Februar 2023 – The Carpet Crawlers

Genesis veröffentlichte „Carpet Crawlers“ bereits 1974, dennoch fand der Song in mein Leben und einige sehr schöne Erinnerungen sind damit verknüpft.

In „Songmeanings & Facts“ kann man wie folgt lesen…

Zunächst einmal sollte angemerkt werden, dass Genesis‘ „The Carpet Crawlers“ schwere Metaphern in einer sehr kryptischen Sprache verwendet… …der Song erzählt eine Geschichte, die nur ein Segment einer viel größeren Erzählung ist. Und die Themen, um die sich dieser spezielle Teil dreht, sind Konformität, falsche Hoffnung und Plackerei. Alles in allem liest sich dieser Track wie eine Kritik an denen, die blind gesellschaftlichen Ideologien folgen.

Zugegeben, es gibt weitere Interpretationen – es wird wohl ein Rätsel bleiben was die Texter uns mitteilen wollten. Mir gefällt, im Kontext der heutigen Weltsituation, die obige Auslegung am besten – der wahre Grund auf diesen Titel gekommen zu sein, war aber ein anderer…

Im Februar war ICH der „Carpet Crawler“
Über den Boden KRIECHEND – von Kompartment zu Kompartment

Die Zeit verfliegt! Bereits der zweite Monat des neuen Jahres 2023 liegt im Kielwasser. Ich nehme es vorweg, aus meiner Sicht ein erfolgreicher und produktiver Monat! Es war der Monat in dem ich gefühlte, mit Gold aufgewogene, Kilometer Kabel in NESSAJA zog um die in den Vormonaten fertiggestellten Inseln – besser Baustellen – miteinander zu verbinden und vernetzen.

Alte Kabel raus, neue Kabel rein, hier noch ein Schalter, dort noch eine Sicherung oder Steckdose. Einmal von links nach rechts, einmal von vorne nach hinten – immer am Boden, immer um enge Ecken! „Carpet Crawler“ eben!

ABER – ich kann 98% Vollzug vermelden! Mir fehlen rund zwei, drei Tage um mit dem letzten Großprojekt, meiner Victron Anlage, komplett fertig zu sein. Jedoch, die Anlage läuft! Während ihr also diese Zeilen lest, klemme ich wahrscheinlich gerade die Verbraucher um und schalte das System aktiv…

Doch gemach – bis dahin war es ein langer Weg!

Am Anfang des Monats war die Entscheidung zu treffen, ob wir ein Auto mit griechischer Zulassung kaufen wollen. Zu dem Suzuki SJ413 Samurai gesellte sich noch ein Angebot eines hiesigen Freundes, der um meine Fahrzeugsuche wusste.

Tasos´ Jimny

Tasos bot mir ein Suzuki Jimny Cabrio an, vier Jahre jünger als der SJ, doppelt so viele Kilometer und etwas mehr abgewirtschaftet. Der Preis war angemessen, dennoch hatte ich nicht dieses „Bauchgefühl“ diesen Wagen gleich kaufen zu wollen oder gar zu „müssen“

Den beiden Wägen gegenüber, stand unsere GS…

Baujahr 2014, eigentlich top in Schuß

Ich mache es kurz – wir haben uns gegen die Autos entschieden, werden unsere GS behalten und sie, im Zuge dieser Entscheidung, griechisch zulassen.

Mit dem Bike können wir Touren auf andere Inseln machen, die Fähre ist billiger, wir finden immer und überall einen „first row“ Parkplatz und sie ist ein cooles Gefährt welches an 98% der Tage ausreicht und Spaß macht. Ok, wir tragen immer Helme – auch wenn es heiß ist. Wenn es mal regnet oder im Winter kalt ist, sind wir eingeschränkt und wenn mal großes, sperriges Gepäck zu transportieren ist, sind wir auf Hilfe angewiesen – aber unter dem Strich haben wir, bis auf Widerruf, uns für die Vorteile des Motorrades entschieden.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass ich heute, am ersten Tag des Monats März, meine Papiere zur Umschreibung eingereicht habe. Was ich dabei erlebe und ob das klappt – berichte ich nächsten Monat…

Der Februar startete für mich mit einer Pflichtaufgabe fernab meiner nautischen Aufgaben – eben genau mit der Reparatur des bayrischen Vehikels…

Arbeitsplatz an der Kaimauer
Mein „Bordwerkzeug“ im Landeinsatz
Alles muss ab!

