Wie ihr aus den vergangenen Jahren wisst, ist der April der Monat des Umbruchs in unserem Marinaleben.
Die Freunde kommen nach und nach an, man tauscht sich aus und erfährt gegenseitig die Neuigkeiten der vergangenen Winterphase.
Diesem „sich updaten“ wie man neudeutsch vermutlich sagen würde, ist die Headline des Monats gewidmet – dafür kommt ELOs „Here is the News“ aus dem Jahr 1981 zum Zug.

Ohne diesmal auf den wirklich tiefgründig-kritischen sowie vorausschauenden Text eingehen zu wollen, hangle ich mich nur an der Kernaussage entlang – hier sind die Neuigkeiten…
Und es beginnt mit einem Hammer – wir waren beim Notar, das kleine Haus in Plaka gehört jetzt offiziell uns!
Natürlich wollen wir diesen Moment teilen, doch der Reihe nach! Der April brauchte nämlich einen langen Anlauf bis er auf Touren kam, er begann sprichwörtlich – wechselhaft und launisch!
Nachdem sich unsere Gäste von der SAGITTA verabschiedet hatten und Sibylle ins Bett gegangen war, genoß ich die Stille des Augenblicks für mich alleine.
Ich blieb noch eine Weile sitzen und blätterte mich durch die Sozialen Medien und die Nachrichtenseiten.
Der Wind frischte weiter auf und die Böen gingen hoch auf über 50kts, das ist Windstärke 10 – das merkt man selbst in der Marina, NESSAJA zerrt an ihren Festmachern.

Ich bin müde, es ist Zeit um ins Bett zu gehen. Ich gehe noch einmal an Deck und sehe mich um, alles scheint in Ordnung zu sein, dann lege ich mich hin.
Ich schlafe unruhig aber dennoch gut, was widersprüchlich klingt ist dem Unterbewusstsein geschuldet.
Ich wache eben immer wieder kurz auf, kann horchen ob alles „normal klingt“, schlafe dann aber wieder rasch ein.
Am nächsten Morgen sitzen Sibylle und ich etwas länger bei Kaffee und Tee, das Wetter lädt nicht zum Verlassen des Schiffes.
Der April macht seinem Namen und Ruf bereits am ersten Tag alle Ehre.
Mittags auf einmal ein nervenzerfetzendes Geräusch, der Warnton des Mobiltelefones, die zivile Sicherheit ist bedroht!

Ok, wir sind gewarnt! Nichtsdestortrotz wird es Zeit, dass wir nach draußen gehen und ein bisschen frische Luft schnappen.
Wir nehmen uns eine Marinarunde vor und wollen nachsehen, ob die Unwetter der Nacht keine Schäden verursacht haben.
Klar, schönes frühsommerliches Wetter wäre schöner, aber zwischendrin kann ich der Dramatik dieser Wetterlagen auch etwas abgewinnen.
Das Auge nimmt Gewohntes ganz anders wahr…


Tom, einer der Neueigner der INSPIRATION, hat wohl auch das Wetter verfolgt. Er hat mich heute morgen schon kontaktiert und gebeten, dass ich mal nach dem Schlauchboot ihrer Bavaria sehe.
Dieses hängt jetzt nämlich in den Davits und man wüsste nicht so recht, wie es sich im Wind verhält.
Nachdem wir ohnehin einen Kontrollgang für die Freunde machen wollten, wäre INSPIRATION in diesem Zug automatisch in unserem Focus gewesen und es kostet mich keine Mühe ein paar Fotos zu machen um Toms Bedenken zu zerstreuen.


Auch an allen anderen Booten scheint alles ok und unsere Freunde zuhause wissen, solange sie nichts von mir hören, gibt es keine erwähnenswerten Meldungen – darüber hinaus stehen wir ohnehin mit fast allen in lockerem Kontakt.
Ein letzter Blick gilt SAGITTAs Ruder. Hier hatten wir zwei Marios während einer Regenpause eine weitere Laminatlage aufgebracht und es galt zu beurteilen, inwieweit uns dies gelungen war.

Wir staunen selber! Ich erinnere mich zurück, dass meine Ruderreparatur vor ziemlich genau drei Jahren mein erstes Epoxy-Laminierwerk war.
Was hatte ich mich damals angestellt – und wäre Roland seinerzeit nicht gewesen, würde ich vermutlich immer noch mit meinen Fingern an meinem Ruder kleben.
Sein Training hat geholfen! Natürlich kam inzwischen einiges an Praxis hinzu, die Ergebnisse welche ich erziele, sind inzwischen ganz ordentlich.
Das kann man bei Hans Peters Ruder sagen, dort hatten wir eine große Operation durchzuführen und auch bei Marios Ruder sind wir nach dem Laminieren mehr als zufrieden – es kann gespachtelt werden, der eigentliche Schaden ist behoben!
Sibylle mahnt zum Haareschneiden – „…das Wetter wäre gerade gut und Du schaust aus wie Rübezahl!“
Sie hat nicht unrecht, in zweierlei Hinsicht, also beuge ich mich dem Druck…

Meine charmante Gattin brummelt mit dem Haartrimmer über meinen Kopf. Plötzlich hält sie inne, „…was hast´n Du da?“
Sie rubbelt auf meinem Kopf, ich höre sie sagen „…iiihhhhhhh, da musst Du was machen!“
Ok! Ich frage nach und will wissen, was sie denn so aus der Ruhe bringt – „Da ist was, Du hast weißen Hautkrebs!“
Ah ja! Das mag ich ja! Frau Doktor schneidet mir die Haare und diagnostiziert weißen Hautkrebs.
Jetzt muss man wissen, ich bin nicht anfällig und eher gesund – aber ich bin sowas ähnliches wie ein Hypochonder.
Wenn jemand von Milben spricht, dann juckt es mich und wenn jemand von weißem Hautkrebs spricht, dann lasse ich mein Leben Revue passieren, man weiß nie…
Ich fordere ein Foto!

Ich erinnere mich, dass ich gestern dort gekratzt hatte. Wir beobachten die Stelle die nächsten Tage und der Fleck verschwindet fast völlig, nachdem ich ein medizinisches Shampoo verwendet habe.
Ich bin ja generell völlig gegen diese parfümierten Mittelchen, ich sollte sie meiden.
Ich akzeptiere aber, dass ich beim nächsten Deutschlandbesuch wohl mal wieder zum Arzt muss.
Obwohl, wir haben wohl einen sehr guten Hautarzt auf Leros, ob ich den mal ausprobieren sollte?
Muss ich nochmals behirnen – ich hoffe, dass ich hier keine Baustelle habe, ich muss nach einer geeigneten Kopfbedeckung für den Sommer suchen!
Sibylle erkennt, dass sie mir die Laune versaut hat. Sie fragt „Repapis?“
Hach, meine liebe Gattin! Sie weiß genau was mich aufbaut…

Die entspannte Freude war aber eher von kurzer Dauer, denn der nächste Wolkenberg zog heran und wir mussten zusehen, dass wir die Marina trocken erreichten.
Hat geklappt – aber kaum waren wir am Schiff, öffnete der Himmel seine Schleusen!

Ich nehme es vorweg, das sollte noch eine ganze Weile so gehen. Immer wieder Gewitter, heftige Regengüsse und recht kalte Temperaturen, schlugen uns auf´s Gemüt und machten die Arbeitsplanung schwer.
Alle anstehenden Aufgaben waren Spachtel- oder Streicharbeiten. Diese sind temperaturabhängig, zudem darf Epoxy bis zur völligen Durchhärtung nicht nass werden.
Wir hatten alle Hände voll zu tun, ausreichend lange Phasen zur Umsetzung unserer Vorhaben zu finden.
Für Sibylle und mich waren auch die Fahrten in den Ort eine Herausforderung, auch dafür mussten wir auf Regenpausen hoffen. Meist ist uns das geglückt!
So auch heute, wir fahren noch einmal nach Lakki, um dort mit Eva und Mario im „SouVLakki“ zu dinnieren…

Wer genau liest merkt, dass ich die Tage etwas komprimiere. Die Abläufe wiederholen sich, eine chronologische Erzählung macht wenig Sinn.
Dennoch gibt es immer etwas zu erzählen, Neuigkeiten auszutauschen, diese möchte ich euch nicht vorenthalten.
Ich hatte ja im Märzbericht schon erzählt, dass der finale Verkaufsprozess meines Hauses angelaufen war. Die vor rund einer Woche durch den Notar eingeleiteten Schritte sind nun in der Behörde in Athen bearbeitet und ich werde aufgefordert, den Notar zu besuchen.

Der Notar hält etwas Smalltalk mit mir, dann übergibt er mir eine Zahlungsanweisung für die Grundsteuer.
Diese muss ich JETZT überweisen und ihm dann den Beleg vorbeibringen.
Dafür müsst ihr wissen, dass die Reihenfolge der Abläufe anders als in Deutschland ist, es ist gewöhnungsbedürftig aber nicht zu ändern.
Ich fahre zur Bank. In der Zweigstelle bitte ich um Hilfe, es sei meine erste Überweisung, ob man mir diese ausführen könne.
Ich wollte nicht meine erste Onlineüberweisung mit einem Betrag dieser Höhe „testen“.
Das scheint ungewöhnlich für die Bank, denn ich werde dreimal durchgereicht. Zuletzt komme ich an einen netten Herrn, der bittet um mein Handy. ER mache jetzt Onlinebanking für mich, mit MEINEM Handy.
Ok, dann halt! Er merkt, ich habe Face ID – bei jeder Authentifizierung hält er mir das Gerät vor die Nase. Bis…
Ja, bis nach einem Super-PIN gefragt wird! Ich weiß ihn nicht.
Jetzt erst lässt er sich erweichen und tippt die Überweisung in seinen Computer. Na also, geht doch! Ich bringe dem Notar die Quittung.
„Thank you, see you in a few days, then we finalize everything!“
Kein Termin…
Als ich in die Marina zurückkomme, bin ich noch in Gedanken – das war ja jetzt wieder so typisch inselgriechisch. Ich sinniere noch, da holt mich die Realität ein.
Mein Dinghy ist wieder voll, ich muss es ausleeren – der Regen nervt!

Danach setz´ ich mich hin, schlürfe noch eine Tasse Kaffee und erzähle Sibylle von meinem Erlebnis.
Sie schaut mich ungläubig an, noch weiß sie nicht, dass sie nächstes Mal zur Zeugin eines solchen, noch abstrakteren Ablaufs werden wird.
Marios Baustelle fordert uns heraus – Primer und Coppercoat haben unterschiedliche Trocknungszeiten und auch die Phase, in der die Anstriche ohne Anschleifen überstrichen werden dürfen, sind unterschiedlich.
Beiden gemein ist, dass kein Wasser beaufschlagt werden darf, solange die Durchtrocknung nicht erreicht ist.
Als wäre das nicht nicht genug, müssen wir diese Planungsphase zweimal anberaumen, denn es müssen ja die Stützen verstellt werden.
Das kennt ihr aus den Geschichten um Hans Peters LIBERTÉ, dort hat es nicht so toll geklappt.
Derart gebrieft gehe ich an meinen Arbeitsplatz – mein erster Blick gilt dem Ruder, welches inzwischen einmal verspachtelt ist.

Wir haben uns für SAGITTA eine „reverse Anstrichtechnik“ überlegt! Wir werden ZUERST die Auflageflächen für die Stützen streichen.
Nach dem Durchzug einer Schlechtwetterfront würden wir dann die Stützen umstellen lassen und uns dem restlichen Schiff widmen.
Der Vorteil – die kleinen Flecken bekommen wir schneller fertig und wir können diese definierten Flächen mit einem ausgeklügelten System abdecken um sie vor Regen zu schützen.
Wir probieren unser Glück…



Was hier wie Flickwerk aussieht, ist exakt geplant! Kranfahrer Giannis hat uns vorher gezeigt, an welche Stellen er die Stützen nach dem Umstellen platzieren will.
Dies haben wir angezeichnet und nun gestrichen.
Bis zum Mittag waren wir fertig – wir hatten uns eine Pause verdient! Natürlich war klar, dass wir uns in den Eispalast begeben werden.
Mario lädt zum Eisgenuss und dann geht es weiter…


Wir sitzen gemütlich, schlemmen unser Eis und freuen uns, dass die erste Schicht Primer aufgetragen ist – so kann es weitergehen.
Leider sind aber für den Nachmittag und die Nacht Regenfälle angesagt, wir müssen zusehen, dass wir unser „Patent“ der Regenhäubchen zweckdienlich umgesetzt bekommen.
Also gehen wir zurück in die Marina und fangen sogleich damit an…


Sieht gut aus! Hoffen wir, dass es wirkt und hält!
Eva streicht noch das Ruder, dieses liegt wettergeschützt unter einem Katamaran und kann auch bei Regenrisiko bearbeitet werden.
Das Tagwerk ist geschafft, ich ziehe mich auf NESSAJA zurück.
„Dr. Mario“ muss wieder ans Werk! Sibylle hat sich inzwischen im Krankenhaus die Fäden ziehen lassen und es steht der erneute Verbandswechsel an.
Leider durfte ich ihr nicht die Fäden ziehen, mir hätte das Spaß gemacht. Aber immerhin traut sie mir zu, ihr einen schlanken Verband anzulegen, welcher ihr möglichst viel „Hand“lungsfreiraum lässt.
Die Narbe sieht schon ganz gut aus, ob ich das mit meinem „nautischen Nähtraining“ an einer Schweinshaxn auch so hinbekommen hätte???

Für´s Abendessen suchen wir uns einmal wieder das „Metzes“ aus. In der schönen Kneipe in Agia Marina gefällt es uns, wir werden immer gut bewirtet – eine Adresse, welche sich bei uns etabliert hat.
Wir sind eine illustere Runde, denn wir, das heißt Sibylle, Eva, Mario und ich, werden von Brigitte und Hans von der BARCASO begleitet – eine österreichisch-bayrische Runde!
Gott sei Dank hält das Wetter, denn ich fahre mit dem Motorrad, während Sibylle die Fahrt im komfortablen Kleinwagen wählt. Zum Glück haben die beiden Steirer einen kleinen Flitzer gemietet.


Endlich kommt auch der Rest der coolen Gang an und wir können den Laden stürmen.
Ich kann mich nur wiederholen, mir gefällt der Laden. Es ist geschmackvoll dekoriert und eingerichtet, es ist (meist) offen und man kann sehr schön drinnen sitzen.
Im Sommer lädt die bestuhlte Gasse unter den Regenbogenschirmen zum Verweilen.
Das „Metzes“ ist ein Familienbetrieb, ich mag unsere Gastgeber!



