März 2025 – Forever Young

Der Bericht des Monats März wird sich, dies hatte ich im Ausblick des Februarblogs schon angedeutet, in zwei Teile aufsplitten.
Der erste Part dieses Monatsberichts lässt, so wie ihr es ja kennt, einen Einblick in unseren Alltag als Expats hier auf Leros zu. Er ist unser digitales Tagebuch – wobei ich diesmal nur für mich spreche, denn Sibylle ist ja schon seit Mitte Februar in Deutschland.

Ich habe mich ganz bewusst entschieden, noch einen Monat länger hier zu bleiben, ich genieße die besondere Stimmung auf der Insel während dieser Wochen.

Das Wetter hatte sich beruhigt – der März begann traumhaft

Der zweite Teil wird diesmal den Löwenanteil einnehmen, denn es steht mal wieder ein Highlight an – mein jährlicher Familienbesuch in Deutschland!
Es war daher von Anfang an klar – die Headline soll einen Bezug zu diesem Thema haben.
Manchmal fallen mir die Titel von selber ein, ein Andermal lasse ich mir von einschlägigen Internetseiten „auf die Sprünge helfen“ – so auch diesmal!

Es sollte ein Titel sein, der positiv besetzt ist und etwas Tiefgang hat – dabei bin ich auf „Forever Young“ gestoßen.
Und zwar nicht auf den ersten Verdächtigen – das gleichnamige Lied von Alphaville aus dem Jahr 1984, nein, mir hat es die Version von Bob Dylan angetan!
Ich erfahre Folgendes…

1974 Bob Dylan – „In „Forever Young“ sprach Dylan seinen Kindern Mut zu, denn manchmal sind wir schon früh im Leben Außenseiter und werden für zu jung gehalten, um wichtige Entscheidungen treffen zu können. Manchmal werden wir später im Leben für zu alt gehalten, um dasselbe zu tun.“

Darüber hinaus lerne ich, dass es einen Bezug zum ebenfalls gleichnamigen Lied von Rod Stewart gibt. Das war für mich als Musikbegeisterten neu und absolut spannend.
Die Lieder sind zwar generell unabhängig, sich aber im musikalischen und inhaltlichen Aufbau so ähnlich, dass sich die beiden Interpreten im Vorfeld abgestimmt und monetär geeinigt haben.

1988 Rod Steward – „In „Forever Young“ von Rod Stewart wünscht man seinen Liebsten nur das Beste und hofft, dass sie für immer jung und glücklich bleiben. Das Lied drückt den Wunsch aus, dass die Familienmitglieder ein erfülltes Leben führen und ihre Jugend und Unschuld bewahren.“

Bitte seht mir den Ausflug in die Musikgeschichte nach, aber ich liebe solche Backgroundgeschichten – vor diesem Hintergrund entscheide ich – der Song wird es, er ist den Kindern und Enkelchen gewidmet!
Doch bis ich die Familie treffe, ist es ja noch ein paar Tage hin!

Zurück nach Leros, wir schreiben den 01. März 2025…

Ein Segler in der Bucht – ich bin auf dem Weg nach Lakki

Ich plage mich immer noch mit meiner Erkältung. Die Viren haben mich fest im Griff und vergällen mir jeglichen Aktionismus. Ich liege flach und kuriere mich aus.
In den wenigen Stunden in denen es mir besser geht, versuche ich zumindest organisatorisch zu wirken – so kann ich zum Beispiel NESSAJAs Krantermin für den 17.06. fixieren – kurz danach werden Hans Peter und ich die Deckssanierung starten.

Während ich am Computer Daten verwalte, werde ich auf den 06.03.2021 aufmerksam. An diesem Tag vor vier Jahren haben Sibylle und ich Leros erreicht – mit dem vollgepackten Bus! Seit vier Jahren nun, leben wir auf auf unserer Dufour, länger als wir zuvor in unserem Haus in Miesbach gelebt haben.

Am Mittag des zweiten Tages überfällt mich der Hunger. Mir geht es gerade ganz gut, so beschließe ich, das Abendessen zugunsten eines Lunches ausfallen zu lassen – eine gute Entscheidung, denn abends und nachts geht es mir immer noch miserabel wie sich zeigen wird.

Ich fahre also nach Lakki ins „SouVLakki“ um mir endlich mal wieder „was Gscheids“ zu gönnen…

Mittags nichts los
Fast hätte ich mich übernommen – aber ich hatte so einen Glangerer

Die Idee war super! Mittags ist es egal wenn die Türe offen steht, zudem ist nichts los. Ich habe fürstlich gespeist und war mehr als zufrieden.

Mir war es wichtig rasch gesund zu werden, hatte ich doch immer noch den „Clean Monday“ am morgigen 03.03. im Visier.
Ich hatte eine lockere Einladung und immer noch im Sinn diese wahrzunehmen.

Zurück auf dem Schiff musste ich mich aber ausruhen, die Kraft war bei Weitem noch nicht zurück.
Also setze ich mich abermals vor den Rechner und sehe mal nach, wer sich denn so bei mir gemeldet hat…

Ah, Sibylle schickt Bilder – es hat sie auf einen Faschingsumzug verschlagen 😉

Sibylle kann Fasching nicht leiden – weiß aber nicht jeder, ich schmunzle in mich rein

Was tut man nicht alles den lieben Kleinen zuliebe?
Über eine dritte Hand erhalte ich ein Faschingsbild eines weiteren Freundes.
Der Mann, der verständlicher Weise lieber anonym bleiben möchte, posiert in seinem Kostüm und wird somit auf alle Zeit für mich erpressbar.
Um dieses Pulver nicht zu verschießen, mache ich ihn hier unkenntlich 😉

Bilder im Kopf

Die Abende verlaufen immer noch gleich – ich sehe mir Dokus oder flache Serien aus den Mediatheken der Fernsehsender an – immer wieder bleibe ich bei den „Rosenheim Cops“ hängen.

Das lässt euch schmunzeln? Ich kann aber ein bisschen erklären, warum ich das so gerne mag.
Erstens, es regt mich nicht auf! Die Handlung ist dünn, der rote Faden immer der Gleiche – kurz, ich lass´ mich berieseln.
Zweitens, die Serie wurde nicht nur im Landkreis Rosenheim gedreht, die Drehorte wurden im gesamten Oberland ausgesucht. Nicht selten ist einer dabei, den ich mehr als gut kenne – das mag ich.

So auch heute…

Der fiktive Gasthof im Landkreis Rosenheim ist das „Café Mesner“ in meiner früheren Heimat Schliersee

So vergehen dieser Tage die Stunden, ich kämpfe mich in die Nacht, bis ich denke, dass ich jetzt Schlaf finden könnte.

Wobei der Konjunktiv den Nagel auf den Kopf trifft – ich schlafe röchelnd ein, um dann nur wenig später wieder aufzuwachen.
Meist sitze ich dann abermals vor dem Computer – das Spiel wiederholt sich.

Mir geht´s mies, ich schlage mir die Nächte um die Ohren

Der „Clean Monday“ ist da! Dieser Tag hat für Sibylle und mich eine besondere Bedeutung, weil wir just zu dieser Zeit einmal im Winter hier waren.
Wir sind seinerzeit, es müsste 2017 gewesen sein, zufällig in eine Feier anlässlich des „Καθαρά Δευτέρα“, (Kathara Deftera) gestolpert und wurden damals von den Einheimischen vereinnahmt.
Es war unsere erste Feier bei Livemusik und Tanz.
Seither liebe ich dieses Fest, wenngleich ich auch seiner Bedeutung nicht folge – es ist der Beginn der orthodoxen Fastenzeit.

Mir geht es besser! Der erste Tag, an dem ich Lust verspüre etwas zu unternehmen, rauszugehen, frische Luft zu schnappen!
Ich überlege mir, dass ich am Haus nach dem Rechten sehe und mache mich mit der GS auf den Weg dorthin.

Von außen alles ok
Der Garten wuchert langsam zu – wir werden eine Gartenbaufirma beauftragen müssen
Innen haben die letzten Starkregenfälle nochmals für eine Pfütze gesorgt

Es wird Zeit! Niemand kümmert sich mehr um das Häuschen, ich kann noch nicht in die Verantwortung gehen. Der Notartermin wird wohl erst im April stattfinden.
Alles kein Beinbruch, aber es muss gehandelt werden – das Dach muss an der Schadstelle abgedichtet werden, der Garten durch eine Firma kultiviert werden.
Selber werde ich das beim ersten Mal nicht übernehmen können, ich habe ja keinerlei Werkzeuge für Haus und Garten – wir müssen diesbezüglich erst „shoppen“ gehen.

Alles weitgehend ok, ich verschließe die Türe wieder – und wohin jetzt?

Ich merke, dass ich kraftlos bin – es geht mir besser, aber noch lange nicht gut. Ich beschließe daher, dass ich Giorgos´ Einladung, wie letztes Jahr an seiner Feier teilzunehmen, leider nicht folgen werde.
Details waren ohnehin noch nicht fixiert – daher gehe ich auf ein typisches Fischgericht zu Marietta und esse abermals bereits zu Mittag.

Ich kann im Freien sitzen
Viele Menschen sind unterwegs, ich beobachte das Treiben – eine Fähre kommt gerade an

Ich sitze bis zum Nachmittag, dann bin ich echt groggy. Meine Körner sind verbraucht, ich muss mich ausruhen.
Daher gibt es den Nachmittagskaffee an Bord – aber auch hier kann und möchte ich im Freien sitzen, das Wetter ist frühsommerlich.

Ich nehme mir zwei Cookies aus der Bäckerei mit und genieße meinen ersten Kaffee 2025 im Cockpit.

Herrlich – so könnte es bleiben

Sibylle ruft an – sie möchte wissen, ob ich es geschafft habe an Giorgos´ Fischgriller zum „Clean Monday“ teilzunehmen.
Auch sie erinnert sich zurück an diesen sehr speziellen Tag.

Ich verneine, erkläre die Situation und auch, dass ich nicht entäuscht bin. Klar, wäre schön gewesen, aber dann halt nächstes Jahr wieder.

Mir geht es besser, ich hatte bisher einen schönen Tag und jetzt mit ihr und Enkelchen Benno zu chatten ist doch keine schlechte Alternative…

Benno zeigt mir seine „Kamellenausbeute“ vom Faschingszug

Auch Sibylle hat wieder Erdkontakt. Die Arzttermine klappen nicht wie erhofft, zudem hat sie unserer Schwiegertochter eine Woche „Mamiferien“ mit Freundinnen ermöglicht und managt das Familienbusiness solange ihr Sohn arbeitet.

Sie ist abgekämpft, man sieht es ihr an! Naja, die Hälfte der Zeit ist ja schon um… 😉

Nach dem Telefonat checke ich kurz meine „ToDo-Liste“, ich denke, dass ich nun bald wieder in einen normalen Alltag zurückkehren kann.
Dabei fällt mir auf, dass der Punkt „Matratzen & Polster“ noch offen ist.
Ok zugegeben, während der letzten Tage habe ich den Anruf von Sotiris nicht vermisst, aber sein Versprechen mich „the next days“ zu kontaktieren ist jetzt auch fast zwei Wochen alt.
Die Zeit wird knapp, NACH unserer Rückkehr aus Deutschland werde ich den Auftrag nicht mehr vergeben – bin gespannt ob er sich noch meldet, oder ob der alte „Griechentrick“ Anwendung findet.

Was ist noch zu tun? Ach ja, Enkeltochter Ronja hat heute Geburtstag – weil ich sie nicht erreichen kann, sende ich ihr eine Videobotschaft…

„Ich denke an Dich und freue mich darauf dich bald zu sehen – Happy Birthday!“

So vergeht der von mir herbeigesehnte „Clean Monday“ ziemlich unspektakulär.

Wider Erwarten findet die Griechischstunde am Folgetag statt. Die Lehrerin hat sich rasch erholt und informiert, dass sie sich auf unser zahlreiches Erscheinen freut.
Ok, ich weiß nicht recht – ob ich hingehen soll? Ich bin echt nur halbfit und muss dauernd husten…
Egal, ich hab´ Lust drauf, werde ohnehin durch meinen Deutschlandaufenthalt zwei, dreimal fehlen, also rapple ich mich auf und tuckere nach Lakki.

Ich bin der Erste vor Ort
Wir lernen, wie man den Akkusativ bildet

Uff! Nach den intensiven 75 Minuten war ich geschafft. Ich brauche Pause für mein Hirn.

Der Plan war, dass ich nach dem Unterricht gleich zum Essen gehe. Ich wollte mal wieder ins „Gia Sena“ und etwas klassisch gekochtes essen, also nix vom Grill.
Aber als ich am „SouVLakki“ vorbeikomme, ziehen mich unsichtbare Mächte hinein, ich sehe die Drehspieße und kann einfach nicht anders…

Ich bin ein Opfer meiner Leidenschaften!

Schmeckt aber auch super

Man merkt die Fastenzeit! Sehr viele Griechen halten sich daran – eine schwierige Phase für das sonst pumpvolle Grilllokal.
Obwohl es inzwischen 18.30 Uhr ist, bin ich der einzige Gast. Im Verlauf des Abends kommt ein englischsprachiges Paar dazu, ansonsten bleibt der Laden bis 19.30 Uhr leer.
Auch der Ausfahrer muss nicht rennen, auch hier ist die Nachfrage spürbar kleiner.

Nix los

Ich mag den Dienstag! Obwohl mich die Griechischstunde immer etwas stresst, gehe ich gerne dorthin.
Ich komme unter Menschen, man quatscht über andere Themen und ich mobilisiere mein Oberstübchen.

Ein weiterer Grund – Dienstag ist für mich „Barnaby-Tag“! Ich liebe englische Krimis und bedauere, dass es nicht mehr davon gibt.
Da die Auswahl in den Mediatheken sehr überschaubar ist und ich mich dort tagesaktuell sehe, ist nur selbstverständlich, dass ich die TV Folgen immer gleich konsumiere.
Da diese aber in Deutschland zu später Stunde ausgestrahlt werden, sehe ich sie mir am Folgetag – am Dienstag – in der Mediathek an.

Voller Vorfreude fahre ich zurück auf NESSAJA…

Love it

Nachdem Sotiris sich auch weiterhin nicht meldet und ich ein geplantes Upgrade an NESSAJA verwerfen musste, habe ich zur Zeit wenig wirkliche Aufgaben.
Ich muss auch eingestehen, langsam bereite ich mich mental auf meine Abreise vor, ich werde hier keine neuen Baustellen mehr aufmachen.

Es sind nurmehr ganz normale Haushaltspflichten, die mich gelegentlich einbinden – heute ist die Wäsche dran.
Selbst ist der Mann! Ich starte also die Waschmaschine…

Kann ja nicht so schwer sein

Da gibt es ein Programm „40°-60° / 45´“ – super, genau was ich brauche!
Die Wäsche ist meist dunkel, mein weißes Schlafshirt kann dazu, eine blau-graue Note schadet ihm nicht.
Ansonsten gilt – unsere Wäsche muss das aushalten, tut es ein Teil nicht, dann kommt es weg.

Ich starte also meine „Mischmaschine“ und warte 45 Minuten, dann ab auf die Leine damit!

Die Wäsche flattert im Wind

Ich merke, dass mir die frische Luft gut tut! Die Gelegenheit, um nach langer Zeit mal wieder eine Marinarunde zu drehen.

Ein perfekter Tag

Voller Übermut und Tatendrang beschließe ich, dass ich mir jetzt sofort ein Eis gönnen werde.
Ich hole meinen Helm und brause nach Lakki, in die von mir verehrte Eismanufaktur der Familie „Repapis“.

