die Überführung der ELOWYN, die erste Testfahrt nach dem großen Refit, sollte uns von Preveza über Kefalonia, Zakynthos und verschiedene Stationen an der Peloponnes bis nach Lavrion führen.
Es war eine sehr schöne Reise mit vielen tollen Momenten, daran möchte ich euch gerne teilhaben lassen.
Am 01.06. werfen wir nach einem ersten Kaffee unsere Heckleinen los, gehen Anker auf und verlassen Fiskardo – unser nächstes Ziel ist Zakynthos Stadt auf der gleichnamigen Insel.
Zum Loswerfen der Landleinen werde ich auserkoren, ich muss frühmorgens also noch einmal ins recht frische Wasser – es gibt jedoch schlimmere Aufgaben!


Der Wind taugt nicht zum Segeln, wir motoren also los und legen direkten Kurs durch den Kanal zwischen Kefalonia und Ithaka, von dessen Ende aus, wir Zakynthos werden sehen können.
Wir entfernen uns schnell von Fiskardo, dennoch ziehen sich die Meilen die vor uns liegen.


Wir alle haben Zeit ein wenig abzuhängen und eigenen Vorlieben nachzugehen.
Die einen lesen, die anderen hören Hörbücher. Es bleibt Raum um etwas zu dösen und ich – ich widme mich dem neuen, elektronischen Logbuch!
Das funktioniert nämlich noch nicht einwandfrei. Aber es stellt sich heraus, dass der Service der Firma top besetzt ist und ich habe mehrere Mailwechsel mit Almute, der Programmiererin des Tools.
Sie hilft mir die Basiseinstellungen so zu machen, dass es keine Probleme mehr geben dürfte.

Der erste Teil des Tages zieht sich ein bisschen. Obwohl die Strecke weit ist, zieht Volker die Idee eines „Light Lunch“ aus dem Hut und wir alle sagen zu.
Der Ort Poros auf Kefalonia liegt in diesem Moment an Steuerbord querab und wir setzen sofort Kurs auf den schönen Strand des Ortes.
Dort lassen wir den Anker fallen und den WILLI zu Wasser.
Das alles ist in wenigen Minuten umgesetzt.


Ein rudimentärer, grobschlächtiger Betonkai ist in Windeseile erreicht. Wir kraxeln an Land und nehmen umgehend Kurs auf eine der einfachen Tavernen entlang der Uferstraße.
Dort bestellen wir unseren ersten „Light Lunch“, ein Handeln, welches sich etablieren sollte und ein Ausdruck, welcher schnell den Status eines „geflügelten Wortes“ erlangte!


Nach dem Essen hieß es keine Zeit zu verschwenden, vor uns lagen noch ein paar Meilen.
Wir sind also wieder in den schnellen WILLI gekrabbelt und zurück zum Mutterschiff geflitzt.
Dabei haben wir uns erste Eindrücke geholt, wie ELOWYN nach dem Refit in ihrem Element wirkt.
Nicht bei allen hat sich die neue Farbe sofort in die Herzen geschlichen – ich bin ein Fan davon, mir gefällt sie besser als in blau. Sie wirkt aus meiner Sicht größer und moderner.

Wir machten uns fertig, nahmen das Beiboot wieder in die Garage und gingen Anker auf.
Noch ein paar Meilen, bis wir den Kanal verlassen haben werden, wir erhoffen uns ein Auffrischen des Windes, sobald das Kap von Kefalonia achteraus liegt.
Und der Wind kam…


Ein Tag der etwas fad begann, nahm eine erstaunliche Wende. Wir konnten richtig flott segeln und kamen gut voran.
Es hat richtig Spaß gemacht, die Freude war uns ins Gesicht geschrieben.
Wir konnten Zakynthos Stadt direkt anlegen und hatten die grüne Insel bald schon querab an Steuerbord.
In etwas mehr als einer halben Stunde würden wir eintreffen. Volker nimmt Kontakt zu einem Agenten auf, diesen kennt er von früheren Besuchen.
Wir reservieren einen Liegeplatz um keine böse Überrschung zu erleben.



Der bestellte Agent war zuverlässig! Er war pünktlich an dem für uns reservierten Liegeplatz und half beim Festmachen der Heckleinen.
Als ELOWYN sicher lag, musste Volker als Schiffsführer den Papierkram erledigen und die Hafengebühr bezahlen.
Die Bank am Gehweg wurde kurzerhand zum Büro der Hafenverwaltung umfunktioniert.
Gut war, dass wir die Bestellung für einen Leihwagen auch gleich loswerden konnten – diesen sollten wir morgen früh erhalten!



Für Zakynthos haben wir einen Tag Aufenthalt, also zwei Übernachtungen geplant.
Heute hat Sibylle ein Lokal im Trip-Advisor ausgesucht, es wird ausgefallene griechische Küche angeboten – klingt sehr interessant! Das wollen wir ausprobieren und anschließend in einer der Roof-Top Bars einen Absacker trinken.
Beides klappt perfekt! Wir können reservieren, essen sehr gut und haben ein unglaubliches Erlebnis – unsere junge Bedienung spricht ein paar Worte Deutsch und stellt gezielte aber unverfängliche Fragen an Volker und Tina…
Warum tut sie das???
Um sich abzusichern! Sie hat die Beiden nämlich erkannt, weil sie im Winter in einem österreichischen Skiort in dem Hotel arbeitet, in dem Tina und Volker ihren Skiurlaub verbringen.
Großes Hallo!!! Das glaubt doch keiner, oder??? Was für ein lustiger Moment!
Danach besuchen wir die Bar, aber um diese Zeit ist dort noch nicht allzuviel Stimmung.


Die Bar hat einen guten Ruf, denn dort arbeitet ein gekürter „Bar-Mixer Weltmeister“, er zeichnet sich auch für einen Großteil der Rezepte verantwortlich.
Wir bekommen sehr appetitliche und coole Drinks, aus denen der von Trockeneis verursachte Rauch aufsteigt – ein Erlebnis für´s Auge und dennoch preiswert.
Dann sacken wir todmüde ins Bett – morgen wird ein anstrengender Tag, es steht eine Menge Sightseeing auf dem Plan!
Gähn, wie spät ist es? Waaas, schon so spät? Gleich kommt der Autovermieter und bringt den bestellten Kleinwagen…

Sibylle und ich wollen die berühmte „Shipwreck-Bay“ sehen. Volker will uns begleiten, Kristina nimmt sich einen Vormittag Auszeit.
Am Nachmittag wollen wir dann noch einmal gemeinsam einen Teil der grün bewachsenen Insel entdecken.
Volker und Kristina waren mehrmals hier, sie kennen schon etliche Hotspots und wollen uns auch ein bisschen von ihren Highlights zeigen.
Doch zunächst brummeln wir zur berühmten Bucht mit dem gestrandeten Schmugglerschiff, welche durch einen Felsrutsch bei dem ein Tourist sein Leben verlor, weitere traurige Bekanntheit erlangte.
Die Bucht enttäuscht nicht – unsere Erwartungen werden gar übertroffen.

Um ein Foto zu erhaschen, auf dem man selbst mit der Bucht zu sehen ist, stimmt aber der Blickwinkel auf der Aussichtsplattform nicht.
Deshalb haben sich seit jeher Menschen bis an den Rand der Steilküste gewagt – bis eben zu dem tödlichen Unfall.
Heute wird fleißig gebaut, das Ende der Klippe wurde befestigt und wegsam gemacht.
Wir entscheiden uns also den kurzen Fußmarsch auf uns zu nehmen und bis zur Abrisskante zu laufen.
Natürlich waren wir mit dieser Idee nicht alleine…



Sibylle hatte sich für den Rückweg noch den Besuch eines alten Bergdorfes ausgesucht.
Das Dorf selbst war wirklich nett anzusehen, die alten Steinhäuser beeindrucken tatsächlich, aber es gab dort leider keinerlei Kneipe oder Bäcker – unser Wunsch nach einem süßen oder salzigen Pie und einer köstlichen Kaffeespezialität blieb unerfüllt.


So haben wir den Heimweg angetreten, Tina abgeholt und zusammen erstmal eine Kaffeepause in einem Backshop eingelegt. Hierfür boten sich in Zakynthos Stadt etliche Möglichkeiten.
Derart gestärkt, setzten wir zum zweiten Teil unseres Tagesausfluges an – es gäbe einen weiteren spektakulären Felsen an einer Steilküste, dort seien auch nette Lokale.
Klingt gut! Nix wie hin…
Perfekt war, dass direkt auf dem Weg zu diesem Spot, noch eine Höhle lag welche man besichtigen kann.
Das besondere an dieser Höhle ist wohl der „doppelte Eingang“, das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.


Jetzt aber, es wird Zeit für eine Erfrischung – wo sind denn nun die netten Kneipen?
Alle nur einen Steinwurf weit entfernt.
Wir laufen von der Höhle zurück zum Wagen und treffen auf einem Hochplateau auf die erste, sehr einladende Gaststätte.
Alle Lokalitäten hier werben mit der Tatsache, dass sie „Sunset-View“ haben – den Blick auf die untergehende Sonne, wie sie frei im Meer versinkt.


Uns gefällt dieses Restaurant, wir überlegen, ob wir heute hier zu Abend essen.
Der Grund, warum wir diesen Gedanken verwerfen ist ein einfacher – heute wird hier eine Hochzeitsgesellschaft feiern…
Generell hätte man uns bewirtet, aber wir wollten die vermeintlich „geschlossene Gesellschaft“ nicht weiter stören und haben uns anderweitig entschieden.
Vielleicht hätten wir es wagen sollen – so passieren die verrücktesten Sachen.

Nur etwa 50m von der Gaststätte entfernt, gab es eine kleine Bar. Nicht ganz so fancy wie das Speiselokal, aber ein guter Platz um kurz zu verweilen und dabei ein Erfrischungsgetränk zu genießen.
Kaum gedacht, schon gemacht…


Das tat gut – jetzt aber auf zu dieser imposanten Felsformation, wegen derer wir gekommen waren.
Dieser Felsen ist auch nur drei Kilometer entfernt, der Reiseführer sagt, dass „man mit dem Wagen direkt bis zum Felsvorsprung fahren kann“!
Uff, das machen wir dann doch nicht, der Weg ist für unseren kleinen Hyundai i10 schon recht unwegsam.
Wir gehen die etwa 700m zu Fuß und sind wahrlich erstaunt – der Blick auf den Fels ist fulminant!


Wir alle spüren das Kribbeln in den Beinen, keinerlei Absperrung, keine Sicherung!
An der Kante geht es mindestens dreißig, wenn nicht fünfzig Meter runter – undenkbar in Deutschland!
Wir machen unsere Bilder und legen dann einen weiteren Kneipenstop ein, denn die Bar am Parkplatz hat uns sehr gut gefallen.
Was für ein Zufall, dass genau heute ein Saxofonspieler für eine perfekte Untermalung der Szenerie sorgt.



Wir genießen den Aufenthalt, finden im Tripadvisor aber kein Lokal in der Nähe welches uns wirklich anmacht.
Kristina und Volker kennen wohl eine gute Adresse an dieser Küste, können sich aber an keinen Namen erinnern, leider hilft die App an dieser Stelle nicht weiter.
Wir beschließen also nach Zakynthos Stadt zurück zu fahren, das Auto final abzustellen und dort zu Abend zu essen.
Dies sollte noch skurille Formen annehmen…

Irgendwie will es der Zufall, dass wir ein Lokal mit einer 4.8 Bewertung finden – ein Chinese.
Wir sehen uns an, diskutieren ein wenig hin und her und beschließen dann, dass ein gutes chinesisches Essen auch mal wieder fein wäre.
Was wir nicht ahnten, der Chinaladen mit den super Bewertungen war eher ein einfacher Imbiss als ein schönes Lokal – und er war direkt an der befahrenen Uferstraße gelegen.
Egal – ausgemacht ist ausgemacht, da gehen wir jetzt rein…



Auffällig war, dass etwa die Hälfte der Tische von Chinesen besetzt war. Das Besondere an der Speisekarte war, dass sie einen „europäischen“ Teil hatte – mit Gerichten, wie wir sie aus den Chinalokalen unserer Heimatländer kennen.
Der zweite Teil der Karte war echt chinesisch – Schriftzeichen beschreiben die Speisen, die Übersetzungen klingen komisch und sind unzureichend.
In diesem Teil finden sich auch deutlich mehr, der als Indiz für den Schärfegrad aufgezeigten, kleinen Chilischoten wieder.
Wir bequatschen zwei sehr junge chinesische Frauen am Nachbartisch und lassen uns etwas erklären, auch der Wirt hilft – und NATÜRLICH bestellen wir nur aus der chinesischen Hälfte der Speisekarte.
Ihr ahnt es – es war günstig, die Portionen groß, der Geschmack sensationell – wir haben ausgesprochen gut gegessen.
„Never judge a book by it´s cover“ – es bewahrheitet sich einmal mehr.
Nach dem feudalen Mahl ziehen wir uns auf ELOWYN zurück, was für ein Tag!

Ich wache am folgenden Morgen sehr früh auf. Warum? Ich weiß es nicht.
Genrell schlafe ich gut auf ELOWYN und auch der Straßenlärm stört mich nicht – hier verlasse ich mich ganz auf meine Ohrstöpsel.
Egal, ich war ausgeschlafen und wollte den Morgen nutzen. Die Luft, welche in den Salon zog, war kühl und frisch – mir war nach einem Kaffee.
Dann wollte ich mich hinsetzen und ein paar Mails schreiben. Dabei hatte ich das Glück, den Sonnenaufgang beobachten zu dürfen.



Irgendwann wachen die anderen auf, jeder schreit nach einem Kaffee, Sibylle nach einem ersten Frühstück.
Es wird geduscht, die Kabinen werden gerichtet – die Crew macht sich fertig zum Ablegen.
Heute wollen wir von den Ionischen Inseln übersetzen zur Peloponnes – unser Ziel ist Methoni am westlichen Finger.
Der Ort ist für den „Burtzi“ bekannt, einen kleinen Stadtturm am Landzipfel der alten, noch gut erhaltenen Stadtanlage.
Wir freuen uns und legen ab…


Ich bleibe gleich am Rechner sitzen, wechsle aber den „Arbeitsplatz“ von meinem Laptop ans Bord-iPad der ELOWYN.
Noch immer ärgert und das neue elektronische Logbuch. Doch ich setze große Hoffnungen in den heutigen Testtag, denn ich hatte gestern noch Gelegenheit, einige von Almute eingesteuerte Settings zu machen und es gilt, diese heute auszuprobieren.

Ich will das Ergebnis vorwegnehmen – ab heute wird es klappen! Die Änderungen sind richtungweisend und erfolgreich.
Ich kann meine Recherche einstellen, das System läuft und zeichnet unsere relevanten Reisedaten zuverlässig auf.
Alle anderen Funktionen sind Feintuning und es obliegt uns, uns in das Programm einzuarbeiten.
Ein Punkt weniger auf der Liste!
Dafür kommt ein neuer hinzu – der Plotter!

Der Schein trügt! Der Plotter tut was er soll, er zeigt Seekarten und den Kurs, zeigt Distanzen und rechnet die ETA aus – so weit, so gut.
Was uns seit dem Verlassen der Marina von Preveza quält, sind neben den zu erwartenden Herausforderungen der etwas abweichenden Bedienung des neuen Gerätes, zwei ganz relevante Punkte.
Erstens – der Plotter kann den Autopilot nicht mehr bedienen. Hier kann ich herausfinden, dass tatsächlich das zwölf Jahre alte Steuerteil des Autopiloten und der aktuelle Raymarine Axiom nicht mehr kompatibel sind.
Wir glauben kaum was wir lesen, aber es bewahrheitet sich, es muss wohl noch ein neues „Gehirn“ für die automatische Steueranlage nachgerüstet werden.
Zweitens – das Radar funktioniert nicht. Die Fehlermeldung lautet „Radar dreht sich nicht“ und auch eine lange Recherche im Internet hilft nicht.
Der Fehler darf mit nach Leros und ich werde mein Glück hier versuchen.
Ich bin matt, ich brauche eine Pause…

Die Pause war mir vergönnt, solange wir bei platter See unter Motor Strecke machten.
Doch pünktlich wie von unserem Wetterbericht vorhergesagt, kam am Nachmittag wieder die typische See-Land Brise, welche ein paar Stunden lässiges und entspanntes Segeln versprach – in diesem Moment endet meine Pause, es erhallt der Ruf des Skippers – „klar zum Segel setzen!“


Mit vollem Zeug brausen wir dann unserem Ziel entgegen – unter weißen Tüchern, nicht selten mit 9kn Fahrt.
Kurz bevor wir Methoni erreichen, passieren wir eine beeindruckende Felsformation im Meer.
Die schroffen Klippen sehen wirklich imposant aus, das kann man mit einem Foto gar nicht so festhalten.
Kurz darauf, wir ändern noch einmal unseren Kurs, sehen wir schon die bekannte Wehrmauer der alten Stadt.
Am äußersten Zipfel der Landzunge der „Burtzi“ – alles in allem ein tolles Ensemble und ein erstaunlicher Anblick.