Der Abend ist kurzweilig! Ich mag die beiden Crews aus Österreich. Alle Vier sind Garanten für gute Laune.
Sibylle und ich kommen spät nach Hause und gehen ohne Umwege ins Bett – morgen ist auch noch ein Tag!
Ich schlafe mit dem Gedanken ein, dass ich morgen mal nachsehen muss, was an meinem Parkplatz verändert wurde – irgendwie war etwas anders…
Und siehe da!

Tatsächlich scheint es, als ob Ralfs CHILI auf ihrem Platz im Weg stand. Ok, zugegeben, der Freund hat das Datum der Einwasserung verschoben, vielleicht wurde sein Dampfer auch deshalb umgestellt.
Ich hatte es tagsüber nicht bemerkt, abends fiel mir aber auf, dass meine „Garage“ auf einmal viel größer erschien.
Jetzt ist alles klar – CHILIs breites Hinterteil böte meiner GS dreimal Platz!
Ich okkupiere die Fläche mit Freude und setze Ralf mit einem Bild in Kenntnis – Tägliche Kontrolle seines Schiffes…
Der Rest des Tages sowie auch des folgenden, ist rasch erzählt, denn die Geschichte wiederholt sich…


Wir eröffnen die „Druidenküche“ auf einem provisorisch zusammengebastelten Tisch und einem Ölfass.
Für Coppercoat muss man Harz, Härter und Kupferpulver in exakter Menge mischen und eine Kappe Zaubertrank hinzugeben.
Dann muss das sensible Mittelchen in exakt definierter Art und Weise aufgewalzt werden – eine Wissenschaft für sich.
Mario und Eva sind sehr penibel mit dem Anstrich – Orangenhaut soll vermieden werden.
Ich erkläre mich aus diesem Grund zum „ein-Mann-Rührteam“ und braue dem Streicherduo das begehrte, kupferhaltige Elixier.





Uns gelingt eine sehr gute Oberfläche. Die Besitzer der SAGITTA sind zufrieden.
Abermals kleben wir unsere Abdeckplanen zu, das Coppercoat darf 48h keinen Regen abbekommen.
Wenn die Patches in zwei Tagen durchgetrocknet sind, dann wird Mario diese fein überschleifen um das Kupfer zu aktivieren – dann werden die Stützen umgestellt und sollen genau auf diesen Flächen zum Tragen kommen.
Super! Wieder etwas geschafft, eine kurze Pause ist wohlverdient!
Sibylle und ich gehen duschen und machen uns landfein, denn wir haben heute eine Einladung zu einer „Housewarming-Party“.
Das freut uns, denn wir sehen dabei natürlich über unseren maritimen Horizont hinaus.
Auch andere Segler kaufen sich Häuser auf Leros, Menschen die zukünftig unseren Bekanntenkreis bilden werden.
Linda ist heute schon zusammen mit mir im Griechischkurs.
Wir kommen der Einladung von Linda und Phil aus Wales gerne nach,


Wir wissen wo wir hinfahren müssen, wir kennen das Haus! Es war eines der ersten Häuser, welches wir für uns in Betracht gezogen haben.
Wir haben damals Abstand genommen, weil wir auf den Grundstücken links und rechts ein gewisses Risiko von Bauvorhaben gesehen haben.
Linda und Phil sehen das gelassener, sie haben das Haus gekauft und es mittlerweile zu einem Schmuckkästchen ausgebaut!
Für die Gäste der Party wurde ein Buffet zusammengestellt, die englische Community hat sich hier nicht lumpen lassen.
Es wurde ein sehr geselliger und netter Nachmittag.

Als wir uns verabschiedeten, hatte Sibylle Lust auf ein „Fährtle“ – der Tag war auffällig warm.
Sie schlug vor, nach Xirokampos zu fahren und bei Susannes Haus nach dem Rechten zu sehen.
Ok, das können wir machen! Gemütlich tuckern wir also in den Süden der Insel und machen ein paar Bilder vom Haus der Freundin.



Wir schreiben ein paar nette Zeilen und senden die Bilder – „…alles ok vor Ort, hoffentlich sehen wir uns bald wieder!“
Die Antwort kommt postwendend, wir freuen uns aufeinander.
Am Folgetag nimmt der Monat Fahrt auf – für Sibylle und mich sollte ein besonderer Tag werden, aber das wussten wir noch nicht.
Wir sitzen am Frühstückstisch, mein Telefon klingelt – am anderen Ende der „Leitung“, der Makler.
Dirk macht es kurz, „…we are ready to go, can you come to the Notary?“
Ich zaudere, „…äh, ja, nein, also jein – nicht gleich, vielleicht in 10 Minuten!“
Die Antwort – „Ok, see you in ten minutes!“

Ich entschuldige mich für eine längere Textpassage – diese ist an dieser Stelle nicht zu vermeiden!
Wir betreten das Büro des Notars. Ohne Termin, in Arbeitskleidung.
Der Notar trägt Jeans und Turnschuhe, der Makler lümmelt in einem Sessel.
Man gibt mir drei Zettel mit Beträgen und Kontonummern, wir verständigen uns in Englisch.
Man erklärt mir, dass ich diese Beträge JETZT auf diese Konten zu überweisen hätte, alles fünfstellige Summen in mittlerer Höhe – heute Nachmittag träfe man sich dann zur Vertragsunterzeichnung.
Ich wusste, dass dieser Moment kommt und wende ein – „…ich bitte um Entschuldigung, aber ich kann nicht verleugnen, dass ich deutsch erzogen bin und denke. Bitte sagt mir, wer trägt das Risiko in dieser Zeit? Ich überweise Geld und habe ein paar Stunden lang NICHTS, was wenn der Verkäufer in dieser Zeit stirbt?“
Mir war klar, dass man mich unverständig ansehen würde, das ist in Griechenland eben so.
Aber man kommt mir entgegen – ich soll jetzt überweisen, am Rückweg versuchen, nicht vom Auto überfahren zu werden und dann mit den Belegen hierher kommen.
Man würde den Termin mir zuliebe sofort machen – ich bekomme meine Unterschrift sobald ich mit den Überweisungsquittungen zurück bin.
Man gibt mir eineinhalb Stunden Zeit.
Soweit so gut. Das wäre jetzt schnell zu erzählen, wenn der Bankbesuch nicht denkwürdig gewesen wäre.
NIEMAND würde mir glauben, wie das ablief, wenn nicht Sibylle dabei gewesen wäre.
Abermals erkläre ich, dass ich mir (noch) nicht zutraue, fünfstellige Überweisungen per Online Banking am Handy zu machen.
Man bringt mich zu einer Sachbearbeiterin, welche ebenfalls um mein Mobiltelefon bittet und für mich mein Internetbanking startet – wie schon Tage zuvor, wird mir mein Telefon in regelmäßigen Abständen vor´s Gesicht gehalten um die Freigaben per Face-ID zu starten.
DIESE Sachbearbeiterin gibt NICHT auf als wir zum Sicherheitscode kommen.
Sie drückt kurzerhand auf „Code vergessen“ und erwirkt mit meiner Eurocard, meinem Gesicht und meinem Kartenpin einen neuen Sicherheitscode, diesen notiert sie.
Jetzt steht der Überweisung von einer sechsstelligen Gesamtsumme für einen Hauskauf per Telefon nichts mehr im Wege!
Ich lächle in mein Telefon, sie tippt mit flinken Fingern und Sibylle sitzt mit offenem Mund staunend daneben.
Ich muss an meinen Freund Gottfried und seine Datenschutzvorträge denken – eine so skurille Situation, wenn Du das jemand in Deutschland erzählst, kein Mensch glaubt Dir!
Wenn Du auch nur fragend schaust – „…we have to help you, it makes life easier!“
Und das Beste – ich hatte NIE auch nur eine Sekunde einen echten Zweifel, dass hier irgendwie Missbrauch passieren könnte.
Trotzdem erwische ich mich beim Gedanken, dass ich nach Abschluss dieser Geschichte alle meine Sicherheitseinstellungen ändern werde 😉 !
Die ganze Aktion dauert tatsächlich etwas mehr als eine Stunde! Sibylle und ich kommen „just in time“ zum Notar, ich sende die Belege per Mail an das Office – dann treten wir in das Büro des Chefs…

Das Foto wurde von unserem Makler gemacht, er war als meine Ansprechperson dabei.
Sibylle war auch dabei, ich hatte sie gebeten, mich nach dem Vier-Augen-Prinzip zu unterstützen.
Der Notar heißt Michalis, er spricht mit mir als wären wir Kumpels. Er „verliest“ den notariellen Vetrag, aber auch dies nicht so wie wir das aus Deutschland kennen.
Immer wenn es unwichtig wird sagt er „…and blabla…“, dort wo er denkt, dass wir zumindest mal etwas davon gehört haben sollten, liest er ab und erklärt, die Sprache ist ein Mischmasch aus Griechisch und Englisch.
Ich blicke zu meinem Makler, er nickt wohlwollend und verständig. Ich erkenne, Immobilienkauf im Ausland, speziell in Griechenland, ist Vertrauenssache!
Ich vetraue Dirk zu 100% – ich hoffe, ich werde nicht enttäuscht!
Der Bevollmächtigte ruft per Videocall die Verkäuferin an, für einen Moment gibt es großes Hallo und Palaver.
Dann ist es soweit…

Nach der Mutter der Besitzerin unterzeichnet der Bevollmächtigte der jungen Frau, welche in Rhodos lebt und nicht extra anreisen wollte oder konnte.
Dann war ich an der Reihe! Es war der 07.04.2025 gegen 13.45 Uhr…

Ich muss rund zwei Dutzend Unterschriften leisten, im Hintergrund bindet die Sekretärin die Unterlagen.
Ebenfalls abweichend von den deutschen Abläufen – man bekommt gleich ALLE Papiere mit!
Der Verkauf ist nun abgeschlossen.
Es gibt noch ein bisschen Smalltalk, wir erfahren, dass unser Haus 1943 erbaut wurde und die alte Dame 45 Jahre darin wohnte.
Der Bevollmächtigte der Verkäuferin überreicht uns eine Tüte Leckereien von „Repapis“, alle wünschen sich „Kalo Risiko“, was wörtlich übersetzt „Gute Wurzeln“ heißt.
Dann löst sich die Runde auf – ich bin jetzt Hausbesitzer auf Leros. Das hätte ich mir 2011, als ich zum ersten Mal hier auf der Insel war, nicht erträumen wollen!
„Irgendwann bleib I dann dort…“
Ich brauche einen Moment Pause, der Gedanke muss sich setzen. Sibylle und ich trinken einen Kaffee im neuen „Sip It“, wir schweigen kurz.

Danach fahren wir zurück in die Marina, ich muss mich sortieren und meine Unterlagen ablegen.
Ich fertige sofort von allen Dokumenten digitale Kopien, das alles dauert eine ganze Weile, der Nachmittag verfliegt!


Am Abend sitzen wir mit Eva und Mario beisammen und erzählen die Geschichte, ein sensationeller Ausklang eines besonderen Tages!
Ab morgen soll aber der Alltag zurückkehren!
Die stetigen Regenschauer, welche teils recht kräftig ausfallen, sorgen leider wieder dafür, dass das Marinagelände ziemlich aufweicht.
Arbeitsgeräte hinterlassen deutliche Spuren, man muss sehr aufpassen wo man hintritt.
Nicht alle Flächen sind gleich gut gewalzt, über einige kann man bedenkenlos gehen, auf anderen sackt man knöcheltief ein.

Ich will mir heute HARMONY vornehmen, an ihr gibt es einen kleinen Gelcoatschaden und ich habe Gottfried versprochen, dass ich mich der Sache annehmen werde, wenn ich ohnehin mit Mario und später mit Hans Peter die nötigen Gerätschaften in den Händen halte.
Heute möchte ich die Schadstelle zumindest anschleifen, um mir so einen Überblick zu verschaffen was auf mich zukommt.
Leider ist auch unter der schönen Sunbeam der Boden total aufgeweicht. Ich hole mir erstmal total verschlammte Schuhe und muss dann für Abhilfe sorgen…


Ich sehe mir das zunächst an, man kann mehrere kleine Abplatzer rund um den Wellenausgang erkennen.
Während des Abschleifens erkenne ich auch warum – Schöchl hat hier, Ende der 90er Jahre, wohl mit Polyester-Spachtelmasse für saubere Kanten gesorgt.
Dieses Material hält vermutlich nicht so lang und so stabil wie Epoxy und bricht an verschiedenen Stellen aus.
Kein Thema, man kann es leicht und professionell reparieren.


Wie so häufig dieser Tage weht ein kalter Nordwind. Der Frühsommer setzt sich noch nicht durch, die Chill-Temperaturen liegen oft nur bei 15°C.
Ich beschließe daher, dass ich das Material für die Reparatur während der nächsten Tage beschaffen werde, verschiebe alle weiteren Tätigkeiten aber auf die nächste Woche, die Temperaturen sollen zu Ostern nämlich spürbar steigen.
Eile ist noch nicht geboten, Gottfried wird erst zum Monatsende hin auf Leros eintreffen.
Was macht Sibylle derweil? Sie ist im „Krieg“!

Ich verwende nur ungern so martialische Begrifflichkeiten, aber in diesem Fall stimmt es!
Duolingo war so doof, meine Sibylle und ihre Freundin Christine, die ja gleichzeitig unserer Tochter´s Schwiegermutter ist, in eine „Liga“ zu packen.
Es war von Anfang an klar – hier keimt ein Wettkampf auf! Und ich wusste von Tag 1 an, dass es ein Battle ist, den Sibylle nicht gewinnen kann 😉
Nun, zunächst hielt sie gut mit, war zeitweise in Führung, aber während meine Gattin schlief, sammelte Christine in Deutschland soviele Punkte, dass Sibylle sich am Ende mit Platz 2 begnügen musste.
C’est la vie würde Christine wohl sagen – sie lernt Französisch.
Soviele Duolingo Sessions hat Sibylle während der letzten Monate nie geliefert, aber für Nachtschichten reicht ihr Ehrgeiz einfach nicht!
Ich herze sie für ihre imaginäre Silbermedaille und wir beide gönnen uns eine dieser leckeren Sauereien welche wir beim Notar geschenkt bekommen haben.


Derart gestärkt fällt es meinem Gehirn und meinem Körper leicht, den nächsten Punkt auf unserer Liste anzugehen.
Unsere Freunde Martin und Petra haben sich nebst Enkelin Lia angekündigt. Sie werden die Osterferien auf STENELLA verbringen und nach der Abreise der „Kleinen“ noch bis Juni bleiben.
Wir freuen uns auf die Ankunft der drei, auch hier ist das letzte Treffen lange her, mit einem Besuch im Winter hat es leider nicht geklappt.
Um die Ankunft so einfach wie möglich zu gestalten, gehen Sibylle und ich tags zuvor auf STENELLA und bereiten sie vor – Batteriecheck, Gangway absenken und Schlüssel hinterlegen…


Ich muss mich außerdem einer weiteren Challenge stellen, mal sehen ob die süße Bombe auch als Hirnnahrung tauglich ist.
Ich war wegen des Deutschlandbesuchs drei Wochen nicht mehr im Griechisch Unterricht, auch mit Duolingo habe ich eine Pause gemacht, andere Dinge waren mir einfach wichtiger.
Das holt mich jetzt ein – ich merke selbst, dass ich Wörter vergessen habe und die zuletzt gelernten Grammatikinhalte alles andere als gut sitzen.
Das schlechte Gewissen treibt mich zu einer Duolingo Session, ich will nochmal an meinem Wortschatz arbeiten, bevor es dann ernst wird – heute Abend ist wieder eine Griechischstunde im HUB.


