Oktober 2024 – „Word Up!“

Die Headline des Monats Oktober bedarf unter Umständen einer kleinen Erklärung – Cameo intonierte den Funk / R&B Song „Word Up!“ im Jahr 1986, der prägnante Slogan wurde dadurch einer breiten Masse an Musikfreunden geläufig.

Bei mir hat die Nummer nie gezündet, dennoch war ich neugierig, für was „Word Up!“ eigentlich steht – ich darf hier kurz das allwissende Google zitieren…

„Word up“ ist eine umgangssprachliche Phrase, mit der Zustimmung, Billigung oder Begeisterung ausgedrückt werden . „Word up“ wird im Allgemeinen synonym zu „Ich stimme zu“ oder einem begeisterten „Ja!“ oder „Großartig!“ verwendet. Normalerweise sagt man damit, dass jemand mit etwas einverstanden ist oder von etwas wirklich begeistert ist.“

Ja, damit sind wir doch schon beim Bezug zum Blogbericht des Monats Oktober – kein aufregender und doch ein umtriebiger Monat, welcher uns einige spontane Entscheidungen abverlangte. Hat alles geklappt? „Word Up!“, na klar… 😉

Gähn – waaaas, schon Oktober???

Der kühle Abschlussabend des letzten Septembertages ist vergessen, ich krabble aus den Federn und blättere das Kalenderblatt um – die Kinder grinsen mich an und ich werde etwas wehmütig…

Die Familie ist abgereist, es wird eine Weile dauern, bis wir die einen oder anderen wiedersehen. Ich freue mich aber auch über den Kalender – es ist ein liebgewonnenes Geschenk das uns Freude macht und das wir sehr schätzen.

Ich koche Kaffee, die wichtigste Handlung um den Tag zu eröffnen und denselben einen guten werden zu lassen!

Die „Dinzler“ Dose ist eine Hommage an unseren Lieblingskaffee in der Heimat – der Inhalt ist längst profaner Standardware gewichen

Mit einer köstlich duftenden Tasse des heißen Koffeingebräus setze ich mich auf meinen Platz und starte das Mobiltelefon…

BIMM! Eine Nachricht schneit herein, natürlich könne der griechische Vertreter des italienischen Produzenten von Wasseraufbereitungsanlagen der Firma „Schenker“ eine Reparatur und einen Service anbieten – wir sollen die Anlage schicken.

Ich leite die Mail an Hans Peter weiter und schlürfe in Ruhe meinen Kaffee zu Ende, dann schlendere ich entspannt zum Pick-Up des saarländischen Freundes.

Dieser ist schon fleißig – nun, Morgenstund´ hat Gold im Mund!

Wir müssen das Gerät noch verpacken

Gemeinsam lupfen wir die Apparatur auf eine Halbpalette und verpacken das sensible und teure Trum gehörig. Dann fahren wir, zum dritten Mal innert der letzten sechs Wochen, zu „Leros Trans“, der Spedition, die unsere Fracht zur Zieladresse nach Athen verschiffen soll.

Man lädt mit dem Gabelstapler ab

Die Procedur der letzten Male wiederholt sich – was ist drin, wie schwer ist es, wohin soll es? Muss es versichert sein, wie hoch ist der Wert – und wird es in der Athener Zentrale abgeholt???

Die liebe Christina, eine resolute Mittvierzigerin mit der Stimme eines Laubbläsers, kümmert sich um unser Anliegen und schon wenige Minuten später können wir das Speditionsgelände wieder verlassen. Wieder was geschafft – das war der letzte Streich!

Hans Peter ist unruhig – sein Hund Merlin ist beim Tierarzt und bekommt eine Zahnreinigung. Das ist an sich nichts Schlimmes, aber es wird bei Vollnarkose durchgeführt. Er sorgt sich und weil er Gewissheit braucht, suchen wir unsere Frauen auf – sie warten im Café vor dem Tierarzt.

Alles ok, man müsse sich nicht sorgen! Ok, dann zwei Cappuccino bitte…

Mir fällt ein Mann auf, der die Mauer seines Geschäftes verschönert.

Gefällt mir!

Zugegeben, der Pinsler ist kein Picasso, aber ein Lerianer, der sich gegen Tristesse und Verfall stemmt – ein „einsamer Kämpfer“ sozusagen, denn die Mehrheit akzeptiert den „morbiden Charme“ des Ortes.

Wir leeren unsere Tassen und fahren zurück in die Marina. Dort trennen sich unsere Wege für eine Weile, denn wir haben unabhängig voneinander genug zu tun. Die Freunde aus dem Saarland bereiten sich langsam auf ihre Heimreise vor. Sibylle und ich haben noch ein paar Kleinigkeiten auf ELOWYN zu erledigen.

An diesem Tag treffe ich mit Volker eine richtungweisende Entscheidung bei einem längeren Telefonat – er wird mit einem Freund nach Leros kommen und sein Schiff hier übernehmen, eine Verbringung nach Kos durch uns ist nicht nötig.

Ich bin happy mit dieser Entscheidung, denn die Verbringung hätte für uns einen erheblichen Aufwand bedeutet. Klar, auch eine reizvolle Sache, aber letztlich unnötig, denn Volker hätte am Tag nach der Übergabe die Meilen gutmachen müssen, welche Sibylle und ich unter hohem Zeit- und Geldaufwand tags zuvor vernichtet haben – Unfug!

Daher die Entscheidung! Das Schiff bleibt in der Marina, wir machen es reiseklar und Volker übernimmt hier. Aufgrund der schlechten Fährverbindungen an seinem Ankunftstag, organisieren wir ihm ein „Speed RIB“ als privaten Taxi-Shuttle…

Sind alle einverstanden? Ja klar, „Word Up!“

Sofort gehen Sibylle und ich auf ELOWYN und beginnen damit, unsere Aufgaben abzuarbeiten. Es sind nur vier Tage Zeit, den blauen Riesen reiseklar zu machen! Beginnen wir mit der Reparatur der Schlauchtrommel – kleine Ursache, große Wirkung!

Ich kann das gute Gardena Teil reparieren

Irgendwas im Inneren der Gardena Trommel war gebrochen. Der Reparaturversuch war dringend geboten, denn man bekommt auf Leros nicht so einfach eine Gardena Trommel, zudem ist diese so modifiziert, dass sie in einer Backskiste hängt – man kann eine andere Trommel nicht mir nichts, dir nichts umbauen.

Ich habe die teure, deutsche Qualitätsware zerlegt und instandsetzen können. Der zweistündige Aufwand hat sich gelohnt!

Ein paar weitere Handgriffe gelten dem Wassermacher, dieser muss alle zwei Tage für ein paar Minuten laufen, um die Anlage nicht verkeimen zu lassen. Also starte ich das Gerät…

Alle Schalter auf ON – Druck aufbauen…
…und schon sprudelt feinstes Trinkwasser

„Word Up!“ – ICH verwandle Seewasser in Trinkwasser! Ein wenig fühle ich mich so, als könne ich über Wasser laufen, verzichte jedoch darauf, es zu versuchen, da Sibylle mich am T-Shirt festhält.

So verplempern wir den Nachmittag und ziehen am frühen Abend zurück auf unsere NESSAJA. Ein Dinner im „Aloni“ in Xirokampos steht auf dem Plan – wir treffen uns abermals mit unseren österreichischen Freunden, der SAGITTA Crew, stellen Eva und Mario aber zugleich Hans Peter und Petra vor.

Der Grund liegt auf der Hand – Mario plant, seine Dufour 38C im Winter abzuschleifen und mit Coppercoat zu versehen – die Erfahrungswerte von Hans Peter und mir sind für ihn interessant.

Am frühen Abend brechen wir Richtung Südspitze von Leros auf…

Die Sonne ist weg, die blaue Stunde beginnt
Der „Welcome Tree“ vor dem „Aloni“
Wirt Lefteris dekoriert geschmackvoll

Wir stellen die beiden, mit uns befreundeten Crews, einander vor und nehmen an unserem reservierten Tisch Platz. Natürlich starten sofort Coppercoatgespräche – wir bedienen alle Klischees!

Die Männer sprechen über die geeigneten Exzenterschleifer, die Schleifpads mit idealer Körnung und über die Notwendigkeit von Atemschutz. Unsere Frauen dagegen, tauschen sich über Katzenbabies, den verfressenen aber „soooooo süßen, fetten, häßlichen Restauranthund“ und über Merlins Zahnreinigung aus.

Hat Spaß gemacht, auch Hans Peter strahlt

Ach ja, fast vergessen – gut gespeist haben wir auch!

Seafood-Spaghetti, waren sehr lecker

Wir hatten einen kurzweiligen Abend und dabei sehr viel Spaß. Die Zeit verging wie im Flug und als wir endlich alle Getränke geleert hatten, war es kurz vor Mitternacht.

Zeit zu gehen! Eva und Mario klettern in ihren Takacat und tuckern zurück auf ihre SAGITTA, die in der Südbucht von Leros vor Anker liegt.

Petra und Hans Peter fahren gleichzeitig mit uns Richtung Leros Marina Evros und erklimmen die Leiter zu ihrer LIBERTÉ, wo Irish Terrier Merlin schon schmachtend auf ihre Rückkehr wartet.

Sibylle und ich ziehen uns auf unsere NESSAJA zurück und kriechen müde in die Federn. Morgen früh schon ruft ein neuer Termin…

Wir sind nämlich um 08.30 Uhr bei Marietta zum Frühstück verabredet. Den gemeinsamen Start in den Tag, haben wir HP zu seinem Geburtstag geschenkt. Er musste lange warten, denn die Einladung schloss seine Gattin mit ein – heute war es soweit…

Wir haben einen schönen Platz und lassen es uns gut gehen
Kaffeespezialitäten, frischer Orangensaft und verschiedene Toasts und Sandwiches werden bestellt…
…dazu gibt es verschiedene Omeletts oder Spiegeleier
Natürlich gibt es das obligatorische Bild für´s Familienalbum

Während wir sitzen und unser Frühstück zelebrieren, taucht eine lustige Herrencrew auf. Auch sie suchen einen Tisch für das Frühstück.

Die drei sind uns aufgefallen, weil sie die Taverne mit Schwimmwesten betreten haben. Das ist per se nicht verwerflich – lustig ist es unter den gegebenen Umständen allemal…

Safety first

Die Dinghyüberfahrt vom Ankerfeld ans Ufer dauert ungefähr drei Minuten. Am heutigen Tag herrschte kaum Wind, es war sonnig und freundlich. Auch war das Meer nicht kalt.

Ok, alle drei hätten Nichtschwimmer sein können oder einfach nur sehr auf Sicherheit bedacht – aber wäre es dann nicht logisch, dass man gleich nach dem Erreichen des sicheren Ufers, sich der lebensrettenden Weste entledigt?

Nicht so die drei Seebären! Sie behielten die Rettungswesten noch geraume Zeit an und trugen diese auch noch, als vor dem Kaffeegenuss das stille Örtchen benutzt wurde 😉

Da schmunzelt auch Takis´ Schwester…

Ich war besorgt – hatte ich etwas überhört? Würde die Welt untergehen und ich war nicht gewappnet? Ich konnte erst wieder konzentriert an den Gesprächen an unserem Tisch teilnehmen, als die sicherheitsbewussten Tischnachbarn sich ihrer Westen entledigten.

Glück gehabt!

Irgendwann am späten Vormittag war unser Frühstück zu Ende. Wir begleichen die Rechnung und fahren zurück in die Marina. Wieder widmen sich Hans Peter und seine Petra den Rückreisevorbereitungen und wir uns unserem Patenschiff ELOWYN – heute stehen die Reinigungsarbeiten auf dem Programm.

Beim Wässern und Schrubben ist Sibylle die treibende Kraft
Die Fugen lösen sich langsam auf – überall die schwarzen Popel

Das Schrubben der 68 Fuss Yacht ist eine Sklavenarbeit! Nicht nur, dass die schiere Größe natürlich fordernd ist, es stellen sich zudem zwei weitere, erschwerende Faktoren ein…

Erstens – der beschädigte Decklack der polnischen Lady. Leider fliegt dieser beim Schrubben in Fetzen vom Aufbau und dem Decksalon – Klarlackfetzen überall! Diese haften an und sind schwer wegzubekommen – das ist übrigens auch der Grund, warum der blaue Riese nach Preveza zum Refit überführt wird – ELOWYN erhält diesen Winter eine Komplettlackierung! Doch dazu später mehr…

Zweitens – die Außenfugen des Flexiteek-Decksbelages lösen sich inzwischen auf. Diese bilden dann kleine Popel, welche auf dem Deck zu liegen kommen und breitgetreten werden. Auch diese sind nur äußerst schwer zu entfernen und auch dieses Manko soll beim Refit beseitigt werden.

Ich helfe meiner Frau wo ich kann, klettere und kraxle dabei wie eine bayerische Berggams – doch leider nicht so geschickt! Wie immer ziehe ich mir eine klaffende Fleischwunde zu 😉

Am Schienbein tut´s weh… (links)
…weiß ich aus Erfahrung! (rechts)

So vergeht auch dieser Nachmittag relativ unspektakulär – bis das große Schiff von den Salzwasserkrusten der vergangenen Segelwochen befreit ist, bis auch die Bordwand wieder einigermaßen glänzt, kurz – bis der Dampfer übergabefertig für die Überführungsfahrt ist, bis dahin vergehen die Stunden!

Aber am Spätnachmittag ist es soweit – wir verlassen die nun saubere und nahezu fertige ELOWYN und gehen nach Hause.

So, jetzt passt alles – es kann losgehen

Auf NESSAJA angekommen, erhalte ich die Zusage für den Leihwagen um Volker und Chris bei ihrer Ankunft abzuholen. Zudem kann ich final abklären, dass das Taxi-RIB zum vereinbarten Zeitpunkt in Mastichari auf Kos, auf die beiden warten wird.

Check! „Word Up!“ – ich bin zufrieden und gehe mit Sibylle ins „SouVLakki“ und anschließend auf ein Eis zu „Repapis“. Wohl verdient am heutigen Tage!

Im Oktober ist abends nicht mehr soviel los
Kaffee und Eis schmecken trotzdem – aber irgendwas stört mein Auge!!!
Besser! Kennt ihr eigentlich Adrian Monk?

So ein schöner und gelungener Tag! Sibylle ist verwegen und lässt sich von mir verleiten, dass wir noch auf einen Absacker ins „Palma Café“ gehen – ein Ouzo zum Abschluss…

Perfekt! Heute fehlt es an nichts!

Dafür, dass immer Meze zum Ouzo gereicht werden, dafür kann ich nichts!

Es ist fast Mitternacht als wir zuhause ankommen – nix wie ab in die Falle, die Nacht wird kurz.

Ein neuer Morgen! Die Sonne blinzelt schon in unser Schlafgemach, als wir die Augendeckel öffnen. Es muss schon etwas später sein! Also nix wie raus aus den Federn!

Wir laben uns an einem kleinen Frühstück und ich korrigiere meinen Koffeinpegel – dann geht es los. Heute steht eine Abwechslung auf dem Plan – wir sehen mal wieder ein Haus an.

Ein schönes Objekt steht zum Verkauf

Freunde von uns haben von dem zum Verkauf stehenden Objekt erfahren und bitten uns, ein paar reale Vor-Ort Bilder zu schießen. Wir sollen doch bitte einschätzen, wie das Objekt einzuordnen ist.

Wir brummeln also mit dem Mopped einmal quer über die Insel und parken direkt vor der uns bekannten Immobilie. Dann schleichen wir, so gut es eben geht, um das Objekt und fotografieren von allen Seiten.

Schöne Einfahrt, Garagen, toller Garten
Privater Strand

Das Haus ist über 100 Jahre alt aber mehrfach umfänglich renoviert. Es ist klein, schnuckelig und authentisch – aber dadurch eben auch nur bedingt modern.

Wenn man dies bei der Preisfindung berücksichtigt, dann ist der aufgerufene Preis – trotz Meergrundstück – einfach zu hoch.

Dies ist nur unsere unmaßgebliche Einschätzung, aber wir geben diese dennoch an unsere Freunde weiter. Ich erlaube mir dazu, den Link zur edelsten Immobilie auf Leros beizufügen – auch sehr kostspielig, aber im direkten Vergleich eine andere Liga.

Ich überlege mal wieder, ob es nicht doch eine gute Option wäre, dass wir NESSAJA gegen eine Immobilie auf Leros tauschen – aus wirtschaftlicher Betrachtung allemal…

Was nun? Es war noch viel Tag übrig, wir hatten heute nicht allzuviel zu tun – so entscheiden wir, dass wir mal wieder an den Panteli Strand fahren. Dort ist inzwischen wieder Ruhe eingekehrt.

Liege in der ersten Reihe – Panorama nach Kalymnos
Ich gönne mir ein geeistes Bier, Sibylle bleibt bei Limo
Wir gehen Baden und relaxen

Was mich echt verwundert ist, dass es auch in der Nachsaison noch immer die Schlauchbootdeppen gibt! Was bewegt einen durchschnittlich intelligenten Menschen dazu, mit einem aufgeblasenen Wasserfahrzeug, in Gleitfahrt vom Anleger wegzufahren und dabei den Schwimmerbereich und die Hafeneinfahrt zu passieren? Haben die Typen echt so kleine Eier???

Wer langsam macht hat länger Spaß – wie sooft im Leben

So verbringen wir den Nachmittag – um nicht zu sagen wir verplempern ihn! DAS ist wahrer Luxus! Irgendwann wird es aber Zeit, in die Marina zurück zu kehren. Wir sind zum Dinner verabredet, sollten uns etwas frisch machen und dem Anlaß entsprechend kleiden!

Der Tag hat eine besondere Note – heute reisen Hans Peter, Petra und Merlin ab. HP und ich hatten einen intensiven Sommer, während dessen wir zehn Wochen lang jeden Tag miteinader verbracht und gearbeitet haben.

Wir haben fast jeden Tag zusammen gegessen, geschwitzt, geflucht und uns gefreut. Es war ein Sommer voller Herausforderungen aber auch voller großer, erfolgreicher Momente.

Es wurde Zeit für eine Pause, ich freue mich auf die Zeit ohne den täglichen Rapport bei meinem saarländischen Freund – und doch bin ich traurig. Was mach ich eigentlich jetzt??? Vermutlich falle ich in ein seelisches Tief…

Heute aber nicht! Heute wird der letzte Abend der Freunde gefeiert – Hans Peter lädt zur Sause!

Der Schein trügt…
…die Wahl der Saarländer fällt auf die Taverne „o´ Karaflas“
Ein schöne Stimmung
Wir haben unseren „Stammtisch“ und schlemmen was das Zeug hält
Dabei genießen wir den wunderbaren Ausblick über die Bucht von Vromolithos

Was wäre ein Abschiedsabend ohne ein letztes Eis bei „Repapis“? Wie oft sind wir hier gesessen – haben über Lösungen gebrütet, uns eine Verschnaufpause gegönnt, oder uns einfach für erreichte Zwischenziele – heute sagt man „Milestones“ – belohnt!

Heute kehren wir hier ein, um den Abschied „rund“ zu machen – und uns auch…

Schlaraffenland
Bereits für Halloween dekoriert

Wir schlemmen unsere Eisbecher bis kurz nach 22.00 Uhr – dann ist es soweit! Es heißt Abschied nehmen, Servus bis zum nächsten Jahr! Dann machen wir LIBERTÉ fertig und bringen sie wieder zu Wasser – bis dahin habe ich ein Auge auf sie.

Wir drücken uns und wünschen „frohe Weihnachten und einen guten Rutsch“, sowie die obligatorische gute Heimreise – dann trennen sich unsere Wege.

Yassou ihr Lieben, bis nächstes Jahr
Weg sind sie

Es fühlt sich komisch an! Ich bin erleichtert und tieftraurig gleichzeitig. Es war ein schöner Abend mit einem bittersüßen Ende.

Sibylle und ich fahren heim auf NESSAJA und gehen ins Bett, morgen arbeiten wir ein bisschen an unserem Heim – ich hab´ ja jetzt Zeit! 😉

Kleine Anekdode am Rande – zwei Tage später kommt ein Interessent für Hans Peters 260er Schlauchboot zu mir um es zu kaufen. Das Inserat hatte ich ja im letzten Bericht gezeigt. Der Mann kommt, sieht das Schlauchboot und sagt, „…das ist ja 260cm lang?“ ich antworte, „Ja, so wie es im Angebot beschrieben ist!“ Der vermeintliche Interessent erwidert, „Aber das ist zu lang für mein Boot, ich brauche maximal 230cm und hätte viel lieber ein Bananaboot!“

Mein Blick lässt ihn meine Gedanken lesen – „…und warum klaust Du dann meine Zeit, Mann der nicht lesen kann?“ Aber mein Mund sagt Worte die so ähnlich klingen wie „…ja dann ist das wohl nicht das richtige Beiboot für Dich!“.

Der Zeitdieb erkennt ein bisschen die Dämlichkeit seiner Aktion, antwortet knapp mit „Ja, stimmt!“ und dreht sich um und geht. Das Schlauchboot steht noch zum Verkauf…

Ein neuer Morgen bricht an

Der neue Tag fühlt sich seltsam an. Ich trinke meinen Kaffee, es ist zehn Uhr und ich… bleibe sitzen! Kein Zeitdruck! Kein To Do an LIBERTÉ! Ich klöne noch etwas mit Sibylle, dann schlendere ich gemütlich an unseren alten Arbeitsplatz um Tim und Jasmin zu treffen.

Die Beiden sind wieder zurück und arbeiten an ihrem Mast. Sie haben die gleiche Aufgabe vor sich, die HP und ich gerade noch fertig stellen konnten. Das stehende Gut kommt aus Deutschland, es ist noch nicht da. Also bereiten die Zwei ihren Mast vor – ich geselle mich dazu und gebe „gute Ratschläge“. Das mache ich solange, bis ich das Gefühl habe, dass es besser ist zu gehen 😉 – ich mag die Beiden, sie arbeiten sehr konsequent!

Am Weg blicke ich über die Lakki Bucht – der Tag fühlt sich an wie ein Sommertag!

Friedlich und beschaulich

Ruhe, es herrscht Ruhe – dies ändert sich aber schlagartig, als ich auf NESSAJA zurückkomme. Sibylle wartet schon auf mich. Sie hat die Betten bereits abgezogen, eine Maschine Wäsche läuft schon. „Ich brauche Dich! JETZT!“, höre ich sie sagen – es drängt sich aber der Verdacht auf, dass ich diese Aufforderung anders verstehe als sie gemeint ist. Ein „Sender-Empfänger“ Problem???

Sie fordert ein, dass ich mit ihr die Matratze abziehe, denn auch deren Bezüge müssen vor dem Winter gewaschen werden. Ich sehe das ein, man schwitzt in südlichen Gefilden schon kräftig.

Also nix wie ran – wir ziehen das Trum ab!

Lang anhaltende Probleme werden sichtbar

Mir war beim Öffnen des Reißverschlusses schon klar, dass dies ein Mörderaufwand wird, denn wir haben seit einigen Monaten schon bemerkt, dass das Gittergewebe, welches für bessere Belüftung sorgt und somit vor Stockflecken schützt, sich „zusammengezogen“ hat.

Das klingt komisch, ist aber so. Die Auflage, welche ehedem exakt so groß war wie die Matratze, ist über die Jahre auf unerklärliche Weise geschrumpft.

Ich möchte bei dieser Gelegenheit auch dieses Problem angehen und befreie die Matratze daher auch von der flauschigen, schon leicht abgewetzten Zwischenlage.

Wir versuchen das Gittermaterial „anzuhängen“

Rasch stellen wir fest, dass sich die Wabenstruktur nicht bleibend ziehen lässt. Kaum haben wir das Material auseinander gezogen, zieht es sich wieder zusammen.