Der längste Tagesschlag der Reise liegt hinter uns. Wir haben heute 70nm zurückgelegt, sind einen großen Teil davon unter phantastischen Bedingungen gesegelt und haben die Peloponnes erreicht.
Wenn das kein Grund zum Feiern ist…


Nach dem „Anlegeschluck de luxe“ gilt es den Ort Methoni zu entdecken. Wir wollen uns etwas die Beine vertreten und haben obendrein noch Hunger.
Sibylle als unsere „Trip-Advisor Beauftragte“ hat eine ursprüngliche Taverne mit höchster Benotung ausfindig gemacht, für welche wir uns einstimmig entscheiden.
Wie bei jedem Ankerstop machen Volker und ich den WILLI klar und schon steht dem Landgang nicht mehr im Wege.
Je nach Windsituation können wir alle zusammen mit dem Tender übersetzen, oder es ist eine zweite Fahrt notwenig.



Ok, Methoni ist ein nettes Städtchen, aber es packt mich nicht wirklich. Es hat von allem etwas, kann aber ad hoc nicht punkten.
Wir schlendern durch Gassen welche zwar nicht touristisch sind, aber die Authentizität hat eben auch nichts, was das Auge kurz anhalten lässt, nichts was einen fesselt.
Es fühlt sich an, als ob man durch einen Vorort von Castrop-Rauxel schlendert.
Ich hoffe, dass es nicht mehr weit bis zur Taverne ist – „…wann sind wir da?“
Die Taverne war gut, authentisch und preiswert – ob sie die 4.9 des Trip-Advisor rechtfertigt ist immer Ansichtssache.

So, der Hunger ist gestillt, was kommt jetzt? Wir alle erinnern uns, dass wir am Weg hierher eine Bar gesehen haben, welche aus dem Einheitsbrei der Bebauung hervorgestochen war.
Dieser Bar wollten wir einen Besuch abstatten und dort einen Absacker trinken.
Wir gehen den gleichen Weg zurück und finden die moderne Bar auf Anhieb wieder. Es war nichts los und wir nehmen Platz um uns einen Cocktail zu gönnen.

Wir beißen uns ein wenig an der Frage fest – „…was darf man von so einer Bar erwarten?“
Ein kleines Dorf im Nirgendwo, eine Zwischenstation für Segler oder Individualurlauber.
Aus meiner Sicht und nach nur zwei Stunden Aufenthalt eher ein Nest am Ende der Welt, auf jeden Fall etwas verschlafen.
Man geht in eine Bar, welche von außen und vom Angebot her keine Wünsche offen lässt. Und dann???
Naja, dann ist die Qualität der Drinks eben wirklich nur durchschnittlich.
Ist „durchschnittlich“ das, was hier als der Maßstab gilt? Oder darf man bei einem ähnlichen Preis wie in Zakynthos auch auf einen Barkeeper hoffen, welcher zumindest einmal einen Kurs besucht hat?
Die Frage bleibt offen, wir können es nicht erklären…
Spät in der Nacht fahren wir zurück auf ELOWYN, der „Burtzi“ ist hell erleuchtet.

Am Folgetag trinken wir Kaffee im Cockpit von ELOWYN. Sibylle möchte gerne die alte Stadtanlage, die Schutzmauer und natürlich den „Burtzi“ besichtigen, sie sucht Mitstreiter.
Volker und Kristina erbarmen sich und gehen ein paar Schritte mit Sibylle. Ich bleibe an Bord und schreibe elektronische Postkarten an meine Enkelinnen, sie haben nah beinander Geburtstag und sollen beide eine individuelle Karte bekommen.
Das Team an Land schickt mir Bilder von ihrem Ausflug…


Nach der Rückkehr der Ausflügler geht es endlich los. Anker auf und Kurs auf das neue Tagesziel am mittleren Finger der Peloponnes.
Dieser Landstrich ist „die Mani“, eine namhafte Halbinsel von der ich schon viel gehört habe.
Sie wird auch „die wilde Mani“ genannt, weil einerseits die Natur so ursprünglich ist, zum anderen aber auch, wegen ihrer wehrhaften Bevölkerung, wie der Verlauf der Geschichte zeigt.
Ich freue mich einen Eindruck zu bekommen – als Ankerplatz rufen wir die Bucht von Porto Kayo aus.
Der Tag verläuft wie die Reisetage zuvor, ein paar Stunden motoren, ein paar Stunden schönes Segeln…




Wir waren inzwischen in der zweiten Juniwoche angekommen. Wie zu erwarten, war die Peloponnes eher spärlich besucht.
Hin uns wieder sieht man ein Frachtschiff, eine Motoryacht oder eben einen anderen Segler.
Am Abend finden sich immer einige Schiffe in den raren, guten Ankerbuchten zusammen.
Ein Blick auf das AIS Bild zeigt – alleine ist man auch hier nicht…

Trotzdem fühlt es sich deutlich einsamer an als zum Beispiel in unseren heimatlichen Dodekanes oder den bekannten Kykladen.
Irgendwie bin ich zerrissen, ich finde es schön so alleine über das blaue Meer zu segeln, trotzdem vermisse ich in dieser Region die Vielfalt der griechischen Inselwelt.
Während ich so sinniere, kommt das Kap der Mani in Sicht, dieses müssen wir runden um Kurs Porto Kayo anlegen zu können.


Exakt als wir die Ankerbucht ansteuern, bekommen wir Gesellschaft. Es sieht so aus, als ob auch die deutsche Besatzung einer großen CNB Porto Kayo als Ziel ausgesucht hat.
Der Wind lässt nach, beide Segelyachten bergen die Segel und laufen das Tagesziel unter Motor an.
Nun, es wird genug Platz sein – vermutlich sind wir die einzigen Ankerlieger.



Unser Anker fällt! Wir liegen sicher und haben einen schönen Platz vor dem kleinen Weiler.
Alleine? Weit gefehlt! Am Ende des Tages werden ein Dutzend Yachten hier ihre Nachtruhe suchen.
Ok, die Bucht ist groß und weitläufig, der Ankergrund gut, alle liegen sicher.
Wir fragen uns inzwischen, ob wir hier an der Kante der Erde, tatsächlich einen Tisch in einer der beiden Kneipen reservieren müssen.
Tun wir nicht! Wir gehen baden, gönnen uns eine Auszeit und genießen die schöne Bucht.
Erst später setzen wir mit dem WILLI an Land über…


Witzig war, dass die Wirtin sofort auf ihren wackligen Anleger gelaufen kam, um unsere Leinen entgegen zu nehmen.
Sie wollte uns immer festbinden, denn sie konnte ja nicht wissen, dass unsere Frauen noch an Bord waren.
Dann reicht sie mir die Hand…
Vermutlich wirke ich doof und unhöflich, doch ich kann die mir angebotene Hilfe nicht annehmen. Mit einem Blick erkenne ich, dass der Brettersteg unter der Last von uns Beiden sofort zusammenbrechen würde, sollte ich sie nicht vorher ins Wasser zerren.
Ich bitte die Frau also höflich, doch einfach von diesem Brett zu weichen, dann klettere ich elegant nach oben und stoße Volker wieder ab.
Jetzt erst erkennt unsere Gastgeberin meinen Plan und meine Bedenken – ahhhh, ola kala – sie herzt mich…
Volker trifft mit unseren Angetrauten ein, wir entscheiden uns selbstverständlich für die Taverne der hilfsbereiten Wirtin!

Wir entscheiden uns für einen großen Fisch und etwas frisches Gemüse und essen vorzüglich.
Porto Kayo schafft, was Methoni verwehrt blieb, es punktet von der ersten Minute an.

Satt! Wir waren wirklich satt und zufrieden. Ein letzter Ouzo als Absacker, diesen nehmen wir in der netten Bar am gegenüberliegenden Steilufer ein.
Dann fahren wir zurück auf ELOWYN und schlafen perfekt! Ein guter Platz für einen Stop, wenn man die Peloponnes umrundet.
Der neue Tag soll fulminant beginnen – Volker hat zugesagt, dass er mit dem WILLI an Land fährt und ein frisches Brot holt, welches wir am Vortag bestellt haben.
Dann soll es ein Frühstück der Extraklasse geben – so wollen wir diesen Tag eröffnen.
Wir haben etwas Zeit, die heutige Tagesetappe ist nicht ganz so weit.



Unser heutiges Ziel ist der Traumstrand von Elafonisos an der Südspitze des dritten Peloponnes-Fingers.
Zur Überfahrt gibt es nicht viel zu erzählen – es geht nur geradeaus, die Strecke ist nur etwas mehr als halb so weit wie die der vergangenen Tage.
Wir gehen es daher entspannt an. Nach dem Frühstück verstauen wir den WILLI und gehen alle noch einmal baden.
Dann heißt es Anker auf und Kurs anlegen, Richtung der kleinen Insel Elafonisos.
Einer Insel, auf der es kaum etwas Sehenswertes gibt – außer eben den berühmten Strand.
Die Überfahrt ist unspekatakulär und verläuft ohne erwähneswerte Ereignisse.
Am Ziel angekommen, werfen wir den Anker als einziges Schiff vor dem traumhaften Sandstrand.
Noch während wir ankern, flitzt ein Touristenboot mit einer Tube im Schlepptau um uns herum.

Unser Anker hält und wir liegen gut. Das Wasser hat eine traumhafte Farbe, wir gehen baden und meinen, dass wir dabei sogar einmal kurz eine Schildkröte gesehen haben.
Leider sehen wir das Tier aber nicht noch einmal.
Die alte Dünung vom Tag lässt ELOWYN etwas rollen. Uns scheint die Bewegung aber erträglich und so beschließen wir, dass wir genau so für die Nacht liegen bleiben.


Richtig spektakulär wurde es, als wir zum „Sundowner“ im Cockpit saßen.
Es waren die längsten Tage des Jahres, die Sonne geht spät unter, wir hatten daher schon gegessen.
Volker hat für uns „Spaghetti alla Norma“ gezaubert, ein mediterranes Gericht mit einem leckeren Auberginensugo.
Wir waren satt und haben bei Wein und Bier der Sonne beim Untergang zugesehen.
Hier ein paar Impressionen…






Das Zentralgestirn war am Horizont verschwunden – aber es wurde nicht kalt!
Während unserer Reise hat der griechische Sommer Einzug gehalten und die langärmeligen Sachen blieben im Schrank.
Endlich konnte man draußen sitzen ohne zu frösteln – so auch heute. Wir saßen noch eine ganze zeitlang und hatten einen lustigen Abend mit einer Art „Wunschkonzert“ – jeder wünscht sich ein Lied, egal was.
Spannend was da für eine Playlist zusammenkommt.
Das war der Abend, an dem es Danzers „Weiße Pferde“ fast geschafft hätte, Headline des Monats zu werden.
Erst sehr spät sind wir ins Bett gekrabbelt…
Am neuen Morgen begrüße ich den Tag im Cockpit – zunächst alleine mit einer Tasse Kaffee.

Ich schaue auf den weiten Sandstrand und muss mir eingestehen, dass es mir geht wie so oft – manche „Highlights“ wirken in natura nicht so, wie es einem die Hochglanzpresse glauben lässt.
Das ist meist eine Frage der Perspektive – hier ein Internetbild von Elafonisos…

Naja, zum Abgleich dazu eben das Realbild weiter oben…
Ich will keinesfalls jammern oder gar meckern – auch ich habe den Strand und den Ankerplatz als schön wahrgenommen.
Auch bei uns war das Wasser einladend und die Farbe des Meeres so etwas ähnliches wie „karibisch“…

…dennoch ist bei mir, hier und heute, der Funken nicht übergesprungen. Der „Doppelstrand“ von Elafonisos ist sehr schön, er lädt durchaus zu einem Badestop, aber den Hype welcher um diesen Flecken Erde gemacht wird, den kann ich nicht nachvollziehen.
Ich verzichte auf einen Sprung ins kühle Nass, denn ich möchte die Abfahrt nicht verzögern.
Inzwischen ist die ganze Mannschaft wach und mit Kaffee versorgt, wir wollen heute nicht zu spät aufbrechen.
Auf dem Plan stehen zwei Highlights – zum einen die Rundung des Kap Maleas, einer oft sturmumtosten Landspitze.
Zum anderen heißt unser heutiges Tagesziel Monemvasia, eine alte, gut erhaltene Festungsstadt, die auf das Byzantinische Reich zurückgeht.
Wir sind gespannt und gehen Anker auf…

Wie jeden Tag startet die Fahrt unspektakulär. Am Vormittag sind die Winde zu schwach zum Segeln, daher motoren wir gemütlich in Richtung Ziel um Strecke gut zu machen.
Der Zeitvertreib ist lesen oder sich mit technischen Themen auseinanderzusetzen.
Gelegentlich kann man die Seele baumeln lassen oder hat Zeit zum Horizont zu blicken und nach Delfinen Ausschau zu halten.
Nicht selten begegnen einem die großen Ozeanriesen, denn hier führt eine durchaus stark befahrene Schifffahrtsroute vorbei.

Kristina und Volker erzählen Geschichten von ihren früheren „Kaprundungen“ hier am südöstlichsten Zipfel der Peloponnes. Die Geschichten hören sich an wie jene der Kap Hoorn Rundungen der alten Salzbuckel – ich will das aber glauben, denn ich habe schon viele Erlebnisberichte von diesem griechischen Kap gelesen.
Hier kann es ungemütlich werden!
Nicht so heute! Wir runden das berüchtigte, hellenische Kap bei Windstille und nahezu öliger See unter Motor.
Witzig fand ich, dass uns just am Kap die BE HAPPY begegnet – mit deren Besatzung haben wir das vergangene Silvesterfest gefeiert.



Es ist inzwischen guter Brauch geworden, dass wir uns um die Mittagszeit herum ein paar Sandwiches genehmigen.
Nur Sibylle ist eine „Frühstückerin“ und macht sich morgens ein Brot, für alle anderen ist dieser „Brunch“ die erste Mahlzeit des Tages.
Wir lassen es uns gutgehen…

Dann, am frühen Nachmittag, der gleiche Ablauf wie jeden Tag. Etwas Wind kommt auf, Volker spürt die Brise hinter dem Ohr und ruft auf zum Segel setzen.
Jeder kennt seine Aufgabe, wir ziehen ELOWYNs weiße Tücher an den Wind und können die letzten paar Stunden bis zum Ziel schöne Segelstunden erleben.
Das hat schon was und kommt meiner früheren Idealvorstellung schon sehr nahe…




Obwohl wir während der ganzen Reise keine seemännischen Herausforderungen zu meistern hatten, musste Sibylle stets darauf achten, dass ihr nicht schlecht wurde.
Dies ist zum Glück gut gelungen und sie hat alle Situationen perfekt gemeistert.
Dennoch wurde mehrfach deutlich, dass unsere Entscheidung „Landlubber“ zu werden begründet und wohl auch richtig ist.
Während wir so dahingleiten, rückt auf einmal Monemvasia in unser Blickfeld.
Langsam können wir die neue Stadt und später auch die am Felsen klebende Altstadt erkennen.
Klar, dass wir einen solchen Hotspot nicht für uns alleine haben.



Hier wendet sich das Blatt – wenn man Städte wie Monemvasia von See aus erreicht, dann spielen diese all ihren Charme und ihre Schönheit aus.
Monemvasia war ein ausgerufenes Ziel von mir, hier wollte ich ankommen.
Der kleinen Stadt gelingt, was dem „Traumstrand“ am Abend zuvor versagt blieb – sie packt mich sofort.
Wir wissen vom AIS und einem Test unseres Funkgerätes, dass Felix und Georgette mit ihrer ALLEGRA hier sind.
Locker verabreden wir uns auf ein Kaltgetränk. Allerdings werden wir nicht in den kleinen Hafen gehen, sondern in der nördlichen Bucht ankern.


Ein sehr positiver Sidekick für mich war, dass genau zum Zeitpunkt unseres „Ankerbieres“ eine Nachricht von meinem Sohn eintrudelte.
Es war nur ein Bild ohne begleitende Worte – Worte waren aber auch nicht nötig, denn ich verstand sofort.
Eine gute Nachricht!!!

