März 2023 – Blowin´ in the Wind

Die Headline des dritten Monats des noch jungen Jahres ist ein echtes Brett – bereits 1962 von Bob Dylan geschrieben und veröffentlicht, war der Song eigentlich ein wenig „vor meiner Zeit“. Da ich aber Folk und Blues sehr gerne höre, hat sich diese Jahrhundertnummer in mein Leben geschlichen.

Das englischsprachige Wikipedia schreibt dazu…

„It has been described as a protest song and poses a series of rhetorical questions about peace, war, and freedom. The refrain „The answer, my friend, is blowin‘ in the wind“ has been described as „impenetrably ambiguous: either the answer is so obvious it is right in your face, or the answer is as intangible as the wind“.

Warum nun ist dieser Song die März-Headline? Nun, zunächst gibt es ja auch bei uns noch Fragen zu klären, bei denen die Antworten entweder „auf der Hand liegen“ und nur ausgesprochen werden müssen, oder aber sie sind so wenig „greifbar wie der Wind“ der ja im Seglerdasein eine bekanntermaßen große Rolle spielt.

Darüber hinaus ist WIND im Wortsinn, ein Thema welches mich im vergangenen Monat tagelang beschäftigt hat – und dies bis heute tut!

Doch von Anfang an…

Beginnen möchte ich mit einem Bild, dass eine polnische Freundin geschickt hat. Ich kenne die Quelle nicht, aber es gefällt mir. Ich finde die schwarz-weiß Aufnahme schön, bei genauem Hinsehen erkennt man aber, dass es sich um ein Bild neueren Datums handelt, es könnte von letztem Sommer sein. Es zeigt schön, wie unsere Marina angelegt ist und wo wir leben.

Leros Marina Evros / Lakki Bucht

Wie jeden Monat gilt es für mich, am Ersten des Monats zur Bank nach Lakki zu fahren und unser Haushaltsgeld abzuheben. Das Abheben mit der Visa Karte meiner Bank ist kostenlos, deshalb ist das mein Job. Ich schwinge mich also bei bestem Frühlingswetter auf mein Bike und mache mich auf den Weg in den Ort.

Herrliches Wetter lädt zur Fahrt

Bis zur Bank ist es ja nur ca. 1km, die Fahrt ist also schnell erledigt. Um den Monatsersten herrscht im Ort immer emsiges Treiben, die Menschen holen ihr Geld an den Banken, gehen Grundnahrungsmittel für den Monat kaufen und erledigen ihre Monatsüberweisungen. Ich parke also vor dem Geldhaus meiner Wahl.

Alpha Bank in Lakki – aus Gewohnheit

Die hiesige Bank verrechnet 2,50€ für die Abhebung, weshalb wir versuchen Bedarfe zusammenzuführen um unsere Geldbeschaffungskosten niedrig zu halten – das klappt ganz gut.

Den Zaster in der Hand – der kommende Monat ist gesichert

Am Rückweg komme ich, entlang der Hauptstraße, auch an der Apotheke vorbei. Hier kann ich im Vorbeifahren die Temperatur erkennen – und traue meinen Augen kaum…

Dort steht 29°C!!! Am 01.03.!!!

Das Thermometer zeigt unglaubliche 29°C an, am 01. März! Zugegeben, dies lag an einer Südwindlage, welche warme Saharaluft Richtung Mittelmeer trieb. Deshalb war es auch nicht richtig sonnig, sondern eher etwas diesig. Mit dieser Information konnte ich Sibylle überzeugen, noch einmal mit mir in die Stadt zu fahren und einen kleinen Bruchteil des soeben abgehobenen Geldes in – ihr ahnt es – Eiscreme zu investieren 😉 !

„Himbeereis zum Frühstück“ – naja, fast…

In der Marina war zurzeit ohnehin wiedermal der Taucher im Einsatz. Diesmal direkt bei unserem Schiff, was zwar nicht unbedingt für negative Einflüsse sorgte, aber abgelenkt waren wir allemal durch das Geblubber und das Geklopfe unter Wasser, welches sich ungefiltert auf unsere NESSAJA übertrug. Bin gespannt ob der jemals fertig wird.

Der Taucher am Werk

Ich war ohnehin anderweitig eingebunden. Ihr erinnert euch? Die Entscheidung für das Motorrad war gefallen, unsere GS darf bleiben, sie wird uns weiterhin als Ganzjahresvehikel dienlich sein. Dafür soll sie ja eine griechische Zulassung bekommen um der 183 Tage-Problematik aus dem Weg zu gehen.

Zu diesem Zweck hatte ich mir ja im Vormonat schon eine griechische Steuernummer beschafft. Dies war erledigt, es sollte also der nächste Schritt folgen – die Papiere der GS mussten zu meiner Vetrauten, der Tochter des Tankstellenbesitzers Dimitris Mavroudis, gebracht werden. Vivi ließ mich wissen, dass ich eine Vollmacht beglaubigen lassen müsse, für den Zoll eine Online-Authorisation des Beauftragten in Athen durchführen müsse und zudem die Papiere nebst einer Anzahlung zu ihr zu bringen hätte. Sie gab mir noch eine Verfahrensanweisung für das Steuersystem, lächelte und ließ mich verstehen, dass ich am Zug sei…

Ok, TaxisNet aufgerufen, eigeloggt und nach Verfahrensanweisung durchgeklickt…

Ähhhh, was steht da???

War keine „Rocket Science“ (ich danke meinem Ex-Chef heute noch für diesen Begriff) – die Verfahrensanweisung war hilfreich, den Rest konnte ich mit dem Google Übersetzer hinbiegen. Sollte ich eine Waschmaschine gekauft haben, werde ich vom Kauf zurücktreten. Ach ja – in der Mitte steht „Authorization Successful“ – so falsch kann es nicht sein. Schritt 1 – check!

Für Schritt 2 springe ich auf mein Mopped, tuckere ins Inselherz zur Verwaltung nach Platanos. Dort ist neben dem Rathaus und dem Steuerbüro auch das KEP, das Bürgerbüro. Hier würde man mir meine Vollmacht beglaubigen…

Mit der GS am Stadtplatz vor dem KEP

….und so war es auch! Kurze Zeit später schon hatte ich, unentgeltlich, die begehrten und in Griechenland so wichtigen Stempel auf dem Schreiben. Es fehlte nur noch das Geld, welches ich aber am Morgen schon mit bedacht hatte. Punkt 2 und 3 auf Vivis Liste – check!

Unterlagen komplett – zurück zu Vivi

Die herzliche, junge Frau an der BP-Station staunte nicht schlecht, als ich die Unterlagen bereits am nächsten Tag zurück brachte. Jetzt war alles fertig für den Dokumentenversand nach Athen, unser Dienstleister kann loslegen, es steht fest, die GS wird eine Griechin!

Für mich war es an der Zeit, mich wieder meinen Kernaufgaben zu widmen, das Refit von NESSAJA sollte langsam ein Ende finden.

Ihr wisst aus dem letzten Blogbericht, dass sowohl auf der 230V Seite als auch bei der 12V Verbraucherversorgung noch „Notsysteme“ im Einsatz waren. Diese wollte ich nun Zug um Zug eliminieren. Mit der 230V Seite ging es los…

Ist Situation – ein FI an unglücklicher Stelle, für das neue Setup falsch angeschlossen

Nicht nur dieser FI war irgendwie „falsch“, es war zudem noch ein zweiter FI ins System integriert (Dufour original) von dem weder die Funktion noch der Sinn klar und eindeutig waren.

Da außerdem noch mein Hauptschalter, welcher als Kippschalter im Panel eingesetzt ist, falsch dimensioniert war, habe ich entschieden, diese Absicherung komplett neu aufzusetzen und im Hintergrund neu zu verkabeln.

Ein zweiter Schalterkasten wird angeschafft – ein neuer Platz wird gesucht

Gemäß Schaltplan wird nun alles was der Victron Quattro an 230V zur Verfügung stellt, Richtung FI geschickt. Danach habe ich einen Haushalts-Leitungsschutz mit 16A gesetzt. Dieser ersetzt die Funktion des bisherigen Hauptschalters im Panel, welcher nur mit 10A ausgelegt war.

Saubere Lösung an geeignetem Platz

Nachdem diese Installation verkabelt war, konnte ich sie anschließen und einen ersten vollumfänglichen 230V Testlauf am Echtsystem machen.

Funktioniert… NICHT!!!!

Was war los? Statt der erwarteten 230V kamen nur 50V an. Ich hatte zunächst einen der erneuerten Stecker in Verdacht, weil diese – naja, sagen wir „von unterdurchschnittlicher Qualität“ waren. Also zerlege ich drei Stecker, mache Sichtkontrollen…

Der war ok, kein Fehler gefunden

Bei einem anderen meine ich eine kritische Stelle gefunden zu haben, diese müsste ich mir selbst anlasten. Ich erneuere also die Steck- und Schraubverbindungen im Innenleben.

Verdacht nicht erhärtet – umsonst gewechselt

Hierbei geht mir, habe ich die Qualität schon angeprangert, einer der Stecker kaputt. Ich entsende Sibylle in den Ort um Ersatz zu kaufen. Gott sei Dank, kann sie bei einem anderen Händler Ware besserer Qualität finden. Ich verschwende STUNDEN – und hatte den Fehler noch nicht gefunden.

Ich erwähne nochmals – die Anlage hat bis zur Abschaltung gut funktioniert!

Ob ich das Kabel noch einmal ansehe? Aber was soll da schon fehlen? Mir fällt auf, dass ich lang nicht mehr geschrieben habe, dass der Teufel ein Eichhörnchen ist!

Meine Landstromversorgung…
…nix hält ewig!

Was Wunder! Kaum hatte ich die Schadstelle entfernt, lagen die erwarteten 230V an, die Anlage funktionierte wie erwartet – und tut das bis heute!

Ich konnte somit diese Kabel sauber verlegen und fix anschließen. Das Ergebnis stellt mich mehr als zufrieden. Alles ist aufgeräumt, nachvollziehbar und sauber installiert und ich konnte noch kleine und sinnvolle Gimmicks einbauen.

FI und 16A Leitungsschutz
Landstromabschaltung – jetzt mit eigener Kontrollleuchte (wichtig mit Inverter)

So endete dieser Tag doch noch erfolgreich und wir wussten – es wird der letzte Abend mit unserer 230V Notstromversorgung sein – das Zeug fliegt morgen raus!

230V von einer anderen Landstromsäule – durch das vordere Bad per Kabel in den Salon
Mehr Mehrfachstecker helfen den Strom von hier aus zu verteilen – die Schalttafel ist stromlos (noch)

So legen wir uns gemütlich zurück, freuen uns über das geschaffte Tagwerk und gönnen uns ein paar Folgen „Bones“. So als Randbemerkung – hier sind wir inzwischen bei Staffel 9 von 12, mal sehen ob wir unsere „Winterserie“ noch erledigt bekommen.

Obst und Gemüse für´s Foto – manchmal gibt´s auch Knabberzeug 😉

Ich hatte mir zu Beginn dieses Monats selber Zeitdruck auferlegt. Unser Freund Marcus würde um den 12. März herum ankommen und mir Ersatzteile mitbringen – ich habe dann alle Hände voll zu tun. Gleichwohl habe ich Marcus versprochen, ihm bei der Installation seiner Ruderlager zu helfen, dies sollte unmittelbar nach seiner Ankunft geschehen. Vorher wollte ich meine Stromgeschichte erledigt wissen – die Zielsetzung war also klar formuliert.