Für die GS habe ich leider noch kein Werkstatthandbuch. Um Wissen zu erlangen, muss ich meist aufwändig das allwissende Gugl bemühen. Um diesen Rechercheweg zu optimieren, habe ich mich kurzerhand im „GS-Forum“ angemeldet – das hat geklappt, ich konnte einige wertvolle Informationen einholen.

Dabei staunte ich nicht schlecht, dass man zum Wechsel der Zündkerzen, zwei für den 650er Einzylinder, erstmal alle Plastikteile abbauen muss, um dann mehr schlecht als recht an die Kerzenstecker zu kommen.

…auch das muss noch weg!

Ohne das nötige Spezialwerkzeug zu haben, ist es mir gelungen die beiden Funkengeber zu tauschen – es war aufwändig, letztlich aber – wie hätte mein früherer Chef gesagt – „no rocket science“!

Da muss man ran…
…um die beiden Stecker abzuziehen

Ich hatte erwartet, dass die alten Kerzen total verrußt oder abgebrannt sind – war leider nicht der Fall. Dies zeigte sich im direkten Vergleich zu den Neuteilen.

Schadet trotzdem nicht

Leider deshalb, weil ich seit einigen Wochen Kaltstartschwierigkeiten habe, dies gepaart mit einem blechernen Patschen im Auspuff. Eine Art „Fehlzündungen“, aber nicht zündungsseitig sondern eher wie unkontrollierte Verbrennungen durch zuviel Kraftstoff. Ich werde das finden und beheben – muss dazu aber erst den Motor kennen lernen, denn obwohl er eigentlich ein einfaches Aggregat ist, hat er schon soviel Elektronik, dass Diagnose nicht mehr ganz einfach ist. Auch dieser Punkt hat somit noch keinen Haken und wird mich während des März noch etwas beschäftigen.

Das Wetter war Anfang Februar noch herrlich! Aber es war klar, dies würde sich ändern! Der griechische Winter würde Einzug halten, frische Temperaturen, Wind und ein paar Regentage standen uns bevor. Diese Effekte treten meist wechselweise, seltener zusammen, auf.

Wir sehen daher die Boote der Freunde noch einmal durch, prüfen ob alles sturmfest ist! Ja, sieht sehr gut aus – bis auf die Plane, welche das Cockpit unserer dänischen Freunde schützt. Ich mache ein Bild, schicke es Lars kurzerhand zu und erhalte Sekunden später das OK, seine Plane rudimentär zu fixieren – Teufelszeug diese kleinen Telefone! 😉

Nicht schön – hält aber! Bis heute…
Passt wieder – für die nächsten Wochen

So! Kerzenwechsel bei der GS erledigt, die Plane bei den Dänen fixiert, was nun? Der Tag hat noch ein paar Stunden die genutzt werden wollen. Idee! Ich hole meinen Lieblings-Hoodie vom Schneider…

Repariert – tut gut für den Rest dieses Winters

Der Hoodie, ein Original welches ich mir auf meiner ersten USA Reise gekauft hatte, leistet mir gute Dienste und ich habe einstweilen noch keinen gemütlichen Ersatz gefunden. So hatte ich entschieden, die löchrige Fronttasche des Pullis vom Schneider reparieren zu lassen. Das kostet hier 5.-€ – derart gewappnet kann ich das Lieblingsteil noch ein paar Wochen tragen. Ich freue mich!

Zum Dinner waren wir bei Paola und Thomas auf die SIMPLY FREE geladen, es gab selbstgemachte Pizze, drei verschiedene Sorten – sehr lecker! Danke schön, natürlich gibt es eine Revancheeinladung…

Geselliger Abend mit den deutsch-italienischen Freunden

Am nächsten Tag tauchten die ersten größeren Wolkenberge am Himmel auf, noch war das Wetter freundlich, aber wir wussten – das würde nicht mehr lange so sein.

