Januar 2025 – Enough

Wir schreiben den 13.01.2025, es ist 04.12 Uhr, also mitten in der Nacht. Ich kann nicht schlafen und beschließe, heute mit dem neuen Monatsblog zu beginnen.

In dieser Nacht fällt mir auch die neue Headline ein, dafür muss ich allerdings einen kleinen Ausflug in die frühen 90er machen!
Marla Glens „Enough“ aus dem Jahr 1993, scheint mir sehr gut geeignet, meine Gedanken, zumindest die der ersten Monatshälfte, zusammenzufassen.

Der Text ist durchaus sinnvoll und kratzt dabei sogar etwas an zumindest einem, für uns aktuellen Thema – doch damit nicht genug…

Ich will zugeben, dass ich in den ersten zwei Wochen des Jahres, von ein paar Dingen die mein persönliches Leben beeinflussen, ziemlich genervt war – heute, am 13.01., exakt einen Monat nach der Kaufabsichtserklärung für unser Haus, beschließe ich, diese Themen 2025 anzugehen!

Man kann sagen, dass es sowas wie meine Neujahrsvorsätze sind – doch der Reihe nach, der Monat begann nämlich zunächst wie jeder andere auch…

Das Jahr 2025 ist da – ich finalisiere meinen Blog für 12/2024

Ich war etwas früher wach und habe bei einer Tasse Kaffee meinen Blogbeitrag für Dezember letzten Jahres fertig gemacht.
Während ich die Worte in mein Laptop tippe, wird Sibylle ebenfalls wach und zaubert uns ein leckeres Frühstück.

Der 1. Januar ist auch hier ein Feiertag, die Marina hat ohnehin noch Betriebsruhe, es eilt also nichts, wir frühstücken gemütlich.

Spiegeleier und Schinken – gibt es nicht jeden Tag

Draußen zeigt sich ein blauer Himmel, es sieht fast sommerlich aus. Der Temperaturcheck bestätigt den Verdacht – das Jahr startet sehr freundlich!

Sibylle regt ein „Fährtle“ an, sie möchte zur Mittagszeit einen Cappuccino am Strand trinken.
So führt uns unsere Fahrt, ein paar Stunden später, an den geliebten Panteli Strand, der zu dieser Jahreszeit ein Juwel ist.

Die Kaffeebar „Sorocos“ ist geöffnet, wir bestellen uns das köstlich duftende Gebräu und genießen den Ausblick Richtung Kalymnos.

T-Shirt Wetter am ersten Tag des Jahres
Der Blick Richtung Nachbarinsel ist ein Traum

Ein Jahr zuvor waren Irene und ich baden, heute war mir nicht danach, obwohl ich einen Moment überlegt habe.
Ein anderer Mann geht schwimmen und macht ein paar ausgiebige Züge – später erfahren wir vom Marinaelektriker, dass das Meer immer noch 19°C hat.

Ich will das gerne glauben, denn wir hatten bisher nur einmal ein paar kalte Tage, ansonsten war es zwar häufig regnerisch und stürmisch, aber es war meist relativ warm.

Wir lassen den Tag gemütlich ausklingen und freuen uns, dass das neue Jahr so positiv startet.

Der nächste Tag war etwas bewölkter, aber immer noch freundlich. Eine gute Gelegenheit, einmal mehr nach den Schiffen der Freunde zu sehen. Viele hatten sich kurz vor oder auch kurz nach Weihnachten beziehungsweise Silvester gemeldet, wir wollen antworten und uns bedanken, dazu hängen wir dann meist ein Bild des jeweiligen Schiffes und einen kurzen Lagebericht an.

Alles ok auf Emanuels RUKIPE

Auf RUKIPE werfen wir einen kurzen Blick hinein und ich gebe eine Einschätzung zu einer geplanten Reparatur ab.
Darüber hinaus ist auf RUKIPE aber alles ok und der Skipper kann beruhigt in seine Saisonplanungen gehen.

Bei anderen Schiffen sehen wir nur von außen nach dem Rechten…

Bennos CARPE DIEM im Winterschlaf
Unser Schwesterschiff – Alistairs MONEY PENNY ist safe
Last not least – alles ok bei ALADIN

Bei ALADIN binden wir eine gerissene Befestigungsleine der Vollpersenning wieder an, zu trivial um es den Eignern mitzuteilen – solche kleinen Handgriffe machen wir sehr oft und meist ohne Tamtam.

Weil wir gerade unterwegs waren, bot sich die Gelegenheit ein paar Bilder von INSPIRATIONs Geräteträger zu machen.

INSPIRATION und ALENA sind Nachbarn – alles ok auf beiden Booten

Ein Interessent hat seinen Besuch angemeldet und wird Ende dieses Monats kommen. Im späteren Verlauf dieses Monatsberichtes werdet ihr also erfahren, ob sich beim Verkauf der Bavaria 39 Cruiser etwas tut.

Dieser Interessent ist schon ein wenig in der Detailplanung und hat mich um spezielle Blickwinkel auf den Geräte- bzw. Solarträger gebeten – diesen Wunsch werde ich umgehend erfüllen.

INSPIRATION hat einen stabilen Geräteträger, welcher ausbaufähig wäre

Er hat mich zudem wissen lassen, dass er sich ein Hardtop statt des Biminis bauen lassen wolle – aber er bezweifelt, ob so eine Idee auf Leros umsetzbar wäre…

Nun, auch da kann ich helfen – ich hänge den angeforderten Bildern gleich ein Foto meines Hardtops an – „made on Leros“!

Allemal gibt es auf der kleinen Insel die richtigen Leute

Während ich also einmal wieder Werbung für Giorgos Firma „Boat & Parts“ mache, will es der Zufall, dass auf der anderen Seite der kleinen Ägäisinsel Leros, eben dieser Mechanikus seine Arbeit wieder aufnimmt.

Auch Giorgos ist mit seiner Familie von einer kurzen Auszeit zurück und kümmert sich wieder um seine Aufträge – alsbald erreicht mich eine Nachricht von ihm…

Die raren Teile sind da

Nicht häufig gibt es die „richtig guten“ Nachrichten, wenn es um die Teilebeschaffung bei Booten geht.
Mario von der SAGITTA, hat am heutigen Tag dieses Glück!

Während er mit Eva zuhause in Österreich verweilt, hatte ich ihm versprochen, dass ich mich um das defekte Saildrivegetriebe kümmere. Das benötigte Ersatzteil ist laut Volvo Katalog nur noch als Einheit „Reverse Gear“ erhältlich und kostet fast 1.700.-€!

Giorgos ist es gelungen, die Einzelteile dafür bei ZF zu beschaffen und somit richtig viel Geld zu sparen.
Das freut mich und es ist Grund genug, bei Giorgos vorbeizusehen – zumal er auch den bei ihm gebraucht gekauften Außenbordmotor fertig gestellt hat!

Ich brauche ein Auto! Zuviel Gepäck für die GS! So miete ich mir für einen Tag einen Kleinwagen und fahre nach Kamara um die Auftragsarbeiten abzuholen.

Testlauf für den gebrauchten Yamaha
Wir laden Saildrivegetriebe und Außenborder nebst ein paar Kleinteile in den Wagen

Hat alles super geklappt! Sibylle und ich bleiben eine Weile in der kleinen Werkstatt, wir plaudern mit den Jungs vor Ort und planen, uns bald einmal zu besuchen.

Der Freund freut sich riesig mit uns über die Neuigkeiten bezüglich unseres Hauskaufes – er erkennt, dass wir wirklich ernst machen und für die Zukunft auf Leros planen.

Dann wird es Zeit, in die Marina zurück zu fahren. Zuerst kommen wir an SAGITTA vorbei, wo wir das Getriebe in Folie packen und ordentlich verstauen.

Hier liegt es nun, bis Mario und Eva zurück sind

Den Rest der Teile bringen wir dann zu Hans Peters LIBERTÉ – dort laden wir aus…

Zunächst alle Kleinteile auf die Mauer, ein Rahmen für die äußere Saildrivemanschette, dazu eine speziell für den Saarländer angefertigte Nuss für die Propellermutter.

Fast wie der UPS Fahrer
Der V4A Rahmen um die Gummimanschette ordentlich zu fixieren
Und eben diese „spezielle Nuss“

Die technisch Interessierten mögen sich fragen, um was für eine Spezialnuss es sich handeln mag – das ist recht einfach zu beantworten…
Volvo schreibt für die kegelförmige Mutter ein Anzugsdrehmoment von 70Nm vor – diese möchte Hans Peter exakt einhalten.

Wir Mechaniker sind an dieser Stelle meist entspannter und drehen eben fest zu – 70Nm wird geschätzt und wenn es am Ende 68Nm oder 72Nm sind, wäre das egal.

Eine Genauigkeit von +/-2Nm ist einem Mechaniker in diesem Drehmomentbereich in die Wiege gelegt, das Handgelenk „klackt“ da.
Spaß beiseite – die Nuss ist vielleicht nicht unbedingt nötig, aber sie stellt sicher, dass HP an dieser Stelle exakt die Vorgabe erfüllen kann.

Ein Unikat – nicht viele private Segler dürften so etwas haben

Ich trage die Kleinteile nach oben und drapiere sie auf den Salontisch. Dann muss ich mir überlegen, wie ich den Yamaha nach oben bringe.

Ich muss ohnehin schon immer darauf achten, dass ich eine stabile Leiter erwische und diese sicher steht. Damit komme ich klar!
Aber dann noch einen 25kg Außenborder schultern ist schon wie Geister rufen – ich möchte die Herausforderung also smart lösen…

Ich binde den Motor an eine Leine und ziehe ihn hoch

Die etwa 25kg des Zweitaktmotors kann ich aus den Armen hochziehen, das klappt vorzüglich und so habe ich das Motörchen bald schon im Cockpit und kann es von da aus im Schiff verstauen.

Gut verräumt – er wartet auf den neuen Besitzer

Mit dem Yamaha hatte Hans Peter soviel Glück wie Mario mit seinen Saildrive Ersatzteilen!
Die alten Zweitaktmotoren sind aufgrund ihres geringeren Gewichtes und der Einfachheit ihres Aufbaus, gefragte Gebrauchtteile.
Selbst für nicht ganz so gute Exemplare werden teils richtig hohe Summen bezahlt.

Hier sah das Geschäft anders aus – HP hat bei Giorgos eine Motorwartung für den Außenborder gekauft, den Motor gab´s quasi dazu!
Win-win, Giorgos verkauft Arbeitsleistung und Teile, hat einen der eingelagerten Außenborder los und einen zufriedenen Kunden mehr.
Hans Peter hingegen hat einen 1a einsatzklaren Motor für einen Betrag, bei dem man nicht nachdenken muss.

Hätte er ihn nicht gekauft – ich hätte ihn genommen, einfach so!

Während wir um LIBERTÉ herum zu tun haben, fallen uns zwei Sachen auf – zum einen ist der neue Coppercoat Anstrich des Schiffes ganz schön versaut.
Ich hoffe, dass durch die Fertigstellung und Aktivierung im Frühjahr alles wieder in Ordnung kommt.

Wasser, welches vom Deck rinnt und Spritzwasser von unten

Zum anderen hatte sich das Großsegel des Nachbarschiffes aus seinem Lazybag befreit und hängt traurig vom Baum.
Dass dies dem Tuch nicht zuträglich ist, muss man nicht erklären – viel schlimmer finde ich aber, dass der nächste Sturm Schaden anrichten könnte.

Ich schlüpfe also wieder in meine verhasste Rolle des „German Hausmeister“, mache ein Foto und informiere das Office. Die Marinaarbeiter mögen das doch bitte aufklarieren.