Mein geschenktes Auto, welches mir während der Hausrenovierung als Lastenesel für Transportfahrten aus Deutschland dienen soll, hat eine neue Hinterachse und ein paar Kleinreparaturen erhalten.
Die TÜV-Hürde ist genommen, der ersten Fahrt im Sommer steht nichts mehr im Wege.
Ich freue mich und trinke mein Bier aus, dann ist Landgang angesagt.
Zunächst machen Sibylle, Volker und ich eine Art Vorhut um einzukaufen und uns mit der schweizer Crew der ALLEGRA zu treffen.
Später setzen wir alle zusammen über, um die Altstadt von Monemvasia anzusehen und dort auch zu Abend zu essen.

Das nervt mich grad…
Die Altstadt ist auf einem vorgelagerten Inselchen, welches mit einer Brücke verbunden ist.
Der Weg dorthin sind vermutlich so eineinhalb bis zwei Kilometer, es geht leicht bergan und die Abendsonne hat noch Kraft.
Ich schwitze! Ich laufe entlang dieser Zubringerstraße, an deren einer Seite alles mit Besucher-PKW zugeparkt ist.
Eine Karawane von Touristen zieht gemeinsam mit mir in Richtung Sehenswürdigkeit.
Das ist nachvollziehbar, verständlich und mir ist auch bewusst, dass im Hochsommer hier noch viel größere Menschenmassen in Bewegung sind – nur, gefallen muss mir das auch heute nicht.
In der Stadt verläuft sich das alles ein wenig und wir erhaschen ein paar schöne Augenblicke.




Streik! Ich streike!
Ich kenne meine Sibylle, ich kenne ihr Verhalten wenn sie Verbündete hat.
Es herrscht Einigkeit, man MÜSSE sich als Segler doch mal die Beine vertreten – ok, mag sein, aber nicht in einer touristischen Altstadt zwischen Menschenmassen, über gepflasterte Gassen welche sich an einem Steilhang auf und ab winden.
Ich setze mich auf den Kirchplatz und bitte mich hier wieder abzuholen.
Da saß ich nun, mutterseelenalleine. Allerdings nicht lange…
Volker kam zurück und fragte, ob ich einem Kneipenbesuch abgeneigt wäre.
Nein, war ich nicht, denn die Bars hier waren allesamt sehr einladend und nett gestaltet.


Volker und ich zischen ein Bier in einer der feinen Musikkneipen. Schon bald gesellen sich unsere Frauen zu uns, die Zeit reicht für ein zweites Kaltgetränk, welches wir auf der kleinen Terrasse zu uns nehmen.
Dann wird es Zeit für das Dinner, Sibylle hat wieder einen Restauranttip für uns – empfohlen mit einer 4.8 von Trip-Advisor.
Schauen wir mal ob wir das so bestätigen können…

Wir essen vorzüglich und mit Pfiff, die Preise waren für die Örtlichkeit mehr als angemessen.
Das war ein guter Tip, wir sind satt und zufrieden und watscheln nach Hause.
Nun, ganz zufrieden war ich nicht. Der lange Weg zurück in den Ort ist nervig.
Ständig brausen die Autos an einem vorbei, der Weg entlang der Straße ist alles andere als ein schöner Abschluss.
Ich bin froh, als wir auf ELOWYN zurück waren – wir trinken noch ein Einschlafbier.
Trotz des unschönen Zuweges ist Monemvasia ein Highlight auf dieser Reise.
Ich schlafe gut und bin am kommenden Morgen als erster wach. Ich sehe die Sonne aufgehen und mache ein Foto, als sie komplett hinter dem Horizont zum Vorschein kam.

Auch die anderen stehen heute relativ zeitig auf. Volker und Sibylle holen ein frisches Brot, Tina bereitet Schnittchen vor und wir alle genehmigen uns die erste Dosis Kaffee – dann geht es los…
Zuerst, wie eigentlich jeden Tag, über ein spiegelglattes Meer, unter Maschine auf direktem Weg dem Ziel entgegen.
Dieses Ziel heißt heute Porto Heli und ich freue mich darauf.
Ich habe viel über dieses Städtchen und die Bucht gelesen, und finde es spannend dort eine Nacht vor Anker zu verbringen.




Am heutigen Tage bleibt es bei zwei gescheiterten Segelversuchen.
Die Windrichtung und die Windstärke passen einfach nicht zusammen.
Wir lassen es bei den Versuchen, kapitulieren aufgrund des Misserfolges und motoren dann weiter bis nach Porto Heli, wo wir zeitig am Nachmittag ankommen.




Menschen freuen sich, wenn sie Schwesterschiffe sehen. So auch Volker und Kristina, obwohl es bei ihnen ungleich seltener vorkommt – ELOWYN ist eine one-off.
Umso schöner, dass sich, gerade als wir beim Ankerschluck saßen, eine weitere Algro in der Bucht einfindet.
Ok, dies war kein Zufall – Tina und Volker kennen Thomas schon länger und er hat in der Nähe seinen Heimathafen.
So ankert CHEETAH nahebei und wir trinken nicht nur ein gemeinsames Ankerbier, sondern wir verbringen den Abend auch gemeinsam.

Wir haben wieder ein offensichtlich gutes Restaurant ausgemacht, wollen vorher etwas die Stadt erkunden und vielleicht sogar ein Eis genießen.
Also setzen wir am frühen Abend mit dem WILLI über und legen diesen vor das von uns ausgewählte Lokal.
Wir geben Bescheid, reservieren einen Tisch und gehen ein wenig durch die Gassen von Porto Heli.


In der ersten Reihe ist Porto Heli ein pulsierender, einladender Ort. Doch kaum verlässt man die touristischen Pfade, verliert das Städtchen an Glanz.
So dauert es nicht lange, bis wir von der kleinen Stadttour zurück sind und uns an den servierten Köstlichkeiten erfreuen.





Das Essen war ein Gedicht! Wir haben sehr gut gespeist und den Abend im Anschluss in einer der vielen Bars ausklingen lassen.
Ein schöner Abend, ein unterhaltsamer Abend, ein kurzweiliger Abend – hat Spaß gemacht.
Porto Heli ist turbulent, mir persönlich zuuuu turbulent, aber für eine Stipvisite ein sehr einladender Ort.

Volker bringt Thomas und uns, seine Crew, mit dem WILLI sicher nach Hause.
Dafür sind zwei Fahrten notwendig. Zurück an Bord der ELOWYN gibt es noch einen Absacker, dann fallen wir todmüde ins Bett.
Morgen ist ein neuer Tag – und es sollte einer voller Überraschungen werden.
Leider waren die Überraschungen alles andere als positiv – aber das wussten wir ja noch nicht!
Zunächst begann der neue Tag ganz harmlos…


Wir waren recht früh wach und sind ohne Verzögerung gestartet. Ein schneller Kaffee, dan hieß es Anker auf und los – denn wir hatten einen ausgeklügelten Plan.
Keiner von uns Vieren war zuvor auf Hydra. Die autofreie Insel ist rege besucht und der kleine Stadthafen scheint ein famoser Platz für Hafenkino zu sein – Ankersalat und wirres Liegen, teils im Päckchen, sind wohl an der Tagesordnung.
Aber wir haben die Rechnung mit unserem WILLI gemacht! Es gibt unweit der Haupt-Hafenbucht eine gute Ankerbucht, mit ELOWYN können wir weiter draußen ankern, auch wenn diese Bucht schon gut besucht wäre und der WILLI würde es uns ermöglichen die eine Meile Entfernung schnell zu überwinden.
Wir schreiben uns also Hydra als Ziel ins Logbuch und wollen rechtzeitig dort sein – doch es kam ganz anders…



Nachdem wir den Schlenker an Spetses vorbei genommen hatten und mit dem Staunen fertig waren, setzten wir die Segel.
Von hier aus konnten wir Kurs Hydra direkt anlegen und der Wind erlaubte ein paar schöne Meilen unter weißen Tüchern.
Alles war in bester Ordnung – noch…


Doch dann…
Tina ruft aus ELOWYNs Bauch heraus – „WASSER IM BOOT!“
Sibylle, Volker und ich sitzen im Cockpit. Wir sehen uns an.
Wie meint sie das jetzt?
Wasser im Boot – es kann nicht sein, was nicht sein darf.
Abermals meldet sich die Capetaña aus dem Salon – „…ja kommt jetzt vielleicht mal jemand???“
Ihre Stimme war deutlich nachdrücklicher.
Volker springt auf und sieht nach dem Rechten. Tatsächlich! In der Bilge ist Wasser – und nicht wenig!
Um klar zu verstehen – es war niemals Gefahr im Verzug, das merkt man schnell, nichtsdestotrotz muss es einen Grund haben, wo dieses Wasser herkam.
Dummerweise zeigte der Geschmackstest – Salzwasser!
Ich werde zum Einsatz gerufen – just in diesem Augenblick verabschiedet sich mein Brillenglas. Habe ich jetzt noch den Durchblick???

Auch einäugig kann ich erkennen, dass wir gerade jetzt unser heutiges Tagesziel Hydra passieren.
Tja, das war´s dann wohl, aber da hilft kein Jammern. Die Schiffssicherheit geht vor und es kann niemand in Ruhe ankern, ohne dass das Problem zumindest bekannt und im Griff ist.
Ich sehe das pittoresken Hafen also aus gehöriger Entfernung während wir die Segel bergen und die Fahrt unter Motor fortsetzen.
Yassou Hydra, es hätte ein netter Besuch werden können – so bleibst Du als „unerledigt“ in meinem persönlichen Logbuch 😉

Wir beschließen, zunächst das Wasser aus der Bilge zu bringen. Dafür ankern wir temporär vor einem kleinen Inselchen in diesem Archipel.
Als neues Ziel für den Abend rufen wir Poros aus. In Poros gibt es einen Shipchandler und auch bessere Möglichkeiten sich mit Reparaturmaterial einzudecken – wir halten dies für die bestmögliche Entscheidung beim jetzigen Sachstand.
Jetzt heißt es erstmal „alle Mann (und Weiber) an die Pumpen!!!
Sibylle bekommt den Job im Cockpit Wahrschau zu halten und Zusammenstöße zu verhindern.
Der Einäugige tut, was man auch halbblind machen kann – ich bediene also die Lenzpumpe.
Volker und Tina leeren die Bilge mit zusätzlichem Gerät…


Ich wiederhole mich – es war zu keiner Zeit Gefahr im Verzug. Das merkt man schnell.
Wir haben auch gemerkt, dass der Wassereintritt wohl über mehrere Tage stattgefunden haben muss und wohl auch etwas mit unserer Segelei auf Backbordbug zu tun haben muss.
Die Wege, die das Wasser genommen hat, waren rasch und eindeutig identifizierbar und bereits als wir Poros erreichten, waren wir mehr mit einer Ursachenforschung als mit dem eigentlichen Problem beschäftigt.
Die Durchfahrt durch den schmalen Kanal zwischen der Peloponnes und Poros war wie immer spannend.

Am Stadtkai war kein Platz frei, dies sollte sich später aber als Glücksfall herausstellen, denn eine Flotte der „Yacht Week“ hat das Städtchen über Nacht eingenommen. Party überall, an Schlaf kaum zu denken.
Das wussten wir zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht. Wir haben den überfüllten Stadtkai also passiert und uns einen Ankerplatz in der ebenfalls reichlich angefüllten ersten Ankerbucht gesichert.
Man spürt die Nähe zu Athen zu jeder Zeit – Poros ist ein Ausflugsziel. Mir geht das eher auf den Senkel, der ansonsten recht schöne Platz ist mir eindeutig zu trubelig.


Ein Ankerbier und Diskussionen – woher kommt das Wasser? Wir kreisen die möglichen Ursachen ein, schließen andere aus – letztlich bleiben zwei Optionen, da uns der ursächliche Bilgenquadrant bekannt scheint…
Zum einen kann es sein, dass die Dichtringe der Ruderwellen nicht mehr dicht sind – das wäre eine klar nachvollziehbare, aber aufwändige Reparatur.
Deutlich weniger aufwändig, aber mit mehr „Aber-Faktoren“ versehen, ist die Mutmaßung, dass Wasser welches beim Segeln in die Garage kommt, über die Wartungsluken der Ruderanlage, den Weg in die Bilge findet.
Basisursache könnte eine fehlende Dichtung der hydraulischen Garagenklappe sein.
So weit, so gut! Wohin gehen wir eigentlich heute zum Essen? Leider gibt der Tripadvisor für Poros nichts Vernünftiges heraus.
Noch bevor wir weiter nachdenken, fällt der Beschluss einen einfachen Girosgrill aufzusuchen.
Gesagt, getan…


Diesmal lassen wir den Abend an Bord ausklingen. Der Tag und der Trubel um den Wassereintritt haben uns matt gemacht.
Wir beschließen, dass der Ouzo im Cockpit genausogut, wenn nicht besser schmeckt und treten so, sofort nach dem Dinner, den geordneten Rückzug an.
Zum Essen waren wir im neuen Teil der Stadt. Die Altstadt würden wir erst morgen besuchen, vielleicht gönnen wir uns ein leckeres Frühstück.
Volker startet den WILLI und bringt uns mit zwei Fahrten zurück auf ELOWYN.



Der neue Tag bricht an, ich werde wach und realisiere – ich bin in Poros. Hier war ich schon oft, mit der ersten NESSAJA und auch mehrmals mit der jetzigen.
Für mich schließt sich der Kreis, die Peloponnes ist umrundet, vor uns liegt noch eine – bekannte – Etappe, dann werden Sibylle und ich das Ziel der Reise erreicht haben und auschecken.
Aber noch ist es nicht soweit. Heute steht nach dem Morgenkaffee zunächst die Fahrt in die Altstadt an.


In der Altstadt wollen wir frühstücken und auch gleich in der Shipchandlery nach Ersatzteilen suchen.
Kann man hier Plexiglas kaufen? Haben sie wasserdichte Wartungsluken?
Nein, wir werden nicht fündig! Aber eine Kartusche SIKA kaufen wir doch, dann ist es Zeit für das Frühstück.

Als wir uns auf den Rückweg begaben, wurde uns schlagartig klar, warum gestern so ein Andrang war und warum der Stadtkai total überfüllt war.
Poros war das Ziel zweier großer Flottillen, eine davon die „Yacht Week“, eine Art organisierte Flotte für Jugendliche aus aller Welt. Das Ganze mit Rundumbetreuung…
Ich verabscheue sowas – klar, der Meckerer wieder – aber wer das mal mit eigenen Augen gesehen hat weiß, dass es hier nur um ein wie auch immer getarntes Besäufnis geht.
Kann man lustig finden, muss man aber nicht. Jedenfalls ist eines klar – wo die „Yacht Week“ auftaucht, ist an Schlaf nicht zu denken.

Uns hält hier sowieso nix mehr. Volker hat die Reparatur seines Wassereintritts im Sinn, zudem soll morgen so richtig strammer Wind kommen.
Wir wollen in Lavrion festgemacht haben, bevor der stürmische Wind einsetzt.
Also legen wir ab, ziehen durch den Kanal auf´s offene Meer und legen Kurs Lavrion an.



Tatsächlich fahren wir bis Kap Sounion nur unter Motor – bei spiegelglattem Wasser.
Jeder von uns kann eine Geschichte erzählen, wie es einen hier auf dieser Überfahrt „erwischt“ hat – Böen in Sturmstärke, bedrohliche Wellen – natürlich war man „froh als es vorbei war“…
Nicht zu glauben – heute rührt sich kein Lüftchen, nichts, gar nichts. Absolute Flaute, öliges Wasser.

Wir legen Kap Sounion als Zwischenziel fest. Vielleicht geht ein kurzer Badestop.
Noch vielmehr sagt uns Volkers Wetterbericht voraus, dass am Kap 30kn Wind sind, welche gegen Nachmittag abnehmen.
Während uns also der Motor durch die Flaute schiebt, reden wir darüber, wie wir die Starkwindböen am Kap abwettern – verrückte Welt, verrücktes Hobby…
Ich sinniere und frage mich, wie es NESSAJA geht. Den Ladezustand der Batterien frage ich online ab, hier scheint alles zu stimmen.
Und sonst???
Es war verhext – ich denke den Gedanken und ein Bild von Hans und Brigitte schneit herein – „…alles ok an Bord der NESSAJA wie es scheint!“
Ich freue mich!


Zudem lassen mich die Freunde erfahren, dass unsere Marina einen Titel errungen hat.
Der „Trip-Advisor“ der Seefahrer, die nautische App „Navily“ hat unsere Heimatmarina zur „Best Marina 2025“ gewählt.
Hinter dieser Beurteilung stehe ich! Ich wusste an diesem Tag aber noch nicht, dass mein Standpunkt noch in diesem Monat einer gehörigen Prüfung unterzogen werden würde.
Eine Stimme reißt mich aus meinen Gedanken – Sibylle erkennt Kap Sounion, die Heimat des Poseidon, recht voraus.