Eine anstrengende Stunde, aber trotz des Stress den ich kurz davor und währenddessen empfinde, macht es mir Spaß und ich komme voran.
Endlich! Das Wetter beendet zunächst seine Kapriolen. Die Regenphase endet und schenkt uns allen eine längere Schönwetterphase. Diese sollte laut Wetterbericht auch länger anhalten, vielleicht ist es sogar der Durchbruch des Sommers.
Ein Sprichwort besagt ja, dass „keine Freud´ ohne Leid“ daherkommt, dies trifft leider auch wettertechnisch zu.
Mit dem schönen Wetter kommt nochmals eine Kaltfront und wir alle müssen uns trotz Sonnenschein recht warm anziehen – auch unsere Heizung läuft noch regelmäßig für ein paar Stunden morgens und abends.
Aber – der erste Schritt ist gemacht, die Sonne gewinnt Oberhand!

Die nächsten Segler treffen ein – eine bittersüße Ankunft! Wolfgang und Babs haben nach 45 Jahren ihre ANAHITA II verkauft und werden sie jetzt an ein junges Seglerpaar aus Deutschland übergeben.
Wir waren am Rande in den Verkaufsprozess involviert, sozusagen als „Vor-Ort Team“ und freuen uns jetzt, die Übergabephase sozusagen als „Zaungäste“ miterleben zu dürfen.
Um uns gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen, laden uns die beiden angehenden Segelrentner zu einem Sundowner auf die alte Delta 46 ein – „here is the news“!


Wir können heute nicht allzulang bleiben, weil Martin und Petra uns ins „SouVLakki“ eingeladen haben.
Wir sitzen lange zusammen, lernen Lia kennen und haben uns allerhand zu erzählen. Es ist viel passiert im Winter, wir tauschen uns aus und genießen den kurzweiligen Abend.
Martin und ich haben eine gemeinsame Leidenschaft – die göttlichen Eiskreationen von „Repapis“.
Es lag also auf der Hand, dass ein Besuch des Eispalastes unseren Abend abrundet.



Leider auch hier ein kleiner Dämpfer! Die Preise wurden angehoben – und das nicht zu knapp.
Die Kugel Eis kostet nun 2.50€ statt vorher 2.-€ – das ist an sich nicht so viel, aber hochgerechnet auf den Monat ist es für Sibylle und mich ein spürbarer Posten.
Dabei will ich aber einräumen, dass „Repapis“ trotz seiner Qualität bisher der günstigste Anbieter war und die Größe der Kugeln in Relation zum aufgerufenen Preis steht.
Die Teuerung macht eben vor niemand halt.
Abrupter Themenwechsel! Mitte April ist richtig was los in der Marina. Überall wuselt es, an allen Schiffen wird gearbeitet, es sind ein Haufen Menschen hier – und da sind wir schon wieder bei einem meiner Lieblingsthemen…
Triggerwarnung! Es wird fäkal.

Warum höre ich nicht auf damit? Warum immer wieder Ekelbilder? Es hilft doch ohnehin nichts!
Die Antwort – ich muss es mir von der Seele schreiben. Ich kann es nicht rausschreien, ich kann niemand zur Verantwortung ziehen oder an den Pranger stellen und doch brodle ich innerlich auf…
Was sind das für Schweine – und es werden mehr. Diese Bilder sind an der Tagesordnung! Inzwischen bin ich nicht mehr alleine, auch andere Segler stören sich inzwischen an den Nestbeschmutzern.
Vielleicht kann man ja doch bei der Marinaleitung einsteuern, dass hier eine Art „Endkontrolle“ durch eine Putzarmee geschaffen werden muss. Der Homo Sapiens des Jahres 2025 schafft es eben nicht mehr ohne AI / KI.
Einen richtigen Scheißjob hatten auch Mario und ich vor der Brust – dachten wir zumindest!
Sein Ruderblatt wollte eingebaut werden und diese Arbeit stand heute auf unserer Worklist.
Ich erinnerte mich an die Rudermontage bei NESSAJA, es war damals nicht so, dass ich diese Tätigkeit als mein neues Hobby ausrufen wollte.
Der erste Schritt, das Einfädeln ins Ruderlager, war recht schnell geschafft. Aber dann…

SAGITTA hat uns überrascht! Alles ging um genau das entscheidende Quäntchen leichter als bei unserem Schiff.
Das Ruder ist etwas kleiner und wiegt weniger, so konnten wir es rasch fixieren.
Ich konnte es mit der Hand hochheben, bei NESSAJA brauchten wir einen Wagenheber.
Als es eingefädelt war und der Sicherungsring mit Haltepin befestigt war, hatte das große, widerspenstige Blatt verloren…

Sehr zu unserer Verwunderung, ließ sich auch der Ruderquadrant verhältnismäßig leicht anbringen und festschrauben.
Die ganzen Gewaltaktionen, die damals bei unserer 43CC nötig waren, konnten wir uns an Marios 38C sparen.
Dufour scheint innerhalb zweier Jahre dazugelernt zu haben, in jedem Fall ist die Befestigung des Quadranten bei diesem Modell sehr viel besser und montagefreundlicher gelöst.
Fertig! Die Ruderblattmontage ging sehr viel schneller als befürchtet, wir hatten unser Tagwerk geschafft!

Eva ruft von oben zur Kaffeepause und kredenzt „ihren zwei Marios“ zum kleinen Schwarzen (hier ist der Espresso gemeint) eine österreichische Süssigkeit – „Manner Waffeln“!
Das ist ein Foto wert, denn Sibylle liebt diese Dinger! Ich sende das Bild an meine Frau und war mir sicher, es wird nur Minuten dauern bis auch sie hier auf SAGITTA aufschlägt.

Habt im Sinn, dass alles Leben auf SAGITTA an Land – „on the hard“ – passiert. Kein Abwasser, keine Toilette, der Weg immer über die Leiter – es ist beschwerlich!
Das ist der Grund, warum wir die letzten Wochen sehr häufig zusammen auf NESSAJA speisen, wir können so für eine Weile einen kommoden Lebensraum anbieten
Alle sind sich einig – es wird Zeit, dass die kleine Dufour wieder ins Wasser kommt. Wir denke dabei an Hans Peter, der letztes Jahr vier Monate zusammen mit seinem Merlin on the hard gelebt hat – und so auch in die neue Saison starten wird.
Am Abend sind Sibylle und ich mit Roland und Mireille zum Dinner im „Kakomoiras“ verabredet.
Wir feiern unseren Hauskauf – die erste offizielle kleine Feier!



Offen gesagt, gegeben durch die Tatsache, dass ich seit Dezember die Schlüssel habe und wir zudem fast wöchentlich am Haus waren, ist die offizielle Eigentumsübertragung zwar schon ein Meilenstein für mich – aber emotional erreicht hat es mich nicht in dem Maße wie zum Beispiel unser damaliges Haus in Miesbach.
Trotzdem – EINE offizielle Feier muss sein und diese wollten wir zusammen mit den beiden Freunden aus der Schweiz erleben.
Diese Beiden gaben uns bei einem Zusammensitzen in deren Häuschen die Initialzündung und ein Dutzend Argumente, unseren lang gehegten Gedanken an einen Hauskauf jetzt ENDLICH voranzutreiben – und sie hatten Recht!
Dafür bedanken wir uns heute bei einem geselligen Abend.
Obwohl dieser spät endet, sorgen Sibylle und ich für einen gemütlichen Ausklang bei einer Folge „Inspector Barnaby“ nebst irischer Schokoladenbegleitung 😉

In den letzten Wochen war die Relation von Wetter und Coppercoatanstrich allgegenwärtig!
Coppercoat ist eine Diva unter den Antifoulinganstrichen – es ist auf die richtige Temperatur zu achten, der Anstrich darf nicht nass werden, zudem sind absolut exakte Verarbeitungsvorschriften bezüglich des zeitlichen Ablaufs vorgegeben.
Uns war klar, wir brauchen fünf Tage ohne Regen – die ersten zwei über 10°C, die nächsten drei über 15°C!
Diese Phase scheint nun gegeben – es geht los!!!

Zuerst werden über zwei Folgetage verteilt, zwei Lagen Hempel Dickschicht-Epoxyprimer gestrichen.
Dieser gilt als Grundlage für den Coppercoatanstrich und als Wassersperre zum Rumpf hin.
Dies übernimmt eigentlich das Gelcoat, welches aber durch das Schleifen und die Reparaturarbeiten an einigen Stellen abgetragen wurde.
Für diese beiden Lagen sind mindestens 10°C einzuhalten, zwischen den Lagen sollen mindestens 12h vergangen sein.
Solange der Anstrich nicht durchgetrockent ist, darf kein Wasser beaufschlagt werden.



Da Eva und Mario ganz exakte Vorstellungen haben, wie ihr Rumpf zu streichen ist, dies mit dem Verarbeiten von Micromengen der Farbe und gaaaaaanz dünnem Aufwalzen desselben gepaart ist, habe ich sehr rasch verlautbaren lassen, dass ich nicht streichen möchte.
Das ist nur fair, denn mir fehlt für diese Arbeitsweise die Geduld. Da der Erfolg den Beiden jedoch Recht gibt – es war kaum Orangenhaut zu sehen – war sehr schnell klar, dass „der große Mario“ für das Anrühren des 2-Komponenten Farbnachschubs zuständig ist.
Erster Tag geschafft – erste Lage drauf. Der Feierabend ist wohlverdient!
Weil noch etwas Tag übrig war, sind wir mit Mario und Eva zum Haus hoch gefahren.
Der Garten ist zwar wunderschön, braucht aber dringend einen Schnitt!

Zum Dinner waren wir vier heute mit Martin und seiner Familie im „Metzes“ verabredet.
Wir haben einen Tisch reserviert und Mario und Eva hatten zusammen mit der Crew der STENELLA eine Fahrgelegenheit.
Wie immer hat man sich rührend um uns gekümmert, ich gehe gerne zu Eleni und Stamatis.
Sibylle und ich waren mit dem Mopped gefahren, früher angekommen und haben die Gelegenheit genutzt, den Abend mit einer Karafaki Ouzo zu eröffnen.

Als die anderen eintrafen wurde die Ouzorunde erweitert und es ging ans Bestellen.
Zuerst Meze, wie immer, dann könnten wir uns doch mal eine Grillplatte gönnen, oder?
Jaaaa! Klar, das können wir! Für wie viele Personen? Für sechs!
Ich zucke – für sechs? Euer Ernst?
Ok, ICH hätte für vier bestellt, aber wenn ihr wollt…
Die Meze waren lecker wie immer, wir haben gemampft und genossen!

Ich beobachte, wie die Freunde die leckeren Vorspeisen genießen. Ich sehe, wie sie Brot dazu essen und die Tellerchen damit auswischen, klar wir waren alle hungrig und es war einfach gut.
Die Grillplatte schienen einige vergessen zu haben – ich höre ein leises „…eigentlich bin ich satt!“ aus irgendeiner Ecke.
Es war eine weibliche Stimme mit badischem Akzent 😉
Dann der große Moment – eine Grillplatte für sechs Personen findet den Weg auf unseren Tisch! Staunen! Ungläubige Blicke! Offene Münder!
Ich wetze mein Messer…


Ich kämpfte um unsere Ehre zu wahren, Martin und Mario hielten noch etwas mit, die Frauen stiegen sehr bald aus.
Wir mussten passen! Die Reste wurden eingepackt und haben Eva gleich den Speiseplan der folgenden Tage anpassen lassen – „…übermorg´n gibt´s a Tiroler Gröstl!“
Mit spannendem Wanst haben wir die Taverne verlassen und sind zu unseren Vehikeln gelaufen. Alle haben sich die Bäuche gerieben und gestöhnt.
Auf einmal fragt Martin „…vielleicht will ja noch jemand mit auf ein Eis?“
Sehr zu meiner Verwunderung stimmen alle zu! Im „Eismagen“ sei noch Platz, man müsse das getrennt voneinander betrachten – also auf zu „Repapis“.


Überraschender Weise schlafe ich trotz Völlegefühl recht gut und hätte mich auch gerne noch einmal umgedreht, als der Wecker mich am nächsten Morgen um 06.45 Uhr aus dem Schlaf reißt.
Häh? Warum das? Weil ich bei Susanne von der ESPERANZA im Wort stehe!
Es ist ein windstiller Tag angesagt und sie braucht Hilfe beim Anschlagen der Genua. Als sie mich fragt, ob wir das früh am Morgen machen können, antworte ich flapsig, „…ja klar, ich kann um halb sieben da sein.“
Als sie erwiedert, „…nein, es reicht völlig wenn wir um acht anfangen…“, weiß ich nicht, ob der Punkt an sie oder mich geht.
Da ich ohne Kaffee nicht funktioniere, brauche ich etwas Vorlaufzeit, bevor ich von Steg F zu Steg E schlurfen kann.


Eigentlich ist die Genua eines 35ft Schiffes keine Challenge. Auch bei Susanne kann man das überschaubar große Tuch mit der Hand aufheißen.
Ohne hier jetzt Öl ins Feuer gießen zu wollen, diesen „Minijob“ hätten wir auch rasch zu christlicher Zeit machen können.
Aber – ich sammle auf diese Art und Weise eben auch Karmapunkte und kann bereits um 08.30 Uhr auf einen erledigten Punkt meiner Tagesaufgaben blicken.
Susanne „entlohnt“ mich indirekt und unbewusst, denn sie bittet mich, die bleischwere Ankerwinsch ein paar Meter Richtung Schrott zu tragen.
Ha, eine „Lofrans Cayman 88“ mit – Achtung Insiderwitz – drei Haxn! 😉
Eine Winde, die fast alle Freunde als Standardausstattung haben und von der wir letztes Jahr eine ausgeschlachtet haben.
Ich sichere mir die ausgemusterte Winsch als Ersatzteilträger.

Der weitere Tagesablauf wiederholt sich. Wir arbeiten an SAGITTA und erledigen nebenher unsere Alltagsaufgaben.
Mario und ich nutzen eine Zeitlücke zwischen den Streicharbeiten um den Propeller zu montieren, damit sind die mechanischen Arbeiten abgeschlossen.