Bei Sturm ein Risiko

Ganz so einfach wie es scheint, ist die Lösungsfindung hier auch wieder nicht – das ordentliche Stauen des Segels obliegt dem Eigner.
Das Aufklarieren ist aufwändiger als man es auf dem ersten Blick vermuten mag – das Segel wird nämlich abgeschlagen, getrocknet und dann gepackt und auf´s Schiff gestaut. Der Lazybag sturmsicher verpackt.

Das dauert vermutlich zwei Mannstunden, die will die Marina natürlich verrechnen, was wiederum nicht geht, ohne vorher mit dem Eigner gesprochen zu haben.

Wie auch immer, ein fähiger Marinero würde solche Sachen bemerken und einsteuern, leider haben wir im Moment keinen solchen – wir haben gar keinen!

Tags darauf bringen Sibylle und ich das Auto zurück und begeben uns bei dieser Gelegenheit zum Betonpier an der Riva von Lakki…

Den Leihwagen können wir einfach bei Michalis abstellen
Auf der Betonpier ein Mann in Badebuxe – mit einer weißen Taube

Nanu! Was geht hier vor sich? Ok, eine rhetorische Frage – wir wissen es…
Heute am 06. Januar ist in „unserer“ kirchlichen Welt der Dreikönigstag, hier im griechisch-orthodoxen Kirchenkalender ist heute „Epiphanie-Fest“, das Fest, bei dem nach dem „heiligen Kreuz“ getaucht wird.
Dieses Spektakel wollen wir uns nicht entgehen lassen.

Der tapfere Mann auf der Betonpier war der erste der Schwimmer, die später um das Kreuz wetteifern werden. Bald schon kommen seine Mitbewerber – alle in der Hoffnung das Kreuz zu erhaschen und 2025 besonders viel Glück zu haben.

Während sich die Männer auf der Pier sammeln, kommt am Kreisverkehr der Zug mit dem Priester um die Ecke, die Menschenmasse steuert zielstrebig auf die Pier zu.

Der Priester, das Kreuz, die Gläubigen

Der Tross zieht singend auf die Pier, sammelt sich dort und der Priester beginnt mit der Predigt und Weihe des Kreuzes, es gibt jede Menge Zuschauer.

Der Tross trifft auf die mutigen Schwimmer
Man sammelt sich, die Weihe beginnt
Viele Zuschauer säumen die Straße
Sibylle filmt – Bild und Ton für die Nachwelt erhalten

Die Weihe des Kreuzes dauerte nicht so lang, vielleicht so 15 Minuten. Dazu muss man aber anmerken, dass der Gottesdienst in der Kirche, zuvor wohl rund zwei, zweieinhalb Stunden gedauert hat.

Epiphanie ist das älteste Fest der griechisch-orthodoxen Kirche, man nimmt solche religiösen Gebräuche sehr ernst.

Nun, ganz so ernst auch wieder nicht – denn auf einmal holte der Priester aus und schien das Kreuz zu werfen! Drei adrenalingeladene Männer sprangen sofort ins Wasser, jeder will der Erste sein!

JETZT – endlich! Oder doch nicht…

Ihr könnt es euch denken, ätschibätschi, der Priester scheint ein Spaßvogel zu sein – er hatte nur angetäuscht!

Die Voreiligen durften wieder an Land klettern, sich wieder einreihen – zuerst die weiße Taube! Ok, ich weiß nicht wirklich warum die jetzt fliegen darf, aber ein bisschen weiße Taube schadet der Welt sicher nicht.

Gerade jetzt fällt mir Hans Hartz´ „Die weißen Tauben sind müde“ ein – übrigens auch ein 80er und mein Klingelton am Telefon – sollte ich auch einmal zur Headline machen…

Da fliegt sie hin – ich hoffe, sie macht einen guten Job

Dann war es endlich soweit, das Warten hatte ein Ende! Das Kreuz flog und die gläubigen Schwimmer hechteten hinterher und kraulten zum heiligen Zeichen.

Einer hatte es erhascht, der Glückliche! Die anderen kamen zu ihm, man feierte sich und das Leben! Küsse wurden getauscht, dann schwamm man zurück an Land und brachte das Kruzifix zurück zum Priester.

JETZT wirft er es…
Die Mannsbilder jagen dem heiligen Zeichen und dem eigenen Glück nach
Einer hat es!
Doch man freut sich gemeinsam
Dann heißt es – zurück ans Ufer…
…wo das Kreuz wieder in die Hände des Priesters gegeben wurde

Das war schön mit anzusehen. Wir waren dabei, man hat sich getroffen – so waren etwa auch Manolis und Anna hier, unsere neuen Nachbarn in Plaka.
Es ist gut Flagge zu zeigen, wir schätzen das Miteinander mit den Locals.
Danach ziehen alle Lerianer wieder ihrer Wege und auch wir fahren zurück in die Marina.

Die Fischer an der Marinaeinfahrt laufen im Winter seltener aus

Ist es nicht so, dass Pech und Pannen immer dann auftreten, wenn man es am wenigsten brauchen kann? Diesmal erwischt es mich nach dem Duschen…

Ich spüle meinen eingeseiften Körper mit sanften Strahl ab, erfreue mich am Umbau unserer Brausegarnitur auf „Grohe“ Hauhaltsware und genieße deren komfortable Funktionalität.

Der letzte Handgriff gilt immer dem Schalter der elektrischen Duschsumpfpumpe, diese dient dazu, das in der Duschwanne verbleibende Wasser außenbords zu pumpen.
Ich drücke den Schalter, die Pumpe summelt wie gewohnt, der Wasserspiegel sinkt.
Plötzlich verwandelt sich das leise Summeln in ein mahlendes Grunzen, welches rasch einem kreischenden Pfeifen weicht.

Ende – die Pumpe pumpt nicht mehr! Gott sei Dank ist der Duschsumpf fast leer!
Um nicht in eine entwürdigende Position zu geraten, trockne ich mich erstmal ab und kleide mich an.
Dann betreibe ich erste Ursachenforschung und zerlege das Desaster – Sibylle putzt hinter mir her!

Nicht, dass sie das müsste oder dazu genötigt würde – sie beansprucht für sich, dass sie es besser kann, „…geh´ mal weg da!“

Im achterlichen Bad der gleiche Scheiß wie einige Monate zuvor in der vorderen Dusche
Ich zerlege, wische das noch stehende Duschwasser raus und mache eine erste Einschätzung
„Waaaas, DAS nennst du sauber? Geh´ mal weg da…!“

Gleiche Situation wie vor ein paar Monaten im vorderen Bad! Die Pumpe ist hin und ich weiß, dass dieses Modell leicht abgeändert wurde.

Ich erinnere mich an den Aufwand, den ich betreiben musste, um eine technisch einwandfreie, dichte und saubere Lösung herzustellen.
Und doch machte ich einen Fehler…

Ich glaubte, dass es hier ja anders sein könnte als vorne, es ging ja nur um ein paar Millimeter – „…vielleicht habe ich ja Glück!?“

NEIN, hat man nie! Ich hätte sofort die damalige Lösung anstreben sollen! Aber wider besseren Wissens, vertüddle ich ein paar Stunden an den nächsten zwei Tagen um die noch vorhandene „rule“ Nachfolgerpumpe passend zu machen.

Hier beide Pumpen im Vergleich
Hier der vertauschte Schmutzkorb

Nicht nur die generelle Bauhöhe wurde etwas verändert, auch die Form des Schmutzkorbes an der Unterseite ist nun oval statt rund.
Zudem ist der Schlauchanschluss durch ein integriertes Rückschlagventil viel länger ausgeführt.

Ich beginne also zu überlegen, wie ich das anpassen kann…

Ich baue zuerst den Korb der alten Pumpe an die neue. Das geht nicht klaglos, denn die Fixierung ist unterschiedlich. Ich bohre also zwei mini 2mm Löcher um die Befestigungslaschen des alten Korbes mit zwei Microschrauben an die Bügel der neuen Pumpe zu schrauben – nur nicht ins Gehäuse bohren!

Ich schwitze Blut und Wasser, aber alles klappt!
Sehr schnell wird klar, dass die umgebaute Pumpe auch nicht passen wird – ich resigniere und denke an die aufwändige Reparatur vorne.
Es gibt nur eine Lösung – ich bestelle bei „Nautilus“, dem griechischen SVB, eine adäquate „Marco-Pumpe“.
Diese entspricht exakt der alten Ausführung der „rule“, die Bestellnummer hatte ich ja noch.

Bis dahin verwende ich die nicht passende Pumpe als Notlösung, stecke alles zusammen und lege sie einfach so in den Sumpf.
Gesagt, getan – aber was dann passiert, schlägt dem Fass den Boden aus!
Ich starte die Pumpe mit etwas klarem Wasser im Sumpf und das Wasser spritzt am Gehäuse der NEUEN Pumpe heraus!!!

Meine Bohrungen sind darunter – diese Löcher sind nicht von mir!

Ich weiß nicht, ob diese Löcher – beide absolut symmetrisch und maschinell gebohrt – dorthin gehören oder nicht. In jedem Fall ist es aber falsch, dass das gepumpte Wasser dort herausspritzt!

Die neue Pumpe ist also defekt! Ein Umtausch steht nicht zur Debatte, aber jede Minute die ich in eine etwaige Montage investiert habe, war eine vergeudete!
Ich hätte das Ding damals schon in die Tonne stampfen sollen – heute fliegt sie in hohem Bogen auf den Schrott!

Ein bisschen frustriert ziehe ich mich auf meinen Platz zurück und lerne Griechisch – Duolingo am iPad hat sich als feste Größe etabliert.

Macht Spaß

Fast noch mehr frustriert war Sibylle, sie hatte Kummer mit ihrem iPhone. Die Messenger Dienste klingeln nicht mehr, sie hat schon Anrufe und Nachrichten verpasst.

Um ihr Leid zu verstehen, muss man wissen, dass das kleine Handtelefon für uns oftmals die Nabelschnur zur Familie ist – der Frustrationsgrad ist an Sibylles Gesicht abzulesen.

Kein BIMM mehr beim Eintrudeln von Nachrichten

Auch hier investieren wir ein paar Stunden mit Einstellungen und Troubleshooting – aber zum Zeitpunkt heute muss man davon ausgehen, dass Sibylle während ihres Deutschlandbesuches im Februar / März, dringend einen Termin im Apple-Store braucht.

Bezüglich NESSAJAs Duschpumpe muss ich auf das Eintreffen der Bestellung warten. Dann werde ich die Reparatur sofort anpacken.
Darüber hinaus lässt mich unser Schiff weitgehend in Ruhe – nur Routineaufgaben stehen an…

So lasse ich auch meinen Motor wieder einmal laufen – 1h unter leichter Last
Alles funktioniert bestens

Die Bilder zeigen, wie sehr der Winter und die „schmutzigen Niederschläge“ die Schiffe doch verdrecken.
Wir freuen uns auf´s Frühjahr, dann werden wir unsere Dufour wieder glänzen lassen.

Ein anderes Paket hat inzwischen zu uns gefunden! Das „Überraschungspaket“ von Ina und Ralf aus Nürnberg ist eingetroffen und wir zeigen echte Freude und gespielte Spannung…

Wie erhofft ist es schwer

Obwohl ich das Paket geholt habe, hat Sibylle das Recht es zu öffnen an sich gerissen.
Auch sie täuscht Spannung vor, obwohl wir doch ziemlich sicher waren, dass die Freunde die hochgelobten Register des Vorjahres noch einmal ziehen würden – und so war es!