Wir fahren in die Bucht ein und – kämpfen gegen heftige Starkwindböen! Volkers Wetterbericht hatte absolut Recht!
Der Anker fällt und wir liegen fest und sicher. Nach Baden war keinem von uns zumute, der Wind pfiff uns um die Ohren.
Na egal, dann eben erst ein Ankerbier, dann eine Grobplanung bezüglich der Reparaturen, welche in Lavrion auszuführen sind.



Wir saßen den Nachmittag hier ab – erst gegen 17.00 Uhr flaute die stramme Brise ab und wir motorten um´s Eck Richtung Lavrion.
Unser Zielhafen war keine Fahrtstunde entfernt, so ergab es sich, dass Sibylle und ich am späten Nachmittag des 10.06. unsere Segelrunde auf der ELOWYN als beendet erklärten.
In zwei Tagen würden wir auschecken, bis dahin gibt es noch einiges zu tun.


Nach dem Anlegen machen wir zunächst das Schiff klar und kommen zur Ruhe. Dann machen wir uns frisch und gehen erst einmal etwas Essen – die Arbeit kommt morgen dran!
Ein schöner Abschluss – wir beenden den Tag mit einem Absacker an einer „Bulli Bar“ direkt vor der Hafeneinfahrt.
Von hier aus torkeln wir zufrieden zurück an Bord.


Wie an jedem Tag bin ich der Erste an Deck. Auch heute trinke ich einen Kaffee zum Wachwerden, dann aber verlässt mich die Ruhe – ich will anfangen, wir haben uns heute einiges vorgenommen.
Unser erster Weg wird uns zur Autovermietung führen, denn wir haben uns einen Wagen geordert um Ersatzteile zu beschaffen, einkaufen gehen zu können und um eine generelle Mobilität sicher zu stellen.
Dann werden wir in der Olympic Marina versuchen, unter anderem eine neue Kettennuss für die Ankerwinsch zu beschaffen – dafür wäre das Musterteil sehr genehm, auch wenn ich gestern schon eine Bestellung per eMail gemacht habe, die Identifikation war eindeutig.
Ich baue also in aller Herrgottsfrühe das verschlissene Kettenrad aus…

Ich mache keinen Lärm, aber mein Gekruschtel holt die Anderen doch aus den Betten.
Keiner ist mir beleidigt, denn alle wissen, dass heute eine andere Schlagzahl angelegt werden muss.
Nach einem schnellen Kaffee, marschieren Volker und ich ab. Wir holen den Wagen und melden ELOWYN gleich bei der Hafenbehörde an, wir dürfen vier Tage bleiben, genau richtig!


Unser „Einkaufsbummel“ in der Olympic Marina, dort gibt es einen „Nautilus Store“, ist teilweise erfolgreich.
Wir bekommen die passende Kettennuss, eine leistungsstarke Membranpume, aus der wir uns eine mobile Lenzpumpe bauen wollen um den Staubsauger nicht immer bemühen zu müssen und auch ein paar Kleinteile wandern in den Einkaufskorb.
Leider haben wir Pech mit unserem Ansinnen, wasserdichte Wartungsluken oder Plexiglas zu bekommen.
Eine weitere Kartusche SIKA 291i scheint aber ratsam – also packen wir auch diese auf die Theke.
Inzwischen war Mittag geworden. Wir hatten Hunger und verabreden uns mit unseren Frauen im Girosgrill von Lavrion – eine gute Adresse, wie wir beide wissen.
Sibylle und Kristina waren in der Zwischenzeit im „Jumbo“, auch dort kann man allerlei kaufen.
Beim Vergleich der Rechnungsbeträge wird schnell klar – Volker und ich sind Sieger…
Das Giros schmeckt vortrefflich!


Bevor wir auf ELOWYN zurückkehren, suchen Volker und ich noch den örtlichen Glaser auf.
Wie die Bestellung unserer drei Plexiglasscheiben ablief, kann man eigentlich gar nicht beschreiben, nur soviel – des Glasers Mutter und seine Leggins tragende Ehefrau waren maßgeblich beteiligt.
Der Ort des Geschehens war des Glasers Gemüsegarten und die Verhandlungssprache war „mit Händ´ und Füß´“…
Noch fassungslos ob dieser kuriosen Abwicklung, kaufen wir eine Dose weißes Lackspray, dann kehren wir zum Schiff zurück und legen los!
Und wie…
Die Aufgabe war klar – wir werden die vorhandenen Wartungsluken durch verklebte Plexiglasscheiben ersetzen.
Volker setzt darauf, dass ELOWYN bei Lage Wasser in die Heckgarage aufnimmt – dies verstärkt durch eine fehlende Dichtung.
Wir nehmen an, dass dieses Wasser über die Wartungsluken eindringt. Nach dem Ausbau derselben, muss der bisherige Auflagerand gereinigt und neu lackiert werden.
Ich bekomme das ganz gut hin, habe aber mit meinem stetigen Problem bei der Anwendung von Lacken und Dichtmitteln zu kämpfen.

Während ich also die Ausschnitte für das Verkleben der Plexiglasscheiben vorbereite und zwischenzeitlich auch die Kettennuss der Ankerwinsch montiere, holt Volker die inzwischen zugeschnittenen Glasplatten ab.
Ja und da trauten wir unseren Augen nicht…
Plexiglas kann teuer sein, ich weiß das. Wenn man zudem eine besondere Dicke wünscht (10mm) und Zuschnitte auf Maß braucht, dann treibt das den Preis.
Ist das Ganze eilig, dann kann es noch teurer werden – insofern haben uns die aufgerufenen 130.-€ nicht abgeschreckt, die Qualität der abgelieferten Arbeit hingegen schon.

Ab jetzt teilen wir die Arbeit auf. Tina und Sibylle wenden die neu zusammengestellte, mobile Bilgenpumpe an und pumpen damit in der Bilge Kompartment für Kompartment leer.
Die normalen Bilgepumpen erwischen diese Mengen an dieser Stelle nicht – vielleicht müssen wir uns darüber zu einem späteren Zeitpunkt Gedanken machen…

Volker und ich sitzen dagegen in der Garage und verkleben die abgefieselten Plexiglasscheiben auf die Ausschnitte der vermeintlich undichten Wartungsluken.



Was ich am Morgen nicht zu hoffen gewagt hätte, ist gegen 19.00 Uhr wahr geworden – wir haben ALLE Arbeiten geschafft, welche wir uns für heute vorgenommen hatten.
Das war fast ein Grund zum Feiern – und so etwas ähnliches hatten wir uns auch vorgenommen.
Es steht unser Abschiedsessen auf dem Programm, morgen würden Sibylle und ich auf ELOWYN abmustern.
Es sollte noch einmal Fisch geben und dafür haben wir uns in einer Taverne nahe Sounion verabredet.
Wir treffen dort eine Freundin von Volker und Tina, eine Deutsch-Griechin, welche monatsweise in Sounion lebt.
Frisch geduscht und gekämmt setzen wir uns in den aufgeheizten Flitzer und fahren – just in time – los.

Es wird ein wunderbares Dinner in bester Stimmung. Der Fisch war super und das Ambiente herrlich.
Zudem war es eine Vollmondnacht mit einem „Erdbeermond“, was immer das auch sein mag.
So kann ein Urlaub ausklingen, es war fantastisch.
Erst spät in der Nacht kommen wir zurück auf ELOWYN – für eine letzte Nacht in unserer Kabine.


Ich habe mich gefreut, dass wir die Arbeiten soweit abschließen konnten, denn ich war überzeugt, dass Sibylle und ich nun einen entspannten Abreisetag haben würden.
Unser Taxi kommt um 13.45 Uhr, wir haben keinerlei Eile.
Doch weit gefehlt! Frei nach dem Motto „unverhofft kommt oft“, haut es mir unmittelbar nach dem Einschalten des Mobiltelefones die Nachrichten um die Ohren.
BIMMBIMMBIMMBIMMBIMMBIMMBIMM…
Was war da los? Ein neuer Umsatz, ein neuer Umsatz, ein neuer Umsatz – ihr ahnt es, meine VISA-Karte wurde gehackt!

Ich setze sofort meine Limits auf Null, das verhindert weitere Schäden. Im Hintergrund wehrt Secure-ID die meisten Versuche ab.
Erst als es in Deutschland 08.00 Uhr ist, kann ich mit der Bank telefonieren. Ich lerne, dass „vorgemerkte Umsätze“ nicht mehr abzuwenden sind und ich erst nach der Buchung eine Erstattung beantragen kann.
Ich erfahre auch, dass es keinen anderen Weg zur Lösung dieses Problems gibt, als meine Karte von allen Verlinkungen wie PayPal oder ApplePay zu trennen, diese zu sperren und eine neue Karte zu erhalten.
War also nix mit „entspannt“ – ich sitze den ganzen Vormittag an diesem Thema und Sibylle und ich reisen vor diesem Hintergrund ab – bis sie mir die neue Karte aus Deutschland mitbringt, werde ich nur noch bar zahlen können und keine Internetgeschäfte mehr machen können.
Ich nehme es vorweg, das Thema wird mich fast bis zum Monatsende beschäftigen, erst dann reißen die Betrugsversuche ab.
Einen Schaden erleide ich nicht, die ING erstattet die Schadsumme klaglos.
13.45 Uhr – der Taxifahrer holt uns ab und bringt uns Beide zum Flughafen…

Nanu? Beide? Ja tatsächlich! Es hat sich herausgestellt, dass es für mich die beste Option ist, dass ich mit Sibylle im Taxi zum Airport fahre und von dort ab den Bus zum Hafen nach Piräus nehme.
Der Bus von Lavrion nach Piräus wäre sehr lang gefahren und ich hätte mehrmals umsteigen müssen.
Sibylle und ich trinken noch einen Kaffee, dann verabschiedet sich meine Frau nach Deutschland um „Family-Time“ zu erleben.
Ich setze mich in den Bus, fahre nach Piräus und kann mich dort sofort auf die bereits wartende Fähre begeben.
Dort checke ich erstmal in meine Kabine ein…


Es dauert eine Weile bis die Fähre ablegt und den Hafen verlässt. Bis dahin kann ich meine Mails erledigen und mich ein wenig sortieren.
Dazu gehört auch, dass abkläre wie ich auf Leros vom Fähranleger in die Marina komme.
Ihr erinnert euch, mein Motorrad steht in der Garage, das ist komfortabel aber auch etwas aufwändiger wenn ich alleine zurückkomme.
Hier hilft mir, wie so oft, Rena aus der Patsche. Sie stellt mir für diese Nacht einen kleinen Flitzer zur Verfügung und lässt mich wissen, wo sie den feschen Ford Streetka abgestellt hat – perfekt!!!

So alles geregelt, alle Mails geschrieben oder beantwortet – trifft sich gut, denn langsam neigt sich der Akku des Laptops dem Ende zu.
Zudem ereilt mich ein Hüngerchen – ich bringe also meine Computertasche zurück in die Kabine um keinen Ballast mit mir herumschleppen zu müssen und beschließe dann, mir eine Burgermahlzeit im „Goodys“ zu gönnen.
Für einen Moment hatte ich vergessen, dass ich dies nie wieder machen wollte.
Leider zu spät…

Es hilft nix – manchmal habe ich einfach diesen „Glangerer“, diesen Appetit auf etwas anderes. Zum Beispiel einen Burger…
Die Dinger sehen lecker aus, riechen ganz toll und das Wasser läuft mir im Mund zusammen.
Doch die Reue kommt stande pede! Erstens ist das alles andere als ein preisgünstiges Essen, zweitens wird schon beim ersten Bissen klar – der Burger verspricht mehr als er halten kann.
Naja, der Hunger treibt´s rein – und so kommt drittens zustande, der Ranzen spannt als hätte man einen Hinkelstein verspeist.
Ich ärgere mich über mich selber und schwöre mir, dass dies nicht noch einmal passiert.
Ich ziehe mich in meine Kabine zurück, versuche mich auf den Rücken zu legen und eine erträgliche Einschlafposition zu finden.
RINGRINGRINGRING – das Telefon der Kabine läutet. Eine freundliche Stimme weist darauf hin, dass wir bald in Leros anlegen werden.
Nanu, wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät???

Ich rapple mich also auf, schnappe mein Köfferchen und stelle mich an der Treppe die zum Ausgang führt an.
„Hello Mario…“, höre ich Flora vom Hundeshelter rufen. „Yassou Mario mou…“ sagt Maria Xatzigrigoriou – es wird klar, ich bin wieder hier, in meinem Revier. Ich bin wieder zuhause.
Die Treppe wird freigegeben und die Massen strömen zum Ausgang. Auch dort muss man noch kurz warten bis die Rampe aufliegt, aber dann gibt es kein Halten mehr – um kurz nach 04.00 Uhr bin ich zurück auf Leros.


Nach rund drei Wochen bin ich nun zurück in der Marina.
Ich parke den Wagen und sperre NESSAJA auf. Ich bin wach, zumindest fühlt es sich so an, ich kann nicht anders, als sofort den Strom einzuschalten, die Ventile zu öffnen und ein paar weitere Handgriffe zu machen.
Dann sitze ich da – zurück, Stille, frische Luft – ich überlege, ob ich anfangen soll den Blog zu schreiben oder den Koffer auszupacken, entscheide mich aber, ganz entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten, doch dafür noch einmal ins Bett zu krabbeln.
Und ich schlafe ein, kann nochmal richtig fest schlafen und wache dementsprechend erholt und ausgeschlafen auf.
Es ist fast halb Acht, Zeit den Tag zu begrüßen…

Ich blicke nach draußen und empfinde es als überraschend ruhig. Ich spüre, dass ich so richtig Lust auf eine Erfrischung habe und erinnere mich daran, wie gerne ich früher morgens zum Panteli Strand gefahren bin.
Nix wie los – ich packe meine Badehose, springe in den Streetka und flitze zum Lieblingsstrand. Ich hoffe, dass noch nicht zuviel los ist.
Mein Wunsch geht in Erfüllung!



Die wichtigste Handlung nachdem ich nun richtig angekommen war, noch vor dem Auspacken des Koffers, war nun mein Motorrad aus der Garage zu holen – ich will meine eigene Mobilität zurück.
Dafür hole ich etwas Werkzeug aus NESSAJA und stimme mich mit Rena ab. Ich fahre hoch und klemme die Batterie an, mache einen Probelauf und stelle sicher, dass meine GS einsatzklar ist.
Dann würde ich nach Lakki fahren, das Auto zurückgeben und mich abermals rasch nach oben fahren lassen.
Das klingt kompliziert, ist es aber nur weil ich alleine bin – zu zweit ist es einfach zu lösen…



Alles klappt wie am Schnürchen! Ich bin das kleine Auto los, habe meine Schulden bezahlt und bin mit meiner GS weiterhin mobil.
Der wichtigste Punkt bekommt einen Haken.
Jetzt kann ich in Ruhe zurück in die Marina fahren, um dort die anderen Punkte in Angriff zu nehmen.
Tatsächlich habe ich mir für die Zeit von Sibylles Abwesenheit einiges vorgenommen.
In der Marina fällt mir sofort auf, dass nicht nur ich zurück bin – auch andere zeigen Flagge – und wie!

Naja, soll er mal machen, geht mich ja nix an – und die Gedanken der anderen sind frei.
Ich widme mich meinen Themen – und für heute habe ich mir vorgenommen, dass ich auf NESSAJA „klar Schiff“ mache.
Ich packe den Koffer aus, verräume alles was zu verräumen ist, bis nur noch die Schmutzwäsche übrig ist.
Die kommt in die Maschine – gewaschen wird an einem anderen Tag!
Leider habe ich einen Moment der Unachtsamkeit und stoße mir eine ältere Schienbeinwunde noch einmal an.
Echt unglaublich, wie stark so kleine Cuts am Schienbein bluten können. Da Pflaster an dieser Stelle wenig Halt finden, muss ich mir anderweitig behelfen um nicht alles zu besudeln.

