Februar 2025 – Einhandsegler

Es ist Mitte Februar, ich sitze alleine im kuschelig warmen Salon von NESSAJA und sinniere vor mich hin – der Songtext von „Einhandsegler“ kommt mir in den Sinn und ich entscheide, das relativ unbekannte Lied von Reinhard Mey aus dem gleichnamigen 2000er Album zur Headline des Monats zu machen.

Es herrscht dieser Tage eine melancholische Stimmung

Der Titelsong, der die Seefahrt als Metapher darstellt, vergleicht das Leben mit der Bewältigung des Meeres…

„Du hast die Leinen losgeworfen mit einem Wort
Alle Ketten, aller Ballast gegen über Bord
Hast einen Strich gezogen, deinen Kurs bestimmt
Ins Logbuch eingetragen und das Ruder getrimmt
Du bist aus dem Hafen auf das offne Meer freigekommen
Der Wind fällt in die Segel und du hast Fahrt aufgenommen
Dein Bug spaltet die Wellen und pfeilschnell zischt dein Boot über die Kämme und es fliegt die Gischt…“

Ich hänge den vollständigen Text an das Ende des Berichts – er ist es wert gelesen und durchdacht zu werden.

Sibylle ist sechs Wochen in Deutschland, für die letzten beiden werde ich Ihr nachreisen und ebenfalls die Familie besuchen. Bis dahin habe ich Zeit.
Zeit, um die letzten vier Jahre Revue passieren zu lassen.
Zeit, darüber nachzudenken, was noch übrig ist von unserem gemeinsamen Plan und welche Wendungen unser Leben in dieser Zeit durchlaufen hat.

Doch gemach, die ersten beiden Wochen des Februars war Sibylle ja noch da…

Wir freuen uns, dass der zweite Monat des Jahres uns freundlich begrüßt und beschließen, dass wir eine Marinarunde drehen und ein paar ToDos abhaken.

Blauer Himmel, fast 20°C – was willst Du mehr?
Zu dieser Zeit sind an unserem Steg vier Schiffe bewohnt

Unser erster Weg führt uns zur Chandlery, weil wir auf ein Paket warten. Tatsächlich ist es angekommen und Panos freut sich, dass wir es abholen.
Das spart ihm Arbeit und er hat ein paar Minuten Kurzweil.

Wir ziehen mit dem Päckchen weiter, denn es ist zwar an uns adressiert, aber nicht für uns bestimmt – es handelt sich nämlich um ein Ersatzteil für INSPIRATION.

Wir wollen das Päckchen, nach Überprüfung des Inhalts, dort ablegen und gleich einer Bitte von Neueigner Jörg nachkommen. Er braucht nämlich die Typenbezeichnung des Funkgerätes, die MMSI muss neu programmiert werden.

Super – wir legen das Bedienteil des Autopiloten ab, später werde ich es montieren
Ein Foto des Funkgerätes genügt

Leider stellt sich heraus, dass man die MMSI nicht selber ändern kann, dafür muss das Gerät eingeschickt werden.
Das sind diese kleinen Nickeligkeiten – aber noch ist ja genug Zeit!

Der Februar ist der Monat, welcher bei uns im Verdacht steht, dass er der mit dem schlechtesten Wetter sein könnte.
Dies ist aber zunächst keineswegs der Fall, der Start in den Monat ist eher frühsommerlich als winterlich!
Dies sollte sich zur Mitte des Monats hin ändern, es sollten ein paar kalte Tage kommen, aber bis dahin hatten wir Zeit zu genießen.

Es ist Wochenende – so haben wir uns am Samstag mit Marcus und seiner Familie, die waren ja noch zu Besuch, ein leckeres Mittagessen auf der Terrasse des „Trechantiri“ in Xirokampos gegönnt.

Man konnte draußen sitzen
Frischer griechischer Salat…
…dazu frische Kalamari

Es war lecker, wir saßen zusammen und haben über das Leben gequatscht – ein herrlicher Nachmittag!
Dieser hat Marcus dazu verleitet, übergangslos einen Nachmittagsouzo einzufordern, dies allerdings bitte in einer Bar direkt am Strand!

Also, nix wie auf ins „Sorocos“ am Panteli Strand…

Perfekt – Wasser, Strand, Stimmung! Wunderschön!
Wir setzen uns direkt an einen Tisch am Strand – Sonnenstrahlen genießen

So vergehen weitere Stunden und wir brechen erst auf, als die Sonne hinter den umliegenden Hügeln verschwindet und es schlagartig kühl wird.

Der Freund schreit nach einem (Nach-)Mittagsschlaf, auch wir wollen etwas relaxen und ein wenig Griechisch lernen.
Also fahren wir zurück in die Marina und verabreden uns zum Abendessen – es ist vermutlich kein Wunder, dass dieses heute etwas später anberaumt wird 😉

Wir sind die Ersten…
…und bestellen schonmal ein Bierchen

Das „Persiana“ hat sich als Dinner-Destination angeboten! Es gibt kleine Snacks und große Salate.
Wir essen gut und freuen uns über den überaus gelungenen Tag!

So kann es weitergehen…

Und das tut es! Für den Sonntag hatten unsere Freunde eine frühe Abreise nach Lipsi geplant, wir waren also wieder zu zweit unterwegs.
Sibylle erinnert sich an eine Facebook-Werbung des „Navarone“ – man böte einen Sonntagsbrunch an.
Das würde sie heute gerne mal ausprobieren!

Ok, wegen mir, da sag´ ich nicht Nein…
Also machen wir uns auf den Weg nach Agia Marina, um dort ein feudales Frühstück zu uns zu nehmen.

Das Lokal gefällt uns, es ist eine tolle Adresse auf Leros
Wir bekommen einen Tisch mit Ausblick
Wir laben uns an den Köstlichkeiten vom Buffet

Super! Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
Klar, man sollte es vielleicht nicht mit Lokalen vergleichen, welche sich auf „echte“ Brunch-Events spezialisiert haben.
Aber – wenn man die Frühstückskultur in Griechenland zugrunde legt, dann war es ein erstklassiges Angebot zu einem mehr als fairen Preis.

Das werden wir SICHER wiederholen!

Weil wir schonmal unterwegs waren und weil der Tag förmlich zu einer Spritztour einlud, fuhren wir weiter bis an den Flughafen nach Partheni.
Dort ist die Werft „Moor & Dock“ beheimatet, ich hatte dort eine Bitte zu erfüllen.

Alles in Ordnung auf BLODUGHADDA

Tom, den ich aus dem „Mittelmeer Skipper Forum“ kenne und mit dem wir uns auch schon ein paarmal getroffen hatten, bat mich per WhatsApp, ob ich nicht einmal nach seinem Kat sehen könne.
Er habe von den Starkwinden der letzten Wochen gehört und mache sich Sorgen.

Klar machen wir das – und wir können alsbald ein paar Bilder schicken und Entwarnung geben.

Weil die kleine Motorradrunde über die Insel gerade so schön war, haben wir noch einen Haken geschlagen und sind am Haus vorbei und dann von dort aus off-road zum Hundeshelter gefahren.

Nicht im Bild – unsere Favoritin

Würden wir schon im Haus wohnen, dann hätten wir wohl schon einen Hund!
Es gibt gerade eine ganz liebe Hündin die wir sofort adoptieren würden, aber am Boot wollen wir uns das nicht mehr antun. Mal sehen, wie diese Geschichte weitergeht…

Naja – und wie schließt man so einen herrlichen Sonntag ab? Genau! Mit einem Abstecher bei „Repapis“ – wir gönnen uns ein Eis!

Wir waren lang nicht mehr da
Aber heute MUSSTE es sein

Übrigens hat genau der BLODUGHADDA-Tom meinen Januar Blog mit den Worten kommentiert, ob es denn wirklich sein könne, „…dass man von keinem „Repapis“ oder „SouVLakki“ Besuch lesen würde?“

Ja, das konnte sein! Das „SouVLakki hatte lange geschlossen, darüber hinaus haben wir echt so einen langen Break eingelegt, weil wir immer noch unserer Idee der Zuckereduktion und des gesunden Essens folgen.

So auch heute – Sibylle zaubert Blumenkohlschnitzel mit Süßkartoffeln.

War sehr gut – kein Gemecker
Süßkartoffeln mag ich sowieso

Die Abende vergehen immer noch unverändert – Winter eben. Wir lernen mit Duolingo oder machen Videocalls mit der Familie oder Freunden.

Geht sich Beides nicht aus, dann sehen wir zu, dass wir eine gute Doku oder eine alte Folge „Inspektor Barnaby“ finden.

Videoacall mit Volker und Kristina – wie gehen wir es mit ELOWYN an?
Duolingo fordert und fördert Sibylles Englischkenntnisse

Oder, da greife ich das Thema von vorhin noch einmal auf, oder wir beantworten zumeist WhatsApp Nachrichten, mittels derer Freunde und Bekannte sich nach ihren Schiffen erkundigen.

Warum? Weil die Nachrichten voll von den Erdbebenereignissen auf Santorin sind!

Klar, die Nachfragen nach den Schiffen gibt es immer wieder, aber in diesem Monat war es fast schon ein 520.-€ Job, all die Anfragen zu beantworten.
Copy and paste kam für mich nicht infrage, also sitze ich da und tippe immer die gleichen Zeilen – „Nein, wir spüren bisher nichts, die Boote sind alle ok!“

Wobei, unterschätzen darf man es nicht! An einem Abend schickt mir Marcus eine Benachrichtigung des Bürgermeisters von Lipsi…

Lipsi hat Notfallpläne

Wir tauschen uns etwas dazu aus – natürlich bemühen auch Sibylle und ich den Wissensquell Google um uns das Szenario zu verdeutlichen.

Hier kurz ein Überblick über das WAS und WO…

Santorin mit dem Ort Thira – zu unserem Standort Leros

Zwischen Leros und Santorin liegen 82nm, das entspricht etwa 150km. Das ist im Falle eines Erdbebens oder eines Vulkanausbruches nicht viel.
Insofern sind Notfallpläne sicher sinnvoll, wirklich vorbereiten kann man sich allerdings kaum – entweder es hat ein Erdbeben beziehungsweise einen Vulkanausbruch, oder eben nicht.

Das ist etwas anderes auf Santorin selbst! Erstens nahe des Epizentrums gelegen, zweitens mit einer besonderen Architektur, bei der die Häuser quasi an den Kraterrand gemauert sind.
Die Folgen wären verheerend!

Wenn man Google bemüht, dann kann man das letzte gravierende Beben aus dem Jahr 1956 finden! Dieses hat auf Santorin, Amorgos und den umliegenden Kykladeninseln für Zerstörung gesorgt.
Verständlich, dass man sich hier sorgt!

Damals sei die Flutwelle auch auf Leros und Lipsi angekommen und in Lakki einen Meter über das Ufer getreten – so hat man uns erzählt.

Es gibt einen Live-Tracker, auch wir sehen von Zeit zu Zeit nach…

Die Beben reichen nicht bis in die Dodekanes

Es wird im Verlauf der kommenden Tage ein paar Tage schulfrei auf Leros geben, auch für unsere Insel wird ein Notfallplan erstellt.
Wirkliche Auswirkungen der Beben kann man indes hier nicht spüren.

Für die zuhause bibbernden Skipper – die Stützen stehen (bisher) sicher!

Es kühlt ab! Das Wetter bleibt herrlich, aber die Temperaturen fallen spürbar.
Wir haben jetzt nur noch 13-14°C tagsüber, nachts werden wir einstellig. Die Heizung muss ran und ein paar Überstunden machen.
Unsere Eberspächer läuft klaglos, wir haben es warm und sie verrichtet ihren Dienst fehlerfrei – die Reparatur im Herbst 2024 war also erfolgreich!

Nordwind! Kräftiger Nordwind

Schuld am Temperaturdilemma hat der Nordwind! Der bläst eisig und der Chillfaktor der Luft lässt einem so Worte wie „klirrend“ oder „arktisch“ in den Kopf schießen.
Tatsächlich ist es wie an 50% der deutschen Sommertage – aber es fühlt sich anders an!
Der Wind kommt kräftig daher, wir haben Böen bis 50kts.

Später sollten zwei, drei Tage folgen, an denen die Tagestemperaturen nicht zweistellig wurden. An diesen Tagen habe ich das Haus nicht verlassen.

An solchen Tagen beschäftige ich mich mit meinen Reparaturaufgaben an NESSAJA – offen ist immer noch die leidige Abdichtung der Duschsumpfpumpe.
Klar ist, diesmal muss ich eine klare Vorstellung haben und alle Maße nehmen…

So soll, beziehungsweise MUSS die Pumpe später stehen

Die Pumpe einfach versetzen geht nicht, denn sie steht in einer kleinen Vertiefung und nach oben ist kein Raum.
Um dies auch Giorgos zu verdeutlichen, mache ich von allen Maßen eindeutige Bilder.

Nach oben nur 5mm – ein Versetzen ist nicht möglich
Das abzudichtende Loch ist vergleichsweise riesig!

Ich erdenke mir eine ganz tolle Lösung und steigere mich auch etwas in das Thema hinein. Ich kann nämlich zudem noch herausfinden, dass unter dem Boden des Brunnens sicher noch 5cm Platz ist – so reift in mir der Gedanke, dass ich den ganzen Brunnen heraustrenne und dann eine tiefere V4A Wanne mit passendem Schlauchabgang einklebe.

Stolz, so eine tolle Lösung im Kopf zu haben, fahre ich zu Giorgos um diese dort vorzustellen und zu besprechen.

Das Procedere ist immer das Gleiche…

Ich komme 15 Minuten zu spät, Dimitris wartet auch, Giorgos ist noch nicht da
Ich mache ein albernes „ich warte“ Bild und schicke es an Giorgos

Meist kommt der Zampano dann mit weiteren 10 Minuten Verspätung – egal ob ich zu früh, pünktlich oder zu spät bin – um mich dann zu begrüßen…

„Τι κανείς φίλε μου, you want coffee?“ – immer das Gleiche! UND, er weiß wie ich meinen Kaffee trinke!!!

Dann beschreibe ich meinen Plan. Er glotzt mich unggläubig und mit aufgerissenen Augen an. Er windet sich, er argumentiert, er bringt andere Lösungsvorschläge.
Ich merke – er hat keinen Bock auf meine tolle Masterlösung.

Stattdessen packt er mir eine ganze Menge Teile für Marios SAGITTA auf die Werkbank und gibt sie mir mit – alles erledigt, alle Teile erhalten!
Uff, ich habe keinen Rucksack mitgenommen, damit habe ich nicht gerechnet!
So packen wir alles in einen festen Karton, dazu zwei Stücke Plexiglas – dazu später mehr – schnallen diesen auf mein Mopped und ich tuckere wieder heim.