Das wäre keine Erwähnung wert, wenn mir nicht etwas Dummes passiert wäre…

Der Eisverkäufer, ich kenne ihn schon lang von seinem vorherigen Job, verkauft mir ein Eis und einen Espresso.
Wir schwatzen ein wenig, dann genieße ich mein Eis in der Sonne.

Wieder offen – Gott sei Dank
Ich gönne mir zwei Kugeln Eis und einen Espresso

Als es ans Bezahlen geht, kaufe ich noch zwei Kekse, ich wollte mir noch etwas für meinen Nachmittagskaffee zuhause mitnehmen.

Der junge Mann verpackt, wiegt, tippt, wiegt noch einmal und berechnet mir dann 12,50€ – ich bezahle, bedanke mich und gehe.

Kennt ihr das? Wenn einen die Gedanken einholen und nicht mehr loslassen? Wenn man sich in einem Gedankenstrang verliert?
Genau das passiert mir jetzt!

Bereits als ich losfahre bemerke ich, dass da etwas nicht stimmen kann. Eis 4.-€, Kaffee vielleicht 2.-€ – zwei Kekse können nicht 6.- oder 7.-€ kosten.
Statt stehen zu bleiben und sofort nachzufragen, fahre ich nach Hause.
Ich versuche den Gedanken loszulassen – „…komm´ schon, er wird sich verrechnet haben, kein Aufriss wegen zwei oder drei Euro!“

Ich schwöre – es war nicht wegen dem Geld! Mein Kopf wollte wissen was passiert war. Ein Fehler? Ein Zahlendreher? Oder waren vielleicht die Preise so stark gestiegen. Oder verschätze ich mich bei den Keksen?
Mein „Deutsch-Ich“ gewinnt…

Was wiegen zwei Kekse? Keine Ahnung…
120g – ok, überschlagsweise kosten die Kekse 2.-€

An diesem Tag konnte mein „Griechen-Ich“ sich nicht durchsetzen.
Ich bin tatsächlich noch einmal hingefahren und habe mit dem Burschen gesprochen.
Alles ließ sich klären, ein Fehler beim Wiegen, tatsächlich habe ich 5.-€ zuviel bezahlt.
Ich habe abgewunken und gesagt sie sollen es sein lassen, eigentlich hatte ich schon bereut, dass ich überhaupt über das Thema nachgedacht habe…

Und was passierte? Das Mädel und der Bursche welche Nachmittagsschicht hatten, haben mir mein ganzes Geld wieder gegeben – 12.50€!
Ich habe mich gewehrt – nichts zu machen!
Ich gestehe, ich war peinlich berührt. Ich will es auch gleich vorweg nehmen – viele Leser werden denken „…wieso, war doch dein gutes Recht!“
Das stimmt, aber so funktioniert Leros nicht. Ich habe es einen Moment vergessen. Ich hoffe wirklich, dass ich kein Porzellan zerschlagen habe.

Zurück auf NESSAJA war ich betrübt – aber nicht lange…
Man hat mir ein Geschenk gebracht!!!

Wow, eine Buddel „Torres“ Brandy

Es klopft an die Gangway, ich vernehme meinen Namen und klettere an Deck.
Ingrid und Peter von der CORDELIA waren zurück, für die beiden beginnt die Saison.
Ingrid hat sich kurz auf den Weg zu mir gemacht, sie wollte Hallo sagen und mir die besagte Flasche vorbeibringen – als Dankeschön für die Fotos und das Nachsehen nach den Stürmen.

DAS freut mich aber richtig! Eine sehr nette Geste und eine liebe Anerkennung. Ganz herzlichen Dank!

Heute Abend setze ich um, was mir gestern nicht gelang – ich lasse den von mir geliebten Grilltempel links liegen und fahre zum „Gia Sena“ um dort griechische Hausmannskost zu essen.

Marias Saganaki schmeckt super

Für diejenigen die Leros kennen – ich möchte nochmals eine Lanze für die kleine Taverne brechen.
Maria und ihr Gatte sind gute Gastgeber, sehr freundlich und immer bemüht. Das Essen ist lecker, die Postionen gefällig, die Preise angemessen.

Manko – die Lage und das Ambiente sind nicht gut – als touristisches Lokal ist die Kneipe nicht konkurrenzfähig.
Aber wenn ihr außerhalb der Saison einmal hier seid, wenn es nur darum geht gut zu essen, dann seid ihr hier richtig aufgehoben.

Als Hauptgericht gönne ich mir einen Hähnchenrollbraten mit Kartoffeln.

Geschmacklich super – eine herrliche Zitronensosse

Ich sitze abermals alleine im Lokal, daher hält mich auch nichts, als ich aufgegessen hatte.
Ich bezahle 15.-€, das ist zusammen mit einer Cola wirklich nicht teuer, dann verlasse ich das Lokal und fahre zurück in die Marina.

Die Tage werden länger, das spürt man deutlich, es dämmert gerade als ich zurück komme.
Das letzte Licht über der Marina lässt eine besondere Stimmung entstehen.

Mal eine andere Perspektive – ohne Filter

Der Folgetag ist hier auf den Dodekanesinseln ein Feiertag. Man zelebriert den Jahrestag der Zugehörigkeit zu Griechenland, nachdem die Besatzungsmächte die Inseln an Hellas zurückgegeben hatten.

Die Griechen wissen, wie man pompös feiert – zu solchen Anlässen gibt es stets Paraden, es wird aufgefahren was geht.

Ich will gerne zugeben, dass ich kein Fan solcher Feiern bin, ich gehe aber trotzdem immer kurz hin um mich zu zeigen und zu signalisieren, dass ich die Themen der Locals respektiere.
Diesmal aber nicht! Ich bin noch nicht vollumfänglich fit und gestehe mir daher zu, dass ich den Festakt schwänze.

Die Bilder der Feierlichkeiten möchte ich euch trotzdem nicht vorenthalten.

Festzüge und Paraden – Foto von Susanne Radlach
Reden und Flaggenparaden – Foto von „The-Leros-Way“

Ich wollte ein wenig meine Ruhe haben, außerdem hat die Pflicht gerufen. Ich habe mir vorgenommen, noch einmal nach den Schiffen der Freunde zu sehen, bevor ich für zwei Wochen nach Deutschland fliegen würde.

Es war ein herrlicher, frühsommerlicher Tag – ideal um dies heute umzusetzen, dann hätte ich diese Aufgabe auch aus dem Kopf.
Es gab schließlich vor meiner Abfahrt noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen und vorzubereiten.

Kontrollblick an Martins STENELLA – alles ok, kein Wasser im Dinghi
Auch auf INSPIRATION alles ok – nach meiner Rückkehr wird die Übergabe erfolgt sein
Last not least – EDINA, hier ist es mit einem Blick nicht getan

Auf EDINA sehe ich nach dem Rechten, lasse aber zusätzlich Generator und Hauptmaschine laufen.
Ich öffne die Luken um Frischluft hereinzulassen und checke einmal mehr die Bilge – gibt es unangenehme Überraschungen?

Nein, diesmal nicht! Alles trocken, das Problem ist behoben.

Die Bilge ist trocken, der Generator läuft einwandfrei

Im Segelkleid, den Lazybags, steht kein Wasser mehr, das Absenken des Baumes hat Abhilfe geschaffen.

Kurz, keine Überraschungen! Das freut mich.
Ok, die Backskiste ist immer noch undicht, aber das ist bekannt und kein schlimmer Fehler – nichtsdestotrotz muss ich die Backskiste leeren, es hatten sich einige Liter Regenwasser angesammelt.

Der Ablauf ist verstopft, eine Dichtung undicht – das summiert sich auf

Ein kleiner Mangel, der sich im Frühsommer leicht beheben lassen wird. Bis dahin darf ich die Kiste eben noch ausleeren, das nächste Mal Anfang April.

Am Rückweg gehe ich noch bei Gottfrieds HARMONY vorbei, auch da sehe ich nach dem Rechten. Dabei fällt mir auf, dass das in Auftrag gegebene Anschleifen des Rumpfes wohl schon durchgeführt wurde – das ging ja schnell.

Ok, man muss natürlich auch anerkennen, dass das Unterwasserschiff der Sunbeam 39 in einem exzellenten Zustand ist.

Alles top – fertig für den Neuanstrich

Zurück auf NESSAJA telefoniere ich mit Sibylle. Sie lässt mich wissen, dass für den ersten Abend unseres Familienfestes der Speiseplan geändert wurde.
Es gäbe jetzt eine bayrische Brotzeit für alle, statt der Pizzen die wir bestellen wollten.

Ja wenn das mal keine gute Nachricht ist! Pizza kann ich ja (fast) immer essen, aber wenn ich in Deutschland bin, möchte ich wirklich NUR deutsches Essen haben!
Ich freu´ mich richtig drauf…

Apropos Pizza – da hat Sibylle mir einen Floh ins Ohr gesetzt, auch ich ändere den Speiseplan für heute – es gibt Pizza.

Ich sattle meine treue GS und mache mich auf den Weg nach Lakki, aber vorher möchte ich nochmals beim Haus vorbeisehen.

Die Temperaturen normalisieren sich – es geht wieder ohne Halstuch und Handschuhe
Die Sonne steht herrlich über der Bucht

Meine Initialzündung um noch einmal hoch nach Plaka zu fahren war, dass ich noch nie den Sonnenuntergang dort angesehen habe.

Gerade jetzt habe ich etwas Zeit, es ist zu früh um essen zu gehen, so wollte ich der Sonne von unserem Garten aus, beim Untergang zusehen.

Ich komme exakt zur rechten Zeit an

Der Garten ist, das habe ich erwähnt, inzwischen ziemlich verwildert und zugewachsen, dennoch ist er wildromantisch und ist ein Frühlingsbote – bunte Farben überall.

Ich genieße es hier zu sein!

Schön

Ich blicke über das hohe Gras, welches zwischen den Olivenbäumen in die Höhe gewachsen ist.
Zwischendrin überall bunte Blumen, es sieht echt schön aus.
Ich bin ein bisschen Stolz, dass dies nun bald mein kleines Haus sein soll und möchte das Bild des Sonnenuntergangs natürlich von der optimalen Stelle aus machen…

Ob es hier Schlangen gibt???

Egal, ich setze also mein ganzes Gewicht ein und trample bis zum „Aussichtspunkt“ unseres Grundstückes.

MEIN Sonnenuntergang

Ich gebe zu, ganz optimal ist er noch nicht – aber im Sommer wird die Sonne exakt in der Mitte der Bucht untergehen.
Wir werden also sehen können, wie sie das Wasser „ditscht“ und am Horizont versinkt.

Ich vermute fast, dass es dieses Bild dann öfter mal im Blog zu sehen gibt 😉 – kitschig zwar, aber ich mag die Stimmung einfach.

Als die Sonne fast verschwunden war, trample ich zurück zu meinem Mopped und fahre schnurstracks ins „La Nostra“.

Auch hier bin ich den ganzen Abend alleine

Man begrüßt mich herzlich, meine Bestellung wird auch hier inzwischen automatisch aufgenommen.
Obwohl ich eine Pizza bestelle, welche nicht auf der Karte steht, weiß man inzwischen was ich gerne mag.

Ich hab´s ja schon mehrfach erwähnt – die Pizza hier ist super und ich werde auch diesmal nicht enttäuscht.

Heute groß – halb „Mario Special“, halb „Vier Käse“, den Rest nehme ich mit heim
Dazu was Frisches, der „La Nostra“ Salat ist echt empfehlenswert

Der Ausklang des Abends gleicht den anderen – ich sacke auf mein Salonsofa und lass´ mich berieseln…

Leider steht mir eine schlaflose Nacht bevor – dummerweise kann ich nicht gleich einschlafen und ich beginne über die zeitlichen Abläufe unserer Lebensumstrukturierung nachzudenken. Ein Fehler!

Ihr kennt das? Die Gedanken sausen durch den Kopf und verhindern, dass man endlich zur Ruhe kommt und Schlaf findet – Wohnung verkaufen, Haus kaufen, NESSAJA verkaufen…
Möbel anschaffen, allen Melde- und Papierkram erledigen – uff!

Klar, das Ganze ist auch eine finanzielle Herausforderung, es darf nichts verrutschen. Ich liege mit weit aufgerissenen Augen im Bett und glotze wie eine Nachteule an die Decke – erst deutlich nach 03.00 Uhr schlafe ich ein…

Am kommenden Morgen wache ich erst um 10.18 Uhr auf – ich verordne mir eine Druckbetankung mit Kaffee und gehe dann frühstücken…

Auch nicht schlecht – ein Schlemmerfrühstück der besonderen Art

Bei „Repapis“ scheint man mir nicht beleidigt zu sein. Alles wie immer – ich schlotze also mein Eis und überlege mir, was ich mit diesem herrlichen, frühsommerlichen Tag anfangen kann.

Meine Pflichten verschiebe ich kurzerhand auf morgen, ist ja noch etwas hin, bis ich mich für die Abreise vorbereiten muss.

Ich beschließe eine Motorradrunde zu drehen und mich bei Giorgos zu verabschieden – auf nach Kamara!
Zur Abwechslung heute mal offroad.

Die Insel ist grün, alles blüht
Ich genieße die Runde

Ich fahre am Hundeshelter vorbei und nehme dann die Abzweigung Richtung Plaka, man kommt dann direkt bei unserem Haus vorbei.

Diesmal möchte ich aber nicht stoppen, einfach mal vorbeifahren und die schöne, blühende Landschaft mal aus einem anderen Blickwinkel, von der anderen Seite kommend, sehen…

Im Frühjahr hat Leros einen völlig anderen Charakter – Blick über die Gourna Bucht
Direkt voraus liegt Plaka – theoretisch ist unser Häuschen in Sichtweite

Als ich bei „Boat & Parts“ ankomme, ist Giorgos tatsächlich vor Ort – ich bin regelrecht überrascht!
Er werkelt an einem großen Außenborder und ich sehe gerne ein Weilchen zu.

Wir fachsimpeln etwas, ich lasse ihn wissen, dass ich so ein Boot suchen würde – nachdem ich NESSAJA verkauft hätte.
Zukunftsmusik, stimmt schon, aber ich möchte den Gedanken rechtzeitig implantieren.

Nicht klassisch schön – aber praktisch zum Inselhopping

Wir quatschen noch ein bisschen, dann will ich nicht weiter stören.
Ich verabschiede mich, wir würden uns wohl erst im April wieder sehen, bis dahin läuft die Saison auf Hochtouren.

Ich habe schon einen Gedanken – ich bin in herrlicher Sommerlaune, das Herumtuckern macht mir Freude, so beschließe ich, mir einen Cappuccino im „Navarone“ zu gönnen.
Vielleicht würde ich draußen sitzen können und Agia Marina ist ohnehin schön.

Stahlblauer Himmel – ein perfekter Tag

Läuft! Hat alles geklappt! Ich bekomme einen Tisch an dem es nicht zieht, schlürfe in Ruhe meinen Cappu und sehe den Menschen und dem bunten Treiben zu.

So verfliegt die Zeit, erst am späten Nachmittag kehre ich auf NESSAJA zurück.
Ich lerne Griechisch – es ist mühsamer geworden, denn ich habe das spielerische Lernen mit der App drastisch reduziert.
Ich lerne wie ein fleißiger Student und fertige mir griechisch geschriebene Excel Listen an, um damit meine Lernerfolge zu verifizieren – ein Mörderaufwand.

Erst als es dunkel wird und mein Magen langsam grummelt, fällt mir auf, dass es Zeit für´s Abendessen wird.
Ich kann es mir nicht erklären – Samstag und das „SouVLakki“ hat geschlossen, was ist da nur los.

In der Not verhole ich mich ins „Persiana“ und gönne mir ein „Pulled Pork Sandwich“ nebst Salatbegleitung, dazu ein Bier.