Soweit, so gut. Das Tagwerk ist für heute geschafft, ich gönne mir eine kleine Einkehr, ich bin echt hungrig.
Es zieht mich ins „La Palma Café“ denn mir ist nach einem Snack – und was passiert?
Exakt als ich dort sitze und auf die Lakki Bucht blicke, geht ein Schiff vor Anker, welches mir geläufig erscheint.
Die RUNAWAY ist in Lakki angekommen, an Bord sind Holger und Vroni, beide leben an Bord und sind im MSF aktiv.
Wir haben uns hier locker verabredet und werden uns nun wohl bald kennen lernen.
Ich schreibe den Beiden ein „Willkommen“ und hänge das Bild an…


Ich nehme es vorweg – Vroni, Holger und ich treffen uns, lernen uns kennen, trinken einen Kaffee auf NESSAJA.
Die Beiden entschließen sich, etwas länger als geplant zu bleiben und verholen ein paar Tage später an den Stadtkai von Lakki.
Da ich Handwerker für diverse Reparaturen empfehlen kann, nutzen die Beiden die Zeit für diese Erledigungen und genießen derweil die Insel.
Wir werden uns in dieser Zeit mehrfach treffen und den ein oder anderen Drink zusammen nehmen.
Der restliche Tag gibt nicht mehr viel her. Ich gehe noch einmal Baden und mache mich dann landfein für einen lang ersehenten Besuch – natürlich im „SouVLakki“ 😉



An diesem Abend falle ich ins Bett wie ein gefällter Baum. Ich merke, dass die letzte Nacht doch ein wenig in den Knochen steckt und freue mich darauf, am Folgetag erst einmal ausschlafen zu können.
Dann aber zieht es mich abermals zum Panteli Strand und ich eröffne die nächsten Tage immer auf die gleiche Art und Weise – bis der Starkwind kommt, dann wird das morgendliche Bad weniger einladend.
Und der Starkwind kommt! Was wohl auch ein Grund dafür gewesen sein mag, warum die Marina und die Bucht von Lakki so stark frequentiert waren.


Der Meltemi kommt an, er fährt seine Krallen aus, ist zwar nie gefährlich, aber zwischenzeitlich doch unangenehm.
Ich liege sicher an meinem Platz und richte mich mit meinen Erledigungen nach dem Wind – dann mache ich die Wäsche eben zwei, drei Tage später.
Das wird über etliche Tage so weitergehen – der Wind kommt tageweise als Starkwind, dies veranlasst die Segler zum geduldigen Ausharren, dann macht der Meltemi eine kurze Pause und gibt die Gelegenheit zum Weiterziehen, bevor er mit neue Kraft zurückkehrt und für Stillstand sorgt.
Die Marina ist über Tage proppevoll aber überraschend ruhig.
Ich fahre heute mit Gabi und Gottfried zum Haus, die Beiden möchten gerne einen Eindruck bekommen und unseren Neuerwerb einmal sehen.

Eine Nachricht erreicht mich – so eine Überraschung! Paul und Christine, die Voreigner der von mir vermittelten INSPIRATION, sind ein letztes Mal zu Besuch auf Leros.
Man mache eine Art „Abschiedstour“ und wolle sich gerne mit mir treffen.
Ich wäre zum Dinner eingeladen und dürfe wählen wohin es gehen soll.
Hm, es gibt so viele gute Lokale, aber ich entscheide mich vor diesem Hintergrund für das „Pirofani“.
Weil ich noch etwas Zeit habe, fahre ich schon eineinhalb Stunden vor der vereinbarten Zeit nach Panteli, gehe baden und genehmige mir einen Aperitif. 😉


Der Abend ist kaum zu beschreiben – irgendwie fühlt er sich auch seltsam an – ich kenne Paul und Christine seit Jahren, aber unsere Bekanntschaft ist nicht über dieses Stadium hinaus gewachsen.
Jetzt, nachdem ihr Schiff verkauft ist und sie sich von Leros verabschieden, sitzen wir wie langjährige Freunde zusammen und haben einen unterhaltsamen, kurzweiligen und interessanten Abend.
Mir fällt auf, dass die Gäste weniger werden, etwas später sitzen wir alleine im Lokal – egal, ein Ouzo geht noch!
Der Wirt stellt die Stühle hoch, rundum gehen die Lichter in Panteli aus.
Wie spät ist es eigentlich???
WAAAAAS???

Das war fast peinlich! Wir entschuldigen uns beim Wirt und erklären, dass es einfach so ein schöner Abend war.
Dann trennen sich unsere Wege. Später werden wir in Lakki noch einmal zusammen essen, dann heißt es Abschied nehmen.
Werden wir uns wieder einmal sehen? Schwer zu sagen, aber wohl eher unwahrscheinlich.
Unser Enkel Otto hat als Kleinkind einmal den Ausdruck „Fauli“ für sich entdeckt – immer wenn er mich beim Nachdenken erwischte, hat er mich als „Fauli“ tituliert – heute war Schluss mit faulsein, ich muss einmal wieder auf NESSAJA anpacken.
Sibylle wünscht nach ihrer Ankunft die Schlafgemächer klimatisieren zu können…



Eine Abluftführung für so eine Kompakt-Klimaanlage, ein Standgerät aus dem Wohnbereich, ist immer ein Kompromiss.
Ich bekomme den Standplatz der Anlage ganz gut hin, man kann sagen, dass sich das wuchtige Gerät über den Sommer ganz gut integriert, der Stromanschluss liegt Gott sei Dank gleich daneben und das Kondenswasser kann ich einmal in der Woche ablassen.
So weit so gut, aber der fette, weiße 150mm Schlauch baumelt halt immer irgendwie rum.
Er drängt sich natürlich als Störgröße ins Auge. Das Ziel ist es, ihn so kurz wie möglich und so wandnah wie möglich zu verlegen.
Dies ist gelungen, er hat jetzt einen guten Abgang im nächstgelegenen Fenster.
Und jetzt??? Ich entdecke in den sozialen Medien eine Entscheidungshilfe.



Der weitere Verlauf des Tages ist eher entspannt. Ich habe keine weiteren Verabredungen und es ergibt sich auch nichts dergleichen.
Macht nichts, ich kann es vertragen die Seele baumeln zu lassen und auch einmal nichts zu tun.
Ich gehe Baden, mache mich frisch und beschließe, dass ich mir auch heute einen Girosteller im „SouVLakki“ gönne.
Während ich da so sitze, habe ich Zeit ein wenig mit Sibylle zu kommunizieren und das bunte Treiben entlang der Straße und in der Bucht zu beobachten.


Solche Abende klingen ruhig aus – ich gebe mir heute einen Ruck und beginne, diesen Blogbericht zu schreiben.
Der Anfang ist gemacht, der Titel gefunden – die ersten Absätze gehen leicht von der Hand.
Ich erinnere mich erstmals bewusst an die vergangenen Reisewochen und unsere Erlebnisse zurück.
Es war schön! Ich hänge also in positiver Grundstimmung den Gedanken nach und tippe das Erlebte konzentriert in mein Notebook.
Murmelmurmelmurmel. Kicherkicherkicher. Lachlachlach. Gackergackergacker. Schreiplärrgefasel – was ist den jetzt wieder los???
Ich gehe kurz in Cockpit und sehe zwei Gestalten, es wird sich später zeigen, dass es ein deutsches Pärchen ist, im stürmischen, abendlichen Wind vor meinem Schiff auf und ab laufen.
Beide telefonieren, aber nicht miteinander – sie kommen von einem Gastlieger, ein Charterschiff, welches fünf Plätze weiter liegt.
Vermutlich um ihre Freunde nicht zu stören, verlegen sie ihr Kommunikationscenter vor mein Schiff und posaunen ihre Gesprächsinhalte heraus – natürlich sprechen sie frei und laut, sie müssen gegen den Wind anschreien.
Ich verstehe die Welt nicht mehr, kapituliere aber – ich pfropfe mir meine Ohrenstöpsel in den Gehörgang und tippe weiter meine Zeilen…

Ich weiß, ich klinge diesbezüglich häufig wie ein Knigge-Diktator – das ist aber nicht wahr. Ich erkenne oft, dass es auch anders geht. Als ich beispielsweise ein paar Tage später beim Essen war, hat eine Griechin am Nachbartisch einen Anruf bekommen.
Sie ist aufgestanden, hat sich irgendwo eine ruhige Ecke gesucht und mit dem Handy am Ohr telefoniert – das zeigt, dass es eine Frage des Charakters und der Rücksichtnahme ist.
Letztlich ist es egal, aber ihr könnt ja mal darauf achten…
Irgendwann war der Akku leer – meiner und der des Notebooks. Der Anfang für den neuen Blogbericht ist gemacht, ab jetzt werde ich jeden Tag ein paar Zeilen tippen.
Für heute reicht es, ich hau´ mich in die Falle…
Ein weiterer Punkt, welchen es auf meiner Liste abzuhaken gilt, ist die Vorführung meiner GS beim griechischen TÜV.

Die technische Abnahme auf den kleinen griechischen Inseln wird durch mobile Teststationen durchgeführt.
Diese kommen tatsächlich nur alle zwei Jahre, bleiben dann aber fast ein halbes Jahr – insgesamt nimmt man es auf der Insel nicht so sehr genau mit dem „Pickerl“.
Es gibt Termingruppen nach Kennzeichen, ich hatte meine durch die Reise verpasst.
War aber kein Problem, ich könne warten. Erst dachte ich, ob ich mein Mopped hätte waschen sollen – aber irgendwie war mir auch klar, dass die GS auch ungewaschen unter den Top-5 jener Motorräder war, die der junge Prüfer heute abzunehmen hatte.

Man muss für diese Abnahme etwas mehr bezahlen, mein Motorrad kostet zum Beispiel 60.-€ – denn die mobile Station will ja auch irgendwie finanziert werden.
Alternativ könnte man mit der Fähre nach Kalymnos oder Kos, dort gibt es Prüfzentren.
Auch eine Abnahme bei einem ohnehin geplanten Besuch am Festland wäre möglich – aber ich bezahle gerne den moderaten Aufschlag, alles andere rechnet sich nicht.
Nach einer gründlichen aber auch raschen Überprüfung klebt der Prüfer die Plakette und händigt den Prüfbericht aus – wieder zwei Jahre Ruhe.
Die überzogene Zeit wird, anders als seit ein paar Jahren in Deutschland, vernachlässigt.
Es wird der aktuelle Monat gestempelt – perfekt, auch hier drei Monate gewonnen.

Ich freue mich! Das hat ja mal reibungslos geklappt! Zur Feier des Tages gönne ich mir ein Kotopita zum zweiten Kaffee und fahre zurück in die Marina um mein Frühstück zu genießen.
Den Punkt „Motorrad zum TÜV“ streiche ich triumphierend von meiner Liste.
In der Marina traue ich meinen Augen kaum. In der Zwischenzeit hat ein Monster-RIB, ein übermotorisiertes Schlauchboot, an einem der Gästeplätze festgemacht.
Das Teil ist mit 4 x 350PS Außenbordmotoren bestückt und alles andere als klein – ein Geschoss!
Ich will so etwas nicht besitzen, fahren würde ich gerne einmal mit so einem Gefährt 😉

Weil es heute so gut läuft, packe ich das Thema an, vor dem es mir am meisten graut – die Stromversorgung für mein Häuschen…
Ich rufe in Erinnerung – kurz bevor wir nach Preveza gereist sind, hatte ich noch einmal Kontakt zum Makler aufgenommen, er wollte mir bei dem Bereitstellungsantrag gegenüber dem Stromversorger helfen.
Leider hat damals gar nichts geklappt, im Gegenteil, die Halbsätze die gefallen sind, waren alles andere als erfreulich – es klang als würde nichts klappen wollen.
Wir haben uns auf einen neuen Versuch nach meiner Rückkehr vertagt.
Heute war es soweit – ich nehme meinen Laptop und fahre zum Makler.
Seine Frau und ich haben eine Telefonkonferenz mit dem Stromanbieter, das Telefonat dauert – ich übertreibe nicht – eineinhalb Stunden!
Aber danach habe ich meinen Vertrag im Mail – perfekt, die halbe Miete!
Jetzt muss ich den Vertrag und alle Anlagen digital unterschreiben, dafür mein Laptop!
Ich logge mich also in das griechische Steuersystem, übersetze mit dem Handy und lasse mir von Frau Makler helfen.
Ich mache es kurz, es gab ein paar gute und ein paar schlechte Momente, aber nach zwei weiteren Stunden erhielt ich eine weitere Mail – „…your documents are complete, now! We will connect your station within the next two days.“!!!
WOW! Erst so ein Drama, so ein Aufwand – und jetzt soll ich in zwei Tagen Strom haben?
Ich kann es noch nicht glauben, hefte den Tag aber als erfolgreich ab! Der Punkt „Strom für´s Haus“ wird abgehakt.
Zufrieden fahre ich zu Marietta zum Dinner, dort haben wir für heute ein inoffizielles und kleines „MSF-Treffen“ anberaumt.

Vom MSF habe ich ja schon einige Male geschrieben – ich bin weiß Gott kein Freund von Foren und bin auch nur in einem Bootsforum unterwegs.
Umso erfreulicher, wenn man Gleichgesinnte trifft – was übrigens häufiger passiert als man denkt und was oft schon der Startschuss für bis heute andauernde Freundschaften war.
Aus diesem Grund haben wir uns verabredet – mit den Crews der HARMONY und der BLODUGHADDA sind Sibylle und ich schon länger befreundet, als Besucher von Leros gesellen sich Vroni und Holger von der RUNAWAY dazu.
Hat Spaß gemacht und wir haben gut gegessen.


Wir sitzen lange und quatschen über Gott und die Welt. Die Zeit vergeht wie im Flug!
Erst spät in der Nacht zieht es uns heim und ins Bett. Beim Verabschieden fragt Tom, ob er mein Häuschen mal sehen dürfte – klar, darf er!
Wir verabreden uns für den nächsten Morgen. Ich wollte ihm sowieso beim Montieren seines Bimini helfen, danach fahren wir von seiner Trockenmarina hoch im Norden Leros´ direkt nach Plaka.

Bis wir einen kleinen Rundgang gemacht hatten und der Österreicher alles begutachtet hatte – er kam übrigens zu dem Schluss, dass „…er das in seinem Leben nicht mehr anpacken würde…“ – war der Nachmittag angebrochen.
Offensichtlich war es Tom nicht sehr eilig in die „Moor & Dock“ Marina zurückzufahren.
Er würde ein Bier für meine Unterstützung ausgeben! Nun, es war 14.30 Uhr und normaler Weise gilt die Regel „kein Bier vor Vier“, aber es auch allseits bekannt, dass es doch irgendwo auf der Welt immer vier Uhr ist 😉

Irgendwann beenden wir unser Zusammensitzen, ich muss mich frisch machen. Heute Abend habe ich ein Date und ich freue mich wie ein Schnitzel.
Ich hatte Freunde aus Österreich angeschrieben, ob sie heute Abend schon etwas vor hätten und ob sie ein gemeinsames Dinner in Erwägung zögen – die Antwort kam stande pede…
„Wir haben heute um 18.00 Uhr Notartermin für unser Haus, danach gehen wir ins Pirofani – Du kommst mit!“
Ich zögere weil ich die kleine Feier nicht bomben will, merke aber, dass ich annehmen darf – so nehme ich an der Feier zum Hauskauf unserer Freunde teil, das freut mich außerordentlich!
Sibylle und ich verfolgen den Prozess seit einigen Wochen und sind happy, dass wir gleichgesinnte, deutschsprachige Frunde haben, die einen ähnlichen Weg wie wir einschlagen.
Und was passiert??? Die Geschichte kannst Du nicht erfinden…

Als ich NESSAJA betrete, fängt mich Ciáran, mein irischer Nachbar ab.
Ich sei doch alleine und seine Frau Jill hätte das Gefühl, sie müsse sich etwas um mich kümmern.
Heute hätte man für mich mitgekocht – strahlend überreicht er mir eine komplette Mahlzeit aus dem Airfryer!
Ein halber Broiler und so „gegrillte“ Kartoffeln mit Kräutern…
Mann riecht das lecker…
Ich bedanke mich überschwänglich und verschweige meine Verabredung.
Ich sitze da und starre auf das halbe Huhn, der Duft steigt in meine Nase und fordert mich zum Verzehr auf…
Doch ich werde nur ein bisschen schwach – ich mampfe eine Kartoffel und das Flügerl und Haxerl vom Hähnchen, den Rest verwahre ich für morgen.
Während ich mich noch ob meiner Disziplin bewundere, breche ich auf nach Panteli.
Dort essen wir wunderbar…




Wir gönnen uns eine Handvoll Vorspeisen und teilen uns drei Hauptgerichte.
Natürlich trinken wir ein Bier, etwas Wein und laben uns an Ouzo – kurz wir haben ein phantastisches Abendessen in perfektem Ambiente – dem Anlass angemessen!
Die Themen des Abends lagen auf der Hand – alles rund um die Auslandimmobilie.
Wie geht es euch, wie ging es mir – ein Erfahrungsaustausch in jeglicher Hinsicht, eine win-win Situation.
Satt und müde fahren wir zurück in die Marina – ich war Gast an diesem Abend und bedanke mich ganz herzlich!
Ein ruhiges Erwachen – kein Wind! Ich könnte wieder einmal frühmorgens zum Strand fahren und mich in die Fluten stürzen…



Ich bin früh dran und auf meiner Liste stehen zwei neu dazugekommene Punkte.
So ist das ja gerne, man arbeitet drei Punkte ab, zwei neue kommen dazu – that´s life!
Neu dazugekommen sind Kurzbesuche auf zwei Schiffen. Zum Einen hat mich Tom angerufen und gebeten, dass ich die vordere Matratze seiner INSPIRATION ausmesse.
Er wolle eine Art „Topper“ mitbringen und diesen Vor-Ort anpassen, die Basismaße sollte er bitte haben.
Zum Anderen ist Ed mit seiner Anreise in Verzug. EDINA ist immer noch im Winterschlaf und da auch für die nächsten Tage kein Besuch auf Leros geplant sei, bitte mich der schwäbische Berliner darum, auch im Juni noch einmal nach seiner CNB zu schauen.
Beides nehme ich mir für heute vor, packen wir es also an…



Das klingt immer nach Nix, tatsächlich ist es aber schon ein bisschen Aufwand um so eine „kleine Bitte“ zu erfüllen.
Es muss eine Mail ans Office geschrieben werden, welche mich befugt das Schiff zu betreten.
Dann muss ich hoch und die Schlüssel holen. In vielen Fällen muss ich eine geeignete Planke organisieren, dies ist bei INSPIRATION nicht der Fall.
Auch muss ich hier keine Abdeckungen entfernen, auch dies ist häufig recht zeitaufwändig.
Nach getaner Arbeit ist alles wieder revers abzuwickeln.
Auch mit meinem „Messauftrag“ bin ich eine Stunde unterwegs.
So wird es später Vormittag und ich habe Appetit auf einen Brunch – ein Kotopita bei Marietta wäre recht und da ich noch eine Kleinigkeit bezüglich des Hauses zu erledigen habe, nehme ich das Notebook gleich mit.