Wir beschließen also, dass wir versuchen das Gitter am Schaumstoff, beziehungsweise am Latex der eigentlichen Matratze zu befestigen. Sibylle will sich mit Nadel und Faden versuchen, ich greife gleich zu schweren Waffen und hole meine Ratschbandl aus der Schublade.

Hier sieht man deutlich „den Schwund“

Als der obere Teil fixiert ist, kann man deutlich erkennen, dass der Schwund rund 20cm beträgt. Dies hat zu einer umlaufenden Kante 10cm vom Rand entfernt geführt – manchmal störend beim Schlafen.

Irgendwie bekommen wir es hin, dass wir den Rand einigermaßen haltbar anheften. Das Gewicht der Matratze zieht die Wabenstruktur auf das gewollte Maß und unsere Repararturstellen halten. Wir wissen – diese Reparatur ist temporär, ich muss mir etwas einfallen lassen.

Leider war die flauschige Auflage soweit abgenutzt, dass wir diese nicht wiederverwenden konnten. Der Polsterer Dimitris Sarlas hat so etwas auf Lager, allerdings ist er erst in ein, zwei Stunden wieder im Geschäft – dies lässt er mich per WhatsApp wissen.

Zeit also für eine Mittagspause…

Wir überbrücken die Zeit bei „Repapis“…
…und gönnen uns ein Eis

Endlich – das erwartete BIMM signalisiert mir, dass Dimitris der Polsterer zurück in seinem Etablissement ist. Ich bestätige mein Kommen und fahre mit der GS zu seinem Laden um fast 4qm der begehrten Ware zu erwerben.

Nicht immer denke ich VORHER über das Volumen meiner Einkäufe nach – aber ich kann die große Rolle sicher an Bord von NESSAJA verfrachten!

Ich konnte kaum drüberschauen

Das „einwickeln“ unserer Matratze hat dann ganz gut geklappt – das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Sibylle konnte die Bezüge waschen und gemeinsam konnten wir diese am Abend, als sie endlich getrocknet waren, noch anbringen.

Derweil lag unser Meisterwerk ohne Bezüge da – aber die Arbeit hat sich gelohnt.

Alles top – der Überzug kommt erst am Abend drauf, es dauert ewig bis die Dinger trocknen

Ich war zufrieden! Es war lang her, dass ich das letzte Mal an NESSAJA gearbeitet habe. Das ist eigentlich ein gutes Zeichen, sie lässt uns weitgehend in Ruhe, alles funktioniert.

Die Lösung zur dauerhaften Reparatur der Matratze habe ich übrigens auch schon. Ich habe Gisatex angeschrieben und mein Problem geschildert und mit Bildern untermauert. Man war sehr verwundert, dass dies so passieren kann, hat aber sofort angeboten, mir die Wabenstruktur zu ersetzen.

Ich werde also, wenn Hans Peter so lieb ist und mir die Rolle nächstes Jahr mitbringt, diese Arbeit noch einmal machen müssen. Dennoch war ich froh und zufrieden mit der positiven und kundenfreundlichen Reaktion von Gisatex – ich kann diese Firma ausdrücklich empfehlen. „Word Up!“

Der Tag war zu Ende – wir machen uns frisch und fahren abermals nach Xirokampos ins „Aloni“, weil unsere Freunde Eva und Mario dort immer noch an einer Boje hängen. Mit ihnen lassen wir den Abend ausklingen.

Wieder im „Aloni“
Das Essen war wirklich lecker

Mario (klein) und ich (Mario groß) kennen uns über eine Dufour Internetgruppe. Ich finde es sehr schön, wenn aus Internetbekanntschaften echte Freundschaften werden. Mario ist begnadeter Elektriker und wir haben mehrfach schon sinniert, ob wir einen mobilen Bootsservice auf Leros etablieren sollen – Gedanken in Trinklaune zwar, aber durchaus mit einem Funken Ernst! Den Firmennamen hätten wir auf jeden Fall schon…

m&m´s Boatservice Leros

Das Bild ist (fast) ein Frühstücksbild – am nächsten Morgen nämlich, ruft Sibylle gleich nachdem sie ihr kleines Frühstück zelebriert hat und ich meine zwei Humpen Kaffee intus hatte, zum Einkauf auf. Auf der Liste standen Besuche in allen Läden – wie ich das hasse!

Aber wenn es schwere Sachen zu schleppen gibt, oder wenn die ELOWYN gebunkert werden muss, dann muss ich ran – da helfen keine Ausflüchte.

Zur Belohnung bekomme ich m&m´s, für mich daher eine Art Frühstück, auch wenn der Vormittag verflogen war und wir schon Mittagszeit hatten!

Auf Sibylles Liste stand zudem die Beschaffung von Waschmarken für Eva und Mario – ich kam daher in den seltenen Genuss eines Freddo Cappuccino im „Skipper´s“ – nachdem ich meine Frau in die „Höhle der Löwin“ begleitet hatte.

War lecker

Für euch klingt der beschriebene Tagesablauf vermutlich eher befremdlich, für uns aber war es ein spannender Tag – heute würden Volker und sein Freund Chris aus England ankommen. Wir sind zum einen etwas angespannt, ob mit dem Speed-Taxi Shuttle alles klappen würde, zum anderen haben wir noch ein Dutzend Kleinigkeiten zu erledigen – ELOWYN muss klar zum Ablegen sein, die Beiden werden morgen früh die Leinen loswerfen um den blauen Boliden nach Preveza zu überführen.

Ok, gebunkert haben wir heute Vormittag, die Batterien sind geladen, die Luken offen, alle Systeme überprüft – was noch? Ach ja, den Leihwagen müssen wir noch holen!

Also schnell nach Lakki zu Rena gefahren und dort einen Nissan Micra übernommen – und wenn wir schonmal im Ort sind, können wir gleich die Wartezeit etwas überbrücken.

Die Zeit zum Dinner ist lang

Es bahnt sich ein harter Abend für Sibylle an! Dinner wird es bei Dimitris´ „Taverna o´ Karaflas“ geben, aber eben erst nachdem wir die Beiden in Xirokampos abgeholt haben. Geplant ist die Ankunft des RIB in der Südbucht für etwa 20.45 Uhr, wir werden also frühestens um 21.00 Uhr essen – weit nach unserer Zeit!

Natürlich kommt hinzu, dass die Tischsprache Englisch sein wird, dies mit einem Muttersprachler – da braucht es immer eine Zeit bis man „warmläuft“. Egal, wird schon irgendwie klappen…

Zwischen 19.30 Uhr und 20.00 Uhr erreichen mich mehrere Nachrichten. Zuerst bestätigt der RIB-Fahrer seine Ankunft in Mastichari – die halbe Miete! Dann Volker seine Ankunft am Airport und kurz danach die Abfahrt des Shuttles – „Word Up!“ – für uns der Startschuss!

Spätabends verlassen wir NESSAJA – es gilt Volker und Chris abzuholen

In Xirokampos müssen wir ein wenig warten. Wie immer, wenn man etwas aufgeregt ist, waren wir viel zu früh dran. Aber dann tauchen zwei kleine Navigationslichter an der Buchteinfahrt auf – das müssen sie sein!

Und tatsächlich, fünf Minuten später werfen uns die Freunde die Leinen des RIB zu – willkommen auf Leros!

Private Shuttle aus Kos

Natürlich muss Zeit für ein großes Hallo sein – oh, Verzeihung, for a big Hello, aber dann drängt die Zeit doch ein wenig. Wir machen uns schnurstracks auf den Weg zur Taverne des Glatzkopfs und nehmen am „Stammtisch“ Platz!

Wir bestellen Bier, Wein und eine Runde Meze – jetzt können wir Verschnaufen, erzählt mal, wie war die Reise???

Nicht von schlechten Eltern – der Salat UND die Gattin

Wir speisen gut, erzählen viel und wissen doch – allzuspät sollte es heute nicht werden! Die Aktion „Überführung ELOWYN“ startet morgen früh!

So ziehen wir uns bald schon auf den blauen Riesen zurück. Für Volker und Chris heißt es schnell die Kabinen beziehen, dann gönnen wir uns noch einen „guten Tropfen“, der die Reise von England hierher gut überstanden hat – einen „Wee Dram“ Whiskey von der schottischen Hebrideninsel Jura. Das gleichnamige Destillat ist für Kenner vielleicht zu wenig torfig, aber ich mag das genau so!

Ein guter Tropfen
Wir genießen

Bald darauf gehen wir ins Bett – Startschuss morgen früh, um 08.00 Uhr! Mein Auftrag – Brot kaufen!

Ich tue wie mir geheißen, stelle meinen Wecker, inhaliere zwei Tassen Filterkaffee und fahre mit dem Mopped zum Bäcker. Als ich die bestellten Backwaren auf ELOWYN abliefern will, stehe ich vor verschlossenen Türen – nix tut sich!

Na das geht ja gut los! SO wird des fei nix!

Die Sonne kommt gerade über den Hügel
Ich stehe vor verschlossenen Türen – mitsamt meinen Backwaren
Na dann geh´ ich halt wieder

Ich nutze die gewonnene Zeit um den Schlüssel im Leihwagen zu deponieren, denn ich werde diesen heute ausnahmsweise nicht zurückbringen – wir haben nämlich noch etwas vor.

Zudem muss ich Rena beichten, dass ich gestern beim Einparken eine Radkappe an einem Felsen geschrottet habe. Ich sende zwei Fotos und einen kurzen Text…

Auto steht vor´m „Skipper´s“ – DANKE!
Leider Radkappe vorne rechts geschrottet – ich komme morgen um das zu klären

Es vergehen keine zehn Minuten und ich erhalte die Antwort – „…don´t care, no problem!“ Ich liebe die Griechen!

Dann aber geht es Schlag auf Schlag – Volker schreibt eine Nachricht, dass sie in 15 Minuten ablegen. Ich gebe Sibylle Bescheid und verhole zu ELOWYN – ich will ja noch meine Backwaren loswerden.

Kurzes Good Bye, kurz gedrückt, dann werfen wir die Leinen los – wir sehen uns bald wieder!

ELOWYN ist weg – Rückkehr nach Leros nicht vor Sommer 2025

Wie? Wir sehen uns bald wieder? Jaaaa, noch nicht ganz sicher – dazu später mehr!

Jetzt widmen wir uns erst einmal unserem heutigen, sehr spontanen Tagesplan – wir machen einen sehr kurzfristig anberaumten Tagesausflug mit der SAGITTA zur Emborio Bucht in Kalymnos.

Treffpunkt ist Xirokampos, dort würde uns Mario mit dem Takacat abholen, dann könne die Fahrt beginnen.

Wir vermelden kurz die Abfahrt der ELOWYN und auch, dass wir uns jetzt auf den Weg machen würden. Es kann losgehen! Zehn Minuten später treffen wir in der Südbucht von Leros ein – auch Mario ist schon da…

Mit dem Takacat muss er zweimal fahren

Er shuttelt uns nacheinander zu SAGITTA, wo Eva schon auf uns wartet. Wir beschließen, dass wir ohne weitere Verzögerung „Anker auf“ gehen und Kurs Richtung Kalymnos setzen.

Mario hat sich, als er vom Takacat an Bord von SAGITTA gekraxelt ist, eine klaffende Fleischwunde am Oberfuß zugezogen. Wir beratschlagen, ob wir hier eine Klammer setzen müssen, kommen dann aber zu dem Schluß, dass es ein „Hello Kitty“ Pflaster vermutlich auch tut!

Heile, heile Segen

Dann rattert schon die Kette in den Kasten – auf der SAGITTA gibt es die gleiche Einteilung wie auf NESSAJA, das „schwache Geschlecht“ dreht am Steuerrad und fährt die Manöver, die „starken Männer“ hantieren mit der Ankerkette im Kasten 😉 …

Minuten später sind wir auf Kurs. Obwohl wenig Wind herrscht, lässt Eva das Großsegel setzen, vielleicht fangen wir ja eine Brise ein.

Wir lassen die Bucht von Xirokampos achteraus

Naja, offen gesagt war nichtmal ein laues Lüftchen zu erhaschen. Wir haben gehofft, dass sich dies ändern würde, aber viele Segelmeilen waren uns nicht vergönnt.

War aber egal, denn das Wetter war sommerlich und wir haben die Überfahrt unter Maschine auch so genossen – eigentlich war Delfinwetter, das Meer war spiegelglatt, so war die Ausschau nach den Meeressäugern unser Zeitvertreib.

Da, da, da hinten! Ach, nein, doch nicht…
SAGITTA auf dem Weg von Xirokampos nach Emporios

Dieses Mal wurde uns auch die Delfinsichtung verwehrt, was unserer Freude an diesem Ausflug aber keinen Abbruch tat. Wir hatten Spaß, viel zu quatschen und die kurze Überfahrt war kurzweilig.

Nach nicht einmal zwei Stunden kamen wir in der Zielbucht an. Ich liebe diesen Platz, viele Erinnerungen sind damit verbunden!

Wir laufen ein und können die letzte der Bojen vor „Captain Kostas“ Taverna erhaschen.

Mario macht sich klar am Bug – der Bootshaken dient zum Fangen der Boje

Ich gebe offen zu – ich finde Head-Sets lustig! Ich würde das hier nicht schreiben, wenn ich es den Freunden nicht auch so gesagt hätte – aber die Beiden schwören auf ihre „Marriage Saver“, so die Bezeichnung der Dinger in Seemannskreisen – der Grund dafür liegt auf der Hand…

Richtig witzig war aber, als Eva immer wieder in ihr Head-Set gerufen hat „…Du musst mit mir sprechen! Das Ding kann keine Gedanken lesen!“, ja die Tücken der Technik!

Sibylle und ich bleiben bei nonverbaler Kommunikation!

SAGITTA an Erde – „das Ding kann keine Gedanken lesen!“

Das Manöver klappt einwandfrei und wir hängen alsbald sicher an der Boje. Kostas hat bereits ein paar Bojen herausgenommen, die anderen sind eng gesteckt.

Zunächst haben wir beim Kontrollblick etwas Bedenken – ist das nicht zu nah??? Im Wasser und von der Seite betrachtet, relativiert sich das Bild aber – wir haben sicher fünf Meter zum Nachbarn, alles perfekt!

Wir gehen Baden – also ICH gehe baden…

Sieht knapper aus als es ist
Das Wasser lädt zum Bade

Ja, ein wirklich tolles Bild! Sibylle liebt es, solche Bilder von mir zu machen…

Ich möchte aber alle Zweifel aus dem Weg räumen – doch, ich trage eine Badebuxe, zudem treibe ich nicht nur wie ein Korken an der Wasseroberfläche, sondern entscheide mich, zum Lunch zu schwimmen, während die anderen Mitglieder der Tagescrew den Takacat als Transportmittel nutzen.

Am Strand ziehe ich mich um, dann gehen wir zu Kostats.

Ich mag diese Taverne

Ich bin mit den Töchtern des Hauses über Facebook verknüpft und bestelle immer vorab einen Tisch, so auch diesmal – und das war gut so! Irgendwie waren viele Kletterer zu Besuch in der Taverne, dazu gesellten sich etliche Griechen die am Sonntag hier zu Mittag essen.

Wir waren also in illusterer Runde als wir am Strand Platz nahmen – FAST mit Ausblick auf unser Schiff…

Der große Italiener deckt die „kleine SAGITTA“ fast völlig ab

Der Eigner des italienischen Segelbootes, welches die SAGITTA abdeckt sitzt mit seinem Sohn am Nebentisch. Er nimmt wahr, dass wir versuchen einen Blick auf unser Schiff zu erhaschen und uns, je nach Winddreher freuen, wenn sie sich mal mehr mal weniger zeigt.

Wir flaxen herum, er schmunzelt in sich hinein…

Wir bestellen uns ein opulentes Mittagsmahl und werden nicht enttäuscht. das Essen war vorzüglich!

Griechischer Salat mit Sardellen
Bouyourdi – gebackener, pikanter Käse
Sea Food Spaghetti
Zum Nachtisch eine kleine Sauerei auf´s Haus

Sibylle nimmt mich hoch – sie meint, dass ein richtiger Foodblogger und Influencer die Speisen und sich wohl ins rechte Licht rücken würde. Ich höre sie sagen, „…die machen da doch immer so eine Schnute!“

Ja! Das heißt „Duck Face“ – kann ich auch!

Sibylle bereut ihre Steilvorlage

Naja, ich sagte ja schon, wir hatten Spaß!

Plötzlich dreht sich der Italiener am Nachbartisch um und macht uns aufmerksam – „…you can see your boat now!“

Haha, wie lustig, hatte er doch unsere Späße mitbekommen und die ganze Zeit über die tanzenden Boote beobachtet. Just in diesem Moment zeigt sich SAGITTA, als sie aus der Abdeckung seines Bootes herauskommt – der freundliche Amici will diesen Moment mit uns teilen!

Wir bedanken uns überschwänglich – und knipsen!

Ein schöner Rücken…

Was für ein schöner Nachmittag! Aber so langsam wird es Zeit für die Heimfahrt!

Wir ordern die Rechnung und bezahlen. Ok, billig ist es hier auch nicht mehr, das spürt man allerorts – umgekehrt sind 70.-€ pro Paar eine Art „Standardtarif“ in einer guten Fischtaverne. Insorfen bleibt für uns das Fazit – hier hat alles gepasst!

70.-€ pro Paar in der Fischtaverne

Am Rückweg verzichte ich auf´s Schwimmen. Mario muss also wieder zweimal shutteln – für uns vier (inclusive mir) ist der Takacat zu leicht ausgelegt und durch seine offene Bauweise nicht geeignet.

Macht aber nix, die Distanz ist nicht weit, so steigen zuerst die Damen zu…

Aus der Bahn, Kartoffelschmarrn…

…die zweite Tour gehört dann mir! Der Rest geht schnell – wir werfen die Leine los, nehmen unter Maschine Kurs auf Xirokampos und genießen bei der Überfahrt das Schauspiel der langsam absinkenden Sonne.

Es ist immer wieder schön, wenn unser Zentralgestirn für besonderes Licht sorgt, es verändert die Stimmung. Ich liebe das Farbenspiel von Sonne und Meer…

Wir sind noch unterwegs

Als wir in der Xirokampos Bucht an einer Boje festmachen, ist es schon relativ spät. Die Sonne ist weg, die „blaue Stunde“ bereits angebrochen.

Wir haben keinen Hunger mehr, beschließen aber, dass der Tag nicht einfach mit einem „ade“ ausklingen darf. So setzen wir uns noch auf einen Ouzo nebst Meze Begleitung ins „Aloni“, dann trennen sich unsere Wege und Sibylle und ich fahren zurück auf NESSAJA. So ein herrlicher Tag! DANKE, euch Beiden! „Word Up!“

Mario bringt die Damen ins „Aloni“ – diesmal war ich als Erster dran
Im „Aloni“ gibt einen Absacker und Meze

Zurück zuhause, sacken wir müde ins Bett. Morgen habe ich wirklich etwas zu tun – es gibt ein Projekt auf NESSAJA, welches schon lange in der Warteschleife hängt…

Die Reparatur und der Service an meiner Eberspächer D5 Dieselheizung! Mit diesem Gedanken im Kopf schlafe ich ein.

Nach dem Aufwachen habe ich einen ganz anderen, ebenso wichtigen Gedanken im Kopf – ich wecke Sibylle und frage, „…was ist denn nun, wir müssen entscheiden ob wir nach Preveza fahren oder nicht!“

Volker wünscht sich, dass wir „am Steg stehen und winken wenn er ankommt!“ – dies ist natürlich nur die nette Umschreibung dafür, dass er dringend unsere Hilfe brauchen könnte um ELOWYN einzuwintern und sie für das Refit vorzubereiten. Er wäre froh, wir wären vor Ort und würden unterstützen.

Während Sibylle etwas frühstückt und ich mich an meinem Kaffee labe, entscheiden wir – „Wir machen das! Word Up!“ Wir bemühen Google und die üblichen Buchungsplattformen und buchen und organisieren unsere Reise – Abfahrt Leros am 15.10., Rückkehr offen, vermutlich am Monatsende.

Ich schreibe Volker eine WhatsApp „Wir kommen!“ und er antwortet auch prompt mit Dankesbekundungen. Was er aber eigentlich sagen will – „Word Up!“

So verging der Vormittag. Langsam bekomme auch ich Hunger. Ich habe noch etwas mit Marietta zu besprechen und wir entscheiden spontan, dort eine Kleinigkeit zu essen.

Ich liebe Gigantes

Dann aber, jetzt gibt es keine Ausflüchte mehr – ich muss die Dieselheizung instandsetzen, wir werden sie bald brauchen.

Das Projekt habe ich seit Frühsommer im Hinterkopf und es immer wieder auf die Phase des Jahres verschoben, „…in der weder Hans Peter noch Volker in der Marina sind“ – dies ist jetzt der Fall.

Ein letzter Blick auf unsere aufgeräumte Salon-Sitzecke…

Dahinten muss ich ran

…dann geht es auch schon los!

Da ich weiß, dass es viel Arbeit an unzugänglicher Stelle ist und ich viel zerlegen muss, strukturiere und organisiere ich mir die Arbeit in drei Arbeitspakete. Ein Tag nur für den Ausbau der Heizung. Am Folgetag erledige ich die Reparatur und den Service.

An Tag drei dann die Anpassung der für den Schaden ursächlichen Heizluft-Schlauchführung nebst Einbau des Heizaggregates.

Ich lege los! Die Sitzecke muss freigeräumt werden, von der Sitzbank müssen die Lehnen weg. Der Auspuff für den Generator muss ausgebaut werden – dann kann man alle Leitungen und Anschlüsse des Brenners erreichen. Ich trenne alle Verbindungen und baue den Brenner aus.

Bald schon schaut unser Salon aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen!

Der Brenner ist schon ausgebaut
Hier in der Ecke ist sein Platz

Der Ausbau der Dieselheizung war aufwändig, ging aber besser als vermutet. Alle Schrauben waren leichtgängig und alle Anschlüsse leicht zu trennen.

Nach etwa zwei, drei Stunden lag das Sorgenkind auf dem Salonboden – morgen geht es weiter!

Ich baue noch schnell die Sitzbank soweit zusammen, dass Sibylle dort sitzen kann. Zudem räume ich das Tohuwabohu noch ein wenig auf – dann ist das Tagwerk geschafft!

Morgen geht´s weiter

Es ist fortgeschrittener Nachmittag und ich höre Motortuckern am Steg – nanu, was geht da vor sich? Ich strecke den Kopf aus meiner Arbeitshöhle und sehe Aktionismus bei den Nachbarn.

Ciáran und Jill lieben ihren Platz am Außenende des Steges genauso wie ich. Sie halten sich viel in der Marina auf und genießen Leros als ihre Sommerresidenz.

Ab und an gehen sie für einen oder auchmal zwei Tage segeln und hinaus in eine Bucht. Dann setzen sie aber alle Hebel in Bewegung um ihren Platz halten zu können. Auch ich bin interessiert, die Beiden als Nachbarn zu behalten – wir mögen und verstehen uns gut!

Ein bisschen wie im Kleingartenverein eben…

Ich komme gerade noch rechtzeitig um die Beiden ablegen zu sehen. Jill gibt dem Marinero einen Zettel, sie hat die Bitte für die inoffizielle „Reservierung“ des Platzes auf greichisch aufgeschrieben.

Keine Garantie – aber vielleicht klappt es ja
Dann sind sie weg – bis übermorgen

Just als die OLIVE abgelegt hatte, kommen Eva und Mario mit der SAGITTA in die Marina. Der Platz neben uns steht leider nicht zur Debatte, aber drei Plätze weiter tut sich eine große Lücke für die Dufour 38 auf.