Im „Persiana“ sitzt man schön, sie spielen gute Musik
Das Essen ist gut – schon Fast Food, aber gehobene Kategorie

Ich speise gut, treffe Ralu und John auf einen kurzen Ratsch und auch unser Kranfahrer Giannis sitzt mit einem Freund bei einem Bier zusammen – mit ihm geht ebenfalls ein kurzer Plausch.
Giannis gibt mir mit auf den Weg, dass er am Montag Hans Peters LIBERTÉ höher stellen möchte. „You can prepare everything…“ höre ich ihn sagen.
Ein angenehmer und kurzweiliger Abend…

Trotzdem ist es irgendwie seltsam – hier im „Persiana“ sitzt man gemütlicher als anderswo, das Essen ist definitiv nicht schlechter und sie spielen echt coole und gute Musik.

Dennoch setzt es sich auf unserer ewigen „Bestenliste“ nicht wirklich durch.
Warum? Weiß nicht, vielleicht, weil es sowohl beim Essen als auch beim Bier genau um das Quäntchen teurer ist als die Wettbewerber – ich bezahle für mein Essen 26.-€.

Egal, ich gehe zufrieden ins Bett und kann diesmal auch sehr gut schlafen!

Am nächsten Morgen erinnere ich mich an Giannis Worte und schreite zur Tat!

Von rechts nach links – alleine muss ich ganz schön rackern

Eine Menge Zeug gilt es zu verräumen, besser gesagt umzuschlichten. Der Raum unter LIBERTÈ muss frei sein, daher muss das ganze Zeug unter das Nachbarschiff.

Diese Arbeit ist zu zweit schon mühselig, alleine ist es eine Herkulesaufgabe.
Das Ruder wiegt bestimmt 50kg+ und das Schlauchboot ist sehr unhandlich.
Ich mühe mich redlich ab…

Klappt aber – zu guter Letzt noch die Vehikel

Ich räume bestimmt eine Stunde und sehe danach aus wie ein Ferkel. Alles war staubig, sandig, verschmutzt.

Zu guter Letzt räume ich noch HPs und Sibylles Radl auf die Seite und parke des Hasen Roller um. Natürlich muss ich den vorher aus- und selbstverständlich danach wieder einpacken.

Doch dann war die Aufgabe gestemmt – der fleißige Giannis kann mit dem Mover kommen und LIBERTÉ soweit anheben, dass wir nach der Reparatur das Ruder wieder einbauen können.

Und danach muss alles wieder zurück

Weil ich grad so beim Wirbeln war, habe ich mich dem nächsten Punkt auf meiner ToDo Liste auch gleich gewidmet.
Das Umlegen unseres Schlauchbootes behirne ich schon lang – welche Lösung ist die beste???

Das Problem – unser Hypalon Dinghi liegt ganzjährig im Wasser. Dort ist es gut aufgehoben und sicher.
Einziges Thema auf das zu achten ist – nach einem Regenguss muss ich es ausleeren, kein Problem wenn ich vor Ort bin.
Gehe ich aber im März für zwei Wochen weg, muss das Dinghi so liegen, dass es entweder mit offenem Stopfen liegt oder nicht volllaufen kann.

Gleichwohl soll es sicher liegen, geschützt vor unglücklichen Beschädigungen!
Soll ich es unter HPs LIBERTÉ legen? Oder in EDINAs Davits hängen? Oder doch einfach bei uns auf den Steg legen?
Ich entscheide mich für Letzteres…

Festgezurrt wegen der Stürme – Lenzstopfen offen wegen der etwaigen Regenfälle

Ich werde das Dinghi nun bis zu meiner Abreise beobachten, meine aber, dass es sicher liegt.
Zusätzlich werde ich Nachbar Martin bitten, mit einem Auge darauf zu schauen.

Mittagszeit! Ich war fleißig und habe einen Guster auf etwas Süßes – ich beschließe, dass ich mir einen Cappuccino und eine Süßigkeit im „Coffee Lab“ gönnen werde.
Das Wetter lässt zu, dass ich im Freien auf der Terrasse sitze.

Cappuccino und eine Zimtschnecke – genau das Richtige
Gesellschaft leisten mir die frechen Spatzen

Total lustig fand ich, dass zwei Tische weiter drei Frontex Beamte saßen. Es handelte sich um zwei Deutsche und einen Mann aus einem anderen Land – man sprach Englisch.

Irgendwie kamen die Drei, zwei Männer und eine Frau, auf das Thema Beziehungen, Scheidungen und Partnerschaften.
Zu meiner großen Überraschung waren die beiden Deutschen relativ limitiert in ihrem Englisch, wollten aber große Emotionen ob des Themas schildern…
Ich wurde unfreiwillig Zeuge, hatte aber einen lustigen Nachmittag 😉

Weil´s zum Thema passt – da fällt mir eine Anekdote ein…
Habe ich jemals erzählt, dass Gerhard Polt früher unser Nachbar war? Wir kennen ihn also auch privat.
Ich habe Gerhard Polt mal getroffen, wie er in unserer Straße einer fremden Radfahrerin den Weg auf Englisch erklärt hat…
Er kann Englisch, aber er spricht eben wie auf der Bühne! Hätte man das gefilmt, man hätte den nächsten Sketch im Kasten gehabt…
Das nur, weil ich gerade dran denken musste 😉

Zurück nach Lakki!

Der Nachmittag gab nicht mehr viel her. Ich bin in den Reisevorbereitungen.
Aber wohin zum Abendessen???
Es zieht mich nach Alinda ins „To Steki“ – heute gönne ich mir das!

Auch das „To Steki“ war leer
Ich schlürfe gemütlich mein Bier und genieße die Stimmung

Eigentlich wollte ich ins „SouVLakki“ aber die Türen sind immer noch geschlossen. Schön langsam dürfen sie sich in „Zu-VLakki“ umbennen! Ich bin etwas enttäuscht.

Eine Nachricht an Inhaberin Anna klärt die Situation. Man sei in Athen auf einer Food-Messe, ab Dienstag ist wieder offen.

Closed – wie schade! Das „Zu-VLakki“

Das ist schön, dann gehören die letzten beiden Abende meinem Lieblings-Grilllokal!

Die anderen Kandidaten schieden aus, mir war mal wieder nach etwas Anderem. Daher finde ich mich jetzt im „To Steki“ wieder.
Aber auch hier Leere – Wirt Dimitris beantwortet meine Frage, ob er offen habe oder ob geschlossen sei, nicht…
Er gibt mir eine Tischdecke und ein Bier, ich solle mich draußen hinsetzen – „…one Popi to start?“
Aber natürlich! Ich liebe dieses Gericht!

Popi, das sind Schinken-Auberginen Röllchen in einer Sahnesoße, dazu ein Salat

Er kocht für mich, sein Personal war schon gegangen. Er setzt sich zu mir und klagt über die Politik, über erhöhte Steuern und darüber, dass es sich kaum noch lohnt eine große Taverne zu betreiben.
Zudem sei es, wie vielerorts, schwer an geeignetes Personal zu kommen.

Ich verstehe seine Bedenken und frage mich, wie es für viele kleine Wirte auf der Insel weitergehen soll.
Ich weiß, dass sich auch Leros verändern wird und habe dies vor dem Hintergrund meines Hauskaufes auch durchdacht.
Dennoch, spricht man mit den liebgewonnenen Locals, dann hinterlässt es eine gewisse Traurigkeit.
Hoffen wir, dass sich der Charakter der Insel nicht allzusehr verändert.

Ich bestelle meinen Hauptgang – ich wusste beim Losfahren schon was ich wollte…

Scampi Risotto – ein Gedicht

Ich mampfe mein Scampi-Risotto und genieße das Ausklingen des Tages. Eine Katze gesellt sich zu mir und glotzt mich an, sie hat es auf die Scampiköpfe abgesehen.

Ich füttere normaler Weise nicht vom Tisch, aber heute war des Maunzers Glückstag – ich war mutterseelenalleine auf der Terrasse, Wirt Dimitris schaut Fußball, so gönne ich der Mieze die Reste und genieße ihre Gesellschaft.
Ein paar Karmapunkte mehr können nicht schaden.

Ich bezahle und fahre mit spannendem Wanst zurück in die Marina – ein schöner Tag!

Der neue Tag verplätschert, die Luft ist raus! Hier gibt es nicht mehr viel zu tun, in etwas mehr als zwei Tagen werde ich nach Deutschland aufbrechen.
Ich beginne langsam Kleidung und Unterlagen zu sortieren und erste Vorbereitungen am Schiff zu machen – so verging der Vormittag.

Ein letzter Besuch bei „Repapis“ um den Nachmittag einzuläuten? Klar doch, pfeif auf Disziplin 😉 – der Trend geht zum Vormittagseis!

Neuer Eingangsbereich – für mich???

Kaum sitze ich und beginne meine Leckerei zu löffeln, klingelt auch schon mein Mobiltelefon.
Am anderen Ende der Leitung ist Giannis der Kranführer – „…where are you, I´m on the boat!“

Was soll ich machen, das Anheben von LIBERTÉ hat Priorität, also nix wie hin.
Ach so, das Eis, na das muss irgendwie gehen…

Na also, geht doch

Als ich an HPs Bavaria ankomme, steht der Transportwagen auch schon an Ort und Stelle.

Im Kern ging es Giannis darum, mit mir zusammen noch einmal die finale Höhe auszumessen, um so sicher zu stellen, dass HP und ich im April das Ruder stecken können.

Mit dem Carello wird LIBERTÉ angehoben
Es geht um rund 40cm, das wird wohl reichen

Es geht sich auf den Zentimeter aus. Letztlich ist es aber auch kein Problem, ein paar Zentimeter können wir unter dem Ruder auch ausgraben, ich bin zuversichtlich, dass es so passt.

Ich stehe mit meinem Eis da und sehe den Werkern beim Arbeiten zu – ich komme mir selber blöd vor, also verlasse ich den Ort des Geschehens.
Ein schwerer Fehler wie sich zeigen wird.

Kaffeepause

Ich koche mir einen Kaffee und schicke Hans Peter die Bilder. Zwei Minuten später klingelt mein Telefon und ich berichte dem Skipper zuhause.

Nach dem Telefonat will ich zurück zum Schiff und Hans Peters Sachen wieder zurück unter LIBERTÉ räumen – da trifft mich fast der Hauptschlag!!!

Höhe- perfekt! Aber finde den Fehler
AAAAAAAhhhhhhhrghhh – ich verzeifle

Wer sich an den Februarblog erinnert, weiß was ich meine! Meine ursprüngliche Bitte war ja, LIBERTÉ anzuheben und dabei die Stützen so zu verstellen, dass wir die bisherigen Auflageflächen bearbeiten können.

Ich war im Februar mehr als überrascht, als die Stützen verstellt waren, das Schiff aber nicht angehoben wurde.

Heute wurde das Schiff angehoben, die Stützen aber wieder so angebracht, dass sie die alten Auflageflägen ganz oder teilweise abdecken.
Es wird klar, eine dritte Aktion wird fällig werden!

Ich muss dafür jedes Mal den Kram unter dem Schiff wegräumen – ich weiß nicht, soll ich heulen oder lachen?!
Es ist zum Mäusemelken – aber das Team hat schon Feierabend, ich werde morgen mit Giannis sprechen.

Heute Abend treffe ich mich mit mit der Crew der TUULI, Anette und Kai, sowie mit Susanne von der ESPERANZA zum Dinner im „Persiana“ – ein schöner und geselliger Abend.

Der neue Tag hat eine höhere Schlagzahl, es gibt viel zu tun, die Uhr läuft!

Alles wieder zurückgeräumt

Ich stehe früh auf und spreche mit dem Kranteam. Sie erklären mir, dass sie die Stützen an dieser Stelle haben wollen, das Schiff steht sicherer.
Man würde die Stützen umstellen, kurz bevor wir streichen.
Ok, sei´s drum, ein Totschlagargument – da kann ich nicht dagegenreden.

Ich räume also den ganzen Krempel abermals zurück und widme mich dann meinem Motorrad.

Ein paar Kleinigkeiten sind immer

Nachdem das Mopped sauber ist, muss ich ein paar Roststellen pflegen und ein paar kleine Lackarbeiten machen.
Die Kette will gefettet werden und ein paar andere bewegliche Teile schreien unüberhörbar nach Schmiermittel.

Generell setzt die salzhaltige Luft und der Staub und Dreck den Fahrzeugen zu.
Das merke ich leider auch an meiner treuen BMW. Sei´s drum, ich bekomme das meist ganz gut hin, die Arbeit hält dann für drei, vier Monate vor.

Danach parke ich das Bike auf ihrem „Stammplatz“, ein gutes Plätzchen für die Phasen meiner Abwesenheit.

Sieht wieder gut aus – hier steht sie sicher

Wenn ich mein Motorrad länger als drei, vier Tage in der Marina stehen lasse, dann packe ich sie in der Regel ein.

Ich will nicht, dass sie in Abwesenheit unter fremden Schiffen steht, man weiß nie welche Aktionen stattfinden.
Steht sie an diesem sicheren Platz, hat sie aber keinen Wetterschutz – daher das Häubchen, das hat sich so bewährt!

Motorrad reinigen, schmieren, abdecken – check!

DAS ist ja nun perfekt gelaufen! Ich kann einen Haken an das Thema „Motorrad verräumen“ machen, für die letzten eineinhalb Tage habe ich den Leihwagen.

Die schweren Aufgaben sind also erledigt, ab jetzt habe ich nur noch administrative Punkte auf meiner Liste.

So wird es zum Beispiel langsam Zeit ans Packen zu denken. Nicht unbedingt weil ich so lange dafür brauchen würde, eher weil ich recht wenig Kleidung habe.
Ich muss sehr gut überlegen – was ziehe ich an, was muss mit?

Ich entscheide daher, auf Nummer Sicher zu gehen und alles noch einmal zu waschen.

Auch meine Buxe und mein Hoodie kommen in die Wäsche

Da ich auch meine Hauptkleidung, die lange Hose und den geliebten Hoodie, der Waschladung zuführe, bleibt mir nichts anderes übrig als mal wieder im Schlüpfer und T-Shirt auf das Trocknen der Kleidung zu warten.

Zwischenzeitlich kann ich ein paar Unterlagen am Rechner ausdrucken und meine Taschen vorbereiten.
Ich werde mit kleinem Gepäck reisen.

Der kleine Trolley reicht

Meine Beinkleider waren kaum getrocknet, da klingelte mein Telefon – keine Minute zu früh!
Rena sendet mir die Nachricht, dass sie in der Marina sei, mein Wagen wäre da.
Na das klappt ja wie am Schnürchen!

Ich treffe Rena und Ioannis und übernehme den kleinen Flitzer, danach verabschiede ich mich höflich – „…see you again in April!“

Die Mobilität ist wieder hergestellt

Zugegeben, ich „überplane“ gerne! Ich hatte soweit alles erledigt und wollte diesen letzten Tag nutzen, um meine Reise vorzubereiten – Reiseantritt ist heute Nacht um 00.30 Uhr!

NATÜRLICH war ich viel zu früh mit allem fertig! Die Wäsche von der Leine genommen, der Koffer gepackt, auf NESSAJA soweit alles klar – und jetzt?
Wie bringe ich den Tag rum???

Ok, für den Nachmittag fällt mir schon was ein…

Ich gönne mir ein letztes Speiseeisschmankerl

Ein wenig Glück spielt mir in die Karten. Brigitte und Hans, die Crew der BARCASO, sind zurück in der Marina.
Die beiden Österreicher, welche wir vor rund einem Monat mehrfach verabschiedet haben und deren Abreise sich mehrfach verzögert hatte – die Beiden also sind zurück und wollen nun auch mich im Gegenzug auf die Reise bringen.