Zurück in der Marina sortiere ich mich neu und flitze dann zu EDINA – auch der monatliche Check-Up der Systeme auf dem französischen Performance Cruiser dauert etwa eine bis eineinhalb Stunden.
Ich lüfte, lasse die Maschinen laufen, starte die Bilgepumpen und sehe nach dem Rechten.
Der Batteriezustand wird geprüft und, wenn nötig, lade ich die Säule für den Landstromanschluss neu auf.



Tagwerk geschafft! Die zwei Punkte, welche sich spitzbübisch in meine Ablaufplanung gedrängt hatten, können wieder von der Liste genommen werden.
Ansonsten heißt es an diesem Tag für mich – WARTEN…
Es ist fast schon ein „besonderer Tag“, denn Hans-Peter kommt gemeinsam mit Petra und Merlin von einer Urlaubsfahrt zurück – die Ankunft von LIBERTÉ ist angemeldet.


Hans Peter legt an, wir haben den Platz bei mir am F-Steg schon ein paar Stunden vorher anvisiert und spekuliert, ob er denn frei bliebe.
Kaum zwickt mein saarländischer Freund seine Bavaria 41H in die Lücke, schießen schon die Franzosen aus FABINOU heraus – ich kann nicht verstehen was sie sagen, aber es klingt nach „haut ab, ihr passt hier nicht rein!“
Ja, so sieht ein herzliches Willkommen in der Seglerwelt 2025 aus. HP lässt sich nicht beirren und macht fest.
LIBERTÉ pendelt sich ein und lässt Platz für die Fender – ja, die Lücke ist eng, passt aber und ist ungefährlich.
Das realisieren auch die netten Nachbarn irgendwann und geben Ruhe – das ist gut so, denn es hätte schlimmer kommen können – dazu später etwas mehr…
Wir begrüßen uns herzlich und ich erfahre erste News von der Reise, dann lasse ich die Freunde erstmal ankommen.
Einen warmen Tag haben sie sich ausgesucht, der erste mit über 30°C im Schatten.

BIMM – nanu, wer verlangt nach mir? Ach so eine Überraschung, Holger und Vroni kommen in´s „La Palma“ und fragen ob ich auf ein Bierchen vorbeischaue.
Zum Dinner bin ich heute im „La Nostra“ zum Pizzaessen verabredet, ich treffe mich dort um 19.00 Uhr mit Petra und Hans Peter, denn Petra wird bereits morgen den Nachhauseweg antreten. Gabi und Gottfried werden sich auch zu uns gesellen.
Wunderbar! Es bleibt also genug Zeit um ein Feierabendbier mit den beiden Würzburgern zu trinken und dann direkt zum Abendessen zu fahren.

Der Abend verläuft schön – erst ein bisschen Klönschnack mit den reisenden Freunden von der RUNAWAY, dann das gemütliche Beisammensitzen mit den altbekannten Freunden und die Geschichten vom Urlaubstörn der LIBERTÉ – ich mag das.
Natürlich schließen wir den Abend mit einem Eis bei „Repapis“, dann geht es ab nach Hause, wir sind geschafft.
Am nächsten Morgen laden mich die Saarländer auf ein gemeinsames Frühstück ein.
Petra war gerade eben angekommen, schon heißt es wieder Abschied nehmen – wir sehen uns noch einmal im September.
Auf meiner To-Do Liste sind immer noch ein paar wenige Punkte offen. Für was aber immer Zeit bleibt, ist für akute Hilfe bei befreundeten Yachties.
Wieder komplett selbstbestimmt, konnten Hans Peter und ich ausrücken, um bei Dieters INFINITY das verklemmte Rollgroß zu bergen.







Während wir ein kühles Wasser im Cockpit von Heike und Dieter trinken und überdie Ursachen der Panne diskutieren, kommt bei den Beiden der Wunsch auf, einmal eine Stipvisite zu unserem Haus zu machen.
Da ich ohnehin nach oben muss, um nachzusehen ob mit dem Strom alles geklappt hat, vereinbaren wir, sofort aufzubrechen und mit dem Wagen der Beiden nach Plaka zu fahren.
Wir haben uns den bis dahin wärmsten Tag des Jahres ausgesucht – ja, wenn der griechische Sommer einmal da ist, dann kann er was!



Ich will es kaum glauben, aber die Jungs von der Elektrizitätsversorgung haben Wort gehalten und unser Haus „just in time“ mit Strom versorgt.
Das ist mir aus dem Grund so wichtig, weil in wenigen Tagen am Haus gearbeitet wird, so habe ich Strom für die Geräte vor Ort!
Ich zeige Heike und Dieter mein kleines Bauernhaus, meine Katikia, dann fahren wir zurück in die Marina.
Zeit für einen Sprung ins Meer, Zeit für eine Abfrischung!
Ahhh, das tut gut! Das Meer ist herrlich erfrischend! Am Weg von der Kaimauer zurück zu NESSAJA fällt mir die neueste Baustelle auf – eine Mauer wird errichtet.


Ich muss mich sputen, denn an diesem Tag überschlagen sich die Ereignisse.
Mangels Facebook, hatte Hans Peter mich vor einigen Wochen gebeten sein altes Dinghy und den dazugehörigen Motor zu verkaufen.
Das Dinghy hat sich relativ rasch innerhalb der Marina verkauft, für den Motor hat sich nun ein Interessent über Marc Zuckerbergs Social Media Plattform gemeldet – dieser kommt um 17.00 Uhr – das ist in fünf Minuten.

Ich mache es kurz – der Interessent kommt und bezahlt. Kein langer Prozess – er lädt ein und zieht wieder von dannen.
Ein guter Deal, ich denke, dass zwei Yachties zufrieden sein können.
Wer nun denkt, dass Ruhe in HPs und meinen Tag einkehrt, der irrt gewaltig!
Eigentlich geht es jetzt erst los – Partytime an Steg E! Hans Peter und ich sind geladene Gäste.
Eine Grand Dame, welche ich „sehr gut“ kenne, kommt ins beste Alter! Ihr Name – ALENA!
Rosi und Charly laden zum 30. Geburtstag ihrer HR39.

Ich freue mich, dass ich dabei sein darf! Lässt man die spezielle Situation rund um ELOWYN mal außen vor, ist die schöne und jungebliebene Schwedin das Schiff, in dem am meisten Herzblut steckt.
Ich werde wirklich NIE das Jahr vergessen, in dem ich mit Hilfe von Sibylle und der ganzen Steggemeinschaft möglich machen konnte, dass Werner nebst Enkel und Familie, zu den ersehnten Abschiedsrunden kam.
Ich hoffe Rosi und Karl sehen es mir nach, an diesem Abend waren meine Gedanken auch mehr bei Werner als bei ihrer aktuellen Eignerschaft.
Der Umtrunk zum Anlass des 30. Geburtstages fand in bester Gesellschaft statt, es war ein Stelldichein aller bekannten Gesichter – sofern an diesem Tag anwesend…



Ihr könnt es lesen “ Che ersto 30 yea rs“ war das Motto des Tages – ich rätsle bis heute, was das eigentlich bedeutet, bin aber sicher, dass es nur den allerbesten Hintergrund hat!
Trotz oder gerade wegen des engen Cockpits, saßen wir gemütlich beisammen und es gab allerhand zu lachen – die „Gute-Laune-Garanten“ waren ja auch alle anwesend 😉
Die Gastgeber haben sich alle Mühe gegeben, uns bestens mit allen möglichen Kaltgetränken versorgt und zudem allerhand Meze angerichtet.
Für unser leibliches Wohl war also bestens gesorgt.


Wie bei jeder ordentlichen Feier gibt es auch heute einen „Eventfotografen“, ich muss mir also um geeignete Blogbilder keine Gedanken oder gar Sorgen machen.
Gottfried legt sich ins Zeug und war immer auf der Suche nach dem besten Schnappschuss.



Ich werde Werner später ein paar Bilder schicken und kurz mit ihm Schreiben.
Kurzer Spoiler – Sibylle und ich werden am 29.07. für ein paar Wochen nach Deutschland kommen um persönliche Dinge zu regeln.
Werner, wir kommen vorbei – versprochen! Aus den Augen ist nicht aus dem Sinn!
Bei der Gelegenheit fällt mir auf, dass mein iPhone X wirklich langsam in die Jahre kommt.
Das Laden klappt nicht immer. Die Tonausgabe für den Telefonlautsprecher wird immer leiser und die Bilder sind auch nicht mehr wirklich mitreißend.
Für Ersatz ist gesorgt, auch hier gibt es inzwischen einen Generationenwechel, ich werde nächstes Jahr das abgelegte aber heute aktuelle iPhone meines Sohnes bekommen.
Früher war es umgekehrt, ich erinnere mich noch daran 😉
Ein ernsthaftes Thema gab es an dem Abend aber auch…

Ich schicke voraus, wie immer wenn es zu diesem Thema kommt, dass ich Befürworter unserer Marina und etlicher Handlungsweisen der Geschäftsführung bin.
Nicht alles ist perfekt organisiert, nicht alles top kommuniziert und „deutsche Organisation“ sucht man vergebens – aber bei neutraler Betrachtung gibt es für alles nachvollziehbare Erklärungen und in der Summe sind wir alle bestens aufgehoben und versorgt.
Das Thema „Breite der Liegeplätze“ wird aber falsch angegangen – es ist widersprüchlich, in einer Zeit in der Schiffe immer breiter und länger werden, diese so neu zu sortieren, dass 14m Schiffe nun am Steg zu liegen kommen, der in der Vergangenheit für 12m Schiffe ausgelegt wurde.
Wenn dann noch versucht wird an jeden Steg, auf jede Seite, durch verschieben der Befestigungsklampen jeweils ein Schiff mehr unterzubringen, dann wird es kritisch – zumindest für´s Material.
Zustände wie auf dem Bild zu sehen sind nicht tolerierbar, Schäden und Ärger sind vorprogrammiert.
Die Runde löst sich auf, jeder widmet sich seinem persönlichen Abendprogramm.
Bei mir gibt es heute Pizza.

Alice, auch sie gibt sich einen englisch klingenden Namen und heißt in der Realität Αγγελική, Angeliki also, ist die Tochter des Hauses.
Wir kennen uns und ich weiß, dass sie am Vormittag in der Postfiliale arbeitet.
Ich erzähle ihr vom Hauskauf und sie lässt mich wissen, dass ich mich bezüglich der Adresse bei der Post melden müsse.
Ah, again what learned würde Lothar Matthäus sagen und ich wundere mich, warum mein Makler mich hier falsch informiert hat.
Ich nehme es vorweg – der Termin auf der Post war äußerst witzig, es war einer von den Terminen, welche man sich in Deutschland nicht vorstellen kann…
Tatsächlich gibt es auf Leros ein „organisiertes“ Postsystem!
Ich musste also zu einem Zeitpunkt erscheinen, an dem der Briefträger zugegen ist. Es gibt einen für ganz Leros.
Zuerst muss ich meinen im griechischen Steuersystem geführten Namen exakt auf einen Zettel schreiben, diesen merkt er sich dann.
Danach muss ich blumig und gestenreich erklären wo ich wohne, Straßennamen gibt es ja nicht – das merkt er sich auch.
Er nickt und lässt übersetzen, dass es jetzt mit der Post klappt – vielleicht…
Er erklärt, dass er nicht jeden Tag alle Häuser anfahren kann, dafür gibt es diese blauen Kästen an jeder Stichstraße, er würde nächstes Mal nachsehen wenn er vorbeikommt – wenn einer frei ist, bekommen wir einen.
Wenn nicht, dann bekommen wir unsere Post, wenn er Zeit hat bis nach hinten ans Ende der Asphaltstraße zu fahren.
Klingt komisch, is aber so – und ich bin sicher, es funktioniert!
Weil wir gerade vom Haus reden – am Folgetag haben HP und ich „Großeinsatz“!

Wir verabreden uns früh um die Gunst der Stunde zu nutzen – am frühen Vormittag ist es noch eingermaßen erträglich was die Außentemperatur betrifft.
Wir hatten uns bereits am Vortag besprochen, welches Werkzeug wir brauchen und mitnehmen würden.
Also packen wir uns um 08.30 Uhr zusammen, kaufen bei Andreas Kritikos noch Flexscheiben und fahren dann hoch nach Plaka.
Heute befreien wir unser Dach von „Altlasten“!

Welchen Sinn hat diese Aktion – nun sie dient der Erledigung des wichtigsten Punktes auf meiner Liste.
„Dach für die Reparatur vorbereiten“ hat zum Ziel, dass das wassersammelnde Flachdach mit Attika KOMPLETT von alten Anbauten wie zum Beispiel Klimaanlagen, Kabeln, Rohren, Antennen oder den Zaunstützen befreit wird.
Am Ende unseres Einsatzes soll sich ein blankes, cleanes Dach zeigen, auf dem die Reparaturfirma die vereinbarte, komplette Sanierung des Flachdaches durchführen kann.
Ich habe zwei Tage für diese Arbeit veranschlagt – um 13.30 Uhr waren wir fertig!
Als wir alles einpacken, kommt unsere liebe Nachbarin, die „Meisterin des Holzbackofens“ und schenkt uns ein Brot – was für eine Geste!!!

Weil es gar so gut von der Hand ging, lade ich HP zum Rieseneis ein! Wir gönnen uns einen Wahnsinnsbecher mit drei gigantischen Kugeln und trinken jeder einen Liter Wasser auf Ex!
Perfekt! Noch in der Eisdiele sitzend melde ich dem Dachdecker, dass er jederzeit loslegen kann – er verspricht, dies noch diese Woche zu tun.
Es folgen noch Bilder vom Ergebnis des heutigen Tages und auch von der Menge Schrott, die wir in der Garage zwischengelagert haben – ein bisschen Geduld noch.
Für heute ist´s genug, wir gehen noch kurz einkaufen und ziehen uns dann in der Marina in den Feierabend zurück.
Mein Einkauf, unter anderem ein Six-Pack Coke, sorgte für einen lustigen Sidekick!

Zur Zeit hat Coca-Cola Dosen mit Namensaufdruck. In dem von mir gekauften Pack finden sich neben dem Namen von Giorgos Mutter – Eleni – auch noch die Namen von Giorgos und Katerina.
Das finde ich witzig – ich mache ein Bild und schicke es meinen Freund…
Zurück kommt ein lachender Smiley und dazu eine Nachricht, welche meinen Tagesplan für den Folgetag durcheinanderwirbeln wird.
„The tank for your friend is ready, you can pick it up!“
Ich informiere Gottfried als Auftraggeber, dass er uns begleiten soll um die Rechnung zu begleichen, auch HP bekommt eine kurze Notiz – „Morgen 10.00 Uhr bei Giorgos – HARMONYs Tank ist fertig!“
Perfekt, dann wissen wir ja schon was wir morgen machen – für mich der letzte wichtige, offene Punkt auf meiner Liste, ich werde morgen den finalen Haken setzen.
Es ist ein Tag später, etwa 10.00 Uhr vor dem Tor von „Boat & Parts“ in Kamara.