Hm, was ist da wohl drin???
No freilich, frängischa Brodwörschdla vom Edelmetzger

Wie auch letztes Jahr verwöhnt uns die CHILI Crew mit Köstlichkeiten aus deren Heimat. Kleine fränkische Bratwürste, Sauerkraut und Lebkuchen.

Wie geil! Essen wie dahemm – da werden wir gleich unseren heutigen Speiseplan zugunsten des Freßpaketes ändern.

Und schau nur, eine ganz liebe Karte begleitet die Sendung – wir sind gerührt und freuen uns auf ein Wiedersehen.

Würstel aus der Dose??? Naja, ob das schmeckt? Ihr dürft mir glauben, ich weiß bestimmt wie eine ordentliche fränkische Bratwurst schmecken soll.
Ich kann mir vorstellen, dass die „Röslein-Bratwürste“ frisch noch besser sind, aber die aus der Dose sind in jedem Fall super! Da kann sich jede Industriebratwurst hinten anstellen.

Sibylle hat somit das Abendessen schnell gezaubert, wir sparen nicht und machen gleich alles auf einmal!

Nein, es kommen keine Gäste

Es war lecker! Und trotzdem folgte die Reue stande pede – der Wanst spannte und Sibylle und ich saßen da wie zwei Presswürste.
Selber schuld mögen manche denken – ja, das wissen wir!

Zum ersten Mal beschleicht uns der Gedanke – ENOUGH!

Wir gucken zwei Folgen „Monk“ – habe ich schon erwähnt, dass ich Adrian Monk liebe – und gehen dann mit prallem Ranzen ins Bett.

Der neue Tag war einer dieser geschenkten Tage – es war schon am Morgen wunderschön und so machte er die unruhige Nacht, in der man nicht wusste wie man liegen sollte, fast ad hoc wieder vergessen.

Wir beschlossen, nach dem Frühstück mal wieder nach dem Haus zu sehen…

Unsere Olivenbäume – fast wie im Frühjahr

Wir genossen den Ausblick, sahen nach dem Rechten und stellten erfreut fest, dass die kaputte Mauer inzwischen repariert war.

Mehr gab es nicht zu tun, so fuhren wir zurück in die Marina.
Ich hatte – OOOOMMMMMMMM – eine Problemlösung umzusetzen, mich dafür zusammengenommen und mir zudem vorgenommen nachzugeben.
Frei nach dem Motto „Der Klügere gibt nach“…

Was war geschehen???

Ich liege jetzt exakt ein Jahr an diesem Platz und lasse mein Wasser durch zwei Filter laufen – war nie ein Problem.
Der aktuelle nächste Nachbar, ein Mann den ich sehr schätze und dessen Name ungenannt bleiben soll, parkt sein Fahrrad auf dem Ponton und lehnt es seither an die Säule.
Wenn er es wieder wegnimmt, stößt er permanent an meine Wasserfilter – einmal sind sie voller Kettenschmiere, jedes Mal angestoßen und der Schlauchanschluss abgeknickt.

Ich will mich nicht auseinandersetzen – ich bin dessen müde. Ich nehme meine Filter und baue alles um, verlege meinen Schlauch neu, suche einen neuen Platz für die Filter und befestige sie, rege mich nicht darüber auf, dass ich meine Backskiste jetzt nicht mehr öffnen kann…

Jetzt sind die Filter eben bei uns an Bord

Ganz ehrlich, es ist mir egal – Platz für´s Fahrrad und ich hab´ meine Ruhe. Trotzdem – es fühlt sich falsch an…

Vielleicht war es auch mein Wissen bezüglich des Unbills, welches mir an diesem Tag noch bevorstehen würde und mich kleinlaut werden ließ – ich hatte einen Zahnarzttermin!

Ab zum „Odontiaterio“ – in diesem Fall eine „Odontiateria“

Im Gegensatz zu Sibylle, wage ich mich zu den griechischen Ärzten. Meine Erfahrungen sind bescheiden, da ich Ärzte ja meide wie der Teufel das Weihwasser, aber die wenigen Kontakte die ich hatte, waren ausnahmlos positiv – soweit man das beim Zahnarzt überhaupt so nennen kann.

Ich bin nicht zum ersten Mal hier, aber inzwischen haben wir uns über die Hundefreunde mit der Zahnärztin und ihrem Lebensgefährten locker angefreundet. Beide haben auch Kontakte zu unseren Freunden auf Lipsi, wir kennen uns also ein bisschen.

Die Begrüßung ist freundschaftlich! Ich versichere Raluca, dass ich sie mag, dies aber die nächsten Minuten vielleicht nicht so zeigen kann – dann beginnt ES…

Wobei – ES ist eine Gebissreinigung und Zahnsteinentfernung, ich kann es aushalten und habe es überlebt, wobei ich zugeben muss, dass ich den Heldenstatus an diesem Tag wohl aufgrund meines Gesüders verpasst habe 😉

Als ich zurückkomme, senkt sich die Sonne bereits über die Lakki Bucht. Sibylle hat wieder gut gekocht, wir essen, schauen „Monk“ und quatschen über´s Haus – Winterroutine!

Wunderschöne Stimmung

Der neue Tag ist durchwachsen – in jeglicher Hinsicht.
Wir frühstücken, Sibylle liest eine ganz nette WhatsApp von der Crew der AEGEAN BLUE aus der Schweiz vor.

Sie schließen mit dem Satz ab, „…dass sie außerdem sehr froh seien, keine Nachrichten bezüglich des Bootes erhalten zu haben. Man NÄHME AN, dass dann alles ok sei.“

Ja, wir verstehen den Wink mit dem Zaunpfahl und machen bei unserer Marinarunde auch ein paar Bilder von der wunderschönen HR39 und senden diese in die Schweiz.

Alles top, keinerlei Probleme

Und sonst? Wir sehen uns an – „…was machen wir heute noch?“
Wir beschließen, uns was Gutes zu kochen und ein bisschen Knabberzeug zum Fernsehabend zu kaufen.

Was weitgehend normal klingt, artet bei Sibylle und mir immer etwas aus…

Muss aber für zwei Abende reichen

Dieser Abend nimmt eine Wendung!

Sibylle kocht Gulasch – vorzüglich! Aber wie immer, kocht sie für geschätzt fünf Personen.
Wir mampfen was das Zeug hält und bis die Wänste wieder spannen.

Als würde es nicht reichen, „gönnen“ wir uns eine Nachspeise – schon lange liegt der „Pudding“ aus Irland in der Schublade. Wir simmern die Leckerei auf Betriebstemperatur und löffeln die verlockende, warme, klebrige Süssigkeit – ich fühle mich an „Das große Fressen“ erinnert.

Ein Löffel geht noch
Warm – ganz ehrlich, hat geil geschmeckt

Dann wählen wir eine Dokumentation aus, welche das richtige Essverhalten von Menschen durchleuchtet – so ähnlich aufgemacht wie „Du bist was Du isst“.
Das alleine ist schon eine ziemlich skurille Situation – zwei Langeweilenascher sitzen auf dem Sofa und sehen „food matters“ Dokumentationen an, dabei werden schnell 3.000 Extrakalorien vernichtet.

Mehrmals während des Filmes bleibt uns das Chips im Hals stecken – Gesundheit und Tierwohl legen sich schwerer auf unsere Mägen als das Gulasch.

Wir sehen uns an – ENOUGH!

An diesem Abend beschließen wir, dass dies der letzte Abend in dieser Form war.

Am nächsten Morgen – Weltuntergangsstimmung!

Es regnet die ganze Nacht was das Zeug hält – die Sprayhood hielt nicht mehr Stand

Die ganze Nacht hat der Regen auf das Kajütdach getrommelt! Das Marinawasser war braun gefärbt von den Sedimenten, die es vom Land in das Hafenbecken gespült hat.

Die Stimmung war unterirdisch! Sibylle und ich hatten uns vor dem zu Bett gehen noch in die Hand versprochen, dass „ab morgen“, also ab jetzt, gefastet wird – ein paar Tage nur.

Das Hafenwasser braun – ich konnte kaum das Dingy ausleeren, so voll war es
Eine einzige Brühe

Wir saßen im Schiff – Sibylle vor einer Tasse Tee, ich vor einer Tasse Kaffee, seit heute schwarz!
Kuhmilch ist wohl nicht so gesund, habe ich gelernt.
Nach zwei Stunden frage ich mich, was sich besser anfühlt – der kalte Entzug oder das Völlegefühl?

Zur Ablenkung lernen wir stundenlang Griechisch und Englisch und werden Meister in unseren „Leagues“.

Ok, nicht das Gelbe vom Ei
Auch Sibylle ist nicht happy

Wir machen das zwei Tage! Zwei graue Tage! Dann gestehen wir uns ein, dass wir das nicht mehr wollen – früher hat uns so eine Fastenphase immer mal gut getan.
Aber hier in Griechenland sitzen und darauf warten, dass der Tag vergeht, das wollen wir nicht!

Wir haben genug, vom Genughaben!

Der Regen war hartnäckig – mehrmals hat es sintfluartig geregnet

Während dieser Phase hatten wir Zeit über die Zeitachse zu sprechen, nach der wir unser 2025 ausrichten werden.
Eine ganz elementare Rolle spielt NESSAJA dabei – ihr werde ich ein paar Arbeitsstunden angedeihen lassen – genauer gesagt, ein paar Hundert!!!

Etwa drei davon reserviere ich für den Einbau der Duschsumpfpumpe, die ist nämlich inzwischen eingetroffen.
Genau das erwartete Modell, ich werde die Reparatur alsbald umsetzen.

Ab jetzt setze ich um wie bereits im vorderen Bad geübt 😉

Die anderen 97+ Stunden gebühren meinem Teakdeck – denn auch hier habe ich einen Entschluss gefasst…

ENOUGH!!! Ich muss handeln, NESSAJA soll einen guten Preis erzielen, hierfür werde ich 2025 den zweiten Teil des Refits beginnen!

Nach den wirklich ergiebigen Regenfällen, lief abermals das Wasser an Sibylles Schlafzimmerwand herunter.
Ich weiß wo es sich sammelt, ich kann es abfangen bevor es noch mehr zerstört – doch die Lösung macht mich unglücklich…

In einer Nacht sammle ich 1,5 Liter

Die Herkunft des Wasser ist (noch) nicht eindeutig geklärt, aber ich gehe fest davon aus, dass es über das verschlissene Deck eindringt.

Dieses Deck ärgert mich schon so lange, ich hätte viel früher handeln sollen. Trotzig beschließe ich – dieses Jahr packe ich es an!
Sofort ändere ich meine Verkaufsanzeige – bis zum Sommer kann das Schiff so gekauft werden, mit kaputtem Deck und deutlichem Preisnachlass, oder mit einem reparierten Deck je nach Vereinbarung.
Ab Sommer werde ich das Inserat pausieren bis das Deck fertig ist – dazu später noch ein paar Zeilen und erste Details.

Sibylle will einkaufen gehen – ok, bis gleich.
Leider klappt auch das nicht so wie wir uns das vorstellen. Der Breezy reagiert empfindlich auf Feuchtigkeit – also fahre ich meine Gattin zum Gemüsemarkt, wo sie allerhand für uns einkauft.

Obst und Gemüse finden auf unsere Teller
Dass es während der Einkaufsfahrt regnet passt ins Bild

Ihr merkt schon – ich war zur Monatsmitte in Fahrt! Was zwei Fastentage bewirken können, man kommt rasch aus seiner Lethargie.

Weil wir gerade dabei sind – mein Job in der Marina, auch hier beschließe ich… ENOUGH!