Vor diesem Hintergrund ging es für mich am nächsten Morgen mit dem gleichen Thema weiter. Die Schalttafel musste noch ein wenig bereinigt, sortiert und aufgeräumt werden.

230V Kontrollleuchte – defekt
…muss neu!

Auf dem ersten Bild sieht man sehr schön den alten BACO Fehlerstrom Schutzschalter. Ich hätte diesen sogar noch in neu gehabt, habe mich aber für die gezeigte Haushaltslösung entschieden. Der alte war innen komplett verbrutzelt – wer da hantiert hat war mutig! Nun, ich habe diesen innen komplett ausgeräumt, das Gehäuse bleibt als Dummy in der Tafel um die Löcher zu schließen. Für das Lämpchen habe ich einen orangen Ersatz gefunden.

So sieht es heute aus…

230V Seite fertig – incl. Beschriftung

Die beiden Kontrolllämpchen waren wichtig, weil es bei uns an Bord IMMER 230V gibt, auch wenn kein Landstrom liegt. Deshalb ist es wichtig, hier auch getrennte Indikatoren zu haben – nicht nur um zu wissen was gerade anliegt, viel mehr aus Sicherheitsgründen.

Schalter 4 war früher der MAIN SWITCH, aber es war mir nicht möglich einen einzelnen neuen 16A zu bekommen. Alle Schalter sind 10A Geräteschalter. Darum haben wir den Leitungsschutz hier weggenommen und beschlossen, der Waschmaschine eine eigene Leitung zu geben – dazu später noch ein paar Zeilen.

Ähnlich auf der 12V Seite – hier wollte ich auf meinem alten Voltmeter ALLE Bleibatteriebänke anzeigen lassen. Die Servicebatterien wurde ja durch Lithium ersetzt und haben ein eigenes Monitoring…

Überholt und ausgedient

…so musste eben soweit umgestaltet werden, dass hier, bei bestehender Peripherie, drei Bleibatteriebänke über dieses „Schätzeisen“ angezeigt werden können – ich habe dies mit einem Minischalter bewerkstelligt, welcher in die Schalttafel einzubauen war.

SO kann das kleine bunte Display auch drei Batterien anzeigen

Der kleine Schalter kam nach der Anpassung wieder raus und ich habe Kabel adaptiert – das war ob der Größe des Schalters herausfordernd, denn ich habe keinen Minilötkolben – aber dafür mangelt es mir nicht an Ideen.

Vorbereitet für den Einbau morgen…

Morgen sollte es weitergehen, es sollte finalisiert werden. Leider ist mir ein Missgeschick passiert – beim Aufräumen der Baustelle – sehr zu Sibylles Schadenfreude!

Ich will also den Dreck des Tages von meinem Naviplatz saugen und hole dafür den großen Staubsauger hervor. Bereits beim Druck auf die „ON“ Taste sehe ich im Augenwinkel die kleinen, auf die Seite gelegten Befestigungsteile, welche ich morgen brauchen würde. Während dieser Schaltsekunde welche zwischen Gedanke und Reaktion liegt, hatte der 1200W Sauger das Ziel bereits erfasst und wie Ameisenbär „Elise“ einst bei Paul Panther, selbiges vertilgt.

Meine Mini-Schräubchen befanden sich im Schlund der rüsselbewährten Höllenmaschine! Was tun? Nun, die Antwort war simpel…

Wer suchet der findet…

Der Erfolg war auf meiner Seite, kaum wühlte ich eine Zeit im Dreck, hatte ich die Kleinteile auch schon beisammen. Das Bild zeigt deutlich – Finger weg vom Dreck!

Jetzt aber – heute machen wir das fertig! Schalter wieder rein – ausprobiert – funktioniert! Jetzt schnell einen kleinen Schaltplan gemalt um sich zu erinnern in welche Richtung welche Batteriebank geschalten wird…

So funktioniert es jetzt

…und dann die Schalttafel final beschriftet. Auch das hat gut geklappt. Insgesamt sieht jetzt alles besser aus als vorher, alles funktioniert und ist auch hinter der Klappe aufgeräumt.

Final – so ist es heute

Auf der 12V Seite ist jetzt noch ein Schalter neu zu belegen. Der originale „Fridge“ Schalter ist ohne Funktion, unser Kühlschrank ist mit eigener Sicherung direkt an den Lithium Batterien angeschlossen. Hier ist aber keine neue Beschriftung nötig, denn ich habe eine Waeco Tiefkühlbox gekauft, welche ich im Mai erhalte. Diese wird dann hier angeschlossen. Alles vorbereitet also.

Vor der finalen Inbetriebnahme musste jetzt noch die Waschmaschine ihr eigenes Kabel bekommen. Hier haben wir mit uns gerungen. Dies bedeutete noch einmal ein neues Kabel von der Schalttafel zur Waschmaschine zu legen. Dafür musste ich auf diesem Stück die schon fertigen Kabelbäume noch einmal aufclipsen, dazulegen kam nicht infrage. Am Ende haben wir aber entschieden, WENN dann JETZT!

Nochmals alles auf…
…nochmals alle Steckdosen abschrauben

Der Weg von links nach rechts ging eigentlich schnell. Alle Kabelwege waren uns bekannt, wir haben immer einen halben Meter nach dem anderen verlegt, Kabelbinder aufgezwickt, Kabel ran, Kabelbinder wieder zu.

So war das neue, übrigens auch dickere (3 x 2,5qmm) Kabel relativ flott dort, wo es neu angeklemmt werden musste – nämlich an den Steckdosen in der Technikecke. Die sind aber für mich inzwischen schwer zugänglich!

Platz ist in der kleinsten Lücke

So zwängte ich meine Arme in die schmalen Lücken, wo mit Ratschbändern bewährte Kabelstränge darauf lauerten, mir die Haut von den Gebeinen zu schaben. Autschn!

Irgendwie wird es schon

Unter lautem Fluchen und Gezeter habe ich in diffiziler Kleinarbeit die Kabellitzen in die zugehörigen Aufnahmen gefummelt und sie dort befestigt. Mein Trost ist, dass nach ein, zwei Stunden dieser Mist meist vorbei ist – der Mensch vergisst schnell…

Irgendwann war es soweit, es gab keine Ausreden mehr. Die Victron Anlage war im „Stand-Alone“ Probebetrieb gelaufen, das 230V System welches zumindest zum Laden der Lithium-Akkus nötig war, hatte seinen Test bestanden und die letzten „Nebenschauplätze“ waren bereinigt. Es war an der Zeit die Hauptverbraucher an das LiFePo4 Netz zu hängen und die Anlage auch offiziell in Betrieb zu nehmen.

Gesagt – getan!

Alles dran

Ich hatte Minus-Masse bereits im Vorfeld verkabelt und auch die Stromverbraucher des Cockpits (Steckdose / Licht) bereits angeschlossen gehabt. Meine Bilgepumpen waren ohnehin ohne Funktion, ich konnte sie ebenfalls schon vorab anschließen.

Jetzt also noch die Heizung, den Kühlschrank und – allen voran – die Sammelelektrik aller restlichen 12V Verbraucher, welche an der Schalttafel zusammenlaufen. Erledigt! FUNKTIONIERT!!!

Meine Victron Anlage war in Betrieb!

Es waren, durch gute Vorbereitung, nur noch Kleinigkeiten zu korrigieren – so zum Beispiel das Setup meiner 230V Eingänge – ich musste die Benennungen von Eingang 1 & 2 vertauschen, denn der Eingang tauchte als Generator auf.

Der Eingang heißt noch Generator, die Gleichstromverbraucher werden nicht angezeigt

Das sind jedoch nur Setupsachen. Ich muss mich zwar immer etwas einlesen, auch das frisst Zeit, aber die „Fehler“ sind meist rasch zu beseitigen.

Dass dies nicht immer so ist, dazu später noch ein Annekdötchen. Heute hat es aber funktioniert.

Mit Last (Wasserkocher) und Gleichstromverbraucher

Und weil es gar so gut klappte und ich mich etwas an meiner neuen, fertigen Anlage erfreuen wollte, habe ich den VRM Zugang über das Internet auch gleich ausprobiert.

Über´s Internet zu kontrollieren – passwortgeschützt und trennbare Verbindung

Natürlich prüfen wir bis heute immer mal wieder die Funktionen unter wechselnden Bedingungen, wir haben alle Betriebszustände durchgespielt – es funktioniert alles auf Anhieb! Fast alles…

Die Lichtmaschine „springt nicht an“, das heißt wohl, sie bekommt keinen Erregerstrom um zu laden, auch der Drehzahlmesser funktioniert nicht. Ich habe die Anschlüsse 1:1 vom Altsystem übernommen, da hat sich wohl ein Fehler eingeschlichen – das wird eine Geschichte für den Aprilbericht.

Der Inverter funktioniert aber tadellos, wir haben es bis 2500W Dauerlast probiert. Auch lange Belastungen wie zum Beispiel Wasser aufheizen macht er problemlos und ohne warm zu werden. Auch die Kabel bleiben kalt, aber man merkt wie den Batterien, Lithium hin oder her, der Saft förmlich herausgepresst wird. Für Autarkie werden wir etwas sparen müssen. Die PV-Zellen sind auf den meisten Bildern ohne Leistung, weil ich oft abends fotografiere. Aber auch die funktionieren, wir konnten bisher ca. 60% der Leistung entlocken – dies, weil wir den Baum noch nicht nachführen. Einseitig waren wir zum Teil schon nahe am Maximum. Ich bin zufrieden!

Inverterbetrieb – hier aber ohne Last

Inzwischen hat sich der Techniker aus Deutschland auf die Anlage geschaltet und alles überprüft – mit positivem Ergebnis. Das Projekt Victron ist nach einem Jahr final abgeschlossen.

Der neue Tag begann herrlich…

Frühlingsstimmung – das Wetter war toll!

Wir vertrauten auf meine Bastelkünste und haben beschlossen, dass wir keine ewige Probezeit für die neue Anlage bräuchten. Die alten Bleiakkus sollten endlich ausziehen!

Aus 2015 und noch gut

Diese Batterien habe ich als letzte im Jahr 2015 nach Kauf des Schiffes erworben. Sie waren die Übriggebliebenen – aber nach 7 Jahren als Bugstrahlruderbatterien noch gut – vielleicht finden sie in einem Gebrauchtwagen Verwendung, ich habe sie zur Tankstelle gebracht. Die Kisten flogen auf den Müll. Somit ist jetzt ein kompletter Küchenschrank frei, zu Sibylles freier Verfügung. Sie wird ein paar Sortiersysteme aus Deutschland mitbringen, für Besteck und Gewürze, dann habe ich eine neue Aprilaufgabe – die Neugestaltung des Küchenschrankes.

Nicht nur die Batterien mussten raus, auch die noch übrigen, herumliegenden Kabel. Das habe ich berücksichtigt – danach waren auch meine Kabelarbeiten abgeschlossen. Entsprechend übermütig bin ich diesen Punkt der Aufgabenliste angegangen.