Ok, das habe ich mir anders vorgestellt – aber egal, ich genieße am Rückweg die schöne Stimmung…

Wolkenbilder über der Bucht von Gourna

Zurück an Bord, sortiere ich die Teile und melde deren Erhalt sowie die erfolgreiche Durchführung der Wellenreparatur an Mario.
Wir besprechen uns kurz, ich werde die Ersatzteile die nächsten Tage verräumen – Ende März geht es dann auf SAGITTA los.

Alle Teile für den Saildrive sind da

Tags darauf lässt Sibylle mich während des Frühstücks wissen, dass Marietta in Facebook verlauten lässt, dass es heute frisches Kotopita in ihrer Taverne gibt.
DAS ist mal eine Ansage! Ich liebe das Kotopita meiner Lieblingsmarietta und freue mich, dass meine gute Gattin offensichtlich in Erwägung zieht, dass wir mittags dort vorbeisehen.

Der angebotene Chickenpie erfüllt die Erwartungen – aber noch mehr hat uns die feilgebotene Fischsuppe überrascht.
Es war nicht einfach ein Fischsüppchen, es handelte sich vielmehr um einen sämigen Fischeintopf mit allerlei Einlage – SUPER…

Wir sind zwar nicht täglich bei Marietta – aber wir sind sehr gerne dort

Klar, geht sich noch ein Schwätzchen aus, bevor wir zurück in die Marina fahren.
Ein leichtes Bauchgrummeln lässt mich entscheiden, einen kurzen Stop an unserer Sanitäreinrichtung vorzunehmen.

Ihr ahnt was kommt? Obwohl die Kurve vom Lunch zum Klo hart zu nehmen ist, lasse ich mir nicht ausreden zu berichten, dass ich wieder einmal fassungslos in eine verschissene Kloschüssel starren musste.
Zudem hatte der Vornutzer mit seinem monströsen Papierknäuel wohl den Abfalleimer nicht getroffen – oder es gar nicht erst versucht!

Ich kann es echt nicht verstehen, echt nicht!!!

Klar, ekelhaft! Denkt sich vermutlich jeder. Was hat das in einem Blog zu suchen?
Nun, es gehört zu unserem Leben! UND – es ist ein nicht unerheblicher Grund, warum ich die Privatsphäre eines Hauses schätze und dieser somit auch zugestimmt habe.

Klar, wir haben ein Badezimmer auf NESSAJA, aber das ist, aus nachvollziehbaren Gründen, auch nur eingeschränkt nutzbar.

Aus diesen Gründen nutzen wir eben auch die sanitären Anlagen der Marina, welche in etwa mit denen eines Campingplatzes vergleichbar sind.
Die Putzfrau kommt im Sommer täglich, teilweise mehrmals am Tag. Im Winter auch mal mit einem Tag Pause.
Das alles hilft nix, wenn Menschen nicht in der Lage sind ihren Lokus sauber zu hinterlassen!
Am Waschhaus kann man Charakterstudien machen, glaubt mir das – über den Rand der Kloschüssel kann man in die Abgründe der menschlichen Seele gucken.

Mich nervt das! Ach nochwas, viele Eigner von Schiffen ahnen gar nicht, dass Yachties die das ganze Jahr über in der Marina sind, oft unfreiwillig zu Beobachtern werden – aus diesem Grund können wir euch ganz sicher sagen, dass etliche Eigner es nicht so streng sehen was man ins Hafenbecken pumpt und was nicht.

Das Problem ist einmal wieder – der Mensch…

Das weiß zum Beispiel auch die „Olympic Marina“ in Lavrion – die haben ein echtes „Putzkommando“ welches, in der Sekunde in der man den Lokus verlässt, diesen auch schon stürmt.
Da traut sich keiner, sein „Örtchen“ so zu verlassen!

Themenwechsel! Vor mich hingrummelnd hole ich Marios Paket von unserem Schiff und verräume seine Teile auf SAGITTA, dabei sehe ich auch nach dem Rechten – alles ok.

Alles beisammen – SAGITTA wartet auf die Reparatur

Als ich bei Giorgos war, hat er eine alte, immer wieder verschobene Einladung zu einem Dinner in seinem neuen Haus wieder aufgefrischt – wir haben mit unseren Frauen telefoniert und sofort den Folgetag fixiert.
Perfekt! Darauf freuen wir uns.

Dummerweise habe ich Sibylle erzählt, wie kalt es mir auf der Rückfahrt von „Boat & Parts“ gewesen ist und dass ich allemal Handschuhe gut vertragen hätte.

Daraufhin hatte sie keine Lust mehr, am nächsten Abend mit der GS über die Insel zu fahren – „…es ist eisig und es könnte regnen!“
Hört, hört – diese Worte aus dem Mund der Frau die nachts bei 14°C mit offenem Fenster schläft und somit jahrelang meinen Erfrierungstod in Kauf genommen hatte…

Egal, wir mieten ein Auto – und wenn wir schonmal diesen Luxus haben…

Alle schweren Aufgaben werden mit dem Wagen erledigt – so auch Trinkwasser auffüllen

Der Tag der Einladung zieht sich – es gibt eine deutliche Gap zwischen deutschen und griechischen Essgewohnheiten 😉

Wie hatte Giorgos gesagt? „I finish work earlier to have an early Dinner – come after 20.00!“

Ah, nach acht Uhr also. Da sitzen Sibylle und ich sonst längst in gemütlichen Klamotten beim Digestif und gucken „Inspektor Barnaby“ – heute also nicht!
Entsprechend lang war die Wartezeit und ich war, ob Sibylles Quengeln, mehrfach an „wir warten auf´s Christkind“ erinnert.

Dann war es soweit, wir fahren nach Kamara zum neuen Haus der Freunde…

Mitten in der Nacht kommen wir an – ca. 20.15 Uhr

Giorgos bittet uns hinein, Katerina empfängt uns. Die Kinder sausen rum und im Kamin prasselt das Feuer – Greek family life – wir genießen es und freuen uns, teilhaben zu dürfen…

Das Kaminfeuer prasselt

Wir bekommen eine Hausführung, quatschen im Stehen ein bisschen über Immobilien im Allgemeinen und über die diesbezügliche Zukunftsplanung der jungen Familie.
Klar, auch unser Haus ist ein Thema und wir tauschen uns über die Renovierungsoptionen auf der Insel aus.

Giorgos strahlt! Er grille Fleisch, ob wir seinen „Grill“ gesehen hätten???

Haha, ein Souvla am Wohnzimmerfeuer!

Er zeigt uns stolz den selbergebauten Drehspieß an dem sich ein Souvla dreht – mitten im Wohnzimmer.
Warum kompliziert, wenn grillen so einfach ist? 😉

Freudig sagt er, dass wir jetzt ein bisschen was trinken können, es gäbe Knabberzeug.
Später käme noch Eleni, seine Mutter, zu uns. Bis dahin sei dann auch das Essen fertig, so in etwa eineinhalb Stunden! 😉

Ich sehe Sibylle an und meine, ihren Magen knurren zu hören.
So ist es kein Zufall, dass die Erdnussflips schneller leer werden als vermutet – Sibylle kann da auch zulangen, der Antrieb muss nur groß genug sein.

Gegen halb zehn sitzen wir am Tisch und Giorgos schneidet das Fleisch ab – herrlich!

Es war soooo lecker

Wir hatten einen wunderschönen Abend mit den Beiden und mit Eleni, die wir ja auch schon seit Jahren kennen.

Spät in der Nacht kommen wir nach Hause und sacken todmüde und vollgefressen ins Bett…

Ich will jetzt endlich meine Duschpumpe repariert haben! Mich nervt, dass ich mich in einer Pattsituation befinde.
Ich meine, dass ich die bessere, professionellere Lösung habe – welche natürlich auch aufwändig und teuer ist.

Giorgos hat aber keine Lust darauf, diese für mich zu bauen und bietet die einfache, pragmatische Lösung an – natürlich die günstigere und schnellere Variante.

Mich nervt es trotzdem, Zeit in eine Arbeit zu investieren, die ich nicht vertrete – genervt fange ich an…

Der Heißluftföhn hilft

Ich kann die Plexiglasplatte nicht einfach einkleben. Das Loch ist zu nah am Rand des Brunnens und dieser Rand ist als Rundung ausgeführt – ich muss die Platte also anpassen.

Dabei hilft der Heißluftföhn – das geht relativ einfach, aber man darf sich nicht verschätzen. Die Biegung kann ich im Spalt der Bodenbretter anfertigen.

Mit Biegen alleine ist es nicht getan

Natürlich ist es nicht damit getan, dass die Platte gebogen wird. Sie muss unten in der Ecke dreidimensional angepasst werden, zudem braucht sie das Loch für den Schlauch.

Das alles ist aufwändig, aber nicht so kompliziert wie man denkt. Plexiglas lässt sich relativ einfach mit der 1mm Scheibe auf der Flex schneiden und mit einem scharfen Bohrer auch gut Bohren beziehungsweise mit der Lochsäge gut sägen.

Das Ergebnis – passt ganz gut beim Hinhalten

Ok, für heute ist der gröbste Job getan. Ich räume das Bad wieder auf und will mich der ersten Eindichtung widmen – just in diesem Augenblick ruft Sibylle zum Nachmittagskaffee.

Ok, gerne genommen, aber danach geht es weiter…

Alles schon vorbereitet

Wie ihr auf dem Bild sehen könnt, ist der Ansatz, die Abdichtung zum Schlauch schon VOR der finalen Montage herzustellen.
Dafür habe ich einen Schlauchadapter, welcher am Folgetag an den bestehenden Abflussschlauch gesteckt würde.

So weit, so gut! Die Herausforderung war, dass man die Abdichtung so gestaltet, dass die Platte in der richtigen Position befestigt wird und dabei die umlaufenden Kanten der Platte möglichst parallel zu den Pumpenkanten ausgerichtet werden.
Nur so kann man einen homogenen Dichtspalt herstellen.

Sieht verwegen aus – Hauptsache dicht

Ich glaube, langsam wird klar, wie ich das geplant habe. Ein Abdichten von vorne ist eben nicht möglich, weil die Schlauchschelle zu nah an der Platte sitzt.

Es wird auch klar, dass es einiges an Aufwand bedeutete, diese Lösung zu verwirklichen – eine Lösung, die in meinen Augen zwar eine gute ist, aber doch nur eine Reparaturlösung.
Dabei ist natürlich vorausgesetzt, dass es funktioniert.

Für heute war das Tagwerk geschafft, das SIKA muss trocknen.

Wir waren mit neuen Freunden aus Österreich zum Dinner verabredet! Der Mond schien schon hell und schickte sich an voll zu werden, als wir auf dem Weg zum Leihwagen der Beiden waren.

Hat immer etwas Mystisches

Wir haben uns mit Brigitte und Hans erst diese Tage angefreundet, schade eigentlich, denn wir kennen die Beiden schon länger vom Sehen und von Begegnungen aus der Marina, aber die richtige Gelegenheit hatte sich bisher noch nicht ergeben.

Jetzt also war es soweit und wir haben einfach mal vereinbart, dass wir uns zum Essen zamsetzen – das Lokal der Wahl war das „Metzes“ in Agia Marina.

Wieder offen – ein schönes Lokal, Eleni und Stamatis empfangen uns herzlich

Wir entdecken, dass wir unsere Vorlieben beim Essen teilen und bestellen daher „Greek Style“ – alles für alle, in die Mitte des Tisches.

Wir genießen das Beisammensitzen und lernen uns besser kennen. Schade, die Beiden müssen morgen noch einmal nach Österreich und kommen dann Mitte März zurück auf ihre BARCASO.

Yes – full table mit Brigitte und Hans
War wieder echt lecker

Was wir bei der Verabschiedung an diesem Abend noch nicht ahnen konnten – es sollte nicht die letzte sein!

Der Flug mit dem Inselhopser wurde zweimal aufgrundes starken Windes dieser Tage gecancelt.
Am dritten Tag haben die Beiden entschieden, die Fähre nach Athen zu nehmen.
Kein Nachteil ohne Vorteil – wir haben auch die kommenden zwei Abende zusammen gespeist 😉

Für mich war die Fortsetzung meiner Reparatur angesagt – heute klebe ich mein „Konstrukt“ ein – hoffen wir, dass alles passt und dass es letztlich auch dicht wird!

Eingeklebt und temporär fixiert
So sieht es jetzt aus – man kann es sich vorstellen! Das Problem ist offensichtlich

Nach der Montage lasse ich die Dichtmasse ein paar Stunden anziehen und dichte dann das Kabel ein.
Am nächsten Tag erfolgt ein Dichtheitstest – das machen wir, indem wir den Brunnen auffüllen und nach einer halben Stunde den Wasserpegel prüfen.
Länger müssen wir nicht testen, das Duschen ist meist schneller erledigt.

Ich mache es kurz – die Lösung ist nicht gerade perfekt und hat mit „German Engineering“ nichts zu tun, aber sie funktioniert und war günstig.
Als „Quasi-Grieche“ kann ich das gut akzeptieren…

Während der Wartezeit widme ich mich anderen Aufgaben, das bietet sich an, solange Sibylle mir noch helfen kann.
Dafür wird sie bei Kräften sein müssen – ich führe sie also aus. Bei einem Club-Sandwich im „Coffee-Lab“ stärken wir uns und genießen die frühsommerlichen Mittagsstunden.

Hat echt super geschmeckt – und war günstig

Was war zu tun? Nun, Kranführer Giannis hat angedeutet, dass er die nächsten Tage die Stützen an Hans Peters LIBERTÉ umstellen wolle.
Das ist nötig, damit wir im April die bisherigen Auflageflächen streichen können – ich hatte HP angeboten, mich darum zu kümmern.
Zusätzlich habe ich Giannis gebeten, ob er nicht, wenn er schon dabei wäre, LIBERTÉ gleich einen halben Meter höher setzen könne – so wäre gewährleistet, dass wir das Ruderblatt zurückstecken können.

Leider war einiges Material unter LIBERTÉ gestaut, das musste weg – wir räumen es also unter´s Nachbarschiff.
Es ist jetzt wichtig zu erwähnen, dass uns die Marinaarbeiter dabei zugesehen haben…

Nicht wenig – unter dem Schlauchboot ist Material

Fertig! Nach einer Stunde war es geschafft, das Kreuz schmerzte, aber das Tagwerk war vollbracht.

Später treffen wir uns mit Brigitte und Hans auf eine Pizza und hoffen gemeinsam, dass der abgesagte Flug morgen stattfinden würde – tut er nicht!