Ich habe mich kurzfristig und ungeplant in Bereitschaft setzen lassen und auf Telefontermine gewartet – dreimal.
Dreimal sind die Termine verstrichen – heute habe ich für das erste Halbjahr 2025 abgesagt.

Natürlich bin ich offen für Gespräche und Planungen – NACHDEM das Haus fertig ist und wir umgezogen sind, nachdem NESSAJA repariert und verkauft ist und nachdem ELOWYN wieder an ihrem Platz steht.
Diese drei Punkte genießen 2025 Priorität.

Ich habe das Gefühl, dass mein Signal angekommen ist – man reagiert überrascht aber sehr freundlich und offen, die Zukunft wird es zeigen.

Themenwechsel – nach den schweren Regenschauern ist für die kommenden Tag eine Reihe sonniger Tage vorhergesagt. Wir wollen also überall nach dem Rechten sehen…

Zunächst leeren wir Martins Dinghy – das werden wir wohl noch machen müssen, bis der Freund das nächste Mal hier ist.

Auch der dicke Fender hilft nicht wirklich – er reduziert nur die Menge

Danach schicken wir ein Bildchen der „Sunny Side Up“ in die Schweiz – Roland und Mireille sind neugierig, ob sich schon etwas bezüglich der Instandsetzung des Unterwasserschiffes getan hat.

Hat es leider nicht – dies zieht eine Kommunikation mit den Beiden nach sich, Roland ahnt, dass er seinen Saisonablauf 2025 etwas flexibel gestalten muss.

Da hat sich noch nichts getan

Last not least sehen wir nach EDINA, dem Schiff, welches uns im letzten Winter so fies überrascht hat. Und siehe da – alles ok!

Die Luftfeuchtigkeit passt, die Batterien sind ok und sowohl der Motor als auch der Generator laufen perfekt.
In der Bilge steht kaum Wasser und das bisschen, das sich über den Mastfuß gesammelt hat pumpe ich manuell ab…

Alles bestens auf der schönen CNB 60
Ein paar Tropfen nur in der Bilge

Kann es wirklich so perfekt sein? Natürlich nicht!!!

Ich sehe eine am Baum angebrachte Fixierungsleine baumeln, auch die Großschot ist lose – warum das?
Es sieht aus, als ob der Großbaum nach unten drücken würde…

Ein Kontrollblick offenbart warum.

Im V-Baum und Lazybag sammelt sich das Wasser

Was für eine Konstruktion! Himmelarschundzwirn, bleibt mir denn nichts erspart, mir reicht´s für heute – ENOUGH!

Sibylle und ich gehen zurück auf NESSAJA, ich muss mit dem Eigner sprechen, jetzt! Und ich brauche einen Kaffee, auch jetzt! Ich muss mich beruhigen!

Dabei hilft mir die herrliche Stimmung, die das Licht über der Lakki Bucht zaubert.

Ich lebe im Paradies

Mit was hatte unser „Revoluzzer Verhalten“ begonnen? Richtig – mit dem Essen! Sind wir noch „Junk-Food-Guerillas“?

Ja! Klappt ganz gut!
Tatsächlich haben wir, wie bereits geschrieben, nur zwei Tage gefastet. Aber wir haben uns ernsthaft vorgenommen, den E´s und Glutamaten, Glukose und Emulgatoren, den Kampf anzusagen – radikal gegen „freie Radikale“! Glücksgefühl durch Bekämpfung des GLYX…

Wir leben im Mediterranen, der Region, aus der die „gesündeste Ernährung der Welt“ stammt, auf einer Nachbarinsel von Ikaria, die als sogenannte „Blue Zone“ eingestuft ist, ein Ort, an dem die Menschen „das Sterben vergessen“.
Warum sollten wir es nicht schaffen uns weitgehend gesund zu ernähren?

Sibylle kocht seither ausschließlich frisch! Uns kommen kaum mehr Lebensmittel mit Strichcode auf den Tisch und wir verzichten auf alles was unter dem Begriff „Junk Food“ zusammengefasst werden könnte.

Auch unser Haus soll dabei eine Rolle spielen – mal sehen, wie lange wir es durchhalten.

Bis jetzt klappt es gut…

Frisches wird vakuumiert

Es ist echt super! Neue Rezepte, neue Geschmäcker und Spaß – am Kochen, am Essen. Vielleicht entwickelt sich da was… 😉

Als wir abends diskutieren, fällt uns auf, dass wir länger nicht mehr am Haus waren.
Ob wir da auch mal nach Wasserschäden sehen sollen?
Kann nicht schaden – so fahren wir tags darauf mal nach Plaka um nach dem Rechten zu sehen…

Es kam, wie es kommen musste!

Sieht schlimmer aus als es ist – lässt mich kalt

Klar, ein altes Haus – hätte nicht sein müssen, ist aber im Kontext nur ein kleines Puzzleteilchen.
Das Wasser dringt nicht schleichend ein, es tropft einfach von der Decke – wir sehen also das Dach an und entdecken sofort eine Kabeldurchführung an exakt der Stelle der Wasserlache im Wohnzimmer – es scheint, als sei die Ursache schon gefunden!

Das Dach ist generell in gutem Zustand und ich denke, dass es nach dem Schließen des Loches und einem wasserdichten Anstrich wieder top in Schuß ist.

Kein Grund also, sich hierüber aufzuregen.

Für den größeren Aufreger sorgt dieser Tage ohnehin und einmal wieder die CNB 60 EDINA – wir wollten ja noch den V-Baum vom stehenden Wasser befreien…

Zig Liter ergossen sich ins Hafenbecken

Ich ziehe also den schweren Baum nach außen und lasse ihn dann etwas ab – in diesem Moment ergießen sich wohl über hundert Liter Wasser sturzbachartig nach außenbords.
So weit, so gut – der erste Schritt wäre geschafft. Es zeigt sich sofort, dass der Lazybag nach einer Reinigung im Sommer schreit.

Der Spak muss weg

Dann bekommt der Baum eine neue Position und wird in dieser fixiert. Es soll sichergestellt sein, dass Wasser ablaufen kann und gleich über den Süllrand gelangt.
Dabei ist zu beachten, dass der Baum nicht stören darf, wenn EDINA auf dieser Seite einen neuen Nachbarn bekommt.
Auch dies gelingt relativ rasch und zur Zufriedenheit…

Der Baum in neuer Position fixiert
Passt! Dieses Problem wäre gelöst

EDINA wäre nicht sie selbst, hätte sie nicht auch heute wieder kleine Überraschungen für mich parat – die eine äußerst relevant, aber auch sofort zu beheben…

Lose Schäkel an der Großschot – wird sofort behoben

…die andere Problemstellung war dagegen von anderem Kaliber und hatte, mal wieder, mit Wasser zu tun.

Bei der Suche nach einer Winschkurbel, haben wir nämlich die Backskiste geöffnet – und siehe da…

Die Backskiste steht unter Wasser

ENOUGH! Reicht es nicht langsam???

Ich mache Bilder, setze mich wieder einmal mit dem Eigner in Verbindung und stimme mich mit ihm ab – es hilft nix, ich werde das trocken legen müssen, er gibt sein OK für das vollständige Entleeren der Backskiste.

Sibylle und ich sehen uns an – heute nicht mehr! Wir beschließen, uns morgen dem Austrocknen der Backskiste zu widmen.

Beim Abendessen, Sibylle hat wieder lecker und vegetarisch gekocht, möchten wir den Zeitplan 2025 präzisieren und manifestieren.

In uns reift ein Plan…

Chili con Quinoa
War gut – und mit „Superfood“ denkt es sich besser

Neugierig? Ok, ich teile gerne die Idee für 2025 mit euch – obwohl es noch nicht ganz spruchreif ist…

Die Planung begann am nächsten Morgen mit einem Anruf bei Hans Peter. Ich musste mich mit ihm abzustimmen, ich würde seine Hilfe brauchen.
Wir legen fest, wann wir LIBERTÉ fertigstellen und wann er und Petra in Urlaub sein würden.
Dabei wird klar, dass unsere Rücküberführung von ELOWYN und der Urlaub der LIBERTÉ Crew etwa zeitgleich stattfinden – das trifft sich gut!

Zu dieser Zeit liefe auch der Liegeplatzvertrag von NESSAJA aus, der Plan ist nun, dass wir unser Schiff an Land stellen lassen und einen Liegeplatz für ein Jahr an Land buchen.
Dann werden Hans Peter und ich das Teakdeck abbrechen und feststellen, wo das Wasser eindringt und inwieweit das Sandwichdeck betroffen und geschädigt ist.

Wir gehen heute davon aus, dass zumindest eine partielle Sanierung des Sandwich ansteht, diese werden wir dann erledigen und das Deck weiß lackieren – an dieser Stelle kommt idealer Weise der neue Eigner ins Spiel, er entscheidet, wie es von hier an weitergeht.

Wie bereits angedeutet, werden das Deck und die Wandpanele somit ein Teil der Verhandlungsmasse bei NESSAJA – kauft ein versierter DIY-Mann heute, kann er mit einem erheblichen Preisnachlass rechnen.
Wird NESSAJA erst nach der Deckssanierung verkauft, bekommt der Käufer für gutes Geld ein wirklich mängelfreies Schiff.

Soweit der Plan – wir werden sehen, was sich ergibt.

Wo werden wir wohnen? Nun, das ist noch nicht ganz klar, das kommt darauf an, wie rasch es mit dem Haus voran geht. Ich gehe aber davon aus, dass uns auch ELOWYN wieder temporär zur Verfügung steht.

Nach dem Telefonat fahren Sibylle und ich ins Krankenhaus…
Was war geschehen???

Hier kommt alle paar Tage ein Orthopäde

Sibylle laboriert immer noch mit ihren Füßen und Zeherl – die kleinen Zehen sind rot und geschwollen, sie sehen aus wie einst die kugeligen „Zehen“ von Plumpaquatsch.

Das klingt lustig, war es aber nicht – meine Gattin hat Schmerzen und ist in ihrem Bewegungsdrang eingeschränkt.
Die Ärzte sind sehr nett, man will Sibylle helfen. Leider gelingt dies nur bedingt – eine wirkliche Lösung ist auch hier nicht in Sicht, aber eine Idee für eine temporäre Besserung, oder besser Linderung, wird gefunden.

Hoffentlich finden die Ärzte in Deutschland die Ursache für die Beschwerden.

Leicht gehandicapt fahren wir sofort anschließend in die „Artemis Boatyard“ in den Norden der Insel.
Hier biete ich für einen Bekannten aus der Schweiz sein Schiff zum Verkauf an, ein Interessent hat sich für eine Videokonferenz am Samstag angemeldet – wir müssen checken, ob wir Zugang zum Schiff haben und ob alles ok ist.

Auf FREE WILLY sieht alles gut aus – der Samstag kann kommen

Dann fahren wir in die Marina zurück. Die Sonne scheint, es weht eine leichte Brise, wir wollen die Backskiste von EDINA ausräumen um die verstauten Dinge trocknen zu können.
Es ist für die nächsten Tage kein Regen angesagt.

Wir räumen aus – alles ist besudelt
Die Kiste mit dem Angelzubehör – steht unter Wasser
Schuhe, Leinen, Bändsel – alles durchweicht

Nachdem wir die Kiste ausgeräumt haben, müssen wir das Wasser „rausschaufeln“ – Sibylle bringt es in einen Eimer, ich leere die Pütz, so schaffen wir 70 Liter Regenwasser außenbords.

Dabei reinigen wir die Abflüsse und stellen fest, dass die Kiste und das Abteil, welches vom Laufdeck her mit den Festmachern belegt ist, durchgängig gebaut sind. Es handelt sich um eine riesige Backskiste.