Jaaaahhhh, harrharr – geschafft!!! Sibylle wirkt irritiert

Wir beschließen, den Rest des herrlichen Tages zu nutzen und eine Marinarunde zu drehen. Das Wetter war immer noch sehr einladend.

Mit oder ohne Jacke – hängt vom Wind ab

Während wir spazieren kommt der Marinaenterich, nennen wir ihn der Einfachheit halber „Donald“, es kommt also Donald herangeschwommen. Er scheint sehr neugierig und nicht ängstlich zu sein.

Donald der schmucke Erpel

Während mir der Gedanke an Knödel in den Kopf schießt, ich weiß nicht warum, höre ich Sibylle warnen – „lock ihn nicht an, bei Paola und Thomas scheißt er immer auf´s Deck.“ Ich entschuldige mich für die Wortwahl meiner Frau, ich hätte das anders formuliert, aber egal wie, vor diesem Hintergrund scheidet Donald als Freund aus. Wir lassen ihn durch lautes Klatschen verstehen, dass er bei uns „Enta non grata“ ist. Er folgt, was ihn wahrscheinlich davor rettet, neben einem Knödel zu enden.

Thilo, ebenfalls ein Freund aus der Marina, hatte gefragt ob wir nicht zusammen ins „El Grecco“ nach Lakki gehen wollten. Guter Plan, wir sind dabei. So ziehen wir bei perfekter Szenerie in die Nacht, um dort gute griechische Gerichte zu genießen.

Keine Lampe! Der Vollmond leuchtet die Marina aus, die Wolken tun das Ihre

Bei „El Grecco“ war es an diesem Abend nicht so doll – keine Bilder. Es war eine Art Feiertag, er hat die Musik voll aufgedreht und niemand konnte sich unterhalten. Alle Gäste saßen daher lieber auf der Terrasse, es war zugig und ohne die Heizschwammerl hätte man es nicht ausgehalten. Leider hatten wir schon bestellt, naja, kann vorkommen…

Heizschwammerl bei „El Grecco“ – Gott sei Dank, ohne die wäre es nicht gegangen

Das Wetter ist nicht immer so herrlich. Das liegt an der fehlenden Beständigkeit im Frühjahr. Bei Nordwind, im Sommer somit fast immer, ist der Himmel klar, blau und die Temperaturen der Jahreszeit und dem Breitengrad entsprechend. Der Nordwind ist im Sommer erfrischend, jetzt oft kühl.

Bei Südwind wird Saharaluft in die Region getragen. Diese sorgt für höhere Temperaturen, ist aber feucht und bringt Wolken mit. Dann kann es manchmal zu Schauern kommen. Das sind die beiden Wettersituationen die wir zur Zeit wechselweise haben.

Ihr merkt – wir nähern uns dem Thema WIND, ich greife auf die Headline zurück.

Heute war also so ein bewölkter Südwindtag. Sibylle und ich gehen über den Marinaplatz um beim Marina Shipchandler die Inspektionsteile für unseren Volvo zu kaufen. Weil wir am Kranbecken vorbeikommen, wollen wir zusehen, wie eine riesige Fähre wieder zurück ins Wasser gekrant wird. Das Berufsschiff war auf dem Trockendock um dort eine Wartung des Unterwasserschiffs zu erhalten. Die Arbeiter waren betriebsfremd und zogen ab – zurück blieb deren Unrat.

Gerüst, leere Farbkübel, Leitern – alles um die DARKSYDE verteilt

Eigentlich eine Randnotiz, wenn die Jungs ihr Gerümpel nicht unter und neben der DARKSYDE, dem Schiff unseres Freundes, verteilt hätten. Das gehört sich so nicht.

Schlimmer noch finde ich, wenn man Leitern ungesichert einfach ans Gelcoat lehnt. Da sind Schäden und somit auch Ärger vorprogrammiert, Verantwortung und Haftung übernimmt hier keiner gerne.

Wenn die umfällt gibt es zumindest Kratzer

Wir räumen etwas auf, sehen zu, dass nix mehr rumliegt, was den Kat beschädigen könnte und gehen dann zum Chandler. In Sachen Volvo ist Panos gut sortiert, weil er sich zudem bei den Serviceteilen gut auskennt, bleibt er diesmal fast nix schuldig.

Das meiste bekomme ich in der Marina

FAST deshalb, weil es verschiedene Keilriemen gibt und zwei von vier nicht passen. Ich frage ob er mir die bestellen könne – seine Antwort, wie zu erwarten, „ich solle doch lieber im Ort suchen, das geht schneller!“

Ok, ich mache ein Bild der begehrten Objekte und fahre zu zwei Bootshändlern, zwei Tankstellen und einem Autozubehörgeschäft.

Schwer zu bekommen – Ersatz für die beiden vorderen Keilriemen

Hat mich etwas genervt, weil ich zwar die gleichen Abmessungen kaufen konnte, aber feststellen musste, dass es wohl auf Millimeter ankommt – beim hinteren der beiden Riemen kann ich die Spannung nicht einstellen, er muss exakt passen – aber Panos will ja nix bestellen, macht Arbeit, verstehe…

Ich greife in meine Ersatzteilkiste, finde noch zwei neue Reserveriemen und verwende einstweilen diese. Das Geschäft wird abermals der deutsche „Motor-Spezi“ machen, welcher sich in Sachen Volvo als sehr zuverlässig und sachkundig erwiesen hat.

So kann man auch einen Tag rumbringen – das sind die Tage die mich extrem nerven! Ein gutes Essen und nette Unterhaltung nordet mich dann aber abends wieder ein. Heute war mal wieder ein Trans-Ocean Online-Seminar – Thema „Bordküche“, dazu lassen wir uns nicht zweimal bitten!

Claudia Kirchberger berichtet über ihre Erfahrungen über die sie auch Bücher veröffentlicht hat
Sibylle und ich nehmen es als willkommende Abwechslung – mal nicht „Bones“ 😉

Am Folgetag nehme ich mir vor, eine Reparatur anzugehen vor der mir graut – diese Überwindung, dieser erste Schritt, kostet immer viel Energie und braucht entsprechend Anlauf!

Heute ist es soweit – meine Victron Anlage läuft, es muss noch der Windgenerator integriert werden. Diesen werde ich heute reparieren. Wenn alles klappt schaffe ich es alleine und bin abends fertig! Wenn! Und wenn nicht???

Es beginnt die die Phase, in der mich das Wort WIND wie ein Schatten begleitet, eine Phase die bis heute andauert. Hundertmal in allen Zusammenhängen ausgesprochen. WINDgenerator, WINDgeheul, WINDenergie, blablabla…

Schöner arbeiten

Draußen toste der Wind, das Schiff schaukelte, ideal um innen zu arbeiten. Ich war frohen Mutes und baute mir einen schönen Arbeitsplatz. Ich legte die Turbine parat, die Ersatzteile waren vorhanden. Los geht´s!

Deckel abgeschraubt, Rostverlauf gut zu sehen, keine Folgeschäden – glaube ich
Von hier weiter durch´s Gehäuse in die Lager

Ich muss alle Innereien ausbauen um im Gehäuse gut arbeiten zu können. Dabei sehe ich, dass zum Beispiel die Schleifkontakte irgendwie gebraucht aussahen – ich merke nochmals an, der Generator ist seit einem Jahr auf dem Pole, die Flügel waren nie montiert.

Die Läufer / Schleifkontakte nach einem Jahr
Alle Einzelteile raus

Jetzt müsste es mir gelingen die Lager aus dem Gehäuse zu pressen. Der Arbeitsschritt, vor dem mich der Silentwind Techniker gewarnt hatte. Ich war entsprechend vorsichtig und baute mir eine Vorrichtung mit der ich das Lager herausdrücken wollte.

Kein Millimeter!!!

To make a long story short – ich probierte stundenlang herum und ließ zu, dass ich immer eine halbe Umdrehung mehr ansetzte. Irgendwann waren mir die Kräfte zu hoch, ich hatte Angst, dass das Gehäuse brechen würde. Da auch Hitze nicht half, rief ich Giorgos zu Hilfe – ich sollte in diesem Monat abermals viele Male mit ihm sprechen!

Sibylle hat sich zwischenzeitlich auf den Weg zum Blumenpflücken gemacht, NESSAJA sollte etwas frühlingshaft erstrahlen.

Gemütlichkeit – ich find´s schön

Giorgos meint, dass ich am nächsten Tag die Teile abends bringen kann, er hätte Zeit, wir würden die Lager umbauen. Ok, das hört sich gut an – er hat mehr Werkzeug, professionelle Abziehvorrichtungen und ein perfektes Werkstattumfeld. So machen wir es.

Ich verbringe einen Tag mit der Neusortierung meiner Ersatzteile, führe gleiche Teile zusammen und verräume sie, soweit möglich, intelligent.

Alles in Kisten – trocken verpackt

Damit man die Teile jemals wiederfindet, oder zumindest mal weiß was alles an Bord ist, braucht es einen Stauplan. Ich habe sowas seit Langem, passe diesen auch an um auf aktuellem Stand zu sein.

Gewusst wo!

So vergehen die Stunden bis zur Kaffeepause, das ist ein liebgewonnener Brauch. Täglich zwischen 14.00 Uhr und 15.00 Uhr gibt es eine Tasse Kaffee und eine süße Kleinigkeit. Wenn ich ganz brav bin auch mal ein Eis 😉

Sibylle genervt – man beachte den Kompressor im Hintergrund

Wir können unseren Nachmittagskaffee inzwischen draußen trinken, das gibt die Temperatur her. Geschmälert wird der Genuss durch diverse Faktoren – zum einen das momentane Windgeräusch, der weht nämlich gerade stetig und kräftig, was für ein immerwährendes Gepfeife und Geklapper sorgt. Ich kann das recht gut ab – Sibylle weniger, was man am besten ihrem Gesichtsausdruck entnimmt!

Dazu kommt, dass die Taucher mal wieder rund um unser Schiff irgendwelche Ketten und Schäkel erneuern. Dafür braucht es schweres Gerät, nämlich einen Schlagschrauber nebst Kompressor – herrlich!!!

Auch andere sind vom Getöse des Windes genervt und suchen adäquate Rückzugsorte…

Ohne Worte

Der Nachbar, ein Angelsachse, baut sich vor NESSAJA auf und fragt ob ich helfen könne. Auch er musste einen herben Rückschlag hinnehmen. Er hat eine Allures, ein Boot der oberen Preiskategorie und hat beim Streichen des Antifouling einen Riss in der Achse seines Schwenkkieles entdeckt.

Ich habe ihm Giorgos als Reparaturbetrieb empfohlen, der Handwerker meines Vertrauens kann Aluminium schweißen. Ich solle nun bitte helfen, die 300kg schwere Flosse zum Eingang zu transportieren und auf einen LKW zu laden. Ok, wenn´s sonst nix ist!

Auf Rollbrettern zum LKW – dort hilft der Kran

Der Abend bricht herein, ich fahre zu Giorgos – im Rucksack die WINDturbine und ein paar Kleinteile.

Ich war lang nicht mehr da! Als erstes fällt mir Giorgos SJ Samurai auf – der ist von der Überholung zurück und sieht aus wie ein neues Auto – wow!