Eva wird für zwei Wochen in der Marina verweilen, weil Mario mit Freunden auf einen Chartertörn ab Athen geht. Solange wir noch auf Leros sind, ist für Kurzweil gesorgt.

Wir helfen beim Anlegen und Minuten später dabei, einer Fehlerursache im Rückwärtsgang auf den Grund zu gehen. Die m&m´s gehen ins Wasser und schauen dem Propeller beim Drehen zu.

Werden wir den Fehler finden

Leider bringt die Ursachenforschung eher negative Erkenntnisse – es steht zu vermuten, dass der Fehler im Saildrive zu suchen ist und der „Reverse Gear“ defekt ist – bei Marios Saildrivetyp eine 1.500.-€ Investition.

Coppercoat, Saildrive – mir kommen Erinnerungen hoch! Hatte ich das nicht erst gemacht? Es sieht so aus, als ob sich die Geschichte an SAGITTA wiederholen würde!

Wer so fleißig schafft wie wir, hat sich eine Belohnung verdient!

Hm, das? Oder lieber das? Oder beide?
Die Auswahl ist aber auch schwer

Zurück am Schiff, machen wir uns fertig für den Abend. Wir sind heute voll durchgetaktet!

Marijke und Cees haben uns auf die LE CLAPOTIS zu einem Sundowner eingeladen. Wir leisten gerne Folge, denn es ist immer wieder erfrischend und lustig, einen Abend mit den Beiden zusammen zu sitzen.

Dass wir nicht den ganzen Abend Zeit haben, wurde vorher geklärt, wir wollen nicht unhöflich sein.

So gehen wir um 18.30 Uhr an den D-Ponton um mit den Holländern anzustoßen. Die Sonne taucht die Szenerie in ein warmes Licht – ich versuche NESSAJA von hier aus zu erwischen – eine andere Perspektive!

NESSAJA am F-Ponton
LE CLAPOTIS, noch verschattet, hier sitzen wir bei Ouzo und Nibbles
Marijke gibt sich, wieder mal, alle Mühe – vielen Dank!

Wir unterhalten uns über Gott und die Welt, es ist sehr kurzweilig und der Abend verfliegt.

Als es kurz vor 20.00 Uhr ist, müssen wir an den Aufbruch denken. Wir sind im PERSIANA zum Dinner verabredet. Dort treffen wir uns mit Mario, seine Eva hat Online Yoga – Sachen gibt´s.

Mario liebt die Burger – und auch Mario mag sie

Mario sitzt gerne im PERSIANA, dort spielen sie meist gute Musik, es gibt gutes Bier und die Burger sind nicht zu verachten. Ein Platz an dem man es aushält.

Wir treffen uns dort, essen und genehmigen uns zwei Bier auf diesen ereignisreichen Tag. Eva kommt nicht mehr nach. Macht nix, denn wir werden morgen noch ein weiteres Mal zusammen essen gehen – dann, um Mario nach Athen zu verabschieden.

Für heute reicht es – wir gehen zusammen zurück in die Marina, verabschieden uns und sacken todmüde ins Bett.

Ein neuer Tag in der Leros Marina Evros

Der heutige Tag gehört meiner Heizung – ich will das Aggregat reparieren und bin gespannt, ob meine Recherchen korrekt waren und ich alle Teile richtig erhalten habe.

Mit diesem Mindset, bereite ich gleich nach dem Kaffee, eine Art „Operationstisch“ im Salon vor. Ich will den Heizbrenner hier an Ort und Stelle reparieren.

Los geht´s!

Die Verkleidungen sind schonmal weg
Die Schadensursache ist schnell gefunden
Ich zerlege die Heizung komplett…
…und tausche defekte Teile und Serviceteile aus
Eine „Klinger“ Dichtung – da habe ich Vertrauen 😉
Der Zusammenbau ging recht flott

Die Instandsetzung des eigentlichen Heizbrenners nebst Servicearbeiten, ging an sich sehr einfach und flott von der Hand – das ist keine Raketenwissenschaft.

So war ich am Mittag bereits fertig mit der Komplettierung des Aggregats. Ich entscheide, dass ich etwas Zeit sparen möchte und ändere meinen Plan insofern ab, dass ich die Heizung heute noch an Ort und Stelle bringen würde.

Die Anschlüsse und die Änderung der Schlauchführung würde ich dann morgen erledigen.

Eine gute Entscheidung wie sich zeigen wird.

Fertig zum Einbau

Gerade als ich damit fertig war, das Heizaggregat an Ort und Setlle zu heben und dieses auf seinem Halter festzuschrauben, kam Sibylle vom Einkaufen zurück.

Die Gute hat an mich gedacht und mir ein gefülltes Gebäckteil mitgebracht. Da ich gerne später frühstücke, kam dies wie gerufen. Ich war mit meinem Tagwerk fertig, hatte sogar etwas Vorsprung erarbeitet – so gönne ich mir erstmal einen kleinen Brunch!

Mag ich lieber als Frühstück

Verfitzmaledeite Segelboote! Mein Nachbar Ciáran hat angerufen und gefragt, ob sein Liegeplatz nicht etwa für einen Kurzzeitlieger vergeben worden war. Er hätte Ärger mit der Lichtmaschine und käme schon heute wieder zurück.

Ich bestätige den freien Liegeplatz und biete an, sowohl beim Anlegen als auch bei der Überprüfung der Lichtmaschine zu helfen.

Kaum hatte ich das leckere Stangerl aufgemampft, höre ich am Nachbarplatz auch schon das Geschrei der Marineros – die OLIVE trifft ein und ich helfe beim Annehmen der Heckleinen. Kurze Zeit später finde ich mich, ausgestattet mit gehörigem Messequipment, im Motorraum der Moody 40 wieder.

Fehler gefunden – ein Kabel war ab

Nach fünf Minuten war der Fehler gefunden und die lose Steckverbindung wieder ordentlich angecrimpt – perfekt, so sollte es immer sein.

Die Sorge, dass er 500.-€ bereitstellen muss, war Ciáran genommen – dafür stellte er, alternativ und gerne, zwei Dosen eiskalten Gerstensaft bereit…

Während wir da so sitzen und unser Bier schlürfen, erzählt er mir, dass er sehr zufrieden mit seinem Schiff ist. Er hätte jetzt nur noch eine Baustelle, ich würde mich doch sicher an die Startversuche mit seinem Generator erinnern, diese seien gescheitert, er müsse wohl mal das Serviceteam kommen lassen.

Ich höre zu, lasse ihn zunächst erzählen, dass er besorgt ist, dass ein größerer Schaden vorliegt, er hätte schließlich alles versucht.

Dann erkläre ich mich, offenbare ihm, dass ich ein Leben lang mit solchen Motoren beschäftigt war und ob ich mal einen Blick in auf das Sorgenkind werfen dürfe.

Ich lasse Ciáran den Starter betätigen und höre sofort, dass der Motor willig ist anzuspringen. Das mag seltsam klingen, aber man kann das wirklich hören! So lasse ich mir zwei Gabelschlüssel bringen, schraube hier und schraube da – es folgt ein zweiter Startversuch und…

Nacknacknacknacknack – der Diesel dieselt wieder! Sofort springt der kleine Kubota an und verrichtet willig seinen Dienst. Ciáran schaut mich ungläubig an und ich bemühe mich das coolste Grinsen aufzusetzen welches ich parat habe – er darf mich „Engine Whisperer“ nennen.

Ich frage mich derweil, ob ich über´s Wasser nach Hause gehe oder ob ich doch den Steg nehme? „Word Up!“ 😉

Der Tag endet unspektakulär, morgen geht es an meiner Heizung weiter!

Neue Heizrohrführung

Ich habe keine Geduld beim Frühstücken! Sibylle muss recht rasch ihren Sitzplatz räumen, ich will wieder in meine Ecke krabbeln. Ich will fertig werden!

Ich säge ein Loch in meine Möbel, um Platz für einen zweiten 60er Heizluftausströmer zu schaffen und lege einen zweiten 60er Schlauch, um sicher zu stellen, dass mehr heiße Luft entweichen kann und somit das Aggregat nicht mehr überhitzt.

Das Adaptieren klappt ganz gut, so kann ich bald alle weiteren Anschlüsse wieder herstellen und den Auspuff meines Generators wieder einbauen.

Es geht voran – langsam wird es spannend

Noch bevor ich den Generatorauspuff final verschraube, lasse ich meine Heizung probelaufen. Sibylle sitzt im Cockpit und liest…

Ihre ehrenvolle Aufgabe ist es nun, den Abgasauslass der Heizung zu beobachten und zu vermelden, wenn weißer Rauch austreten würde. Dies passiert nicht, es ist kein Abgas wahrnehmbar – sehr gut!

Innen horche ich aufmerksam – „wummert“ die Heizung noch? Nur ein paar Sekunden, ganz leicht – der Zündvorgang – dann ist Ruhe! So soll das sein!

Es scheint alles zu funktionieren! Uns was sagt das Display???

Heizung läuft! Reparatur erfolgreich

YES! „Word Up!“ – alles bestens, keine Fehlermeldungen! Die Heizung tut wieder wie sie soll und aus allen Ausströmern kommt heiße Luft. Ich schalte die Eberspächer gleich wieder aus, bei 28°C muss man es nicht übertreiben…

Ich bin mutig geworden! Was ist eigentlich mit meinem Generator? Ich hatte ja den Auspuff demontieren müssen und es wäre eigentlich ein Probelauf fällig!

Der letzte Probelauf war nach dem Umbau des Kühlsystems, ich bin ziemlich sicher, dass die Motor läuft – aber offen gesagt, habe ich noch nie einen Probelauf an meinem Victron System gemacht. Es ist höchste Zeit – HEUTE ist der Tag!

Ich schalte die Batterie ein, drücke den Startknopf und mein Dreizylinder Yanmar springt sofort an! Er brummelt mit 1.500 Umdrehungen pro Minute dahin, ein sogenannter „Langsamläufer“.

Aber was ist mit der Elektroseite???

„Word Up!“ – alles bestens!

Alles, wirklich alles ist bestens! Ich bin happy – der Generator wird als solcher erkannt und liefert Strom an den Victron Quattro. Ich bin froh, dass dieser letzte Test der damals gebauten Anlage erfolgreich verlaufen ist – diese Fragestellung liegt nun ad acta.

So ist auch dieser Tag wie im Flug vergangen! Etwas schneller als ich erhofft hatte, denn Sibylle mahnt nun zum Aufräumen und Frischmachen, „…wir sind schließlich mit Eva und Mario verabredet!“

Stimmt! Mario reist heute nach Athen und wir verbringen mit ihm den Abend, um für etwas Kurzweil zu sorgen. Da so ein Abend lang wird bis die Nachtfähre endlich eintrifft, verabreden wir folgendes Vorgehen…

Buntes Getränk im „La Palma“, dann Dinner im „SouVLakki“, anschließend Eis bei „Repapis“, abgerundet durch einen Ouzo im „La Palma“ – das klingt nach einem ausgeklügelten Plan!

Ich habe die Baustelle final aufgeräumt und gehe nach oben – nanu? Wo ist die Sonne?

Es hat etwas zugezogen – nix falsch gemacht

Kurze Zeit später fahren Sibylle und ich ins „La Palma“ Café, unserem ersten Treffpunkt!

Wir schlürfen bunte Getränke – orange für die Damen (Aperol Spritz) und goldgelb für die Herren
Dann ziehen wir weiter in den Girostempel…
…und werden abermals nicht enttäuscht
Einen lustigen Abend zahlt man aus einem lustigen Bordbörserl

Auch Schritt drei und vier spulen wir planmäßig ab, trotzdem war die Stimmung etwas getrübt. Wirklich Zeit zusammen verbringen, werden wir wohl erst ab Anfang November, wenn die SAGITTA final in ihr Winterlager kommt.

Heute fährt Mario nach Athen, in ein paar Tagen verlassen wir Leros Richtung Preveza. Wenn wir zurückkommen, dann hat die SAGITTA die Marina schon wieder für eine letzte Runde verlassen.

Während wir bei unserem Ouzo vor uns hinsinnieren, erreicht die BLUESTAR II schon die Lakki Bucht – Mario muss los, wir verabschieden uns.

Servus Mario – viel Spaß beim Törn

Während ich am nächsten Morgen Kaffee trinke, erreicht mich eine Nachricht von unserer Marina Chandlery. Panos hat wieder einmal bewiesen, dass er kann wenn er nur will – innerhalb kürzester Zeit hat er mir eine 16mm Antal Fallenklemme beschafft – die brauche ich für ELOWYN. Eine Adapterplatte muss mir Giorgos noch fertigen – die Zeit drängt!

VJ ist kaputt und wird durch eine V-Grip Maxi ersetzt

Boot hin, Boot her – im Vordergrund steht heute aber ein anderes Ereignis! Marijke hat Geburtstag und wir sind eingeladen, ein geeignetes Geschenk muss her!

Sibylle und ich sehen uns an, ein Gedanke! Schnell war klar, es wird ein Ouzo für die Liebhaberin des Anisschapses. Wir fahren zu Stratos´ Spirituosenhandel und sehen uns um, was so angeboten wird.

Eine Box drängt sich in unser Auge…

Alle Sorten „Barbagianni“ Ouzo in der Geschenkbox

Ok, die Box war etwas teurer als wir dachten, aber nicht um soviel, dass wir dieses Geschenk nicht als das ideale für die Freundin aus den Niederlanden erachtet hätten.

Wir waren sooft bei den Beiden zum Sundowner geladen, auf diesem Wege können wir dies ein wenig quttieren. Wir sind happy, etwas Schönes gefunden zu haben, kaufen das Geschenk und lassen es gleich einpacken.

Maria verpackt es passend für den Jubeltag

Da es aus unserer Sicht keinen Sinn macht das Päckchen jetzt in die Marina zu tragen und es dann heute Abend in Lakki an die Jubilarin zu übergeben, beschließen wir, dass wir sofort zum Gratulieren gehen – jetzt hat Marijke sicher noch etwas Zeit für uns!

So sind wir schnurstracks zu LE CLAPOTIS gelaufen, um dort unsere Aufwartung zu machen!

Skepsis – was könnte DA wohl drin sein???
Es scheint, als findet Marijke Gefallen am Inhalt

Wir gratulieren höflich, sprechen Glückwünsche aus und bedanken uns für die Einladung. Wir sehen uns später wieder, bis dann!

Dann gehen wir wieder von Bord, es gibt noch ein paar Sachen zu erledigen.

Wir haben nämlich Susanne versprochen, dass wir im Ferienhaus noch einmal nach dem Rechten sehen. Sie hat zwar einen „Kümmerer“, war aber etwas in Sorge, da er erklärt hat, dass er die Moskitogitter nicht abnehmen kann. Susanne hat mich gebeten, dies für sie zu erledigen.

Wer die Griechen kennt weiß, dass der „Kümmerer“ damit ein Problem haben MUSS – es kränkt ihn! Er kann etwas nicht, es muss der Mann aus Deutschland kommen um seine Arbeit zu erledigen.

So war es kein Wunder, dass nun doch fast alle Gitter ausgebaut waren – aber eben nur fast alle! Er hat mich doch gebraucht, was ihn fürchterlich gewurmt hat! Susanne meint, dass er Angst hat, dass ich den Kümmererjob übernehmen könnte – was nicht völlig von der Hand zu weisen ist…

Wir fahren also zum Haus und sehen uns den Sachstand mal an.

Von außen alles top
Die Fliegengitter der Terassentüre sind ausgebaut…
…ich würde sie aber anders aufstellen
Mach ich auch!!!

Ich baue noch die Fliegengitter an der Balkontüre aus und hänge die Fenstergitter im ersten Stock aus. Alles stelle ich sorgfältig ab und, dafür schäme ich mich fast ein bisschen, fotografiere alles!

Ich will nicht, dass der Mann, der sich stetig um das Haus kümmert, versucht mir ein Ei unterzujubeln. Ich habe erstmals Misstrauen gegenüber einem Lerianer. Ich hoffe, ich täusche mich!

Alles ordentlich verstaut

Am Rückweg von Xirokampos kneift mich Sibylle ins Wammerl – ob ich Lust auf einen Kaffee und eine Süssigkeit hätte? In dieser Sekunde fahre ich an der Marinaeinfahrt vorbei Richtung Lakki – zwei Köpfe, ein Gedanke!

Wir fahren zu „Repapis“ und gönnen uns ein Eis und eine Kaffeespezialität, dann fahren wir nach Hause. Ein geparktes Auto fällt uns auf – die Art wie es geparkt ist, gehört in die Rubrik „Helden der Straße“! Gelebte Anarchie…

Immerhin eine kleine Kreuzung – stellt euch das mal in Deutschland vor

Wir ziehen uns auf NESSAJA zurück um etwas durchzuschnaufen. Ich bereite mich gedanklich auf unsere Reise nach Preveza vor und checke noch einmal ob alles gebucht ist – Fähre? Check! Mietwagen? Check! Ein Appartement werden wir uns vor Ort suchen, wir wollen kein Risiko eingehen.

Sibylle liest derweil ein wenig, wir erwarten entspannt den Abend. Der soll ein geselliger werden – es steht Marijkes Geburtstagsfeier im „La Palma“ Café am Plan.

Dort sind wir um 18.30 Uhr verabredet…

Eine sehr nette Runde – die Crews der INFINITY, der AEGEAN BLUE, der LE CLAPOTIS und wir

Der Abend war sehr nett und entspannt. Wenn so viele Menschen zusammen sitzen, dann ist für Kurzweil gesorgt. Wir haben verschiedenste Themen durchgekaut und uns auch abseits der allgegenwärtigen Bootsfragen etwas besser kennen gelernt – ich mag das.

Der Verlauf des Abends war offen. Ausgerufen war die Veranstaltung als Zusammensitzen bei Ouzo und Meze – das hat perfekt geklappt! Der Anisschnaps floß in Strömen und die dazu gereichten, kleinen Vorspeisenteller waren nicht von schlechten Eltern.

Gut als Grundlage für den Ouzo

Die Zeit verging wie im Flug und irgendwann haben Marijke und Cees beschlossen, dass keiner die nette Runde verlassen soll, nur weil die Frage des Abendessens offen war – sie haben kurzerhand ein paar Snacks bestellt.

Auch diese kamen in die Mitte und jeder hat sich bedient. So war auch für das Dinner gesorgt, indem die ursprüngliche Einladung zu einem Umtrunk einfach erweitert wurde – eine gute Idee, wir sind noch lang gesessen. Ein dickes DANKESCHÖN an die Jubilarin und Gastgeberin!

Ich hatte das Gefühl, sie hat „Ihren Tag“ genossen

Auch die zwei Brüder die das Lokal führen, haben den Anlass der Zusammenkunft registriert. Es ist uns in Leros schon ein paarmal passiert, dass aus dem Nichts eine Geburtstagstorte auf dem Tisch stand – so auch heute!

Die Wirte haben sich nicht lumpen lassen und unserer Runde und dem Geburtstagskind eine süsse Abrundung des Abends geschenkt!

Überraschung gelungen
Das Fragezeichen – charmant gelöst

Griechische Kuchen sind meist echte Sahne- oder Cremegranaten! So auch diesmal. Wir haben die Bombe in acht faire Stücke geschnitten und jeder hat sich eigenverantwortlich die Kalorien einverleibt und direkt an die Hüfte genagelt – danach war Schluss, nichts geht mehr, rien ne va plus!

Mit vollem Wanst fallen Sibylle und ich ins Bett – wir sprechen vor dem Einschlafen mal wieder darüber, dass sich dies ändern müsse – na warte, wenn erst der Winter kommt! Na, ich bin gespannt!

Am Folgetag stelle ich mir den Wecker auf 07.00 Uhr – ich will in Ruhe meine zwei Tassen Kaffee trinken. Ich musste so früh raus, denn ich war um 09.00 Uhr mit Giorgos in Kamara verabredet. Der Virtuose an den metallverarbeitenden Maschinen will die Adapterplatte für ELOWYNs Fallenklemme bauen.

Weil mir noch zwei Schrauben fehlen, welche aber auch auf Maß abgedreht und angepasst werden müssen, habe ich noch eine Besorgungsfahrt zu erledigen.

„Piperis“ hat die begehrten M12 Inbusschrauben mit konischem Kopf

Dann brummle ich quer über die Insel nach Kamara, um pünktlich um 09.00 Uhr vor der „Boat & Parts“ Werkstatt zu stehen…

Ich mache das obligatorische Foto

Ich weiß, dass der Meister immer 10 Minuten später kommt als ich – egal wann ich komme, ob ich pünktlich bin oder nicht. Ich plane die Wartezeit also ein, kein Problem! Dennoch schicke ich IMMER ein Bild, dass mich irgendwie wartend zeigt – es ist ein Ritual geworden, welches verhindern soll, dass Giorgos mich vergisst!

Während ich warte, sehe ich mir Gottfrieds Tank an. Das wird ein Winterprojekt, denn ich habe versprochen, die Nachbesserung zu begleiten. Der neue Tank ist undicht! Schade eigentlich, es ist ein sehr schöner, passgenauer Tank geworden.

Na, wir werden das schon hinbekommen

In diesem Augenblick kommt Giorgos an. Er sieht mich am Tank und begrüßt mich mit den Worten „I haven´t forgotten you, we do this together in winter!“

Ok, er hat es zumindest im Sinn, ein gutes Zeichen. Sein zweiter Satz „…you want coffee?“

Ich sage zu, er bestellt! Neben meiner lieben Gattin Sibylle und meinem Ex-Kollegen Jens, dürfte Giorgos einer von drei Menschen sein, die ohne nachzufragen wissen, wie ich meinen Kaffee trinke – ist das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen???

Wir trinken gemeinsam einen Kaffee, unterhalten uns über Pläne für den Winter, dann geht es los. Die Herausforderung ist diesmal kleiner, Giorgos hat die gleiche Platte schon einmal gebaut.

Schneiden, flexen, bohren, abdrehen
Dann ist das gute Stück fertig

Rund eine Stunde werkelt mein Freund an der Aluplatte – dann ist das Auftragsteil fertig. Schön, dass es noch geklappt hat!

Ich verabschiede mich und fahre zurück in die Marina. Hier wartet Sibylle auf mich und will wissen ob alles geklappt hat. Ich bestätige und packe die schweren Trümmer in meinen Koffer.

Den Rest des Tages verplempern wir mit Freunden. Wir drehen eine Runde durch die Marina und versuchen alle Freunde noch einmal kurz zu sehen, bevor wir nach Preveza abreisen. Viele werden bei unserer Rückkehr schon nach Hause gefahren sein.

Zum Dinner treffen wir uns mit den schweizer Crews der AEGEAN BLUE und der AMAÉ zum Pizzaessen. Es freut uns sehr, dass es in dieser Konstellation noch geklappt hat.

Lecker wie immer

Kristel und Philipp sagen euch vielleicht noch etwas – ich habe die beiden jungen Schweizer immer mal wieder erwähnt. Wir haben das Paar 2021 kennen gelernt, als wir gerade auf NESSAJA gezogen waren.

Sie hatten sich eine Hallberg Rassy 352 gekauft und waren dabei, diese für eine Weltumsegelung herzurichten. Diese Reise liegt inzwischen in ihrem Kielwasser.

Mit Philipp haben wir seither schon ein paarmal gesprochen, Kristel hingegen hatten wir seit der Rückkehr nicht mehr getroffen. Daher hat uns sehr gefreut, dass wir an diesem Abend zusammensitzen konnten.

Es war ein schöner, kurzweiliger und interessanter wie lustiger Abend!

Als wir ins Bett gehen, beißt sich bei mir der Gedanke an den „Leriko“ fest – links, rechts, tipp, links hinter, tipp… Chrrrrr!

Hääääh???