Also müssen die durchweichten, schweren Festmacher auch noch alle an Deck geschafft und zum Trocknen ausgelegt werden.

Sibylle schaufelt das Wasser in die Pütz – ich leere diese über die Bordwand
Die schweren Festmacher müssen in die Sonne

So lassen wir die wunderschöne Französin zurück – all die nassen Dinge müssen jetzt erst einmal trocknen.
Wir haben uns den Feierabend verdient und ziehen uns nach Hause zurück.
Ich lerne Griechisch und Sibylle zaubert etwas Vegetarisches – Gemüsebratlinge! Ihr seht, bis jetzt halten wir durch…

War lecker

Das Wochenende steht vor der Türe.
Wir vereinbaren, dass wir am Montag nach Lipsi fahren würden, um dort Marcus und seine Familie zu besuchen.

Klar war, bevor wir den Tagesausflug antreten, möchte ich den Videocall mit dem Interessenten für die kleine Bruce Roberts 35 erledigt wissen – zudem sollten wir EDINA wieder aufräumen und alles verpacken.
Die restliche Zeit können wir verplempern – wahrer Luxus!

Auf dem Weg zum Videocall gönnen wir uns einen Cappuccino im „Navarone“

Pünktlich zu vereinbarter Zeit klingelt mein Telefon – ein Amerikaner der in München lebt und arbeitet, interessiert sich mit seiner Partnerin für das kleine Blauwasserschiff.

Ich nehme das Telefonat im Cockpit an und gehe dann mit den beiden „virtuell“ durch das Schiff – eine Roomtour per Video, so dass ein Bild entsteht und entschieden werden kann, ob eine Anreise gerechtfertigt ist.

Sieht top aus

Alles klappt bestens, die Laune ist überschwänglich, die Fragen werden beantwortet.

Wir verabschieden uns – „…auf bald, wir hören voneinander!“

Tun wir nicht! Zumindest nicht bis jetzt…
Offen gesagt, das enttäuscht mich immer ein bisschen. Natürlich weiß ich, dass Auskünfte auf Inserate unverbindlich sind.
Ich weiß auch, dass in einer Welt und zu einer Zeit, in der es Usus geworden ist, dass Firmen nicht auf Bewerbungen antworten – dass in einer solchen Zeit nicht unbedingt erwartet werden darf, dass man nach ein paar Tagen ein kurzes Feedback gibt.

Ich erwarte dies aber trotzdem! Es ist ein Unterschied, ob man kurz ein Mail austauscht, oder ob man Videotelefonate führt und sich über Wochen in Kontakt befindet.

Leider muss ich feststellen, dass die Menschen in jeglicher Hinsicht alle Formen von Höflichkeit in der Kommunikation verlieren. Sehr oft bekomme ich als Anfrage auf die angebotenen Boote unhöfliche Einzeiler ohne Anrede und Unterschrift.

Für NESSAJA gab es ebenfalls eine solche Anfrage – Text „Ich will das Boot sehen!“ – nicht mehr!

Es folgt dann, überraschender Weise, ein doch sehr netter und kommunikativer Austausch, der dann aber ergebnisoffen und unbegründet einfach abbricht.
Ich frage mich, was ist so schwer, einen freundlichen Dreizeiler zu formulieren und abzusagen???

Na egal, wir lassen uns das Wochenende dadurch nicht verderben und erledigen am Sonntag auch noch den zweiten Pflichtpunkt auf unserer Liste.

Kiste trocken und ordentlich gestaut
Alle Leinen wieder trocken
Wieder „klar Schiff“ auf EDINA

Weil alles geklappt hat und wir absolut im Soll sind, beschließen wir, dass wir wieder einmal ausgehen.

Sibylle hat keine Lust zu kochen und möchte gerne die Pizzen im „Navarone“ ausprobieren.
Wir verlassen also bei Sonnenuntergeng die Marina und tuckern mit der GS nach Agia Marina um dort unser Dinner zu genießen.

Die Sonne geht unter – wir fahren los
Das „Navarone“ ist wunderschön und sehr geschmackvoll
Eine tolle Adresse auf Leros

Wir nehmen Platz und studieren die Karte. Das Lokal scheint sich auf Mottotage zu spezialisieren.
Das ist keine schlechte Idee und wird auch angenommen.
Bedienung Maria kommt und nimmt unsere Bestellung auf – Taramosalata als Vorspeise und jeder eine Pizza als Hauptgericht.

Die Pizzen sind teuer, das wussten wir, es hatte sich herumgesprochen – aber sie sollen auch ausgesprochen gut sein.
Das wollen wir heute prüfen 😉 – ich bin ja anerkannter Pizzaexperte und kann auch einen Besuch der „besten Pizzeria der Welt“ für mich verbuchen!
Aber das ist eine andere Geschichte…

Sibylles „Trüffel Pizza“ – mit SPECK!!! OMG
Meine vegetarische „Pizza – Bufala“

Ja, was soll ich sagen? Schwer zu beschreiben.

Zunächst – das Essen war sehr lecker, es gibt keinerlei Beschwerden.
Dennoch war die Pizza, obwohl lecker und mit hochwertigen Zutaten, ein ganzes Stück weit vom „original“ italienischen Geschmack entfernt.

Jetzt kann man geteilter Meinung sein, ob die Pizza einen dicken oder einen dünnen Rand haben sollte, ob sie teig- oder belaglastig sein sollte, aber um „high-end“ zu sein, muss sie „italienisch schmecken“.

Ich soll mich nicht so haben? Ich sei ja schließlich in Griechenland? Stimmt! Aber wenn man das Pizzabacken wirklich beherrscht und die richtigen Zutaten hat, dann bekommt man eine, dem Original nahe Pizza allerorts hin – bewiesen auf Karpathos, hier habe ich die bis heute beste Pizza in Griechenland gegessen.

Kurz – nimmt man alle Faktoren – Preis, Belag, Geschmack, Teigtextur und auch die Größe – um ein Preis-Leistungs Verhältnis abzuleiten, dann komme ich zu dem Schluss, dass ich zum Pizzaessen lieber ins „La Nostra“ gehe.
Dort ist die Pizza nicht besser, aber preiswerter – sie ist „ehrlicher“.

Das klingt jetzt nach Unzufriedenheit – mitnichten! Wir haben gut gegessen, das „Navarone“ gefällt uns und wir kommen wieder.
Zufrieden fahren wir nach Hause und gehen ins Bett – morgen müssen wir früh raus – wir fahren nach Lipsi!

Es ist etwa 07.00 Uhr, die Sonne leuchtet die Bucht noch nicht aus

Der Wecker klingelt – es ist 06.15 Uhr und ich quäle mich aus dem Bett, wann bin ich eigentlich das letzte Mal so früh aufgestanden?

Hilft nix, die Fähre verlässt Lakki um 07.30 Uhr und wird nicht auf uns Schlafmützen warten.
Da ich ohne Kaffee nicht aus dem Haus gehe, brühe ich mir ein Tässchen auf, dann ist es an der Zeit, dass auch Sibylle aufsteht.

Noch haben wir Zeit, die Fähre hat noch ein paar Meilen zurückzulegen.

In 20 Minuten ist sie da…

Etwa zehn nach Sieben fahren wir los und parken das Motorrad am Hafen. Die Helme hängen wir einfach an den Lenker, auf Leros kommt nix weg und regnen soll es auch nicht.

Dann gehen wir die paar Schritte bis zum Anleger – just in time, denn die Fähre kommt gerade an.

„Saos Ferries“ – die STAVROS ist ein schönes Schiff

Der Ticketverkauf für „Saos Ferries“ ist witzig – alle Kassenhäuschen sind geschlossen, online ist nicht mehr möglich.
Plötzlich kommt ein PKW, eine junge Frau steigt aus und geht von Auto zu Auto, von Person zu Person.

Sie fragt nach dem Wohin, ob es eine einfache Fahrt sei und nach dem Namen. Das alles tippt sie in ihr Mobiltelefon und verlangt dann den Fahrpreis – 5.70€ pro Person.
Ein Ticket? Fehlanzeige – sie würde es dem Mann auf der Fähre sagen, dass wir bezahlt hätten. Nahverkehr auf Griechisch eben…

Dann geht es los!

Wir boarden die Fähre

Die Fahrt nach Lipsi dauert etwa eine Stunde. Wir sind noch müde und dösen so vor uns hin – keine Kommunikation, Funkstille.

Als die Fähre Lipsi anläuft, stehen wir auf und marschieren wieder zur Laderampe. Wir sind nicht alleine, der Fähr-Pendelverkehr wird rege genutzt.

Susanne erwartet uns schon, sie holt uns am Hafen ab.

Hallo Susanne

Ein herzliches Hallo! Wir freuen uns immer die Freunde aus Karlsruhe zu treffen, sie es hier auf Lipsi oder eben auf Leros – gute Laune ist garantiert.

Wir fahren zum Haus der Familie und setzen uns erst einmal auf die Terrasse, es gibt ein kleines Frühstück und einen zweiten Kaffee.

Die Aussicht ist fantastisch

Wir sitzen eine ganze zeitlang und klönen. Es ist ein fantastischer Platz und die Bilder täuschen ein wenig – es sieht etwas grau aus, aber generell war ein phasenweise sehr sonniger, warmer Tag.

Wir waren zu Besuch hier, aber auch, um ein bisschen zu unterstützen. Marcus´ 3-Phasen Victron System ist inzwischen weitgehend fertig und brauchte noch ein paar Konfigurationseinstellungen.
Diese gehen nur über einen Windows Rechner, welchen der Freund aber nicht hat.
Also hatte ich am Vortag die notwendigen Programme geladen und wir wollten heute die Konfiguration und das Setup der Anlage machen.

Noch eine dritte Tasse Kaffee – dann legen wir los.

Entspanntes Arbeiten, ein paar kleine Herausforderungen – aber am Abend war alles geschafft! Genau pünktlich vor dem Abendessen!

Nachmittag, die Sonne kommt auf die andere Seite
Zum Abendessen sitzen wir draußen auf der Terrasse

Susanne war förmlich erschrocken, als wir die Nachricht unserer „vegetarischen Phase“ überbrachten – ohne lang zu fackeln hat sie einfach den Speiseplan umgerempelt und Gemüsenudeln gemacht – phantastisch!

Dazu heute eine Ausnahme – ein Bier und einen Ouzo! Das Bier, weil ich es verdient habe, den Ouzo um das Arbeiten mit meinem ungeduldigen Freund „auszuhalten“ 😉 …

Ein bisschen noch Smalltalk, dann war es schon soweit. Die gleiche Fähre ist am Rückweg von ihrer Runde bis Samos und wird uns hier um 17.30 Uhr wieder einsammeln.

Wir verabschieden uns und Marcus bringt uns zum Hafen, noch schnell die Tickets gekauft und schon kommt die Fähre an.

Hier gibt es klassische Tickets
Die STAVROS ist pünktlich

Wieder steigen rund ein Dutzend Menschen ein, ein paar Kleintransporter noch, dann legt die Fähre auch schon wieder ab.

Wir gehen in den Fahrgastraum und suchen uns ein gemütliches Plätzchen.
Hier oben stehen hunderte von Sitzplätzen zur Verfügung – das kann man sich zur Hauptsaison vorstellen.
Jetzt jedoch, in der absoluten Nebensaison, verlaufen sich die paar Menschen auf dem relativ großen Zubringer.

Wir sitzen gemütlich
Die Fähre ist weitgehend leer

Abermals eine Stunde später kommen wir in Lakki an, schwingen uns auf die treue GS und brummeln zurück auf NESSAJA.