Am Folgetag traue ich meinen Augen kaum – als ich an HPs Schiff vorbeikomme, liegt das gesamte, gestern unter den Augen der Mitarbeiter neu aufgeschlichtete Hab und Gut, an anderer Stelle – nicht unter einem Schiff, aber ordentlich verräumt!

Was war geschehen???

Exakt das Nachbarboot wurde auf einen anderen Platz gestellt – als hätte man das gestern nicht gewusst! Die Arbeit des Umschlichtens wurde doppelt umsonst gemacht – einmal von uns, einmal von den Jungs.

Aber nochwas fällt mir auf – die Stützen sind schon umgesetzt!

Foto von etwas später – aber es zeigt das ganze Dilemma

Das wäre an sich eine gute Nachricht – wenn das Boot auch etwas höher stehen würde!
Das ist aber nicht passiert – ich spreche mit Giannis…

Er erklärt mir, dass er die Stützen per Hand umsetzen kann, für das Anheben braucht er das Carello.
Ok, verstehe ich, aber das Carello war gestern doch zum Umsetzen des Nachbarschiffes dort???
Er sieht mich an, es rattert, er erkennt, dass beim Thema Arbeitsorganisation noch Optimierungsoptionen bestehen.

Ich gebe mich mit dem Versprechen, dies „irgendwann zu tun“ zufrieden und ich bewundere mich dafür – ich kann schon ganz gut „Grieche sein“ – Avrio!

Sibylle und ich räumen abermals um – das Zeug muss zurück, UNTER Hans Peters Schiff!

Ok, das ist die halbe Miete

Ich schreibe HP eine WhatsApp Nachricht und informiere ihn. Das mache ich nur, wenn ich bei einem Kaffee auf NESSAJA sitze, denn es passiert, was immer passiert – mein Telefon klingelt! 😉

Hans Peter ruft IMMER an! Es gibt da noch zwei Kandidaten, aber ich weiß es inzwischen – ich schreibe die drei nur noch zur Kaffeezeit an 🙂

Wir besprechen alles – alles ist zunächst gut!
HP und ich haben uns für den Sommer viel vorgenommen, es gibt sehr weitreichende Pläne in Sachen Bootsreparatur, alles will vorbereitet sein.
Es wundert mich also nicht, als ein weiterer sehr gebräuchlicher Satz kommt – „…wenn Du grad dabei bist, dann könntest Du…“!

Ich höre mir an, was es zu erledigen gibt und gehen dann noch einmal zu LIBERTÉ, diesmal muss ich eine Leiter organisieren.

Ok, welche Informationen sind gefragt???
Die Maße des Dichtringes der Ruderachse – den muss ich zuvor ausbauen…
…und die Länge des Ankerschaftes – der Bügel soll einem Rocna weichen

Ich erfülle die Wünsche des Freundes und bis ich mich versehe und alle Informationen geliefert habe, ist der Abend eingekehrt.

Wir treffen uns abermals Mit Brigitte und Hans zum Dinner – die Beiden haben den Hals jetzt voll und haben den Flug durch eine Fährfahrt ersetzt.

Wir wollen uns im „SouVLakki“ treffen und ich würde direkt dorthin kommen. Denn der Grill ist unmittelbar neben dem „The-Leros-Way HUB“, in dem der Griechischunterricht stattfindet.
Heute ist Dienstag, es ist wieder soweit – so mache ich mich um kurz vor 17.00 Uhr auf den Weg nach Lakki.

Die Stimmung über der Lakki Bucht ist wieder perfekt – ohne Filter
Ich kann direkt vor dem HUB parken
Das „SouVLakki“ ist im Nachbarhaus – dort treffen wir uns um 18.30 Uhr

Wir waren lang nicht mehr im „SouVLakki“ – Sibylle hat gut und gerne gekocht, wir mussten abends nicht mehr raus und es spart Geld.
Auf NESSAJA sitzt man im Winter gemütlicher und wir hatten ja unsere vegetarische Phase.
Diese wurde spätestens heute pulverisiert – wir haben uns beide auf das Essen im Lieblingsgrill gefreut…

Mal was Neues probieren – Bouyourdi im Grillhaus, war gut
Dazu Bewährtes – ein Mixed Giros für mich
Ein „kleines“ Covered Pita für Sibylle

Wir speisen sehr gut, gehen danach noch auf einen Ouzo als Absacker ins „Café Palma“ und verabschieden uns ein drittes Mal.
Diesmal klappt es und die Freunde verlassen Leros – wir sehen uns im April wieder.

Eine Hand wäscht die andere – auch Hans Peter darf mir helfen und einen Auftrag meinerseits annehmen.
Ich gehe davon aus, dass unser Schaffen an meinem Deck in diesem Jahr ebenso aufwändig wird, wie die Arbeiten rund um sein Schiff in 2024.
Wir werden also wieder grillen und uns abends gesellig und wohlverdient zusammensetzen – ich möchte den Komfort diesbezüglich etwas erweitern und setze bei HP einen Lieferauftrag ab…

Lieber Hans Peter – kaufst Du bitte sowas???

Was wäre ein echter Grieche – äh, Verzeihung, Bayer – ohne seine Bierbankgarnitur?
Ich hätte schon längst eine, aber wohin damit? Jetzt als Hausbesitzer beantwortet sich diese Frage wie von selbst 😉

Unsere Gäste, wie auch wir selbst, werden in der Marina-Grillsaison also recht komfortabel sitzen.
Da wir befürchten, dass diese gar nicht mehr gehen oder gar auslaufen wollen, haben wir eine ohne Lehnen beschafft! 😉

Sibylle wird bald nach Deutschland reisen, sie will vorher noch alles erledigt wissen und eine „gewisse Ordnung“ machen. Sie kümmert sich also um alles was schmutzig oder sonstirgendwie zerzaust ist.

Das bedeutet für sie, ein paar Maschinen Wäsche zu waschen – ich sitz´ mal wieder im Schlüpfer vorm Computer weil ich nur eine lange Hose und ein Hoodie habe – und natürlich muss auch ICH in Ordnung gebracht werden…

„Sonst erkenne ich Dich in vier Wochen nicht mehr wieder“
Sommerfrisur – im Februar

Und jetzt? Es ist soweit – heute reist Sibylle ab. Sie geht diesmal für sechs Wochen nach Deutschland, weil sie mal einen „großen Kundendienst“ braucht!
Alle erdenklichen Ärzte müssen ran, mit der Zielsetzung, dass danach nix mehr klappert und alle Gelenke und Zahnräder wie geschmiert laufen.
Das braucht Zeit, daher die relativ großzügige Planung.

Ich dagegen, ein Wunderwerk der Humantechnologie, brauche so etwas nicht! Mein Multifuntionskörper tut tadellos seinen Dienst, solange man ihn füttert und ihn warm hält – ein moderner Gremlin eben.
Aus diesem Grund reise ich auch erst VIER Wochen später nach! Vier Wochen alleine – EINHANDSEGLER!

Ich bringe meine Frau zum Flughafen. Als wir eintreffen reicht die Zeit leicht, um das Gepäck einzuchecken. Dann kommt der Flieger auch schon an, der erste seit gut einer Woche!

Da isser – lang ersehnt, es ist entsprechend voll

Der Zufall will es, dass auch Kostas an diesem Tag nach Athen fliegt. Wir kennen ihn jetzt auch schon über die Jahre, wir mögen uns und die Zeit reicht für ein Schwätzchen.

Als ich Sibylle zum Abschied fotografieren will und er irgendwie „mit im Bild“ ist, stellt er sich kurzerhand dazu – das ist ja mal nett!

Kostas – die graue Eminenz

Wer Kostas ist? Ach ja, er ist der Besitzer der Marina, der Seniorchef und Erbauer.
Ein Mann, der weiß wie Understatement geht!

Dann geht es rasch, Sibylle geht über das Rollfeld, winkt noch einmal und fliegt dann davon.

Da geht sie hin

Ich bin alleine! Was mach´ ich nur? Wie tröste ich mich?

Ha, ich weiß! Gegen den Trennungsschmerz hilft nur etwas Süßes – Schokolade vielleicht? Oder Kuchen? Oder….???

Na klar! Endlich mal wieder „Repapis“ – zwei Kugeln, ich schwör´!

Als ich im Eispalast sitze und meine Gaumenfreuden zelebriere, sticht mir ein Plakat ins Auge.

Ich hatte schon mehrfach geschrieben, dass die Locals ihre Feste zumeist im Winter feiern.
Es ist ständig was los, eigentlich immer am Wochenende, ganz oft aber auch unter der Woche.

Ich fotografiere das Plakat und überlege, ob ich nicht einfach mal vorbeischauen soll.

Im „Giros o´ Kamaras“ – mal sehen

Ich nehme es vorweg, ich werde diese Veranstaltung nicht besuchen. Erstens ist es mir zu spät am Abend, ich möchte das ja gerne zum Dinner erleben, zweitens muss ich dann nochmal mit dem Mopped quer über die Insel.

Aber – es bietet sich überraschender Weise ein paar Tage später eine perfekte Gelegenheit, welche ich mir nicht entgehen lasse.
Doch dazu später mehr…

Auf dem Weg zurück in die Marina fällt mir auf, dass wieder neue Segelboote in der Bucht von Lakki vor Anker liegen.
Die Anzahl der Boote war nach November drastisch reduziert, aber das Kommen und Gehen war nie zu Ende – es wird deutlich, immer mehr Menschen leben ein Leben als Nomaden.

Heute sind es drei Monos, zwei davon mit deutscher Flagge

Auch wir gehören dazu – irgendwie. Nur, dass wir unser Nomadenleben stationär gestalten. Es klingt paradox, aber speziell im Winter bin ich sicher, dass ich als Marinalieger und mit meinem Motorrad einen größeren „Aktionsradius“ als die Segler habe.

Die ziehen zwar von Insel zu Insel, sind in den Buchten aber meist stationär und haben anderseits einige Einbußen in ihrer Flexibilität hinzunehmen.

Ich bleibe dabei und stehe dazu – unter den gegebenen Umständen habe ich keine Ambitionen mit NESSAJA auszulaufen und um die Inseln zu tingeln.

Es ist schön in unserer Marina, ich lebe gerne hier

Das Wetter war gut, ich selbst war voller Tatendrang. Ich hatte bei Ralf noch eine Zusage offen, dafür sollte ich einen kurzen Blick auf und in CHILI werfen.
Es bot sich an, dies sofort zu erledigen und den Punkt dann von der Liste zu streichen.

Von außen alles ok – ich hole eine Leiter…
…auch an Deck passt alles – das gewünschte Foto von innen kann schnell geliefert werden

Ich gehe zurück auf mein Schiff und setze mich auf meinen Platz. Es fühlt sich komisch an – Sibylle sitzt mir nicht gegenüber sie ist nicht da. Der Gedanke sackt.
Nicht, dass dies ein Problem wäre, solche Phasen tun uns gut, verbringen wir doch die restlichen Wochen unserer Zeit 24/7 zusammen. Dennoch braucht es immer eine Weile, bis ich in meinen „eigenen Trott“ komme.

Ich liebe dieses reduzierte Nomadenleben. Ich liebe es auf einem Segelboot zu leben.
Dabei macht es mir nichts aus, ob ich in einer Bucht ankere oder in der Marina am Steg liege.
Das Lebensmodell passt zu meinem Mindset…

Noch besser wäre es, wenn man auf diese Art die Welt entdecken würde. Reisen, erleben, Geschichten in das „Buch des Lebens“ schreiben – das Segelboot wäre das Vehikel für diesen Zweck.
Von Herzen würde ich gerne „Segler“ bleiben – aber ich habe das ungute Gefühl, dass sich die Welt des nautischen Tourismus nun auch in Griechenland verändern wird.
Es sind, wie vor Jahren in Norditalien und später sehr gravierend in Kroatien, erste Anzeichen von einem nautisch-touristischem Overkill zu erkennen, mit den entsprechenden negativen Folgen.

Hier merkt man es kaum, aber Preiserhöhungen von 10% und mehr sind erste Anzeichen – der Run auf die wenigen freien Plätze ist ungebrochen, es gibt inzwischen Wartelisten.
Ich möchte gegensteuern, der Hauskauf ist die logische Reaktion, aber ich ahne, dass dies ein Ende meines Bordlebens bedeuten wird.

Ich sinniere vor mich hin, es wird früher Abend – ich muss los…

Die Sonne geht gerade unter, als ich mich auf den Weg nach Kamara mache

Mir liegt schon lange eine Bitte von Gottfried auf der Seele – er hat von Giorgos, nicht zuletzt aufgrund meiner positiven Berichte, einen neuen Wassertank schweißen lassen, welcher jetzt aber nicht dicht ist.

Die Geschichte ist lang und mündete schließlich in diese finale, vollumfängliche und kostenintensive Entscheidung. Entsprechend groß war die Enttäuschung als, kurz vor Saisonende, der Tank wieder tropfte.

Ich habe mich angeboten dafür zu sorgen, dass Gottfried bei Beginn der Saison 2025 einen intakten Tank einbauen kann, zusammen mit Giorgos will ich das heute angehen!

Das „Corpus Delicti“ kommt auf einen Transportwagen

Gottfried möchte den Tank mit Wasser und unter Druck geprüft wissen. Meine Aufgabe soll sein, das Prüfprocedere mit zu gestalten.
Die erste Idee war, mit einer zwei Meter hohen Wassersäule am Einfüllschlauch zu arbeiten – das haben wir verworfen, denn wir können den Tank am Druckwasser anschließen.

Alle Luken und Anschlüsse dicht?
Dann Wasser marsch!

Wir füllen den Tank aus der Leitung, bis das Wasser aus dem Entlüftungsschlauch spritzt. Dann verschließen wir diesen und der Leitungsdruck baut sich im Tank auf.
Wir gehen das geringe Risiko solange, bis wir deutlich erkennen können, dass der Tank einen „Bauch“ bildet – dann stoppen wir das Wasser.

Kann man den „Bauch“, die Wölbung des Tanks, erkennen?

Ich zeige Giorgos die Stelle, an der ich im eingebauten Zustand einen Tropfen habe fallen sehen – tatsächlich, auch heute tropft es minimal ab!
Der Mechanikus markiert die Stelle und verfolgt ALLE Schweißnähte des Tanks.
Insgesamt sind es vier Stellen, an denen nachgearbeitet werden muss.
Hierfür ist meine Anwesenheit nicht nötig – es ist spät und es wird echt frisch, ich will zurück nach Hause.

Giorgos drückt mir noch ein bestelltes Ersatzteil für ELOWYN in die Hand, ich bezahle und fahre dann zurück nach Lakki.