Leros – wir befinden uns abgelegen in einer Katikia am Rande des Waldes

Der Folgetag steht ganz im Zeichen von Mariettas Fest! Wir haben daher nur schmal gefrühstückt, denn wir ahnen was kommt, waren wir doch letztes Jahr auch schon eingeladen.

Diesmal durften wir jemand mitbringen, wir geben daher Marietta Bescheid, dass wir zu fünft sind. Eva von der SAGITTA begleitet uns, zudem haben wir Ciáran und Jill, unsere Nachbarn von der OLIVE gefragt, ob sie gerne mit zu diesem kleinen, semi-privaten Fest kommen wollen. Und ob sie wollten!

Wir nehmen, zusammen mit Lars und Marie von der QUEEN OF HEARTS Platz

Das Fest ist eine kleine Feier von Marietta, zu der sie Freunde, Familie und Expats wie uns einlädt. Alle sind irgendwie mit ihr verwoben, sei es über die Mithilfe im „The-Leros-Way“ Hub, sei es durch die Unterstützung des Dog-Shelters ihrer Cousine.

Auf diese Art entsteht eine sehr gemischte Gesellschaft aus griechischen und internationalen Freunden. Ziel ist es, alle zusammen feiern (und tanzen) zu lassen.

Für Stimmung sorgen Manolis an der Fiedel und Flourios am Keybord – meine Lieblingsmusiker auf Leros!

Zuerst springen die einheimischen Frauen auf die Tanzfläche

Nun ist es hilfreich zu wissen, dass ich vor vielen Monaten in einer Feierlaune etwas zu lässig mit meinem Mundwerk war. Ich bin ja nicht der geborene Tänzer – dies, gepaart mit einem Hang zur Perfektion verhindert, dass ich mich unkontrolliert und anfallartig auf den Tanzflächen dieser Welt austobe. Gut so!

Marietta hatte mich diesbezüglich mal befragt und ich habe ihr, nach der Erklärung, freiweg versprochen, dass der erste griechische Tanz, sollte ich das jemals lernen und begreifen, natürlich ihr gehöre.

Tja, jetzt kommen zwei Dinge zusammen – erstens, ich habe diesen Sommer einen Tanzkurs gemacht. Zweitens, sie vergisst nicht!

Ich war also fällig und ich habe es geahnt…

Fotos gibt es leider (oder Gott sei Dank) nicht, erst als ich „ausgestiegen“ war, habe ich ein paar Bilder von der großen Gruppe, einschließlich Sibylle, gemacht.

Hopa hopa
Ela ela

Marietta hat es geschickt und vor allem fair eingefädelt. Sie hat mir zunächst klar gemacht, dass ich heute nicht auskommen würde – sie warte schon zu lange auf „ihren“ Tanz.

Dann hat sie mich gefragt, welchen der gelernten Tänze ich bevorzugen würde. Ich konnte wählen und auch anbringen, dass ich keinesfalls eine Solonummer auf´s Parkett legen würde.

Sie ergreift also das Microfon, bittet namentlich Andrew, mich und noch einen anderen Mann zum Tanze und fordert alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen der vergangenen Tanzkurse auf mitzumachen.

Alle anderen natürlich auch!

So sprangen fast ALLE auf und es war wirklich einer der schönen und lustigen Höhepunkte. Ob es sein kann, dass ich kurz vorher den Eindruck hatte, dass Marietta von einem griechisch besetzten Tisch zum anderen gegangen ist um ihre Familie und Freunde „abzuholen“? Wir werden es nie erfahren…

Die Party war im vollen Gange und es ging munter weiter!

Eine große Runde, fast alle waren dabei
Wenn die Griechen und Griechinnen erst einmal in Fahrt sind

Man trifft bekannte Gesichter im privaten Umfeld. Menschen, die man sonst eher bei der Ausübung ihres Jobs trifft oder selten mal am Wochenende an einem Strand oder im Café. Ein neuer Blickwinkel…

So war zum Beispiel Irene am heutigen Tag dabei. Sie ist generell eine durchaus auffällige Frau, darüber hinaus aber eben auch eine der Polizistinnen auf Leros – es war schon auffällig, dass sie die Blicke der Nicht-Lerianer, auch der Frauen, auf sich zog.

Irene, sie hat unsere Resident Cards bearbeitet – heute in rot statt in Uniform
Später auch am Microfon

Als sie später auch noch das Micro ergreift und sehr gekonnt eines der lokalen Lieder intoniert, erkennt selbst Sibylle an, dass sie eine „…Frau mit vielen Talenten ist“ – spannend, dies so zu erleben!

Das Liedchen war übrigens, ein weiteres Highlight, zum Anlass des 30. Geburtstags von Maria. Die junge Frau kannten wir vom Sehen, wir grüßen uns, haben aber sonst keine Verknüpfung.

Sie und ihre Freunde saßen an unserem Nebentisch, so konnten wir von der ausgelassenen Stimmung der jungen Leute profitieren.

Happy Birthday Maria

Überhaupt sind die Griechen, egal welchen Geschlechts, sehr offensiv wenn es darum geht Stimmung zu machen. Oft dauert es ein bisschen bis der Knoten platzt, dann aber gibt es kein Halten mehr.

So war klar, dass sich auch an Marias Tisch eine Sängerin finden würde – die Freunde mussten zwar ein bisschen betteln, dann aber ging es ab – übrigens weit entfernt von Karaoke oder so, die Personen, die bei solchen Veranstaltungen zum Micro greifen, wissen was sie tun!

Mal lässig im Sitzen zwischen zwei Schluck Bier einen Song rausgehauen – wow!

Es war ein wunderschöner Nachmittag mit einem fantastischem BBQ und in der Gesellschaft von wunderbaren Menschen – Ευχαριστώ πολύ Μαριέττα μου!

Unser irischer Nachbar Ciáran – zugegeben, wir hatten ein paar Tsipouro
Am späten Nachmittag löst sich die Gesellschaft auf

Wir gehen etwa gegen 18.30 Uhr, vielleicht etwas später nach Hause. Klar war, Abendessen fällt aus! Die Bäuche spannen noch vom reichlichen Lunch.

So fahren wir ohne Umweg nach Hause, selbst die Eisdiele lassen wir heute links liegen.

Die Sonne geht schon unter, als wir auf NESSAJA ankommen. Eigentlich haben wir nichts mehr vor. Eigentlich…

Ein perfekter Tag neigt sich dem Ende zu

BIMM – eine WhatsApp trudelt ein. Eva meldet sich und fragt, ob wir den Abend nicht bei einem Absacker ausklingen lassen wollen.

Hm, ja klar! Komm´ einfach rüber! So genehmigen wir uns noch a Achterl als Betthupferl, dann ist aber wirklich Schicht im Schacht!

Der nächste Tag MUSS etwas Entspannung bringen! Mir tut alles weh! Das Tanzen hat mich gefordert – Sibylle erwähnt, dass es auch der Tsipouro gewesen sein könnte. Papperlapapp, das weise ich weit von mir!

Ich widme mich also kleineren Aufgaben rund um unser Zuhause…

Als erstes kündige ich den Bakterien ihr liebgewonnenes Zuhause wegen Renovierungsarbeiten fristlos auf…

Unsere Wasserfilter wollen erneuert werden – jetzt!
Kann ich schnell erledigen – check

Wir warten immer bis man sieht, dass die Filter sich verfärben. Diesmal ging es von einem Tag auf den anderen. Wir erlauben uns so relativ lange zu warten, weil wir dieses Wasser nur als Brauchwasser verwenden. NESSAJA hat ein eigenes, getrenntes Trinkwassersystem.

Danach widme ich mich unserem 3D-Tender. Der Schnulli hat über den Sommer etwas Luft gelassen und ist jetzt am frühen Morgen etwas schlapp. Ich hole das teure Dinghy also aus dem Wasser und pumpe Luft nach – auch das keine große Herausforderung!

Tendercheck – alles top

Sibylle war derweil am Computer. Sie hat noch einmal nach Unterkünften in Preveza gesucht. Wir bleiben aber bei unserer Entscheidung – wir suchen vor Ort! Ist schließlich Mitte Oktober, was soll da schon schiefgehen?

Ihr könnt euch denken – so leicht war es nicht! Aber dazu später mehr!

Die vielleicht? Nein! Nix mit Duschvorhang

Heute Abend haben wir einen Terminkonflikt! Es gibt eine Stegparty bei uns am F-Ponton, ausgerufen durch die angelsächsische Community.

Ich würde da echt gerne teilnehmen, aber wir haben auch eine Einladung von Johannes und seiner Crew der FESTINA LENTE. Ich hatte telefonisches Troubleshooting betrieben und während derer Törn helfen können – das wäre ein Dinner im „Aloni“ wert.

Sibylle votiert sehr für das „Aloni“, denn sie spricht lieber Deutsch, zudem treffen wir so mal wieder neue Leute.

Ok, dann machen wir das so – und bis dahin? Bis dahin genehmigen wir uns eine Eisspezialität! Das haben wir uns verdient…

Heute auch zwei Kugeln
DAS sind drei Kugeln

Danach gestehen wir uns eine Stunde faulenzen zu, bevor wir uns für den Abend kultivieren.

Der Kompromiss sieht wie folgt aus – wir gehen kurz, etwa für eine halbe Stunde, auf die Stegparty der Engländer. Dann „schleichen“ wir uns davon und genißen das Dinner mit Johannes und seiner Crew. Ein guter Plan!

Als wir NESAJA verlassen, ist die Party schon in vollem Gange
Wow – die haben ganz schön was angeschleppt
Mir gefällt sowas
Frisches Popcorn geht reihum

Als die Sonne untergeht ist das ein untrügliches Zeichen für uns – wir müssen los! Der Abend beim „Aloni“ war dann sehr kurzweilig und nett. Wir haben die Gesellschaft der neuen Bekannten sehr genießen können.

Auf nach Xirokampos – unsere letzte Nacht in der Marina steht bevor

Der nächste Morgen beginnt – der Tag ist als „arbeitsfrei“ geplant, was natürlich nur bedingt richtig ist.

Es ist unser letzter Tag vor der Abreise nach Preveza. Wir beginnen keine neuen Projekte mehr, müssen aber NESSAJA und unser „Drumrum“ auf eine zweiwöchige Abwesenheit vorbereiten.

Ich fülle also zuerst den Tank! Nicht den der GS – MEINEN Tank, wie immer, mit Kaffee!

Morgenstund´hat Gold im Mund

Dann gilt es letzte Besorgungsfahrten zu machen, denn ich möchte das Motorrad abstellen.

Für die Fahrt nach Lakki am späten Abend, darf ich Rena von der Autovermietung einen Wagen aus der Marina zum Büro bringen – so ein Glück.

Noch einmal zu Andreas um ein paar Kleinigkeiten zu kaufen
Dann wird die GS an einem guten Platz geparkt und verpackt

Zur Reisevorbereitung gehört auch, sich Gedanken über die Kleidung zu machen. Der dicke Pullover kommt ins Gepäck, zudem brauche ich feste Schuhe.

Das Wetter im Ionischen Meer ist bei Weitem nicht so stabil wie hier, es kann auch deutlich kälter sein um diese Jahreszeit.

Wir planen außerdem, dass wir am Rückweg Delphi besuchen – ein Grund mehr für warme Kleidung und festes Schuhwerk!

Seltsames Gefühl nach einem halben jahr in Flip-Flops

So bringen wir den Tag rum mit Reisevorbereitungen und packen. An alles gedacht? Ja! Ausweis, Führerschein, Kreditkarte? Ja!

Ok, dann kann es losgehen!

Es hat sich gut getroffen, dass Dieter und Heike von der INFINITY zu einer kombinierten Abschieds- und nachträglicher Geburtstagsfeier eingeladen haben. Treffpunkt 19.00 Uhr im „SouVLakki“.

Wir fahren mit dem Auto nach Lakki, geben den Wagen bei Rena ab und fallen quasi ins benachbarte Grillrestaurant. Die Koffer haben wir dabei, die paar Schritte zur Fähre werden wir später zu Fuß gehen.

Sehr gesellige Runde

Zu den üblichen Verdächtigen, die gleiche Runde wie an Marijkes Geburtstag, gesellen sich heute noch Marie und Lars aus Dänemark. Auch die Beiden kennen wir schon seit Jahren, denn ihre QUEEN OF HEARTS liegt auch am D-Ponton, an dem NESSAJA so viele Jahre festgemacht war.

Wir haben gefeiert, gegessen und getrunken – ein herrlicher Abend, der uns die Wartezeit auf die Fähre wie im Flug vergehen ließ.

Bei den Gesprächen stellt sich heraus, dass alle anderen zum Zeitpunkt unserer geplanten Rückkehr wohl schon abgereist sind. Als wir aufstehen müssen um zur Fähre zu gehen, heißt es daher auch Abschied zu nehmen – bis 2025…

Wir sind „just in time“ am Hafen…
…die BLUESTAR II biegt schon in die Lakki Bucht ein

Wir sind etwa zehn Minuten vor dem Anlegen der Fähre am Hafen. Das passt perfekt.

Kurze Zeit später dreht der stählerne Riese auch schon vor der Kaimauer. In wenigen Minuten entern wir das Schiff und beginnen unsere Fahrt nach Preveza – ein Mini-Abenteuer im Oktober, ein Tapetenwechsel kurz vor dem Winter.

Die Klappe geht schon auf

Wir haben eine Kabine gebucht, um ausgeruht in Piräus anzukommen. Es gibt daher keine Not, sich in die Gruppe der drängelnden Menschen einzuordnen.

Trotzdem suchen wir einen Platz ganz vorne am Gitter, ein wenig auf der Seite zwar, aber ganz vorne – denn wir wollen noch jemand treffen…

Da sind sie ja schon

Mireille und Roland kommen mit der Fähre aus Kos, die uns nach Piräus bringen wird. Es reicht für ein kurzes Hallo und um auszumachen, dass wir gleich nach unserer Rückkehr zusammen essen gehen werden – wir freuen uns auf die Wintermonate mit den Beiden.

Dann müssen wir los, es wird Zeit zu boarden, wir laufen in den Bauch des Stahlkolosses.

Auf geht´s – Preveza, wir kommen

Reisen in der Fähre mit Kabine ist kommod. Wir müssen nicht um die besten Sitzplätze hetzen, haben Strom und ein eigenes Klo. Meist sind die Kabinen sauber und ordentlich – immer funktionell.

Klar, es ist keine Kreuzfahrt und es muss einem das Geld wert sein, aber zumindest ein wenig Nachtruhe ist oft mit Talerchen nicht aufzuwiegen.

Zudem hat man den Komfort, ohne Eile an die Rezeption gehen zu können und von dort aus in die Kabine geleitet zu werden – so auch diesmal…

Ist doch ok, oder?

Pünktlich um 22.50 Uhr legt die BLUESTAR II Richtung Piräus ab. Das bekommen wir noch mit, dann legen wir uns sofort schlafen.

Auf den üblichen Absacker verzichten wir, Dieter hat bei seiner Feier reichlich Ouzo bereitgestellt. Dies und meine mir heiligen Ohropax mögen die Gründe gewesen sein, dass ich herrlich geschlafen habe und auch die zwei Zwischenstops nicht mitbekommen habe.

Der Wecker weckt uns um 07.00 Uhr – in einer Stunde kommen wir in Griechenlands Hauptstadt an.

Die Sonne geht gerade auf

Wir wollen an Bord ein kleines Frühstück nehmen. Auf dem Weg ins „Flocafé“ der Fähre, gehen wir über das Freideck. Es ist wunderschön zu sehen, wie die Sonne über dem Saronischen Golf aufgeht und dazu einen tiefen Atemzug frischer Luft zu holen – so darf ein Tag beginnen!

Der Fahrtwind fährt uns durch die Haare
Athen liegt vor dem Bug
Ein kleines Frühstück geht noch

Wir werden über die Lautsprecher aufgefordert unsere Kabinenschlüssel zurückzugeben und uns zum Aussteigen fertig zu machen.

Der blaue Zubringer legt pünktlich an Gate E1 des riesigen Fährhafens Piräus an und die Massen stehen schon an der Laderampe. Es geht herrlich unorganisiert zu und klappt doch irgendwie vorzüglich. Nach wenigen Minuten stehen wir am griechischen Festland.

Hunderte Menschen drängen aus dem Schlund des stählernen Riesen

Wir gehen vor das Hafencafé welches wir so lange kennen und schätzen – seit wir diese Fährlinie nutzen, war dort eine Filiale der Cafékette „Gregories“. Wir haben dieses Café für seinen guten Café und seine leckeren Sandwiches zu humanen Preisen geschätzt – und nun???

Jetzt ist ein neuer Betreiber dort ansässig! Wir sind skeptisch und testen kritisch – aber siehe da, auch alles sehr gut!

Wenn jetzt noch der Leihwagen pünktlich gebracht wird – „Word Up!“…

Ich habe den Satz noch nicht zu Ende gedacht, biegt auch schon ein weißer Peugeot 208 ums Eck – ob er das vielleicht sein könnte?

Er ist es – unser Vehikel für die nächsten 13 Tage

Ein junger Mann steigt aus und wir sehen uns an – kennt ihr das auch – zwei Personen die sich nicht kennen, sich aber finden sollen? Oft ist es so, dass man auf die vielzitierte gelbe Nelke im Knopfloch verzichten kann, man erkennt sich am Blick.

So auch Kostas und wir.

Wir machen das übliche Procedere und ich erhalte die Schlüssel. Der Rückgabetermin ist zu diesem Zeitpunkt noch offen, ich habe aber schon angedeutet welchen Rückgabetermin wir anvisieren – am Ende werden es 13 Tage gewesen sein.

Dann fahren wir los. Nichts wie raus aus dem Moloch Piräus! Ich entscheide mich für die Route über Korinth und Patras, also über die Autobahn an der Südküste des Golfes von Korinth.

Wir kommen gut voran

Wir kommen auf der gut ausgebauten Autobahn zügig voran und machen keine weiteren Stops. Meine Idee ist es, zur Mittagszeit in Mesolongi zu sein und dort einen Snack zu futtern und einen Kaffee zu trinken.

Wir sind also bald schon nahe Patras, als wir die große Brücke von Rio sehen. Wir sind wohl schon mit der alten NESSAJA darunter durch gefahren – aber überquert haben wir das beeindruckende Bauwerk noch nicht.

Wir entrichten die recht saftigen 17,40€ Maut und genießen die Fahrt…

In echt fast schon spektakulär
In Bewegung „tanzen“ die Haltestreben durch das Sichtfeld

Nach der Querung der Brücke sind es noch rund 60 Kilometer bis Mesolongi, das spulen wir auf einer Arschbacke ab – zur Mittagszeit treffen wir in der Nähe der Marina ein und parken den Wagen vor einem geöffneten Café an der Waterfront.

Wir wollen erst einkehren und dann zur Marina laufen – soweit der Plan.

Sicher geparkt – ein schönes Wägelchen
Zuerst teilen wir uns ein Club-Sandwich und genießen eine Brause…
…dann laben wir uns jeder an einer Kaffeespezialität nach Wahl

Wir bezahlen und verschaffen uns ein Bild der Bucht – das ist also das vielfach beschriebene Mesolongi. Ok, ich finde es nicht häßlich, aber es packt mich auch nicht. Ich überlege, wieviele Steckmücken es wohl in dieser Lagunenlandschaft gibt…

Als Bootsparkplatz mag es ok sein, aber um hier zu überwintern finde ich es zu abgeschieden und irgendwie auch zu wenig einladend.

Es ist weitläufig

Wir gehen bis zur Marinaeinfahrt, dann will ich umdrehen. Erstens hätte ich das Auto nebst Gepäck lieber dabei. Zweitens laufen überall recht große, wilde Hunde herum – die sehe ich lieber aus dem Inneren des Wagens.

Nicht, weil ich die Hunde direkt fürchten würde – auch in Preveza wird es mitten in der Stadt welche geben, mehr eigentlich, weil sie hier „freier“ rumrennen und vielleicht doch mal ein aggressiver Typ dabei ist.

Wir drehen also um und holen unser weißes Wägelchen…

Ein etwas unsortierter Bootsparkplatz – in Bayern würde man „oreidig“ sagen

Natürlich schlendern wir einmal durch die Marina – Freud und Leid liegen eng beieinander. Schöne Schiffe liegen neben alten Seelenverkäufern, ein attraktives Bürogebäude steht neben ein paar Café- und Abstellbaracken.

Was mir gefällt – es ist Leben in der Bude! Die einfachen Cafés sind gut besucht. So etwas fehlt bei uns – eine Art Treffpunkt.

Auf einmal sehe ich im Augenwinkel einen Schriftzug, dessen Shilouette mir sehr bekannt vorkommt!

Siehe da – eine NESSAJA die ich nicht kenne
Der Name ziert eine grüne Oceanis CC aus Deutschland

Leider kam erst nachdem wir das Schiff passiert hatten eine Person ins Cockpit – umdrehen wollte ich nicht, das wäre mir peinlich gewesen.

Aber nett wäre es allemal gewesen – zumal die Eigner auch Mitglieder des TO waren. Vielleicht melde ich mich ja über TO noch einmal bei ihnen.

Ich darf sagen, dass meine Bavaria 390 Lagoon die erste NESSAJA war, die in Marine Traffic geführt wurde. Inzwischen sind es viele geworden, der Name ist nichts Besonderes mehr. Sollte es bei mir ein weiteres Boot geben, dann wird es einen anderen Namen haben – ich habe diesen schon gewählt und besitze auch die gleichnamige Mailadresse schon.

Aus heutiger Sicht wird es dann wieder ein Trendsetter werden – es gibt noch kein Schiff mit diesem Namen…

Wir verlassen die Marina und setzen unsere Fahrt fort – die Straßen werden leerer!

Noch einmal rund 120km Autobahn – menschenleer

Wir fahren sehr gemütlich dahin, uns drängt nichts. Wir haben heute keinen Termin. Lediglich unsere Unterkunft müssen wir noch suchen.

Irgendwann sehen wir die unzähligen Masten der drei Trockenmarinas von Preveza. Hier werden wir morgen die ELOWYN empfangen. Die Stadt liegt aber auf der anderen Seite eines Tunnels für den bei jeder Durchfahrt 3.-€ Maut zu entrichten sind.

Dieser Tunnel ist häufig Thema in Seglerkreisen, wenn es darum geht sich in Preveza zu organisieren. Wir wussten das und nehmen die Kosten in Kauf – wir möchten schließlich auf der „lebendigen Seite“ untergebracht sein und etwas von Preveza sehen.

Wir durchfahren den Tunnel also ein erstes Mal…

1,6km lang…
…verbindet er zwei, durch eine riesige Bucht getrennte, Landzipfel miteinander

In Preveza angekommen, werden wir etwas schludrig – wir waren bestens vorbereitet, was die Suche nach einer Unterkunft betrifft, aber das Navigationssystem kannte nicht alle Gassen, welche in der Realität Fußgängerzonen waren.

Nachdem wir also die Fußgängerzone von Preveza einmal durchfahren hatten und Sibylles Nerven unmittelbar blankgelegt waren, wurde der Entschluss gefasst, dass wir lieber am Stadtrand verweilen – die Parkplatzsituation war echt angespannt!

Aber auch das klappte nicht, weil Google uns zu zwei Appartementhäuser führte, die es einfach an diesem Ort nicht gab. Der Grund wird für immer ungeklärt bleiben, aber wir waren langsam genervt. Wir wollen ankommen.

Also nochmal zurück in die Stadt, im Halteverbot geparkt und neu sortiert.

Favorit 1 fällt aus – nicht anfahrbar und keine Parkplätze. Nummer zwei ist wo? Sibylle gibt die Adresse ins Navi ein – Route starten…

Die Stimme antwortet – „Sie haben das Ziel erreicht, das Ziel liegt links von ihnen!“

Ah, Augen auf! Da isses ja!