Auf den Abend freuen wir uns. Marcus ist ja schon seit zwei Tagen zurück auf Leros um seine DARKSYDE auf eine Urlaubsreise vorzubereiten.
Heute kommen Susanne und Lilly dazu und wir sind gemeinsam zum Dinner im „Navarone“ verabredet.
Sibylle und ich brechen am frühen Abend mit der GS auf, das Wetter hat sich stabilisiert, es droht kein Regen. Auch die Temperaturen klettern langsam auf Normalniveau.



Zurück zu SAGITTA – wie bereits geschrieben, befinden wir uns in einer Phase, welche es ermöglicht die Anstriche an der Dufour zu realisieren.
Wir müssen also dranbleiben.
Die erste Lage Epoxyprimer ist trocken, aber noch überstreichfähig. Es ist kein Regen abzusehen und die Temperaturen liegen am Morgen gerade noch über dem zulässigen Minimum von 10°C.
Gehen wir es also an – der Gong zur zweiten Runde!


Abermals bilden die Eigner das Streichteam, ich versorge die Beiden mit Farbnachschub und diene daher in der Hexenküche.
Diesmal ging es zügig und problemfrei von der Hand, langsam bekommen wir alle Übung!
Da wir am frühen Nachmittag schon Vollzug melden konnten, rief Mario eine Eiseinladung für die Mitstreiter aus – so kam ich in den Genuss eines wohlverdienten Eistraums.
Gekauft in der wohlbekannten und mehrfach gepriesenen Filiale des Schlaraffenlandes…

Auch Sibylle hat zu uns gefunden. Sie war einkaufen und wurde von uns ob unserer Pläne informiert.
Bei solch einer Leckerei sagt auch sie selten Nein – so schlemmten wir Vier in vollen Zügen!

Am Abend saßen wir beim Essen zusammen. Wie immer hat Eva gekocht, wir haben auf NESSAJA gegessen.
Das abendfüllende Thema war der Coppercoatanstrich und das Wetter. Ich hatte es schon erwähnt – der Kupferanstrich ist eine Diva.
Kein Regen! Über 15°C! Dünn streichen! Nass in nass verschlichten! Mindestens vier bis sieben Lagen! Dann 48h Trockenzeit, abermals ohne Regen!
Es war klar, es würde ein Tag folgen an dem von morgens bis abends gestrichen werden muss.
Dünn auftragen, konzentriert arbeiten, die Farbe immer rühren, dass sich das Kupferpulver nicht absetzt.
Morgen soll es soweit sein! Markus von der TARA würde uns helfen, seine Partnerin Lilly und Sibylle würden uns mit Kaffee betanken.
Der große Tag…
Treffen um 08.30 Uhr – wir bereiten alles vor. Ich darf abermals der Druide sein.
Die anderen Drei streichen als „Einzelkämpfer“, soweit der Plan.



Start! Wie lange haben wir über diesen Tag gesprochen – heute bekommt SAGITTA ihre neuen Kleider.
Und das warten hat gelohnt – wir haben einen Traumtag um diese Aufgabe umzusetzen.
Auch ich, also der Mann an der Mischstation, der Miraculix der Moderne – auch ich habe allerhand zu tun!
Drei Streicher mit der großen Rolle verlangen nach Material. Ich mische ohne Unterlass Harz mit Härter, füge Kupferpulver und Alkohol hinzu.
Weil wir mit halben Verpackungseinheiten arbeiten und die Eichstriche auf den Messbechern nach dem Rühren nicht mehr zu lesen sind, muss alles abgewogen werden.
Um ein Absetzen des Kupferpulvers zu verhindern muss gerührt werden – ständig, pausenlos!

Die Streicher teilen sich das Boot in Segmente auf um sich nicht gegenseitig zu behindern.
Mario streicht die offene Ruderseite und den Kiel, Markus und Eva jeweils eine Rumpfhälfte.
Sie würden sich gegenseitig abwechseln – Seitenwechsel nach jeder Lage, um so die unterschiedliche Arbeitsweise zu kompensieren und letztlich eine homogene, möglichst glatte Oberfläche zu erreichen.



Was dann im Laufe des Vormittags passierte, war schon fast die Bestätigung für die „Murphys Law“ Theorie.
Wir waren seit Wochen zwischen zwei Booten positioniert und haben uns sehr gut eingerichtet.
An beiden Nachbarschiffen war über Wochen weder gearbeitet worden, noch war irgendwer zugegen.
Heute, genau HEUTE, wimmelte es von Arbeitern, Eignern und Helfern – es war emsiges Treiben rund um unsere Baustelle.
Erst mussten wir alles wegräumen, weil das Nachbarschiff links abtransportiert wurde – das sorgte für eine (nicht erwünschte) Sonnenseite.
Dann kam auf dem Nachbarkatamaran ein Helfer mit einem Schlauch – er müsse JETZT das Schiff abspritzen und reinigen!
Ihr erinnert euch – kein Wasser / kein Regen! Mario war außer sich! Er legte eine Protestnote ein und konnte tatsächlich erreichen, dass die Arbeiten erst gestoppt wurden und der Katamaran später verlegt wurde.
Wir strichen unterdessen weiter – bis zur wohlverdienten Mittagspause…


Mittagspausen bergen die Gefahr, dass man in ein Loch fällt und sich nicht mehr aufrappeln kann.
Lange durften wir ohnehin nicht sitzen, ihr erinnert euch, Coppercoat will „nass in nass“ gestrichen werden.
Da wir jetzt eine Sonnenseite hatten, wurde somit auch die Trocknungszeit kürzer.
Es musste also weitergehen – mit jeder Lage stellte sich etwas mehr Farbdeckung ein.
Langsam war das Zielbild erkennbar.


Bei Coppercoat geht man von durchschnittlich sechs Lagen aus. Dafür wird die benötigte Menge berechnet, es wird dann solange gestrichen bis nichts mehr da ist.
Nach jeder Lage wird die Mischung leicht angepasst. Wir verstreichen also Verpackungseinheit um Verpackungseinheit, ich lasse die Streicher wissen, wieviele Kilos des teuren Gemenges noch da sind.
Wir sind mit zwölf Verpackungseinheiten gestartet, jede wiegt real 3,5kg inclusive dem Kupferpulver.
Umgangssprachlich klammern wir das Kupfer aus und sprechen nur von Harz und Härter, eine Verpackungseinheit ist ein Liter, etwas mehr als „ein Kilo“.
Ihr habt noch drei Kilo, noch zwei Kilo, noch ein Kilo…
Finale!

Für die 38ft Dufour wurden, wie gesagt, zwölf VPE Coppercoat berechnet.
Diese haben für sechs Volllagen gereicht, den Rest haben wir an den strapazierten Stellen wie Bug, Kiel-Vorderkante und Wasserpass verstrichen.
Als wir unsere Baustelle aufgeräumt hatten, stand SAGITTA alleine da. Während wir strichen, sind links und rechts alle Schiffe weggeräumt worden.
Was tagsüber fast ein wenig nervig war, freut Mario jetzt besonders. SEINE Yacht steht exponiert und glänzt in der Abendstimmung – ENDLICH war es geschafft, der Coppercoatanstrich ist vollbracht!
Ehrensache für Eva und Mario, dass das Coppercoat-Team am Abend gemeinsam im „La Nostra“ sitzt und sich an riesigen Pizzen labt – eine wohlverdiente Einladung!

Am Morgen des Folgetages bin ich zunächst von den Bootsarbeiten „befreit“. Sibylle und ich haben unseren ersten Handwerkertermin bezüglich des neuen Hauses.
Wir treffen uns mit dem Dachbaumeister und Spezialisten für Flachdächer.
Ich habe ja zwei Stellen, an denen etwas Wasser eintritt und möchte eine Einschätzung, was es kostet diese zu reparieren und dann das ganze Dach einmal wasserdicht zu versiegeln.
Ich möchte sicher gehen, dass von oben keine Feuchtigkeit reinkommt.

Der Fachmann sieht sich das Projekt an, macht sich Notizen und erkennt den Arbeitsumfang.
Es gilt nun zu berechnen wieviel Geld man in die Hand nehmen muss und dazu sollten wir den idealen Zeitpunkt für die Reparatur besprechen.
Wir beschließen, dass wir uns nach Ostern treffen und alles detailliert durchgehen.
Weil wir schon auf der Anhöhe von Plaka waren, sind wir gleich weiter nach Kamara zu Giorgos´ Werkstatt „Boat & Parts“.
Ich habe ein Edelstahlset für eine Boilerbefestigung geschenkt bekommen und gebe dieses an Giorgos weiter.
Sehr zu meiner Freude spricht mein Freund eine Einladung zum Osterfest in seinem Haus aus.
Wir nehmen an, sagen aber gleich dazu, dass wir vorher eine andere Feier besuchen werden.
Dann geht es weiter zur „Artemis Boatyard“ am Flughafen, dort habe ich ein Versprechen einzulösen.

Willi, ein schweizer Segelfreund, hat mich gebeten, dass ich noch einmal nach seiner kleinen Bruce Roberts 36 sehe.
Ich möchte doch bitte die Batterien checken und dafür sorgen, dass diese nicht kaputt gehen.
Das trifft sich recht gut für mich, denn ein Kaufinteressent möchte noch weitere Bilder. So kann ich mit meinem Besuch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Wir sind etwa eine Stunde vor Ort bis alles erledigt ist. Dabei nutzen wir auch gleich die Gelegenheit, dass wir der Chefin dieser Bootswerft und ihrer gesamten Crew ein frohes Osterfest wünschen.
Ich kenne Kalliopi seit einigen Jahren und ich finde es gehört sich einfach – auch, wenn ich offiziell für „die andere Marina“ stehe 😉 . Aber wer weiß was noch so kommt?
Danach treten meine gute Gattin und ich die Heimfahrt an. Inzwischen ist es Mittag geworden und ich weiß, was meine Frau um diese Zeit schätzt!
Da ich weder Spielverderber noch Spaßbremse sein will – und so sage ich ihr das auch – biege ich nach Agia Marina ab, um im dortigen „To Paradosiako“ einen Cappuccino nebst einer Süßigkeitenbegleitung mit ihr zu genießen.


Jetzt müssen wir aber los! Nicht, dass wir uns hier noch festsitzen. Ich habe nämlich Heiner versprochen, dass ich ihm beim Einwassern seiner DAMIANA helfen würde und den Linehandler für ihn mache.
Der Krantermin ist in einer halben Stunde, wir müssen also zurück in die Marina.
Dort kommen wir keine Minute zu früh an, denn die kleine Lagoon 380 hängt schon in den Gurten, die Vorbereitungen laufen.
Ich steige mit Heiner zu, DAMIANA wird an Ponton H verbracht.
Alles klappt bestens…




Weil mein Motorrad ohnehin noch bei Marios SAGITTA steht, nutzen wir beide die Gelegenheit um letzte Handgriffe am Propeller zu machen.
Inzwischen hatte sich die Herstellerfirma zurück gemeldet und den berechneten Pitch des Verstellpropellers durchgegeben.
Der Propeller wurde vor Jahren einmal repariert und unser Verdacht, dass hier eine falsche Einstellung vorgenommen wurde bestätigt sich.
Wir drehen die Flügel also um ein paar Grad zurück und fixieren den Verstellring.
Weil Mario inzwischen auch einen Schmiernippel gekauft hat, drängt sich der Abschmierservice quasi auf, dann ist aber auch diese Baustelle erledigt!

Eine Frau läuft über den Platz – sie steuert schnurstracks auf mich zu. In der Hand etwas Weißes.
Sie begrüßt mich, als wäre sie meine Schwester und herzt mich – Sibylle schaut sich die Situation an und staunt…
Ich muss gestehen, dass es in äußerst seltenen Fällen vorkommt, dass ich Menschen völlig vergesse.
Entweder kann ich mir ein Gesicht merken oder den Bezug zum Schiff. Auch wenn mein Namensgedächtnis nicht das beste ist, einen völligen Blackout habe ich fast nie! Jetzt grad schon!!!
Ich mache gute Miene zum bösen Spiel und überspiele die Situation. Ich herze die mir unbekannte Frau ebenfalls und klopfe mir auf die Schenkel als sie lustige Geschichten des letzten Jahres rekapituliert.
Dann greift sie den weißen Fetzen und breitet ihn vor mir aus – ein weißes Hemd welches sie mir schenken möchte!
Es sei neu, aber von ihrem Mann eine Nummer zu groß gekauft – „…ich müsse es anprobieren!“
Sibylle schaut ungläubig…

Wider Erwarten passt es! Die rätselhafte Unbekannte quittiert mein Aussehen noch mit der Bemerkung „nice boy“, dann zieht sie ab.
Sibylle meint nur – „…was war jetzt das?“
Ich zucke mit den Schultern und freue mich über mein weißes Hemd, welches ich wohl nie anziehen werde.
Ob sie Mitleid mit mir hatte? Es hat ja schon einmal ein „Freund“ meine T-Shirts bemängelt 😉 …
Weil ich gerade beim Anprobieren war, nehme ich mir auch kurz Marios Mütze zur Modeschau.
Ich sollte aufgrund meiner Kopfhaut und Sibylles Verdacht, die Sonne ein wenig fernhalten.
Nun habe ich aber nicht unbedingt einen Mützen- oder Hutkopf. Ich suche also noch nach einer Lösung.
Wie wär´s damit???

Wie auch immer, für heute reicht es mir. Die Sonne hat inzwischen richtig Kraft, die Wolken ziehen sich zurück, es sieht aus, als hätte der Sommer den Durchbruch geschafft.
Das bedeutet, dass sich der Gedanke an eine „Eiszeit“ immer häufiger ins Gedankengut mogelt – so auch jetzt.
Mein wenig versteckter Hinweis, dass ich nur mal schauen wolle ob es eigentlich noch etwas Parfait Creme bei „Repapis“ gibt wird als Aufforderung verstanden und so finden wir uns wenig später in der kleinen Eismanufaktur wieder.

Der Rest des Tages verplätschert. Ich bin in Gedanken ohnehin schon im neuen Tag.
Ich stehe im Wort, der turnusmäßige Besuch auf EDINA steht auf dem Programm, dies will ich morgen erledigt wissen um diese Pflicht zu meiner Entlastung aus dem Kopf zu haben.
So ist es auch mein erster Weg am Folgetag – ich besuche die verwaiste CNB Bordeaux 60 am B-Ponton.

Alles in Ordnung an Bord! Es hat die letzten Wochen nicht mehr so viel geregnet, alle Vorkehrungen zum Schutz gegen eindringendes Wasser waren getroffen und haben Wirkung gezeigt.
Die Luftfeuchtigkeit war auf perfektem Niveau, trotzdem lüfte ich das Schiff über einen halben Tag.
Ich starte den Hauptmotor und den Generator und sehe auch sonst nach dem Rechten – alles ok, ich kann eine Nachricht an den Besitzer schreiben und ein positives Signal senden.