Beschläge für ELOWYNs Sprayhood – hat ein bisschen gedauert, war aber zu bekommen

Mein Ziel war zunächst nicht die Marina. Ich hatte noch nichts gegessen und war hungrig!
Ich selbst koche ja nicht für mich, weil ich die Ansicht vertrete, dass sich weder Aufwand noch Kosten lohnen.
Mit dem rechnerischen, täglichen Anteil aus unserem Kostgeldbudget komme ich theoretisch aus.

Weil meine erste Anlaufstation diesbezüglich wieder geöffnet ist war klar, dass ich heute einen Einkehrschwung ins „SouVLakki“ machen würde.

Und es war lecker wie immer…

Ohne Worte – es schmeckt mir und ist günstig! Vegetarisch ist es nicht…

Danach geht es zurück auf NESSAJA. Wie werde ich jetzt meine langen Abende verbringen?

Klar, ich tausche mich mit Sibylle und den Freunden in Deutschland aus – Gottfried erhält erste Informationen und weiß, dass ich jetzt an seinem Tank dran bin…

Aber dann? Für´s Fernsehen bezahlen will ich nicht! Die YouTube Kanäle die wir verfolgt hatten, haben entweder ein Ende gefunden, posten deutlich seltener oder interessieren uns nicht mehr.
Amazon Prime ist mehr Sibylles Spielfeld – was also tun?

Nachdem ich bei „Inspektor Barnaby“ tagesaktuell bin und nur am Montag zwei Folgen auf ZDFneo laufen, habe ich altes, längst vergessenes „Berieselungsprogramm“ wiederentdeckt 😉

„Michi, es gabat a Leich´“

So beginne ich, meinen „neuen“ Alltag zu sortieren – jeden Tag eine Arbeitsaufgabe, etwas Griechisch lernen und ich zerbreche mir den Kopf darüber, wie ich den Hungertod vermeiden kann.

Weil ich Zeit und Platz habe entscheide ich, dass ich trotz der Verkaufspläne NESSAJA betreffend, die Matratzen der Bugkabine und mein Sitzpolster austauschen möchte.

Mein Sitz braucht einen harten Kern und die Matratzen sollen in ordentlichem Zustand sein…

Mein Sitzpolster ist durchgesessen, ich will ein neues…
Die Matratzen brauchen ein neues Innenleben

Ich will die Matratzen vorne auch nur mit einem neuen Innenleben versehen. Es soll nicht so aufwändig werden wie in der Eignerkabine, aber es soll eine klassische, gute Matzratze werden.

Solche Arbeiten sind hier nicht zu teuer. Also setze ich mich auf die GS, fahre nach Lakki und bespreche mich mit Sotiris.

Ich zeichne die günstigste Aufteilung – weil über 2m – und liefere die Maße

Der überschlägige Preis ist akzeptabel und wir werden uns einig. Ich werde in ein paar Tagen sein Auto bekommen und dann die Polster zu ihm bringen.
Dann hat der Meister seines Fachs ein paar Tage Zeit den Auftrag zu erledigen.

Mit meinem Griechischunterricht komme ich übrigens recht gut voran. Ich bin zwar noch weit von Small Talk entfernt, aber ich beginne zu verstehen.
Ich kann lesen und schreiben, in der Gegenwartsform verstehe ich die Grammatik.
Jetzt müssen halt noch die Wörter in den Kopf.

Um die Vokabeln und die Satzstrukturen zu lernen, erweist sich nach wie vor „Duolingo“ als eine gute, spielerische Lösung.

Ich lerne inzwischen seit 65 Tagen durchgängig – etwa eine Stunde am Tag

Anders ist es mit der Grammatik und der Kommunikation! Da sind die wöchentlichen Stunden mit Eirini sehr hilfreich und genau das, was ich vor einem Jahr einmal gesucht hatte.

Ich muss aber zugeben – hatte ich das schon erwähnt – ich merke, dass ich nicht mehr 30 bin!
Das Lernen geht etwas langsamer von der Hand als früher, aber ich bin zuversichtlich, früher oder später werde ich die Sprache sprechen und verstehen können…

Gottfrieds Tank – Klappe, die zweite! Ich will an diesem Thema dranbleiben und es von meiner Liste streichen.
Ich kenne Giorgos inzwischen auch ein bisschen – jetzt eilt es nicht, danach bin ich nicht da und er verliert es aus dem Sinn und im April hat er auf einmal keine Zeit mehr!
Vor diesem Hintergrund fahre ich also abermals nach Kamara zu „Boat & Parts“ um die Arbeit voranzutreiben.
Der Tank ist geschweißt, dachte ich zumindest, wir können die Dichtheit prüfen.

Leider hat es gerade eine echt kalte Phase…

Hoodie, Windbreaker-Jacke und alles was ich hier im „ewigen Sommer“ noch besitze
Selbst Buff und Handschuhe kommen zum Einsatz – trotz der Heizgriffe

Naja, der Weg nach Kamara ist eben „weit“, ich bin 15 Minuten unterwegs – und das bei 8°C!
Das wird schnell kalt an den Fingern und den Backen – allen Backen!

Mit der ganzen „warmen Kleidung“ die ich von früher noch habe, fühlte ich mich ausreichend gewappnet um die Fahrt anzutreten.

Kaum angekommen, hat mich der Freund auch schon in Beschlag – „…γεια σου φίλε μου, you want coffee? Tell me your opinion…“
Ok, ich verstehe, es geht um etwas, was früher meine Profession war…

Wir fachsimpeln – meine früher verwendeten Worte zum Thema „Ausbaumurks“ spare ich mir 😉

Nach dem Fachsimpeln und als wir unsere Kaffeebecher geleert hatten, erklärte mir der Inox-Gott, dass er jetzt „zusammen mit mir“ den Tank schweißen würde.

Offen gesagt, mir ist bis heute nicht klar, ob er es doof fand, dass ich die Arbeit quasi „begleitet“ habe, aber er musste es insofern akzeptieren, als dass der Tank eben undicht war.
Ich bin ziemlich sicher, dass die Arbeitslage zur Zeit der Auslieferung einen Dichtheitstest nicht zugelassen hat – oder einer seiner Helfer hat diesen durchgeführt und hatte Pech beim Schauen.

Wie auch immer, er fing an zu bruzzeln.

Vier Stellen waren zu bearbeiten
Eine auf der Fläche – wegen eines integrierten Schwallbleches
Drei an Nähten und Rohrflanschen

Die Arbeit war rasch erledigt, wir nahmen den Tank nach draußen und bauten die Testvorrichtung wieder auf.
Der Tank wurde abermals mit Wasser befüllt, unter Druck gesetzt und dann entlang ALLER Schweißstellen inspiziert.

Man darf nicht hudeln und nicht schludern, denn sooo einfach wie oft getan wird, ist das Schweißen eines Tanks eben doch nicht.
So war auch diesmal noch eine undichte Stelle zu verzeichnen – aber nur noch eine. Die Letzte! Giorgos hat sie markiert.

Eine Problemstelle ist noch übrig

Dann aber – inzwischen war es nicht nur mir kalt! Auch Giorgos und Mr. Dimitris froren und was würde den „inneren Ofen“ besser befeuern als ein kleiner, selbstgebrannter Werkstatt-Honig-Tsipouro???

War echt gut

Weil man auf einem Bein nicht stehen kann, haben wir entschieden, dass ein Zweiter Not tut – dann war es an der Zeit für mich zu gehen.

Es sind die Kleinigkeiten, die Dinge erzählenswert machen – ich fahre also abermals direkt von der Werkstatt ins „SouVLakki“ und gönne mir meinen Girosteller.

War fein, nix zu meckern

An sich nicht der Rede wert – aber ihr müsst wissen, nach dem Essen bleibe ich immer etwas sitzen und trinke mein Cola noch aus oder beobachte die Menschen ein bisschen.
Zuhause sitze ich noch lang genug.

Ich sitze dabei IMMER maximal weit weg vom Eingang, denn dort zieht es und es geht sakrisch kalt rein.
Je weiter man im Gastraum sitzt, desto mehr hat man von der Abwärme der Girosspieße – ich denke, dass nicht geheizt wird.

Heute fällt mir auf, dass der Umgang mit Türen ein komplett anderer ist als in Deutschland…

Irgendeiner hat die Hände voll, macht die Türe mit Ellenbogen oder Arschbacke auf und nicht mehr zu, er / sie geht ja, frieren tun die anderen.
Alle anderen gehen ab jetzt durch die offene Türe als sei sie nicht da. Man hat sie ja auch nicht geöffnet.

Irgendwann kommt ein Fremder – ein Gast oder jemand von draußen und schließt die Türe. Sie bleibt dann geschlossen bis sich das Schauspiel wiederholt – und das passiert stetig!

Brrrr – kalt!

Kann man gut aushalten, wenn es draußen 15°C oder mehr hat – aber an Tagen wie heute ist es lästig!
Warum sind es meist eindeutig ausländische Gäste welche die Türe schließen?
Weil nur die frieren! Denn für uns ist es üblich die Jacken auszuziehen wenn wir essen gehen!!
Die meist jungen Griechen und Griechinnen sitzen jedoch in voller Wintermontour beim Mampfen – da ist es letztlich auch wurscht, ob die Türe offen oder zu ist.

Mich hat es heute genervt, mir war kalt, ich bin ab nach Hause! Auf NESSAJA läuft die Heizung, hier ist es warm.

Der Wind hat nachgelassen, die Temperaturen pendeln sich auf Normalniveau ein. Dies sollte sich zwar in ein paar Tagen noch einmal ändern, aber jetzt genieße ich erstmal die verhältnismäßig „warmen“ und windstillen Tage – und ich möchte sie nutzen!

Der Einbau des Autopilot-Bedienteils auf INSPIRATION ist noch offen.
Ich mache mich also ans Werk.

Angestöpselt, Kabel aufgeräumt und fixiert – funktioniert
Alles zusammengebaut – vollumfänglicher Test, Navigation in Ordnung
Alles ausschalten und einpacken – feddich

Erledigt! Rund um INSPIRATION tauchen im Laufe des Monats zwar noch ein paar theoretische Themen und Fragen auf, aber die zugesagten Arbeiten sind erledigt, das Schiff ist verkauft.

Mitte März erfolgt die Übergabe durch den Eigner, ich werde zu dieser Zeit in Deutschland sein.
Die Neueigner werde ich erst im April wieder treffen – ich hoffe, dass sie lange Freude an der Bavaria haben.

Ich gehe zurück auf NESSAJA und lerne etwas Griechisch. Dabei überlege ich, wann und wohin ich heute zum Abendessen gehe.
Leider überlege ich zu lange, denn exakt als ich aufbrechen möchte, fängt es an zu regnen wie aus Eimern.

Es regnet sturzbachartig

Eine halbe Stunde später, als es nur noch tröpfelte, hab´ ich mir ein Herz gefasst und bin zum „La Nostra“ gefahren.
Leider wurde ich mehr nass als mir lieb war, ich erinnerte mich an den Sommer 1985 als ich nur meinen Motorradführerschein machte, weil ich NIE Auto fahren wollte – dies aber bereits drei Monate später, mit bestandener Fahrprüfung zum Führerschein der Klasse 3 relativierte, nachdem ich von Mai bis August eigentlich nur durchweicht unterwegs war.

Mit diesen Gedanken saß ich vor meiner Pizza…

Schmeckt nur halbgut mit nassen Hosen

Ich will nicht klagen, bin ich doch meiner damaligen Ideologie heute deutlich nahe – dem Wetter sei Dank bin ich ja Ganzjahresbiker – aber es gibt sie, dieTage an denen ich gerne ein Auto hätte.

Am nächsten Morgen war ich trocken und der ganze Ärger war verflogen – kein Wunder…

Ein Traumtag

Weil mich der Tag so herzlich empfängt, drehe ich eine Runde mit dem geliebten Mopped.
Es tut dem Eintopf der GS gut, wenn man mal eine „lange Strecke“ fährt, also etwas mehr als 20km.
Ich fahre am Haus vorbei um nach dem Rechten zu sehen und weiter bis nach Kamara zu Giorgos um ihn zu besuchen, treffe in der Werkstatt aber niemand an.
Am Heimweg geht es über Agia Marina und Vromolithos, wo ich ein paar schöne Bilder mache – ich habe die kleine Tour genossen.

Über der Bucht von Vromolithos
Ich liebe diese Farben

Ich fahre weiter nach Turkopigado zu einer Bank, welche an einem Aussichtsplatz steht.

Mein erster Freund auf Leros hat mir diese Bank als seinen Lieblingsplatz beschrieben.
Wir hatten uns angefreundet, weil wir beide im Forum des „Mittelmeer-Skipper-Club“ aktiv waren und ein Boot des gleichen Typs besaßen.
Ich hatte Detlef damals ob seiner Bavaria Lagoon angesprochen und es entwickelte sich eine „spezielle“ Freundschaft.

Speziell deswegen, weil die Freundschaft nur schwer reifen konnte, eine Krankheit stellte sich in den Weg.
Leider so hartnäckig, dass Detlef den Kampf inzwischen verloren hat.

Ich stehe an diesem Platz und muss an ihn denken, jeder Moment ist kostbar – carpe diem!

Lieblingsplatz

Ich muss mir etwas Gutes tun! Ich drehe um, fahre zurück auf die Hauptstraße und brummle hinab nach Lakki.
Die Ortskundigen unter euch wissen was kommt, die anderen können es vielleicht ahnen…

Wie von Geisterhand gebremst, kommt meine BMW vor dem Eispalast der Familie „Repapis“ zum Stehen.
Ok, dann halt! Ich steige aus dem Sattel und gönne mir eine Sahnehaube für die Seele.

Das letzte Eis für länger

Dass dies mein letztes Eis für länger gewesen sein sollte – das konnte ich in diesem Moment nicht ahnen!

Ich kehre zurück auf´s Schiff und setze mich vor den Rechner. Ich fahre gerne Motorrad, ich hasse fliegen!
Vereinfacht gesagt ist es Flugangst, aber das trifft den Nagel nicht auf den Kopf – es sind mehr die Rahmenbedingungen die ich nicht leiden kann, das ausgeliefert Sein und die Chancenlosigkeit im Falle eines Unfalles.
Ich habe Zeit, ich suche nach Alternativen…

Ich checke Möglichkeiten per Bahn, Fähre und / oder Bus nach Deutschland zu kommen und überlege ernsthaft, ob ich meinen Flug umbuchen soll.