Wir verabreden uns für ein gemeinsames Abschiedsdinner, an dem auch Susanne von der ESPERANZA teilnehmen wird.

Weil wir ein Auto haben, verabreden wir uns ins „Metzes“, dort ist es immer lecker, dort waren wir lang nicht mehr.

Das „Metzes“ ist ein einladendes Lokal
Wir sind die Ersten

Susanne war zum ersten Mal hier und hat sich ebenfalls von den netten Gastgebern und der schönen Atmosphäre einfangen lassen.

Die handgeschriebenen Speisekarten haben es ihr besonders angetan! Wir studieren diese ebenfalls und entscheiden uns dann für ein paar Meze und eine leckere Grillplatte – natürlich kommt alles in die Mitte, wir teilen…

Eleni schreibt die Karten selber
Das Essen enttäuscht uns nicht

Es war schon deutlich nach 21.00 Uhr, als wir das Lokal verlassen. Natürlich stand eine letzte Karafaki Ouzo auf unserer Rechnung, wir waren zufrieden.

Ich setze die Freunde ab, alle wünschen mir eine gute Reise, dann ziehen wir uns auf unsere Schiffe zurück.

Was tun? Ich habe noch rund zwei Stunden Zeit bis ich aufbrechen muss – tatsächlich habe ich keine dümmere Idee, als die letzte Folge „Inspector Barnaby“ vom Montag anzusehen.
Hat sich irgendwie seltsam angefühlt, zeitmäßig hat es aber genau gepasst!

Um 23.45 Uhr breche ich auf und verschließe NESSAJA…

Es ist ziemlich windig!

Ich bin vollgefressen und lag fast zwei Stunden auf der Couch, irgendwie war mir nach ein paar Meter gehen.

So entscheide ich spontan, den Wagen nicht wie ausgemacht am Port abzustellen, sondern ihn vor dem Büro des Autoverleihers zu parken.
Den Rest des Weges werde ich zu Fuß zurücklegen!

Da parkt er – NATÜRLICH verwackle ich das Bild

Ich komme exakt pünktlich im Hafen an. Genau als ich über den Parkplatz laufe, sehe ich die Fähre die Lakki Bucht durchqueren. Ich machen ein paar Aufnahmen, dann gehe ich zum Fußgänger-Wartebereich.

Diesmal mit der BLUESTAR PATMOS
Ich bin nicht alleine unterwegs – ich muss vielleicht 15 Minuten warten

Dann geht alles ganz schnell – ich gehe an Bord, schnurstracks zur Rezeption und checke in meiner Kabine ein.

Es ist schon spät, aber weil es guter Brauch ist, gönne ich mir im Haupt-Salon noch einen Absacker – dann aber heißt es „ab in die Falle“!

Meine Kabine, klein aber mein
Ein Rollo war offen, ich finde einen schönen Platz
Ein Ouzo – 4,50€ – dann heißt es ab ins Bett

Überraschender Weise schlafe ich ganz gut. Dementsprechend erholt wache ich am nächsten Morgen kurz vor dem Weckerklingeln auf.

Mein erster Weg führt mich ins Café, dort gibt es ein Sandwich und zwei Kaffee – erst dann verhole ich mich ein meine Kabine, kultiviere mich und packe meine Sachen.

In zwei Stunden würde ich in Piräus ankommen – die Uhr tickt!

Frühstück mit Aussicht
Angekommen!

Abermals geht alles ganz schnell! Das Schiff legt an, die Klappen öffnen sich und spucken die Fahrgäste auf das griechische Festland.

Ich kenne mich im Hafen von Piräus ein wenig aus, muss aber trotzdem erfragen, wo denn der Bus X96 Richtung Flughafen abfahren würde.
Die Busstation ist rasch gefunden, der nächste Bus wartet schon. Ich löse mein Ticket und warte auf die Abfahrt…

Ich war exakt eine Stunde vor Plan – die Fähre kam tatsächlich zu früh an!
Das ist nicht schlecht, so konnte ich entspannt die Busfahrt genießen, ich hatte keinerlei Zeitdruck.
Die Fahrt begann – wir passierten noch einmal den Anleger der BLUESTAR Fähre.

Die Fahrt dauert etwa eine Stunde
Alleine im riesigen Gelenkbus

Anfangs war ich ganz alleine im riesigen Gelenkbus, aber das sollte nicht lang so bleiben.
Im Großraum Piräus und Athen hatte der Bus zig Stops und es war ein reges Zu- und Aussteigen – zwischenzeitlich waren fast alle Plätze belegt.

Die Fahrt war interessant und kurzweilig und und nach etwas mehr als der planmäßigen 60 Minuten, hatten wir das Ziel der Fahrt, den Flughafen von Athen, erreicht.
Ich musste mich erst einmal orientieren – wo werde ich mein Gepäck los?

Am Flughafen hatte ich viel Zeit

Generell ist ATH ein schöner Flughafen! Alles war recht gut organisiert.
Ich hatte rasch mein Gepäck aufgegeben, an der Sicherheitskontrolle ging alles ganz schnell und so fand ich mich bereits nach kurzer Zeit vor meinem Abfluggate – hier konnte ich die Stunden bis zum Boarding warten.
Ich hatte extra für diese Wartezeit ein Buch auf mein iPad geladen.

Da kommt er an

Endlich war es soweit – Boarding begann und die Menschen suchten ihre Plätze.
Leider war meine Reihe voll belegt, aber das ist eben nicht zu ändern.
Ich mache meine Kopfhörer ins Ohr, starte meine Musik und gebe mich den Abläufen der nächsten zwei Stunden hin – ich kann fliegen nicht leiden und hoffe, dass auch dieser Kelch an mir vorüber geht!

Und das tut er!

Hallo München

Auch der Flug dauerte 20 Minuten weniger als geplant. Der Pilot gab, bereits im Sinkflug, noch die Information aus dem Cockpit, dass in München Regen und 3°C herrschten – na toll!

Dann hörte ich, wie das Fahrwerk unseres Airbus ausfuhr, der Boden war hingegen nicht zu sehen.
Erst kurz vor der Landung tat sich ein grau, braun, grüner Einheitsbrei an Landschaft auf.
Diese glänzte, weil sie vom Regen patschnass war – ich war angekommen, angekommen in Deutschland!

Am Flughafen ging alles ratzdatz. Mein Trolley war das zweite Gepäckstück am Band und ich musste nur kurz auf Sibylle und unsere Tochter warten.
Ich wurde abgeholt und wir fuhren zu Franziska nach Hause. Sie wohnt in der Nähe des Flughafens – ein unschätzbarer Vorteil für uns.

Der neue Morgen beginnt wie geplant…

Langersehnt, heißerfleht

Wir hatten ein wunderschönes, leckeres, gemeinsames Frühstück, welches aus meiner Sicht den tollen Vorabend noch toppte!
Endlich Brezn, endlich bayrische Wurst.

Natürlich war das große HALLO am Vortag Gold wert, die Familie wieder in den Arm zu nehmen, die kleine Heidi wieder zu knuddeln, dafür lohnt die Anreise.

Der heutige Tag sollte eine Fortsetzung dieser Wiedersehensfreude bieten, denn ab heute startet unser geplantes, dreitägiges Familienfest!
Sibylles Geschwister würden kommen, auch alle Kinder und Enkelkinder würden an den Schliersee anreisen.

Für uns war es also Zeit, uns zu verabschieden und die Fahrt ins bayrische Oberland anzutreten.
Am Weg mussten wir noch die bestellte Brotzeit beim Metzger abholen.

Der Landkreis Miesbach empfängt uns mit Regen
Auch das „Haus Seegarten“ am Schliersee ist grau verhangen
Ein Bergblick der keiner ist

Der Besitzer der kleinen Pension direkt am Seeufer ist mein langjährigster und bester Freund – immer wenn ich in Miesbach verweile, wohnen Sibylle und ich hier.

Wir selbst haben ja auch die längste Zeit unseres Zusammenseins hier am Schliersee gelebt, hier ist für mich Heimat.
Wenn ich in Deutschland bin, will ich hier sein!

Auch hier großes HALLO! Sibylle war schon zu Besuch hier, mein letzter Aufenthalt war aber fast ein Jahr her.
Es gab während eines kurzen Updates schon viel zu erzählen, wir würden die Gelegenheit zum Zusammensitzen noch haben.
Jetzt müssen wir aber erst einchecken und dann ein bisschen was vorbereiten, weitere Gäste würden bald anreisen.

Der Aufenthaltsraum für unsere Feier – mit Blick auf den See

Franziska, Mikey und die kleine Heidi kamen als erste Familienmitglieder an, wir hatten uns ja gestern nach meiner Ankunft schon begrüßt.
Die zweiten Gäste waren Sohn Stefan mit seiner Amelie und dem kleinen Anton.
Ich freue mich, Anton wieder zu sehen, immerhin ist das letzte und einzige Treffen von Enkel und Opa auch fast ein Jahr her.

Der Lauser erkennt mich scheinbar wieder, auf jeden Fall „fremdelt“ er nicht. Trotzdem muss ich mich damit zufrieden geben, zweite Geige zu spielen, denn der Baby-Retriever der Gastgeberfamilie, schickt sich an „Star des Abends“ zu werden…
Ok, gegen einen Welpen hast Du niemals eine Chance!

Drei Babys unter sich

Nach und nach trudeln die Gäste ein. Viele haben wir die letzten Jahre nicht gesehen, wir alle begrüßen uns herzlich.

Als Sibylles Schwester auch angekommen war, ging es zur Sache – das Abendessen musste vorbereitet werden, die Wahl fiel auf eine bayrische Brotzeit mit allen Extras.

Buffet für Käse, Salate, Brot und Brezn
Leberkas (rechts) und Kas-Leberkas (links) – I love it
Auf Wunsch Einzelner – Weißwürscht (ich nur vor 12.00 Uhr!!!)

Das Buffet wurde eröffnet! Die ganze Familie hat sich bunt gemischt zusammengesetzt und jeder hatte einmal wieder die Gelegenheit mit jedem zu sprechen.
Es tat gut zu sehen, wie gut sich die drei Generationen mischten und unterhielten.
Es sei erwähnt, dass es durchaus auch neue Bekanntschaften zu knüpfen gab, nicht alle kannten sich untereinander – dieses Manko wurde heute behoben.

Es war Zeit für mich, mir einen Teller der begehrten Köstlichkeiten zu holen. Hatte ich nicht fast zwei Wochen lang an nichts anderes als an Kas-Leberkas und Brezn gedacht???

Amelie und ich greifen zu – für drei! Oooops, hoffentlich habe ich da kein Geheimnis verraten!
Es schmeckt allen

Ein langer Tag für viele, dazu die lange Anreise für den „Karlsruher Flügel“ – wir genießen den Abend, lassen es aber nicht zu spät werden.
Morgen ist auch noch ein Tag.

Leider beginnt dieser wieder grau und trüb! Wir hatten Wetterpech, denn die Wochen zuvor war es mild und sonnig und auch nach Beendigung der Feier sollte der Frühling erste Boten schicken.

Während des Familienfestes war es aber leider eiskalt und es gab immer wieder Schneeschauer.
Trotzdem sind wir nach dem Frühstück mit den Kleinen vor die Türe…

Ich war nicht gewappnet für die klirrende Kälte…
…und auch Sibylle fror
Im Sommer gefällt mir der Schliersee besser
Die Zwacken brauchen Auslauf – und Enten gehen immer

Mir reicht´s! Ich drehe um und ziehe mich wieder in den Gemeinschaftsraum zurück.
Es ist mir einfach zu kalt. Sehr zu meiner Überraschung sind mir mehrere Familienmitgleider gefolgt, die Kälte war durchdringend und nicht viele hatten Freude an einem Spaziergang.

Das war aber egal, denn auch drinnen gab es genug Beschäftigung und Zeitvertreib.

UNO mit den Kindergarten- und Schulkindern…
…alternativ dazu „Handbillard“ – für den Queue waren sie noch zu klein

Die schönsten Momente waren aber die des intensiven Austausches mit den Enkelchen. Auch ich hatte neue Bekanntschaften zu machen, war es doch das erste Mal, dass ich den kleinen Timo kennen lernen durfte.

Es machte aber den Eindruck, dass sich hier eine sehr nette Freundschaft entwickelt.
Ich würde mich freuen, der Knabe würde mich einmal in Hellas besuchen…

Hallo, ich bin´s der Opa
Freunde für´s Leben

Auch am zweiten Tag war wieder bestens für unser leibliches Wohl gesorgt.
Es gab Nuss- und Mohnzopf zum Kaffee am Nachmittag und zum Abendessen haben uns René und Rita, unsere Gastgeber, ein herrliches Nudelbuffet gezaubert.

Es waren fantastische Tage…

Kaffee und Kuchen für alle – ein Muss
Gemeinsames Abendessen

Es gab´ so viel zu erzählen, so viele Erinnerungen auszutauschen und so viele Neuigkeiten zu erfahren – es war herrlich!

Natürlich haben sich auch die Cousins und Cousinen kennen gelernt und stundenlang miteinander gespielt, es war herrlich mitanzusehen.
Ich spürte eine große Zufriedenheit und eine große Portion Stolz.

Natürlich gibt es hunderte herrlicher Bilder, die jedoch als unsere Privatsphäre gehütet werden.
Ein tolles Fest, welches nach einer gelegentlichen Wiederholung schreit!

Manche der „Schulkinder“ wollten nicht mit auf´s Bild

So vergingen diese Tage, der Anlass, wegen dem ich so früh im Jahr angereist war.

Trotz des ekelhaften Wetters habe ich genau dies genossen. Es war schön!
Die Kinder und Kindeskinder strahlen so eine Lebensfreude aus – FOREVER YOUNG!

Die Zeit bis zur Abreise der Lieben verging viel zu schnell – meine Tochter verabschiedete sich mit Familie Richtung Bodensee, die Karlsruher Fraktion trat ebenfalls die Fahrt nach Baden-Württemberg an.

Ich tröste mich damit, dass die Pause bis zum nächsten Besuch in Deutschland diesmal nicht so lang werden würde, zudem war klar, dass wir die anderen drei Kinder nebst Familien noch einmal treffen würden während wir hier waren.

Während der Verabschiedung der Kinder beginnt ein zweiter Handlungsstrang meines Besuches…
Mein Sohn fragt René, „…sag´ mal, was ist denn mit Deinem Audi passiert?“
Der Freund wundert sich über den scharfen Blick und bestätigt, dass sein A6 Quattro einen Achsschaden unbekannter Herkunft hat – es hätte keinen Rempler gegeben!

Steht schief

Ich frage mehr nebenbei, was jetzt mit dem Wagen passieren würde. Mein Freund entgegnet, „…er fliegt auf den Schrott!“
Ich erwidere, „Du weißt, dass ich sowas suche?“
Seine Antwort war kurz und schmerzlos, „Nimm´ ihn, Du kannst ihn haben! Reagiere schnell, er hat nur noch diesen Monat TÜV!“

Ich reagiere – sofort, kurzentschlossen, ohne Zögern.
RB89 ist jetzt UNSER neues Muli – ideal für die Hausrenovierung und mehrmaliges Pendeln zwischen Deutschland und Hellas!
Einen Tag später bin ich auf der Zulassungsstelle und verbriefe den Halterwechsel.

Vollausstattung – 373.000km 🙂

Gut wäre, wenn man jemand bei Audi kennen würde… 😉
Da kommt jetzt mein Sohn Stefan ins Spiel – sofort entwickeln wir beide eine Reparaturstrategie für den alten Boliden.

Ein neues Projekt!!!