Ich gehe zurück auf NESSAJA – dort ist Sibylle schon am wüten. Sie hat einen Waschtag ausgerufen und fordert mich auf, meine Kleidung abzulegen.
Was sich verlockend anhört ist eine Falle! Sie will vor allem meine lange Hose um diese zu waschen.
Ich gebe die während des Tages nicht gerne her, denn ich habe nur eine!
„Zieh´ endlich die Kurze an, Du Weichei!“ höre ich sie mit mir schimpfen. Nun, vielleicht hat sie Recht, es wäre warm genug.
Was sie aber nicht versteht ist, dass in meinem Kopf die kurze Hose nur in Kombination mit den Flip-Flops geht.
So weit so gut, aber mein Kopf weigert sich auch, dieses Rad noch einmal zurückzudrehen – sich jetzt für kurz zu entscheiden bedeutet, dass ich nun bis 01.12. meine geliebte Short und meine Latschen nicht mehr ausziehen werde.

Mein erster kurzbehoster Weg führt am Abend ins „Kakomoiras“. Dort haben wir uns mit Carola und Thomas von der EMOTION verabredet.
Ich gebe offen zu, dass der abendliche Fahrtwind die Zeherl ganz schön runterkühlt, umgekehrt bleibt so dem Käsefuß keine Chance – kein Vorteil ohne Nachteil!
Thomas und Carola treffen wir zweimal in der Saison – zu Beginn und zum Abschluss. Wir haben uns über das „Mittelmeer-Skipper-Forum“ kennen gelernt und zumindest für uns kann ich sagen, dass wir die Abende mit den Beiden sehr genießen.
Da ihre Dufour 485 in der „Moor & Dock“ Marina liegt, sehen wir uns nicht regelmäßig, die Gespräche bekommen dafür aber stets frischen Wind. Wir schätzen diese Abwechslung.
Das „Kakomoiras“ ist gut wie immer, hier wurden wir noch nie enttäuscht.


Es war ein kurzweiliger und sehr schöner Abend – wir freuen uns auf das nächste Treffen.
Weniger gefreut habe ich mich auf das ToDo des Folgetages. Der neue Coppercoat Anstrich der SAGITTA muss aktiviert werden. Dafür muss das ganze Schiff einmal überschliffen werden.
Ich hatte vermutet, dass wir mit dem Exzenterschleifer und 400er Papier einmal „drüberrutschen“, doch weit gefehlt!

Mit dem feinen Papier erreichen wir quasi nichts. Wir gehen langsam hoch und probieren alle Scheibenvarianten in verschiedensten Körnungen.

Schließlich stellt sich heraus, dass die 180er am besten funktioniert.
Wir teilen uns die Arbeit auf – nach körperlicher Länge!
Der „kleine Mario“ schleift SAGITTAs Bauch, der „große Mario“ die Flanken.
Der Vorteil – „the Austrian Mario“ ist in der Lage, den Boden fast im Stehen zu schleifen, während „Marios Germanikos“ für den oberen Rand nicht einmal eine Trittstufe benötigt.


Die Arbeit zieht sich! Der Vormittag vergeht schnell und die liebe Eva kredenzt uns zur Mittagspause ein Tässchen Espresso nebst Keksbegleitung – so kann man es schon aushalten.

Was macht Sibylle? Die genießt das Leben während ich schufte 😉 – meine Frau hat sich frei genommen, um mit Mireille und Roland eine Wanderung im Norden der Insel zu machen.
Sie sendet Bilder und scheint Spaß zu haben…





Schöne Impressionen, gell? Mario und ich schleifen wieder, plötzlich schellt mein Telefon, am anderen Ende der Leitung – meine Gattin!
„Du, wir sind am Weg nach Lakki! Lust auf ein Eis?“
Was ist da nur passiert – Sibylle fragt aktiv nach einem Eisdielenbesuch? Sie will freiwillig in die Höhle der Kalorien?
Ein böser Dämon muss sie heimgesucht haben.
Egal, klar folge ich dem Ruf des Teufels der aus dem Munde meiner Frau spricht. Mich wundert nicht, dass Adam und Eva in den Apfel bissen, die Verlockung ist einfach überall und ich bin ein Sklave meiner Leidenschaften.

Danach heißt es ENDSPURT! Wir schleifen das Coppercoat fertig und aktivieren sozusagen die Wirkung der Kupferpartikel.
Das war´s, jetzt erst ist der neue Anstrich fertig für´s Einwassern – am kommenden Dienstag ist es soweit!
Wir kleben noch die äußere Saildrivemanschette an den Rumpf, dann endet meine Verpflichtung zur Mithilfe an SAGITTA, eine Pflicht, die durch ein gegebenes Wort entstanden war.

Der Abend endet fulminant! Wir hatten die Idee, die „Next Generation“ zusammenzubringen und einander vorzustellen.
Phillip war ja inzwischen angekommen um seine AMAÉ saisonfit zu machen, ein junger Schweizer mit Weltumsegelungserfahrung.
Dazu Antonia und Alex, das junge Paar aus Niederbayern, die zur Übergabe ihres Neuerwerbs ANAHITA II angereist war – das A-Team.
Last not least Jasmin und Tim, die in den letzten Zügen der Vorbereitung ihrer TAO 3 sind.
Die alle an einem Tisch zusammenführen, das würde sicher eine gute Truppe geben und auch unseren Horizont erweitern und unsere Gespräche bereichern.
Welche Taverne würde sich dafür besser eignen als das phantastische „Pirofani“ am Strand von Panteli?

Ich mach´s kurz – es war ein herrlicher Abend bei bestem Essen! Wir haben geratscht, gelacht, sinniert und uns ausgetauscht.
Ich wünsche mir, dass es nicht der letzte Abend dieser Art und in dieser Runde gewesen ist!
Wenn ihr nun denkt, dass das Ende meiner Unterstützung an SAGITTA den Übergang in eine Phase des Müßiggangs einläutet, dann irrt ihr gewaltig.
In wenigen Tagen kommt Hans Peter an, wir haben noch etliche offene Punkte auf seiner Worklist.
LIBERTÉ wird mich daher bereits ab 23.04. in Beschlag nehmen – dies wohl bis zu meiner Abreise nach Preveza am 15.05.!
Anfang Mai kommt Ralf, ich will ihm beiden Vorbereitungen an seiner CHILI helfen – parallel zum Arbeitspaket an HPs Bavaria.
Und bereits Ende April kommt Gottfried auf Leros an – hier habe ich eine kleine „Fleißaufgabe“ übernommen.

Ihr erinnert euch ja an die Gelcoatabplatzer – diese Arbeit will ich nun endlich erleidgt wissen und packe es HEUTE an!
Ich überschleife die Schadstelle noch einmal mit dem Dreiecksschleifer und kann so eine recht gute, homogene Oberfläche bekommen.
Dann geht es an die erste Spachtellage – ich fülle den Schleifbereich auf und bekomme ein ganz gutes Ergebnis!

Noch ein- oder zweimal feinspachteln, dann sauber schleifen und mit Epoxy Primer streichen – dann ist das Malheur beseitigt.
Für Hans Peter gehen wir einkaufen. Wenn er ankommt möchte er zumindest Getränke im Schiff haben. Daran soll es nicht scheitern, denn Mario und Eva haben noch einen Leihwagen und gehen mit Sibylle einkaufen, während ich Gottfrieds HARMONY spachtle.


Habt im Sinn, dass ich diese Berichte schreibe und hie und da die Zeit der Erzählung wechsle.
Wenn ihr diesen Teil der Geschichte lest, dann ist Hans Peter bereits angekommen und wir sind wieder am rackern! 😉
Noch sind die beschrieben Handlungen Zukunftsmusik, doch die Gegenwart wird uns bald einholen…
Ostersamstag! Das heilige Licht wird heute Leros erreichen.
Es kommt per Schiff aus Jerusalem und war vorher auf Kalymnos.
Zur Feier dieser Ankunft, gibt es ein Fest im Hafen von Agia Marina.
Zusammen mit dem A-Team wollen wir dort teilnehmen!
Wir finden uns nach dem Abendessen dort ein, pünktlich um 22.30 Uhr sind wir vor Ort und müssen auch nicht lang warten.
Hier ein paar Impressionen.






Wir sehen noch zu, wie die Prozession Richtung der Kirche von Platanos abzieht. Dann wollen wir noch einen Absacker zu uns nehmen – dafür bietet sich das „Navarone“ im Hafen von Agia Marina förmlich an.
Ich war etwas enttäuscht, ich hatte mit mehr Brimborium gerechnet. Nun denn, eine schöne Erfahrung war die Teilnahme aber doch.
Jetzt noch ein Getränk mit den jungen Leuten, dann ab ins Bett, ein gelungener Abend.
Eigentlich war nur ein Cocktail geplant – aber dann DAS!

Ahhhh, ich mag Kokoretsi – und zwar genauso wie es in Griechenland gehypt wird. Als Osteressen!
Innereien mit Darm umwickelt und zu einem „Rollbraten“ fest verschnürt. Das Ganze scharf und resch gegrillt.
Ein Essen, das ich beileibe nicht jeden Tag will, aber zu Ostern MUSS es einmal Kokoretsi sein!
Mit Sibylles Segen bestellen Alex und ich einmal das typische Gericht – ein Mitternachtsschmaus, den wir uns teilen wollen.

Der Abend klingt sehr fein aus – erst nach Mitternacht fahren wir zurück in die Marina und sacken sofort ins Bett – morgen ist auch noch ein Tag, ein besonderer Tag in Griechenland…
Es ist Ostersonntag!
Mit Beginn des Ostersonntags endet die Fastenzeit, welche mit dem in einem früheren Blog beschriebenen „Clean Monday“ begonnen hat.
Natürlich gibt es Gottesdiente und allerlei kirchliche Feierlichkeiten, aber spätestens ab Mittag ist der Tag den weltlichen Freuden gewidmet, es wird wirklich überall gegrillt was das Zeug hält.
An den Spießen drehen sich Kaziki und Kokoretsi, wenn man sich trifft oder auch nur begegnet wünscht man sich καλό Πάσχα και Χρήστο ανέστη – Kalo paska kai Christo anesti, das bedeutet Frohe Ostern und Christus ist auferstanden.
Wir waren, zusammen mit unseren Freunden Mirelle und Roland, sowie mit Jürg, den wir auch aus der Marina kennen, bei Brigitte und Claude zum Osterfest eingeladen.


Es war eine eidgenössische Einladung, alle Gäste sowie die Gastgeber sind in der Schweiz zuhause, manche haben aber französische Wurzeln.
Dennoch war Deutsch die ausgerufene Sprache, man kam uns hier sehr entgegen.
Brigitte und Claude hatten sich alle Mühe gegeben! Tatkräftig unterstützt von den Nachbarn Mireille und Roland, haben sie eine sehr nette Ostertafel gezaubert und ein außerordentlich leckeres Ostermenü zubereitet.
Wir nahmen also an der Tafel Platz – es gab einen Apero, ein paar Snacks und dann wurde das Zicklein aus dem Ofen geholt.
Sibylle hat sich mit Salaten an der Vorbereitung beteiligt und Jürg durfte Eis von „Repapis“ mitbringen.
So war ein feudales Menü sicher gestellt!



Es war ein wunderschöner, geselliger Nachmittag und die Zeit verging wie im Flug.
Irgendwann hatte die Runde genug gegessen und getrunken, jeder war satt und es war eine gewisse Tendenz zur Beendigung der Feier zu erkennen.
Roland rief zum finalen Gruppenfoto, dann hieß es „salü“, bis bald und DANKE für die Einladung.

Ich war hundemüde und wäre am liebsten auf der Couch gelegen – aber das ging nicht! Wir hatten noch eine Verabredung…
Keine Bilder – Privatshäre! Etwas mehr Text, eurer Phantasie ist freier Lauf gestattet, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass viele sich nicht vorstellen können, wie unser Spätnachmittag verlief.
Fast wäre es zu einem Terminkonflikt gekommen! Giorgos hatte Ostern sehr lange nicht erwähnt, wir hatten nicht mehr mit einer Einladung gerechnet. Beim letzten Besuch hatte er diese aber ausgesprochen, doch wir waren schon bei den Marinafreunden geladen.
Eine Gratwanderung! Eine Absage wäre ein Affront! Daher habe ich die Wahrheit gesagt und gefragt, ob wir einfach später auf ein Bier kommen dürften – dürfen wir, jederzeit!
Jetzt muss man wissen, dass bei den Griechen sowieso weniger Statik in so einem Fest ist. Alle stehen mal auf, jeder setzt sich mal zu jedem und Gäste die nicht zum inneren Zirkel der Familie gehören, die kommen und gehen…
Wir sind diesmal also, zum ersten Mal wohl, nicht als „die deutschen Gäste“ geladen, sondern mehr als Freunde – schaut´ halt vorbei wenn es passt!
Wir kommen gegen 17.30 Uhr an, gefeiert wird diesmal in Giorgos neuem Haus. Vom Balkon höre ich Katerina schreien „Mario kai Sivilli!“ – Sibylle heißt bei den Griechen Sivilli, das scharfe ß ist hier nicht bekannt, der optisch ähnliche Buchstabe heißt „vita“, wir kennen ihn als Beta.
Wir betreten die Terrasse und werden geherzt – von rund 20 Personen geherzt und geküsst.
Giorgos´ Oma ist seit knapp einem Jahr verwitwet und sitzt am Ende eines Tisches, sie lacht, sie weint, aber auch sie herzt uns.
Giorgos Mutter und ihre Schwester tanzen zu lauter griechischer Musik.
Viele junge Leute sind hier, die meisten kenne ich, den anderen werde ich vorgestellt.
Von allen Seiten kommen Verwandte und decken uns mit Tsipouro und Kokoretsi ein, sie brechen das Brot mit ihren Händen und geben uns davon.
Wir müssen rote Eier aneinader schlagen, es wird gestikuliert, gesungen, palavert und gelacht.
Das Wort „Gelage“ trifft es wohl am besten – im allerpositivsten Sinn. Diese Lebensfreude gibt es nur hier und mit allem Respekt vor meinem Heimatland sage ich – wir Deutschen können das nicht! Wir könnten uns hier viel Gelassenheit abschauen.
Keine Bilder! Ich denke nicht einmal daran…
Man schreit in die Runde, dass „Ο Μάριος και η Σιβιλι έχουν ενα μικρή σπίτι στην Πλακα“ – der Mario und die Sibylle haben ein kleines Haus in Plaka! Alle freuen sich mit uns – ich erfahre, dass die Verkäuferin eine Tante meines Lieblingsgeigers ist. Auch Manolis war unter den Gästen.
Irgendwann sind wir müde, es wird kalt, wir verabschieden uns. Wieder werden wir geküsst und geherzt – wir hatten einen exorbitanten Tag mit zwei hervorragenden Festen.
Wir fahren zufrieden nach Hause.
Wie werden wohl unsere Freunde in der Marina Ostern verbracht haben?