Wäre möglich…

Leider sind die Anschluss-Verbindungen so schlecht, dass ich mich dagegen entscheide.
Ich werde in Zukunft mit dem Motorrad oder einem Auto nach Deutschland fahren – ich habe da schon Ideen 😉

Während ich das Internet durchforste, stolpere ich über die WhatsApp Story von Baba und Robi die mit ihrer MAXI unterwegs sind.
Wir haben uns mit den Beiden angefreundet, während sie unsere Nachbarn in der Evros Marina waren.
Wir hatten damals bei einem Tsipouro beschlossen – „…wir sind Buddyboats und überqueren den Atlantik gemeinsam!“

Die MAXI hat es geschafft! Vor wenigen Wochen sind sie in Brasilien angekommen!

Ich sehe mir das YT Video der Überquerung an

Ich freue mich von Herzen für die Beiden, sie leben ihren Traum. Ich bin, offen gesagt, auch ein wenig neidisch. Nicht im missgünstigen Sinne – ich wäre gerne Teil dieser Geschichte und finde es schade, dass es nicht geklappt hat.
Ich muss gestehen, dieser Stachel sitzt tief.

Während meiner letzten Phase des Alleinseins auf Leros, war ich essenstechnisch ziemlich straight – „SouVLakki“ every day!
Irgendwie kann ich das diesmal nicht halten – es zieht mich weder täglich in den Girosgrill noch ins „La Nostra“, ich kann auch nicht sagen warum.
Wohin also gehen? Welche Alternativen bieten sich?
Mir fällt das „Για Σένα“ ein. Mich freut, dass ich endlich und ohne Googles Hilfe weiß, dass Gia Sena soviel bedeutet wie „Für Dich“ – na wenn das nicht als Offerte zu verstehen ist!

Nix wie hin!

Ok, Ambiente geht anders
Vielleicht der Grund, warum ich alleine hier bin?

Das Lokal ist alles andere als schön und einladend. Aber Anna ist herzlich, sie kocht frisch und das Essen ist gut und günstig.

Da sich die anderen gerade auch keine Mühe geben, es den Gästen gemütlich zu machen, ist Annas kleine und ursprüngliche Taverne eine willkommene Alternative.

Dass sie sich an mich erinnern kann überrascht mich nicht. Wohl aber, dass sie weiß was ich mag – Saganaki? Nai! Tigania Kotopoulo? Nai, bravo!
Kurze Zeit später bekomme ich mein frisch zubereitetes Essen.

Der Saganaki schmeckt echt gut
Tigania Kotopoulo

Ich esse gut, bekomme eine kleine Nachspeise und trinke eine Coke, dafür bezahle ich rund 15.-€.
Da kann man echt nicht meckern.

Die Folgetage mäandern so vor sich hin, es gibt keine wirklichen Highlights und doch gibt es genug schöne Ereignisse, an denen ich mich erfreuen kann.

Es stellt sich Routine ein – ich lerne wie gewohnt eine Stunde Vokabeln und Konversation mit Hilfe meiner App.

Ich komme gut voran

Ich erkenne aber auch, dass ich hier am Limit bin. Ich stehe kurz davor das Kapitel „Gegenwart“ abzuschließen und habe mir erlaubt einmal in die Zukunft zu schauen, indem ich mich kurz der Vergangenheit widmete.
Ok, das verwirrt – einfach ausgedrückt, ich erkenne rasch, dass die Zeiten noch zu anspruchsvoll für mich sind.
Hier muss ich ohne professionelle Unterstützung passen!
Klar, die Aufgaben sind lösbar, aber ein Verständnis stellt sich nicht ein – das hat keinen Sinn.

Gott sei Dank läuft der wöchentliche Kurs noch…

Jeden Dienstagabend mache ich mich auf die Socken um mir die Grammatik der Griechen einbläuen zu lassen!

Es wird langsam heller – ich verlasse die Marina um 16.45 Uhr
Zahlen, Tage, Grammatik – alles wichtige Schritte auf einem langen Weg

Eirini lässt uns wissen, dass sie für rund zehn Tage nach Athen muss und der Kurs mindestens einmal, vielleicht sogar zweimal aussetzen muss.
An diesem Abend beschließe ich, dass ich für diese Zeit noch mit meiner App arbeite.
Ich habe inzwischen die höchste League erreicht und der spielerische Gedanke flacht langsam ab.

Wenn der Kurs also fortgesetzt wird, dann werde ich nur noch Vokabeln mit der App lernen und mich zu 100% auf Eirinis Grammatik konzentrieren.
Ich möchte im Sommer erste Erfolge erzielen!

Sehr gefreut habe ich mich, dass Marcus mit Familie noch einmal ein kurzes Stelldichein gab – sie waren auf der Durchreise, weil die Verbindungen über Leros verlässlicher sind als die über Lipsi.
Klar, dass sich ein Dinner ausgeht – wir verabreden uns im „Persiana“.

Das Mopped muss noch einmal ran…
Die „blaue Stunde“ taucht die Lakki Bucht in unwirkliche Farben
Wir treffen uns in der Musikkneipe in Lakki – wie ein Diner gestaltet

Was gibt´s zu essen? Alle schreien „BURGER“!!!
Marcus geht kurz an die Theke um Hallo zu Ralu und John zu sagen, welche sich später noch ein paar Minuten zu uns gesellen, kann danach aber mit der Nachricht aufwarten, dass er „…umentschieden hat – es gibt Schnitzel!“

Alle rufen „JA SCHNITZEL“!

Klar, gesund geht anders – aber es war echt lecker

Die Schnitzel entpuppen sich als Hähnchenschnitzel in Cornflakes-Panade – echt lecker gemacht.
Genuss ohne Reue, so etwas ist selten im Angebot!

Susanne ruft einen Fotogruß an Sibylle aus – nichts leichter als das!

Grüße nach Germania

Die Freunde reisen am gleichen Abend ab und wir werden uns wohl erst im April wiedersehen, darauf freue ich mich aber.

Zum Thema Freunde gab es in diesen Tagen eine weitere Überraschung! Ich habe seit Jahren einen Internetfreund, welchen ich aus dem MSF kenne – früher hätte man ihn „meinen Brieffreund“ genannt.
Ebendieser meldet sich bei mir, er möge mich besuchen! Ob ich bei der Vermittlung einer Bleibe helfen können?

Klar, kann ich! Ich nehme Kontakt zu Anna auf und lasse mir von ihr ihr Ferienhaus zeigen.
Dieses könne sie im Winter für einen monatlichen Vorzugspreis abgeben.
Das klingt gut! Wir treffen uns und fahren gemeinsam dorthin – Annas Hund darf auch mit…

Sonst sehr scheu – diesmal super schmusig
Schön! Direkt am Merikia Strand
Nur der Garten trennt das Anwesen vom Wasser
Alles da was man braucht

Ich leite die Bilder weiter und hänge noch ein paar Anreiseoptionen an, kann aber vorwegnehmen, dass es im Februar / März nicht klappen wird.
Der Besuch wird jetzt für den frühen Sommer angedacht, dann wären die Anreisebedingungen besser.

Wie auch immer, eine sehr nette Überraschung und Geste – ich würde mich freuen, wenn sich ein persönliches Treffen ergäbe.

Anna hat sich ebenfalls gefreut, dass ich an sie gedacht habe, sie gibt mir am Weg noch eine Tüte voller Grapefruit aus ihrem Garten mit.
Ich muss mir überlegen, was ich damit mache!

Ich fahre mit der schweren Tüte heim – und schau gleich noch bei Panos rein

Trotz der schweren Tüte am Lenker halte ich rasch bei unserer Chandlery.
NESSAJA fordert zur Zeit keine Reparaturen von mir, aber ich muss meine Wasserfilter wieder einmal erneuern.

Am Schiff angekommen, setze ich dies auch sofort um, dafür braucht man keine Planung!

Wieder sauber

Es gibt eine weitere Erfolgsmeldung! Ich bin ein drittes Mal zu Giorgos gefahren, diesmal um den Tank final auf Dichtheit zu prüfen.

Mein Freund hat mir fest versprochen, den Tank diesmal bereits geschweißt zu haben – hat er auch gehalten!
Ich erkläre mich ihm – ich handle nicht aus Misstrauen seiner Arbeit gegenüber so, ich wolle nur Gottfrieds Bitte entsprechen und eine von ihm gewünschte Prüfmethodik sicherstellen – der Tank muss diesmal 100%ig dicht sein!

Giorgos sieht das alles entspannter als wir Deutschen – „…klar, wenn Du das machen willst – mach!“
Ich kümmere mich diesmal alleine um den ganzen Testlauf, um ihm keine Arbeitszeit zu stehlen – also, mal sehen…

Ich war zeitig dran, es war noch hell – Tank am Tisch vor die Werkstatt
Zulauf vom Wasserhahn anschließen
Belüftung drauf und „Wasser marsch!“
Wasser kommt mit Druck

Wie auch letztes Mal schließe ich jetzt die Belüftung – es baut sich sofort Druck auf!
Diesmal gehe ich bewusst an eine Grenze, der Tank wölbt sich abermals sichtbar.
Aber so ist sichergestellt, dass echt Druck am Kessel ist – die Stunde der Wahrheit!

Der Edelstahltank wölbt sich – das reicht!

Beide Schläuche werden geschlossen, ich gehe mit der Lampe jede einzelne Naht ab – was soll ich sagen? Alles dicht!

Ich mache Bilder, schicke diese an Gottfried und mache einen imaginären Haken an das Thema.
Der Tank ist dicht, eingebaut wird er Ende April.

Ich muss den Testaufbau noch aufräumen und verabschiede mich dann von den Werkstattjungs. Inzwischen ist es Abend geworden, ich habe Hunger.
Wie auch die letzten Male bietet sich eine Einkehr im „SouVLakki“ an.

Gut wie immer

Am Nachhauseweg mache ich noch einen kurzen Stop bei Kritikos. Ich möchte mir heute, zur Feier des Tages, ein bisschen Knabberzeug zum Fernsehen gönnen.

Ich biege ab und steure zielstrebig auf die Parkbuchten für Motorräder zu – und siehe da…

ALLES frei – Herr lass´ Hirn regnen

Nein, ich rege mich nicht auf! Der Mario in mir grummelt kurz, aber der Μάριος bleibt Herr der Lage.
Ist einfach so…

Aktionstage!
Eine langanhaltende Kaltfront ist angesagt, ich werde viel heizen müssen!
Meine Tankanzeige meldet mir, dass der Tank viertelvoll ist. Ob der Tatsache, dass vielleicht Tage kommen, an denen die Eberspächer 24h laufen muss, treffe ich die Entscheidung das Volltanken vorzuziehen und bestelle mir bei Vivi 200 Liter feinsten „Ultimate Diesel“.

Der Tankwagen kommt pünktlich – wie immer liefert Vivis Mann aus, im Schlepptau ein neues Gesicht als Helfer.

Der Zapfhahn wird per Leine an den Ponton geholt

Dieser baut sich pflichtbeflissen vor mir auf und lächelt mich freundlich an.
Er spricht kaum Englisch, aber seine Gesten lassen mich verstehen – ich sei der Kunde, dies sei sein Job, ich könne ihm das überlassen!

Ok! Ich rufe seinem Chef zu, dass er langsam machen muss, das Betanken ist bei NESSAJA etwas tricky – wenn man den Diesel „hochkommen“ hört, muss man sofort stoppen!

Er erwiedert „Nai, nai“, was soviel heißt wie „Jaja“ und nachdem er Werner Brösel und Eckard ja wohl nicht kennt, unterstelle ich ihm nichts Böses. (für Insider 😉 )
Ich blicke den jungen Mann an, murmle ihm sowas zu wie „sigasiga“, was soviel heißt wie „mach langsam“.
Ich meine aber eher „viel Glück“. Er nickt und strahlt mich an, ich entferne mich.

Der Diesel läuft

Ein paar Minuten später nähere ich mich an. Ich sehe 170 Liter auf der Uhr, der Zähler läuft…

Innerhalb der nächsten Sekunde laufen die Ereignisse wie in Zeitlupe ab – der Lümmel hat nach fünf Minuten nämlich vergessen, dass er gefühlvoll tanken muss.
Ich will versuchen, die folgenden zwei Sekunden zu beschreiben…

Ich höre am Steg das Rauschen des Diesels im Stutzen und mein Gehirn legt das Wort „Stop“ in meinen Mund. Der junge Mann schaut in den Himmel, er reagiert nicht.
Noch bevor ich das im Mund befindliche Wort aussprechen kann, vernehme ich ein lautes „Klack“ – der Zapfhahn schaltet ab – voll! Der Lümmel grinst zufrieden, ich nicht!
Was er nicht weiß, die Chance ist vertan, es ist zu spät! NESSAJA hat nämlich die Eigenart, dass sie „zurückschwappt“, zumal dann, wenn es etwas wackelt wie derzeit.
Es vergehen Millisekunden, dann schießt ein Strahl aus dem Tankstutzen und tränkt den Helfer in teures Diesel…

„Fuel for Live“ – ein ganz neuer Blickwinkel (Quelle Internet)

So hatte er sich seinen ersten Arbeitstag nicht vorgestellt! Ich auch nicht – mein ganzes Heck war versaut, es war dem jungen Mann sichtlich peinlich.

Er steht auf und ruft immer wieder „I clean, I clean“, dabei latscht er mit seinen Schuhen durch die Brühe und macht mir überall Fußtapser…

Die Sonne brennts weg

Ich gebiete dem Szenario Einhalt, bezahle, bedanke mich höflich und lehne weitere Dienstleistungen ab.
Um weitere Kollateralschäden zu vermeiden, erkläre ich, dass ich selber saubermachen werde.
Das klappt letztlich auch gut – mit Spüli und Wasser geht das rasch weg.
Zum Glück weht der Wind mir den Gestank nicht in die Bude.

Wie gesagt – den Rest macht die Sonne

Ich tanke exakt 198 Liter, habe also sehr gut kalkuliert. Dafür bezahle ich 360.-€.
Das ist nicht wenig, aber für die Gesamtheizkosten von November bis Ende Februar doch gut tragbar.

Am Ende der Heizperiode, irgendwann im April, werde ich nochmals auffüllen und dann rund 250 Liter in einem Winter verbraucht haben.
Ich bin zufrieden.

198 Liter / 360.-€ Heizkosten

Ein lustiger Sidekick war, dass ich just in dieser Stunde mit dem Mechaniker Mario telefoniere.
Ich habe ihm ein Ersatzteil für seinen Hyundai beschafft und würde es ihm gerne geben.

Er antwortet, dass er gerade nicht könne, man sei am anderen Marinaende, denn die Belegschaft habe eine simulierte Übung, um den Einsatz der Ölsperre zu üben – ich müsse wissen, es käme immer wieder vor, dass Diesel ins Wasser gerate.