Vor einer Woche noch Rübe – jetzt Juwel! Werterhalt auf griechisch – spottbillig

Eine Sekunde lang denke ich an den verschmähten SJ von der Tankstelle – na egal, ich kann ja die GS auch mal so aufmöbeln lassen..

In der Werkstatt sehe ich den Schwenkkiel wieder, er hat inzwischen seinen Platz. Giorgos hat mich mit meinem Kummer dazwischengeschoben! Das ist nett, Danke.

Der nächste Job wartet bereits

Wir legen sofort los und bearbeiten die Lager mit allem zur Verfügung stehenden Werkzeug! Es kommen Schmiermittel zum Einsatz, Temperatur – heiß und kalt. Nix hilft!!!

Erst darf das Spezialwerkzeug
Später wird es hemdsärmeliger

Nach vier Stunden vergeblicher Versuche brechen wir ab! Nach einem Jahr ist der Stahlkäfig der Lager so in das Aluminium oxidiert, dass kein normales und in meiner Gegenwart vertretbares Werken zum Ergebnis führt. Ich verabschiede mich mit traurigem Gesicht.

Giorgos weicht das Lagerpaar noch mit WD40 ein und murmelt ein verklausuliertes „I do a try tomorrow“. Ich antworte ebenso vielsagend „yes, maybe better you try alone“ – vielleicht ein Code? 😦 Ich war einfach besorgt um den empfindlichen Body der Turbine – er kann vielleicht besser „wirken“ wenn einer seiner Jungs statt meiner als Helfer agiert. Wir gehen gemeinsam ins Risiko, ich überlege eine Sekunde lang ob ich das Trum vielleicht doch nach Portugal zum Hersteller hätte schicken sollen…

Der Tag endete verhalten, ich war genervt, NEIN, ich war enttäuscht ob der Qualität des „Silentwind“ Generators! Finger weg! Aber es sollte noch ärger kommen – doch das wusste ich noch nicht!

Am nächsten Tag hatte ich den Ärger etwas verdrängt. Am Ende werden wir es hinbekommen. Der Frust wich einer kleinen Zuversicht. Ich brauchte eine Art Erfolgserlebnis und entschied daher mich am heutigen Tage meinem Volvo Hauptmotor zu widmen – das sollte doch klappen???

Vetus Belüftungsventil – teuer aber wichtig
Zuerst die Peripherie – Impeller, Antriebsriemen Impellerpumpe, Belüftungsventil

Meine Idee war, mich nicht nur auf den eigentlichen Service des Diesels zu konzentrieren, sondern auch Peripherieteile mit zu erneuern. So kam ein neuer Impeller zum Einsatz und auch der Antriebsriemen der Impellerpumpe wurde ersetzt – beides wäre noch für ein paar Motorstunden gut gewesen. Mit der Erneuerung aber, habe ich einen Referenz-Stand an dem ich alle Verschleißteile auf „0“ gesetzt habe.

So auch das Belüftungsventil. Zugegeben, ein Teil welches ich in der Vergangenheit eher weniger am Schirm hatte, welches aber durch einige Informationen während dieser Technik Online-Seminare in meinen Focus geriet. Kein Risiko, das Teil flog raus!

Wechsel des Impellers

Der Rest der Arbeit war Standardwerk für den „Motorman“ – ich konnte vor mich hinwurschteln ohne höchste Konzentration, das hat Spaß gemacht.

Ölwechsel – auf den richtigen Füllstand achten

So war der Ölwechsel recht rasch erledigt, hierfür konnte ich mir eine Absaugpumpe von einem griechischen Freund ausleihen. Auch einen Dichtring und einen Schlauchstutzen am Absaugrohr konnte ich bei leerem Motor mit auswechseln – das alles ging überraschender Weise recht flott und ohne Kummer – der Motor ist diesbezüglich gut durchdacht und funktionell.

Wechsel aller Filter – diesmal Originalteile

Die Kraftstofffilter konnte ich recht gut wechseln und entlüften, das ging recht einfach und problemfrei. An den Ölfilter kommt man gut ran, kann aber leider kein Schüsselchen unterstellen. Man muss machtlos zusehen, wie sich rund 0,5 Liter Diesel-Altöl den Weg über die Finger bahnen und dann in eine dafür vorgesehene Mini-Bilge laufen. Prinzipiell akzeptabel – das Reinigen dauert trotzdem länger als der Filterwechsel.

Das hatte Folgen…

Wie früher

Natürlich hatte ich Ölbratzen wie zu meiner besten Werkstattzeit – lang ist´s her und ich erinnere mich doch. Ich verwendete Handwaschpaste und der Geruch dieses Waschmittels ließ meine Gedanken ein wenig fliegen – zurück in eine ziemlich coole Zeit! Ich mochte diesen Tag!!!

Es ist erst ein paar Tage her, als ich einem früheren Kollegen zum Geburtstag gratuliert habe und wir ein wenig sinniert haben – ich vertrete die Meinung und habe das Gefühl, dass Handwerk eine sehr ehrliche und direkte Form der Arbeit darstellt. Morgens kaputt – abends repariert, dabei dreckige Finger und Heldenstatus bekommen – das Gefühl ist sexy, um meinen Freund Marcus zu zitieren…

Das Tagwerk war geschafft, ich um ein Erfolgserlebnis reicher.

Am nächsten Morgen gingen Sibylle und ich ins Büro um unseren Stromchip aufladen zu lassen. Wow, auch hier hatte sich einiges getan…

Auffahrt zum Office

Der Seniorchef, der vor rund 40 Jahren begann die Marina zu bauen, in dem er einen Berg weggesprengt hat und ziemlich visionär den Bau der Anlage vorantrieb, dieser Mann ist auch heute noch verantwortlich für die baulichen Abläufe. Ich denke, es ist nicht falsch zu behaupten, dass die Marina sein Lebenswerk sein dürfte, so ist es nur logisch, dass auch an Verschönerungsmaßnahmen gearbeitet wird. Die Auffahrt zum Office ist jedenfalls jetzt betoniert, im oberen Bereich wie ein kleiner Platz gepflastert und hat das Mosaik bekommen – kein Vergleich zu vorher!

Am Rückweg gehen wir noch in die Chandlery, denn ich bin beflügelt durch den gestrigen Erfolgstag und möchte meinem Volvo einen zusätzlichen Wellnesstag gönnen. Dafür nur das Beste! Ich möchte auch den Frostschutz wechseln, die Neubefüllung soll (einmalig) ebenfalls mit dem teuren Volvo Coolant gemacht werden – ich kaufe also einen Kanister des flüssigen Goldes.

Bedienungsanleitung – sicher ist sicher

Auch dieser Part der Arbeit läuft wie geschmiert und dank eines praktischen Ablasshähnchens habe ich die alte Plörre ein paar Augenblicke später abgezapft und in alten Behältnissen gesammelt.

7,5 Liter alter Frost- und Rostschutz

Eine Überraschung der besonderen Art erlebe ich, als ich nachfrage wo das alte Kühlmittel denn zu entsorgen sei – die Antwort der Mechaniker ließ mich staunen – ich solle es „irgendwo auf den Sandplatz schütten, es würde versickern“. Einen Moment dachte ich, ob sich nicht ein paar deutsche Teenager auf den Marinagrund kleben sollten…

Egal, ich fand einen Ort zur Abgabe und hege die Hoffnung der umweltgerechten Entsorgung – es ist noch ein weiter Weg bis zur Rettung der Erde! Auf diese Erkenntnis eine Tasse Kaffee.

Nachmittagskaffee – sowas von verdient

Mein Motor war fertig (fast) und ich grüble, wie ich den Nachmittag sinnvoll investieren könnte. Wie bestellt schellt mein Telefon und eine Nachricht von Giorgos poppt auf…

Gestern Abend erledigt – Windgenerator repariert

Der Meister des schweren Geräts hat gestern Abend in meiner Abwesenheit meine Windturbine von den alten Lagern befreit und die neuen Lager montiert – ich könne den Öko-Stromerzeuger abholen.

Die Bilder vom Umbau kamen gleich mit – ich war froh, dass ich nicht dabei war!

Fuß MIT Lager aus dem Gehäuse gedrückt
Gehäuse blieb heil…
…scheinbar zumindest
Neue Lager eingepresst

Super, perfekt – wir vereinbaren uns auf eine Abholung meiner Teile am Abend des Folgetages.

Der Rest meines Tages war nun verplant, denn ich hatte noch ein paar Kleinigkeiten bei Giorgos einzusteuern. Ich selbst brauchte für die Riemenscheibe meiner Keilriemen einen Helicoil Gewindeeinsatz um ein ausgeläbbertes Gewinde wieder nutzbar zu machen und mit der Montage der neuen Keilriemen meinen Motor zu finalisieren.

Mit bloßem Auge erkennbar – nicht mehr brauchbar

Darüber hinaus brauche ich für einen englischen Segelkameraden einen Adapterrahmen für einen neuen, in den Maßen leicht abweichenden Plotter. Hierfür suche ich erst die Maße im Internet und mache Notizen und einen groben Plan…

Maße – alles klar???
Besser zu verstehen mit einer Skizze

…beides schicke ich dann zu Giorgos um ihn schonmal vorzubereiten. Als die WhatsApp Nachricht durch war überlege ich, ob meine Skizzen eher erhellend oder verwirrend sind – ich beschließe die offiziellen Templates hinterherzusenden um für Klarheit zu sorgen. Oder verwirre ich nun total???

Das ist das neue Soll
Das ist der alte Istzustand – es muss kombiniert werden

Na egal – wenn was unklar ist kann ich das ja morgen erklären 😉

Der neue Tag beginnt für mich mit einem offiziellen Termin! Marietta hat mich gebeten zu ihr ins „Μπακάλικο με Τσίπουρο“ zu kommen. Wir würden uns dort mit Shira treffen, es gäbe etwas zu besprechen…

Ok! Ich war gespannt, war zeitig dort und bestellte mir einen von Mariettas traumhaften Pies – Chicken – ein Gedicht!

Chicken Pie von Marietta – 11 von 10 Punkten

Das Gespräch mit den Damen war eine Überraschung – beide arbeiten an einer neuen Webseite für Leros. Etwas anders als man es von Tourismusseiten kennt, mit sehr viel Herzblut entwickelt. Man möchte gerne, dass ich Ideen beisteuere und, noch viel wichtiger, die Übersetzung ins Deutsche mache. Viel Arbeit, uff – ich überlege eine Sekunde und sage zu! Die Bitte ehrt mich!

Ich fahre nach Hause, erzähle Sibylle von den Neuigkeiten und wir drehen eine Marinarunde. Morgen kommt Marcus an, wir freuen uns darauf und sehen nach der DARKSYDE. Sie wurde umgestellt und inzwischen frisch gestrichen.

Wartet auf den Skipper

Wir denken an die Rückkehr des Freundes und stellen ihm eine Leiter parat. Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass es lästig ist, mitten in der Nacht nach einer solchen suchen zu müssen.

Kann kommen

Die Postadresse von Marcus war jetzt über Wochen eine Zieladresse auch für unsere Warensendungen. Er wird uns einige Kleinteile mitbringen, da er mit dem Auto anreist. Der Tag seiner Rückkehr soll der Akklimatisierung dienen, bereits am Tag darauf wollen wir die Ruderlager der Lagoon austauschen – mal sehen.