Die Freunde hatten ein Grillfest am kleinen Marinastrand organisiert und sich zusammengesetzt.
Auch hier wäre ich gerne dabei gewesen, aber man kann eben nicht alles haben.
Als Sibylle und ich zurückkommen, sind sie gerade im Aufbruch. Die Zeit reicht aber noch für ein letztes gemeinsames Absackerbier am Strand und dafür, uns gegenseitig ein kurzes Update zu geben.
Dann verschwindet die Sonne hinter dem Berg, der Abend kommt, mit ihm die Kühle.
Wir alle ziehen uns zurück in unsere Schiffe – wir alle hatten einen tollen Ostersonntag!

Sibylle und ich schauen noch eine Folge „Inspector Barnaby“, dann sacken wir todmüde und erschöpft, aber superglücklich ins Bett.
Die Sonne blinzelt durch die Luke – wie spät ist es? Ich habe ein wenig Schädelsausen obwohl ich gar nicht soviel getrunken habe.
Naja, es war ein turbulenter Tag gestern, da kann man schonmal einen kleinen Hangover haben.
Gut, dass wir heute einen freien Tag geplant haben und nichts, wirklich nichts machen wollten. Oder sollte ich besser sagen „wollten“?
Gerald und Ulrike haben mich ins Wort genommen. Ob ich wohl beim ersten Mal Segelanschlagen helfen könnte?
Weil ich ein gutes Herz habe, gehe ich auf der GIOIA ans Werk, es bleibt aber an diesem Tag bei der einen Stunde Mithilfe.
Für den Rest des Tages stand relaxen auf dem Programm, ich hatte zugesagt mit den anderen zum Panteli Strand zu wandern.
Eine Wanderzusage ist bei mir ein fragiles Gebilde – das mache ich nur in allerbester Laune und jegliche Störgröße lässt den Vorsatz platzen wie eine Seifenblase.
Es war erstaunlich, dass dieser Gamekiller ausgerechnet meiner Frau passiert, sie weiß eigentlich um meine Labilität diesbezüglich.
Was hat sie getan???

Als ich auf NESSAJA zurückkomme, steht sie im Wanderoutfit da und ihr Helm liegt auf der Cockpitbank.
Sie sagt, dass ich den bitte mitnehmen soll, sie fährt mit mir nach Hause.
Meinen Einwand, dass ich doch auch wandern WOLLTE (da war es schon), erwiderte sie mit einem erstaunten Blick – „…ich dachte Du machst Spaß“ höre ich sie sagen „…ich hätte nie gedacht, dass Du das ernst meinst!“
PLOPP!
Wenige Minuten später sitze ich am Motorrad, den Helm meiner Frau am Ellbogen.
Die Wandergruppe ist unterwegs, ich fahre mit dem Mopped nach Panteli.

Die Wandergruppe liefert eine unterdurchschnittliche Pace und schiebt es auf Eva – die Arme!
Ich höre, dass „Mario Austria“ genausoviel gemault hat wie ich es sonst täte. Für Sibylle war also alles wie gewohnt – sie wandert gebremst und mit einem maulenden Mario an ihrer Seite.
Ich dagegen – ERSTER! Ich war als Erster am Strand angekommen und habe mir erstmal einen Freddo Espresso gegönnt.
Natürlich sichere ich den Tisch für die Gruppe.

Als nächster erreicht Alex von der ANAHITA den wunderschönen Ort des Nichtstuns.
Wir sitzen beisammen, klönen ein wenig und laben uns an den köstlichen Getränken.
Etwas später treffen die Wandervögel ein und noch bevor sie sich setzen, wird Gerstensaft bestellt.
Obwohl deutlich aufgeheizt, kann sich keine(r) der fleißigen Läufer aufraffen ins zwar kühle, aber doch deutlich einladende Nass zu springen.
Na denn, dann halt Alex und ich! Heute ist es soweit, deutlich später als die Jahre zuvor eröffne ich meine persönliche Badesaison.

Wir verleben noch ein paar schöne Stunden am Beach, essen eine Kleinigkeit, bevor sich unsere Runde auflöst.
Zum Dinner sitzen wir ein letztes Mal mit Eva und Mario auf NESSAJA zusammen.
Am morgigen Dienstag würde SAGITTA gekrant und die Beiden können in eine normale Bordroutine zurückkehren.
Da auch Hans Peter morgen ankommt, verspricht es ein schöner und umtriebiger Tag zu werden.
Der Freund aus dem Saarland und sein Terrier Merlin kommen um 07.45 Uhr mit der Fähre – das gemeinsame Programm beginnt mit einem Frühstück bei Marietta – soweit der Plan.
Der Wecker klingelt um 06.15 Uhr! Ich trinke Kaffee und kehre langsam auf die irdische Welt zurück.
Ich wecke Sibylle rechtzeitig, auch sie schlürft einen schnellen Tee, dann müssen wir zum Hafen.
Die Nachtfähre aus Piräus ist im Anflug – BIMM – „…wir sind verspätet abgefahren, komme später an!“
Na toll! Umsonst so früh aufgestanden! Wir machen uns noch einen Kaffee und fletzen uns nochmal auf unsere Couch – wo steckt er denn eigentlich???

Sibylle und ich können uns die Zeit vertreiben. Wir diskutieren ein wenig über die Hausbaupläne und darüber, ob und – ganz wichtig – wann wir NESSAJA jetzt verkaufen wollen.
Das Inserat läuft, ich sollte das Deck reparieren. Aber wir wohnen schließlich auf unserem Schiff…
Was tun? Offen gesagt, die Nachfrage ist bisher gering, ich brauche Geduld und die Decksreparatur macht mir Kummer.
Richtig gut geplant – und doch irgendwie die falsche Reihenfolge.
Wir tauschen Ideen und Meinungen aus – wir merken, das letzte Wort ist in dieser Sache noch nicht gesprochen.
Dann wird es Zeit, die Fähre biegt in die Lakki-Bucht ein, wir fahren zum Hafen.

Wir sind kaum am Tor, fährt HP seinen Pick-Up auch schon über die Rampe – willkommen zurück auf Leros!
Kurzes Hallo, dann muss der Ford Ranger den Weg räumen…
Um die Ecke kann der Freund kurz halten, Merlin sollte dringend mal an den Wegrand gehen.
Währenddessen können wir uns ordentlich begrüßen – „…lange nicht gesehen, schön dass Du wieder da bist! Wir haben viel zu tun!“ 😉


Dann aber – bedingt durch das lange Warten, haben wir alle einen ordentlichen Appetit – nix wie auf zu Marietta, heute gibt es ein leckeres Frühstück!
Der Weg ist nicht weit und so finden wir uns schon ein paar Minuten später, an einem der nett dekorierten Tische wieder.



Die Stunde gönnen wir uns! Wir schnacken etwas, Hans Peter bekommt – here is the news – seine Updates und irgendwann kippt das Gespräch zu den Booten.
Erst ganz harmlos – „…wie geht es LIBERTÉ?“ Doch schon bald wird das Gespräch technischer und man merkt, dass unser saarländischer Freund auf Kohlen sitzt.
Also auf geht´s, auf zurück in die Marina.
Im Gehen fällt mir ein wohlbekannter Katamaran auf – Marcus´ DARKSYDE liegt in Lakki vor Anker.

Sibylle glaubt mir nicht, die Freunde wollen in Karpathos sein! Aber ich will in diesem Fall Recht behalten, ich kenne doch das Schiff meines Freundes!
Es war DARKSYDE! Ein Defekt hatte zur Umkehr gezwungen, das Reparaturteil gab es in unserer Marina.
Leider ging sich kein gemeinsames Dinner aus – dann eben nächstes Mal…
Jetzt aber, nichts hält Hans Peter mehr davon ab, seine Bavaria Holiday wieder zu beziehen.
Das soll er mal machen, dafür braucht er mich nicht.
Ich habe einen anderen Termin, ich helfe als Lineman auf der SAGITTA, denn die wird just in dieser Minute in den Kran gefahren.



Mario hat mich gebeten mitzufahren, denn wir haben ja einige Reparaturen durchgeführt.
Die große Dichtmanschette des Saildrive und alle Seeventile wurden erneuert, wir müssen also noch in den Gurten prüfen, ob alles dicht ist.
Dann wollen wir auch rasch eine schnelle Runde durch die Bucht drehen, denn wir haben ja die „Mitnehmerscheiben“ im Getriebe erneuert und den Propellerpitch eingestellt.
Wir wollen also eine Testfahrt machen.
Es geht los, hoffentlich klappt alles!


Das Wichtigste – alle verbauten Neuteile sind dicht! Es gibt also keine Hiobsbotschaften.
Leider sind nicht alle Befunde positiv – während das Getriebe noch einwandfrei schaltet und auch die Kraft des Motors überträgt, scheint der Propeller keinen Schub zu liefern.
Irgendetwas stimmt nicht, uns wird bewusst, dass wohl ein genereller Fehler am Verstellpropeller vorliegt.
Hier müssen wir noch einmal in tabula rasa gehen und behirnen, wie wir das lösen werden.
So sind wir recht schnell in der Marina zurück und steuern den zugewiesenen Liegeplatz an.
SAGITTA liegt am F-Ponton und wir werden so bis zur Abreise der Freunde aus Österreich Nachbarn sein.

Danach erstmal großes HALLO mit allen. Hans Peters Ankunft hat sich herumgesprochen, alle machen kurz ihre Aufwartung, es geht ein kühles Getränk im Stehen.
So verfliegt der Nachmittag und das Willkommensdinner für den Neuankömmling steht quasi bevor.
Wo? Im „SouVLakki“ natürlich!
Aber mich ruft zuvor noch die Pflicht! Ich habe eine weitere Griechischstunde!

Eirini, unsere Lehrerin, erklärt uns, dass dies die vorletzte Stunde sein wird.
Unser Kurs „Greek during the Winter“ geht, dem Namen entsprechend, in die Sommerpause – und zwar ab 01.05.!
So ist klar, dass die Stunde am nächsten Dienstag die letzte bis zum Herbst sein wird.
Schade! Ich bin gerne hingegangen und es hat mir etwas gebracht.
Ich werde im Sommer dranbleiben, mal sehen wie ich das bewerkstellige. Sicher ist aber heute schon – im kommenden Winter bin ich wieder dabei!
Eirini hat etwas früher begonnen, dafür hört sie auch etwas früher auf. Ich muss auf die anderen warten.
Ich setze mich auf eine Bank und glotze auf´s Meer – einfach so. Kein Druck, kein Stress…

Dann kommen die Freunde an. Auch Mario hat sich uns angeschlossen, denn Eva hat heute „Bord-Yoga“, da ist´s besser wenn er das Feld räumt.
Ich habe das beliebte Grilllokal quasi im Rücken und brauche nur über die Straße zu gehen.

Das Essen war wie immer lecker, wir haben einen sehr netten Abend, den wir im „Repapis“ ausklingen lassen.
Eine Reparatur drückt mich! Eine Kleinigkeit nur, aber ich will, das gebe ich unverholen zu, einfach auf allen Hochzeiten tanzen.
Mir macht es Spaß hier und dort involviert zu sein und mit allen Freunden und Bekannten ein Schwätzchen zu halten.
Da sind es genau die Kleinigkeiten, die man gerne vor sich herschiebt.
Heute ist Schluss damit! Heute mach ich an Gottfrieds Gelcoatschaden weiter!


Das war´s schon wieder! Für heute reicht es schon, trocknen kann die Reparaturstelle auch ohne mein Zutun!
Ich widme mich also wichtigen Dingen – ich packe mit Hans Peter die bestellte Bierbankgarnitur aus.
Letztes Jahr waren wir noch ziemlich unkommod gesessen, dies sollte sich nun ändern!


Wir möbeln unsere Baustelle im wahrsten Sinne des Wortes auf – es wird ein guter Arbeitsplatz.
Wer tagsüber zusammen arbeitet, soll abends auch zusammen essen.
Hans Peter wirft ein omnipräsentes Thema auf – „…mit was für einer App lernt ihr Sprachen?
DAS war nun Sibylles Stichwort! „Mit Duolingo! Willst Du meiner Familiengruppe beitreten?“
Der arme Freund war völlig überrumpelt! 😉 Bei einem Tässchen Kaffee an Bord von NESSAJA wurde er der Gruppe hinzugefügt und bekam gleich eine Einweisung!
Seither lernt HP mit Sibylle Englisch – an diesem Tag hätte er ihr auch einen Staubsauger abgekauft. Das hat er nun davon!

Nachmittags gilt noch eine Art „Schonfrist“ – Hans Peter muss sein Auto noch final ausräumen und das ganze Zeug irgendwie sortieren und verstauen.
Sibylle hat Vorbereitungen für den ersten richtig großen Grillabend der Saison zu treffen, es wurde vereinbart, dass jeder sein Grillgut mitbringt und die gemachten Salate für alle zur Verfügung stehen.
Ich helfe HP. Während wir kramen und räumen, diskutieren wir die Details der nächsten Schritte – morgen geht es los!
Zunächst aber findet unser BBQ statt! Das soll ein Highlight werden und dabei zusammenführen.
Letztlich werden wir wohl neun Esser sein, die wollen gefüttert werden. Dafür braucht es mehr als einen Grill!
Und die Vegetarier? Die bekommen eine eigene, saubere Gemüsegrillfläche!
Wie geht das??? Nun, so…



Hat Spaß gemacht und war ein geselliger Abend. Wir sind gesessen bis wir gefroren haben und haben uns bei einem Bierchen die alten Seglergeschichten erzählt.
Klar, dass jeder auch seinen Beitrag zu aktuellen und geplanten Reparaturen abliefert.
Hans Peter und ich stehen nämlich bei Weitem nicht alleine auf weiter Flur. Alle basteln, immer!
Ich werde natürlich als ein „ewig Schraubender“ wahrgenommen. Dabei ist unsere NESSAJA eines von wenigen Booten dass nur sehr selten Kummer macht.
Klar, wir sind weniger unterwegs, einige Wartungs- und Verschleißarbeiten fallen dadurch flach.
Umgekehrt ist es ein Schiff, dass das ganze Jahr bewohnt wird – es ist bis heute wenig fehlerbehaftet.
Trotzdem finde auch ich mich am nächsten Tag beim Werkeln wieder – aber nur kurz!