Zum Abendbrot gibt es nur ein paar „Dakos“, das ist so griechisches, hartes Brot, welches wir in Zitronenhummus dippen.
Wir gucken noch ein paar Dokus, dann geht es ab ins Bett, wir sind müde von dem langen Tag!

Seit ein paar Tagen schiebe ich nun schon die Reparatur meiner Duschsumpfpumpe vor mir her.
Ich mag es, wenn der ganze Tag zur Verfügung steht, ich will nicht erst nachmittags anfangen und dabei das Risiko gehen die Arbeit nicht fertig stellen zu können.

Ich lege also einen weiteren Tag für administrative Arbeiten ein – dann endlich packe ich es an! Das Werkzeug kommt nach langer Zeit einmal wieder auf NESSAJA zum Einsatz.

Viel zum Anpassen und Umarbeiten
Das dauert tatsächlich ein paar Stunden – dann ist es geschafft
Sollte wieder funktionieren – Testlauf steht aus

Tatsächlich dauert es auch hier einen entspannten Arbeitstag lang, bis die neue, passende Pumpe montiert ist.
Die Verkabelung musste angepasst werden, die Schlauchführung nebst Wanddurchbruch auch ein wenig – alles in allem zieht es sich einfach…

Am Nachmittag aber war es vollbracht, die Pumpe läuft, alles ist sauber verlegt und abgedichtet.
Jetzt noch die Funktionsprüfung – aber erst nachdem das Silikon getrocknet ist.

Auch Sibylle war fleißig, sie hat das schöne Wetter genutzt, um zwei Maschinen Wäsche „durchzujagen“.

Die kleine Maschine brummelt zuverlässig
Die Wäsche wird auch im Winter rasch trocken

So weit, so gut – ihr fragt euch vielleicht, welche „administrativen Aufgaben“ mich ab und an beschäftigen. Da will ich gerne ein wenig berichten…

Nun, zunächst sind es solche, welche beispielsweise rund um den Verkauf der angebotenen Schiffe auftreten. Ein Bild hier, eine technische Frage und etwas Mailverkehr da.
Dann sehen wir ja auch regelmäßig nach den Booten der Freunde, ich erzähle ja häufig davon.
Dazu kommen die ganzen Themen rund ums Haus. Ein Bankkonto eröffnen, ein Dokument beibringen, Geld transferieren – es ist einiges zu tun, obwohl es uns noch nicht einmal vollumfänglich gehört.

Unsere Reise nach Deutschland und Preveza muss geplant werden, Arzttermine werden eingesteuert und auch Verabredungen mit Freunden werden jetzt schon platziert.

Dann gibt es aber noch die besonderen „Schmankerl…

Die Realität – der Scheinwerfer eines Hyundai i20
Der elektronische Katalog – ich brauche das Teil „C“

Ihr erinnert euch vielleicht – ich habe für einen griechischen Freund ein Hyundai Ersatzteil bestellt. Sibylle hatte dieses aus Deutschland mitgebracht, doch leider hat es nicht gepasst.

Eine nochmalige Überprüfung des Bestellprocederes ergab, dass wir wohl alles richtig gemacht haben – der Händler bestelllt noch einmal…

So soll das Teil aussehen…
…und so sieht es aus

Und jetzt? Ihr ahnt nicht, was ich mitmache! Mir ist wohl bewusst, dass der Händler wegen 20.-€ keinen Aufriss machen will.
Meine Frage, was er denn tun würde, wenn seine Firma dieses Teil für einen Unfallreparatur bräuchte, bleibt unbeantwortet.

Er leitet den ergebnislosen Schriftverkehr an seine Chefin weiter, ich warte bis heute vergebens auf eine Antwort.

Ich schreibe an Hyundai Deutschland mit der Bitte, ob man eine Überprüfung des Zentrallagerbestandes veranlassen könne.
Man antwortet mir, vielleicht KI, vielleicht ein netter Student – aber natürlich eher mit Floskeln als mit einer Lösungsfindung.

Man schlägt mir vor, dass ich mich an einen Händler wenden soll oder den Zentrallagerbestand prüfen lassen soll – ach was???
Mein Einwand, dass der Händler die weiße Flagge gehisst hat und ich exakt WEGEN der Lagerbestandsprüfung Kontakt aufgenommen hätte, verhallt ungehört.

Dieses Thema beschäftigt mich Stunden – ich überlege den CEO von Hyundai über LinkedIn anzuschreiben, bestelle aber zunächst ein Ersatzteil über ebay in China.
Wenn das passt, dann lasse ich mir noch etwas einfallen – BLAME on Hyundai!!!

Ja – und genau SO bringe ich meine Tage rum…

Heute beenden wir die „vegetarische Phase“ unserer Umstellung auf gesunde Ernährung – Sibylle hatte Lust auf ein Krabbenrisotto!

Wegen des Fischgeruchs wird im Cockpit gekocht

Das Essen war lecker, wir waren zufrieden und haben gerade so überlegt, was wir uns als Abendunterhaltung streamen würden – da setzte abermals Starkregen ein.

Nicht, dass man bei Starkregen nicht auch ein bisschen Video schauen könnte, aber irgendwie war uns die Lust vergangen.
Sibylle hat sich mit einem Buch ins Bett gekuschelt, ich wollte für meinen Sohn ein altes Bild eines meiner Fahrräder heraussuchen und habe ein wenig gestöbert…

War lustig, was man da so an alten Schätzen findet! 😉

Alte Bilder – dazu ein Tsipouro

Der ideale Abend um meine Duschinstallation zu testen! Bei diesem Wetter will man ja nicht mehr den langen Weg zur Dusche auf sich nehmen!

Ich dusche, genieße abermals meine eigene, wunderbare Brause und bin zufrieden. Nur noch rasch das Wasser abpumpen…

Nanu? Gar kein Wasser da! Wo ist es hin???
Oh nein, der Schlauchdurchgang am Duschsumpf ist nicht dicht! Das ganze Wasser rinnt in meine Bilge!

Ich könnte im Strahl kotzen! Was soll ich tun? Nun, heute gar nichts mehr – ich gehe also frustriert ins Bett und verschiebe die Problemlösung auf später.

Morgen ist auch noch ein Tag…

Starkregen – die neue Sprayhood kann an den Reißverschlüssen den Regen nicht mehr abhalten

…und was für einer!
Die Sonne kommt wieder duch, es sind zwar noch Wolken am Himmel, aber im Großen und Ganzen ist es schon wieder sehr freundlich.

Als erstes fahre ich zu Andreas Kritikos´ Hardwarestore um einen Filter und ein neues Rückschlagventil zu kaufen.
Wenn ich die Reparatur noch einmal angehe, dann erneuere ich auch die Peripherie – ich bekomme alle notwendigen Teile.

Dann lässt mir der Duschsumpf keine Ruhe – ich kann nicht anders, ich zerlege alles noch einmal.

Ich ziehe die neue Pumpe noch einmal ab

Ich ziehe die neue Pumpe noch einmal vom Schlauch ab und entferne das von mir angebrachte Dichtsilikon.
Ich weiß schon, wo die kritische Stelle ist – der untere Rand des Schlauches ist für mich sehr schlecht zu erreichen, wenn die Pumpe installiert ist.
Man kann das Silikon nicht mit der Kartusche in den Spalt spritzen, sondern muss es mit dem Finger hineindrücken – an einer Fuge, in die man mit dem Finger kaum hineinkommt.

Ich versuche mir mit einem Foto zu helfen, um das Desaster real zu betrachten, müsste man „um die Ecke“ sehen können.

Das Problem ist offensichtlich

Ich glaube, dass das Bild deutlich zeigt, wo der Hase im Pfeffer liegt! Oben kann ich sauber arbeiten und abdichten. Unten, dort wo der Spalt am größten ist, habe ich kaum Platz um ordentlich Dichtmasse anzubringen – die Reparatur war zum Scheitern verurteilt.

Ich stoppe den Prozess und verschiebe auf später – ich will das vernünftig reparieren und muss mir erst eine Lösung erdenken.

Ich räume das Werkzeug auf und widme mich meinem Schlauchboot – das muss ich nach jedem Regen ausleeren. Diesmal war soviel Wasser im Boot, dass ich es kaum anheben konnte.

Der Schnulli ist halb voll
Hauruck
Ganz ausleeren und wieder zurück ins Wasser

Bei der Gelegenheit fällt mir auf, dass wieder einmal eine Unterwasserschiffreinigung des Dinghis ansteht – ein andermal…

Ich gehe zu Martins STENELLA und leere auch dort das Dinghi aus, dann habe ich Zeit für neue Projekte.

Der starke Regen der Nacht, hat das Wasser wieder trüb und schmutzig gemacht. An unserem Liegeplatz ist direkt der Durchbruch zum Meer, man merkt die Verschmutzung und die Sedimente meist nur kurz.

In anderen Bereichen der Marina hält sich die braune Brühe länger…

Trübes, bräunliches Wasser…
…aber nichts im Vergleich zum C-Ponton

Wir gehen weiter ins Office, um dort den Schlüssel für Pauls INSPIRATION zu holen.
Den brauchen wir, um die Bavaria an das Stromnetz anzuschließen und die Batterien zu laden.
Dies wiederum tut Not, weil sich für die kommenden Tage Interessenten aus Bayern angekündigt haben – ich bin sehr gespannt ob sich die schöne 39er verkauft und möchte, dass bei der Besichtigung alles klappt!

Als das erledigt ist, gehen Sibylle und ich zurück auf unsere NESSAJA, genug geschafft für heute!
Ich möchte noch etwas wegen meiner Pumpe recherchieren – erste Ideen habe ich – und einen der Lösungsansätze mit Giorgos besprechen.

Das Wasser wird wieder sauber, die Wolken sind verflogen

Sibylle kocht uns was Feines – die Sonne geht unter, der Tag klingt an Bord aus.

Morgen wird es spannend, spät abends treffen Tom und Jörg, die Interessenten für die Bavaria, zur Besichtigung ein!

Der Tag beginnt entspannt bei einem Müsli und einer Tasse Tee für Sibylle und dem lebenswichtigen Kaffee für mich.
Es ist ein herrlicher Tag, wir überlegen also, was wir mit den „geschenkten Stunden“ anfangen können.

Was machen wir denn heute???

Gemütlich legen wir los – es ist Samstag und das gesamte Inselleben ist irgendwie relaxed.
Sibylle hat mal wieder Lust auf ein „Fährtle“, wir beschließen also eine große Runde zu drehen.

Zunächst verschlägt es uns zum Haus. Dort waren wir länger nicht mehr, wir wollen nach dem Rechten sehen und dabei auch prüfen, ob die schweren Regenfälle etwas angerichtet haben.

Bissl Wasser kommt rein

Wir sind zufrieden – nichts ist kaputt, nichts stinkt, nichts steht bedenklich unter Wasser.
Das Dach hat zwei Stellen an denen Wasser eindringt, dies tropft durch die alte „Fehlbodendecke“ direkt auf den Boden.
Das wissen wir schon länger, die Ursache ist eindeutig und da ich das Dach, wie bereits erwähnt, ohnehin neu abdichten möchte, ist dies für uns kein Beinbruch.

Kurz – keine neuen Überraschungen, keine negativen Überraschungen!
Zufrieden ziehen wir weiter…

Wir setzen unsere Fahrt fort, queren den Bergrücken in der Mitte von Leros und cruisen bis nach Agia Marina.
Exakt als die Katamaranfähre aus Kos eintrifft, kommen auch wir am „Navarone“ an und ergattern einen Tisch in der Sonne.