Am Abend fahre ich zu Giorgos, hole den fertigen Windgenerator ab und steuere die neuen Aufgaben ein – hat alles gut geklappt!

Auf geht´s – zurück nach Hause

Die alten Lager, das Corpus Delicti, fotografiere ich abschließend. Ich habe Silentwind versprochen, dass ich Bericht erstatten werde. So viel Streß wegen einer mangelhaften Dichtung und zweier billiger Lager – das geht besser!

Nicht teuer – aber Ursache für Zeitdiebstahl

Statt „Bones“ via Amazon Prime gibt es heute mal wieder Abwechslung! Tina und Volker haben sich gemeldet, ob wir wohl mal wieder einen Videocall machen könnten?

Na klar können wir! Wir verabreden uns zum gemeinsamen Anstoßen, trinken ein Gläschen zusammen, virtuell wenigstens, besprechen dabei Neuigkeiten – wie geht es Mamos? Wie ist es bei Euch so? Was bringt die nächste Saison? Wir erfahren, dass die ELOWYN als Jahreslieger nach Leros zurückkommt, das freut besonders mich ganz sakrisch! Darauf ein Gläschen von „dem Guten“…

Yummie – Tsipouro aus dem Barrique, nicht von schlechten Eltern

Es geht los! Marcus und ich verabreden uns für 09.00 Uhr um mit den Ruderlagern zu beginnen. Er ruft dauernd „heute Abend sind wir fertig!“ – ich zweifle. Egal, es ist ein herrlicher Morgen und ein Grundoptimismus ist vorhanden!

Zurschaustellung der positiven Haltung

Wenig später finde ich mich in der Backskiste des Katamarans wieder – ok, diese ist recht groß, aber ich war mir nicht sicher, ob ich diesen Tag als einen positiven in das Buch meines Lebens eintragen werde – tschakka, wir schaffen das!

Der Weg in den Hades

Ich richte mich auf „meiner Seite“ häuslich ein, sortiere mein Werkzeug. Zum Glück hat ein Katamaran zwei Rümpfe, so hat Marcus auf der anderen Seite das Vergnügen.

Stätte meines Wirkens

Ich hänge den Autopilot aus und befreie die Ruderachse vom Korsett ihres Quadranten. Das alles geht verhältnismäßig flott. Wenn man mal in der Kiste liegt, geht die Arbeit gut von Statten.

Fertig – Steuerbordruder kann abgesenkt werden

Sibylle kommt vom Einkaufen zurück und flötet zu uns herauf „…ich habe Sandwich mitgebracht!“ Was sie dabei vergaß zu erwähnen ist, dass diese Nettigkeit nur Marcus zuteil wurde. Ich, der arme Höllenhund, durfte weiter in sengender Sonne zusammengefaltet in der Kiste schuften, während Herr Kapitän sein Sandwich mampfte, welches ihm meine Frau mitbrachte – verkehrte Welt!!!

Stehend, der sanwichmampfende Skipper – das einzelne Bein gehört zu… MIR

Warum das? Nun, weil ihm, der als zweiter Sieger das Rennen um den schnellsten Ausbau eines Katamaranquadranten beenden durfte, ob meiner effizienten Arbeitsweise sogleich ein zündender Gedanke kam – wenn ich doch schon in der Kiste läge, ob ich wohl gleich den hydraulischen Autopilot gegen ein Tauschteil wechseln könne??? JA! KANN ICH!!!

Ich lag gerne in meiner gemütlichen Backskiste. Ihr müsst wissen, dass jeder Versuch diese zu verlassen schmerzhafte, klaffende Fleischwunden nach sich zog. Der Kistenrand war bewährt mit diesen abgeschnittenen Kabelbindern welche ich ja schon erwähnt hatte…

Sieht harmlos aus

Diese kleinen Ecken sind fiese Gesellen – sie schaffen es mit hoher Sicherheit sich in irgendeine Hautfalte einzuhaken um dann, während du den Arm oder das Bein weiterschiebst, sich skalpellähnlich durch deine Epidermis zu ritzen bis das Blut spritzt. Das Fiese ist, du merkst es, kannst aber nichts dagegen tun, du musst das Bein, den Arm, weiterschieben oder ziehen und darfst dich dem Gefühl des Aufgeschlitztwerdens total hingeben.

Hobbitfuß nach einem Angriff der Orcs??? Nein! MEINER
Autschn

Ein bisschen was von der Freude durfte Marcus abhaben, aber er kann sich ja einfach in die Kiste legen. Ja, manchmal hat es Vorteile wenn man einen zip-Körper hat.

Jetzt habe ich die Oberhand

Ihr merkt schon – wir hatten Spaß!!! Es war ein guter Arbeitstag welcher zu zweit natürlich wie im Flug vergeht. Wir haben aber auch ordentlich rangeklotzt und es geschafft, dass die Kranjungs uns den Boliden kurz vor Feierabend noch angeboben haben und wir die Ruder ziehen konnten und auch die alten Lager ausgebaut hatten. Der Autopilot war auch umgebaut – wow, nicht schlecht Herr Specht!

Nach sechs Jahren

Auch am nächsten Morgen strahlender Sonnenschein und Kaiserwetter. So kann man es aushalten. Der Frühling war in Leros angekommen, die Natur explodierte, die lange Hose ist seit Wochen schon im Schrank! Alleine das Aufwachen und Aufstehen entlockt einem eine ganz andere Stimmung.

NESSAJA in der Morgenstimmung

Ich frühstücke und packe wieder meine Siebensachen, mein Werkzeug und Arbeitsmaterial welches wir heute brauchen würden. HEUTE bin auch ich zuversichtlich – wir würden DARKSYDE heute fertig machen und versuchen, dass sie heute noch ins Wasser kommt.

Ready to Rumble

Marcus und ich verkriechen uns wieder in die angestammte Backskiste, jeder auf seiner Seite – es war inzwischen so sonnig, dass wir uns mit Schattenspendern vor Sonnenbrand schützen mussten.

Netzgeflecht als Schattenspender
Schaut enger aus als es ist – Arbeit ging gut von der Hand

Um 14.00 Uhr war für mich Pause angesagt. Meinen Kaffee mit Sibylle lass´ ich mir nicht nehmen. Die Ruder waren wieder eingebaut, alle Anlenkungen montiert und eingehängt, der Autopilot angeschlossen – wir waren fertig!

Marcus wollte sich inzwischen um den Kranführer kümmern, ich solle um 15.00 Uhr wieder da sein um DARKSYDE an ihren Platz zu fahren.

15.00 Uhr – keiner da

Natürlich war 15.00 Uhr nach GMT gemeint – wobei GMT nicht für Greenwich Mean Time steht, sondern eher für Greek Maybe Time, eine Zeitzone die jeder Griechenlandsegler kennt…

DARKSYDE geht zu Wasser

Etwas später war es soweit, der Bolide wurde zu Wasser gelassen und ich half dem Skipper das zweikufige Gefährt an seinen Platz zu bugsieren. Dies klappte einwandfrei und ein paar Augenblicke später war der Ruderlagerumbau am Kat des Freundes Geschichte…

Klar zum Anlegen – klar ist
Leinen über und belegen

Marcus und ich tranken noch ein Bier, dann ging jeder wieder zur eigenen „To Do – Liste“ über. Auch der Freund hatte einiges zu erledigen bevor Frau und Tochter kommen wollen.

Ich widmete mich den Arbeiten die noch offen waren und die nun aufgrund der Teilelieferung aus Deutschland angegangen werden konnten.

Zunächst wollte ich ein Fremdteil loswerden. Ich wurde gebeten ein Propeller Spezialteil für einen Mechaniker auf der Insel zu beschaffen. Sprach- und Lieferschwierigkeiten machen auch für die Griechen die Ersatzteilbeschaffung manchmal schwierig. So war es mir eine große Freude, ein in Deutschland lieferbares Teil zu bestellen, den Kauf abzuwickeln und mich um den Transport zu kümmern – so kann ich etwas zurückgeben…

Einer der Mechaniker freut sich – war nur in Deutschland zu bekommen

Ich selbst wollte die WINDturbine endlich komplettieren und in Betrieb nehmen. Naja, sollte kein Hexenwerk sein, oder?

Nun, diesmal hatte ich die Rechnung ohne dem Wirt gemacht – NATÜRLICH musste ich mich für eine „One-Hour-Work“ fast einen Tag ärgern – warum???

Der Deckel muss drauf

Weil ich nicht geahnt hatte, dass bei den durchaus groben Ausbauversuchen der Lager, das Gehäuse ganz minimal ovalisiert wurde. Ich hatte also die Innereien der Turbine montiert, dann aber den sehr passgenauen Deckel nicht einfach aufstecken können. Es dauerte ewig, bis ich eine Methodik gefunden hatte, diesen ins Gehäuse zu ziehen ohne etwas zu beschädigen, zudem musste ich dann die Trennfuge sauber mit SIKA abdichten, denn inzwischen hatte der Techniker des Herstellers weitere Infos geliefert, warum der Wassereintritt passieren kann – alles schwer zu beseitigen, wenn ich aber mit SIKA abdichte wäre alles im grünen Bereich. DANKE für die Salamitaktik – am Abend war es jedoch geschafft, der Generator ist jetzt fertig zur Montage.

Diese konnte jedoch nicht sofort erfolgen, denn draußen hämmerte mal wieder der WIND, aber das überrascht euch sicher nicht…

Wir werden das Aggregat am nächsten windstillen Tag montieren und in Betrieb nehmen.

Ich realisiere für mich, dass meine großen Projekte beendet sind. Ich beschäftige mich also mit den Kleinarbeiten welche auf meiner Liste verhaftet sind…

Ich baue den Tankgeber noch einmal aus
Der alte hat nicht mehr zuverlässig funktioniert und wird ersetzt
Arbeitszeit rund einen halben Tag – funktioniert bestens
Inzwischen getestet von 1/3 bis 1/1 – passt zuverlässig, ohne Wackelkontakt

Ich hatte ja schon erwähnt, dass meine Bilgepumpen ohne Funktion sind. Ursache dafür war der Schalter für die Pumpenautomatik – der alte Schalter ließ sich nicht mehr ordentlich umlegen, ist nicht eingerastet und hatte Wackelkontakte – er musste erneuert werden – ein weiterer Punkt auf der Liste.

Hatte immer schon Kontaktprobleme – jetzt total hin
Leider nicht 1:1 passend – Umbau war nötig
Jetzt funktioniert´s – sogar mit Alarm! Arbeitsaufwand mit Kabelanpassung ca. 1 Tag

Um uns die Tage schön zu gestalten, treffen wir uns mit den Freunden die inzwischen nach und nach zu ihren Schiffen zurückkehren. Diesmal waren wir mit der „Austria Connäctschn“ zum Umtrunk am Strand verabredet, war sehr gesellig 😉

Jeder bringt was mit…
Sekt und Bier – Limo und Sprudel hatte niemand dabei

Tagsüber ging es weiter mit dem Abarbeiten der einzelnen Punkte meiner Liste – es hatte sich einiges angesammelt während der Umbauarbeiten des vergangenen Jahres.

Leider sind es nicht nur Refitpunkte die mich beschäftigen, auch normale Standardreparaturen schleichen sich ein. Manchmal sind es alte Sachen die einfach verschleißen und repariert werden müssen, andermal – und das ist ärgerlicher – sind es Dinge die schon repariert oder getauscht wurden, sich aber nicht bewährt haben oder qualitativ versagt haben.