Nachdem der Tank ein weiteres Mal auf Herz und Nieren geprüft wurde und letztlich auch der skeptische Gottfried sein OK gab, haben wir das Wasser abgelassen und den Wasserspeicher in HPs Ford Ranger gepackt.
Zurück in der Marina wurde das Monstrum auf HARMONY gepackt und vom Skipper sofort verbaut.
Kurz gesagt – bis heute alles ok, der Punkt „Tank HARMONY“ bekommt den fettesten Haken von allen Punkten.
Ich habe mir eine Belohnung verdient – und gönne mir aus diesem Grund ein Bier im „La Palma Café“.

Während ich den eiskalten Gerstensaft meine Kehle hinabrinnen lasse, muss ich an den gestrigen „Kaimauerratsch“ mit Ina und Ralf von der CHILI denken.
Sie werden heute eher ungeplant abreisen, Ralfs Anweseheit ist zuhause gefordert.
Ich muss auf jeden Fall noch ade sagen und nehme vor, gleich auf dem Rückweg in die Marina, bei der Hanse der Beiden zu stoppen.
Doch siehe da…

Ach du meiner Treu! Die Beiden scheinen schon abgereist und ich habe offensichtlich nicht am Schirm gehabt, dass sie die Frühfähre und nicht den Katamaran am Nachmittag nehmen.
Wie ärgerlich! Das ist doch verfitzmaledeit – wir haben uns nicht mehr verabschiedet.
Glaubt es oder nicht – BIMM – exakt in diesem Augenblick kommt eine Nachricht der Beiden – mit einem Flugbild über Leros, man hätte mir gewunken…
Ok, klar, das gilt!!!

Ok, es ist noch viel Tag übrig, so packe ich gleich einen weiteren Punkt auf meiner Liste an – wenn ich recht überlege, ist auch dies noch eine Sache, der eine gewisse Dringlichkeit anhaftet.
Ich gehe hoch ins Büro, treffe die Senior-Chefin der Marina und bespreche mit ihr Vertragsangelegenheiten für NESSAJA und ELOWYN.
Das geht relativ rasch und ich bekomme meinen neuen Vertrag ausgehändigt.
Ich erkenne, wie überall bleibt auch hier eine gewisse Preissteigerung nicht aus, aber ganz grundsätzlich erlebe ich keine bösen Überraschungen.
Als ich das Office verlasse, erstaunt mich etwas ganz anderes…

Warum ich das schreibe? SCORPIO ist eine Hanse 540e, für welche ich mich einmal nachdrücklich interessiert habe.
Ich hatte den Plan aber damals verworfen.
Heute, so denke ich, hat sie endlich einen Käufer gefunden, welcher sie aus dem Dornröschenschlaf holt – aber weit gefehlt, sie war nur im Weg und wurde jetzt in die Ecke verräumt, welche intern „der Friedhof“ genannt wird.
Ich bin gespannt, wie es mit diesem einst stolzen Schiff weitergeht.
Während dieser Tag von nun an eher unspektakulär ausklingt, genehmige ich mir am Folgetag einen umso fulminanteren Start.
Die Bedingungen passen mal wieder perfekt, so dass ich mich frühmorgens aufrappeln kann um einmal wieder nach Panteli zu fahren.



Eine neue kleine „Zwischenarbeit“ wartet auf Hans Peter und mich, als ich in der Marina zurück bin.
Hanna von der DAMIANA hat mir gestern ihr Leid geklagt – die Lazybags wären gerissen und sie müssten aus privaten Gründen für ein paar Wochen nach Hause fliegen, aber es sei keiner da der hilft, die sperrigen Segelkleider abzuschlagen, so dass Heiner diese nach Lakki zur Reparatur bringen könnte.
Na wenn das mal kein Wink mit dem Zaunpfahl war???
Egal, HP und ich wollen helfen und setzen dies auch gleich um!

Irgendwie war auch dies keine Rocket-Science. Nach etwas mehr als einer Stunde hatten wir den zerfledderten Sack abmontiert und gehörig gefaltet, jetzt kann Heiner den Auftrag vergeben.
Wir genießen eine alkoholfreie Brause und verabschieden uns dann.
HP zieht sich auf seine LIBERTÉ zurück, dort wartet der Wassermacher bereits auf seinen Einbau.
Wir haben uns diesbezüglich besprochen und werden dies wohl in der ersten Juliwoche umsetzen.
Ich dagegen gehe zur FESTINA LENTE und mache ein paar Bilder- kleiner Spoiler gefällig? Es wird bald eine weitere Bavaria 39C zum Verkauf stehen – seid gespannt!

So, für heute wär´s genug – dachte ich und trat beim entern von NESSAJA ins Leere!
Potztausend – hatte ich nicht vor ein paar Tagen noch an die ausgeleierten Gummiseile gedacht, welche meine Gangway knapp über dem Ponton schweben lassen?
Und warum reißt exakt JETZT eines der beiden Seile???
Der Teufel scheint ein Eichhörnchen zu sein.
Na dann, erneuere ich die beiden Strops eben…
Bei der Gelegenheit könnte ich Sibylle gleich den roten Teppich ausrollen.

Und jetzt? Inzwischen bin ich tief im Nachmittag dieses Tages angekommen.
Ich bin mit Brigitte und Hans zum Dinner im „To Steki“ in Alinda verabredet, hätte aber noch so einen Glangerer auf ein Eis.
Ob sich das noch ausgeht? Na klar, nix wie hin…

Zu dritt sitzen wir im Schatten bei „Repapis“ und quatschen über allerlei Wichtiges und Unwichtiges.
Die Zeit verfliegt auf angenehme Art und Weise und so habe ich nach meiner Rückkehr in der Marina gar nicht mehr soooo viel Zeit, bevor ich mich auf den Weg nach Alinda machen muss.



Brigitte und Hans kommen pünktlich, heute haben die Beiden es nicht so weit.
Bei den Treffen in Lakki, bin ich der Nutznießer der kürzeren Fahrtstrecke.
Wie schon beim letzten Mal haben wir, als frischgebackene Hausbesitzer auf Leros, eine Menge gleicher Themen denen wir uns auch gerne hingeben.
Wir quatschen über Strom, Wasser und die Geschichte mit dem Postboten.
Nicht wenige der ausgetauschten Informationen sind relevant und hilfreich – der Austausch mit den Beiden und das Zusammensitzen bei Speis´ und Trank ist mir eine Freude!
Abgesehen davon – wir essen auch mal wieder echt gut im „To Steki“.


Über unser Essen wird es, einmal mehr, recht spät und ich trudle in stockfinsterer Nacht auf meiner NESSAJA ein und sacke todmüde in meine Koje – das Leben ist schön!
Endspurt – es beginnt mein letzter Tag als Strohwitwer. Heute Nacht kommt Sibylle mit der Spätfähre auf Leros an.
Der Zufall will es, dass Alex von der ANAHITA im gleichen Flieger ab München sitzt – die Reise meiner Frau wird daher kurzweiliger als sonst werden.
Ich will ihr eine Freude machen und gut vorbereitet sein. Daher fahre ich hoch zum Haus und möchte den Breezy startklar machen.
Oben angekommen, erlebe ich zwei Überraschungen…


Ich unterhalte mich ein wenig mit Michalis, er erklärt mir was noch zu tun ist und freut sich, dass Hans Peter und ich so gute Vorarbeit geleistet haben.
Ich bin happy, dass der Mann so zuverlässig und aus meiner Sicht gut arbeitet.
Mir ist klar, hier kann ich nichts tun, ich werde nicht gebraucht, ich lasse die Beiden weiter schaffen.
Ich gehe in die Garage, dort liegt der ganze Schrott, den HP und ich aufgestapelt haben – eine meiner nächsten Aufgaben wird sein, das ganze Zeug ordentlich zu entsorgen.
Keine so leichte Aufgabe auf Leros – hier ist das nicht so geregelt wie in Deutschland.


Sollte ich den Breezy auch auf den Haufen stapeln? Dieser Gedanke schießt mir durch den Kopf, als ich die Batterie anklemme und der Startversuch doch scheitert.
Offensichtlich waren die fünf Wochen Pause zuviel für die kleine, erst ein Jahr alte Batterie.
Aber ich erinnere mich, dass meine GS ja auch von Zeit zu Zeit Batterieprobleme hat und lasse Gnade walten.
Gut, dass ich bereits heute an Sibylles Roller gedacht habe, so ist Zeit um zu reagieren.
Ich nehme die kleine Batterie mit nach Hause und lade sie auf.

Auch Alex möchte ich eine Freude machen – er muss sein Schiff zu später Stunde entern und steht ja hoch aufgebockt an Land.
Ich suche also eine entsprechend lange Leiter und lehne diese an ANAHITA.
Ich will vorgreifen – diese Leiter steht den ganzen Tag, sie ist festgebunden!
Doch als ich abends zum Dinner ausrücke, ist sie weg. Ein übereifriger Marinaarbeiter hat sie aufgeräumt – ich könnte kotzen.
Wenn die Jungs bei Allem was sie anpacken so pflichtbewusst und emsig wären! So werde ich abends, frisch geduscht, ein weiteres Mal eine der Leitern über den Platz tragen und an ANAHITA befestigen.


Nicht nur Sibylle ist im Anflug, auch die ELOWYN nähert sich ihrem Heimathafen.
Es ist zum Brauch geworden, dass wir als „Abschiedsessen“ im „Mylos“, dem Top-Lokal auf Leros, einkehren.
Ich hatte vor ein paar Tagen schon reserviert, dies scheint während der Saison nötig.
Diesmal werden wir zu sechst sein und es versteht sich von selbst, dass jede(r) Einzelne seine eigenen Anforderungen an ein so exclusives Dinner hat.
„Sitzen wir windgeschützt?“, war eine der Fragen denen ich mich stellen musste – hm, woher soll ich das wissen?
Wir entschieden uns „zu hoffen“, dass der uns zugewiesene Tisch alle Kriterien erfüllen möge.
Da das „Prinzip Hoffnung“ nicht die Grundlage meines Handelns ist, habe ich mich heute auf den Weg zum Gourmettempel gemacht…

Ich kenne die Brüder Giorgos und Mario schon seit vielen Jahren. Als wir das erste Mal hier einkehrten, war das „Mylos“ noch weit vom heutigen Status entfernt – aber inzwischen ernten die Beiden den Lohn ihrer stetigen Bemühungen.
Also statte ich der Taverna einen Besuch außerhalb der Öffnungszeiten ab. Thanassis ist ebenfalls vor Ort, das ganze Team trifft Vorbereitungen für das Tagesgeschäft, trotzdem nimmt man sich Zeit für ein kleines Schwätzchen.
Ich bitte höflich um einen windgeschützten Tisch für unser geplantes Dinner, bekomme diesen zugesichert und kann somit die Hoffnung gegen eine Überzeugung tauschen – was tut man nicht alles für gute Freunde???
Kennt ihr noch „wir warten auf´s Christkind“? Die griechische Version davon hatte ich heute zu durchleben – wir warten auf Sibylle!
Dass mir diese Wartezeit nicht zu lang würde, dafür wollten Hans Peter und Berthold sorgen – wir gehen zusammen ins „SouVLakki“!
Dort hat HP inzwischen seinen „Stammtisch“!

War (fast) witzig – wir drei als einzige im ohnehin warmen Innenraum der Grillstube, immer erklärend, dass hier keine Katzen sind.
Dass dies gar nicht so unbedingt stimmt, durften wir auch erfahren, dies ist aber ein anderes Thema.
Wir nehmen also Platz an dem extra für uns bereitgestellten Tisch – der riesige Ventilator bläst uns auf´s Ohr, meine Mähne flattert im Wind, auch die buschigen Augenbrauen von Merlin richten sich nach dem Luftstrom aus.
Problem! Berthold und ich sind zugempfindlich, so lässt Berthold den Ventilator gleich ausschalten!
Ob das eine so gute Entscheidung war? Auf jeden Fall lief der Schweiß in Strömen.
Als wir uns für eine Nachspeise bei „Repapis“ entschieden, hätte ich mich am liebsten mit der Eiscreme eingerieben – ich habe mich in letzter Instanz dann doch für den Verzehr entschieden.
Die Fähre kommt! Wir verabschieden Berthold und fahren zum Hafen. Hans Peter mit dem Pick-Up, mit dem er Alex und das Gepäck transportieren wird.
Ich mit der GS, ich nehme meine Gattin auf den Sozius.

Kurzes Hallo, dann nix wie weg. Es herrscht immer ein Riesentrubel am Hafen.
Unser Plan – wir fahren bis zum „La Palma Café“, dort setzen wir uns gemütlich hin, begrüßen uns gehörig und trinken einen Willkommensschluck!
Die Zeit passt noch, dass Sibylle und Alex einen Snack bekommen. Wir sitzen bestimmt bis Mitternacht, dann haben wir alle ausgetrunken, die ersten Geschichten erzählt – es ist Zeit, das Bett ruft, morgen ist auch noch ein Tag.
Selbst Sibylle fängt nicht mehr an ihre Tasche auszupacken – auch das hätte Zeit bis morgen. Na also…
Sie ist wieder da!!!

Abermals finden wir uns am Morgen des neuen Tages im „La Palma“ wieder. Sibylle hat Hunger und dann ist mit ihr nicht zu spaßen.
Ich muss mein fleischgewordenes Tamagotchi also füttern und bestelle ein vollumfängliches Frühstück.
So kommt meine Frau wieder zu Kräften 😉
Klar, dass wir keine Fahrt ohne klar definiertes Ziel machen! Wir haben die kleine Rollerbatterie im Gepäck und werden sofort nach dem Brunch zum Haus fahren um den Breezy zu holen.
Dort angekommen, staunen wir Beide nicht schlecht! Das Dach ist fertig, nur der weiße Schutzanstrich fehlt noch.

Nach dem kurzen Gang um´s Haus, richten wir den kleinen Roller und starten ihn. Alles klappt perfekt und wir können nach kurzer Zeit schon wieder zurück nach Lakki fahren.


Zurück in der Marina höre ich einen bekannten Halbsatz – „…wir müssen…“ – und ich wusste GENAU was kommt!
Ich wusste es so genau, dass sich dieses Thema zwischen mir und den Freunden in der Marina während der letzten Tage zum „running Gag“ entwickelt hat.
„Wir müssen Deine Haare schneiden – und der Bart muss weg!“
„Ja Schatz 😉 …“


So, dann haben wir das ja auch geschafft! Aber damit nicht genug! Sibylle fürchtet um ihr wohltemperiertes Schlafgemacht und so bekommt die Aktivierung der neu erworbenen Klimaanlage umgehend das „High Priority“ Label.
Ich folge sofort, es gilt das Credo „Happy wife, happy life!“
Da ich den Abluftschlauch schon vorbereitet hatte, war das Aufstellen und Anschließen des Standgerätes kein großer Aufwand mehr.
Was ich nicht ahnen konnte war, dass diese ehrenvolle Handlung – ich schlafe übrigens noch ohne Klimatisierung – nicht für Ruhm und Ehr´ gereichte, sondern für handfeste Diskussionen sorgte.

Noch wähnte ich mich allerdings in Sicherheit! Da ich mir in meinem persönlichem Umfeld keine Huldigungen erwarten darf, ist es salbend für die Seele, wenn just in solchen Augenblicken andere an einen denken 😉
Jörg und Ulrike grüßen von ihrem Segeltörn an die Peloponnes und schreiben, dass sie gerade an mich denken mussten…

Weil ich um die Vorliebe für offene Fenster und Frischluft – Temperatur egal – bei meiner Frau weiß, fühle ich sehr taktvoll vor.
„Du weißt, dass man beim Betrieb von Klimaanlagen die Fenster geschlossen halten soll?“
Die Antwort kam wie aus der Pistole geschossen „…ja, klar!“
Ich bin beruhigt und freue mich auf unser Essen. Wir sind heute mit Holger und Vroni im „To Steki“ verabredet.
Wie immer schmeckt es und wir haben einen netten Abend mit den neuen Freunden aus Würzburg.

Zurück auf NESSAJA sehe ich nach meinen Batterien, 53%, das reicht für die Nacht, auch mit Klimaanlage.
Den Windgenerator werde ich an diesem Abend vergessen auszuschalten – eher gefährlich – den kann Sibylle nämlich auch nicht leiden.
Ihr ahnt was kommt – am nächsten Morgen wache ich auf und koche Kaffee, wie immer sehe ich auf meine Anzeige und traue meinen Augen kaum – 11%! Bei 8% schaltet die Anlage ab – hätte ich den Windgenerator ausgeschaltet, das System wäre jetzt tot.
Was war passiert? Natürlich hatte Sibylle das Gefühl, dass sie Sauerstoff braucht und natürlich hat sie die Dachluke geöffnet – „…nur ein wenig, das macht doch nix!“
Der Klimaerwärmung nicht, die haben wir heute Nacht bekämpft, mir schon, weil ich nicht jeden Tag meine Batterien laden will!
„Ach Du mit Deinen Batterien…“ höre ich sie sagen – das ärgert mich jetzt wirklich, denn ich habe diese Batterien, die teuerste Anschaffung meines Refits nur, weil mir jemand zugesagt hat, mit mir um die Welt zu segeln.
Ich schaffe Abhilfe – sofort!!!