Ach was? Ich sage ihm, dass er die Ölsperre packen soll und zu mir kommen soll, er könne den Ernstfall trainieren!
Aber als ich merke, dass er nachfagt, wiegle ich ab – alles Spaß…

Etwas später treffen wir uns, ich übergebe ihm sein Ersatzteil…

Endlich ist es da

Erinnert ihr euch noch an die Geschichte? Kurz erzählt – er bekommt es nicht in Griechenland, ich bestelle es bei Hyundai in Deutschland.
Wird geliefert, passt aber nicht – alles wird nachgeprüft, die Geschichte zieht sich über Monate.
Wir kommen zu dem Schluss, dass der Artikel wohl falsch verpackt ist.

Die Frage, wer jetzt weiterhilft, bleibt sowohl von der Chefin des Autohauses als auch von Hyundai Deutschland unbeantwortet.

Wer hat geholfen? AMAZON! Lieferung aus… CHINA!

Zwei Wochen Lieferzeit – inklusive aller Zollformalitäten

Ein offenes Wort – Blame on you Hyundai! Es widerstrebt mir, solche Produkte in China zu bestellen!
Das ist in jeglicher Hinsicht Wahnsinn – aber wenn es ein deutscher Vertragshändler nicht schafft, ein Kundenproblem zu lösen, dann „gute Nacht Deutschland“! Eine Servicewüste!
Das liegt nicht zuletzt an immer schlechter qualifiziertem Personal, dem noch dazu der persönliche Ehrgeiz fehlt, gut im Job zu sein.

Sie überlassen das Spielfeld den anderen – und die bedanken sich.

Klar, ein 20.-€ Artikel – aber exakt der belegt die Gesinnung! Ist es Gnade, dass man sich ab 100.-€ vielleicht bewegt? Oder müssen es 500.-€ sein?
Hyundai? Niemals in meinem Haus! Stellt euch vor es wäre ein wichtiges Teil gewesen…

Der anschließende Versuch, meinen Kopf herunterzufahren und mich zu trösten misslang ebenfalls…

Ahhhhhh – Betriebsruhe!

Der Ansatz mir den Nachmittag zu versüßen, scheiterte krachend und nachhaltig – die Zuckerschmiede der Familie „Repapis“ hat ihren jährlichen Betriebsurlaub ausgerufen und lässt mich im gleichen Zug alleine zurück!

Ohje, wie soll das gehen? Zwei Wochen ohne…

Ich hätte mir die Leckerei gegönnt obwohl es immer noch klirrend kalt war.
Na dann eben nicht! Ich fahre zurück zu NESSAJA und telefoniere mit Sibylle, bei dieser Gelegenheit fragt sie, WIE kalt es denn sei?
Ich übertreibe doch bestimmt wieder, sie könne sich das nicht so recht vorstellen.

Gut, dass ich auf dem Weg zur Eisdiele ein Bild gemacht hatte, ich ahnte schon, dass ich es irgendwann mal als „Beweis“ aus der Tasche zaubern könnte.
Dass dies so zeitnah der Fall sein würde, konnte ich nicht ahnen…

Es ging nicht mehr anders – selbst die paar Schritte zum Motorrad

Ich zog alle Register – Windbreakerjacke, Handschuhe, Mütze UND Buff! Selbst die paar Meter zum Motorrad ging ich nicht mehr ohne Mütze, diese wich beim Aufsteigen dem Helm.
Eine Kältephase die insgesamt rund 10 Tage andauern sollte und während dieser ich meine Ausfahrten auf ein Minimum beschränkte.

Nicht entgehen ließ ich mir jedoch die Gelegenheit meine DREI Lieblingsmusiker in Aktion zu sehen.
DREI? Richtig gelesen! Ich habe bei einem Besuch in Giorgos´ Werkstatt einen weiteren Giorgos kennen gelernt – George Drakos.

Ich kannte ihn bereits vom Sehen, konnte ihn relativ rasch zuordnen und stellte ebenso rasch fest, dass er hervorragend Englisch spricht!
Wir haben uns unterhalten und waren uns sympathisch, auf jeden Fall hatte er mich im Verlauf dieses Gespräches gefragt, ob ich das „Tis Kakomoiras“ kenne.
Klar! Eine meiner Lieblingstavernen, warum? Weil er zusammen mit Manolis und Flourios dort spielen würde, in ein paar Tagen, anlässlich des Festes Tsiknopempti.

Heute war es also soweit, ich hatte bei Xristos einen Platz für mich reserviert und fuhr schon um 16.30 Uhr ins das kleine Meze Lokal.

Es war noch zeitig am Tag als ich losfuhr
Das „Tis Kakomoiras“ war aber schon gerammelt voll

Tsiknopempti ist kein Feiertag – es ist ein Tag der weltlich gefeiert wird und in der Woche vor Ostern stattfindet – nicht zu verwechseln mit dem Clean Monday „Kathara Deftera„, welcher dieses Jahr am 03. März gefeiert wird.

An Tsiknopempti wird gegrillt was das Zeug hält. Das war schon auf dem Weg hierher deutlich zu riechen. Rauchschwaden überall, dazu der Duft des Grillgutes.
Alle Tavernen stellen sich darauf ein, es wird allerorts BBQ feilgeboten. Das Fest ging mittags schon los, ab 19.00 Uhr war kein Platz mehr frei.
Ich habe also mein Dinner etwas vorgezogen und war gegen 17.00 Uhr schon hier – die Party war in vollem Gange, die Musiker spielten auf!

Die Drei sind echt klasse! Es waren zwei tolle Stunden

Ich hockte mich auf meinen Platz und bestellte mir ein paar gute Sachen. Schade, dass ich alleine essen musste – nicht so sehr wegen der Geselligkeit, es war laut und ich lauschte einfach der Musik, mehr wegen des angebotenen Essens, alleine kann man nicht alles probieren, ich musste mich also entscheiden.

Für´s Gewissen – ein Griechischer Salat geht immer
Zypriotische Keftedes – war ein sehr guter Tip des Chefs, genau mein Geschmack

Ein toller Spätnachmittag – ich war der einzige Expat zwischen den feiernden Locals.
Das ist genau was ich mag!!!

Allerdings – kein Vorteil ohne Nachteil! Wenn Du mittendrin statt nur dabei sein willst, musst Du dich auch den existierenden Regeln völlig anpassen.
Diese Regeln weichen in den „nicht touristischen“ Monaten ein wenig von denen während der Tourismusaison ab…

Generell gilt, es ist alles erlaubt, was einem anderen nicht direkt schadet oder ihn gefährdet.
Gesetze dienen maximal als Empfehlung – eine freundliche, kleine aber real praktizierte Anarchie.
Dies ist auch offiziell geduldet, solange es keine Kläger gibt.

Worauf ich anspiele? Na klar, auf´s Rauchen in Speiselokalen!

Mein Tischnachbar war Kettenraucher – selbst während er kaute!

Ich habe es spät gemerkt, dass der Mann am Nachbartisch Kette rauchte. Selbst während er die Bissen seines Essens kaute, zog er am Glimmstengel.
Hervorragend ergänzt hat ihn einer der Aushilfskellner, der sich immer eine Zigarette anzündete, dann aber kellnern musste und die Zigarette qualmend im Aschenbecher verglimmen ließ.

Ich hatte aber Glück im Unglück – die meisten Raucher gingen kurz vor die Türe, zudem saß ich am Fenster, durch dessen Ritzen es etwas in den Raum zog.
Obwohl der Rauch ganz nah war, zog er nie über meinen Tisch.
Der Geruch meiner Klamotten ist ein anderes Thema.

Egal, das habe ich zu akzeptieren – hier und jetzt gelten die Regeln meiner Gastgeber und ich habe mir den herrlichen Nachmittag dadurch nicht versauen lassen.

Ich fahre zurück auf NESSAJA und mache es mir gemütlich…

Meine Fletzecke- zur Zeit brauche ich eine Decke

Der Abend war lang, ich habe ein bisschen Video geschaut und bin dann früher ins Bett.
Während dieser Tage habe ich mir immer mal wieder meine Decke geholt um es in meiner Ecke gemütlich und warm zu haben.

Total ist es nicht soooo kalt, aber der eisige Nordwind ist das Zünglein an der Waage.
Er sorgt für einen sehr unangenehmen Chill-Faktor und lässt die Temperaturen kälter erscheinen als sie sind.
Zugegeben, vor drei Jahren hatten wir mit 2°C deutlich kältere Temperaturen – die kamen uns aber nicht so dramatisch vor, weil erstens von kurzer Dauer, zweitens nicht mit dem schneidenden Wind gekoppelt und letztlich, weil wir damals auf ELOWYN gewohnt hatten.

Mein Patenschiff hat zwei Heizungen und ist vermutlich besser isoliert, bei NESSAJA zieht es an der ein oder anderen Ecke etwas rein.

Am Folgetag schickt mir eine Nachbarin ein Foto ihres Termometers…

6°C außen – die Innentemperatur ist morgens, vor dem Einschalten der Heizung
Der Mittelwind liegt seit Tagen bei 25-30kts und tut das Seine

Apropos ELOWYN, die Refitarbeiten scheinen gut voran zu gehen. Volker und ich erhalten mehrmals Video- und Fotoupdates, das Schiff ist inzwischen lackiert und erstrahlt in neuem Glanz.

Volker und ich planen also unseren Fühsommer, die Phase in der wir ELOWYN gemeinsam für die Saison klarmachen wollen, den Teil der gemeinsamen Überführung von Preveza bis Lavrion im Mai und auch, dass wir keinen weiteren Vorabbesuch in Preveza planen.

An diesem Abend fixiere ich daher meine Anreise nach Deutschland und buche mein Fährticket für den 13.03. – exakt einen Monat nach Sibylle.

Ansonsten ist es gerade sehr ruhig in der Marina – nur Alistair hat mich dieser Tage kontaktiert. Er habe ein kleines Problem mit seiner Kielnaht und diskutiere gerade mit der Marina über den Reparaturansatz.
Ob ich ihm mit einem Foto seiner MONEY PENNY weiterhelfen könne?

Klar!

Irgendein Spanngurt baumelt runter – aber Alistair geht nicht darauf ein
Das gewünschte Bild geht ihm zu – eine gute Verhandlungsgrundlage

Ein bisschen Pech habe ich mit meiner Restaurantwahl – einmal scheitere ich im „SouVLakki“ weil just in dem Moment als ich eintreffe ein Verein das ganze Lokal belegt – nicht ein einziger Platz war frei.
Ein andermal komme ich hin und die Eingangstüre ist offen. Ich betrete das Lokal und will die Türe schließen, diese ist aber fixiert.
Auch das akzeptiere ich, gehe an diesem Tag aber dann woanders hin – bei 6°C ist es mir einfach zu kalt.

Ich gehe ins „La Nostra“, aber auch dort klappt es nicht perfekt.

Heute mal Pasta

Ich bestelle mir heute mal Nudeln, weil ich echt einen Glangerer auf die Glyxbringer hatte. Dazu ein Bier, ein eiskaltes Bier.

Ich hätte fast einen Tee bevorzugt, aber gut. Langsam nippe ich an dem Getränk und bin froh, als ich es endlich leergetrunken habe.
Just in diesem Moment kommt die Wirtin, bedankt sich für meinen Besuch und stellt mir…. noch ein eiskaltes Bier auf den Tisch!
Na dann, Prost!

Ich freue mich, ehrlich – aber gebraucht hätte ich es nicht

Ich sitze nie lange, denn in allen Lokalen ist immer irgendwas offen oder es zieht rein.
Hier in der Pizzeria schließt man wenigstens die Türe, aber irgendein Fenster ist immer offen um den Ofen mit frischer Luft zu versorgen – das nehme ich zumindest an.

Egal wie, es zieht – irgendwo zieht es immer!

Ich sitze mit der Mütze beim Essen

Ok, ich gebe zu – ich bin ja verfroren und dies ist letztlich ja auch ein Grund warum ich hier bin – über´s Jahr ist es wärmer als in good ol´ Germany.

Aber, unterschätzt es nicht! Am Meer, mit Luftfeuchtigkeit und Wind, fühlen sich 6°C oder auch 10°C anders an als zuhause.
Zudem sind hier nicht nur die Schiffe, sondern auch die Häuser weniger gut isoliert.

Es gibt Abende, an denen läuft nicht nur die Eberspächer und ich kuschle mich in meine Decke – an manchen Abenden muss auch der Heizlüfter zusätzlich ran!

Der kleine Keramiklüfter leistet gute Dienste

So liege ich dann vor meinem Rechner und schau in der Mediathek die „Rosenheim Cops“, Dokus oder irgendwelche YouTube Clips.

Alles in Allem geht die Zeit gut rum und ich will abschließend nicht vergessen zu erwähnen, dass wir bei diesen wirklich kalten Phasen immer von ein paar Tagen, maximal ein oder zweimal zwei Wochen, sprechen.
Es ist auszuhalten, man kann überleben!

„Roseheim Cops“ – 476 Folgen 😉

Ach, weil ich gerade die Häuser erwähnt habe – natürlich machen wir uns auch Gedanken, wie wir es schaffen wollen, unser Haus für den Winter aufzustellen.
Ich will nicht frieren, deshalb ist klar, dass wir gut heizen können müssen. Umgekehrt habe ich weder das Geld noch die Lust, in die alte Zentralheizung zu investieren, die fliegt raus.

Marcus hat sehr effiziente Heiz-/Klimageräte, ein großer Teil des notwendigen Stroms kommt über Solar rein.
Das wäre eine adäquate Lösung, die ist zudem einfach zu bauen und preisgünstig.

Ralu und John setzen auf eine Wärempunpe, dafür bin ich zuwenig vorinformiert – muss ich nachholen, vielleicht eine gute Alternative.

Die Wände unserer Katikia haben 65cm Dicke – kühl im Sommer, warm im Winter, da verlasse ich mich jetzt erstmal drauf…

Facebook schlägt mir in „Maketplaces“ einen Kauf „In meiner Nähe“ vor – da liegen sie nicht falsch! Hätte ich das Haus schon gekauft, ich würde echt überlegen…

Gefällt mir – und einen Kaminofen will ich auf jeden Fall

Genug über die Kältephase gesprochen – reden wir über die herrlichen, die sonnigen, die geschenkten Momente!

Sobald die Temperaturen nur ein wenig nach oben gehen, kommen die Segler aus ihren Löchern – ok, das klingt despektierlich…
Die Mitglieder der kleinen Communitiy verlassen dann also ihre wohlig warmen Schiffe und zeigen sich am Marinagelände – Leben kehrt zurück.