Dichtheitstest an der Ablaufgarnitur

So musste ich abermals an meine Spültisch-Ablaufgarnitur. Ich hatte diese zweimal ersetzt, weil die Qualität der hiesigen Rohrverschraubungen so lausig ist. Nun bemerkte ich, dass der von mir verwendete Spiralschlauch mit Plastikspirale (25mm / SVB) nicht für Heißwasser geeignet ist und somit eingeknickt war. Eine Erneuerung hätte wieder einen Tausch der glumperten Ablaufgarnitur zur Folge gehabt. Ich habe somit beschlossen, mir Qualitätsware aus Deutschland bringen zu lassen und das gesamte Ablaufsystem etwas anzupassen und neu aufzubauen.

Geberit hatte eine Garnitur im Sortiment, welche besser passte und von erstklassiger Qualität ist – Preis 13,50€ statt 4,90€ – der Billigschrott sollte verboten werden! In Kombi mit einem geeigneten Schlauch mit Metallspirale ist es jetzt eine Top Lösung bei der ich durch optimierte Maße der neuen Garnitur zudem die Verbindungsstelle und Reduzierung über die Wasserlinie ziehen konnte!

Alleine die unterschiedliche Haptik – Welten!!!

Ein weiterer Punkt war der Zusatzlüfter meines Kühlschranks – der war nach zwei Jahren Dauerbetrieb kaputt und wollte ersetzt werden. Natürlich wieder „Made in China“, diesmal aber hochpreisiger und hoffentlich haltbarer…

Sieht easy aus, gell
Irgendwie zugänglich – und auch nicht

Das war auch so ein Geschäft – der alte Lüfter 0,3A, der neue 0,25A. Niemand würde vermuten, dass da was nicht passen könnte. Trotzdem funktioniert es nach Inbetriebnahme erstmal nicht, der Kompressor läuft zuammen mit beiden Lüftern an und schaltet nach drei, vier Sekunden wieder ab. Solche Fehler kosten mich dann schnell eine oder zwei Stunden Google – ich finde, dass meine Ausgangssteuerung für den Lüfter nur 0,5A kann (inklusive dem Serienlüfter), verstehe aber nicht, warum es mit dem minimal schwächeren Lüfter nicht funktioniert. Egal, ich baue auf eine Relaisschaltung um und siehe da – haut hin. Arbeitsdauer 1 Tag statt der veranschlagten Stunde.

Das Reinigen des Grobfilters der Ansaugluft unserer Standheizung gehört da schon fast zur Routine, es ist eine Wartungsarbeit – aber erstaunlich, was die Heizung so ansaugt, wenn sie zweimal täglich zwei Stunden läuft.

Bin ich zu spät gibt es eine Fehlermeldung

Draußen kachelt immer noch der Wind, Aeolus hat kein Einsehen! Wir machen eine Marinarunde um bei den Schiffen der abwesenden Freunde nach dem Rechten zu sehen – und siehe da…

Jetzt passt wieder alles – so soll das

Die dänische QUEEN OF HEARTS hat steuerbordseitig einen neuen Nachbarn bekommen. Die Marineros haben das Schiff an diesen Platz geschleppt und vertäut – leider ohne die Fender anzupassen. Es war kaum ein Fender an korrekter Stelle, so dass Sibylle und ich kurzentschlossen alles zurechtgerückt haben. Irgendwie macht mir das Spaß – auch wenn es die Aufgabe anderer, leider Ahnungsloser, ist!

Abends bleibt heute die Küche kalt, wir gehen mal wieder ins „SouVLakki“. Es schmeckt wie immer gut, trotzdem ist es im Sommer einfach gemütlicher.

Neue Karte – alte Inhalte

Der Folgetag ist ein unwirtlicher, es pfeift immer noch der Wind durch die Marina. Ich beschließe, mich dem Setup meiner Garmin Anlage zu widmen – und ich bin euch ein Annekdötchen in Sachen Setup schuldig…

So hätte ich es gerne

Ich habe einen Schwarzwasser-Tankgeber gekauft. Hersteller KUS / WEMA, Lieferant SVB. Obwohl KUS im Internet als US Firma zu finden ist und WEMA eher deutsch klingen würde, weiß ich heute, dass die Geber in China gebaut werden.

MEIN Geber ist ein spezieller Tankgeber für Schwarzwasser, vorprogrammiert mit ID05 – das sollte der Hersteller in China machen. SOLLTE…

So habe ich es – sortiert sich automatisch als Kraftstoffgeber. Funktioniert aber

Nach langen Recherchen und Schriftverkehr mit sowohl Garmin, welche eine super Antwortperformance und Reaktionszeit liefern, als auch SVB, weiß ich heute, dass – kurzgefasst – der Tankgeber „irgendwie“ die Programmierung als Kraftstofftankgeber für Tank 6 bekommen hat. Änderung nur durch Austausch oder Umprogrammierung möglich.

Jeder, der sich an die Fäkalientankgeschichte erinnert, wird vestehen, dass ein Ausbau desselben mit Tausch des Gebers nicht infrage kommt. Es bleibt somit nur die Umprogrammierung. Garmin hat sich klar in diese Richtung positioniert – mit diesem Mindset trete ich an SVB heran, wo man mir SCHRIFTLICH antwortet, dass ich diesen Tankgeber selber umprogrammieren könne und man mir dafür ein Programmiertool für rund 110.-€ plus Versand anbietet – der Tankgeber hat 124.-€ gekostet.

Ich rufe an – ich erkläre meinem Gegenpart am anderen Ende der imaginären Leitung, dass ich das wohl missverstehe, ich hätte einen vorprogrammierten Geber gekauft und würde jetzt erwarten, dass ich zumindest schadlos gestellt würde – wenn ich schon den Ärger habe. Die Aussage, dass „dies schonmal passieren könne…“ kommentiere ich nicht.

Wir einigen uns auf eine Zusendung eines Gerätes welches ich, statt es zu kaufen auch zurücksenden könne – dieser Plan scheitert aber final an der Aussage „…ist eh nicht lieferbar!“

Ich tippe mir virtuell an den Kopf und beschließe gemeinsam mit SVB, die Lösung auf Juli zu verschieben – in der Hoffnung, dass China dann wieder liefern kann (und auch will). Derweil stelle ich mir einfach vor Kaka ist Diesel – oder war es umgekehrt???

WANTED – wenn das jemand liest der sowas hat…

Ich erinnere mich, dass man Frust mit Süssigkeiten bekämpfen kann. Sibylle und ich treten also den Weg zu „Repapis“ Patisserie an, dem Gnadenhof für verzweifelte Bootsbastler, dem richtigen Ort für mich!

Schon mit Osterdeko…
…obwohl Ostern hier eine Woche später ist
Schlaraffenland
Soweit das Auge reicht
Für uns bleibt es beim Eis
Hebt die Laune – nachhaltig!

Am Abend schaffe ich es noch zu Giorgos um die Teile für die Freunde abzuholen. Auch hier klappt eigentlich alles und somit war es letztendlich noch ein guter Tag.

Der Englänger mit dem beschädigten Kiel wird zum Stammkunden – Getriebewelle aufgeschweißt und abgedreht
Für die OCEAN FANTASY einen Schwengel für die Lenzpumpe – Rohmaterial
Und für Ray den natürlich fertiggestellten Adapterrahmen für den neuen Plotter

Ich werde, ganz ernsthaft, mehr und mehr zum Kümmerer und Ansprechpartner für Schiffseigner die nicht vor Ort sind. Ich überlege wirklich, ob ich das nicht etwas ausbauen und, dann mit Duldung des Marinachefs, etwas professionalisieren könnte.

Dies bringt mich zu einem abrupten Themenwechsel – ich hatte ja im Zusammenhang mit der Headline Fragen angekündigt, welche zu beantworten sind und bei denen die Antworten entweder eigentlich klar oder aber „blowin´ in the wind“ sind.

Die Frage, was ich nach der Fertigstellung von NESSAJA mit meiner gewonnenen Zeit anfangen werde, ist noch völlig offen. Natürlich weiß ich, dass an unserem Schiff immer etwas zu tun sein wird, aber nicht mehr in dem Umfang der vergangenen Monate. Es wäre zudem schön, wenn ich mir ein „Taschengeld“ verdienen könnte – wir denken alle Möglichkeiten an, vom Kauf eines weiteren Schiffes mit dem Ziel des höherpreisigen Wiederverkaufes, bis hin zu der oben beschrieben Tätigkeit als „Kümmerer“.

Beantwortet ist aber die Frage, wie es seglerisch weitergeht. Sibylle hat im Laufe der Zeit sehr viele Regeln, Bedingungen und Voraussetzungen für die Weiterführung unseres ursprünglichen Plans aufgestellt. Irgendwann war es uns bewusst, dass eine zumindest teilweise Einhaltung des eigenen Regelwerkes eine Ozeanüberquerung eigentlich ausschließt. Wir haben dies somit bis auf Weiteres verworfen – unser Revier wird das Mittelmeer sein, eventuell sogar „NUR“ Griechenland. Ich bedauere das, muss den Kompromiss aber eingehen, zumal dies für mich schon länger klar schien.

Was bleibt? Abwarten und Ouzo trinken…

Wozu in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah – stimmt das???

Der WIND als solcher hat nachgelassen, es folgten einige recht windarme Tage. Grund genug für mich, sich endlich der Fertigstellung der qualitätsarmen Turbine zu widmen. Ich rapple mich auf, lege die Teile zurecht und beginne die Maschine zusammenzubauen.

Muss exakt justiert werden, bei mir 994mm
Genau nach Anleitung – null Risiko!

Ich justiere die Flügel das erste Mal, ich weise NOCHMAL darauf hin, dass das Trum welches mich so ärgert, zwar ein Jahr am Pole war, aber noch keine einzige Umdrehung gemacht hat – ich bewerte ihn als neu!

Ich stelle also den Propeller fertig…

Am rechten Bildrand – da liegt das Unding

Schaut mal genau hin – am rechten Bildrand streckt der komplettierte Generator seine horizontale Achse mit der Lagerung und dem hinter diesem Deckel liegenden Läufer in unsere Richtung. Nach rechts geht der vertikale Fuß weg, diese Lager habe ich erneuert.

Warum erzähle ich das? Weil ich vor der Montage des Propellers natürlich mal an der Achse drehe, ich stelle fest, dass sie sich sehr leicht dreht und trotzdem gaaaanz minimal reibt. Ganz minimal nur, ein kleines mahlendes Geräusch dazu…

Ich konnte keinen Rost feststellen, kenne auch kein Referenzteil, alles war leichtgängig – ich entscheide auf Zusammenbau! Ein Fehler wie sich herausstellt!

Wieder an seinem Platz, ziemlich genau ein Jahr nach der Erstmontage
Richtet sich nach dem Wind aus – passt alles wieder

Ich verlasse kurz die chronologische Erzählfolge um dieses leidige Thema abzuschließen – ein paar Tage später kam Wind, zunächst wenig, die Silentwind-Generatoren der Freunde fingen an, sich langsam zu drehen – unserer nicht!