Wir fahren in den Ort und kaufen Strom-Ersatzteile. Ich muss und will Sibylles Klimaanlage von „meinen doofen Batterien“ entkoppeln.
NESSAJAs Stromsystem ist so gebaut, dass ALLE Stromzugänge über den Victron Quattro geführt werden und auch ALLE Abgänge über den Inverter gehen.
Wir haben immer und zu jeder Zeit 230V, auch wenn wir nicht am Landstrom hängen.
Der Nachteil – auch wenn wir am Landstrom hängen, wird aus den Batterien entnommen, welche gleichzeitig geladen werden.
Genau das ist das Problem – ich will meine teuren Batterien nicht immer am Ladegrät haben.
Mit dem Adapter zweige ich 230V vom Landstrom ab BEVOR sie in mein Boot eingespeist werden und schließe nur Sibylles Klimaanlage an – nur ein Gerät läuft jetzt außerhalb des Systems – schont aber meine Batterien und meine Nerven.
Jetzt darf Sibylle auch bei offenem Fenster kühlen, wenn der Strom auf der Säule ausgeht, lädt sie nach.
Scheißtag? Nein! Denn ich mache einen Deal, der mir die lang ersehnte Eiswürfelmaschine beschert!



Vroni und Holger haben einen Kühlschrank mit Eisfach und brauchen die große Maschine nicht mehr. Spazierenfahren wollen die Beiden das Trum auch nicht, der Platz auf RUNAWAY ist knapp bemessen.
Also bieten die Beiden mir das begehrte Gerät für „ein Bierchen“, das heißt für das nächste Beisammensitzen im „La Palma“ an – da sage ich nicht Nein!
Ich bin begeistert! Das Gerät zieht im Zubereitungsmodus 170W und bereitet den Behälter mit Eiswürfeln auf den Bildern in circa einer Stunde.
Ab jetzt gibt es den Gin-Tonic auf NESSAJA immer mit Eis!
Ich muss an Tanja und Stefan denken, welche in einer Scheißsituation so eine Maschine gekauft haben und meinten „Eiswürfel sind ein Stück Lebensqualität!“
Sonst noch etwas an diesem Tag? Ja! ELOWYN kommt früher als gedacht!
„Mario, sind noch Plätze frei, wir wollen heute schon kommen, es droht Wind in Sturmstärke am Wochenende!“
Ich sende Volker ein Foto des einzig freien Platzes, welcher für ELOWYN in Frage kommt…

Die Marina sichert den Platz zu und die Marineros sind informiert – ELOWYN kommt nach dem Refit zurück nach Leros.
Naja, solange mussten wir gar nicht warten, bereits zwei Stunden später waren die Freunde da und warfen die Heckleinen über.
Mein Patenschiff ist zurück – und mit ihr meine Aufgabenliste! Im Juli geht es los.
Erst mal einen Anlegeschluck! „Wollt ihr Ouzo? Ich hätte Eiswürfel!“ Zunächst Gelächter, welches aber verstummte, als ich meine Schale mit frisch gefertigten Eisbollen brachte.
So schmeckt der Ouzo eben doch besser!
Willkommen zurück Tina und Volker, willkommen ELOWYN – schön, dass ihr wieder da seid!

Rena hat uns umgehend mit einem Leihwagen versorgt – die Gute! Sie tut wirklich was sie kann.
Natürlich hatte ich reserviert, aber die verfrühte Ankunft hatte auch sie nicht am Schirm.
Wir bekommen den Jimny und fahren damit nach Panteli – easypeasy, dachte ich…
Aber der Spruch „Platz ist in der kleinsten Hütte“ trifft manchmal nur bedingt zu.
Ich klappe den Sitz neben Sibylle auf der Hecksitzbank um und quetsche mich „back to back“ zu Volker in die kleine 4WD-Karre.



Wir haben uns am ersten Abend für das „Pirofani“ entschieden – unser Allround-Joker.
Es passt wie jedes mal sehr gut – wir sitzen fein, essen sehr gut und genießen den Abend, es gibt ja auch einiges zu erzählen.
Beim Ouzo passen wir, die Entscheidung hierfür, fällt auf´s „Skipper´s“, denn wir wissen, dass heute Live-Music gespielt wird und dass Marias Tochter hier ist und auch mitsingen wird.
Das wollen wir uns nicht entgehen lassen – den Absacker gibt es daher in der Marina.

Puh, was für ein Tag! Ich glaube, ich brauche dringend Urlaub. Ich bin sehr gespannt, wie der Juni endet – noch zwei Tage haben wir zu meistern.
Der erste davon wird spannend für mich! Heute werden wir unseren Freunden Tina und Volker das kleine Häuschen in Plaka zeigen.
Wir sind sehr gespannt auf deren Urteil, denn erstens sind beide aus der Baubranche und haben echtes Fachwissen, zweitens – noch viel wichtiger – sind uns Beide immer gute Ratgaber diesbezüglich gewesen, ihr Wort hat Bedeutung für uns.
Doch bevor wir zu unserer Katikia fahren, möchte ich noch Hans Peter bei seiner WordPress Seite helfen.
Ich bin inzwischen geübter Anwender, er macht gerade seine ersten Versuche.

HPs Seite ist verhältnismäßig einfach aufgebaut. Ich konnte die benötigte Hilfe schnell geben und so war es dem „Saarsegler.de“ möglich, seine Autorentätigkeit ohne Unterbrechung fortzuführen.
Eile war generell nicht geboten, denn der angesagte Starkwind kam wie angekündigt.
Nicht ganz in der erwarteten Stärke, aber zwischen 30 – 40kts ist auch spürbar – die Boote in der Marina haben jedenfalls ganz schön geschaukelt.
Ich nehme mal an, dass unsere Badepause heute ausfällt.

Endlich war es soweit, Sibylle setzt sich zu den Freunden in den beengten Jimny, ich steige auf meine geliebte GS und wir fahren zusammen die rund 5km zu unserem Häuschen auf einer Anhöhe in Plaka.
Mein erster Blick gilt dem, inzwischen fertiggestellten, Hausdach und der finalen Umsetzung.
Ich finde es ist toll geworden! Ich setze auch sofort eine Nachricht an den Handwerker ab, bedanke mich und wünsche einen schönen Sonntag.
Anfang der Woche würde ich zum Bezahlen kommen.

Dann beginnen wir einen Rundgang mit den Freunden – hier die vordere Terrasse, der Backofen und die Außenküche.
Ja, ein schöner Blick über das Meer zur türkischen Küste – wollt ihr mal ins Haus schauen?
Hier die Küche, das Bad wird verkleinert, dafür kommt ein zweites hinzu.
Das ist das eine, hier das andere Schlafzimmer – und das hier wird der große Raum für Essen, eine integrierte Küche und eine gemütliche Wohnecke.
Jetzt noch den Garten – unsere Olivenbäume, unser Zitronenbaum und unsere kleinen Stallungen.
Ja, das ist die hintere Terrasse und hier bauen wir das zweite Bad ein.
Aber das beste kommt noch – hier an der Höhle vorbei, da schaut, das ist unser Meerblick über Gourna, hier geht die Sonne unter!
Es gefällt den Freunden! Ich freue mich und kann umso mehr genießen, dass die Beiden einen guten Tropfen dabei haben um mit uns anzustoßen.
Auf die kleine Katikia in Plaka!

Natürlich tüfteln wir auch und tauschen Gedanken aus, aber vielleicht muss sich das auch alles ein wenig setzen.
Ich bin sicher, ich bekomme jederzeit Rat, wenn es um bauliche Umsetzungen geht.
Am Heimweg wollen wir im „Serza“ in Merikia reservieren – wir finden die Location gut und Kristina möchte einmal ein neues Lokal auf Leros ausprobieren.
Wir erinnern uns an unseren Besuch mit Susanne und können diese Taverne empfehlen – doch leider klappt es nicht.
Es ist viel zu windig dort, der Meltemi faucht über die Tische und wir vertagen den Besuch auf ein Andermal.


Der weitere Verlauf des Tages ist eher unspektakulär – wir verbringen unseren Nachmittag in einer der Bars am „Dio Liskaria“ Strand und wollen eigentlich baden gehen.
Das verwerfen wir aber, denn auch dort ist der Wind so kräftig, dass wir fast ein wenig frösteln.
So bleibt es bei einem „Light Lunch“ und einem Kaltgetränk, dann fahren wir zurück in die Marina.
Zwei Stunden Freizeit für alle – Zeit, die ich für meinen Blog nutze.
Für den Abend ist unsere Wahl dann auf das „Navarone“ in Agia Marina gefallen – eine bekannte Adresse, aber Kristina war noch nicht dort.
Zudem hatten wir einen Tisch im Innenraum reserviert, perfekt am heutigen Tag, denn so weht der Wind einem nicht die Flaschen vom Tisch.






Das Essen war vorzüglich und wir haben das Lokal satt und zufrieden verlassen.
Es war immer noch sehr stürmisch, aber irgendwie lag auch eine besondere Stimmung über Agia Marina.
Ich mag diese Zeit, das Ende der „blauen Stunde“…


A bissl was geht immer – so sagte schon der „Stenz“, der „Monaco Franze“. Und so dachten auch wir heute – ein Absacker geht noch und diesen genehmigen wir uns heute ganz stilecht im „La Palma Café“.
Eine Karafaki Ouzo, ein kleines Bier dazu und noch gehörig Klönschnack – so darf ein Tag enden.
Auch der Juni startet morgen in sein „finale furioso“, ich bin gespannt, was der letzte Tag des Monats für uns bereithält…
WIND! Er hält jede Menge Wind für uns bereit!


Wir wachen schon morgens vom Windgeräusch und dem Klappern der Fallen auf.
Ich mag das ja und es dauert auch eine gewisse Zeit bis mich der stetige Meltemi nervt – noch ist es nicht soweit.
Im Gegenteil, ich genieße den Wind, welcher uns vor brütender Sommerhitze bewahrt und der meinen Windgenerator pausenlos antreibt – so kann das teure Accessoire tun, wofür es gebaut und angeschafft wurde, nachhaltigen, kostenlosen Strom produzieren.
Ansonsten läuft der Tag eher ruhig an. Kristina und Volker wurschteln an ELOWYN herum und haben erst spät Zeit für gemeinsame Unternehmungen.
Wir bauen den defekten Boom-Vang, den Rodkicker, zusammen aus und nehmen uns vor, diesen noch gemeinsam zu versenden.
Sibylle und ich gehen am Nachmittag auf ein Eis, treffen dort Emanuel und quatschen ein paar Takte.
Ansonsten passiert nichts, bis wir zu unserer Verabredung mit Vroni und Holger los müssen.

Es war ja noch offen, dass wir unseren Teil des „Deals“ einlösen – „…ein Bierchen“, dies natürlich nebst Ouzobegleitung und ein paar Meze, gehen auf uns, als Gegenleistung für den wirklich phantastischen Eiswürfelbereiter.
Ich bin happy, denn so ein Gerät ist schon lange mein Begehr.
Wir lösen unsere Runde erst auf, als Sibylle und ich weiterziehen müssen.
Denn der Juni wird seinen Ausklang im führenden Speiselokal auf Leros finden – wir sind mit Kristina und Volker, sowie Gabi und Gottfried im „Mylos“ verabredet.

Wir alle treffen pünktlich vor dem mehrfach preisgekrönten Lokal ein. Gemeinsam betreten wir die Taverne und lassen uns den reservierten Tisch zuweisen.
Am Weg dorthin, kommen wir an den Fisch-Kühlschränken vorbei und erhaschen schonmal einen Blick auf die feilgebotenen Leckereien.
Natürlich lassen wir uns auch „unseren Fisch“ zeigen, die Wahl fällt auf einen 3kg Black Grouper.


Wir nehmen Platz und genießen abermals den wunderbaren Ausblick auf die Bucht von Agia Marina und die perfekte Stimmung, die das Abendlicht zu dieser Stunde zaubert.
Wir hatten zudem Glück mit dem Wind, der in den Abendstunden etwas abgenommen hatte.
So saßen wir zum einen in der geschützten Ecke des Restaurants, zum anderen war es aber möglich, die Fenster offen zu lassen und den warmen Hauch des abendlichen Windes zu genießen.
Kurz – es war perfekt!


Es ergab sich, dass neben uns eine kleine, italienische Hochzeitsgesellschaft Platz fand.
Natürlich applaudierten und gratulierten wir, als das Brautpaar die Taverne betrat und wir konnten zudem ein klein wenig beobachten – zusätzliche Kurzweil zu den vielseitigen Gesprächen an unserem Tisch…

Dann eröffnet die Küche unser Dinner – wir hatten uns ja für die Variante „Nose to Tail“ entschieden, das bedeutet, dass aus dem gewählten Fisch, je nach Größe, mehrere Gänge zubereitet werden alles wird verwertet, von Kopf bis Schwanzflosse.
Bei unserem 3kg Grouper war die Küche in der Lage, ACHT kleine Gänge zu zaubern.
Jeder für sich ein Gedicht und ein Beweis dafür, dass das Team des „Mylos“ seine Auszeichnungen zurecht führt.
Ich will gerne einen kleinen, unvollständigen Einblick geben – stelle aber selbst fest, dass Fotos die Realität nur eingeschränkt wiedergeben.


Jeder Gang wird am Tisch erklärt, es gibt ab und an so kleine Gimmicks.
Hier zum Beispiel kommt einer der Ober mit einer Holzkiste und packt eine seltsame schwarze Stange aus…
Er erklärt, dass es sich dabei um getrockneten, geräucherten Tuna handelt, dieser werde zu kleinen Chips gerieben und, ähnlich einem Trüffel, als Veredelung auf die eben gereichte Speise gegeben.
Sehr spannend, wir sind neugierig…





Ich will gestehen – ich bin dann ein wenig unaufmerksam geworden und habe verpasst, noch weitere Fotos zu machen.
Es folgen die eigentlichen Hauptgänge mit den Filets, welche als Spieß dargereicht werden, gefolgt von einem sensationellen Cevice.
Zu guter Letzt gibt es noch etwas, was sich banal „Frikassee“ nennt, aber als eine mit Kaviar garnierte Leckerei dargereicht wird.
Alles in allem ein Gaumenschmaus der besonderen Art, den wir mit unserem Lieblingsdessert, einer Pavlova, abrunden.
Wir leeren den Wein und freuen uns über den tollen Abend und das perfekte Dinner.

So endet unser Juni – also fast…
Volker ruft noch einen Absacker auf ELOWYN aus, an dem Sibylle und Gabi aber nicht mehr teilnehmen.
Die Müdigkeit und der Wein zwingen meine und Gottfrieds Gattin ins Bett, während Tina der Männerfraktion noch Gesellschaft bei einem letzten Ouzo leistet.
Es ist schon Juli, als Gottfried und ich aufbrechen und zufrieden über die Kaimauer zu unseren Schiffen torkeln.
Gute Nacht Juni, es war ein Vergnügen mit Dir…
DANKE! Danke, dass ihr meinem Blog die Treue haltet und wieder bis hierher durchgehalten habt.
Der Ausblick für Juli – nun, diesmal steht nichts Besonderes an, was wir wissen ist, dass Sibylle und ich Ende des Monats nach Deutschland fliegen werden.
Sehen wir also gespannt was kommt…
Grüße von Bord der NESSAJA
Mario & Sibylle
Danke Mario für einen wieder sehr lesenswerten Monatsbericht. Und danke für Deine Hilfe mit dem Bimini und Schlauchboot und für die Besichtigung Eures Hauses. Wie Du richtig schreibst, würde ich mir so eine Anschaffung nicht zutrauen. Aber Du bist halt technisch sehr gut drauf und verlierst nicht die Nerven bei den griechischen Behörden-Absurditäten.
Es wird gut werden! (Aber wahrscheinlich nicht alles ganz problemlos.)
Liebe Grüße an Sibylle und Dich. Ich hoffe, dass wir einander in Juli/August/September wieder mal auf Leros treffen können.
Tom / Blodughadda
Hy Tom, es war mir in jeglicher Hinsicht ein Vergnügen und ich gehe davon aus, dass wir uns im Juli oder ab Ende August wieder treffen werden – ist schließlich guter Brauch 😉
Dir eine schöne Segelzeit und bis bald.
Mario