Sibylles Schwester war einen Tag länger geblieben. Es wurde seitens ihrer die Forderung nach einem Schweinebraten nebst Knödel und Soße laut.
Da dies ebenfalls auf meiner Bucketlist stand, fand sie in mir einen Unterstützer – das war wichtig, denn nur zu zweit konnten wir den Besuch der Traditionsgaststätte „Bräustürberl Tegernsee“ abwenden!
Dort gab es zwar Schweinebraten oder Haxn – aber ohne Knödl und Soß´ – und des geht gar ned!

So trotzten wir dem miesen Sauwetter und fuhren die paar Kilometer bis zur Gaststätte des „Kloster Reutberg“, auch sehr traditionell, auch mit eigener Brauerei.
Und die Fahrt hat sich gelohnt!

Nahe der Schneefallgrenze bei der Abfahrt
Herzliches Willkommen im „Kloster Reutberg“
Vor einer Woche war der Biergarten geöffnet – heute fing es an zu schneien

In der Traditionsgaststätte gab es alles was unser Herz begehrte, es war Starkbierzeit, also ein „Josefi-Bock“ als erste Runde.

Danach die von mir heißgeliebte und sehnlichst gewünschte Kaspressknödlsuppn, ein Gedicht gerade an so kalten Tagen.

Last not least – der Krustenschweinsi mit Biersoß´ , Knödl und Krautsalat.
Bayrische Tradition geht durch den Magen – probiert´s es, dann spürt´s es!

Reutberger Josefi-Bock, so ein Bier gibt´s in Griechenland nicht!!!
Heiße Suppe, ein Seelenschmeichler an kalten Tagen
Dafür fährt man schonmal ein paar Kilometer

Wir hatten einen netten bayrischen „Abschlussabend“, denn morgen würde auch Sibylles Schwester die Heimreise antreten.
Unsere Rückfahrt war anstrengend, denn es gab für ein paar Stunden heftiges Schneegestöber – der Winter fuhr seine Krallen noch einmal aus, dann sollte er dem Frühjahr weichen! Zumindest für die nächsten Tage…
Zurück in unserer Herberge, dem „Haus Seegarten“ am Schliersee, genehmigten wir uns noch einen Absacker, dann war das Familienfest 2025 final beendet!

Die neue Woche beginnt und der Terminkalender von Sibylle und mir war voll bis zum Anschlag – es galt Freunde in Deutschland zu treffen.
Es sei der Vollständigkeit halber erwähnt, dass der Wetterbericht ein Ende der Kälteperiode verheißt, es sollte der letzte graue, kalte Tag werden…

SCHNEE! Die eisige Klaue des Winters greift nach mir

Den Anfang unserer Besuchsserie sollten Kristina und Volker machen – ein Treffen völlig losgelöst von ELOWYN, diese würde uns erst im Mai wieder zusammenführen.
Da die Beiden am Rückweg von einem Skiwochenende waren, haben wir uns kurzerhand beim „Dinzler“ verabredet.
Das Café war früher unsere Stammgaststätte und lag am Weg der Freunde…

Wir warten und sehen uns im Shop um – wir brauchen noch ein Geburtstagsgeschenk
Wie damals, ist das hippe Lokal auch heute gut besucht

Man kennt Sibylle und mich noch, wir bekommen sofort einen Tisch. Perfekt! So steht einem netten Plausch bei Kaffee und einem Stück Kuchen nix im Weg.

Leider trennen sich unsere Wege bereits nach einer Stunde wieder. Die Freunde müssen heim und wir haben noch die Beschaffung eines Geburtstagsgeschenkes für die Tochter meines Freundes vor der Brust.

Es soll eine Pflanze für das neue Haus werden, also fahren wir zum nächstgelegenen Gartencenter.

Dem Schnee wieder sehr nahe

Wir entscheiden uns – was Wunder – für ein Olivenbäumchen und hoffen, dass Tina gelegentlich an uns denkt.

Ich kenne die junge Frau seit ihrer Geburt und ich freue mich genau wie bei meinen Kindern, dass sie ihr Leben fest im Griff hat.

Umso mehr freut es mich, dass wir ihre Eltern zum familiären Geburtstagsessen begleiten dürfen.
Wir sind das erste mal im neuen Häuschen zu Gast, es gibt viel zu erzählen und erfahren – wir haben einen sehr netten Abend.

Tina kocht etwas Leckeres für uns, es gibt lokales Bier und die Mama spendiert den Kuchen – wie immer ein Gedicht.
Kein Wunder, dass es spät wird 😉

A Flötzinger zum Lauch-Cremesüppchen
Erdebeer-Mascarpone Verführung

Im Schneetreiben fahren wir zusammen mit den Eltern nach Hause, wir palavern über alte Zeiten und sind allesamt stolz auf unseren Nachwuchs – die Gegenwart gehört ihnen und auch wenn wir das manchmal nicht so recht glauben wollen, der Staffelstab ist längst übergeben.
FOREVER YOUNG!

Am Folgetag erreicht uns ein Alarmsignal von Schwiegertochter Sonja – Enkelchen Benno sei krank und sie müsse dringend in die Arbeit.
Ob wir wohl einspringen können?
Klar helfen wir! Besser gesagt Sibylle hilft, denn ich habe heute einen Termin in München…

Die Audi Filiale München-Trudering der MAHAG – bei Kaiserwetter

Wenn Engel reisen! Kaiserwetter! Stahlblauer Himmel, angenehme Temperaturen, die dicke Jacke bleibt das erste Mal im Kofferraum.

Wer nun denkt, dass ich den Tempel der Horch Fahrer besuche, um dort den uralten A6 zur Reparatur zu bringen, der irrt gewaltig!
Die aufgerufenen Stundenverrechnungssätze würden mein Budget erheblich sprengen!
Immerhin kostet eine Arbeitsstunde inzwischen soviel wie 110 Kugeln Eis bei „Repapis“ – die Entscheidung fällt mir nicht schwer.

Was führt mich also ins Zentrum der vier Ringe?

Ich besuche meinen Junior

Ich bin meinem Sohn die Einlösung eines Versprechens schuldig, ich wollte ihn nämlich lang schon im neuen Autohaus seines Arbeitgebers besuchen.

Wir trinken einen Kaffee zusammen und plaudern über Automotive-Themen – auch in diesem Feld habe ich meinen Platz längst an den Junior übergeben und agiere nur noch als Ratgeber.

Ja, zugegeben, mein „neuer“ A6 ist auch kurz Thema, ich hole mir die Zusicherung ab, „…dass man sich um alles kümmern würde!“
Ach ja, die Übergabe von organisatorischen Themen kann auch Spaß machen 😉

Am Rückweg besuche ich noch Gabi und Gottfried von der HARMONY, sie wohnen gleich in der Nähe und sind, die Welt ist so klein, Kunden von meinem Sohn.
Eine gemeinsame Brotzeit ist drin, dann geht es zurück nach Hause – ich muss Sibylle abholen!

Zurück in Schliersee überwältigt uns die Stimmung…

Wunderschön – bei schönem Wetter

An diesem Abend waren wir von früheren Nachbarn die uns als Freunde ans Herz gewachsen sind, zum Essen eingeladen.
Eine kurze Fahrt nur, dennoch eine Fahrt durch die Vergangenheit – Schliersee war eine schöne Zeit…

Tagsüber waren die Temperaturen also auf März-Normalniveau. Nachts und am Morgen aber auf keinen Fall!
Mein Job war es, jeden Morgen Semmeln und Brezn beim Bäcker zu holen – dafür musste ich, zweimal, das Auto freikratzen.
Wie ich das hasse…

Brrrr – definitiv 25°C zu wenig!!!

Aber sobald die Sonnenstrahlen den Weg über die Bergkante gefunden hatten, schnellten die Temperaturen nach oben und die dicke Jacke hatte Pause – wir waren auf dem richtigen Weg!

Nun, keinen Tag zu spät, denn inzwischen war kalendarischer Frühlingsanfang.

So kann man es aushalten

Heute habe ich, nach sehr vielen Jahren einmal wieder, die Gelegenheit meinem Freund René bei einem seiner Autos zu helfen – Ehrensache!

Nachdem er ja sehr fahrlässig seinen Audi verschenkt hatte 😉 , brauchte er einen neuen Zweitwagen und hatte daher beschlossen, seinen inzwischen 40 Jahre alten „Jubilee“ Käfer nach 20 Jahren Standzeit „wachzuküssen“.

Der 1985er „Jubi“ – ich kenne den Wagen seit er ihn hat

Erste Startversuche hatte er, ambitionierter Weise, selbst und ohne Vorbereitung vorgenommen – aber so einfach wollte der temporär vergessene Luftboxer es seinem Besitzer nun doch nicht machen.

Ich höre die Geschichte und verspreche – „…wir starten den Jubi, auf geht´s!“
Und so kommt es, dass wir beide nach Jahrzehnten mal wieder gemeinsam an einem Luftboxer schrauben – für alle die uns länger kennen sicher eine Erwähnung wert!

Wie früher

Ihr könnt es euch nicht vorstellen, das war vor vielen Dekaden unsere Leidenschaft – Käfer und Busse, vornehmlich mit luftgekühlten Boxermotoren!

Glaubt ihr nicht??? Ich gestatte einen kurzen Blick ins Nähkästchen 😉

1997 – Dachtransplantation

Zurück in die Zukunft! Heute haben sich unsere Interessen verändert, ich gehe ein bisschen zurück zu den Wurzeln, schraube aber lieber an Booten, René kümmert sich um Haus, Hof, Pferde und Kutschen – Freunde sind wir aber immer noch, seit inzwischen mehr als 40 Jahren!

FOREVER YOUNG… (im Herzen, die Körper kommen in die Jahre)

Ach ja, der Käfer läuft! Wenn ich das nächste Mal ins Oberland komme, hole ich meinen Audi ab und René und Rita werden mit dem 34PS Jubi rumflitzen.

Szenenwechsel – heute Abend treffen wir uns mit Christine und Nader, den Schwiegereltern unserer Tochter Franziska, zum Abendessen.
Die Freunde und wir lieben das gehypte Steakhaus „Kaminstub´n“ in Bayrischzell gleichermaßen, so war es klar, dass wir einen der begehrten Tische reserviert haben – vor drei Monaten!

Wir waren abermals begeistert!!!

Der Grill in der Gaststube war schon befeuert
Als Vorspeise einen Salat – immer! Klein, mittel oder groß (hier mittel)
Wir genießen und haben Spaß
Die Wirtin erklärt was es heute gibt – Vegetarier sind fehl am Platze
Die Bestellung wandert auf den Grill…
…und von dort direkt auf den Teller – oder besser, das Brett

Ich ordere ein 600gr. US Dry-Aged Rib-Eye. Das bestellte Steak kommt auf den Punkt medium und schmeckt vorzüglich – es ist jeden Cent wert!

Zum Abschluss soll es einen Nachtisch geben – eigentlich wie immer! Wir kennen das angebotene Walnusseis mit warmer Karamelsoße schon seit jeher und bestellen auch diesmal die klebrige Verführung.

Kalorien? Heute kein Thema
Ekstatische Freude – das Wasser läuft im Munde zusammen
Sibylle schlotzt ihr Töpfchen nicht aus – aber ich lasse keinen Tropfen verkommen

Was für ein herrliches Dinner! Der Besuch der „Kaminstub´n“ ist im Winter ein guter Brauch geworden, das werden wir fortsetzen!

Umso schöner war, dass die Freunde mit dem Wohnmobil angereist waren und am Schliersee einen Stellplatz gefunden hatten.
Wir konnten uns im „Haus Seegarten“ ein letztes Absackerbier gönnen, keiner musste mehr fahren.

Der neue Tag begann doof. Nicht für alle, aber für Sibylle! Ihre lang geplante OP stand an, sie musste morgens nüchtern beim Arzt erscheinen.
Frühstück fällt also für uns Beide aus, ich fahre meine Gattin um 08.00 Uhr an den Tegernsee und gebe sie beim Doktor ab.

Dann fahre ich nach Miesbach – ich habe Besorgungen zu erledigen und möchte frühstücken. Ein Sandwich vielleicht…
Ich fahre 10 Minuten – oder doch lieber ein Rührei und eine Butterbreze?
Nach weiteren 5 Minuten Fahrt – ich könnte auch beim Lieblingsmetzger „Holnburger“ eine der exorbitanten Kas-Leberkassemmeln frühstücken.

Bis ich ankam hatte ich jegliche Zurückhaltung verloren…

Ich bin ein Sklave meiner Leidenschaften

Als ich gefrühstückt hatte und alle Einkäufe getan waren, fuhr ich zurück zum Tegernsee, in der Hoffnung, dass ich die Zeit zur Abholung meiner Gattin in etwa erwischen würde – und so kam es…

Ich war gerade in Tegernsee Ort, da klingelte mein Telefon. Am anderen Ende der Leitung meine Sibylle, die mit dünnem Stimmchen um Abholung bat – „…ich bin in fünf Minuten da!“

Im Laufe der Fahrt zurück nach Schliersee, erholte sich meine frisch operierte Frau aber schnell, so war es ihr Wunsch, noch die Einkäufe für das morgen anberaumte Grillfest zu erledigen.
Da ihr Befehl mein Wunsch ist, fand ich mich ein zweites Mal an diesem Tag beim Traditionsmetzger „Holnburger“ wieder.

Noch wirkten die Schmerzmittel sehr gut – das sollte nicht so bleiben

Wir kauften für ein mittleres Vermögen Grillgut ein und wunderten uns darüber, wie die Preise in Deutschland angezogen haben.
Fleisch ist auf Leros deutlich billiger – und „Hatzigrigoriou“ steht „Holnburger“ in nichts nach!

Sibylle war im Flow – Operation erledigt, der Einkauf des Grillguts auch. Sie verlangt nach einem Stück Kuchen – klar, sie hatte ja noch nicht gefrühstückt!

Und wo könnten wir Kuchen besser kaufen als im famosen, über die Landkreisgrenzen hinaus bekannten „Winkelstürberl“???

Kuchenkauf im Kultcafé

Jetzt aber! Zurück ins „Haus Seegarten“ – wir mampfen die Kuchenstücke, die so groß sind wie Anhänger-Unterlegkeile, zusammen mit René und Rita, dann verlangt Sibylle nach einer Pause.

Das passt, so können René und ich noch ein paar Handgriffe an den Autos machen.
Er poliert den Jubi-Käfer, ich möchte den Audi zur Abholung für meinen Sohn vorbereiten…

Zufrieden? Der zinngraue „50 Jahre“ Jubiläumskäfer glänzt im Hof
Auch der Audi ist fertig – Stefan kann ihn holen

Ein lautes BIMM schallt aus meiner Hosentasche – nanu, wer sendet mir da eine WhatsApp?
Ah, ich sehe sofort, die Absender sind Brigitte und Hans, die Nachricht kommt aus Leros!

Ich gehe davon aus, dass sie keine Hiobsbotschaften überbringen und lese die Zeilen mit Freude…
„Jeder freut sich über eine positive Meldung bezüglich seines verwaisten Schiffes – bei NESSAJA ist alles ok!“

Das freut mich wirklich! Als „Beleg“ haben die Freunde ein Bild angehängt.

Sieht alles gut aus – ich bin entspannt

Weil ich gerade dabei war, kontrolliere ich gleich noch die elektrische Anlage und den Batteriestatus per Fernüberwachung – auch hier alles ok.
Bezüglich NESSAJA kann ich entspannt bleiben.

Auch Sibylle hat das Päuschen gut getan. Sie hat sich ein bisschen erholt und gesammelt und das ist auch gut so!
Denn obwohl frisch operiert, hat sie uns einen weiteren Besuchstermin bei Freunden in den Kalender gepackt.

Heute Abend sind wir bei Kate zum Dinner geladen…

Ein netter Willkommensgruß

Kate und ihre Schwester Lisa haben uns ja schon mehrfach im Urlaub und auf den beiden NESSAJAs besucht.
Es ist Ehrensache, dass wir uns immer treffen, wenn wir in Deutschland verweilen.
Die Tatsache, dass die beiden jungen Frauen im Landkreis wohnen, macht dieses Vorhaben einfacher.