Abermals kümmere ich mich um den Bauch von HARMONY – was klingt, wie eine Liebeszene aus einem James Bond Film ist mehr ein völlig unromantisches Schleifen und Spachteln einer Sunbeam 39.
Heute bleibt es jedoch beim Schleifen! Ich ziehe die gestrigen Spachtelarbeiten glatt und schleife alles in Form.
Das Ergebnis ist so gut, dass es für das Unterwasserschiff mehr als ausreichend ist.
Ich räume alles Schleifwerkzeug final auf und beschließe, dass ich morgen mit dem Primer finalisieren werde.
Denn heute haben Sibylle und ich etwas vor – ein Sighseeing an unserem Haus, zusammen mit unseren direkten Nachbarn von der OLIVE, sie sind neugierig und freuen sich mit uns.
Den Beiden gefällt das Haus, ich glaube fast, dass sie auch mit dem Gedanken spielen sich ein Objekt zu suchen.
Wir schließen unseren Ausflug mit einem Besuch im neu renovierten Café „Karlos“ am Krankenhaus ab.

Den Rest des Tages sollten Hans Peter und ich noch ein wenig produktiv sein.
Wir machen uns also an den ersten Überpunkt auf unserer langen Arbeitsliste – Rudersanierung abschließen.
Heute steht als Unterpunkt „schleifen“ auf dem Zettel, also nix wie ran an die Exzenterschleifer.

Ihr erinnert euch vielleicht. Ende letzten Jahres hatten wir das Ruder aufgeschitten, entfeuchtet, neu ausgeschäumt und wieder verschlossen.
So lag es jetzt über den Winter und wartete auf eine Weiterführung der Arbeiten.
Heute war es also soweit. Wir haben erstmal die Arbeit des letzten Jahres eingeebnet und ordentlich verschliffen, dann haben wir festgelegt, wo weiter repariert, laminiert und gespachtelt werden muss.
Die Hauptarbeit für die kommenden Tage.
Gegen 17.00 Uhr war Feierabend, denn HP, Sibylle und ich waren heute auf Heiners DAMIANA zum Pizzaessen geladen.
Heiner wollte sich für meine Dienste als Anlegehelfer bedanken und genoß zudem auch den geselligen Abend, denn seine Hannah würde erst die nächsten Tage eintreffen.
Die Sonne stand schon tief, als wir uns auf den Weg zu Heiners Lagoon 380 machten.



Der Abend war schön und kurzweilig und Heiner ein guter und unterhaltsamer Gastgeber.
Ich mag das, wenn Gespräche immer mal wieder einen neuen Twist bekommen, neue Menschen, neuer Input.
Spät am Abend sind wir nach Hause und todmüde in die Betten gesackt.
Achtung Triggerwarnung! Viele Freunde sind angekommen, es ist April – der Monat der Saisonvorbereitung!
Es wird jetzt etwas technisch, viele Reparaturgeschehen reihen sich aneinander.
Ich verspreche, dass ich nicht zu tief in die Materie eintauche.
Die Youngster in unserem Zirkel sind Antonia, Alex und ihr Neuerwerb ANAHITA. Das A-Team.
Der Kauf ist vollzogen, die bisherigen Besitzer mussten, früher als geplant, das Feld räumen und das junge Paar übernimmt die Hoheit.
Endlich darf Alex das Ruder anbohren, um festzustellen ob Feuchtigkeit darin ist.

Sibylle und ich bleiben ein Weilchen stehen, geben unseren Senf dazu, ziehen dann aber weiter.
Auch mich ruft die Pflicht! Ich will ENDLICH den kleinen Job an HARMONY finalisieren um hier nicht mehr im Wort zu stehen.
Gottfried kommt übermorgen an, das Schiff soll soweit fertig sein.
Sibylle war so nett, mir das Werkzeug anzureichen, ich konnte bequem arbeiten.

Ich reinige die Reparaturstelle mit Alkohol, dann streiche ich Epoxy-Primer.
Während dieser trocknet, kann ich das Werkzeug zusammenräumen und eine Leiter für Gottfried suchen.
Er kommt nachts an und soll komfortabel sein Schiff entern können.
Als der Primer leicht angezogen hatte, konnte ich die Welle polieren und Vollzug melden.
Ich finde, dass es ganz gut geworden ist.
Ich schicke Gottfried Bilder, er segnet die Reparatur ab.

Die sichtbaren Pinselstriche, auch nach ordentlichem Verschlichten, wollen wir so lassen, das wird sich automatisch geben, wenn der Rumpf jährlich für neues Antifouling vorbereitet wird.
Jetzt ist alles soweit erledigt, die Streicher der Marina können kommen und das neue, rote Antifouling auftragen.
Wir lehnen noch die Leiter an und binden diese fest, dann ziehen wir weiter zu Hans Peter.

Auch an LIBERTÉ wurde schon fleißig gearbeitet. HP hat das Ruder schon neu positioniert und die zu laminierenden Stellen vorgeschliffen und gereinigt.
Ich verabschiede mich von Sibylle, sie geht zu INSPIRATION um die heutige Verabredung zum Abendessen zu finalisieren, ich bleibe bei LIBERTÉ um dort mit Hans Peter zu laminieren.

Mittagspause! Das Laminat muss trocknen, wir machen eine Kaffeepause.
Ich will kurz nach Martin sehen, er war leider nicht zuhause. Es scheint aber, als hätte er eine große Bestellung abgesetzt – auf jeden Fall gab es eine große Lieferung an Bord der STENELLA II!
Die Marina liefert Pakete aus, dies ist eine Serviceleistung welche aus meiner Sicht nicht wirklich oft gewürdigt wird.

Nach der wohlverdienten Tasse Kaffee, gehe ich zurück auf „meine“ Baustelle.
Wie weit war unser Laminat? Hmmm, noch nicht wirklich trocken, keinesfalls fertig zum Überschleifen.
Was tun? Ich weiß! Wir bauen das nachzurüstende Seeventil ein!
Warum das? Hans Peter möchte seinen Wassermacher installieren und braucht dafür einen Seewasserzulauf.
Diesen möchten wir noch installieren bevor LIBERTÉ wieder ins Wasser kommt.
Ich rufe den Freund…


Nachdem wir die erste Stunde damit vergeudet haben, einen Platz für das zu setzende Ventil zu finden, ging es eigentlich ganz schnell.
Die Position wurde markiert, Hans Peter übernimmt das Kommando im Innenraum und schleift den Lack am Bodenlaminat ab.
Später wird er die Pilotbohrung setzen.
Ich degegen werde als Bodenpersonal entsandt. Ich kümmere mich dann um die Arbeiten die von unten gemacht werden müssen.



Das Loch war gebohrt! Von jetzt an gibt es kein Zurück mehr.
Trotz der Tatsache, dass HP sein Schiff selbst angebohrt hatte – was übrigens immer ein schwerer Schritt ist – war es dem Freund daran gelegen, dass ich die Bohrung setzen würde.
Den Gefallen tu´ ich ihm gerne – ich fackle da auch nicht lang!


Da unsere Billig-Topfbohrer das genaue Bohrmaß für das TruDesign Thruhull-Fitting nicht hergaben, musste das Loch noch etwas aufgeweitet werden.
Hier sprang der gelernte Metallbauer HP sofort in die Bresche, zog seinen Feilensatz aus der Tasche und legte los.

Leider war LIBERTÉs Laminat an dieser Stelle nur 16mm statt der geforderten 20mm dick.
Wer nun denkt, dass dies nichts ausmacht, hat die Rechnung ohne Hans Peter gemacht!
Ich muss aber zugeben, dass ich ihm an dieser Einbaustelle folge, es ist besser an sicherheitsrelevanten Einbaustellen keine Kompromisse zu machen.
Also fertigen wir – wie schon 2022 bei NESSAJA, Distanzscheiben aus Bootsbausperrholz an.



Der „Donut“ war fertig und musste jetzt nur noch auf die bereits vorbehandelte Innenschale von LIBERTÉs Rumpf geklebt werden.
Natürlich bemühen wir uns redlich, dass die Löcher präzise in Deckung sind.
Jetzt kommt auch wieder mein „Spezialwerkzeug“ zum Einsatz – Leser der ersten Stunde werden sich daran erinnern…


So, für heute war das Tagwerk geschafft! Es wurde Zeit, die Baustelle aufzuräumen und sich fein für´s Dinner zu machen.
Heute speisen wir zuhause – besser gesagt an unserem Grillplatz unter HPs Schiff.
Es wurde von Eva ein „Schnitzerltag“ ausgerufen, weil ich einmal erwähnt hatte, dass die in der Seglerszene bekannte Julia von der INSIEME aus Österreich, dies in der Karibik auch einmal gemacht hatte.
Ich hätte wissen müssen, dass dies für unsere quirlige Köchin Eva ehrrührig war – das können wir auch!
Wir treffen uns heute um 16.00 Uhr, dann haben wir länger Zeit zum Beisammensitzen.
Mario reicht mir die erste Ladung Schnitzerl aus SAGITTA…


Ich wurde mit jeweils einem Teller Hähnchenschnitzerl und einem Teller Schweineschnitzerl auf den Weg zum Grillplatz geschickt.
Mit der wertvollen Fracht in den Händen komme ich dort an.
Die meisten Gäste waren schon da, die COBB-Grills mussten wieder ran – diesmal als Bratstationen zuzüglich einem Grill für Antonia, sie ernährt sich vegan und grillt sich Gemüse.
Wer übrigens dachte, dass man die COBB-Session von neulich nicht mehr toppen könnte – a bissl was geht immer!

Aber auch salattechnisch waren wir gut aufgestellt! Hier kam nicht nur Antonia auf ihre Kosten, auch den anderen lief angesichts der leckeren Beilagen das Wasser im Munde zusammen.
Die Tafel ist gedeckt – wir zünden die Grills…

Das heißt nur Mario, Hans Peter und ich zünden unsere Grills – Martin hat sich für die befeuerte DeLuxe Version entschieden und muss erst sein Brikett ans Flämmchen eines Feuerzeugs halten.
Mühsam entfacht sich eine kleine Glut, Rauchschwaden wabern über unseren Grillplatz.

Martin ficht das nicht an! Mit stoischer Ruhe schmaucht er sein Pfeifchen und wartet eben, bis sein Brikett glüht.
Dann holt er auf! Der große DeLuxe heizt dann rasch und hält die Wärme lang.
Da Grillen ja generell etwas mit Feuer zu tun hat, gesteht die Gas-Fraktion dem Mann der Feuer machen kann diesen Punkt zu – es steht 1:1.
Auf diesen gütlichen Ausgang genehmigen wir uns ein Bier!




Wir futtern als gäbe es kein Morgen mehr! Die „Schnitzerl“ und die Salate waren aber auch so lecker.
Es gab wegen der kleinen COBB Pfannen nur so kleine Schnitzel, bei denen man sehr schnell den Überblick über die Menge verliert.
ALLE, wirklich alle mampfen was das Zeug hält! Das Top 3 Ranking machen Alex, Phillip und ich unter uns aus – ich schlage mich im Battle mit den beiden rund 40-jährigen tapfer, meine sogar eine Nasenlänge vorne gelegen zu haben.
Das alles war aber nicht so wichtig – nur eines hat gezählt – Eva für ihre Vermutung „des schoffma nie!“ Lügen zu strafen!
Phillip, Alex und ich räumen ab – kein Krümel bleibt, rien ne va plus.
Martin meint lapidar – „…habt ihr jetzt überhaupt noch Platz für die Nachspeise? Ich fahr´ jetzt zu Repapis!“
Gesagt – getan…



Aus meiner beruflichen Zeit steht der Begriff D-A-CH für die Ländergruppe Deutschland, Österreich, Schweiz, welche gerne als ein Verkaufsgebiet zusammengefasst wird.
Seit heute steht D-A-CH Dinner für einen sensationellen Abend, an dem sich die Crews der AMAÉ (CH), der SAGITTA (A), der STENELLA II (D), der ANAHITA (D), der LIBERTÉ (D) und der NESSAJA (D) getroffen haben.
Zehn Menschen von sechs Booten aus drei Nationen – Menschen zwischen 25 und 65 Jahren, die soviel Spaß miteinander hatten – ich merke, dass ich nahe dran bin sinnieren anfangen zu wollen…
Ich mach´s kurz – ein perfekter Abend für den ich mich bei allen Anwesenden bedanke!
Perfekt – so klingt dieser Abend auch aus…

Kurz bevor der Abend für uns endet, sprechen wir über Gottfried, welcher heute Nacht ankommen würde.
Seine HARMONY ist vorbereitet und wartet auf die Ankunft des Skippers.
Um ein letztes Highlight zu setzen, sagt Martin kurzerhand – „…ich hab´ ein Auto, ich hol´ ihn an der Fähre ab!“
Was für eine tolle Geste! Ich stelle den Kontakt her, dann ziehen wir uns alle in unsere Schiffe zurück.
Wo steckt Gottfried denn eigentlich gerade???

Am nächsten Morgen erfahre ich früh, dass alles geklappt hat. Ich bekomme „erste Hand Informationen“, denn ich war noch vor dem Hähnekrähen – also um 07.45 Uhr – mit Martin auf seiner STENELLA II verabredet.
Ich gebe zu, ich hatte Zweifel ob der Pünktlichkeit der Griechen, wurde aber Lügen gestraft.
Um kurz nach 08.00 Uhr bog Marinero Giorgos um die Ecke und holte uns ab.

Aufgrund privater Umstände müssen Martin und Petra den geplanten Urlaub leider pausieren lassen. Sie fliegen für ein paar Wochen heim.
Die Marina bittet darum, STENELLA II für diese Zeit an Land stellen zu dürfen. Martin stimmt zu und wir setzen dies nun um.
Als wir in die Krangasse einbogen, war Martin noch der Ansicht, dass er längsseits gehen solle – er würde um Laufe des Vormittags dazwischengeschoben.
Als wir aber Richtung Kran einbogen, war sehr schnell klar, dass das schwere Hebegerät bereits auf uns wartet.
Dann ging alles ganz schnell…


Das hat perfekt geklappt! So war auch ich in der Zeit, denn ich sollte um 08.30 Uhr zurück auf NESSAJA sein.
Wir hatten Gottfried zum Frühstück geladen, der Freund hatte ja nichts an Bord und kann sich am ersten Morgen vermutlich nichtmal einen Kaffee kochen.
Zudem ist sein Schiff noch unter der Plane – alles andere als gemütlich.
Als hätte er es gehört, steht er auf einmal bei uns – großes HALLO, dann gehen wir zusammen zu unserem Schiff, Sibylle wartet schon!

Klar, viel zu erzählen. Obwohl wir uns regelmäßig treffen, auch in Deutschland, und obwohl wir regelmäßig videotelefonieren, gilt es doch immer wieder die wichtigsten News auszutauschen.
Gottfried möchte ein Update 😉
So sitzen wir beisammen, frühstücken, trinken Kaffee und plaudern.
Ein schöner Start in den Tag!
Dann aber ruft die Pflicht!
Gottfried muss seine HARMONY auspacken, ich werde später ein wenig helfen, mein Haupteinsatz gilt aber heute wiederum LIBERTÉ, dort wird wieder am Ruder geschliffen und laminiert, später wollen Hans Peter und ich den Borddurchlass setzen.