Wir hoffen auf oben – bekommen aber EG! Das hat Nachteile!

Wir rufen an. Eine junge Frau meldet sich, sie ist sehr freundlich und spricht gut Englisch – „…ja, das Appartment ist frei! Wie lange, habe ich richtig verstanden, wir sprechen von mindestens 10 Nächte???“

Ich bestätige und merke ihre Freude. Sie bietet uns einen Sonderpreis an und wir sagen zu. Die Lage ist zentral, eigentlich optimal. Vermieterin Georgia erklärt wo ich parken kann, dies wird auch an allen Abenden klappen – der Wagen steht immer sicher und keine 50 Meter vom Haus.

Nachteile? Ja! Das Häuschen liegt an einer Gasse die eine zentrale Zubringerfunktion hat. Ab 17.00 Uhr pulsiert das Leben direkt vor den Fenstern der Wohnung. Diese sind schalldicht, müssen aber, nebst Läden, die ganze Zeit geschlossen bleiben – anders hältst Du es nicht aus. Für das „Wohlfühlklima“ sorgt eine moderne Klimaanlage.

Dennoch – wir waren zufrieden, es war ein sehr schönes, modernes Appartement!

Sehr geschmackvoll und modern – erstmal ankommen und 15 Minuten Pause

Dann drängt Sibylle auf die ersten, wichtigsten Besorgungen – ich möchte noch etwas ausruhen, aber sie ködert mich mit dem Zauberwort…

Dieses heißt in diesem Fall nicht etwa „Bitte“ sondern „Kaffee“ – da hat sie absolut Recht, es muss dafür gesorgt sein, dass ich mir allzeit ein Tässchen Kaffee zubereiten kann.

Also gehen wir in den Supermarkt und kaufen Kaffee und andere Dinge ein, welche wir für unser Frühstück brauchen würden. Dies wollen wir nämlich in der Wohnung zu uns nehmen, Dinner gibt es dann auswärts.

Der Supermarkt ist nur 30 Meter von unserer Eingangstüre – auch hier liegt einer der großen Streuner vor der Türe – ihm werden wir noch oft begegnen.

Ein Streuner zwar – aber für ihn wird gesorgt

Als die Lebensmittel verräumt waren, wollten wir einen ersten Sparziergang durch die Altstadt und entlang der Waterfront machen.

Danach würden wir zurückkommen, uns frisch machen und dann zum Abendessen gehen.

Also schlendern wir an die Riva von Preveza, auch die ist keine 100 Meter von unserer Haustüre entfernt.

Jenseits des Tunnels die Marinas „Cleopatra“, „Aktio“ und „Ionian“ – dort müssen wir morgen hin
An der Waterfront hat es schöne Häuser
Wir sind da – es kann losgehen! Darauf ein Ouzo als Apperitiv – auch hier gibt es Meze dazu
Der erste Eindruck – wir mögen Preveza

Wir stellen fest – Preveza gefällt uns! Es ist nett hier und es ist auch noch richtig was los. Der Stadtkai ist fast voll, auch Charterboote haben noch regen Zulauf. Wir wollen uns nicht vorstellen, wie es hier in der Hauptsaison zugeht, aber jetzt ist es völlig ok!

Zuversicht macht sich breit, es wird eine gute Woche werden – ein „Work-Holiday-Mix“.

Nach unserem Apperitiv gehen wir zurück in die Ferienwohnung und hübschen uns auf, dann stürzen wir uns in die engen Gassen von Preveza. Sibylle wählt ein Fischrestaurant und wir hoffen, dass wir keinen schlechten Griff getan haben – ich habe immer ein wenig Angst, dass wir in eine dieser Touristenbuden geraten.

Diese Angst, soviel nehme ich vorweg, bleibt bis zum Schluss unbegründet – wir haben stets gut und preiswert gegessen!

Nettes Ambiente – zum Wohl Sibylle
Gruß aus der Küche
Salat geht immer
Meze auch – hier Zucchiniballs

Als Hauptgang gönnen wir uns Kalamari und Scampi-Saganaki, beides hat hervorragend geschmeckt!

Zufrieden ziehen wir von dannen und tapsen zurück zu unserer Unterkunft. Die erste Nacht ist immer etwas unruhig, man muss sich an neue Geräusche und das Bett gewöhnen – aber wir haben trotzdem ganz gut geschlafen.

Am nächsten Morgen suche ich einen Bäcker und hole frisches Brot – wir bereiten uns ein kleines Frühstück und mampfen eine der von Hans Peter überlassenen Wildschweinsalamis. Das passt super, so wird unsere morgendliche Routine ab heute aussehen…

Dann aber heißt es – die Pflicht ruft! Wir sind ja schließlich zum Arbeiten hier. Wir machen uns daher auf den Weg zu den Marinas, durchfahren den Tunnel und erreichen das riesige Gelände nach rund 15 Minuten – alles kein Problem.

Die Cleopatra Marina hat neben der Trockenmarina noch eine kleine Wassermarina. Hier sehen wir uns zunächst um.

Schön ist es hier

Der erste Eindruck ist schön! Vieles erinnert mich an Kroatien, es ist weniger karg als auf den Inseln der Ägäis oder denen des Dodekanes.

Von der Marina aus, kann man Preveza vis-a-vis sehen.

Sibylle fordert einen Rundgang durch die Cleopatra Marina, wir wollen schonmal vorab auskundschaften, wo die wichtigsten Facilities sind und was es hier so alles gibt.

Masten wohin das Auge reicht
Gefällt mir – will ich auch!

Wir laufen „unsere“ Marina einmal ab und machen uns ein umfängliches Bild. Dann entscheiden wir, dass wir auch in die Nachbarmarinas „Ionian“ und „Aktio“ einen Blick werfen.

Also gehen wir die Straße entlang bis zum Ende – es wird schnell klar, dass Cleopatra der Platzhirsch ist und auch den gepflegtesten Eindruck macht. Alles ist superprofessionell organisiert.

Der Zufall will es, dass zwei Freunde aus Österreich, beide kenne ich über das „Mittelmeer Skipper Forum MSF“, zu dieser Zeit auch in Preveza verweilen. Wir haben uns schon persönlich auf Leros kennen gelernt und uns nun hier verabredet.

Beim gemeinsamen Kaffee vergeht die Wartezeit auf ELOWYN wie im Flug – wir tracken das Ankommen unseres Patenschiffes auf „Marine Traffic“.

Dann ist es soweit – ELOWYN hat Preveza erreicht!

Bella Figura

Wie von Volker – spaßeshalber (oder etwa nicht) – gewünscht, stehen wir als winkendes Empfangskomitee am Steg und helfen beim Anlegen.

ELOWYN wird an einem Außensteg nahe der Krangasse längsseits festgemacht.

Hier liegt sie sicher und gut
Welcome on board

Die Überführungscrew der ELOWYN bestand nach wie vor aus Volker und dem Engländer Chris, der ja in Leros zugestiegen war und zudem noch aus Steffen, der in Athen angeheuert hat.

Volker und Steffen kennen sich schon länger, daher das Angebot an der Überführung teilzuhaben.

Wir haben uns einander vorgestellt und ein gemeinsames Anlegebier getrunken – bis der sonst so entspannte Volker zu Disziplin aufruft und den eigentlichen Sinn unseres Zusammentreffens in Erinnerung ruft…

„Was meint ihr, es ist gerade wenig Wind – wenn wir noch EIN Segel runternehmen?“

Ok, fangen wir mit der Königsdisziplin, dem Großsegel, an! Zu viert rackern wir wie die Beserker um das schwere und riesige Tuch zu bändigen – und wir bekommen es überraschend gut und schnell hin!

„Ja, wenn es grad so gut läuft, machen wir das Jib auch noch heute!“, höre ich Volker sagen. Alsdann, nichts wie ran…

Am Nachmittag liegen zwei von drei Segeln auf dem Steg

Wir belobigen uns selbst und Sibylle spricht uns Bewunderung aus, ob unserer Bärenkräfte – genau was ein Mann braucht 😉

Wir genehmigen uns ein Reparierbier und sitzen gemütlich im Cockpit, die Sonne strahlt uns an – Tagwerk geschafft!?

Nichts dergleichen! Volker ist im Flow und erkennt, dass es zeittechnisch möglich ist, dass wir das Arbeitspensum, welches wir uns für heute UND morgen vorgenommen haben, noch heute schaffen können – wenn wir GLEICH weitermachen…

Ok, dann halt! Holen wir die Genua halt auch noch runter…

Viele Hände – schnelles Ende

Geschafft! Alle drei Segel liegen auf dem Steg, wir haben wirklich was gerissen am ersten Tag!

Langsam wird es aber auch Zeit an den Feierabend zu denken, denn die Sonne senkt sich schon Richtung Horizont, es wird auch merklich kühler. Wir lassen es also gut sein und verräumen das Werkzeug.

Bei einem Feierabendbier genießen wir das Farbenspiel am Himmel.

Fast schon spektakulär
Die Sonne geht langsam unter
Geschafft – ELOWYN steht ohne Segel da

Als der Humpen geleert war, galt es festzulegen, in welches Restaurant wir heute gehen würden.

Die Überführungscrew war froh, angekommen zu sein und wollte nicht mehr außerhäusig speisen – der Besuch von Preveza sollte morgen stattfinden, heute würden wir ins „Celest“, das Marinarestaurant, gehen.

Sibylle und ich waren darauf vorbereitet und hatten Duschsachen mitgebracht. So konnten auch wir uns kurz frisch machen. Geschlossen sind wir dann die paar Meter bis zu dem sehr geschmackvollen Lokal gegangen, wir bekommen einen sehr schönen Tisch im, mit Zeltplanen geschlossenen, „Innenraum“ des Lokals.

Die Sonne ging gerade unter, als wir das Lokal erreicht hatten – kurz bevor wir uns setzen, kann ich noch ein Bild machen…

Von der Terrasse des „Celest“

Abends ist man froh innen zu sitzen, es kühlt langsam ab. Auch das Longsleeve gehört inzwischen zur Standardausrüstung.

Was dann aber passiert, damit haben wir nicht gerechnet – Dutzende Stechmücken überfallen uns! Sie haben es nicht nur, wie so häufig, auf unsere Beine unter dem Tisch abgesehen – nein, sie fliegen uns direkt im Gesicht, am Hals, an den Armen an.

Das war nicht toll! Ich kann das gar nicht leiden und setze mich an einen anderen Tisch, recht weit weg vom Eingangsbereich – hier war es etwas besser. Volker holt ein Insektenspray von ELOWYN und wir reiben uns alle gehörig mit der Lotion ein.

Ein nettes Dinner stellt man sich anders vor – aber irgendwie geht es dann. Das Thema Schnaken wird uns aber während der ganzen Zeit begleiten – auch Sibylle kauft morgen ein Mittelchen um uns vor den Attacken der fiesen Plagegeister zu schützen.

Spätabends fahren Sibylle und ich mit dem Wagen durch den Tunnel zurück in den Ort – ein schöner Tag klingt aus, ab morgen startet die Routine!

Die etablieren wir wie folgt – aufstehen und frühstücken, gegen 09.30 Uhr fahren wir rüber in die Marina, ab 10.00 Uhr arbeiten wir.

Der heutige Tag ist dem laufenden Gut gewidmet

Es gibt jeden Tag ein neues Arbeitsmotto – heute heißt dieses „Rigg und laufendes Gut“!

Wir schlagen also die Schoten und Strecker ab, waschen diese und hängen sie zum Trocknen auf. Weiter demontieren wir alle Umlenkrollen und andere „fliegende Teile“ rund um das Rigg.

Die Reffleinen müssen abgeschlagen werden und die Spanner für die Backstays werden verräumt.

Ich mache mich daran, die neue Klemme nebst Adapterplatte provisorisch zu montieren – die Monteure sollen erkennen wie die Lösung erdacht ist.

Leider hat mein Freund Giorgos nicht auf meinen Rat gehört, für M12 Schrauben 12,5er oder gar 13er Löcher zu bohren. Bohrt man exakt 12mm, dann muss das Loch genau sitzen!

1mm daneben ist auch daneben – ich muss nacharbeiten

Da Volker keinen 13mm Bohrer hat, müssen wir kurzerhand einen kaufen. Ist aber im bestsortierten Marinashop kein Problem! Ich kann also, mit leichtem Verzug, die Klemme am Mast vormontieren.

Klar, dass beim Arbeiten der Spaß nicht zu kurz kommt!

Mittags und nachmittags gibt´s ein gehöriges Reparierbier

Nach getaner Arbeit, stellen wir für heute einen anderen Plan auf. Nachdem Steffen morgen abreisen wird, sollte er noch die Gelegenheit haben, sich in Preveza ein wenig umzusehen.

Wir beschließen daher, dass der Tender der ELOWYN, der 325er Williams WILLI, ins Wasser gelassen wird. Die Crew der ELOWYN kommt mit dem Flitzer in den Ort, Sibylle und ich machen die Vorhut und reisen mit dem Püscho.

Nachdem wir, trotz kurzem Boxenstop in unserer Ferienwohnung, deutlich vor dem Männerteam vor Ort waren, haben wir den Reigen mit einem Ouzo eröffnet…

Tagwerk geschafft – wohlverdient – ein Ouzo an der Riva

Sibylle und ich lassen den Tag Revue passieren und überlegen, wie wir die Arbeiten welche uns zufallen werden, am besten organisieren und strukturieren können.

Steffen reist morgen ab, unmittelbar danach wird ELOWYN gekrant. Zwei Tage später fliegen auch Volker und Chris nach Hause. Ich gehe davon aus, dass wir nicht länger als weitere drei Tage brauchen um alles Notwendige zu erledigen – Sibylle stimmt zu und so legen wir den Termin unserer Abreise aus Preveza auf den 26. Oktober. Diese Information lassen wir der Vermieterin des Appartements zukommen.

Da wir auf dem Nachhauseweg noch die Orte Nafpaktos und Galaxidi, sowie die Ausgrabungen von Delphi nebst dem sagenumwobenen Orakel besuchen wollen, legen wir unsere Fährpassage auf den griechischen Nationalfeiertag, den „Oxi-Day“, am 28. Oktober. Dies wiederum teilen wir der Autovermietung mit.

Unser Plan steht – der Haken? Der Mast von ELOWYN wird am 30. Oktober gelegt, es wäre vielleicht gut gewesen dem noch beizuwohnen, dies hätte aber weitere vier Tage Aufenthalt bedeutet. Nach Abstimmung mit Volker haben wir uns entschieden, so zu planen wie beschrieben…

Mein Gedanke springt – was macht wohl NESSAJA? Ob alles passt? Ich prüfe die Systeme.

Alles bestens

Ich bin zufrieden, an Bord scheint alles zu passen. In diesem Augenblick werde ich aus meinen Gedanken gerissen – die Freunde sind angekommen und gesellen sich zu uns.

„Wo sollen wir essen? Wir haben Hunger!“

Wir schlendern die Riva entlang, sehen uns die Boote an und auch die Freunde bestaunen die prächtigen Bauwerke…

Viele Details und total verspielt

Unsere Wahl fällt auf ein Restaurant mit typisch griechischer Küche. Es ist in der gleichen Gasse wie die Fischtaverne, in der Sibylle und ich am ersten Abend gegessen haben.

Wir bekommen einen freien Tisch und haben zudem noch ein Stück von Glück – auf einer kleinen Gassenkreuzung fängt ein Trio an zu musizieren und zu singen. Sehr schön, sehr passend!

Unweit von unserem Tisch wird musiziert

Beim Bestellen unses Dinners waren wir weniger kreativ – fünf Bier, vier große und ein kleines! Dazu Fleisch, große Teller bitte! Sibylle fragt in die Runde, „…und wollen wir einen Salat?“ Vier Augenpaare rollen, aber natürlich wird dem Alibisalat zugestimmt!

Alles kommt auf den Tisch, jeder greift zu…

So muss das – später kam noch Wein dazu, denn „Wein auf Bier, das rat´ ich Dir!“

So verbringen wir zusammen mit Steffen seinen letzten Crewabend und essen und trinken gemeinsam. Ein lustiger Abend, ein kurzweiliger Abend – irgendwann war es Zeit aufzubrechen, die Crew musste schließlich noch die Überfahrt mit dem WILLI bewältigen!

Alle zusteigen – nächster Halt Cleopatra Marina
Man beachte die Jungs rechts

Der Katamaran zur Rechten war mit jungen Leuten aus, vermutlich, Polen besetzt. Sie sprachen gebrochen Englisch und haben uns bezüglich des kleinen Schlauchbootes mit Elektroantrieb befragt – dazu muss man wissen, dass Williams Tender einen Mittelmotor mit Jetantrieb haben, man kann keinen Motor sehen.

Uns war nicht klar ob die Jungs uns verarschen, aber Volker wollte nicht unhöflich sein und antwortet wahrheitsgemäß „…it´s a Jet-Tender with 100 horsepowers, we need 45 seconds to reach Cleopatra!“.

Die Jungs lachen und klatschen sich auf die Schenkel – und mir war klar, was jetzt passiert!!!

Volker kommt aus der Lücke und die Jungs sehen zu, wie das vermeintliche „Elektroboot“ surrend davongleitet – aber nichts da! Volker legt den Hebel auf den Steuerstand und der WILLI geht ab wie ein Pfeil – es dauert nur Sekunden, bis er in der Dunkelheit verschwunden ist.

Sibylle und mir bleibt der Hochgenuss die vier Gesichter zu sehen – offene Münder aus denen nur ein Wort fiel…

Wow! WOW! WOOOOOW!

Der neue Tag begann, wie der alte endete – spektakulär! Dafür aber weniger rasant, denn diesmal war es die Natur, die ein Schauspiel bot.

Gleicher Platz – die jungen Polen schlafen noch
Die Sonne gibt derweil ein spektakuläres Schauspiel – wie Feuer am Horizont

„Groundhog Day“ in Preveza – und täglich grüßt das Murmeltier! Sibylle und ich fahren nach dem Frühstück in die Marina, dort steigt Sibylle aus und statt ihrer Steffen zu.

Ich bringe den Kurzzeitfreund an den Flughafen und verabschiede mich – vielleicht sieht man sich ja einmal wieder…

Zurück in der Marina geht es auch schon los – ELOWYN muss klar gemacht werden, um in die Krangasse gefahren zu werden. In einer Stunde ist Krantermin, Festmacher müssen vorbereitet und Fender entsprechend platziert werden.

Dann bekommen wir den „Marschbefehl“ und legen ab – die letzte Fahrt der „alten“ ELOWYN.

Die Fahrt dauert etwa drei Minuten – alle Aufgaben sind verteilt

Es geht ruckzuck und der blaue Riese wird in die Krangasse bugsiert, ab hier übernimmt das Kranteam das Kommando.

Bei den Jungs sitzt jeder Handgriff, sie sind ein eingespieltes Team. Wir dürfen jetzt aussteigen, die Gurte werden vorbereitet.

Die HR vor uns muss noch auf den Wagen – dann ist der Kran frei für uns
ELOWYN ist bereit für das „Haul Out“

Jetzt geht es Schlag auf Schlag – der große Kran kommt und nimmt ELOWYN in die Schlaufen. Dann wird sie angehoben und gleich mit dem Kran auf ihren Standplatz gefahren.

Da sie direkt vor das Gebäude gestellt wird, entfällt das Umladen auf den Transportwagen – sofern dies überhaupt möglich gewesen wäre.

ELOWYN bekommt einen Platz in erster Reihe – Pole sozusagen
Wir bekommen einen pompösen Zugang aufgestellt

Nachdem der Kran abgezogen war, haben uns Marinamitarbeiter eine pompöse Treppe bereitgestellt. Das war echt komfortabel, denn wir mussten mehrfach, auch schwer beladen, das Schiff verlassen und auch wieder entern – auf einer profanen Aluleiter, ein eher mühseliger Akt.

Ich packe sofort das Werkzeug aus und mache mich an meine Arbeit – da passiert es…

Ich reiße mir einen Fingernagel recht fies ein! Natürlich war kein Maniküreset zur Hand! Gut, wenn man sich zu helfen weiß! So wird an diesem Tag unumstößlich klar, dass ein guter Seitenschneider auch zur Nagelpflege taugt.

Knipex – der Name sagt es ja schon

Sibylle ficht das alles zunächst nicht an – sie „…warte auf klare Anweisungen!“

Derweil sei ihr ein Päuschen gestattet, allzulange hält dieses nicht an, denn generell weiß jeder, was zu tun ist, die Aufgabengebiete sind klar verteilt!

Heute war der schlechteste Tag – ziemlich bewölkt

Erstmal Mittagspause! Der Vormittag ist schnell verflogen. Uns alle fröstelt es ein wenig. Wenn die Sonne hinter den Wolken verschwindet fehlt die wohlige Wärme.

Es gibt also einen Kaffee im „Celest“, danach geht es aber richtig weiter!

Brrr – gibt´s auch Tee?
Das „Celest“ ist fein hergerichtet, man isst und trinkt gut

Dummerweise passiert exakt nach Arbeitsaufnahme ein Malheur. Volker möchte den Anker ablegen und gibt das Kommando diesen abzulassen. Er und ich stehen unten, um das 50kg Trum zu bändigen und die Kette zu schlichten.

Chris und Sibylle stehen oben und sollen den Anker ablassen – da passiert es! Sibylle drückt den Knopf für die Ankerwinde einmal kurz in die falsche Richtung und ein Schlauch platzt! Ende Gelände!

Die Hydraulik steht bis auf Weiteres nicht mehr zur Verfügung! Dafür tut sich eine neue Baustelle auf – die Vorpiek und der Ankerkasten müssen, nicht nur wegen des geplatzten Schlauches, mal porentief gereinigt werden.

Also räumen wir erstmal ALLES aus!!!

Was da so zum Vorschein kommt
Kann das weg???
Ganz schön was drin

Nachdem wir zusammengeholfen haben, um alles aus der Vorpiek auszuräumen, haben Sibylle und Chris sich an die Reinigung der Kammer gemacht. Natürlich musste später auch alles wieder ordentlich eingeschlichtet werden.

Volker hat sich derweil darum gekümmert, dass die Kühlschränke eingewintert wurden. Ich war mit Spezialaufgaben am Kühlsystem und der Einwinterung von Hauptmaschine und Generator beschäftigt.

Auch hier gab es kleine Überraschungen

Was sich hier in der schnellen Beschreibung etwas unkoordiniert anhört, war generalstabsmäßig vorbereitet und wurde ebenso durchgeführt.

Volker hat ohnehin seine eigenen Arbeitslisten. Ich habe selber welche aus dem letzten Winter erstellt – jeder von uns wusste exakt was zu tun ist.

Alle offenen Punkte bekamen eine Priorität und es wurde entschieden – wer macht es? Wann wird es gemacht? Kostengegenüberstellung von Fremdarbeit und DIY? Final wurde alles in eine Excel gepackt, um die Punkte von hier aus steuern zu können.

Was sich nun ein wenig fancy und übertrieben anhört ist sinnvoll – denn nächstes Jahr kann sich keiner mehr erinnern, dass die Schlauchschellen der Kühlschläuche nachgezogen werden müssen, oder dass das Steuerbord Druckwassersystem ohne Funktion ist, weil die Pumpe zerlegt im Halter hängt!

Wir sind zufrieden mit unserem Tag!

Prio-Worklist 2025 für ELOWYN

Zum Feierabend wird beschlossen, abermals in Preveza auszugehen. Chris möchte unbedingt Giros essen und der kleine Grill ist ja genau bei uns um die Ecke.

So treffen wir uns abermals an der Riva, wo Volker und Chris mit dem WILLI anlanden. Leider müssen wir beim Schlendern durch die Gassen der Altstadt feststellen, dass ausgerechnet heute der Ruhetag des Grillhauses ist – was für ein Pech!