Erste Wolken zeigen sich bedrohlich

Meine Kernaufgabe für den Monat Februar war die Fertigstellung meines neuen Energie-Managements. Mit Unterbrechungen arbeite ich daran nun seit einem Jahr – der „große Moment“ sollte also bald bevorstehen. Doch bis dahin waren noch etliche Einzelarbeitsschritte zu erledigen. Meist war ich mit dem Ziehen von Stromkabeln, sowohl für die 230V, als auch für die 12V Seite beschäftigt.

Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass neben der eigentlichen Installation meiner kompletten Victron Anlage auch einige Ergänzungen, Reparaturen, Erweiterungen und Umbauten erledigt werden mussten. So hatte ich wirklich JEDEN TAG alle Hände voll mit Kabelziehen und Klemmarbeiten zu tun.

Navigation alt (grau) raus – 230V neu (schwarz) rein

Ich bastelte mir allerhand „Ziehwerkzeuge“ aus Drähten unterschiedlicher Dicke und Länge – das kenne ich aus meiner Auto- und Campingbuszeit – beim Kabelziehen bin ich an sich recht geschickt. So fanden zig Meter Kabel einen neuen Weg durch NESSAJA.

230V zur Schalttafel

Aufgrund des sich abzeichnenden „Wintereinbruchs“ fordert Sibylle einen letzten Eisdielenbesuch. Eine Bitte, die ich trotz der Unterbrechung meines Arbeitsflusses, gerne erfülle! 😉

Man brauchte schon eine Jacke

Zurück am Schiff, es dämmerte schon und war frisch geworden, starteten wir die Heizung und bemerkten, dass der Luftstrom aus den Austrittsdüsen eher ein leiser Hauch war. Was war geschehen?

Ein Kontrollblick zur Heizung zeigte die Ursache sofort…

Wieder auseinandergerutscht

Das Problem ließ sich leicht beheben, ok – aber wer sich von euch erinnern mag, wir hatten bereits ein ähnliches Problem, bei dem ein Warmluftschlauch von einem Y-Stück abgerutscht war. Diesmal betraf es die Verbindung des Heizluftschalldämpfers zu einer Verbindungsmuffe, diese war mit einer Schlauchschelle gesichert.

Natürlich kann ich eigene Fehler nicht ausschließen – ich zweifle aber, ob Webasto und Eberspächer Zubehörteile tatsächlich so exakt zusammenpassen wie vom Heizungshändler behauptet. Egal, der Fehler war rasch behoben, wir konnten NESSAJA auf Wohlfühltemperatur bringen.

Am nächsten Tag war er da – der Wettereinbruch! Bisher waren wir verwöhnt, tolle Temperaturen, herrliches Wetter bis Anfang Februar, was willst Du mehr? Nun also ist der griechische Inselwinter da – und der begrüßte uns garstig. Wind, Regen und Temperaturen um 10°C oder sogar etwas darunter.

Grau in Grau – NESSAJA trieft
Ponton D – unser Steg – ungastlich an solchen Tagen
Auf dem Weg zur Dusche – nicht so doll…
…vor allem, weil betonierte Wege fehlen

Weil man bei so einem Wetter keinen Hund vor die Türe schickt, beschließe ich, meinen Tag auch drinnen zu verbringen. Die ideale Zeit um den Blog zu schreiben, zumal dies auch höchste Zeit war, denn ich hatte den Januar Bericht nach Sibylles Rückkehr aus Deutschland schlichtweg „vergessen“.

Also, nix wie ran an die Tasten…

Es fehlt noch der Kaffee – so kann man es aushalten

Im Februar habe ich seit langer Zeit mal wieder eine Art „Druck“ gespürt. Ich hatte wenig Ruhe für andere Dinge – mein Hauptaugenmerk galt der Fertigstellung meiner Bordelektrik.

Heute war der Tag an dem mein selbstgebauter, kleiner Kabelbaum einziehen sollte. Dieser würde künftig meine beiden MPPT 100/50 Solarregler und den Regler meines Windgenerators mit dem System verbinden.