Kate hat Spaß daran, mit Freunden die Fernsehsendung „Das perfekte Dinner“ nachzuahmen.
Da sie erst kürzlich die Gastgeberin war, kommen wir in den Genuß, die für diesen Anlass kreierte Speisenfolge zu genießen – es war die Wucht!

Einem speziellen „Falten-Nussbrot“ (nie vorher gesehen oder gehört) mit einem „Flammkuchen Aufstrich“, folgte eine Roulade mit einer Nussfüllung!
Das Ganze abgerundet durch ein göttliches Desert…

Seeeehr lecker!

Wir haben fürstlich gespeist, dem Dinner das Prädikat „perfekt“ bestätigt und, wie eigentlich immer mit den Beiden, sehr kurzweilig geplaudert.

Erst nach 22.00 Uhr hat die Müdigkeit und das Pochen in Sibylles Hand dem Beisammensein ein Ende gesetzt – Danke Kate, dass wir da sein durften!

Es schien sinnvoll, an diesem Abend nicht zu spät ins Bett zu gehen, denn für den Folgetag hatten wir abermals „volles Programm“!
Ein Besuch im Tierpark Hellabrunn in München stand an – Treffpunkt 10.00 Uhr am Parkplatz 1!

Sibylle und ich stellen den Wecker, duschen, frühstücken und fahren rechtzeitig los – wir haben das schleichende Gefühl, dass wir an diesem Samstag mit Kaiserwetter nicht die Einzigen sein werden, die diese glorreiche Idee haben.

Wir kommen um fünf Minuten vor 10.00 Uhr am Parkplatz 1 an…

Uff – Menschenmassen

Die Parkeinweiser fuchteln mit den Armen als wollen sie abheben, die Schlange vor dem Parkticketautomaten baut sich auf, ich kann gerade noch – ohne langes Anstehen – ein Parkbillet erhaschen!

Der Parkplatz füllt sich rasend! In dem Moment ruft Franziska an, sie würden sich „nur zehn Minuten“ verspäten – mir schwant Fürcherliches!

Und tatsächlich – weitere fünf Minuten später ist der Pakplatz voll! Der Parkeinweiser erklärt uns, dass er jetzt 300 Autos in 60 Minuten eingewiesen hat und somit seine Pause verdient wäre.

Ok, von mir aus – aber wo treffen wir jetzt die Kinder?
Sibylle und ich entern erstmal den Tierpark, dann brauchen wir einen neuen Treffpunkt!

„Setz´ Dich mal da hin“

Mein Weib befiehlt mir, mich auf eine Bank am Ententeich zu setzen. Da sei ich „gut aufgeräumt“.
Dann telefoniert sie mit ihrer Tochter – ich bin genervt…

Trotz meiner Unkenrufe klappt es recht gut, dass wir uns entgegengehen und auch nicht verpassen – wir können uns den Tieren widmen.

Und das ist echt schön hier, ich mag den Tierpark!

Hab ich schon in FREIER Wildbahn gesehen – nicht im Nationalpark!
Affenmama mit Baby – hab ich auch schon…

Ich erzähle, dass ich verschiedene Tiere schon in freier Wildbahn gesehen habe.
Klar, einige davon in einem Nationalpark, andere aber wirklich frei! Ich schwärme und erzähle blumige Geschichten – bis ich merke, dass mir niemand zuhört. Wie gemein meine Familie ist!

Naja, erfreue ich mich eben an den schönen Gehegen hier im Zoo – auch wenn es etwas anderes ist…

Das Nashorn posiert
Der König der Tiere sonnt sich
Die Kleinen lieben die Elefanten
Anton, wie macht der Elefant? Töröööö

Wir haben einen wirklich entspannten und schönen Tag, zusammen mit Enkelchen Anton und Heidi und unseren Kindern.
Glücksmomente, die wir von Herzen genießen.

Dazu kommt das tolle Wetter an diesem Tag und auch eine gewisse Freude darüber, dass sich die Menschenmassen ganz gut verteilen.

Klar, dass so ein Tag auch Hunger macht – also gibt es zur Mittagszeit eine Pause.

Nein, der Kleine bekommt (eigentlich) was Gesundes, kann aber bei Papas Chicken-Nuggets nicht widerstehen
Was für ein toller Frühlingstag

Wir gehen noch verschiedene Stationen ab, dann muss Sibylle passen! Ihre Hand pocht, sie möchte nach Hause.
Ist aber kein Beinbruch, denn es ist inzwischen 15.30 Uhr und wir sind ohnehin fast komplett durch – es gibt das obligatorische Erinnerungsfoto, dann brechen Sibylle und ich ab.

Die Hand schmerzt – gute Mine zum bösen Spiel

Wir verabschieden uns von der Familie, verlassen an dem Ausgang nahe unseres Autos den Zoo und fahren zurück an den Schliersee.
Dort angekommen, sehen wir uns die Karte des Tierparks noch einmal an – wow, ganz schön große Runde!

Ein toller Ausflug mit den Kindern, ein toller Tag!

Hellabrunn ist groß – man kann sich ohne Weiteres einen Tag dort aufhalten

Ein solcher Tag schreit nach einem „großen Finale“! Und das soll es auch geben…

Wir haben mit Rita und René ausgemacht, dass wir zusammen grillen. Wir möchten das Grillgut spendieren, René heizt den Grill an – dass es sich bei dem „Thüros“ Grill um meinen alten Grill handelt, macht die Sache rund.

Echt gefreut haben wir uns, dass unsere Freunde ihre Kinder mit Partner eingeladen haben.
So haben wir die Gelegenheit auch Tina und mein Patenkind Robin noch einmal zu treffen und etwas mehr Zeit in geselliger Runde mit ihnen zu verbringen.

Die Enkel der Freunde spielen im Garten, die Hunde versuchen mitzuspielen
Immer im MIttelpunkt – Welpe Nino
Sibylle hat Hunger – „…wie lang dauert´s noch???“
Nicht mehr lang!

Wir haben einen echt schönen Abend – mit sehr lustigen und kurzweiligen Gesprächen, aber auch mit ernsthaftem Austausch.
Es war schön…
Ich bin glücklich, dass man echte Freunde nicht verliert, wenn sich Distanzen vergrößern!

Erst spät in der Nacht löst sich unsere Runde auf – ich falle erschöpft, todmüde, aber zufrieden ins Bett!

Tags darauf ruft die Pflicht – ich muss ein wenig an den Autos basteln. An Renés Käfer demontiere ich die Kraftstoffpumpe noch einmal und baue sie, mit einer inzwischen beschafften Dichtmasse, wieder fachgerecht ein.
An unserem Honda Civic hingegen, muss ich den Radlauf ankleben!

Hier hilft Karosseriekleber

Den Karosseriekleber habe ich, zusammen mit der Dichtmasse, gestern bei Stahlgruber gekauft.
Ich habe vor Jahren in der Filiale Ottobrunn mehrfach Schulungen abgehalten, aber inzwischen kennt mich dort niemand mehr.

Der Schaden am Civic ist seltsam – als Ich Gabi und Gottfried in München besuchte, habe ich in einer Anwohnerstraße am Gehsteigrand geparkt.
Als ich zurück zum Wagen kam, hing der Radlauf davon!
Ich kann nicht sagen, wie das passiert ist – nur soviel, ICH bin mir keiner Schuld bewusst!

Egal, alles Aufregen brächte nix, so klebe ich den Plastikrand einfach wieder an – das klappt ganz gut, die kleinen Schrammer spielen bei einem Wagen dieses Alters keine Rolle.

Hält bombenfest

Ein weiterer Abschied stand an – wir waren zum Abendessen zu Florians Familie eingeladen.
Sibylles Sohn kam aus dem Urlaub aus Kirgistan zurück und wir wollten ihn noch einmal kurz treffen.
Auch Sonja und die Jungs waren zuhause – eine gute Gelegenheit, sich nach der abendlichen Brotzeit von allen zu verabschieden.

Witzig für mich war, dass Sibylle begeistert des Sohnes Bilder angesehen hat – was für ein tolles Land!
Als ich ihr seinerzeit von Kirgistan erzählte, wollte sie die Bilder nicht sehen – alles Schurkenstaaten, „…dahin brächten mich keine 10 Pferde!“

Der Blickwinkel setzt den Maßstab…

Die Uhr läuft rückwärts, die letzten zwei Tage Deutschland brechen an. Dieser Montag ist der erste Tag, an dem vermeintlich keine Termine anstehen.
Ich freue mich auf eine Ruhepause, denn auch das Wetter war auf deutsches Normalniveau zurückgefallen – es regnete in Strömen!

Grau und tiefhängende Regenwolken über Schliersee

Doch leider wurde nix aus der Ruhepause! Zuerst mussten wir wegen einer Reservierung im Gasthaus noch einmal umziehen – dies war aber im Großen und ganzen rasch erledigt.

Dann aber rollte eine Welle von WhatsApp Messages über mich herein – auf Leros geht es los, der Verkaufsprozess meines Hauses ist gestartet!

Ich müsse das Geld anweisen, man bräuchte noch Steuerinformationen und überhaupt – „…when will you be back???“
Die Beantwortung all der Fragen und das Kümmern um die Bezahlung einiger Verwaltungsgebühren dauerte eine ganze Zeit, der Vormittag verging so wie im Flug.

Ich war kaum fertig, mahnte mich Sibylle schon zum Aufbruch – sie müsse noch einmal zum Arzt, alles müsse für die Weiterbehandlung der Hand in Griechenland vorbereitet werden.

Erst nach unserer Rückkehr blieb Zeit für Kaffee und Kuchen mit unseren Freunden.
Als Appetitanreger zeigte uns Sibylle das Bild ihrer Hand – aufgenommen beim Arzt am heutigen Vormittag!

Flickschusterei an der Hasenhand

Ich bot mich zum Fädenziehen an, aber dieses Angebot wurde vehement abgeschmettert! Pffft, Banausen!

Draußen schüttete es immer noch wie aus Kübeln.
Der Nachmittag gab Zeit für eine kleine Rast, tat auch Not für Sibylle – sie fand ein wenig Ruhe beim Lesen…

Arme Sibylle

Morgen früh würden wir im „Haus Seegarten“ bei Rita und René auschecken.
Es war schön wie immer – ich hatte es ja bereits erwähnt, für mich ist es Heimat.

Es war mir ein Anliegen, eine letzte Einladung auszusprechen und ein „Abschiedsessen“ auszurufen.
Ich wollte noch etwas Asiatisches essen, unsere Wahl fiel auf das „Tahori“ in Miesbach – und es war ausgezeichnet!

Eine bunte Vielfalt an Dips

Wir unterhielten uns gut, blickten zurück und nach vorne – eines war schnell klar, „heute ist nicht alle Tage, ich komm´ wieder, keine Frage!“

Ehrensache, dass wir im „Seegarten“ noch einen Absacker zu uns nahmen, dann hieß es „Servus bis zum nächsten Mal!“

Eine Runde Whisky von der lokalen Distillerie

Am nächsten Morgen mussten wir früh los – ein letzter Verbandswechsel am Tegernsee, dann hieß es für uns „auf nach Erding“ zur Familie von Sibylles Tochter.

Nicht nur, dass der Familienbesuch immer ein wunderschöner Ausklang beziehungsweise Start ist, die Nähe zum Flughafen macht unsere Planung einfach leichter.

Auf meiner Bucket-List war nur noch ein einziger offener Punkt zum Thema „Essen“ – alles, wirklich ALLES hatte ich bekommen, nur ein Weißwurstfrühstück fehlte noch.
Zum Glück konnte ich Mikey als Mitstreiter gewinnen…

Das Düpferl auf dem i

Es sollte noch einmal ein herrlicher Abschlusstag werden! Einige Familienmitglieder gaben sich ein letztes Stelldichein um uns gebührend zu verabschieden.

So kam Amelie noch einmal vorbei und brachte Enkelchen Anton mit – der Bub hatte Spaß am Bällebad und wir beim Zusehen…

Anton im Bällebad

…auch Christine und Nader kamen noch einmal aus dem Nachbarort. Ich übergab die Schlüssel zum Honda, der Wagen hat hier seinen Platz.

Dann wurde der Grill angeheizt und wir genossen einen herrlichen Abend.

So schön

Der 26.03. – der Wecker klingelt um 07.00 Uhr, wir machen uns gemütlich fertig.

Sibylle hat Streß! Die am Hinweg locker gepackte Tasche spannt in alle Richtungen.
Sie selbst kann sie nicht mehr heben. Es keimt die Angst auf, dass die zulässigen 23kg bei Weitem überschritten sind.

Ich schmunzle und wiege mein Gepäck – übrigens habe auch ich aufgepackt und zusätzliche Sachen im Köfferchen 😉

Mario – 9kg

Natürlich liegt die Annahme nahe, dass Sibylle soviel Gepäck braucht, weil sie soviel länger in Deutschland war – dies ist aber im Zeitalter der Waschmaschine kein tragfähiges Argument mehr.

Zudem würde der Vergleich der nicht benötigten Kleidungsstücke bei mir und ihr, die Wahrheit schonungslos offenlegen!

Ich nehme es vorweg, ihre Tasche wiegt jetzt 20kg, immerhin ein Plus von 9kg zum Hinflug, ist aber damit im grünen Bereich.

Nach dem Frühstück geht es los – Mikey fährt uns zum Flughafen, der ist nur etwa 10 Fahrminuten entfernt.

Wir sind da

Ein kurzer, letzter Abschied auf der „Kiss & Goodbye Lane“, dann gehen wir zuallererst zur Gepäckaufgabe um das ganze Zeug loszuwerden.

Uff – endlich!
Unsere Heimwägung bestätigt sich

Wir gehen durch die Sicherheitskontrolle, müssen nirgends lange warten und haben somit Zeit für einen letzten Cappuccino auf deutschem Boden.

Pünktlich wird zum Boarding aufgerufen – für mich beginnt nun der anstrengende Teil der Reise.

Gleich geht es los
Ein A320neo wird uns nach Athen bringen

Ganz ehrlich – Fliegen ist abartig!

Ok, ich mag es generell nicht, weil ich die dritte Dimension nicht leiden kann.
Meine abgeschwächte Form von Flugangst, nennen wir es lieber Flugabneigung, kann ich rational gut lösen – wenn da nicht die Menschen wären!

Ich staune immer wieder, wie dämlich sich manche Zeitgenossen verhalten können.
Damit meine ich nicht Fehlerchen aus mangelnder Erfahrung, wie zum Beispiel mit einer Patronenhülse am Schlüsselbund durch die Sicherheit zu gehen (echt passiert – life gesehen!) – ich meine mehr, wie immer eigentlich, die rücksichtslosen und gleichgültigen Zeitgenossen.

Die Renaissance des Rucksacks zum Beispiel! Generell praktisch, ist der Rucksack in einem schmalen Gang, in dem sich der Träger nach links und rechts dreht um seinen Sitz zu finden, für alle anderen Passagiere nichts anderes als ein gemeiner Punchingball.

Das Befüllen der Staufächer über den Sitzen, lautes Telefonieren mit Freisprechen während des Boardings, die Organisation des Hinsetzens und eventuellen Platzmachens – ich könnte ewig weitermachen…

Last not least – die netten Mitmenschen, welche auf einem zwei Stunden Flug ihren Sitz sofort nach dem Hinsetzen in Schlafposition bringen müssen.
Das tut man nicht! Naja, und mich trifft es dann halt immer doppelt…

Da geht nix mehr mit Tisch

Während ich also überlege, ob ich dem Schläfer vor mir seinen Kopf kraulen soll – der war mir sehr nahe, kommen wir dem gelobten Land rasch näher.