Der Wind wurde mehr, der Silentwind der OCEAN FANTASY wirbelte – unserer nicht! Wir witzelten, er könnte eventuell eine „Meltemi Edition“ sein, läuft erst später an – ein Witz der sich als bittere Wahrheit herausstellen sollte.

Es kam der Tag an dem auch unser Windgenerator sich anfing zu drehen. Es kann sein, dass unser etwas geschützter Liegeplatz auch einen Anteil an der Verzögerung hat, aber eine solche Maschine muss auch bei 12-15kn schon anlaufen, wenn auch langsam. Unserer braucht fast 20kn bevor er in Bewegung kommt, da stimmt was nicht!

10A bei 25kn – weit von der Nennleistung von 420W weg
Auch im Victron System wird er erkannt – prinzipiell funktioniert er

Ich will es vorwegnehmen, ich wusste und war gewarnt, dass die Nennleistung selten bis nie erreicht wird. Das wollte ich akzeptieren. Für mich ist ein Soll-Orientierungswert, der Verbrauch meines Kühlschrankes oder der Eigenverbrauch des Inverters, am besten die Summe dieser beiden, nicht zu vernachlässigenden, Dauerlasten. Das KÖNNTE er, wie sich zeigt, besonders bei mehr Wind, so wie wir ihn ein paar Tage später hatten…

42kt, später im Peak 47
Es kam wie vorhergesagt – und noch etwas schlimmer
Fast 11A bei rund 30kt ist ok für mich

Die Geräuschentwicklung ist direkt an der Maschine wirklich ok, am Steg ist er schon nicht mehr zu hören – das Argument der zischenden Nervensägen dürfte mit den neuen Generationen ausgedient haben – auch im Schlafzimmer ist er lautstärketechnisch akzeptabel, wenn auch am deutlichsten zu hören. Unsere selbsterdachte, akustische Entkoppelung funktioniert zwar am Fuß des Pole – dennoch hört man die Übertragung über die Relingsstreben deutlich. Das müssen wir noch im Dauertest probieren und gegebenenfalls anpassen.

ABER – ich bin mir inzwischen sicher, dass dort auch ein Geräusch zu hören ist, welches auf einen Defekt hindeutet. Dies und das deutlich spür- und sichtbare verzögerte Anlaufen unseres Gerätes lässt mich zu dem Schluss kommen, dass auch das vordere Wellenlager einen Korrosionsschaden hat. Ich hätte es gleich mit austauschen sollen – mein Fehler!

Ich schreibe diese Arbeit auf meine Projektliste für 2024 – jetzt muss er so dienen wie er es kann, mir reicht es mit dem Silentwind für dieses Jahr!!!

Fazit – die Techniker bei Silentwind waren hilfsbereit aber nicht ehrlich und offen von Anfang an. Sie haben mir zudem nicht alle benötigten Ersatzteile geschickt. Ich bin inzwischen sicher, dass sie bei einem Einschicken die Maschine getauscht hätten. Ich bereue nicht, dass ich die Reparatur selber angepackt habe, hätte es aber mit dem heutigen Wissen nicht gemacht – einfach weil es viel Geld für Schrott war. Vielleicht wollen das andere Segler vor einem Kauf bedenken – ich hätte mich für den Superwind entscheiden sollen und bereue dies etwas!

Noch ein Themenwechsel – ihr seht am Bild der Windvorhersage, dass mich dieses Thema bis zum 29.03. und darüber hinaus beschäftigt hat – zwischenzeitlich gab es natürlich auch andere Geschichten die in das Buch unseres Lebens geschrieben wurden, einen kleinen Überblick über unseren Alltag neben dem allübergreifenden Thema Windgenerator möchte ich gerne geben…

Ich habe mich parallel meiner GS gewidmet…

Noch einmal gestrippt

Um endlich einen Haken an die ausstehende Reparatur zu bringen habe ich mich sowohl im „GS Forum“ als auch im „F650 Forum“ angemeldet. In beiden Foren hat man mir sehr umfängliche und kompetente Antworten auf meine Fragen gegeben – letztlich liefen all meine Probleme auf zwei wesentliche Kriterien hinaus – Leerlaufregler und Batterie…

Meine Batterie??? Niemals! Ok, die originale war hinüber, viele Startversuche, immer Kurzstrecke, eine neue schadet nicht – aber als Ursache für alle Fehler? Nein! Glaube ich nicht!

Dennoch bestelle ich ein neues Exemplar bei Giorgos – „…unbedingt Gel, wird im Forum empfohlen…“ – höre ich mich sagen. Mein Freund nickt weise, zwei Tage später liefert seine Frau das gute Stück an und… BLEI-SÄURE! Ich konnte meine Enttäuschung nicht komplett verbergen, nahm das Ding, immerhin Markenware, aber ab um niemand vor den Kopf zu stoßen. Dann halt nächstes Mal Gel. Ich lud den neuen Energiespender nach dem Befüllen mit Säure erst einmal mit kleinem Strom auf…

Yuasa – der Testsieger! Aber keine Gel-Batterie

Ok, das hätten wir, aber die Ursache wird dann wohl der Leerlaufregler sein. Diesen solle ich ausbauen und reinigen. Ich tue also wie mir per Forumsmehrheit geheißen!

OK, wieder sauber, leicht eingelaufen – aber…

Auch an diesem Bauteil finde ich außer etwas Ablagerung nichts was die vielen Fehler rechtfertigen würde. Egal, ich reinige das elektronische Bauteil und baue es, nebst der Batterie ein.

Batterie schon drin, Leerlaufregler muss noch

Nach dem Zusammenbau des Bikes mache ich, ein wenig streberhaft, ein Drosselklappenreset, obwohl das Bike dies, nach dem Abklemmen der Batterie, selber machen soll. Heute weiß ich – nicht gut!

Das Motorrad springt zunächst nicht, dann mies an, stinkt nach Sprit und läuft schlecht. Ich drehe eine Runde und stelle sie ab, habe keine Lust mehr. Ich erinnere mich aber an den Rat, für ein Reset Sicherung 1 für ein paar Sekunden zu ziehen und dann wieder zu stecken. Das mache ich noch, dann ziehe ich den Schlüssel ab und lasse sie stehen – genug für heute.

Besuch auf NESSAJA

Electra kommt mich besuchen, als möchte sie mich etwas trösten. Ich danke ihr das und sie bekommt sowohl ein Leckerli als auch eine Streicheleinheit – aber Trost finde ich heute anderweitig!

Marcus´ Katamaran wird das Epizentrum der Stegpartys – erstens, DARKSYDE, nomen est omen, zweitens, Marcus hat vortreffliche griechische Musik und eine sehr formidable „Fusion“ Anlage um diese auch angemessen wiederzugeben – so wird, drittens, dieser Platz an der Mauer zum Treffpunkt der Schrauber mit den schwarzen Fingernägeln 😉 und ihrer Miezen…

Sundowner an der DARKSYDE
Heute die deutsch-österreichische Ausgabe
Wollen wir nackt baden? NEIIIIN ich will nicht!!!!
Ein paar Minuten noch – dann wird es frisch

Tags darauf habe ich keinen Bock zum Arbeiten – es ist der höchste griechische Feiertag, der „Independence Day“ von Hellas.

Nationaler Feiertag – wir gratulieren

Ich nehme mir die Zeit dem englischen Freund mit dem Plotter, ihr erinnert euch, noch einen Gefallen zu tun. Er will eine Ankerkette ordern und braucht Maße – ich gehe also zur RISE´N SHINE und nehme die Maße dort per Foto ab – zugestellt per WhatsApp – Auftrag erledigt…

Kleinigkeiten die Bootsbesitzer umtreiben
Der Bestellung steht nix im Wege

Wir nehmen uns vor mit den Griechen zu feiern. Dafür wählen wir einen Platz mit Live-Musik an dem es gutes Essen gibt. Die Wahl fällt nach langer Zeit mal wieder auf „Stis Annas“, einer kleinen aber feinen Cantina mit einer sehr netten Gastgeberin.

Sibylle und ich wollen mit der GS fahren, haben aber Sorge, dass sie nicht ordentlich oder gar nicht läuft. Ich drücke den Starterknopf, ohne Gas, läuft! Wir fahren zu Giorgos um quasi „am Weg“ die alte Batterie dort abzuliefern…

Die gute Bosch – weg isse

…ich drücke wiederum den Anlasserknopf – läuft! Kein Patschen in den Auspuff, kein Ruckeln, keine Probleme! Wunder oder Eintagsfliege – das muss beobachtet werden – wir fahren zu Anna…

Der Strand vor Annas Cantina bei Crithoni

Anna hat für diesen Tag eine etwas reduzierte Karte mit vielen Meze und dem Nationalgericht an diesem Tag, gebackenen Kabeljau, Bacalao. Wir sind zu sechst, die Crew der ALICIJA kommt nach, wir bestellen „einmal alles plus dreimal Kabeljau“ – Anna freut sich und ich mich auch! Wir werden nicht enttäuscht.

Frische Meze – superlecker
Ganz viel – für alle
Alles geht reihum, alles wird geteilt

Anja und Volpert sind mit ihrer ALICIJA auf einen Probeschlag gegangen und von der Marina hierher gesegelt. Als die beiden sich zu uns gesellten haben wir einfach nochmals nachbestellt – Feiertag auf griechisch – so geht´s!

So, jetzt sind alle da

Natürlich gab´s a Flascherl Wein, es mögen auch zwei gewesen sein, jedenfalls war die Dosis ausreichend, so dass es die Anwesenden nicht mehr auf den Stühlen hielt. Die Musiker spielten so richtig auf…

Mein Favorit war nicht dabei – aber die beiden waren wirklich gut

…und die ersten sprangen auf um das Tanzbein zu schwingen – mittendrin unsere Evi. Ela Evi, pame, pame (έλα εύη, πάμε, πάμε)

Anna mit einer Freundin und unserer Evi – hopahopahopa
Mittendrin statt nur dabei

Irgendwann war es uns nach etwas weniger Lautstärke, etwas frischer, sommerlich lauer Luft und ein bisschen Ratschen – so haben wir uns nach draußen verzogen – auf ein Gläschen Ouzo.

Die Damen – YAMMAS, zum Wohl
OCEAN FANTASY, ALICIJA, FINI, NESSAJA – vier Crews zu Gast bei Anna
Ein herrlicher Tag

Da standen wir bestimmt nochmal eine, vielleicht eineinhalb Stunden bevor die Vernunft zum Aufbruch mahnte. Wir leerten unsere Gläser und gingen zurück ins Lokal um die Rechnung zu begleichen und uns auf den Rückweg zu machen.

Leer – Ende
Ein letztes Tänzchen – mit den Galanen von morgen

Zum Glück habe ich mich mit dem Ouzo seeeehr zurückgehalten, musste ich doch die GS nebst meiner Sibylle noch nach Hause bringen – ich drücke den Anlasserknopf und…. LÄUFT! Ein Wunder!!!

BREAK – zuhause sind wir auf einen Absacker zusammengestanden, dann hat sich jeder in sein Schiff zurückgezogen – nun, wir sind eben nicht mehr 20 😉

Tags darauf war aus naheliegenden Gründen ein Faullenzertag. Sibylle wünschte sich ein „Fährtle“ nach Agia Marina, wo wir nachsehen wollten, ob unser dortiges Lieblingscafé schon offen hat.