Egal – erst mal einen Ouzo als Opener, eine Situation, welche natürlich auch für die Freunde in England festgehalten werden will…

Alle mal lächeln – Cheese
Nice Pic – so begeistert man die Lieben zuhause

Der Zufall will es, dass wir in dieser Bar einen Mitarbeiter der Marina treffen. Er wird an ELOWYN arbeiten, wir hatten uns schon kennen gelernt.

Diesen Mann befragen wir, wo man das beste Giros in Town bekommt. Er erklärt den Weg und schickt uns zu Fuß einmal quer durch die halbe Stadt – mit welchem Resultat???

Super – eine Verschwörung

Aber wenn Du denkst es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her – so auch diesmal!

Unser Unglück in Sachen Giros treibt uns direkt in die Taverne „Kalofagas“, eine Adresse, die wir noch zwei weitere Male besuchen werden.

Ist es falsch zu sagen, dass es die Fleischeslust war, welche uns hierher getrieben hat? Sicher nicht! Wenn auch nur im ganz übertragenem Sinne.

Eine sehr empfehlenswerte Taverne

Nicht nur, dass das Team einen sehr guten Service bot und in der für uns zuständigen Bedienung Vasso eine sehr empathische Person aufbieten konnte – auch in Sachen Fleischauswahl war man durchaus gut sortiert!

Nehm´ ich – in dieser Reihenfolge

Chris wollte „Roast“ – typisches Fleisch vom Drehspieß, nicht zu verwechseln mit Giros. Eher so eine Art Kokoretsi. Volker wollte lieber ein 1,5kg Steak und Sibylle einen Salat – ich erklärte mich zum Allrounder und wäre überall mit dabei.

Also, dann nix ODER, dann eben UND!

Vorfreude machte sich breit…

Der Wein passt schonmal – jeder gibt Anekdoten zum Besten
Knoblauchbrot und Sibylles Wahl – ein köstlicher und gesunder Salat…
…der als unser „heutiges gutes Gewissen“ durchaus ein eigenes Bild verdient
Dann unsere „Mixed Rotisserie“ für zwei Personen – Pork, Lamb und Kokoretsi
Als Nachspeise und als Zeichen der Vernunft – ein dezimiertes 1.100gr Tomahawk

Puh, pappsatt! Wir bekommen noch eine kleine Sauerei auf´s Haus, dann ist Schicht im Schacht – bitte nichts mehr bringen, nicht mal ein Minzplättchen!

Irgendwann, es war schon spät und der Wind hatte aufgefrischt, hieß es – Verabschiedung! Unsere WILLI-Besatzung musste noch ihre Heimfahrt antreten und wir begleiteten die Beiden zu ihrem kleinen Flitzer.

Ich habe die Beiden nicht um die Überfahrt beneidet…

It´s cold outside
Schnell ab und nach Hause – 45 Sekunden frieren

Sibylle und ich gehen noch einmal die Riva auf und ab – wieder bleibt unser Blick an dem verschnörkelten Haus hängen.

Preveza hat schon was – trotzdem wäre es mir zu umtriebig. Ein erstes Mal macht sich Heimweh breit – ich will wieder nach Leros!

Schön ist es schon

Doch soweit war es noch nicht – die Pflicht ruft! Neuer Tag, neue Aufgaben!

Sibylle und ich rücken zeitig an, denn heute war die Besprechung mit dem Lackierteam anberaumt. Wir entern das Schiff und haben frisches Brot für die Freunde im Gepäck.

Guten Morgen, guten Morgen, guten Morgen Sonnenschein

Wir trinken noch einen Kaffee mit, während Volker und Chris ein kleines Frühstück zu sich nehmen.

Zu lange müssen wir nicht warten, denn die Lackierer erscheinen sehr pünktlich. Generell hat man den Eindruck, dass alles etwas professioneller organisiert ist, als wir das gewohnt sind.

Gemeinsam gehen wir um das Schiff und besprechen das Vorgehen – auch erste Details werden diskutiert…

Müssen alle Beschläge weg? Ja, alle!

So klären wir neben dem finalen Farbton – lasst euch hier überraschen – zum Beispiel auch, wie die Relingstützen befestigt sind.

Solche Kleinigkeiten sind wichtig, weil dafür abzuklären ist, ob diese von innen oder von außen abgenommen werden – von innen würde einen erheblich größeren Arbeitsaufwand bedeuten.

Wir haben aber Glück…

Geht von außen – kann bis zum Pin lackiert werden

Diese Montagearbeiten übernehme meist ich. Daneben gilt das „Vier-Augen-Prinzip“ – Volker und ich wollen gemeinsam sicherstellen, dass nichts vergessen wird und alles möglichst exakt bewertet wird. Nur so kann der Kostenvoranschlag valide sein.

Der Lackierer bleibt etwa eine Stunde, er macht einen sehr professionellen und erfahrenen Eindruck, sein Ansatz und seine Ideen decken sich mit Volkers Vorstellungen.

Als sich die Jungs verabschiedet haben, geht jeder wieder an seine Arbeit – ich widme mich fast zwei Tage lang der Druckwasseranlage, hier gilt es ein verstecktes Problem zu finden…

Oh mein Got! SIE sind da!

Durch das Ausschlussprinzip kann die Pumpe als Übeltäter eingegrenzt werden. Es läuft auf eine Überholung der Pumpe im kommenden Frühjahr hinaus, die Teilebeschaffung sowie das ToDo kommen in die Excel Tabelle – als Bemerkung füge ich hinzu, „…eventuell Anlage komplett auf Jabsco 60PSI umbauen und anpassen“.

Immer, wenn mir eine bessere Lösung als die bestehende durch den Kopf geht, bespreche ich mich mit Volker und wir überlegen, ob ein Nachrüsten und ein Upgrade angebracht wären – in diesem Fall ist die Entscheidung noch offen.

Es dürfte selbstverständlich sein, dass ich im Blog keine Stellungnahme zu Refitkosten mache. Das hat hier nichts verloren – klar dürfte sein, dass letztendlich ein paar Talerchen zusammenkommen. Wir mussten daher mehr als einmal hinsehen, ob es sich bei den zwei Beobachtern auf unserer Saling um Raben oder doch um Pleitegeier handelt… 😉

Puh – doch nur Raben

Heute ziehen Sibylle und ich früher ab als sonst. Wir haben die Aufgabe übernommen, die Wäsche in den Waschsalon zu bringen – liegt auf der Hand, da wir den Wagen haben und es im Ort zwei Waschsalons gibt.

Leider haben wir hier die Rechnung ohne die Griechen gemacht! Denn auch in Preveza scheint es Normalität zu sein, dass man sein Geschäft öffnet wann man eben will – oder auch gar nicht!

Ich sitze hier und warte

Wir erreichen Waschsalon Nummer 1 – hier hängt ein Zettel in der Türe, dass man um 18.00 Uhr öffnet, dazu eine Telefonnummer.

Inzwischen war es 18.05 Uhr und ich warte. Um 18.15 Uhr schreibe ich eine Message in Griechisch, ich frage ob und wann jemand käme, ich wolle zwei Säcke Wäsche abgeben – diese Message ist bis heute unbeantwortet.

Wir gehen weiter zu Wäscherei 2 – man nimmt die Wäsche an. Sibylle dachte, dass man unsere zwei Säcke zu einer großen 7kg Maschine zusammenfassen könnte. Dieses Ansinnen lehnt die Dame aber entrüstet ab! Dies seien schließlich zwei Maschinen mit zwei verschiedenen Temperaturen undsoweiter…

Wir stimmen zähneknirschend zu und geben die Wäsche ab – für 10.-€ pro Maschine – zudem fällen wir den Beschluss, dass wir alle weiteren Waschladungen in der Marina waschen und dort zum Trocknen aufhängen! Das bedeutet etwas mehr Aufwand, kommt aber mit 4.-€ pro Waschladung deutlich billiger und man ist schneller.

Inzwischen sind Volker und Chris angekommen. Heute steht deren Abschiedsessen auf dem Programm, beide werden morgen mit dem gleichen Flieger abreisen.

Wir gehen in ein Fischlokal in den engen Gassen der Altstadt und lassen es uns gut gehen!

Salat – bestellt durch Sibylle
Rote Bete mit Knoblauch – auch als Salat angemacht
Anchovi – sehr leckere Marinade

Als Hauptspeise gönnen wir uns Kalamari und Scampi in verschiedenen Variationen – alles sehr lecker!

Klar, dass wir nach dem Essen noch ein gemeinsames Bier trinken und uns auch eine Runde Ouzo gönnen – so jung kommen wir schließlich nicht mehr zam…

Denn als wir uns am nächsten Tag bei ELOWYN treffen, stehen die Zeichen auf „Abschied nehmen“!

Good bye my friend

Volker und ich stimmen uns noch über ein paar Termine ab, welche mit der Werkstatt abzuwickeln sind. Auch geben wir uns ein gegenseitiges Update unserer ToDo-Listen.

Dann heißt es packen…

Wir gönnen uns einen letzten Cappuccino auf der Sonnenterrasse des „Celest“, steigen ins Auto und fahren zum nur 5 Minuten entfernten Flughafen.

Ob wir uns 2024 noch einmal hier treffen werden?
Ob wir Chris noch einmal sehen werden? Was a pleasure to meet you…

Die Freunde gehen in das Terminal und wir bleiben hier zurück. Da es an ELOWYN noch einiges zu tun gibt, fahren wir zurück in die Marina.

Gerade als wir ankommen, verlassen die Mechaniker das Schiff – gute Nachrichten, die Hydraulik funktioniert wieder, alle Systeme sind einsatzklar! „Word Up!“

Sibylle und ich legen sofort los und lassen Anker samt Kette ab. Wir schlichten das Ankergeschirr ordentlich auf. Danach können wir das Grundeisen und den Ankerkasten reinigen – super, dass dies alles so reibungslos klappt!

Punkt 1 meiner Liste – Check

Wir waren gerade fertig, da kommt ein Mitarbeiter des Kranteams, „Where is the Captain?“ Ich antworte mit dem Brustton der Überzeugung „The owner is on his way back to Germany, I´m the new captain!“

Der erstaunte Kranmann erwiedert, „Ok Captain, then follow me!“

Ich tue wie mir geheißen und tapse hinter dem Handwerker her – was will er von mir? Was habe ich zu tun?

Ahhhh! Wir gehen zur Krangasse – er will, dass ich den WILLI zur Box fahre, er würde als nächstes aus dem Wasser gehoben werden. Warum sagt er das nicht gleich? Klar, mach ich!

Ich starte den Flitzer und fahre nur rasch um´s Eck…

Da wartet der WILLI auf sein „Lifting“

Ich gehe zurück zu Sibylle und erzähle ihr, warum mich das Kranteam einbestellt hat. Noch ehe ich meine, mit blumigen Worten ausgeschmückte, Geschichte zu Ende erzählt habe, hören wir schon dieses typische aber nervtötende Biepsen von in Fahrt befindlichen Arbeitsgeräten – der Gabelstapler mit dem WILLI auf der Gabel biegt ums Eck und stellt ELOWYNs Schnulli zum Mutterschiff.

Auch die Cleopatra Marina hat einen „Luigi“
Wieder vereint

Somit kommt schon am ersten Nachmittag, an dem wir alleine vor Ort sind, ein Haken an den zweiten wichtigen Punkt.

Der Arbeitstag ist somit auch gelaufen, wir rufen den Feierabend aus und starten in unsere tägliche „After-Work-Routine“.

Zum Dinner wollen wir heute noch einmal Vasso, unsere neue Lieblingsbedienung, besuchen. Wir einigen uns darauf, dass ich am heutigen Tage meine „Fleischeslust“ im Zaum halte!

Ok, wenn es sein muss…

Käsebällchen mal anders – aber sehr fein
Auch ich gönne mir einen Salat

Jeder von uns labt sich an einem dieser riesigen Salate, sie schmecken vorzüglich! Gemeinsam gönnen wir uns eine Chicken-Rotisserie, auch diese war sehr gut.

Weil ich so tapfer war, gibt Sibylle ein Eis aus. Gut zwar, aber kein Vergleich zu den Speiseeisschöpfungen aus der Eismanufaktur in Lakki – ich vermisse Leros…

An diesem Abend wird es nicht so spät. Sibylle will noch etwas lesen, ich tippe die ersten Zeilen dieses Blogberichtes. Dann ist es Schlafenszeit.

Am nächsten Morgen wache ich dafür früher auf. Als ich zum Brotkaufen gehe, sind die Gassen von Preveza Old Town noch menschenleer.

Noch nichts los – das ändert sich später
Ich gehe zum gleichen Bäcker wie jeden Tag

Kurzer Sidekick – vor ein paar Tagen haben sie nahe der ELOWYN eine 33m Motoryacht abgestellt – etwas ganz Besonderes mit absenkbarem Mittelteil, um die Dinghygarage als Meerwasserpool zu nutzen. Die Yacht heißt LADY FLEUR und gehört dem Gründer einer Instant Pfannkuchenfirma, welche heute Weltmarktführer in diesem Segment ist.

Heute als wir ankommen, steht eine noch größere Yacht im Kran – hier ist der name Programm – KING LOUIS! Diese 46m Yacht ist weniger besonders, besticht aber durch die schiere Größe.

Viel größer geht auch hier nicht

Ok, ich bin beeindruckt – aber nicht so sehr, dass ich meine Aufgaben vernachlässigen würde.

Ich widme mich also der Einwinterung des WILLI, baue alle Teile ab und spüle den Motor – zunächst mit Süsswasser, dann mit verdünntem Frostschutz.

So weit – so gut

Gerade als ich an Deck von ELOWYN zurückgehe – ich erwarte Besuch vom Technischen Manager der Marina, gerade in diesem Augenblick also, wird KING LOUIS hereingefahren.

Sie bewegt sich auf uns zu…

Kranfahrer – Präzisionsjob
Äh – ich hoffe, der Mann weiß was er tut

Alles klappt – der Gigant wird in eine Ecke manövriert, dann beschäftigt sich ein ganzes Team fast zwei Tage damit den Koloss aufzupallen – mein lieber Scholli.

Ich habe Frostschutzmittel übrig und vertrete die Meinung, dass es hier schonmal kalt werden kann. Ob es nahe 0°C sein kann? Ich weiß es nicht! Aber getreu dem Motto „besser haben als brauchen“, fülle ich das übrige Glysantin, fair verteilt, in die vier Aborte der ELOWYN.

Jetzt sind wir safe…

Natürlich wird noch gespült – das Zeug soll in die Schläuche

Der Vormittag ist verflogen, der Manager hat den Termin auf den Folgetag verschoben.

Da wir keine Arbeit für den angebrochenen Nachmittag haben, beschließen wir erstmal eine Kaffeepause zu machen. Im „Celest“ wollen wir beratschlagen, wie wir den Tag weiter sinnvoll nutzen.

Ein leichtes Häppchen zum Cappuccino

Sibylle wirft ein, dass sie noch nicht weiß, wie sie die oberen Fächer und Schränke unseres Patenschiffes ausräumen soll. Wir haben zwar Stauraum, aber es fehlt an Aufbewahrungsbehälter.

Von unserem österreichischem Forumsfreund Mike weiß ich, dass es hier in der Nähe einen „Jumbo“ Markt gibt – ein Marktplatz für alles was man braucht oder nicht braucht. Strukturiert wie IKEA, aber eben für Dinge des täglichen Lebens und darüber hinaus.

Kennst Du „Jumbo“ nicht – kennst Du Griechenland nicht!

Wir beschließen daher, aus der Not eine Tugend zu machen und das Einkaufsparadies zu besuchen.

25km außerhalb Prevezas
Die Farben sind Teil der Marke
Das Angebot weckt Kauflust – es gibt alles…
…auch Strohhalme aus Plastik – während Deutschland die Welt rettet
Natürlich kaufen wir nichts unsinniges oder umweltschädliches – aber ich könnte schon schwach werden…

Erfreulicher Weise geht es verhältnismäßig schnell. Wir finden passende Kisten, kaufen dazu noch eine Packung „Haribo saure Schnüre“ und bezahlen.

Dann machen wir uns auf den Weg zurück nach Preveza – wohin gehen wir heute zum Essen? Die Fragen klären wir am Heimweg…

Leibspeise – ich will Leibspeise! Mir reicht´s mal wieder mit griechischer Küche, mir ist nach Pizza! Zum Glück gibt es in Preveza mit der Pizzeria „Oven“ eine stilechte Pizzeria nach italienischem Vorbild – da gehen wir heute hin…

Sehr einladendes und modernes Lokal
Der Mann beherrscht sein Fach
Die Pizza schmeckt italienisch – ein Gedicht

Das Dinner war eine Wucht, zu diesem Zeitpunkt des Jahres würde ich es sogar ein Highlight nennen. Irgendwann willst Du halt mal einen anderen Geschmack. Die Pizzen, der Salat – alles war von hervorragender Qualität und stilecht. Eine sehr empfehlenswerte und obendrein preiswerte Adresse.

Wir gehen zufrieden ins Bett. Wir haben viel geschafft – die meisten Arbeiten an ELOWYN sind erledigt, wir haben die Kisten beschafft und alle Wäsche verstaut.

Wenn morgen alles nach Plan läuft, dann machen wir einen kleinen Ausflug.

Um dies sicher zu stellen, packen wir zeitig morgens an. Ich muss noch die Batterie vom WILLI ausbauen und laden. Da sie bis morgen am Strom bleiben soll, muss sie sicher stehen. Ich hoffe, dass Tina niemals erfährt, dass ich ihre Bratpfanne als Sicherheitsbehältnis missbrauche.

So kann nichts passieren

Das Glück spielt uns in die Hände – just in time kommt Panos, der Technische Leiter der Cleopatra Marina, an Bord. Er lässt sich von mir die Funktion der Zentralhydraulik zeigen, lässt sich gleich auch noch in die Schalttafel einweisen und bestätigt dann, dass aus seiner Sicht jetzt alles ok sei.

Sibylle hat in der Zwischenzeit die Kisten befüllt und verstaut. Was noch??? Ach ja, ich schreibe ein Mail an die Marina, dass der WILLI aus unserer Sicht freigegeben ist, um ihn in Folie zu packen.

Das war´s – es ist 12.00 Uhr, wir können einen Ausflug in die Umgebung machen, unser Ziel ist die 25km entfernte Insel Lefkas.

Wir nutzen die Landstraße durch eine saftig-grüne und hügelige Landschaft

Die recht kurze Strecke ist schnell zurückgelegt. Wir überqueren die schwimmende Drehbrücke, welche Lefkas mit dem Festland verbindet – diese ist zu dieser Zeit wegen einer fehlenden Sicherheitsabnahme dauerhaft geschlossen, der Lefkas Kanal für Boote daher nicht nutzbar.

Auch Volker musste die ELOWYN bei seiner Anreise schon westlich um Lefkas herumnavigieren. Der Teufel ist ein Eichhörnchen.

Wer meint, dass auch in Griechenland der Sommer langsam ausklingt wird meist eines Besseren belehrt. Ja, abends wird es spürbar frisch, das Longsleeve ist angesagt – aber tagsüber, da zeigt unser Zentralgestirn, dass es noch etwas zu leisten im Stande ist…

30°C am frühen Nachmittag in Lefkada

Natürlich gehen wir ein paar Schritte in die Marina – und zwar genau an den Platz, an dem die alte NESSAJA bei ihrer Überführung von Leros nach Rab im Jahr 2012 für eine Nacht festgemacht hatte.

Ich schwelge in Erinnerungen – es war ein schöner Törn…

Da sind wir gelegen

Ich sende das Bild an Burcki und frage schelmisch – „…weißt Du wo wir sind?“

Klar lösen wir das Rätsel gleich auf und senden schöne Grüße, die Zeit verfliegt, die Erinnerung ist schon 12 Jahre alt.

Wir senden ein nettes Bild als Gruß hinterher und hoffen, dass wir Burcki und Christine beim nächsten Deutschlandbesuch wieder sehen werden.

Kaffeepause im hochsommerlichen Lefkada

Beim Kaffee beschließen wir, dass wir ein wenig vom Inselinneren kennen lernen wollen. Sibylle möchte zwei alte Dörfer besuchen, man könne auf den höchsten Berg fahren und es gäbe spektakuläre Ausblicke.

Ok, klingt gut und sollte ausreichen, um sich einen Nachmittag um die Ohren zu schlagen. Der Plan war, dass wir anschließend in Lefkada zu Abend essen und dann den Heimweg antreten.

Also nix wie los – ab in die Bergwelt von Lefkas!

Lefkada von einer Anhöhe aus – man kann den Kanal sehr gut erkennen
Wunderschöne Buchten zwischen dem Festland und Lefkas
Ein atemberaubendes Panorama

Wir machen im Bergdorf Karya halt und wollen „…am Dorfplatz unter den alten Platanen“ einen Kaffeestop einlegen. Leider enttäuscht uns diese Empfehlung – sicher, der Dorfplatz ist wohl sehr ursprünglich und es ist ein wenig touristisches Dorf.

Wir mäkeln auch nicht daran herum, dass es eigentlich bis auf ein Cola nichts gibt, dies mag der Saison geschuldet sein. Störend empfanden wir, dass die Menschen wenig freundlich schienen und wir uns nicht wohl fühlten.

Also weiter nach Egklouvi! Dieser alte Ort ist berühmt für eine bestimmte Linsensorte, welche dort angebaut und vermarktet wird. Die Hülsenfrüchte aus dieser Region haben mehr Kalium, dies sei gut für – ich zitiere hier Google – „… die Aufrechterhaltung des osmotischen Drucks, der Elektrolythomöostase und des Säure-Basen-Haushalts. Kalium spielt weiterhin eine Rolle bei der Weiterleitung von Nervenimpulsen und ist somit von Bedeutung für Muskelkontraktionen, Herzfunktion und die Regulation des Blutdrucks.“

DAS lassen wir uns nicht entgehen!

Ein sympathischer und einladender Ort
Wir teilen uns eine Linsensuppe und einen Linsensalat

In der kleinen Taverne am Dorfplatz sind ein paar Tische besetzt. Der Juniorchef flitzt emsig von Tisch zu Tisch und bewirtet seine Gäste.

Wir gönnen uns die Spezialitäten des Hauses und tun etwas für unsere Muskelkontraktionen – Sibylle merkt an, fast schon ein Flachwitz, dass „Erbsen und Linsen, machen´s Arscherl grinsen!“

Auch das testen wir, halten aber das Ergebnis dieses Tests hier geheim.

Von unserem Tisch aus können wir zwei alte Radarantennen sehen…

Imposante Anlage – was ist das???

Ein Blick in Google Maps verrät, dass es sich hierbei um eine aufgelassene Radarstation der NATO handelt. Heute ist sie ein wohl bekannter „Lost Place“.

Ob wir da mal hinauffahren können und sollten?

Unser Blick schweift weiter – wir entdecken etwas weiter hinter dem alten Beobachtungsposten ein kleines Kirchlein auf einem noch höheren Berg…

Google hilft auch hier – Ekklisia Profiti Ilias 

So ein Zufall! Genau dieses Kirchlein wäre unser nächstes Ziel gewesen. Bei der Streckenrecherche stellen wir fest, dass es eine Verbindungsstraße geben sollte.

Die Navigationsinstrumente sind sich nicht einig – Google Maps sagt „nicht befahrbar“, eine Reisebeschreibung von Sibylle benennt den Weg als „durchgehend asphaltierte Piste“.

Sehr zu meiner Überraschung, entscheidet meine Sibylle auf „wir wagen es!“

Und es hat sich gelohnt!

Unser Püscho vor den Antennen
Daneben die alten Baracken
Ein besonderer Eindruck

Den Weg weiter nach oben, bis hin zur kleinen Kapelle des Heiligen Ilias, erarbeiten wir uns hart – die Straße wird zunehmend zur Piste und war immer mehr ausgewaschen.