Ich verwerfe meine zärtlichen Pläne, denn mit dem Überfliegen der griechischen Grenze, gehe auch ich wieder in den entspannten „Hellas-Modus“ über.

Trotzdem – ich hasse Fliegen und ich werde mir da was überlegen.

Bus fahren mag ich viel lieber!

Geschafft – wir sind auf dem Weg zum Hafen

Ein letztes Mal beweisen mir meine Mitpassagiere, dass Gruppendenken nicht die Kernkompetenz des Homo Sapiens 2025 ist.
Das Verlassen eines Flugzeuges ist am Gate schon eine Riesenherausforderung, wie mag das in einem Notfall sein – ich mag nicht einmal daran denken!

Wir müssen relativ lange auf unser Gepäck warten, erwischen aber trotzdem einen Bus früher als den, welcher bei uns als die spätestmögliche Option am Reiseplan stand.

Um etwa 16.30 Uhr, also eineinhalb Stunden vor Abfahrt der Fähre, waren wir am Hafen.

Diesmal mit der BLUESTAR 1 – sie wartet schon

Sibylle kauft uns im Café am Fährterminal noch Sandwiches zum Abendessen, dann checken wir ein und beziehen zuerst unsere Kabine.

Die große Tasche bleibt unten im Gepäckraum, das kleine Gepäck kann in der Kabine gelagert werden.

Zum Glück hatten wir uns eine Außenkabine gegönnt – nicht wegen des Fensters, sondern wegen der Betten, welche nicht als Stockbetten gebaut sind.
Sibylle könnte wegen ihrer Hand nicht oben schlafen…

Schöne Kabine

Danach handeln wir wie immer – wir suchen uns ein nettes Plätzchen am Fenster, gönnen uns eine Kleinigkeit zu trinken und essen unsere Sandwiches.

Etwas lesen, ich tippe ein paar WhatsApp und Mails um mitzuteilen, dass wir gut auf der Fähre angekommen sind.

Zu guter Letzt gibt es einen Ouzo als Absacker, diesmal mit Chipsbegleitung – ich möchte ausdrücklich erwähnen, dass die Chips auf Sibylles Wunsch hin gekauft worden sind! 😉

Dann geht´s ab ins Bett

Die Idee ist, dass wir danach zeitig ins Bett gehen – es ist etwa 21.00 Uhr – um dann mit dem Weckergeläut um 03.00 Uhr aufzustehen.

Ich würde danach wach bleiben wollen, Sibylle will versuchen, dass sie auf NESSAJA noch eine Mütze voll Schlaf findet.

Das alles gelingt gut, ich schlafe perfekt und als der Wecker uns zu unchristlicher Zeit aus dem Schlaf holt, verlassen wir gerade Patmos.
Wir sind also in der Zeit!

Voll im Plan

Dann geht es wie immer recht rasch. Wir bereiten uns vor, checken aus und warten nur kurz auf das „Disembarking“, das Verlassen der Fähre.

Der Wind auf Leros ist relativ lau, wir verlassen das Fährgelände und werden von Mario von der SAGITTA abgeholt.
Der Bemitleidenswerte hat es sich nicht nehmen lassen, uns zu dieser Stund´ abzuholen, dafür danken wir ganz sakrisch!

Wir verlassen die Fähre, Leros hat uns wieder

Mario hilft auch noch, die Taschen zu NESSAJA zu tragen, dann zieht sich der Freund zurück.
Wir werden uns in ein paar Stunden noch einmal offiziell begrüßen.

Kurzer Sidekick zum Thema Freundschaft – seine Frau Eva hat, in Anbetracht von Sibylles Handicap, schon einen Speiseplan für die kommende Woche aufgestellt. Wie lieb!

Wir wuchten die Taschen auf unser Schiff, ich mache die notwendigsten Handgriffe um Strom, Wasser und Abwasser in Betrieb zu nehmen – dann kann sich Sibylle noch einmal auf´s Ohr hauen.

Angekommen – zurück zuhause

Ich dagegen beginne mit dem Auspacken, verräume alles was nicht Kleidung ist und koche mir eine Tasse Kaffee.

Dann habe ich Zeit! Die möchte ich nutzen – also schreibe ich den Blog und tippe exakt diese Zeilen, ich bin wieder tagesaktuell!

Ab jetzt beginnt wieder der Alltag – und wir haben viel zu tun!

Als Erstes möchte ich duschen! Auf dem Weg zum Waschhaus würde ich mein Motorrad auspacken und dieses dann in Betrieb nehmen.
Gedacht – gemacht! Ich genieße es, das Duschhaus für mich alleine zu haben, ich bin an diesem Tag der vielzitierte „frühe Vogel“.

Zurück auf NESSAJA tausche ich den Kulturbeutel gegen die Zündschlüssel – ich freue mich auf mein Mopped.

Der Himmel ist grau, das Wetter ist schlechter als erhofft

Ich stecke den Schlüssel ins Zündschloss und drehe am Schalter – ögglögglögglwhop. Nanu? Neuer Versuch…
Ögglwhopwhop – aus! Verflixtundzugenäht, was ist das jetzt wieder? Die Batterie ist leer.
Ich habe jetzt weder Zeit noch Lust an dieser Stelle weiter zu machen – mein Auftrag lautet „…kauf´ uns Sandwiches zum Frühstück!“

Ich weiß! Ich nehme den Roller…
Schlüssel getauscht, den Breezy enthüllt und gestartet – dachte ich!
Ögglögglögglwhop. Häh? Ögglwhopwhop…
Das darf nicht wahr sein! Zwei Moppeds, zwei leere Batterien – guten Morgen liebe Sorgen!

Ich gehe zu Mario und will fragen, ob ich das Auto ausleihen darf. „Ja klar, ich will es ohnehin heute zurückbringen!“
Das trifft sich gut! Ich übernehme den Flitzer einfach und verspreche, dies mit Rena zu klären.

Mit dem Wagen hole ich Sandwiches und unser Paket – es war einen Tag vor uns angekommen

Um die Batterien würde ich mich morgen kümmern, heute hatte ich erstmal andere Dinge zu tun.
Die Abholung unseres, aus Miesbach vorab losgeschickten Paketes, kann ich gleich von meiner Liste streichen.

Ich erzähle Sibylle von der Batteriemisere und wir beschließen, den Wagen drei, vier Tage zu behalten.
Es soll Regen kommen, wir müssen und wollen mobil bleiben.

Nach dem Frühstück sehen wir uns um, was gibt es Neues? Ist alles ok in unserem Umfeld?

Bei NESSAJA sind zwei Festmacherfedern gebrochen

Als Erstes fallen mir natürlich die gebrochenen Festmacher an NESSAJA auf. Dieser Punkt kommt sofort auf meine Liste, die defekten, sicherheitsrelevanten Federn müssen schnellstmöglich ersetzt werden.
Ansonsten war bei uns an sich alles ok!

Auch die Schiffe unserer Freunde sind allesamt ok, das ist eine gute Nachricht.
Marcus´ DARKSYDE ist zwischenzeitlich fast fertig repariert – auch das passt exakt, denn der Freund würde morgen kommen, um sein Schiff zu Wasser zu bringen.
Ich mache ein Bild und sende ihm den positiven Statusbericht!

Saildrivemanschetten ausgetauscht

Das Bild erinnert mich siedend heiß an die Aufgabe, die Mario und mir an der SAGITTA bevorsteht.

Da trifft es sich gut, dass wir uns um die Mittagszeit verabredet hatten, wir würden Details zur Reparatur besprechen können.
Aber zunächst fahren wir zum Haus, die Beiden sind neugierig auf unsere alte Katikia.

Der Garten ist zugewuchert

Auch am Haus keine schlechten Nachrichten. Alles ist wie gehabt, keine Veränderungen – außer vielleicht, dass der Garten inzwischen völlig zugewuchert ist, aber das würden wir bald lösen.

Ach ja, ich war heute Morgen noch rasch bei Makler und Notar, eine erste hochoffizielle Unterschrift ist gemacht, der Kauf ist bei den griechischen Behörden eingesteuert und das Procedere ist in Gang gesetzt.

Der Notar meinte, dass das Haus Mitte April mir gehören würde!

Nach dem Hausbesuch mit Rundgang, war ein Espresso nebst Eisbegleitung angesetzt – wir gehen zu „Repapis“!
Als ich an der Reihe war, bestelle ich zwei Kugeln im Becher – wie eigentlich immer…

Dann sehe ich ES!!!
Es gibt nach Monaten mal wieder mein Lieblingseis – Parfait Creme!
Ich reagiere sofort – STOP! Bitte mach drei Kugeln! Drei Kugeln Parfait Creme!

Parfait Creme – I love it!
Back on Leros – home, sweet home

Den Rest des Tages haben wir unsere Sachen aus Deutschland aufzuräumen. Es dauert immer etwas bis man „angekommen“ ist.

Am Abend allerdings waren wir fertig und haben eine Serie in Gang gesetzt – die des gemeinsamen Abendessens mit der SAGITTA Crew.

So sollte es weitergehen bis Sibylles Hand verheilt ist. Tagsüber schrauben Mario und ich an seiner Dufour 38C, Eva kocht für uns und Sibylle überwacht unser Tun 😉 !

Schmeckt super – DANKE Eva

Bereits nach dem ersten Abend stellt sich heraus, dass es eine sehr wichtige Aufgabe gibt, welche wir auf Sibylles Schultern ablegen können – die Beschaffung von veganen Kaltgetränken!
Diese haben nämlich einen höheren Durchsatz als erwartet!

Zuviel Bier? Alles ein Mythos

So sitzen wir auf NESSAJA zusammen, palavern und tauschen uns aus, erzählen Geschichten aus den vergangenen Wintermonaten.
Die Zeit vergeht wie im Flug…

Leider erfahren wir auch, dass Eva und Mario wohl zum Ende der Saison 2025 nach Italien verholen werden, dies um SAGITTA dort ab 2026 abzustellen und eine Segelpause einzulegen.

Unsere Wege werden sich also Mitte Mai trennen, ich finde das schade. Ich sinniere vor mich hin und draußen pfeift mal wieder der Wind durch die Takelage…

Böen um die 50kts sorgen für Bewegung an Bord

Spät in der Nacht löst sich unsere Runde auf und wir sacken todmüde in die Falle. Ich schlafe herrlich in meinem eigenen Bett und bin zufrieden – wieder daheim!

Am kommenden Morgen verlangt Sibylles operierte Hand nach Aufmerksamkeit.
Sie muss neu verbunden werden, ich bin als „Dr. Mario“ aufgerufen, dies bestmöglich zu tun!

NESSAJAs Salon wird zum OP-Saal

Ich nehme einen kräftigen Schluck Kaffee und desinfiziere meine Hände und das Werkzeug.
Alles Verbandsmaterial muss vorbereitet werden.

Danach heißt es, das zarte, zusammengeflickte Händchen meiner Frau auszuwickeln.
Ich nehme einen weiteren Schluck Kaffee, sie schlürft ihren Tee. Manchmal zuckt sie zusammen, das Mull klebt an einigen Stellen fies an.

Das wird schon wieder… (in fünf oder sechs Jahren!)

Unsere Wege trennen sich – Sibylle fährt mit Mario (nicht ich) zum Einkaufen, Eva sitzt in SAGITTA und arbeitet remote und ich repariere zunächst Sibylles Breezy – Batterie geladen und wieder eingebaut – funktioniert!

Danach treffe ich mich mit Marcus, seine DARKSYDE hängt inzwischen im Kran und soll ins Wasser.
Ich helfe bei den Vorbereitungen und später als Linehandler auch beim Anlegen.
Insgesamt vergehen bestimmt zwei Stunden…

DARKSYDE hängt in den Gurten
Eine halbe Stunde später schwimmt sie – das Dinghy muss noch in die Davits
Im Eck liegt NESSAJA, Marcus bekommt einen Platz in der Nachbarschaft
Die Helfer stehen schon bereit

Exakt als ich die Lagoon 450F verlasse, kommt Sibylle zu uns an den Steg um den Freund aus Karlsruhe zu begrüßen.

Dann ruft sie zu Kaffee und Linzertorte, danach „…könnt ihr endlich anfangen was zu arbeiten, jetzt ist Schluss mit faullenzen!“
Ach wie mir das gefehlt hat!

Eva und Mario sind aus Linz und somit Fachleute für die klebrige Köstlichkeit, welche nach der Herkunftsstadt benannt ist.
Wir trinken einen Humpen Kaffee, laben uns an der Torte vom „schönen Leo“ und packen es dann an…

Sieht lecker aus – offen gesagt ist sie mir aber fast etwas zuuuu süß

Am Wochenende soll es regnen, Mario und ich wollen unbedingt den Saildrive zusammenbauen und an Ort und Stelle bringen, bevor Petrus seine Schleusen öffnet.

Wenn wir das schaffen, können wir den Rest bequem von innen erledigen.
Das klingt nach einem guten Plan, so gehen wir es an.

Wir bauen den Saildrive zusammen

Reinigungsarbeiten sind nötig, neue Dichtungen werden verbaut. Natürlich wird bei dieser Gelegenheit auch gleich die große Dichtmanschette mit gewechselt.

Alles in Allem geht der Zusammenbau recht flott von der Hand.

Witzig war für mich, dass eine poplige Papierdichtung für ein paar Cent, ein ganzes Berufsleben in Erinnerung rufen kann.
Wir bauen die Dichtung unseres langjährigen Wettbewerbers „Reinz“ aus und stattdessen findet eine „ElringKlinger“ Variante Einzug in das Segelbootgetriebe.

Fünf Jahre her – aber da lass´ ich mir bis heute nix vormachen…

Mir wird irgenwie klar, dass komme was wolle, ich für die Dichtheit dieses Saildrive verantwortlich sein werde.
Da gibt es kein Entrinnen – Challenge accepted!

Und tatsächlich, wenn wir mal loslegen, sind wir ziemlich produktiv. Nur wenig später liegt der komplettierte Saildrive im Cockpit und wartet auf den Einbau. Morgen dann, heute ist erstmal das leibliche Wohl dran, wir wiederholen das gesellige Beisammensein vom Vortag.

Am Folgetag war ich acht Minuten zu früh am Arbeitsort. Was könnte ich mit dieser Zeit anfangen?
Ich weiß, ich fahr in den Baumarkt! Auf zu Andreas, er ist gleich ums Eck.
Ich staune nicht schlecht, als ich seine neue Leuchtreklame am Firmengebäude sehe – macht was her.

Man beachte den roten Wagen

Hatte ich schonmal über das Verhältnis der Griechen zum Parken referiert?
Spaß – ich weiß, dass dies ein gerne genommenes Thema ist, aber seht euch den roten Flitzer an.
Der Parkplatz war frei, er parkt am Fußweg des Eingangs, der Motor läuft während des Einkaufs.
Stellt euch das mal in Deutschland vor…

Aber weil ich nicht in Deutschland bin, behalte ich sowohl meinen Entspanntheitsgrad, als auch meine gute Laune.
Dies war wohl mitverantwortlich, dass ich einen Gelegenheitskauf machte…

Dreimal von Roland geliehen – ab jetzt habe ich eine eigene

Ich ahne schon, dass ich die Maschine mehrfach brauchen werde – es gibt eine Anfrage von den neuen INSPIRATION Eignern, ich muss an Gottfrieds HARMONY etwas schleifen und laminieren und ich werde sicher auch für NESSAJA so ein Gerät brauchen – man denke nur an die Instandsetzung des Decks.
Auch im Haus ist sowas nützlich, Gründe genug also, diese Investition zu tätigen.

Der erste Einsatz dafür ist auch schon geplant – denn auch an SAGITTA zeigt sich eine kleine Problemstelle, welche vor den neuen Anstrichen instandgesetzt werden muss.