Trubel am Hafen – die Fähre legt gerade an
Links das wunderschöne „Navarone“ – wir sitzen im Freien

Wir genießen unseren Kaffee und ratschen eine ganze Weile – vor allem natürlich über den Schiffs- und Wohnungsverkauf und über den Hauskauf nebst anstehender Renovierung.
Das Jahr 2025 wird ein spannendes – in jeglicher Hinsicht!

Es wird schon fast kühl, als wir weiterfahren. Unser nächstes Ziel ist Vromolithos – Sibylle braucht Zitronen und wir haben eine „Greencard“ zu Mireilles Zitronenbaum.
Es versteht sich von selbst, dass wir in diesem Zug auch nach dem Rechten sehen.

Alles top am Haus der Freunde
Die Zitronen sind ein Gedicht

Danach heißt es ab nach Hause! Ich will nach dem Durchzug der Regenfront gestern Nacht, auch bei Edina noch einmal nachsehen ob alles ok ist…

Ist es NICHT!

Wieder ist die Backskiste fast halbvoll

Ahhhrgggh – es ist zum Haareraufen! Dieses verfitzmaledeite Schiff ärgert mich fast täglich!

Wieder spreche ich mit dem Eigner – er stimmt meinem Vorschlag zu, dass wir die Backskiste leeren, das gestaute Gut an andere Orte räumen und dann lediglich die Kiste ab und an entleeren.
Ich weiß nicht woher das Wasser kommt und kann es mir bis jetzt auch nicht erklären.

Das werde ich an einem anderen Tag erledigen, denn so langsam tickt die Uhr für den weiteren Verlauf des heutigen Abends.

Ich muss meinen Sohn zurückrufen, er hat Neuigkeiten für mich…

Die Bremsscheibe glüht nach 5 Minuten Fahrt

Der Junior war entsandt, um unser Deutschlandauto zu überprüfen. Der kleine Flitzer stinkt nach kurzer Fahrt.
Diese, von Nader erstellte, Diagnose war zu wenig präzise um klar sagen zu können was dem Wagen fehlt – der Filius muss ran…

Leider war das Resultat kein erfreuliches. Die Bremse hinten ist fest und sorgt dafür, dass die Bremsscheibe schon nach kurzer Fahrt glüht.
Klar, dass das nicht nur stinkt, sondern auch für Folgeschäden sorgt.

Stefan und ich beschließen daher, dass der Honda auf einen Hänger kommt und zu einem Spezi verbracht wird.
Dort kümmert sich der erwachsene Nachwuchs um die Reparatur am Wagen des alten Herrn – so mag ich das!
Ich nehme an, dass die Jungs diese Gelegenheit zu einem Werkstattbier nutzen, zudem werde ich wohl ein feudales Menü springen lassen müssen 😉

Thema geklärt – und jetzt?

Jetzt fahren Sibylle und ich zu Rena…

Der Tag endet spektakulär

Rena, das wisst ihr, ist unsere Lieblingsautoverleiherin. Wir haben einen Wagen für unseren Besuch reserviert, wollen diesen abholen und auch gleich für eine Fahrt nach Alinda nutzen.

Wir haben nämlich gestern Dimitris vom „To Steki“ getroffen, als er beim Fischer gerade frische Kalamari gekauft hat.
Sibylle hat sofort danach gefragt und sich dann auch umgehend für heute Abend zum Dinner eingebucht.

Also nix wie hin…

Im „To Steki“ schmeckt es einfach immer

Nach dem Essen trennen sich unsere Wege für kurze Zeit. Ich setze Sibylle bei NESSAJA ab und fahre dann auch umgehend weiter zum Hafen von Lakki.

Dort trifft pünktlich um 22.30 Uhr die BLUESTAR 2 Nachtfähre aus Kos ein.
An Bord Tom und Jörg, die Beiden wollen eine Eignergemeinschaft bilden und haben dafür INSPIRATION ins Auge gefasst.

BLUESTAR 2 aus Kos trifft ein

Wir erkennen uns, begrüßen uns und sind uns – ich hoffe, ich darf für alle sprechen – auf Anhieb sympathisch.

Die Beiden haben einen langen Reisetag hinter sich und wollen ohne über Los zu gehen im Hotel einchecken.
Morgen würde ja auch ein langer und vermutlich anstrengender Tag folgen.

Der Beiden Wunsch ist mir Befehl. Ich bringe die Kumpels ins „Bianco Hotel“, überlasse ihnen den Leihwagen und brummle dann, mit der zuvor hier abgestellten, GS zurück nach Hause.

Auch wir gehen früh ins Bett, morgen wird abermals ein aufregender Tag – wir stellen Pauls Bavaria 39 Cruiser vor!

Früh am Morgen – wir wollen uns um 09.00 Uhr treffen

Ich stelle mir extra den Wecker – ich kann, ohne meine zwei Tassen Überlebenselixir, nicht in die Außenwelt treten.
So schlürfe ich genüßlich meinen Kaffee und schnappe mir dann alles, was ich zum Besichtigungstermin benötigen würde.

Telefon, Brille und… – ach ja, die Schlüssel!

Jetzt geht´s los

Ich schlendere Richtung Marinapforte und möchte am Weg noch schnell „nach rechts abbiegen“, da kommen mir Tom und Jörg auch schon entgegen.
Offensichtlich hat die Neugierde die Beiden auch herausgetrieben, so zeige ich kurz die Richtung zum Steg und entschuldige mich – „…bin in fünf Minuten da“!

Wir entern das Boot und los geht´s…

Fachsimpeln an Bord von INSPIRATION

Der Tag ist lang – wir testen zusammen alle erdenklichen Systeme und kriechen in jeden Winkel.
Es kommen viele Fragen auf, einige notieren wir auf einer Liste, um diese später am Telefon mit dem Eigner zu besprechen.
Die meisten der Themen kann ich jedoch beantworten und erklären, so dass letztlich erfreulich wenig offene Punkte übrig bleiben.

Mittags macht Sibylle uns einen Kaffee, den wir gemeinsam an Bord von NESSAJA genießen.
Das Wetter ist optimal, wir können zur Kaffeezeit im Cockpit sitzen und viele Themen rund um die Bavaria 39C diskutieren.

Am Nachmittag wollen die Interessenten ein bisschen alleine an Bord verweilen – wie wirkt das Schiff? Natürlich gibt es auch Internas zu besprechen.
Wir vereinbaren uns, dass Sibylle und ich in der Zwischenzeit mit dem Leihwagen eine offene Fischtaverne ausfindig machen, einen Tisch reservieren und am Heimweg einen kleinen Snack mitbringen.

Eineinhalb Stunden später sitzen wir im Cockpit von INSPIRATION und essen ein Giros nebst Bierbegleitung.

Langsam haben wir alle Punkte besprochen – leider bekommen wir den Cockpitplotter nicht zufriedenstellend hin, er bleibt ziemlich dunkel. Ein Defekt?
Die Antwort bleibt offen, der Bildschirm ist nicht ablesbar, eine testweise Veränderung der Einstellungen nicht so ohne Weiteres möglich.

Wir verabschieden uns, etwas Ausruhen ist angesagt – in zwei Stunden würden Tom und Jörg uns an der Pforte zum Dinner abholen.

Ein 1.8kg Red Snapper

Unsere „Wahl“ fiel auf die „Psarotaverna Gourna“, die wir vom Hörensagen her kennen.
Wir waren aus eigenem Antrieb noch nicht dort, da Freunde von uns sowohl sehr positiv als auch recht negativ urteilten.

Diesmal war die Aus“wahl“ eher keine echte Wahl – mangels echter Alternativen.
Eine Situation, welche sonst meist in der Politik auftritt, lässt uns entscheiden, hier einen Tisch zu reservieren und den Fisch vorzubestellen.
Es hatte Ende Januar am Montagabend einfach keine andere Fischtaverne offen…

Was soll ich sagen – wir haben sehr gut gegessen!
Sibylles Thunfisch war etwas zu arg durchgebraten, den bestellten Gargrad „medium“ konnte der Koch bei der dünnen Scheibe nicht halten.
Der Snapper und die Meze, sowie der griechische Salat waren aber hervorragend!

Dazu gab es Shrimps in Kadaifi als Gruß aus der Küche sowie einen Orangenkuchen als Dessert.
Tom ließ es sich nicht nehmen eine Einladung auszusprechen, dafür noch einmal ein herzliches DANKESCHÖN!

Wir ziehen weiter ins „Café Palma“ um dort noch einen Ouzo zu trinken – aus diesem werden dann zwei, plus zwei Bier – denn wir haben was zu feiern!

Ihr ahnt es – bei dem bereits angesprochenen Telefonat mit Paul wird man sich einig, die mündliche Kaufzusage wird gemacht, es sieht also so aus, als hätte INSPIRATION einen neuen Eigner.

WOW – was für ein Tag!
Wir kommen spät ins Bett – allerhöchste Zeit, denn die Neueigner nehmen bereits am kommenden Morgen um 04.00 Uhr, die Morgenfähre nach Kos, von wo aus der Flieger via Athen nach Deutschland geht.

„Hier haben wir das Auto geparkt!“

Die Beiden parken bei der Abreise den Leihwagen am Hafen und schicken mir den Standort per WhatsApp. Ich fahre dann am frühen Vormittag mit Sibylle dorthin, um den Wagen abzuholen und zurück zum Autoverleih zu bringen.

Da es um diese Jahreszeit keine verbindlichen Öffnungszeiten gibt und ich nicht mehrmals nach Rena suchen möchte, um meine Schulden zu bezahlen, kommen die Banknoten einfach zusammen mit dem Schlüssel unter die Fußmatte – ich liebe Griechenland!

Wagenrückgabe „Greek-Style“

Puh, geschafft! Der lang ersehnte Besichtigungstermin ist vorüber, der Ausgang mehr als positiv!
Ich freue mich in jeglicher Hinsicht! Für Paul dafür, dass der Verkauf ohne Mühe und reibungslos vonstatten ging, für Tom und Jörg und deren Familien darüber, dass sie ein wirklich sehr gutes Schiff erwerben konnten.

Ich bin überzeugt, dass die Beiden auch die Marinacommunity bereichern werden – ich freue mich schon auf den nächsten Besuch…

Klar, in den nächsten Tagen gibt es einiges zu Planen, aber jetzt konzentrieren sich Sibylle und ich erstmal auf die noch offenen Aufgaben.
Allen voran die geflutete Backskiste von EDINA – hier heißt es „auf ein Neues!“

Abermals ausräumen und trockenlegen
Das durchweichte Gut wird zum Trocknen drapiert

Zwei Tage später werde ich die trockenen Sachen an andere Orte verstauen und die undichte Backskiste leer lassen.
Ob ich die Ursache suchen und finden werde, lasse ich noch offen, da muss ich erst sehen, ob ich die Zeit dafür aufbringen kann und möchte.

Klappt das nicht, werde ich eben immer nach heftigem Regen, die Kiste leeren und austrockenen lassen – sei´s drum…

Auf diese Art und Weise verfliegt auch dieser Tag.
Ich bräuchte jetzt einen Tag Pause, etwas Ruhe, doch es ist Dienstag und wie an jedem Dienstag, habe ich auch heute noch einen fixen Termin 😉

Κάθε Τρίτη είναι το μάθημα των ελληνικών μας

Ireni als gestrenge Lehrerin – Zuckerbrot und Peitsche

Der Kurs macht mir Spaß und doch leide ich!
Griechisch ist eine schwere Sprache, das Lerntempo ist hoch. Unsere Gruppe ist homogen, inzwischen sind zwei Frauen als neue Teilnehmerinnen dazu gekommen und bereichern die bis dato reine Männergruppe.