Umgekehrt bescherte uns der Weg in die Höhe weitere atemberaubende Ausblicke.

So zum Beispiel auf ein ehemaliges Abbaugebiet für Kalksandstein, welches eine Art „Mondlandschaft“ hinterlassen hat.

Im Hintergrund die neue NATO Radaranlage

Wir fahren weiter und schrauben uns hoch bis zum Kirchlein – der Rundumblick hier oben ist fantastisch.

Wir verweilen eine ganze Zeit und genießen die Ruhe und die Einsamkeit.

Vom Kirchlein – der Blick Richtung Festland
Über die Bucht von Nidri…
…und über Lefkada Richtung Preveza
Richtung Westen sieht man den Lost Place und die Straße welche wir genutzt haben

Wunderbar! Der Trip hat sich gelohnt! Wir werden zur Weiterfahrt eine andere Straße wählen, müssen dafür aber zunächst wieder nach unten fahren – und die ausgewaschene, steile Abfahrt hatte es in sich!

Ihr wisst ja, solche Sachen kann man in Bildern nur sehr schwer festhalten. Ich habe trotzdem versucht, zumindest einen Eindruck zu vermitteln.

Es geht steil runter, der Track hat einiger Schlaglöcher
Zudem ist der Belag teilweise sehr lose und ausgewaschen

Letztlich meistern wir diese Herausforderung und erreichen wohlbehalten die Küstenstraße an der Westküste Lefkas´.

Sibylle hat noch ein Sightseeing gefunden – das größte Kloster der Insel. Google zufolge müsste es jetzt geöffnet sein. Und da die Besichtigung einer griechischen Insel ohne Klosterbesuch immer unvollendet sein wird beschließen wir, dass wir ebendiesem Kloster einen Besuch abstatten.

Faneromeni Monastery – eine einladende Pforte
Eine saubere und top gepflegte Anlage
Sehr schöne, grüne Gartenanlagen
Die Aufenthaltsräume
Die Kirche

Eine Besonderheit dieses Klosters ist der mini Botanische Garten mit einer handvoll Tiergehegen.

Klar, dass wir uns auch diesen Besuch nicht entgehen lassen. Allerdings war es schwer, ein Fotos der Pfauen oder Schildkröten zu machen – einzig der Papagei hatte keinerlei Kamerascheu!

Aug´in Aug´

Das Kloster kostet übrigens, wie auch der Botanische Garten, keinen Eintritt.

Wir wollen weiter. Ich überlege, ob ich nicht wenigstens einmal auf unserer Reise zum Baden gehen soll. Lefkas ist bekannt für seine schönen Strände, allerdings haben wir die allertollsten schon passiert.

Wir entscheiden uns daher für einen letzten Programmpunkt des Ausflugs und fahren zum Strand an dem die Windmühlen von Lefkas stehen.

Wir wollen die Windmühlen fotografieren und wenn mir der Strand gefällt, würde ich die Gelegenheit nutzen um einmal in die Fluten zu springen.

Wir haben schon schönere Windmühlen gesehen
Auch der Strand war nicht so einladend

Die Luft war raus, wir hatten einen vollgepackten Nachmittag mit vielen tollen Eindrücken. Ich verzichte auf´s Baden und wir beschließen, dass wir zurück in die Stadt fahren, um uns dort eine geeignete Taverne zum Abendessen zu suchen.

Am Weg vom Strand mit den Windmühlen zurück nach Lefkada, kommen wir abermals an der defekten Drehbrücke vorbei – das nautische Nadelöhr von Lefkas.

Ich bestaune diese Brücke, die mich schon als Segler sehr viel Hirnschmalz gekostet hat.

Würde man einen Tunnel oder eine feste Verbindung bauen, verlöre Lefkas den begehrten Inselstatus

In Lefkada parken wir an der Marina. Der Großparkplatz ist zu dieser Jahreszeit gebührenfrei, der Leihwagen steht sicher.

Wir schlendern in die Fußgängerzone und schauen ein bisschen in die Schaufenster der Anbieter. Wir kommen an Tavernen vorbei, aber alle haben mehr den Charme dieser typischen Touristenfallen.

Vermutlich lag es auch an uns, dass wir nicht mehr Mühe in die Suche investiert haben – die Linsenmahlzeit liegt einfach noch nicht lange genug zurück.

So beschließen wir kurzerhand, jetzt erstmal nur ein Eis zu essen – das zweite erst, seit wir Leros den Rücken gekehrt haben.

War auch ziemlich gut – aber vergleichsweise teuer

Dann, so unser einstimmiger Beschluss, fahren wir zurück in unser Appartement in Preveza, sortieren uns neu und entscheiden dann, was es heute noch als Dinner geben soll.

Gedacht – gemacht!

Wir fahren stadtauswärts, entlang des Kanals für Boote und erreichen abermals die mehrfach erwähnte Brücke.

Hier bin ich 2012 mit der alten NESSAJA durch
Heute queren wir die Brücke mit dem Auto

Die Durchfahrt durch den Lefkas Kanal nebst Brückenpassage, war damals ein kleines Abenteuer für uns. Als Kroatiensegler kannten wir so etwas kaum, zudem wurde vor der Nordseite regelrecht gewarnt – es gäbe viele Untiefen dort, man müsse sehr vorsichtig navigieren.

Damals hat alles geklappt – heute werden die Erinnerungen zurück ins Gedächtnis gerufen.

Es war ein schöner Tagesausflug, es hat sich gelohnt.

Wir fahren zurück nach Preveza – die Sonne geht unter
Oh, ein neuer Freund

Als wir an der Ferienwohnung ankamen, war es schon dunkel. Der Hund, der normaler Weise vor dem Supermarkt liegt, hat es sich unmittelbar vor unserer Haustüre gemütlich gemacht.

Er hat sich auch durch unsere Rückkehr nicht stören lassen. Nichtmal die zwei Scheiben Salami, die Sibylle ihm direkt vor die Nase gelegt hat, haben den dicken Vierbeiner aufgeweckt. Später hat er die Häppchen aber doch registriert und dankbar gefressen.

Wir machen essenstechnisch auch eher kurzen Prozess – wir gehen in die Fischtaverne vom ersten Tag, bestellen uns jeder nur ein Hauptgericht, essen und lassen den Tag dann ausklingen!

Das Scampi Saganaki hat es ihr angetan

Unser letzter voller Tag in Preveza bricht an. Wir fahren abermals durch den Tunnel auf die Seite der Marinas und begeben uns für letzte Vorbereitungen noch einmal an Bord der ELOWYN.

Direkt vor „unserer Haustüre“ war der Hausmeister zu Gange und hat die Büsche geschnitten. Seine pragmatische Vorgehensweise und das daraus resultierende Ergebnis, haben es uns angetan.

SO schneidet man Büsche

Wir nehmen ELOWYN wunschgemäß vom Strom, stellen alle Schalter auf „OFF“ und befestigen noch Infozettel für die Monteure.

Das sieht zwar immer etwas albern aus, ist aber wirklich hilfreich – ich weiß das aus eigener Erfahrung!

Warn- und Infozettel für die Monteure
Auch bei den empfindlichen Carbon-Steuerrädern

Ich gehe die Checkliste noch einmal final durch und bin zufrieden – kein Punkt offen, alle neuen Aufgaben erfasst und priorisiert.

Jetzt sind erstmal die Jungs aus der Cleopatra Marina dran, die haben eine Mammutaufgabe zu stemmen.

Sibylle und ich verabschieden uns vom Team und machen ein letztes Bild – dann verlassen wir die Marina. Unsere Aufgaben für dieses Mal sind erledigt. Wann wir wieder hierher zurückkommen, wird der Verlauf des Refits zeigen.

Alles hat geklappt – wir sind zufrieden! „Word Up!“

Yassou ELOWYN – bis zum nächsten Mal

Heute sind wir schon am frühen Nachmittag zurück in Preveza. Wir genehmigen uns einen Nachmittagskaffee und eine süße Sauerei – sowas braucht es auch ab und an!

Sibylle gönnt sich einen Kuchen…
Ich entscheide mich für eine lokale Köstlichkeit

Zurück im Appartement, packen wir unsere Taschen vor und sehen nach, was wir von den Lebensmitteln mit auf die Reise nehmen wollen und können.

Zum Glück müssen wir nicht allzuviel wegwerfen.

Das Dinner des letzten Abends fällt vergleichsweise bescheiden aus, wir wissen langsam nicht mehr was wir wählen sollen.

Kalbsstifado mit Kritharaki Nudeln

Ich gönne mir ein Stifado, Sibylle beschränkt sich auf Salat – auf Meze verzichten wir.

Wir verabschieden uns von Vasso und lassen sie wissen, dass wir im Winter wohl noch einmal kommen werden. Dann gehen wir zurück ins temporäre Zuhause – die letzte Nacht bricht an.

Ich wache am kommenden Morgen etwas früher auf. Ich starte noch einmal meinen Rechner um meine Mails zu beantworten und auch selbst ein wichtiges abzusetzen – mein Sohn Stefan hat heute Geburtstag, als Papa will ich schon bei den ersten Gratulanten dabei sein!

Ich schicke Stefan eine Nachricht – die Pflicht ist erfüllt

Natürlich möchte ich es nicht dabei belassen. Sibylle und ich wollen schon persönlich gratulieren und halten um einen Termin zum Videocall an – dazu senden wir ein Bewerbungsfoto 😉 …

Happy Birtday – wann können wir per Video telefonieren?

Ob es an unserem Bild lag oder an etwas Anderem – wir werden es nie erfahren – auf jeden Fall war irgendwie der Wurm drin.

Der vielbeschäftigte Junior fand den ganzen Tag keine Zeit für ein Telefonat – hat mich irgendwie traurig gemacht, schwer zu beschreiben. Aber ich kann mich ja nicht beschweren – wäre ich nicht in Griechenland, wäre ich vermutlich auch auf dem Besuchskalender des Filius gestanden.

Für uns war jedenfalls der Moment der Abreise gekommen – wir legen also den Schlüssel zurück in den Schlüsselsafe und geben der Vermieterin Bescheid, dass wir jetzt abgereist sind.

War schön – auf Wiedersehen

Wir tragen unsere Koffer zum Leihwagen, bepacken diesen und starten den treuen Begleiter – nächstes Ziel ist Nafpaktos!

Wieder fahren wir zurück über einsame Straßen, zunächst den gleichen Weg bis zur Rio-Brücke, ab hier bewegen wir uns auf neuen Pfaden.

Nach insgesamt rund 150km erreichen wir die kleine Hafenstadt an der Nordküste des Golfs von Korinth.

Schon bei der Anfahrt erkennen wir die imposante Burg, die über der Stadt thront – warum nicht gleich dorthin abzweigen und sie zum ersten Sightseeing der Rückfahrt machen?

Nach ein paar Serpentinen erreichen wir die erste Burgmauer
Sibylle liebt solche Stätten
Schon imposant – und gut erhalten
Wunderbarer Blick auf den Golf
Beeindruckende Gemäuer

Sibylle wollte ins Innere der Burg und sich auch die vielen Stufen antun – diese waren von außen schon erkennbar, ich hatte dazu keine Lust und wollte unten warten.

Die Dame an der Kasse hat wohl den Eindruck bekommen, dass ich die 3.-€ Eintritt nicht zahlen will und hat daraufhin für eine Griechin ziemlich untypisch reagiert – „…wenn ich nicht bezahle, darf ich auch nicht hier auf meine Frau warten – ich müsse die Burg ganz verlassen!“

Ok, wenn sie das sagt und so will – wo ich warte ist mir ziemlich wurscht!

Im Gehen erhasche ich noch einen – kostenlosen – Blick auf Nafpaktos
Dann warte ich vor dem Burgtor und genieße den Ausblick auf die Stadt…
…und den riesigen Friedhof

Nach etwa einer halben Stunde kommt Sibylle wieder. Ich habe derweil Menschen beobachtet – wir beide hatten Spaß! Es kann so einfach sein…

Ok, jetzt aber – auf geht´s, wir fahren in die Stadt, wir fahren nach Nafpaktos.

Ich wusste den Ort inzwischen meinen Erinnerungen zuzuordnen. Diese gehen alle auf die schon angesprochene Überführungsfahrt der alten NESSAJA von Leros nach Rab in Kroatien zurück – dies war im Jahr 2012.

Damals sind wir durch den Kanal von Korinth gefahren und haben dann den Golf von Korinth vor dem Bug gehabt. Durch unsere Durchfahrtzeit im Kanal, war es uns nicht möglich, den Kanal in einem Rutsch zu Durchfahren, wir mussten pausieren.

Einen Stop wollten wir in einem pittoresken Minihafen machen – Nafpaktos! Ich erinnere mich sofort, als ich den kleinen, venezianischen Hafen wiedersehe.

Die vollständig erhaltene alte Stadtmauer um den Hafen
Der nahezu kreisrunde venezianische Hafen von Nafpaktos
Hier waren wir 2012 schon – aber unter anderen Vorzeichen

Damals war der Hafen gerammelt voll! Das lag daran, dass stetig eine ganze Menge der kleinen Fischerboote der Einheimischen hier liegen. Dazu kommen eine Handvoll Gastlieger – insgesamt wirkt der kleine Hafen dadurch natürlich sehr beengt!

Wir hatten 2012 den Bug von NESSAJA reingesteckt, sofort erkannt, dass für uns kein Platz mehr ist und sind rückwärts wieder raus. Einen Besuch von Nafpaktos gab es damals nicht!

Dies holen wir heute nach! Wir finden einen Platz in einem der Cafés am alten Hafen, aber leider bedient man uns nicht – wir waren geduldig und haben echt lang gewartet, aber als nach 30 Minuten immer noch niemand bei uns am Tisch war sind wir wieder gegangen.

Klar, es war richtig was los – in Griechenland war langes Wochenende aufgrund des Nationalfeiertags am 28.10., also am kommenden Montag. Die Städtchen putzen sich heraus…

Fahnen überall – der „Oxi-Day“ wird überall gefeiert

Wir bekommen doch noch einen Kaffee serviert – allerdings in einem anderen Café. Wir hatten kurzerhand den Platz gewechselt und uns in eines der Strandcafés verholt.

Dort ist aber ebenfalls ein Faux-Pas passiert – wir haben nämlich einen Pancake bestellt…

Heute einen Freddo Cappuccino
Sieht gut aus – und nicht zu knapp bemessen

Als Sibylle geordert hat, war ich gerade am Telefon. Ich wusste, dass sie einen süssen Pancake bestellt hat, aber nicht welchen exakt.

Wir Beide bestaunen nun den Kaventsmann, der uns auf den Tisch gestellt wird – wow! Der war nämlich nicht von schlechten Eltern!

Aber er war witzig hergerichtet! Es sah aus, als ob er mit Käse überbacken wäre und ein Spiegelei obendrauf hätte – was man mit Vanillesosse und einem Pfirsich alles machen kann!

Ihr ahnt was kommt…

Ich schneide einen großen Fransen ab, schiebe mir die Gabel in den Mund und…. es IST Spiegelei und Käse! Lecker zwar, aber nicht das was wir bestellt hatten!

Sibylle hadert, sie will nichts Deftiges! Die Bedienung hat offensichtlich etwas falsch verstanden. Ich kaue derweil am zweiten Bissen des leckeren Pancakes.

In diesem Moment kommt eine andere der jungen Bedienungen mit einem „Lila Pause Pancake“ – jetzt haben wir den Salat!

Ja dann – guten Appetit

Was jetzt folgt, waren Sekunden allerfeinsten Slapsticks – die Bedienungen merken, dass da was falsch gelaufen ist. Ich kaue meinen Pancake, der nur noch zu 30% auf meinem Teller liegt und stelle dabei fest, dass dies gar nicht mein Pancake ist – während dessen schaut mich der junge Mann am Nachbartisch traurig an. Ich ziehe die Schultern hoch und blicke ihn entschuldigend an.

Die Bedienungen gehen, um das Malheur in der Küche zu klären. Sibylle schneidet mit dem Messer in ihre süsse Kalorienbombe. In dieser Sekunde kommt die Bedienung geflitzt und will ihr den Teller unter dem Messer wegziehen!

Sibylle glotzt sie mit aufgerissenen Augen an – die zweite Bedienung eilt herbei…

Der Fehler ist gefunden! Wie vermutet war MEIN Pancake für den Nachbartisch. Inzwischen ist mein Tellerchen leer – gut war er schon…

Sibylle hat ihren dagegen nicht geschafft – ohne meine Hilfe geht halt nix 😉

Wir fahren weiter, nächstes Ziel Galaxidi!

Die Türe zu unserem Appartment für zwei Nächte

Aufgrund des bereits erwähnten „Oxi-Day“ war es uns nicht möglich eine Übernachtung in Nafpaktos zu finden – alles ausgebucht!

Auch Galaxidi war schwierig, aber nach wirklich langer Recherche und nach dem Aufweichen unserer Suchkriterien, haben wir doch noch etwas gefunden.

Das Appartment „Anais“ war schwer zu finden und schlecht zu erreichen, aber dafür sehr zentral und doch relativ ruhig gelegen. Auf den ersten Blick wirkte es sehr nett und einladend.

Wohnlich

Auf den zweiten Blick allerdings realisiert man, dass es letztlich doch nur ein renovierter Kellerraum ist – wohnlich zwar und für zwei Nächte auch wirklich ausreichend, gemessen am Preis aber eigentlich überteuert.

Egal, wir sind froh etwas gefunden zu haben, hier bleiben wir. Wo ist eigentlich meine Brille? Ich weiß, im Auto vergessen, am Sitz!

Dumm nur, dass ich mich nochmal reingesetzt habe…

Ich biege mir die plattgesessene Sehhilfe wieder zurecht

Wir entern den Ort und sehen uns mal etwas um. Galaxidi ist nicht so groß, man kann den ganzen Ort fußläufig erkunden. Ich dachte zunächst, dass wir 2012 auch hier für eine Nacht festgemacht hatten, musste das aber später, nach Ansicht der alten Unterlagen, revidieren.

Versäumt haben wir damals aber nichts, denn bis auf den netten Dorfplatz, einer Straße mit netten Bars und Kneipen und der kleinen Riva mit einem halben Dutzend Touristenlokalen, hat Galaxidi wenig zu bieten.

Aber auch dieser Ort schmückt sich für den Nationalfeiertag.

Der Dorfplatz ist durchaus hübsch
Made in Greece? Wohl eher nicht
Ich zögere noch…

Wir waren groggy! Heute morgen waren wir ja noch in Preveza! Jetzt sind wir einen Tag unterwegs, haben viele Eindrücke gesammelt und ein paar Kilometer abgespult.

Für heute reicht es, noch ein kleines Dinner und dann ab ins Bett.

Wir suchen uns eines der Fischlokale aus – der Ober, vermutlich eher der Wirt, begrüßt mich – „Welcome! Where are you from?“ Höflich antworte ich, wohlwissend was kommt, „Thank you, we are from Germany!“

Es folgt ein „Ahhhhh, gutten Abbend, wielkommen, wie gät es ihnen?“ – mir dreht es die Nägel auf und ich weiß, dass es an mir liegt, aber ich hasse das! Warum will er in Gottes Namen unbedingt Deutsch mit mir sprechen? Er kann nichts außer diesen einen Satz und er ist Grieche!

Ich antworte so gut ich eben kann „Ευχαριστούμε, πάμε πολύ καλά, χαίρομαι που βρίσκομαι εδώ“ Er sieht mich an, wirkt etwas verdutzt, nimmt aber ab hier unsere Bestellung in recht gutem Englisch auf.

Nicht schlecht – nicht herausragend
Wir bestellen eher defensiv

Nein! Ich bin nicht überheblich oder unfreundlich! Ich kann aus meiner Reiseerfahrung auch gut unterscheiden, ob jemand mit mir Deutsch sprechen will, weil er / sie stolz darauf ist ein paar Brocken zu können, worauf ich mich immer und geduldig einlasse, oder ob jemand sich eine, aus meiner Sicht ziemlich doofe Art angeeignet hat, Touristen von der Straße zu fischen.

Im Normalfall ist es für mich ein sofortiges Killerkriterium, wenn ich vor Tavernen auf Deutsch angesprochen werde. Hundertmal lieber bin ich in einer Taverne, in der die Wirtin NUR Griechisch spricht und ich mit Händen und Füßen, sowie eine Translate-App, an mein Essen kommen muss.

Entschuldigung – aber das musste raus…

Wir gehen ins Bett und schlafen heute Nacht nicht gut. Warum kann ich nicht sagen – kommt halt mal vor.

Ich wache gerädert auf und sehe mich um. Sibylle schläft noch. Ich glotze auf den alten, handbemalten Paravent – die Vermieterin hatte erzählt, dass eine Freundin diesen bemalt hätte.

Ich sehe ihn mir genauer an…

Verspielt, viele Brüste und nackte Hintern – die Freundin hatte ein zentrales Thema vor Augen

Mein Blick bleibt bei dem Bild mit dem Paar hängen. Es gibt überhaupt nur ein Bild mit einem Paar, sonst nur elfengleiche, nackte Weiber…

Aber Moment – da muss ich nochmals genau hinsehen. Sehe ich das richtig?

Was machen die Beiden da???

Es erschließt sich mir nicht ganz, welche Hand wo ist – klar ist nur, die Hände treffen sich in Leibesmitte!

Ich verstricke mich in Tiefenpsychologie – was will die malende Freundin transportieren? Welche Gedanken sollen vermittelt werden? Was hatte die Schöpferin vor ihrem geistigen Auge?

Bis zum Schluss erschließt sich mir nicht, was die Protagonisten aus Farb´und Pinselstrich hier eigentlich machen…

Wie ist das zu deuten

In diesem Augenblick wacht Sibylle auf. Ich erkläre ihr sofort meine Gedanken. Sie sieht mich ungläubig an, schüttelt den Kopf und dreht sich um, um noch etwas zu Schlummern.

Banausin! Ein klein wenig Interesse für meine Gedankenwelt hätte sie vorheucheln können!

Wir gehen in das Hotel der Gastgeberin. Dort könnten wir am Frühstück partizipieren, das würde nichts kosten. Ich konnte nicht ahnen, dass vor uns das schlechteste Frühstück unseres Lebens lag.

Mir fehlen beim Tippen dieser Zeilen die Worte, um das Frühstück zu beschreiben, an dem Morgen fehlte mir zudem der Mut, ein Foto von meinem Teller zu machen.

Egal, wir kaufen uns noch etwas am Weg…

Dieser Weg führt heute zum Highlight unserer Reise – wir besuchen Delphi und müssen dafür in die Berge fahren.

Vom Meer aus schraubt sich die Straße hoch – durch eine beeindruckende Landschaft
Wir erreichen Delphi und finden glücklicher Weise einen regulären Parkplatz

Wir kaufen uns zwei Tickets zu je 12.-€ und nehmen uns vor, die ganze Anlage zu besichtigen.

Das Ticket gilt nicht nur für die Ausgrabungsstätte, sondern darüber hinaus auch für das Museum. Auch dort wollen wir zumindest einmal hineinsehen.

Also auf geht´s – wir sind nicht die ersten, aber immer noch früh genug dran. Wie sich das entwickelt, konnten wir jetzt noch gar nicht ahnen.

12.-€ für die ganze Anlage inklusive Museum ist ok
Die antiken Ruinen beeindrucken
Delphi liegt am Hang – man hat stets eine atembraubende Sicht
Sibylle ist interessierter als ich – Tafeln lese ich eher selten
Es gibt mehrere dieser „Schatzhäuser“
Die Säulen des damaligen Apollon Tempels
Schlangensäule vor dem Apollon Tempel
Das Theater – von der Arena aus…
…und von oben über die Tribüne
Die Arena

Ich mache es kurz – die ganze archeologische Stätte von Delphi ist wirklich atemberaubend und beeindruckend – sie ist die Mühe eines Besuches wert! Immerhin besucht man den Ort, der damals für den Mittelpunkt der Welt gehalten wurde! Heute ist Delphi Weltkulturerbe – zu Recht!