An einem dieser Tage organisieren Paola und Thomas von der SIMPLY FREE einen gemeinsamen Lunch im „Trechantiri“ in Xirokampos.
Auch ich werde gefragt ob ich mich dazugesellen möchte und sage sofort zu.
Eine willkommene Abwechslung, sowohl in meinem Terminkalender als auch in meinem Speiseplan!

Ich mache mich auf den Weg in die südlichste Bucht von Leros, ich möchte pünktlich um 13.00 Uhr da sein.

Das „Trechantiri“ ist eine gute Adresse
Wir speisen fein – es gibt allerlei Meze
Ein bunt zusammengewürfelte Truppe

Aus der Marina waren neben Paola und Thomas noch Dora und Miguel aus Spanien dabei, auch Chris und Phil aus Wales gesellten sich dazu.

Ergänzt wurden die Bootcrews durch Cetina und Enzo, beide leben auf Leros und sind führend in der italienischen Community engagiert, zudem war noch eine Ägypterin dabei, welche aber lange in England gelebt hatte und für die UN arbeitete, auch sie lebt heute auf Leros.

Alles in allem eine ganz illustere und spannende Runde! Wir hatten viel Spaß und Kurzweil – klar, beim Zusammentreffen von 10 Menschen aus 5 Nationen.

Als wir das Lokal verließen war es später Nachmittag. Es wurde langsam kühl und es war weit und breit kein Boot zu sehen.
Nur die BÖRDE, ein Boot des deutschen Bundesgrenzschutz, zieht im Auftrag von Frontex einsam seine Kreise.

Es kommen immer wieder Flüchtlinge an – die Küstenlinie wird überwacht

Ahhhh – Sonntag! Ich wache auf und beschließe, heute gönne ich mir etwas!
Ich erinnere mich an das Brunch-Buffet im „Navarone“ – ja, genau danach wäre mir heute!

Ich läute den Sonntag gebührend ein!

Als ich in Agia Marina ankomme herrschte eine herrliche Stimmung. Im Windschutz hätte man für einen Kaffee draußen sitzen können.

Schön! Im Wind frisch, im Windschutz eher warm

Doch danach war mir nicht – ich wollte gemütlich drinnen frühstücken.
Kurz holten mich Zweifel ein, denn ich hatte für mich alleine nicht reserviert – es herrschte aber ein immenser Andrang, ob das gut geht?

Ja ging es! Maria hat sich gefreut mich zu sehen und mich gefragt, ob es für mich alleine ok wäre an der Bar zu sitzen – „…klar, kein Problem!“

Ich lege meine Motorradkleidung, welche mich vor dem Erfrierungstod schützen soll, ab und nehme Platz.
Es macht Spaß, die Menschen zu beobachten!

Ein tolles Lokal
Mit einem herrlichen Buffet…
…es fehlt an Nix
Ich stelle mir ein erstes Tellerchen zusammen und schlemme mich in den Tag

Ein Buffet! Es ist euch bewusst, dass man hier ebenfalls sehr gute Charakter- und Verhaltensstudien machen kann!

Wer mich kennt weiß, dass ich essenstechnisch nicht als Minimalist gelte und an einem Buffet auch auf meine Kosten komme.
Ich gehe aber mehrmals, mache keine Sauereien und wenn ich etwas nicht kenne, nehme ich erst wenig…

So weit, so gut – Basics eigentlich. EIGENTLICH!
Die adrett gekleideten Damen drängeln, Kinder reservieren Plätze am Buffet – vor der Pfanne mit dem Rührei – und meine Geschlechtsgenossen (alle Altersgruppen) bauen Türme auf ihre Teller, die dem zu Babel in nichts nachstehen, viele davon gehen halbvoll zurück.
Es ist un-fass-bar, einfach unbeschreiblich!

Leider bin ich mit meinem Versuch, ein Bild eines solchen Tellers zu machen, gescheitert – ich will da vorsichtig sein.
Aber vorstellen könnt ihr es euch, oder?

Sehr geil mit anzusehen war auch der Versuch eines der Turmbauer, von seinem Teller zu essen – bei dem stämmigen Kerl war die Frage nicht, OB er seine Portion schafft, die Frage war WIE!
Immer, wenn die Gabel auf einer Seite versuchte einen Happen aufzuspießen, fiel auf der anderen Seite des Tellers etwas vom Rand…
Ein Schauspiel!

Das Monatsende naht – ich sollte meinen Blogbeitrag weitertreiben! So ziehe ich mich zurück auf NESSAJA und tippe ein paar Kapitel.

Soll pünktlich erscheinen

Später ruft mich eine Verabredung noch einmal nach draußen.
Der Wind pfeift immer noch eiskalt, aber übermorgen soll es schon besser werden.

Ich bin mit Susanne von der ESPERANZA und Anette und Kai von der TUULI verabredet. Susanne ist ebenfalls Jahresliegerin in der Marina, die anderen Beiden sind Ganzjahressegler und mit ihrem Katamaran gerade in unserer Bucht.

Abermals ziehe ich alles an, was mein Schrank mir anbietet um das Abfallen der Nase oder anderer Extremitäten zu verhindern – eine herrliche Stimmung liegt über der Bucht, aber es ist ungemütlich.

„Blaue Stunde“ – um 19.00 Uhr treffen wir uns in Lakki
100m zum Motorrad ohne Mütze? Für ein Weichei wie mich unmöglich!

Wir gehen ins „SouVLakki“, essen gut – es gibt keine Bilder! Dennoch ist es dieser Abend wert erwähnt zu werden, denn ich friere den ganzen Abend. Auch das an sich nur eine Randnotiz – aber leider will es das Schicksal, dass ich den Monat mit einer Fetzenerkältung abschließe.
Noch zwei Tage bis zum Knockdown!

Diese zwei Tage vergehen unspektakulär und relativ rasch. Die Wetterlage ändert sich, der eisige Nordwind ebbt ab und geht in eine angenehme Windstille über.

Es ist ein wunderbarer Tag! Sofort steigen die Temperaturen, ein Tag zum Wohlfühlen!
Allerdings, das ist schon bekannt, wird die Freude nur von kurzer Dauer sein, es wird Südwind kommen.
Die Temperaturen werden auf einem verträglichen Niveau bleiben, aber es wird Regen geben.

Egal! Der Tag heute soll erstmal genutzt werden!

Später Vomittag, die Sonne steht hoch über dem Strand der Marina
Kein Wind – nicht einmal das Wasser kräuselt sich

Ich möchte mal wieder etwas Produktives tun und einen Punkt von meiner Liste abarbeiten.
Dazu habe ich heute die beste Gelegenheit – ich beschließe daher, mir gleich den wichtigsten Punkt vorzunehmen.

Vor einigen Tagen ist mir zufällig aufgefallen, dass die Befestigungsleine meines Schlauchbootes fast durchgescheuert ist – das zeigt, man muss stetig auf der Hut sein und am Ball bleiben, stetige Kontrollblicke tun Not.

Also ziehe ich mir NESSAJAs Schnulli an den Steg und nehme mir die angescheuerte Leine vor…

Die ersten zwei Meter sind insgesamt liederlich
Schlimmer ist die Schadstelle
Weg damit!

Ich mache einen sauberen Schnitt und einen der gebräuchlichen „Heißtakel“ um das Leinenende vor dem Aufdrallern zu schützen. Das ist nicht schön, aber zweckmäßig und an dieser Stelle auch echt egal.

Danach binde ich das Dinghi wieder fest und freue mich, dass nun keine Gefahr mehr droht.

Aber seltsam, ich bin total schlapp. Die drei Handgriffe fühlen sich an wie Schwerstarbeit!
Ich huste und mir schwant – da bahnt sich etwas an! Ich hege die Hoffnung, dass ich an einer Erkältung vorbeischramme und ruhe mich ein bisschen aus.

Abends gibt es Pizza, das geht immer, ich bin matt und gehe früh ins Bett – noch einen Tag bis Knockdown!

Love it – Pizza geht IMMER

Der nächste Morgen – ich wache auf und muss mich sortieren. Mein Schädel brummt und ich muss stetig husten. Mir tun schon die Flanken weh von der Husterei.
Ein Nasenloch ist zu, ich fühle mich nicht wohl und merke schon – meine Hoffnung wird unerfüllt bleiben, eine echte, vollumfängliche Erkältung bahnt sich an – noch 12h bis zum Knockdown!

Wie heißt es so schön? Drei Tage kommt sie, drei Tage bleibt sie und drei Tage geht sie – na toll!
Da ahne ich ja was auf mich zukommt.
Ich will noch einkaufen gehen, also setze ich mich sofort auf´s Mopped und tüte in den Ort.

Auf dem Weg sehe ich Seltsames…

Nanu, Piraten? Hier?
Offensichtlich!

Ich steige ab, mache Bilder und schüttle dem Kapitän die Hand – offensichlich der Piratenhauptmann.
All diese Informationen lasse ich Enkel Otto zukommen, er soll schon wissen, dass sein Opa gute Kontakte zu den Piraten unterhält – harrharrharr… 😉

Ich fahre die einzelen Stationen ab und kümmere mich um alles was wichtig ist – Geld holen, der Erste steht vor der Türe. Dann einkaufen – alles was ein Mann so braucht, Bier, Cola, Chips.
Dann zum Marinaoffice, den Chip für Strom und Wasser laden lassen.
Erledigt! Check! Jetzt kann die Erkältung kommen, ich bin gewappnet!

Nur noch ins Office

Noch 6h bis zum Knockdown!

Weil ich ahne was kommt, will ich heute zu Mittag essen – man weiß nie! Die vom „Tis Kakomoiras“ ausgerufenen „Streetfood Days“ bieten sich förmlich an!
Also fahre ich am frühen Nachmittag dorthin und futtere…

Ein liebevolles Lokal mit „offener Küche“ – sehr sympathisch
Der hintere Raum ist ohnehin eine Wucht – aber auch hier vorne überall liebevolle Details

Ich bestelle „den größten Burger den sie haben“ und ein bisschen drumrum.
Ich muss sagen, echt lecker. War einfach mal was anders.

Onion Rings
Potato Wedges mit Cheddar und Jalapeños – und der Burger…
…welcher nicht von schlechten Eltern war!

Ich fahre zurück auf NESSAJA. Ich bin bereit! Die Erkältung kann kommen…

UND SIE KAM – UND WIE!

Ich erspare es euch, hier zu beschreiben wie eine Erkältung einen übermannt – für Männer ohnehin eine Nahtoderfahrung, war ich nun also gebeutelt und heimgesucht von einer Krankheit welche ich nicht sehen kann, die man nicht eingipsen oder nähen kann – etwas Fieses und Heimtückisches übernimmt meinen Körper! Viren und Bazillen halten mich in Schach.

ICH LEIDE!

Süder, flenn…

Bis spätabends liege ich so da und lass´ mich von den Roseheim Cops berieseln. Das geht und ist auszuhalten.

Irgendwann überfällt mich so etwas wie ein Gelust auf etwas Warmes, kein Hunger – eher was Warmes.
In Ermangelung einer Suppe gebe ich meinen Widerstand gegen das Kochen für mich alleine auf – ich mache mir Nudeln.
Nudeln machen glücklich – ist bewiesen!

Machen Nudeln auch gesund? Ich werde es ausprobieren…

Super, jetzt muss ich auch noch abspülen
Den Teller spare ich mir – heute ist „Barnaby Abend“

Ich kann es vorweg nehmen, temporär hilft es – aber nicht anhaltend.
Ich durchlebe eine grausige Nacht, konnte da aber noch nicht ahnen, was für ein Tag folgen sollte.

Ich trinke am folgenden Morgen meinen Kaffee und nehme mir fest vor, nach diesem wieder ins Bett zu schlüpfen – ich will und muss mich schnellstmöglich auskurieren.

Es war verfitzmaledeit – an diesem Tag hatte ich, ohne zu übertreiben, von morgens 10.00 Uhr bis abends um 19.00 Uhr stetig und pausenlos mit WhatsApps, Anrufen, eMails und Besuchen zu tun.
Die meisten von ihnen „Kannst Du mal…“ Anfragen.
Es hat mich Mühe gekostet, allen zu erklären, dass ich jetzt mal zwei Tage Pause brauche – ich wollte keinesfalls unfreundlich oder gar abweisend wirken.
Es war ein schrecklicher Tag und ich war froh, als er vorbei war.

Die Nacht war, wie zu erwarten, fürchterlich – dafür begann der neue Tag gar nicht mal so gut! Zum Mäusemelken! Dieser Februar gibt sich alle Mühe, so empfinde ich es heute, als der mieseste Monat seit unserer Abreise aus Deutschland in Erinnerung zu bleiben.

Ich bleib´ einfach daheim…
An eine Motorradfahrt in den Ort ist nicht zu denken

Leider Gottes bleibt es fast den ganzen Tag so. Heftige Regenschauer geben sich ein Stelldichein mit Gewittern – unterbrochen nur von kurzen Pausen.
Das ist an sich erträglich, aber wenn ich das geahnt hätte, wäre mein Schwerpunkt beim Einkaufen eventuell nicht auf Bier und Erdnussflips gelegen.
Mir schwant – heute wird wieder ein Nudeltag.

Sibylle feixt am Telefon – „…na, musst Du alleine gesund werden? Diesmal kannst Du mir nix vorjammern!“
Wie gemein! Von der Redensart, dass geteiltes Leid auch halbes Leid ist, hat sie scheinbar nie etwas gehört.

Egal, erzähle ich es halt euch…

Nur Spaß! Mach´ ich nicht – aber ihr dürft mir glauben, ich war maximal unfit! Ich nutze den tristen Tag um mich auszukurieren.

Kaputt – total

An solchen Tagen spüre ich Nachteile durch mein Gewicht. Sonst habe ich im Alltag die Kraft, meine Masse zu bewegen – aber an Tagen an denen ich kraftlos bin, leide ich bei jeder Bewegung.

Das Atmen fällt schwer und tut weh, weil ich Muskelkater vom Husten habe.
Hilft aber alles nichts, irgenwann muss ich raus und mich versorgen – ich habe Hunger und mache mir Nudeln.

Kennt ihr „Murphys Law“? Klar kennt ihr das! So ging es mir heute obendrein – ich hatte leider kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu!

Während des Kochens ging mir das Gas aus!

Ich baue schnell auf Induktion um

An einen Gasflaschenwechsel ist nicht zu denken. Es ist schon spät, es hat abgekühlt und außerdem regnet es. No way!
Also stelle ich alles auf Induktion um, stelle dabei aber fest, dass die von mir verwendete Pfanne nicht tauglich ist.
Also, dann eben noch ein anderer Topf! Egal, ich spüle ja gerne ab!