„Lehrerin“ Ireni wechselt mehrmals die Rolle, zwischen singender Motivatorin bis zur unbarmherzigen Treiberin wechselt sie, um uns bei Laune zu halten und doch hoch gesteckte Lernziele zu erreichen.

Ich spüre deutlich den Unterschied zwischen Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis und merke – ich bin nicht mehr 30!

Pünktlich um 18.15 Uhr endet der Kurs – ich habe Hunger und ich will heim – ENOUGH for today!
Als ich von Lakki in die Marina fahre, wird es gerade Nacht. Man merkt, dass die Tage wieder länger werden.

Die Nacht bricht herein, ich freue mich auf etwas zu Futtern

Der Abend verläuft unspektakulär. Aber nach dem zu Bett gehen merke ich, dass ich schlecht einschlafen kann.
Der Plotter von INSPIRATION beschäftigt mich…

Ich will nicht glauben, dass der hochwertige B&G Kartenleser wirklich defekt ist. Ich will nach dem Rechten sehen und packe das auch gleich nach dem Frühstück am neuen Tag an.

Ich habe ein Download der Betriebsanleitung und das Gefühl, dass der sehr dunkle Bildschirm etwas mit einer unbeabsichtigt verstellten Helligkeitsregelung zu tun hat – ich mäandere mich daher fast blind durch das Menü und siehe da…

Läuft wieder!

Ich bekomme das Multfunktionsdisplay wieder zum Laufen und vermelde das auch sofort den Käufern und dem Verkäufer!
Der Plotter ist intakt und kann von der Liste genommen werden.

Der erste Monat des neuen Jahres geht in den Endspurt, mal sehen was der Tag noch bringt – wir schreiben den 29.01.2025.
Noch zweieinhalb Tage Januar 😉

Ein Regentag! Natürlich! Was denn sonst?
Das Wetter hier ist so, wie man es in Deutschland dem April nachsagt – es weiß nicht was es will.
An einem Tag frühsommerlich warm, am nächsten Tag wolkenbruchartige Regenfälle.
Der Wetterbericht verheißt ganztägig nichts Gutes, ich mache mich also an meine Duschpumpe!

Ein Riesenloch – voll mit Schlatz

Es ist unglaublich was sich Dufour da geleistet hat! Als Neubootkäufer schaust Du ja nicht in solche Ecken.
Ein überdimensioniertes, ovales Loch, aus dem ein von der anderen Seite unzugängliches Schlauchende ragt.

Durch die Position der Pumpe, bleibt über dem Schlauch ein Spalt welcher gut abzudichten wäre.
Darunter jedoch klafft eine Lücke, aus der das Duschwasser ungehindert in die Bilge fließen könnte – also muss man dies abdichten.
Hier kommt die Werft ins Spiel – und dieser fällt nichts anderes ein, als das Loch weitgehend unkontrolliert und ins Leere, mit Silikon aufzufüllen.

Diesen Klumpen hat Dufour hinter den Schlauch geschmiert – schämt euch!!!

Irgendwie haben sie es in der Produktionshalle dicht bekommen.
Mein erster Versuch ist kläglich gescheitert und ich habe keinerlei Lust, mich mit solchem Murks zu beschäftigen – ENOUGH!

Ich habe mir also eine Lösung mit einem Verschlussdeckel und einer Schlauchdurchführung erdacht – diese ist leider etwas kompliziert, weil man die Pumpe eigentlich durch die Befestigungslaschen von oben einbaut und dann den Schlauch aufsteckt.
Ich muss aber die Pumpe von der Seite auf den Schlauch schieben, da sind aber die pumpeneigenen Befestigungslaschen im Weg.
Ich werde die Pumpe daher auf einer Montageplatte vormontieren, diese dann einkleben und gleichzeitig damit das Loch verschließen – alles klar?

Nein??? Dann seid gespannt! Giorgos baut mir etwas aus V4A, Anfang Februar wird repariert 😉

Der letzte Tag des Monats empfängt uns dann abermals freundlich…

Ein Traumtag – frühsommerlich warm

Es verspricht ein sehr schöner, geselliger Monatsabschluss zu werden, Marcus hat sich, in Begleitung seiner Mädels, zum Besuch angemeldet – man hätte nichts zu erledigen, man käme einfach um uns zu besuchen.

Wir freuen uns und senden umgehend ein Bild von DARKSYDE, den Kran solle man einfach ignorieren 😉

Der große Kran – zur Reparatur über DARKSYDE geparkt

Sibylle und ich drehen eine Marinarunde und genießen das herrliche Wetter, danach rufen die Pflichten.
Meine gute Gattin jagt eine Ladung Wäsche durch die Maschine und setzt sich dann zum Englisch Lernen ins Cockpit.

Ich habe ein paar Mails zu schreiben, dann genehmige ich mir ebenfalls eine Griechisch Session mit Duolingo.

Auf unserer Marinarunde haben wir wieder eine schöne Perspektive auf NESSAJA
Blumen blühen, die Insel ist grün

Nach dem Lernen müssen wir los. Die Freunde kommen mit der Katamaranfähre aus Lipsi und werden um 14.20 Uhr ankommen.
Wir wollen sie überraschen und an der Fähre abholen, vielleicht geht ja ein gemeinsamer Kaffee im „Navarone“.

Wir kommen pünktlich in Agia Marina an und parken das Mopped vor dem In-Lokal.

Schnell Pullover ausziehen – man schwitzt sonst

Es dauert kaum 10 Minuten und die Fähre kommt an. Wer glaubt, dass Ende Januar nix los ist, der täuscht sich gewaltig!
Viele Menschen kommen an, noch mehr verlassen für diverse Wochenendbesuche die Insel.

Es herrscht reges Treiben am Fährhafen…

Die Freunde kommen an, ich kann sie schon sehen
Da sind sie – viel zu dick angezogen

Wir begrüßen uns, unsere Idee ein wenig in der Sonne zu sitzen und einen Kaffee zu trinken wird einstimmig angenommen.

Ok, zugegeben, wir blasen die Bestellung etwas auf – zu den Kaffees ordern wir eine Limo für Lilly und einen Aperol für Susanne.
Marcus und ich steigen gleich mit einem Ouzo ein – eine gute Wahl, denn zu dem gibt es Meze.

Plötzlich war der Tisch irgendwie voll und wir saßen länger als geplant! Ein guter Einstand!
Die Freunde waren gleich so begeistert vom „Navarone“, dass wir beschlossen haben, heute Abend hier zu essen.

Klar sitzen wir auf der Terrasse
Ouzo und Meze, dazu ein Espresso – perfect day

Unsere Runde löst sich auf. Marcus hat in der Marina noch etwas zu besprechen, Sibylle möchte noch beim Gemüsehändler einkaufen und ich muss Geld abheben – morgen ist der Erste!
Ach ja, tanken müssen wir auch noch…

Es vergeht also noch ein bisschen Zeit, bis wir in der Marina ankommen.
Die Stimmung ist wieder herrlich und ich genieße diesen Tag – genau darum sind wir hier – das Leben ist schön!

What a beautiful day!

Wir haben Hunger – ist´s noch lang bis zum Abendessen?

Fast schon telephatisch gesteuert, trudelt eine Nachricht von Marcus ein – „…wenn ihr früher wollt, gerne. Wir haben Hunger!“
Perfekt! Wir ziehen die Verabredung also um eine Stunde nach vorne – Treffpunkt 18.30 Uhr.

Als ob ich höhere Mächte angefleht hätte, dass man mir Zeitvertreib schicken möchte, ruft dann Ralf an, um ein paar Kleinigkeiten zum Antifoulinganstrich seiner CHILI zu besprechen.
In der Zwischenzeit verpasse ich eine Nachricht von Paul bezüglich Vertragsformalitäten zum Verkauf von INSPIRATION.

Als ob das nicht genug wäre, sendet mein Sohn ein Foto, dass er gerade im Moment unseren roten Deutschlandflitzer zur Reparatur abholt.
Ich bedanke mich artig!

Ok, die Reparatur unseres Honda Civic scheint anzulaufen – Fingers crossed

Trotz der Vorverlegung des Termins und der nun scheinbar fliegenden Zeit, kann Sibylle es nicht mehr aushalten.
Vom Hunger geplagt, reißt sie eine Tüte „Dakos“ auf und knabbert gierig an den harten, trockenen Scheiben.

Von Nix kommt Nix

Dann aber…
Die Wartezeit war vorbei und wir machen uns auf den Weg zu DARKSYDE um mit Marcus, Susanne und Lilly ins „Navarone“ zu fahren.
Dort gönnen wir uns ein leckeres Dinner und haben viel zu bequatschen

Unsere Diskussionsthemen reichen von A wie Afghanistan über H wie Habeck und S wie Saildrive bis zu Z wie Ziegen.
Klingt komisch, ist aber so…
Diese Themenvielfalt, garniert mit zwei Gläsern Wein auf der einen und zwei Flaschen Bier auf der anderen Tischseite, waren Garant für eine spannende, lustige und allumfassende Beleuchtung des Weltgeschehens.
Ok, den Ouzo habe ich verschwiegen, der hat das Ganze noch ein wenig enthemmt.

Kurz, wir hatten echt Spaß!

Der Abend endet spät – wir kommen nachts zurück in die Marina. ENOUGH – heute bleibt der VPN Kanal geschlossen, wir sind müde – ab ins Bett! Gute Nacht NESSAJA, gute Nacht Freunde, gute Nacht Januar und καληνύχτα Λέρος…

Das Bild war gegen 18.15 Uhr aufgenommen worden – ist aber ein guter Abschluss

Der Ausblick auf Februar…

Der Verkauf von INSPIRATION und die Vorbereitung der Übergabe wird sicher ein Thema des kommenden Monats sein.
Sibylle fliegt am 13.02. für sechs! Wochen nach Deutschland – auch das ein prägnantes Geschehen während der folgenden Wochen.

Darüber hinaus wird interessant, ob ich mit Giorgos eine Lösung für das leidige Pumpenproblem erarbeiten kann.

Die wichtigste Frage wird aber sein – rührt sich etwas in Sachen Wohnungsverkauf in Deutschland und zum Thema Hauskauf in Griechenland?

In diesem Sinne – hoffen wir auf einen ruhigen, wunderbaren zweiten Monat des Jahres 2025! Bleibt uns gewogen, auf bald…

Herzliche Grüße von Bord der NESSAJA
Mario & Sibylle

2 Kommentare zu „Januar 2025 – Enough“

  1. Danke Mario für einen wieder sehr informativen und persönlichen Monatsbericht.

    Weil ich ja Leros sehr gut kenne, sehe ich bei Deinen Berichten die beschriebenen Plätze vor meinem inneren Auge und freue mich, über sie auch was in der Winterzeit erzählt zu bekommen bzw. was sich auf Leros überhaupt so tut.

    Ich drücke Dir und Sibylle die Daumen, dass Hauskauf und Bootsverkauf gut klappen wird.

    Liebe Grüße Tom

    P.S.: In Januar weder SouvLakki noch Rapapis am Programm? Kann ich nicht glauben 😉

    1. Hallo Tom, danke für Dein nettes Feedback und die herzlichen Wünsche. Du wirst ja irgendwann hautnah mitbekommen wie es weitergeht. Tatsächlich war „SuVLakki und Repapis“ Pause, denn der Grill war lange geschlossen und hat auch jetzt nicht täglich geöffnet (Sibylle kocht im Winter eigentlich immer) und für den Eispalast war es einfach nicht gemütlich genug.
      Wir waren zweimal und es ist einfach etwas zu frisch…
      Aber das wird wieder! 😉
      Liebe Grüße und auf bald
      Mario

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