Egal wo man hinschaut – man entdeckt immer wieder kleine Details – seien es Inschriften oder wunderschöne Mosaike.

Das alles vor dem Hintergrund der Zeit, in dem solche Städte gebaut wurden! Ich lasse mich da schon fangen, es begeistert mich!

Inschriften auf den Steinen der Mauern
Gut erhaltene Mosaike

Wir hatten Glück! je später es wurde, desto mehr Besucher kamen. Inswischen füllte sich die Anlage, für uns war es Zeit zu gehen!

Überhaupt hatten Sibylle und ich einen guten Kompromiss gefunden – ich bin mit ihr ohne zu maulen die ganze Anlage abgelaufen, wir haben alles gesehen. Sie hat im Gegenzug nicht jede Tafel gelesen!

Bleibt eine Frage offen – wo ist das Orakel? Ich will das Orakel sehen!

Zu unserer Enttäuschung stellen wir fest, dass das Orakel gar nicht in dieser Anlage ist – es ist weiter die Straße abwärts, dort sind wir schon vorbei. Da inzwischen Verkehrschaos herrscht, glauben wir das Orakel verpasst zu haben – wir nehmen dies enttäuscht hin!

Gehen wir halt stattdessen ins Museum – auf der Straße geht es ohnehin weder vorwärts noch rückwärts – Polizisten und genervte Autofahrer schreien sich an, während die Polizei Strafzettel schreibt.

Das Museum ist auch sehr schön – solltet ihr mal in Delphi sein, lasst es nicht aus!

Hier war es nicht überlaufen
Wenn man sich vorstellt, wie alt das Zeug ist
Die Zwillinge Apollon und Artemis
Der silberne Bulle von Delphi
Goldschmuck dieser Zeit
Das Museum ist modern und offen

Wir waren geflasht – Besuch in Delphi? „Word Up!“

Das erste Chaos rund um die Verkehrs- und Parksituation in Delphi war vorüber. Die Polizei regelt inzwischen den Verkehr, dass Strafzettel verteilt wurden und werden, hat sich herumgesprochen, die Straßen sind weniger zugeparkt.

Wir gehen trotzdem erstmal auf einen Kaffee, bevor wir den Ausflug fortsetzen. Dafür suchen wir uns ein Terrassencafé im Ort Delphi, von dem aus man einen herrlichen Weitblick hat.

Teuer – aber jeden Cent wert

Ein Segelfreund hat uns den kleinen Bergort Arachova zur Besichtigung empfohlen. Es sei irgendwie surreal, wenn man in Griechenland verweilt und einen Skiort besucht – dieser strahle eine Atmosphäre wie ein italienisches Bergdorf aus…

Wir sehen uns das auf der Karte an und erkennen, dass zum einen Arachova gar nicht so weit entfernt ist, vielleicht etwas mehr als 20km, zum anderen aber, sich die Option ergäbe, noch einmal beim Orakel vorbei zu fahren.

Diese Chance wollen wir auf jeden Fall nutzen und beschließen daher – auf nach Arachova!

Nach nur 3km haben wir bereits den Ort erreicht, an dem das Orakel zu finden sein soll. Wir sehen an den Autos hier keine Strafzettel – vermutlich zu weit außerhalb.

Da sich auch noch eine Parklücke direkt vor dem Eingang auftut, wollen wir uns das Risiko eines zehnminütigen Besuches des Orakels zugestehen – und auch das war eine gute Entscheidung!

Da steht nix vom Orakel – wer sich nicht in den Lageplan vertieft findet es nicht sofort
Weltkulturerbe ist es allemal
Da ist es also – das berühmte Orakel von Delphi

Ob es mir etwas orakelt hat? Ja, aber ich verrate nicht was! Wenn die Prophezeiung eintritt, werdet ihr es im Blog erfahren 😉 !

Wir waren happy! Jetzt war unser Delphi Besuch wirklich komplett und eine runde Sache! Zufrieden setzen wir die Fahrt in den kleinen Bergort Arachova fort…

Dort angekommen, bemerken wir rasch, dass wir nicht die Einzigen waren, die dieser Idee gefolgt sind. Der kleine Ort war überlaufen wie Tegernsee an einem sonnigen Herbstwochenende.

Wir sehen viele Bars und Tavernen, finden aber keinen freien Platz. Die Geschäfte bieten Ihre Waren in schön dekorierten Schaufenstern feil – alles sehr liebreizend hier, man kann von Ski bis zum Damenschlüpfer alles erwerben. Namehafte Marken geben sich ein Stelldichein.

Mein Blick bleibt an einer Zuckerbäckerei hängen…

Brutaler gehts kaum – armdicke Zuckerstangen

Offen gesagt, mich erschlägt sowas immer ein wenig. Ich bin nicht so der Fan von Menschenmassen – daher gehen wir einmal den Ort auf und ab, um dann zu beschließen, dass wir unsere Fahrt fortsetzen.

Sibylle möchte sich das Skigebiet einmal ansehen, dafür müssten wir aber noch ein paar Kilometer fahren.

Die Gassen des Ortes sind eng, es droht der Verkehrskollaps – eigentlich habe ich keine Lust durch den Ort zu stauen um dann kahle, schneefreie Skipisten anzusehen.

Aber Sibylles Wunsch ist mir Befehl und so nehme wir das Skigebiet „Parnassos“ im gleichnahmigen Gebirge als Ziel in Google Maps auf.

Zunächst müssen wir durch den Ort

Was wir nicht wirklich geahnt haben ist, dass die Skigebiete doch ein ganzes Stück im Hinterland liegen. Wir hatten gedacht, dass es vielleicht ähnlich wie das Verhältnis Schliersee nach Spitzingsee ist, aber weit gefehlt!

Wir fahren noch einmal rund 25km und schlängeln uns dabei über Serpentinen in die Höhe. Die Landschaft war fantastisch und die Bergwelt ist beeindruckend. Spürbar war aber auch, dass das Thermometer von 30°C auf 15°C fiel.

15°C ist schon frisch – wir waren in kurzer Hose und T-Shirt unterwegs

Die Berggipfel des Parnass liegen auf 2.450m! Das war uns so nicht bewusst. Erst als wir an der Talstation des Skigebietes angekommen waren, diese lag weit jenseits der Baumgrenze, waren wir neugierig und haben nachgesehen wie hoch wir eigentlich sind.

Fast 1.800m – nicht wenig

Das Skigebiet selber, ist mit modernen Liften ausgestattet und sieht ansonsten aus wie jedes andere Skigebiet in dieser Höhe – eher trostlos…

Ein paar Verrückte trafen sich hier oben – die eine Gruppe waren junge Autofreaks, die mit ihren PS-starken Boliden Donuts auf den Asphalt des Parkplatzes malten, die anderen waren ein paar Fußgänger, nicht Wanderer, die sich vorgenommen haben den ersten steilen Teil der Skipiste nach oben zu latschen.

Gerade hoch, auf losem Schotter – na wenn es denn Spaß macht…

Wir machen ein paar Bilder, dann fahren wir zurück – wir haben gesehen was wir sehen wollten, unser nächstes Ziel heißt Galaxidi.

Doppelmayr Liftanlagen an kahlen Berghängen
Alle 500m ein Parkplatz zum Anlegen von Schneeketten

Die komplette Rückfahrt nahm doch etwas mehr als eine Stunde in Anspruch. Zurück im Appartement, blieb gerade noch genug Zeit, dass wir uns etwas frisch machen konnten, dann mussten wir schon wieder los.

Heute haben wir nämlich einen Tisch im Meze Lokal des Ortes reserviert. Es ist ein sehr ansprechendes, kleines Lokal mit besten Google Bewertungen.

Wir freuen uns, wir haben Hunger!

Im „O Bebelis“ sitzt man gemütlich und isst gut
Ein einladendes Meze-Lokal

In dieser Nacht haben wir etwas besser geschlafen – das war gut so, denn wir müssen heute noch einmal auf die Straße. Es ist der Tag an dem wir nach Hause reisen werden, zugleich ist „Oxi-Day“ in Griechenland, es ist der 28.10.!

Ich hatte abgeklärt, dass ich das Auto am Feiertag zurückgeben kann, wir würden aber überall etwas aufpassen müssen. Mit Verkehrsbehinderungen ist, speziell in Ortschaften und um Athen herum, zu rechnen.

Wir fackeln heute nicht lange – auf das „Frühstück des Grauens“ verzichten wir, den Check-Out nehmen wir selber in die Hand…

Schlüssel verbleiben im Appartement

Wir schreiben eine Mail an die Gastgeberin, bedanken uns und weisen darauf hin, dass wir den Schlüssel im Appartment hinterlassen haben.

Dann geht es los – entlang der „Old National Road“ fahren wir mautfrei Richtung Athen.

Sibylle bekommt Hunger, wir wollten unterwegs einen Happen essen und einen Kaffee trinken.

Dafür sucht Sibylle den Ort Livadia aus – an einem Fluß gelegen, idyllische Cafés, so steht es in Google geschrieben. Diesen Teil des Ortes finden wir zunächst aber nicht – wir landen direkt im Ortszentrum, auch hier wird alles für die Festtagsparade vorbereitet.

Der Snack ist schon in Vorbereitung
Sibylle gönnt sich ein Tiropita – und sitzt unter Limettenbäumen…
…mitten in der Stadt

Ok, Sibylles Hunger ist gestillt, der erste Kaffeedurscht ist mit einem Becher Cappuccino auch gelöscht – es droht keine Gefahr mehr! Um ein Wohlfühlgefühl zu generieren braucht es aber mehr – Wünsche müssen erfüllt werden.

Also machen wir uns auf die Suche nach den beschaulichen Cafés an dem Fluss mit den Mühlen und alten Stellwerken…

Wir finden diesen Teil des Ortes auch, es war durchaus nett dort, aber auch wieder nicht so, dass man hätte länger verweilen müssen. Wir Beide genehmigen uns einen weiteren Cappuccino, diesmal aus der Tasse, setzen dann aber die Fahrt Richtung Präus fort – für einen Spaziergang entlang des Flusslaufes fehlt mir die Ruhe.

Den Fluss haben wir gefunden
Hier hat es die alten Krafträder und Stellwerke

Die Straße zieht sich kilometerlang durch teils spannende, teils eher öde und triste Landschaften.

Mir fallen kleine weiße Wattebäusche am Straßenrand auf – unser erster Gedanke war Baumwolle, aber über so viele Kilometer???

Da irgendwann der Alternativgedanke „Blüten“ auch nicht mehr haltbar war, habe ich kurzerhand einen Stop eingelegt um so einen Bausch einmal anzusehen und anzufassen.

Wie ein Wattebausch, ganz klar Baumwolle

Der Zufall wollte es, dass kurz nach unserem Erkenntnis bringenden Stop, erste Anhänger mit Resten von Baumwolle zu sehen waren. Kurz darauf erste Fabriken – die Gewissheit!

Griechenland ist ein großer Baumwolllieferant, das wissen wir seit unserer Motorradtour. Dass diese auch hier angebaut wird, ist neu für uns.

Kilometerweit – mal mehr, mal weniger

Piräus lag vor uns, die Fahrt hat super geklappt, keine Probleme, keine Verzögerungen. Wir sind dadurch aber viel zu früh dran und haben mindestens zwei Stunden zur freien Verfügung – was tun?

Ich schlage vor, dass wir das Rad doch nicht neu erfinden müssten, wir könnten doch die Wartezeit „wie immer“ verbringen – mit einem Snack und einen Nachmittagskaffee in der Zea-Marina!

Die Marinaanlage ist schön, die Lokale haben offen und sind einladend. Zudem müssen wir nicht durch die Stadt fahren um dort anzukommen.

Da der Umweg wirklich überschaubar ist, stimmt Sibylle zu – und so finden wir uns nach kurzer Zeit in der Nobelmarina in Piräus wieder.

Ganz schön was los – „Oxi-Day“, die Griechen sind unterwegs und genießen den Feiertag
Luxusyachten soweit das Auge reicht

Wir bekommen gerade noch einen freien Tisch im „Barong“, unserem Stammcafé, wenn wir hier verweilen.

Ich habe Hunger und beschließe, lieber jetzt etwas zu essen und dafür auf der Fähre das Abendessen ausfallen zu lassen. Ich ordere mir einen „Barong Burger“, Sibylle lässt es mit einem Club Sandwich gut sein.

Hat was, kann was

Leider hat mein Freund Harry keine Zeit für ein Treffen, er ist durch den Feiertag in familiäre Verpflichtungen eingebunden – macht nix, dann eben wieder nächstes Mal.

Sibylle und ich gehen ein paar Schritte und sehen uns die Schiffe an, es ist schon Wahnsinn, was hier für Werte liegen.

Die 30m Wally AUGUSTA
Eine „Perini Navi“ 50m BARRACUDA – kann man chartern für 185.000.-€ – die Woche!

Ich muss an unsere kleine NESSAJA denken, bald sind wir wieder zurück! Ob Volker angesichts dieser Boliden auch an seine kleine ELOWYN denken würde, vermag ich nicht zu beurteilen – aber wie auch immer, ein Besuch in Zea Marina zeigt, nach oben gibt es kaum Grenzen!

Sibylle denkt, wie ich auch, an den heutigen Geburtstag eines Enkelkindes! Otto wird heute 7!

Klar, dass Oma und Opa Hellas da anrufen müssen – wir suchen uns einen Platz und machen einen Videocall…

Liebe Grüße – und feier´ schön!
Zum Abschluss noch ein Eis – dann ist die Wartezeit vorbei

Nachdem wir unser Eis geschlotzt hatten, war es soweit. Wir starten ein letztes Mal unseren treuen Püscho und tuckern rüber in den Piräus Port an Gate E1 – von hier fahren die Fähren in den Dodekanes.

Ich verständige den Verleiher, dass ich eine halbe Stunde vor Termin hier sei, wenn er wolle kann er gerne kommen.

Die Antwort kam postwendend – „I´m in the bus, will arrive in 5min!“ DAS nenne ich perfekt! „Word Up!“

Wir geben den Wagen zurück, die Fähre wartet schon

Alles klappt reibungslos! Unser Kalkül, dass wir als Fußgänger schon früher auf die Fähre dürfen, geht ebenfalls auf.

Wir checken also ein und gehen nur kurz in unsere Kabine um die Koffer abzustellen – dann verholen wir uns in den Salon und gönnen uns einen Ouzo auf die gelungene Reise. Den Rest der Wartezeit bis zum Ablegen verbringen wir hier – bei bester Aussicht!

Kurz in die Kabine eingecheckt
Dann einen Sitzplatz in erster Reihe ergattert
Der Ouzo war verdient – auf die gelungene Reise

Wir sitzen zusammen, schlürfen unseren Anisschnaps und klönen. Wir lassen die Reise und das Erlebte Revue passieren.

Vor uns ziehen die Schiffe vorbei, alle fahren Richtung Hafenausfahrt.

Plötzlich sehe ich Ungewohntes – eine weiße Bugwelle, aber das Schiff dazu fehlt, zumindest ist es nicht zu sehen. Was fährt da durch den Hafen? Unbeleuchtet und schwarz wie die Nacht???

Ihr ahnt es sicher…

Ein U-Boot verlässt Piräus – vermutlich war es wegen des „Oxi-Day“ zu Besuch

Bald darauf fährt auch unsere BLUESTAR II in die pechschwarze Nacht. Wir sehen auf die Uhr, es ist erst 18.45 Uhr – sollen wir wirklich schon ins Bett gehen?

Ja! Das machen wir heute! Die Nacht wird ohnehin unruhig und zerissen!

Biepbiepdudeldudeldu – der Wecker macht sich bemerkbar, es ist 03.00 Uhr. Wir stehen auf, ziehen uns an und gehen wortlos nach oben – um 03.35 Uhr legen wir in Leros an, die Passagiere sind zum Aussteigen aufgefordert.

Leros hat uns wieder – nach 14 Tagen

Obwohl ich gar nicht mehr so müde war, konnte auch ich noch einmal einschlafen, so war es schon 08.45 Uhr, als wir am „echten“ Morgen dieses Tages aufgewacht sind – in unserem Bett, zurück auf NESSAJA.

Leros hat uns wieder! Es hat sich nach längerer Abwesenheit angefühlt als es letztlich war. Ich freue mich, dass ich wieder zurück bin, habe aber auch den Eindruck, dass es Sibylle ebenso geht.

Wir treffen unsere Freunde und freuen uns jeden Einzelnen zu sehen – Ralf und Ina von der CHILI, Martin von der STENELLA II, Roland und Mireille von der SUNNY SIDE UP, sowie Tim und Jasmin von der TAO 3, um nur einige zu nennen!

Es sind noch soviele bekannte Gesichter hier, es ist schön zurück zu kommen und alle wieder zu treffen.

Ed hat mir die Schlüssel für seine EDINA hinterlegt, ihr erinnert euch sicher – ich hab´ die schöne CNB 60 also „wieder an der Backe“ 😉 – mach´ ich gerne!

Ich sehe sofort nach Pauls INSPIRATION, ich werde unmittelbar nach dem Blog die Verkaufsanzeige aufsetzen, diese findet ihr bald unter „Boote die zum Verkauf stehen

Paul verkauft seine Bavaria 39 Cruiser

Unser erstes Dinner führt uns wohin? Natürlich! Zum „SouVLakki“! Ich habe auf der Reise kein Giros gegessen und bis heute gewartet – ich labe mich an den leckeren Gerichten und sogar Sibylle freut sich, einmal wieder hier zu sein.

Den Abend mit Jasmin und Tim zu verbringen war überfällig und für uns sehr kurzweilig und interessant. Es würde uns freuen, wenn es nicht der letzte gewesen wäre.

Ich kann gar nicht so schnell fotografieren wie ich es aufesse

Natürlich waren wir auch in unserer Lieblingspizzeria – ich gebe offen zu, dass die Pizza in Preveza italienischer war, aber die aus dem „La Nostra“ ist geschmacklich durchaus auf Augenhöhe, wenn auch mit einem „griechischen Touch“!

Hier waren wir zusammen mit Martin nebst Schwiegersohn und zweien seiner Enkelsöhne – die Jungs mögen Pizza…

Teigfladen füllen den Tisch
Soooo lecker

JAAAAA! Klar, gehen wir auch zu „Repapis“!!! Das beste Eis weit und breit – ich habe es vermisst und gönne mir ein Extrakügelchen.

Die Eismanufaktur in Lakki – love it
Das schmeckt jung und alt

Leider haben wir uns eine saftige Erkältung mitgebracht. Diese war tageweise so schlimm, dass wir an einen Covid-Virus dachten.

Wir erinnerten uns an das Jahr 2021 und die empfohlenen Handlungsweisen – Wahnsinn, wie lange das schon wieder zurück ist. Wir vermissen diese schwierige Phase nicht, entschließen uns aber trotzdem einen Test zu machen.

Nur erkältet

Für mich war es allerhöchste Zeit, trotz meiner schwerwiegenden Erkältung 😉 , mal wieder die Haare geschnitten zu bekommen – ich sehe schon aus wie ein Waldschrat.

Das Haar muss weg!

Sibylle fasst sich, trotz ihrer schwerwiegenden Erklältung 😉 ein Herz und greift zum Werkzeug – mein Haartrimmer läuft schon warm, ich kann in ihrer Haltung durchaus etwas Bedrohliches erkennen.

Letztlich gelingt es ihr, mich an einen Stuhl zu fesseln und mich unter Androhung von Gewalt, von meinem Haupthaar zu befreien – seither weht wieder eine frische Brise über die Epidermis meines Oberstübchens.

Wenn ich dich kriege…
Na geht doch

Ihr merkt schon – viel ist nach unserer Ankunft nicht mehr passiert. Klar haben wir hier und da ein paar Handgriffe zu tun gehabt, aber es war nichts dabei, über was es sich zu berichten lohnen würde.

Wir haben uns neu sortiert, unsere NESSAJA wieder „eingewohnt“ und die Zeit mit Freunden verbracht.

Wir freuen uns, dass wir Plakate sehen, die auf Veranstaltungen im November hinweisen, denn so ist sicher gestellt, dass es uns nicht langweilig wird.

Da möchte ich hin

Der Monat endet mit einem gebührenden Finale – Roland lädt zum Anlass seines 70. Geburtstages!

Wir freuen uns auf die Feier im kleinen Rahmen und das Essen im „Trechantiri“ in Xirokampos. Wir wussten wer kommen würde, freuten uns auf Claude und Brigitte und darauf, mit Giannis und Esther eine neue Bekanntschaft zu machen.

Der letzte Tag des Monats endet
Wir fahren mit dem Motorrad zum „Trechantiri“ nach Xirokampos
Eine Fischtaverne, welche unter den Locals hoch gehandelt wird
Nett dekoriert, man spielt griechische Musik
Eine illustere Runde – wir sind die einzigen Gäste

Esther und Giannis liegen uns sehr – die Beiden sind ein schweizerisch-griechisches Paar und leben wechselweise in der Schweiz und auf Leros. Beide sprechen beide Sprachen fließend.

Spannend ist, dass es genau die Beiden sind, welche die Mangoplantage auf Leros betreiben. Davon haben wir schon oft gehört und waren seit jeher neugierig – jetzt haben wir eine Einladung für nächsten Sommer.

Das freut uns, wir würden uns echt freuen die Beiden wieder zu sehen.

Wir hatten eine Menge Spaß in unserer Runde und haben ausgelassen gefeiert und gegessen.

Gemischte Meze, danach Hautgerichte
Als Nachspeise einen Kuchen

Es war nicht nur einfach ein „Kuchen“ der hier serviert wurde – Esther hatte eine Mango-Mascarpone-Tiramisu gemacht für die es zu sterben lohnen würde.

Ich habe, als alle ihre Wänste gehalten haben, mit dem Finger die Schüssel ausgeschlotzt – so gut war das Teil…

Happy Birthday Roland – bleib gesund…

Der Tag endet, wir schauen noch einmal auf´s Meer und fahren dann nach Hause.

Am Weg fällt uns das erste weihnachtlich geschmückte Haus auf. Die noch allgegenwärtige Halloween-Dekoration wird langsam der weihnachtlichen weichen – der Winter steht vor der Haustüre, auch in Griechenland, auch hier auf Leros.

So klingt dieser Monat aus – „Word Up!“

Der nächtliche Hafen von Xirokampos
Die erste, dafür sehr üppige, Weihnachtsdeko

Ich gehe etwas unsicher und enttäuscht in den November – die Marinaleitung hat mich versetzt, man hat sich einfach nicht mehr gemeldet.

Es sieht also so aus, als ob ich diesen Winter nicht für die Marina arbeiten würde. Das hat Vor- aber auch Nachteile. Ich muss mich dazu erst sortieren, werde aber im nächsten Blogbericht meine sortierten Gedanken teilen – nur soviel, ich bin diesbezüglich genervt, es muss sich etwas ändern!

Ansonsten ist nicht viel offen – ob wir noch einmal nach Preveza müssen, wird der Refitverlauf an ELOWYN zeigen, dies wird aber wohl nicht im November sein.

Im November kommt die SAGITTA zurück in die Marina, Mario und ich werden ein paar Projekte starten – an SAGITTA und an NESSAJA!

Ich erhoffe mir einen entspannten Monat – ob es so kommt, erfahrt ihr im Blogbericht des vorletzten Monats.

Bis dahin bedanken wir uns für euer Interesse – aus Leros grüßen ganz herzlich von Bord der NESSAJA

Mario & Sibylle

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