Ich leide jetzt nicht nur, ich bin auch frustriert!
Während ich esse, schau ich durch, ob es in den Facebookgruppen aus Leros etwas Neues gibt.

Ein polnisches Paar aus der Marina fragt nach, ob denn heute zum „griechischen Fleischtag“ die Tavernen keine BBQ-Angebote hätten.
Ich antworte, dass er leider eine Woche zu spät sei, „Tsiknopempti“ war letzte Woche.
Er fragt abermals nach – „…und die Faschingsfeiern?“ Auch hier ist er zu spät, die meisten sind vorbei.
Mit einem Angebot kann ich aber helfen…

Wieder meine Lieblingsmusiker – aber falscher Anlass und falscher Ort. Für mich

Es wird euch nicht überraschen, dass ich Fasching nicht leiden kann. Ich bin froh, wenn der ganze Spuk jetzt dann vorbei ist.

Der wahre Grund meiner Internetrecherche ist aber ein anderer, ein ernsthafter. Seit Tagen schon wird davon gesprochen, dass am 28.02. ein 24-stündiger, landesweiter Generalstreik ausgerufen ist.
Man kann noch nicht einschätzen wie das ausgeht, denn es sind meist Bürgerinitiativen, die sich in den Sozialen Medien gesammelt haben um gegen die Politik im Land zu protestieren.

Das ganze hängt sich am Zugunglück von Tempi im Jahr 2023 auf, bei dem 57 Menschen den Tod fanden.
Die Griechen unterstellen ihrer Politik komplettes Versagen und mehr! Mit den Protestaktionen wollen sie das Drama des 28.02. unvergessen machen und verhindern, dass unterstellte Straftaten unter den Tisch gekehrt würden.

Auch in Leros wird es Kundegebungen geben, ich werde kurz vorbeisehen, wenn ich etwas fitter bin.

Dann gehe ich ins Bett – aber es ist ein hoffnungsloses Unterfangen, an Schlaf ist nicht zu denken.
Um 01.23 Uhr stehe ich wieder auf, es ist der letzte Tag des Monats.

Und ich bin soooo müde

Was tun? Ich beschließe, dass ich noch ein paar Zeilen Blog schreiben werde, die Zeilen, welche ihr eben erst gelesen habt.

Direkt über mir entlädt sich ein Gewitter. Der Regen prasselt unbeschreiblich laut, es könnte wieder kleiner Hagel sein. Ich bin zu matt um nachzusehen.
Die Blitze erleuchten den Himmel, der ohrenbetäubende Donner kommt unmittelbar nach dem Blitz.
Wobei „Donner“ das Geräusch nicht treffend beschreibt – es ist mehr so ein knackendes, knisterndes Geräusch.

Nach etwa einer Viertelstunde ist der Spuk vorbei – mir reichts! Ich muss versuchen eine Mütze Schlaf zu bekommen.
Dies gelingt kaum, ich wälze mich hin und her und stehe um 06.30 Uhr final auf – ich fühle mich gerädert.

Hilft aber nix, nachdem ich mich sortiert habe und meinen Kaffee getrunken hatte, musste ich mich aufrappeln.
Heute hatte ich im Ort Besorgungsfahrten zu machen – ich nutze also eine Regenpause.

Klar – der Regen setzt wieder ein

Ich habe nur bedingt Glück. Ich hole Gas, mache einen Abstecher bei der Apotheke und fahre zum Bäcker um mir ein Frühstück zu kaufen. Just hier setzt der Regen wieder ein und ich habe zu tun, dass ich einigermaßen trocken nach Hause komme.

Ich merke auch, dass sich Motorradfahren anders anfühlt als auf dem Sofa sitzen – ich muss langsam machen, mir fehlt die Energie!
Egal, fahre ich eben später nochmal.

Zuhause suche ich alle Arzneimittel zusammen, die irgendwas mit Erkältung zu tun haben – wer mich kennt weiß, welche Mächte mich gesteuert haben. Ich verabscheue Arzneien!
Hilft aber nix, die Erkältung muss weg! Sibylle berät mich und ich fülle mich nach dem Frühstück mit Pharmaprodukten auf.

Ein bisschen hilft es

Wäre Sibylle hier, ich würde mit einem Tee im Bett liegen und warten, bis das Drama vorbei ist.
Aber so muss ich eben sehen wie ich zurecht komme 😉 – EINHANDSEGLER halt…

Um 10.30 Uhr fahre ich noch einmal nach Lakki. Dimitra vom „Luigi Café“ hat das Geschäft verkauft und will sich vermehrt um die Zwillinge kümmern. Heute ist ihr letzter Tag, es gibt eine offizielle „Einladung“ an alle Freunde und Kunden, auf einen letzten Kaffee und ein letztes Foto vorbei zu sehen.
Das lass´ ich mir nicht zweimal sagen – Ehrensache!

Alles Gute Dimitra

Im Café treffe ich auch ihren Mann, Sotiris den Segelmacher. Sein Rückruf bezüglich meiner Matratzen steht noch aus – ich behellige ihn aber nicht damit. Ein Thema, welches ich mit in den März nehme.

Die Uhrzeit meines Besuches war übrigens bewusst gewählt – mir blieb Zeit für einen Espresso im Stehen, dann bin ich an die Waterfront gegangen, denn hier sollte um 11.00 Uhr die vorgenannte Kundgebung stattfinden.

Und das tat sie – UND WIE!

Gefühlt waar ganz Leros in Lakki, die Polizei hat die Straßen später gesperrt
Es gab tatsächlich eine Art „Choreografie“
Die Alten standen Spalier, die Jugend führte den Protestzug – auf den Schildern die Namen der Opfer
Beim Zugunglück am 28.02.2023 in Tempi waren hauptsächlich junge Menschen ums Leben gekommen
Der Satz „Ich bekomme keine Luft“, der auf einer Audioaufnahme der Rettungskräfte zu hören war, wurde zum Slogan der Bewegung

Die Teilnahme bewegt mich! Ich war ergriffen mit anzusehen, wie wütend und traurig die Menschen vor Ort waren, wie sie mitgefühlt haben und ihrem Kummer Luft machten.
Es war mir wichtig dabei zu sein und mich hinter ihnen zu stellen.

Umgekehrt habe ich mir selbst, sowohl in Facebook als auch im Gespräch, jede politische Stellungnahme untersagt.
Ich bin Expat und Gast in diesem Land, ich kenne mich mit der Politik und den Verantwortlichen dahinter nicht aus, es gebührt mir nicht, hier gemeinsam mit den Griechen zu urteilen.

Ich bleibe nicht sehr lange, denn als die Reden beginnen, kann ich nicht mehr folgen.
Ich bin ohnehin matt und muss mich echt ein wenig hinlegen – gedacht, gemacht, nix wie heim…

Ich gönne mir 2h Mittagsschlaf und Erholung

Wie bekomme ich diesen Tag nur rum???

Kurz – es ging so. Ich hab´ tatsächlich etwas geschlafen, mich dann neu sortiert und mir noch einmal etwas gekocht.
An eine Einkehr ist ja nicht zu denken – hat aber auch so geklappt.

Cordon-Bleu und Pfannengemüse, abgespült wird morgen

Danach das übliche Programm, fernsehen, etwas auf der Couch flacken und ein bisschen leiden.

Relativ zeitig beschließe ich – ich beende den Tag! Und den Monat! Es reicht aber auch, ich bin froh, dass der Februar vorbei ist…

Ausblick auf März – ich will schnellstmöglich gesund werden, denn „Clean Monday“ steht vor der Türe. Bekomme ich die Polster vor meiner Abreise noch erneuert?
Ansonsten wird es wohl noch knapp zwei Wochen so weitergehen, der „Einhandsegler“ hat noch ein paar Tage vor sich.
Am 13.03. werde ich frühmorgens nach München aufbrechen und für den Rest des März dort verweilen.

Was sich dort und bis dahin tut – wie immer auf diesem Blog! Danke für´s Lesen…

Gruß von Bord der NESSAJA
Mario

EINHANDSEGLER

Du hast die Leinen losgeworfen mit einem Wort
Alle Ketten, aller Ballast gegen über Bord
Hast einen Strich gezogen, deinen Kurs bestimmt
Ins Logbuch eingetragen und das Ruder getrimmt
Du bist aus dem Hafen auf das off´ne Meer freigekommen
Der Wind fällt in die Segel und du hast Fahrt aufgenommen
Dein Bug spaltet die Wellen und pfeilschnell zischt dein Boot über die Kämme und – es fliegt die Gischt

Dein Kielwasser säumt schäumend deine Bahn
Einhandsegler auf dem Ozean
Verlassen von allen guten Geistern
Das Spiel mit den Fluten meistern
Allein in einem zerbrechlichen Kahn
Einhandsegler auf dem Ozean
Die Strömung ist gefährlich, die Untiefe nicht weit
Du musst kreuzen gegen Dummheit und den Geist der Zeit
Die See wird rau und kabbelig wenn du es wagst
Zu widersprechen, wenn du aufstehst und die Wahrheit sagst

Da ist keine stille Bucht, da ist kein schwitzendes Ufer
Niemand in der Wasserwüste hört den mahnenden Rufer
Dass du Recht hast werden sie dir nie verzeih´n
Und dann stürzen alle Wetter zugleich auf dich ein
Zähl nicht auf Schönwetterfreunde im Orkan
Einhandsegler auf dem Ozean
Verlassen von allen guten Geistern
Das Spiel mit den Fluten meistern
Allein in einem zerbrechlichen Kahn
Einhandsegler auf dem Ozean

Du siehst Wellen und Wolken und du siehst kein Land
Da draußen liegt dein Los allein in deiner Hand
Du hast den Funk abgeschaltet, du brauchst sie nicht mehr
Die echten Heuchler, die falschen Klugen, die blinden Seher
Du musst nicht mit ihnen um ihre gold´nen Kälber tanzen
Egal wie sie sich über dich das Maul zerfransen
Niemand steht über dir, aber auch niemand steht dir bei
Das ist ein hoher Preis, doch dafür bist du frei
Du bist niemands Herr und niemands Untertan
Einhandsegler auf dem Ozean

Verlassen von allen guten Geistern
Das Spiel mit den Fluten meistern

Allein in einem zerbrechlichen Kahn
Einhandsegler auf dem Ozean
Allein in einem zerbrechlichen Kahn
Einhandsegler auf dem Ozean

4 Kommentare zu „Februar 2025 – Einhandsegler“

  1. Lieber Mario,

    danke für den Februar-Bericht und nochmals dafür, dass du nach den Stürmen den Zustand meiner Blodughadda wie gebeten angesehen hast. Ich kann gar nicht sagen, wie beruhigend die Entwarnung ist.

    Deine Beschreibungen der Lebenssituation auf Leros sind für mich sehr interessant. Zumal ich Leros ja nur als Sommergast seit vielen Jahren kenne. Als solcher hat man ja keine Ahnung, was sich im Winter auf der Insel tut.

    Das Verkaufangebot der NESSAJA auf der Homepage hast du überarbeitet. Super! Ein so gut ausgestattes segelklares Segelboot (inklusive Waschmaschine…) wird auf dem Gebrauchtbootmarkt nicht so leicht zu finden sein. Es wird ein Aussteiger-Eignerpaar mit genauen Vorstellungen und technischem Wissen kaufen – prophezeie ich.

    Noch ein Wort zum erwähnten Kostas: Dieser sehr bescheidene Mann verdient höchsten Respekt. Er hat die Evros Marina zu dem gemacht, was sie heute ist. Er hatte die Vision, die Energie und wohl auch das nötige Kapital und und die notwendigen Beziehungen, aus einem „Steinbruch“ eine moderne Marina zu bauen. Was ihm als Privatmann auch gelungen ist. Und was, wenn man griechische Verhältnisse kennt, ganz außergewöhnlich ist.
    Während der (staubigen) Bauarbeiten hatte ich ein paar Jahre mein Boot im Winter auch dort und hatte einen guten Kontakt zu ihm.

    Ich hoffe, dass es dir mittlerweile wieder gut geht und du das Leben auf Leros wieder genießen kannst.

    LG Tom

    1. Hallo Tom, danke für Dein Feedback und auch die zusätzlichen Infos.
      Ja, mir geht es besser – aber ich seit dem Tippen der Zeilen noch bis gestern davon.
      Ich denke auch, dass Kostas ein Visionär ist – gerne auch mal unbequem, aber das muss man vermutlich sein, um Ziele zu erreichen.
      Wir mögen ihn…
      Ich hoffe, dass Deine Einschätzung zu Nessaja richtig ist – die Leute schauen halt immer zuerst auf den Preis, es wird eine zeitlang dauern.
      Ich werde Geduld beweisen und warten bis der richtige kommt.
      Dir gute Zeit und auf bald
      Mario

  2. SY Maxi

    Moin liebe Nessaya. Erstens wünschen wir dir Mario, zielführende Rekonvaleszenz und danken für deine freundschaftlichen Zeilen! Zweitens lesen wir mit großem Interesse deinen monatlichen Bloc. Diesmal umso gespannter. Wir verstehen deinen Wehmut und es sind immer Entscheidungen im Leben, die getroffen werden müssen. It is what it is!!!

    Der gemeinsame Prost auf das“Leinen Los“ in Griechenland versprach viel Abenteuer. Wir haben uns dies und das ausgemalt! Das gemeinsame Zusammenspiel und unsere Boote passten gut. Noch während des „los segeln“ unsererseits glaubten wir, dass ihr nachziehen werdet. Das Loslassen von diesem Gedanken war doch dann etwas hart! Denn wir sind uns währen diesen zwei Jahren bewusst geworden, wie cool und entspannter es doch ist, wenn die Routen nicht alleine gesegelt werden. Schade, wir hätten euch als Buddy Boat sehr geschätzt. gemeinsam mit Würde die Ankerbierchen getrunken! Nun haben wir die Überquerung geschafft und es war gar nicht so ein Ding! Es gibt hier in Brasilien 🇧🇷 leckere Caipirinias und Steaks 🥩. Auch den Heizkörper und die Pullover können verstaut werden. Die Natur ist unglaublich vielfältig, aber auch moskitoreich!!!

    Heutzutage gibt es das Internet, um zu schauen was das Gegenüber tut. Das hilft, trotz Ferne gedanklich beieinander zu sein und eben die verschiedenen Lebenskonzepte miteinander zu teilen. Gespannt warten wir auf deinen nächsten Bloc. Die Maxi Crew

    1. Liebe Baba, lieber Robi,
      DANKE für das nette Feedback – dem habe ich absolut nichts hinzuzufügen!
      Ich wünsche euch von Herzen alles Gute und viele beeindruckende Erlebnisse auf der „Reise eures Lebens“.
      Gruß aus Hellas
      Mario

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