Wir starten abermals die BMW, wieder läuft sie ohne Fehl und Tadel, ich bin begeistert – so fahren wir auf die andere Seite der Insel in den kleinen Hafenort, welcher vom Vortag noch festlich geschmückt ist.

„To Paradosiako“ – wieder offen
Überall Fähnchen entlang der Straßen
Die einen kleiner, die anderen größer

Wir suchen uns einen Platz in der Sonne und bestellen uns mal wieder eine „richtige“ Süssigkeit – etwas, das man so richtig bereuen kann, wenn man will und ein(e) Kalorienzähler*in ist.

Warmer Schokokuchen mit Salted Caramel Eis – to die for
Noch hat sie nicht über Kalorien nachgedacht – noch lacht sie 😉

Wir gehen ein paar Schritte Richtung der Mühle im Wasser und der Taverne „Mylos“, im Vorbeigehen schenkt uns ein Fischer einen frischen Fisch aus der Pfanne, auch der ein Gedicht! Die Griechen sind besondere Menschen, ich überlege hier alt zu werden…

Das „Mylos“ – noch geschlossen

Wir fahren zurück nach Hause und kümmern uns noch ein wenig um unser Schiff, abermals bekommen wir Besuch – Electra sieht wieder nach dem Rechten. Sie kommt in letzter Zeit öfter bei uns vorbei.

Electra – neugierig wie immer

Danach treffen wir uns wieder zum Sundowner vor der DARKSYDE um dann mit Marcus und der Crew der OCEAN FANTASY zusammen eine Pizza zu bestellen – einfach für uns alle, kein Kochen, kein Abwasch, kein Aufwand – und trotzdem gut und günstig.

3 für 5 – genau richtig

Der Monat März neigt sich dem Ende zu. Sibylle hat ihre Flüge nach Deutschland gebucht, sie wird die ersten zwei Wochen die Familie besuchen. Ich bleibe hier, treibe die Reparaturen an NESSAJA voran und habe zwei Freunden Hilfe auf ihren Schiffen versprochen.

Meine Gattin ist ohnehin seit ein paar Tagen im Stress. Seit man ihren Reisetag, den 03.04. im Forecast sehen kann, zeichnet sich ab, dass exakt an DIESEM einen Tag eine brutale Sturmfront auf uns zu kommt. Das Bild haben wir irgendwann im März gemacht…

…inzwischen zeigen einige Modelle eher 47 statt 35kt Windspeed an. Sollte es wirklich so kommen, wird der kleine Flieger von Leros nach Athen nicht gehen und sie muss umplanen – hoffen wir das Beste für ihre Reise!

Auch am Ende des Monats gab es noch zwei Geschichten, die es wert sind erzählt zu werden. Sibylle und ich sind am Schiff, jeder wurschtelt so vor sich hin, ich im Schiff, Sibylle an Deck. Es kommt ein Mann, älter als wir, er schleicht sich an unser Schiff und fragt in Deutsch mit schweizer Akzent, „…ob er denn hier den Super-Mario finden könne?“ Sibylle war verduzt – natürlich wusste sie nach wem dieser Herr begehrte, dennoch war ihr die offizielle Bezeichnung „Super-Mario“ für mich, ihren Gatten, irgendwie fremd.

Der Schweizer gab sich zu erkennen, nannte welches Schiff sein eigen war und erzählte, dass der Skipper der AEGEAN BLUE ihm gesagt hätte ich könne immer helfen – er habe ein Generatorproblem.

Ein alter Fischer Panda – ob ich den wieder flott bekomme

Wir verabreden uns für den nächsten Tag um 13.00 Uhr. Leider warte ich vergeblich! ACHT Tage später taucht der Eidgenosse wieder auf und erklärt mir, dass er „…wohl etwas zuviel Ouzo getrunken hätte, ich möge entschuldigen“ – ja, was sagst da? Entwaffnende Ehrlichkeit würde ich sagen – jetzt habe ich selbst Zugang zum Schiff und sehe selbstständig und unabhängig nach ob und wie ich helfen kann.

Die wichtigste Neuigkeit ist aber Vivis Anruf – die Papiere für meine GS seien da, ich könne diese holen, müsse den Rest bezahlen, dann können wir die nächsten Schritte machen…

Viel Papierkram – gerade abgeholt

…diese nächsten Schritte sähen wie folgt aus – ich muss eine Vollmacht zur finalen Zulassung unterschreiben und beglaubigen lassen. Dafür hätte ich zum Bürgerbüro KEP oder der Port Police zu gehen. Die Vollmacht schreibt und druckt sie freundlicher Weise für mich aus.

Danach hätte ich zum griechischen Pendant des deutschen TÜV zu fahren um eine „Technical Inspection“ zu haben. Ich hätte Glück, denn dieser „TÜV“ ist normaler Weise auf der Nachbarinsel Kalymnos ansäßig, verweilt mit einer mobilen Prüfstation zur Zeit aber auf Leros.

Danach würden wir alle Papiere zur Zulassungsstelle nach Kalymnos schicken. Die Fahrzeugpapiere sowie das Kennzeichen erhalte ich dann ebenfalls per Post.

Blitzt wie aus dem Ei gepellt

Ich fahre also zur Port Police um die Beglaubigung zu holen – das dauert 2 Minuten ist super lustig und kostet 50ct. Am Weg schaue ich bei der Prüfstation vorbei und frage, ob ich einen Termin brauche – nein, ich könne jederzeit kommen.

Ok, ich wasche das Bike, schmiere die trockene und etwas rostige Kette und poliere Flugrost von den Gabeltauchrohren – fertig, eigentlich könnte ich gleich wieder hin. Warum eigentlich nicht???

Mobile Prüfstation in Lakki
Meine BMW in der Prüfhalle

Während ich die Formalitäten erledige und den Papierkram mache, nimmt der englischsprachige Prüfer das Bike technisch ab – alles geschafft, keine Beanstandungen. Ok, das hatte ich gehofft, sind die Jungs hier doch eher die Extreme gewohnt – entweder totale aufgemotzte Schmuckstücke, oder Wracks die ihresgleichen suchen.

Prüfbescheinigung zuoberst – TÜV neu, 55.-€

Drei Stunden nachdem ich die Papiere bei Vivi geholt habe bringe ich diese zurück – die junge Frau war etwas verblüfft. Naja, so hab´ ich es aus dem Sinn und die Sache läuft weiter.

Tatsächlich müsse sie selbst am nächsten Tag, dem Freitag, einen Dokumentenversand nach Kalymnos machen, sie würde meine Papiere dazugeben. Wenn ihr das lest, ist mein Bike auf den letzten Zügen eine Griechin zu werden – im April möchte ich Vollzug melden.

Nach wie vor läuft sie super – ich streiche den offenen Punkt “ Motorrad reparieren“ aus meiner Gedankenwelt und kann mich wieder vollumfänglich an meiner GS freuen!

Last not least – an alle GS Fahrer in Miesbach, das Kennzeichen MB-GS 650 wird frei 😉

Sundowner an der Kaimauer – die Crews der SHAKA, NESSAJA, ALICIJA und der DARKSYDE

Es gibt einen weiteren Sundowner, ich bin zufrieden mit meinemTagwerk – so genießen wir die Stimmung bis es frisch wird und lassen uns die Sonne noch etwas ins Gesicht scheinen!

So ein herrlicher März, so ein toller Start ins Frühjahr 2023. Marcus würde sagen „SEXY“.

Ein schöner Platz um hier zu wohnen

Es bricht der letzte Tag des Monats an, der 31.03.2023. Ich nehme mir vor, mehr aus Alibigründen, noch einen Punkt von NESSAJAs Arbeitsliste abzuarbeiten. Den Rest werde ich erledigen wenn Sibylle in Deutschland weilt.

Ich schnappe mir also meine Flex und zerschneide ein herrliches Stück Edelstahl um daraus zwei Halter für meinen Raumtrenner im Motorraum zu bauen – im Endeffekt vier Schnitte, acht Löcher und etwas schleifen…

Klappt besser als gedacht

Ich stelle die beiden Halter fertig und kann sofort einen davon montieren und die eine Hälfte des Einlegebodens anbringen. Super! Die zweite Hälfte kommt erst später, ich muss ja noch an die Lichtmaschine, aber die Vorbereitungen habe ich so schon getroffen.

Weil ich gerade dabei bin, klebe ich noch eine Dämmmatte an die Decke des Motorraumes, auch das ein Punkt auf der Liste – beides streiche ich geflissentlich ab.

Zum Dinner sind wir mit Marcus und seiner Familie verabredet. Der Freund lädt in Apostolis „Psaropoulo“ nach Panteli – als Dankeschön für meine Hilfe bei den Ruderlagern. Wir nehmen gerne an, auch wenn es das nicht gebraucht hätte.

Ich werde mich revanchieren, ganz sicher…

Panteli – letzter Abend des Monats, eine herrliche Stimmung

Wir essen zusammen, unterhalten uns gut und lang – und, ganz wichtig, wir lachen viel.

Ein wunderbarer Abend, der an Bord der DARKSYDE ausklingt – nachdem wir in einem wohlbekannten Laden noch ein kleines Dessert gekauft hatten…

Süsses von „Repapis“ rundet unseren Monat ab

Das war 03/2023 aus Sicht der NESSAJA Crew. Es war ein schöner Monat, mit viel Wind zwar, aber dennoch herrlichem Wetter – ich bin den ganzen Monat schon in kurzer Hose unterwegs, ein Traum!

Wir haben viel geschafft, in und um NESSAJA, so sind zum Beispiel alle Großprojekte abgeschlossen und auch schon viele Kleinigkeiten erledigt – wir sind auf der Zielgeraden. Aber auch in unserem Umfeld konnten wir etwas bewegen, wir haben Freunden geholfen und das Motorrad sowohl repariert als auch in den Endspurt auf dem Weg zur griechischen Staatsbürgerschaft geschickt.

Wir sind zufrieden, wir sind wieder im Kreis vieler unserer Freunde und freuen uns der Tage die unser Lebensmodell uns bietet.

Der Ausblick auf den April – nun, Sibylle fährt für 10 Tage nach Deutschland, dann feiern wir gemeinsam griechisches Osterfest. Ich gehe davon aus, dass das Bike am Monatsende ein GR Kennzeichen tragen wird. Zudem habe ich versprochen mit den ersten Übersetzungen der Webseiteninhalte von Mariettas neuer Leros-Webpage zu beginnen.

Für NESSAJA werden wir das Tepai lösen, um sofort Anfang Mai an den Stadtkai fahren zu können. Ich werde im April alle Arbeiten abschließen um „eigentlich“ reiseklar zu sein. Na gut, ein bisschen was nehme ich vielleicht mit in den Mai.

Zu guter Letzt stehe ich bei Freunden im Wort ein wenig zu helfen – mal sehen ob das alles klappt.

Wir bedanken uns bei euch für das Interesse an uns und unserem Leben. Wir hoffen, dass unsere Geschichten gefallen haben und euch ein bisschen in unseren Tag haben eintauchen lassen.

Wir wünschen euch allen einen schönen April und ein tolles Frühjahr – bleibt gesund, wir hören uns wieder zum Aprilbericht – oder gerne auch früher auf den bekannten Kanälen.

Herzliche Grüße – eure NESSAJA Crew, Sibylle & Mario

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