Diese Arbeitsweise hat sich nun bewährt – eine Aufgabe die über Tage reicht, hier das Schleifen und Laminieren des Ruders.
Und eine Aufgabe, die wir erledigen können, während die neu laminierten Flächen trocknen – zur Zeit das Setzen des Seeventils.
Hans Peter bereitet die Auflagefläche zum Einkleben vor – hier arbeitet er im Millimeterbereich, ich hätte das handtellergroß abgeschliffen – wird doch später ohnehin übermalt, aber egal.
Dann tragen wir den Primer auf, den kann man kaum noch schütteln – hat ja auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel.
Beim SIKA schau ich sicherheitshalber mal auf´s Datum…


Meinen sonst so genauigkeitsverliebten Freund reitet der Teufel – „…schmier´ hin das Zeug, wenn es aus der Tube kommt, dann klebt es auch!“
Manchmal frustriert einen das andauernde Geldausgeben eben. Ständig muss man Material nachkaufen, das kostet.
Das Schicksal straft uns! Wir kleben ein, machen alles fertig, und HP misst den Überstand des Borddurchlasses im Rumpf – ein bisschen spät vielleicht…
Wir müssen feststellen, dass 12mm nicht ausreichen, glotzen uns frustriert an und drücken das verfitzmaledeite Teil wieder raus.
Morgen früh auf ein Neues – dann aber richtig!
HP zieht los und kauft Primer und neues SIKA 291i.
Am nächsten Tag machen wir einen zweiten Anlauf, alles vorher berechnet und justiert – und mit neuem SIKA! Na also…


Wir wissen, dass sich das Wetter zum Monatsende noch einmal verschlechtern soll.
Es soll Regen geben und die Temperatur pendelt sich auf alles andere als sommerliche Temperaturen ein.
Mein Namensvetter und ich beratschlagen uns daher mit unseren Frauen und beschließen, dass wir noch einmal zum gemeinsamen BBQ aufrufen.
Viele Salate, Burgerpattys und Brot sollen die Tafel bereichern, wir freuen uns darauf – und es klappt so wie wir uns das vorstellen.
Danach, so scheint es, werden die COBBs erstmal Pause haben.

Während wir beim Dinner sitzen, erhalten wir eine Nachricht von der Gartenbaufirma.
Die Mäharbeiten in unserem Garten haben begonnen, der grobe Schnitt ist zur Hälfte erledigt.
Das freut uns, jedoch hoffen wir, dass die Arbeiter unseren Garten noch komplett fertig machen können, bevor die Schlechtwetterphase beginnt.

Der vorletzte Tag des April hat eine Fleißaufgabe für uns am Programm. Ein Paar welches in München lebt, kommt uns besuchen um FREE WILLY anzusehen.
Ihr erinnert euch vielleicht, ich unterstütze den Eigner beim Verkauf als „Vor-Ort Kraft“.
Wir treffen die Beiden recht früh am Tag und holen sie in ihrem Frühstückscafé ab, dann fahren wir zusammen in die „Artemis Boatyard“.
Ich muss für den Besuch das Boot zur Hälfte aufdecken, man kann schließlich nicht erwarten, dass die Beiden ins Cockpit krabbeln.
Doch leider war sehr schnell klar – das Schiff ist viel zu klein für das Paar!
Das hätte man aus dem vorausgehenden Austausch zwar schließen können, aber ich vermute, die Beiden wollten das Schiff einfach mal ansehen.
Sie hatten noch zwei weitere Besichtigungstermine.
Unverrichteter Dinge verließen wir die Marina, tranken an Bord von NESSAJA noch einen Café – nach der Verabschiedung haben wir nichts mehr von den Beiden gehört…
Ich wollte mit dem Tag noch etwas anfangen, daher kümmere ich mich um Rinaldos Davits.

In unserer Marina liegt ein Zettel aus, auf welchem neuwertige Matratzen angeboten werden.
Es handelt sich um Spezialmatratzen, welche falsch bemessen wurden und nun wieder verkauft werden müssen.
Da sich unser Polsterer auf meine Anfrage vom Februar nicht mehr gemeldet hat, interessiere ich mich dafür – mir fehlt aber ein entscheidendes Maß, welches ich per WhatsApp beim Anbieter abfrage.

Ja ich weiß! Mit etwas Geometriekenntnis kann man das berechnen. Nähme ich eine Formelsammlung zur Hilfe, dann wäre ich dazu auch in der Lage.
Der Reiz, mir dies selbst zu beweisen, ist aber vergleichsweise gering, so frage ich halt nach.
Leider ist das Ergebnis ernüchternd – Ist 1,90m vs. Soll 2,30m! Da führt kein Weg hin, das kann man nicht einfach so „zusammenstückeln“, auch der Überzug würde sich nicht umarbeiten lassen.
Schweren Herzens sage ich ab!
Jetzt aber, der frühe Abend bricht an, heute ist Dienstag, es wird heute die letzte Griechischstunde dieses Kurses abgehalten.
Ich freue mich auf Eirini – und sie sich offensichtlich auf uns!

Die letzte Stunde war tough! Zwei Teilnehmer hatten es nicht geschafft ihre Prioritäten so zu setzen, dass sie teilnehmen konnten, so war ich mit Italienerin Martina alleine auf weiter Flur.
Und Eirini hat es alles andere als langsam angehen lassen – wir waren gefordert, hatten aber Spaß!
Und Gaumenfreuden obendrein, denn unsere Dozentin hat die mitgebrachten Süßigkeiten gleich mit uns geteilt.
Ich mag sie! Als Martina auf die Kalorienbomben hinwies, hat Eirini nur erwiedert – „…aaaach!“ und abgewunken – sehr sympathisch 😉 !
Uff, geschafft! Das war´s mit Griechisch bis zum Herbst – aber ich werde dranbleiben.
Mein Abendessen habe ich mir redlich verdient, ich freue mich auf´s „SouVLakki“, da waren wir lang nicht mehr.

Der letzte Tag des Monats verplätschert! Das ist zwar auch mal drin, trotzdem fühlt es sich verkehrt an – eigentlich haben wir an LIBERTÉ alle Hände voll zu tun!
Hans Peter und ich beginnen aber themenfremd! Wir fahren mit seinem Pick-up in den Norden und decken FREE WILLY wieder komplett zu.
Das ist erforderlich, weil der Regen kommen Wird – die Wetterberichte sind sich einig!

Am Weg kommen wir direkt bei Giorgos vorbei. Ich habe eine ganze Liste an Kleinarbeiten mit ihm zu besprechen – keine einzige ist für mich!
Wir laden Gottfrieds Tank ein, um dieses Dauerthema endlich mit einem Haken zu versehen.
Wir besorgen für Mario ein Auspuffrohr und einen Abgaskrümmer und wir geben den Auftrag für die Davits von Rinaldos AEGEAN BLUE.
Wir haben die Zeit, ein wenig mit Katerina und Giorgos zu plauschen, wir trinken einen Kaffee zusammen, dann fahren wir zurück in die Marina.
Dort angekommen, fällt mir zuallererst auf, dass HARMONY inzwischen ihren Anstrich bekommen hat – da ist meine Reparaturarbeit ja keinen Tag zu früh fertig geworden!

Hans Peter und ich laden den Tank aus und lupfen ihn über die Leiter. Das ist leichter gesagt als getan, aber zusammen schaffen wir es.
Jetzt kann Gottfried die Anschlussarbeiten vornehmen und sich von der Dichtheit überzeugen – hoffentlich passt alles!
Bei LIBERTÉ kleben wir noch rasch das Seeventil ein, brechen dann aber ab. Es ist schon später Nachmittag, irgendwie reicht es für heute – wir akzeptieren, dass wir heute nicht viel gerissen haben.
Gerade als ich auf NESSAJA zurückkomme, fängt es an zu regnen. Leider ist es diesmal kein kräftiger aber kurzer Schauer, sondern ein andauernder Landregen!
Der April verabschiedet sich so, wie er sich im Verlauf gezeigt hat – zu kühl und sehr wechselhaft!


Wir wussten ja, dass es so kommen würde. Wir ziehen uns zurück, schließen unser Schiff und starten die Heizung.
Dann kocht uns Sibylle was Feines.
Irgendwie, so stellen wir fest, pendelt sich langsam wieder Normalität ein – wir merken auch, zuhause schmeckt es doch am besten!

Und sonst? Was gibt es noch Neues?
Here is the News…
Motorradpläne reifen! Sibylle wird sich auf mehrmalige Flüge nach Deutschland einstellen.
Ich will die Fliegerei reduzieren und prüfe Optionen ohne Flugzeug zu reisen.
Neben Zug, Bus und Fähre soll mein Motorrad eine größere Rolle spielen.
Sollte ich NESSAJA verkaufen, werde ich mich wohl mit einer Yamaha T7 belohnen.
Der Zufall wollte es, dass genau so ein Motorrad heute in der Marina stand – ich habe ein Foto gemacht!

Ich schicke das Bild zu meinem Freund nach Deutschland, wir hatten uns er vor wenigen Wochen über gemeinsame Pläne unterhalten…
Seine Antwort kam postwendend!
„Heute gekauft… 😉 „

Ich freue mich für und mit ihm – allzeit gute Fahrt!
Ich möchte die TET-Strecken zwischen Deutschland und Griechenland entdecken, da gibt es allerhand!
Bei einem Bier haben wir auch über´s Nordkap gesprochen – aber zum Glück nimmt uns diesbezüglich niemand ernst 😉
In jedem Fall gilt es den „inneren Schweinehund“ zu überwinden und zu verhindern, dass wir Mainstream werden…

Der Ausblick für Mai – wir haben gebucht! Auch das sind News, denn wir fahren Mitte des Wonnemonats nach Preveza um ELOWYN saisonklar zu machen.
Mein Patenschiff ist weitgehend fertig und ist toll geworden, lasst euch überraschen!
In Preveza verbringen wir die zweite Monatshälfte, bevor wir an der Überführung in die Ägäis teilnehmen.
Zuvor ist die alles entscheidende Frage – wie weit kommen wir mit LIBERTÉ?
Das Schiff, dass mich über viele Monate beschäftigt hat, wird in meiner Abwesenheit gekrant.
Wir müssen vorher alle Arbeiten fertigstellen, für die Hans Peter mich dringend braucht.
Die letzten, noch ausstehenden Freunde kommen, wir freuen uns auf ein Wiedersehen!
Uns bleibt nur, DANKE für euer Interesse an unseren NEWS zu sagen.
Bleibt uns gewogen, wir freuen uns über jeden Leser der Freude an den Insights hat!
Herzliche Grüße von Bord der NESSAJA
Mario & Sibylle
P.S. Cave quicquam dicas, nisi quod scieris optime – als kleiner Gruß an die zwischen den Zeilen Lesenden
Hallo Mario, Glückwunsch zum endgültigen Hauskauf !War gerade die letzte,Woche
Hallo Udo, irgendwie ist ein halber Satz verschluckt worden. Auch wenn ich leider nicht erahne, was Du letzte Woche gem….
😉 – Danke für Deine netten Wünsche!
Herzliche Grüße
Mario
Hi Mario, wollte sagen, dass ich gerade letzte Woche in der Marina21, vormals SCT zum Coppercoat auftragen war und am Freitag nach drei vollen Tagen das umsetzen und vorher das aktivieren vom CC beginnt. Du hattest geschrieben, dass es erst ab 180 er Papier was bringt aber ist das angesichts der Empfehlung mit 400 er nicht etwas hart ? Gibt es dazu noch eine Anmerkung von dir ? Hier empfehlen Sie jetzt ein Pad von Scotch Bride !?🤷🏽♂️
Hallo Udo, ich beschreibe die Situation wie wir sie erlebt haben. Ich habe diesen Winter bei zwei Schiffen Coppercoat gemacht bzw. sehr dabei unterstützt, beide Eigner sind die Sache etwas unterschiedlich angegangen.
Die Ergebnisse sind auch leicht unterschiedlich, das kann zu abweichenden Vorgehensweisen bei der Weiterverarbeitung führen. Das beschriebene Schiff wurde mit sehr kleinen Mengen CC gestrichen, alles mit der kleinen oder mittleren Rolle. Sowohl der Untergrund als auch der CC Auftrag waren „close to perfect“.
Das führt unter Umständen zu einer sehr kompakten Oberfläche mit hohem Kupfereintrag, sie kam uns sehr schwer zu schleifen vor.
Ziel des Eigners war, genau das Beispielbild aus der CC Anleitung von Fleiß zu erreichen – hier hat nur 180er Papier das gewünschte Ergebnis gebracht.
Das Schiff hat nach dem Schleifen fast hellbraun / hellrosa ausgesehen. So hat es auch ein Katamaran gemacht, welcher neben uns stand.
Mein anderer Freund wird nächste Woche umsetzen / aktivieren. Auch hier haben wir exakt nach Anleitung gearbeitet, nur war er etwas hemdsärmliger und es war beim Streichen Ende 2024 deutlich wärmer. Der Auftrag ist daher dicker und hat mehr „Orangenhaut“.
Weil er beim Schleifen mit grobem Papier zuviel Abtrag hätte, wird er mit Schleifvlies, wohl ähnlich dem Scotchbrite, arbeiten.
Das haben wir bereits getestet – die Oberfläche bleibt deutlich dunkler, sieht auch anders aus als auf dem Beispielbild, aber das Kupfer schimmert durch – mein Freund sagt, dass dies sein Ziel ist.
Ich werde den Unterschied im weiteren Verlauf erleben – wird aber wohl etwas dauern.
Ich hoffe, meine Beschreibungen helfen etwas.
Herzliche Grüße Mario
Hallo Mario, ja ich denke du hast recht mit deiner Vermutung wegen d
Udo, ich befürchte Du hast eine Datenkarte von TEMU…
Oder aber, Deine Tastatur macht halbe Sachen?!
Gratulation zum vollendeten Hauskauf! Ich hoffe, dass ich es besichtigen kann, wenn ich Mitte Juni nach Leros komme.
Und danke für einen wieder sehr unterhaltsamen Monatsbericht. Beim Lesen ist man quasi „mit von der Partie“.
Liebe Grüße Tom
Hallo Tom, Du triffst den nagel auf den Kopf – primär ist der Blog mein persönliches Tagebuch, der grund für das öffentliche Teilen ist darin verwurzelt, dass ich meiner Familie und meinen Freunden die Gelegenheit geben möchte „mit von der Partie“ zu sein!
Danke für diese Formulierung 😉 – und natürlich werden wir Mitte Juni mal hochfahren, gerne mit zwei Dosen „Mythos“ im Kühlsackerl!