Mini Bläschenbildung auf 1qm – der Rest des Rumpfes ist mängelfrei

Mario und ich packen an – der Saildrive kommt an seinen Platz, Markus hilft beim Ausrichten und ich schiebe den Motor zurück in Position.
Die beiden Teile gleiten zusammen und Eigner Mario darf den ersten Bolzen eindrehen – geschafft!
Der Saildrive sitzt an seinem Platz, alles passt, die schwerste Arbeit ist geschafft.

Pünktlich fängt es regnen an! Das ficht uns aber nicht an, denn ab jetzt können wir von innen aus arbeiten und alles Anbauteile wieder anbringen.
Alle Schrauben müssen auf Drehmoment angezogen werden und alle Bowdenzüge angebracht und eingestellt werden.

Der Saildrive ist wieder an Ort und Stelle

Gegen frühen Nachmittag haben wir alle einen Durchhänger. Eva ist müde und schläft fast im Salon ein.
Ich muss auf NESSAJA Werkzeug holen und brauche ebenfalls eine Pause und einen kräftigen Kaffee!

Wider Erwarten sammeln wir uns aber wieder und packen noch einmal an, so dass wir am Spätnachmittag Vollzug melden können.
Thema Saildrive ist erledigt, wir sind fertig!

Pause für alle und etwas private Zeit zum Ausspannen und Duschen, danach gemeinsames Dinner, wie schon die Abende zuvor.
Abermals kocht Eva und wir genießen das Essen auf unserer NESSAJA.

Ich erinnere mich, dass ich Sibylle gebeten hatte, das Geschirrspülen für mich irgendwie abzuwenden. Ich kann alles im Haushalt – aber Bügeln und Geschirrspülen mache ich nicht!
Habe ich ein Leben lang vermieden und hatte ich auch jetzt vor – ihr ahnt wie es ausgeht???

Danke Sibylle!

Würde nicht Eva so hingabevoll kochen – ich würde es verweigern

Wären Sibylle und ich alleine, wir würden essen gehen! Zwei Wochen „SouVLakki“ oder so!
Mach´ ich ja auch, wenn ich alleine bin.
Aber so, ich komm´ fast nicht aus! Also beuge ich mich dem bösen Treiben und trockne wenigstens ab.

Am nächsten Morgen trudeln gute Nachrichten aus Deutschland ein! Gleich nach dem Einschalten meines Telefones vernehme ich das bekannte BIMM der WhatsApp Nachrichten und sehe ein Bild meines Audis am Schirm – geschickt von meinem Sohn.

Mein RB89 ist auf dem Weg zur Reparatur – nächstes Mal darf er nach Hellas

Die Jungs holen den Audi ab, er geht zur Reparatur. Super, das läuft also, mal sehen wann er fertig ist.

Mir fällt auf, dass der Schnee immer noch recht tief liegt.

Ich revanchiere mich mit einem Bild meines Schaffens – denn auch ich bin heute der KFZ-Mechanik zugetan.
Ich muss mich um mein Mopped kümmern, die Batterie der GS macht Probleme.

Ich zerlege die bayrische Schönheit

Was war geschehen? Nun, die griechische Lockerheit holt mich mal wieder ein.
Ich will es kurz erklären, damit ihr nicht denkt, dass ich stets ein maulender Besserwisser wäre. Manchmal macht es schon Sinn, ein wenig organisiert zu denken.

Ihr erinnert euch vielleicht, ich hatte schon einmal Probleme mit der Batterie und mir damals eine neue gekauft.
Im GS-Forum wurde der Fehler als bekannt eingestuft und dringend empfohlen, die relativ schwache original Blei-Säure Batterie, gegen eine stärkere AGM zu tauschen.

Wollte ich machen, habe ich bestellt – geliefert wurde aber was ganz anderes…
Ohne jetzt auf die Details einzugehen, dies holt mich nun ein. Meine Batterie war fast säureleer!
Ich musste fünf Geschäfte aufsuchen bis ich Säure fand, musste fünf Liter kaufen obwohl ich nur einen halben Liter brauche.

Alles ärgerlich – aber am Ende klappt es. Ich kann die Batterie retten, die GS geht wieder.

Relativ viel Schraubarbeit – die nächste Batterie wird eine AGM

Ich nehme mir vor, dass in meiner ersten Autofuhre eine neue AGM Batterie für die GS Platz findet.
Bis dahin wird es mit dieser Batterie gehen.

Der Tag selbst verheißt nix Gutes. Die Wetterberichte sind sich einig – heute wird es Regen geben – und das nicht zu knapp!

Ein Blick über die oft fotografierte Lakki-Bucht bestätigt die Verheißung – der Weltuntergang droht!
Es grummelt und donnert, am Horizont verdunkelt sich der Himmel – das siebte Zeichen!

Ohoh, mir schwant Fürchterliches

Gott sei Dank haben wir den Wagen! Kurzentschlossen wird festgelegt, dass heute jegliche weiterführende Arbeitsansätze unterlassen werden.

Die Werkzeuge werden verräumt, die Luken geschlossen und wir, die Crews der NESSAJA und der SAGITTA, wenden uns indoor Beschäftingungen zu.

Leros hat einen guten und großen Basketballverein. Mariettas drei Jungs spielen dort und die Mama ist im Organisationsteam und der Vorstandschaft – wer Marietta kennt, ist nicht weiter verwundert…

Wir sind lange schon einen Besuch schuldig und schreiben uns genau dies heute auf die Fahne.

Als wir ankommen spielen die Kleinsten, Jungs und Mädchen gemischt

Total witzig! Jungs und Mädchen in gemischten Mannschaften, es spielt Leros gegen Kos.
Zuerst die Kleinen, ohne Punkte zu zählen, es geht um den sportlichen Gedanken, nicht um den Wettbewerb.
Geklatscht wird bei jedem Punkt, alle Elternteile sind sichtlich stolz.

Auf der Tribüne, welche sich überigens mit jeder Minute mehr füllt, sind Jugendliche mit Drucklufthupen, auch die obligatorische Pauke fehlt nicht!
Stadionatmosphäre auf Leros.

Einge der Kids spielen gut Basketball, andere lassen einen staunen – ein paar sind echte Cracks mit pfiffigen Tricks im Repertoire, wir haben mächtig Spaß!

Spaß am Spiel – bei den Kleinen werden die Punkte nicht gezählt, keiner soll weinen müssen
Natürlich gibt es Mannschafts- und Erinnerungsfotos

Zugegeben, es gab noch einen weiteren Grund, warum wir hier waren. Auch der Hundeshelter auf Leros hat mal wieder Werbung in eigener Sache gemacht.

Es soll gezeigt werden, wie engagiert man hier für die Zamperl da ist. Die einen sollen zur Adoption angeregt werden, die anderen sich vielleicht zu einer Spende hinreißen lassen.

Ich hatte gehört, dass heute die kleinen Welpen gezeigt werden, um die Herzen der Zuschauer zu erobern.
Diese kleinen Kreaturen wollte ich auch sehen…

Geschwisterwelpen – drei Jungs, ein Mädchen
Auch Giorgos Frau Katerina war als „Hundesitterin“ beschäftigt

Ich hatte die Beschreibung der Kleinen schon gehört und war neugierig.
Im Wurf war wohl ein dreifarbigen Mädchen dabei.
Einfach mal gucken – wird doch wohl erlaubt sein, oder?

Naja, Sibylle war etwas nervös. Am Vortag wollten wir Marcus einen der Welpen für seine Tochter Lilly einreden.
Ich bot leichtfertig an, das ich das Mädchen nehme, wenn er einen der Brüder für die Kleine nähme – er hielt mir die Hand hin, ich schlug ein!

Sibylle war überrumpelt, sie war baff!!!
Deshalb war sie wohl schon etwas nervös…

Ja, die wär´s

Ich mach´s kurz – ich hab sie wieder hergegeben. Diesmal noch. In Anbetracht der Tatsache, dass wir ab Mitte Mai für einen Monat auf der ELOWYN sein werden und zudem noch nicht ganz klar ist, wo wir 2025 überall wohnen werden, ist es ein halbes Jahr zu früh.

Aber der Tag wird kommen, an dem wir so einem kleinen Hund ein neues Zuhause geben – in einer alten Katikia in Plaka, in einem Garten mit einem Dutzend Olivenbäume.

Wir steigen ins Auto und fahren ins „Coffee Lab“ – es ist Sonntag, wir wollen einen Cappuccino und etwas essen.
Die einen etwas Süsses, die anderen eher einen kleinen Snack.
Die Wahl fällt auf ein Club-Sandwich, welches nicht von schlechten Eltern ist!

Lecker und eine mächtige Portion

Heute ist der Tag an dem die Uhren umgestellt wurden. Ich habe diese nervige Pflichtaufgabe erfüllt und weiß, welches Stündlein mir geschlagen hat.

Ich bin ein Fan der klassischen Uhrzeit, ich brauche weder Sommer- noch Winterzeit.
Es gab bis 1978 nur eine Zeit – die will ich wieder, mit allen Vor- und Nachteilen.

Sibylle beschäftigt sich lieber mit dem Wetter. Wie bereits geschrieben, ist es ja bis jetzt noch nicht so doll.
Leider soll das bis zum kommenden Donnerstag auch so bleiben, zudem sei richtig kräftiger Sturm angesagt.

Stimmt das? Offensichtlich ja!!!

Ok, da bahnt sich etwas an

Unsere Vierergruppe beschließt daher, dass wir alle Laminier- und Spachtelarbeiten an SAGITTA bis zum Donnerstag verschieben.

Ich erinnere mich an meine Festmacherfedern und nehme mir vor, dies gleich morgen zu erledigen.
Zumindest muss ich eine zusätzliche Leine legen – Wind aus Südost ist an unserem Platz die schlechteste Variante.

Sehen wir, was da auf uns zukommt…

Am Abend „the same procedure as every day“ – Eva hat lecker gekocht, wir essen zusammen auf NESSAJA.
Ich führe gerade den ersten Löffel Paprikahuhn mit Spätzle in Richtung meines Mundes, da vernehme ich ein bekanntes BIMM…

Eine Nachricht eines Freundes, er hätte einen Zettel mit einer Telefonnummer in den Müll geworfen. Diesen bräuchte er nun dringend! Es sei „…nur eine Mülltüte mit lauter Flaschen“, aber ob ich wohl mal so nett sein könnte.

Ich sage zu – aber NACH dem Essen…

So finde ich mich nach dem Genuß eines delikaten Dinners an einer der Mülltonnen in der Marina wieder – hoffentlich sieht mich keiner!

Ok, der beschriebene Sack liegt obenauf – fast
Ich suche einen DIN A5 Zettel

Ich fluche leise – „nur Flaschen“ trifft es nicht so richtig. Die Erinnerung des Freundes war lückenhaft, denn es handelte sich schon um einen großen Sack Restmüll.

Interessant ist es ja schon, was man beim Durchwühlen der Mülltüten so findet…

Bananenschalen…
Eine Gurke und drei Karotten – gibt einen leckeren Salat

Leider war mir der schnelle Fund des gesuchten Zettels versagt. Ich musste wirklich den ganzen Sack ausleeren und jedes Fitzelchen einzeln in die Hand nehmen.

Ich schlussfolgere, dass mein Freund an Schnupfen leidet – zum Glück bin ich hart im Nehmen!

Wo ist nur der verfitzmaledeite Zettel???

Aber – der Tüchtige wird am Ende entlohnt! Nach einer gefühlten Ewigkeit finde ich den zerknüllten Notizzettel mit der wichtigen Telefonnummer.

Ich mache ein Bild und sende es meinem Freund, nicht ohne auch das ein oder andere Foto der Suche anzuhängen.

Er bedankt sich artig und meint, er schulde mir etwas – tut er nicht! Aber das nächste Bier geht trotzdem auf ihn 😉

RUF MICH AN

Was steckt nun hinter dem mysteriösen Zettel mit einer hingekritzelten Anrufaufforderung???

Der Zettelschreiber hat den Leihwagen meines Freundes beschädigt und die Telefonnummer hinterlassen.
Der kleine Schaden wurde bei der Rückgabe aber nicht bemerkt, der Zettel war inzwischen am Müll gelandet.

Erst später fiel der Schaden auf und meinem Freund wurde schlagartig klar, was es mit dem Zettel auf sich hatte – daher mein Einsatz.

Warum diesmal von „meinem Freund“ die Rede ist – liegt auf der Hand 😉

Montag – der letzte Tag des Monats März. Für heute ist Sturm angesagt, ich sollte meine Festmacherfedern nicht aus den Augen verlieren.
Also mache ich mich auf und beschaffe Ersatz für die gebrochenen und ausgedienten Ruckdämpfer.

Zusammen mit Mario baue ich die Federn um – alles wieder gut
Der alte Schrott fliegt raus

Der Tag verplätschert irgendwie – zuerst fahre ich mit Mario zu Giorgos und schenke ihm die übrige Batteriesäure und zwei Volvo Dichtungen.
Dann fahren Mario und ich einkaufen, heute Abend kocht Eva „Imam mit Hackfleischbällchen und Polenta“ – ich freu´ mich schon darauf.

Wir beschaffen die Federn, trinken einen Kaffee und fahren tanken – dann geben wir den Leihwagen zurück, wir brauchen ihn nicht mehr.

Das Auswechseln der Federn dauert auch eine Stunde und zu guter Letzt wollen wir den Nachmittag noch nutzen, um an Marios Ruder zumindest die erste Lage Laminat aufzubringen.

Der gleiche Schaden wie bei mir – wir laminieren den Riß im Ruder zu

Eigentlich wollten wir ja bei dem kräftigen Wind erstmal nicht weiter laminieren – aber irgendwie fühlt es sich falsch an, die Tage so vergehen zu lassen.
Nun, eine Lage bekommen wir drauf – die Fertigstellung wird noch einige Zeit dauern und ein Aprilprojekt werden.

Als der Wind am Spätnachmittag weiter auffrischte und Sturmstärke erreichte, war es an der Zeit für Feierabend.
Allerdings gab es noch einmal kurze Aufregung, denn ich musste das Office anfunken, weil ein Dinghy kopfüber und herrenlos durch die Marina trieb.

Der Sturm fordert seinen ersten Tribut!

Einfach von Deck geweht – mitsamt der Plane

Während des Abendessens, welches wie immer vorzüglich schmeckte, hatten wir Vier Zeit, uns über Gott und die Welt zu unterhalten.

Diesmal absolut abseits von Bootsthemen, war es interessant den Blickwinkel der Freunde auf die aktuelle weltpolitische Lage und die Entwicklung in Europa kennen zu lernen – ein aus meiner Sicht ganz spannender Abend!
Während wir sinnieren, pfeift uns draußen der Sturm um die Ohren – das Getöse, das Knarzen und Heulen, war beträchtlich…

Der März verabschiedet sich stürmisch – abermals 50kts auf der Anzeige

Der dritte Monat des Jahres wählt einen stürmischen Abgang – wir alle hoffen auf den Durchbruch des Sommers mit anhaltenden sommerlichen, warmen Phasen mit Sonnenschein.

Was uns dann im April erwartet? Hier ein kleiner Ausblick…
Wir machen SAGITTA fertig und streichen abschließend Coppercoat.
Viele Freunde werden eintreffen – wir freuen uns auf ein Wiedersehen. Ich werde einigen davon helfen, ihr Schiff für die Saison flott zu machen.

Hauptthema wird das Haus sein – werden wir den Kauf notariell besiegeln? Gibt es etwas zu feiern?

Ihr merkt – es wird nicht langweilig…

Wir sagen Danke für die Zeit die ihr für das Lesen unseres Blogs investiert habt – auf bald, eure NESSAJA Crew

Mario & Sibylle

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