Werkzeug, die neue Lampe aus Deutschland und der Kabelbaum

Mein „Arbeitsplatz“ um die Anlage zu verbauen hat seinen Haupteingang in unserem Bad…

Unten Motor – oben Wassermacher und Energiemanagement

…um diesen besser zugänglich zu machen, habe ich sowohl die Badtüre als auch die Motorraumtüre ausgebaut. Der Zwischenboden ist seit einem Jahr entfernt und wird eines der letzten Teile sein, die an ihrem Platz zurückfinden. So präpariert, kann ich an sich recht gut arbeiten – manche Handgriffe sind halt schon umständlich – abends tut mir auf jeden Fall immer das ganze Gestell weh…

Platz ist in der kleinsten Hütte

So ziehe ich Zentimeter für Zentimeter Kabel ein, versuche dabei intelligent, zugänglich und ohne Scheuerstellen zu verlegen. Das gelingt nicht immer perfekt – aber das Ergebnis stellt mich zufrieden.

Mein Tagwerk – das graue Kabel an der Decke

Am Ende des Tages sieht es immer nach wenig aus – aber wenn man die Ausgangsbedingungen berücksichtigt, die Tatsache, dass jeder Kabelschuh angebracht werden muss, jeder Befestigungspunkt neu gesetzt werden muss, dann ist es für mich immer ok. Das Eichhörnchen nährt sich mühsam, aber man sieht einen Fortschritt.

Frischluft tanke ich bei unserer nahezu täglichen Marinarunde, bei der wir auch nach den Schiffen der Freunde und Bekannten sehen. Und das hat durchaus seinen Grund und seine Berechtigung…

Erstens, waren die Winde phasenweise durchaus sehr kräftig!

Mal wieder Sturmstärke in der Ägäis

Zweitens, hält längst nicht jeder Knoten!

Hans-Peters Dinghy bekam Flügel verliehen – ob hier Red Bull seine Hand im Spiel hat

In solchen Fällen fast immer das gleiche Spiel, ich informiere den Eigner – da es Freunde sind, habe ich die Kontaktdaten am Mobile dabei – und warte in den meisten Fällen auf ein OK um einzugreifen. Bei Hans-Peter und Werner mache ich das ohne Rückversicherung und informiere hinterher. Ich gehe also an Bord der LIBERTÉ…

Passt wieder

…und binde den Tender wieder fest. Natürlich nicht, ohne ihn vorher schön zu verpacken. An Deck alles wieder ok, Entwarnung ins Saarland – keine Schäden!

Ich hatte ja bereits in der Vergangenheit erwähnt, dass Sibylle und ich unsere Rollen „klassisch“ verteilt haben. Natürlich helfen wir einander wenn es nötig ist, aber ansonsten hat Sibylle, nachdem sie den Haushalt geschmissen und die Einkäufe erledigt hat, Pause und Freizeit während ich das Schiff repariere. Das genießt sie bei Spaziergängen oder mit ausgiebigen Lesen – meist im Freien im Cockpit, bei Kälte und Schmuddelwetter eben im gemütlichen Salon.

Der Kindle hat sich bewährt und bezahlt gemacht

Am Abend wendet sich das Blatt. Da genieße ich meinen Feierabend, sitze vor dem Computer und mache Recherchearbeiten oder pflege den Kontakt zur Außenwelt. Sibylle dagegen ist nun am Zaubern und bringt allerlei Leckereien auf den Tisch.

Frisch und gesund

Auch Sibylle muss hierfür Zeit für Planung und Recherche investieren – dafür hat sie sich diverse Seglerliteratur zugelegt – das Ziel ist immer das gleiche – einfach, relativ schnell, dabei aber gesund und abwechslungsreich zu kochen.

„One Pot“ Gerichte – bei Seglern sehr beliebt

Meine Recherchezeit investiere ich meist in das Studieren von technischen Manuals meiner Victron Elektronik, den Austausch mit Freunden, die mich hingebungsvoll beraten – hier sei im Monat Februar allen voran Gottfried erwähnt, der sich stundenlang Zeit nahm Problemstellungen mit mir zu besprechen – oder eben ganz banalen Dingen wie zum Beispiel…

Woher – wohin

…der Identifikation von Kabeln! Löblich erwähnt sei, dass einer der Arbeiter welcher Eingriffe in NESSAJAs Elektrik vornahm, die Kabel beschriftet hat und somit seine Arbeit nachvollziehbar gestalten wollte. Wollte deshalb, weil diese Beschriftung auf eine Zeit zurückgeht als NESSAJA noch OTARIE hieß und der Filzi auf dem Schildchen inzwischen etwas verlaufen ist. Zudem kann ich Wörter in französisch schlecht entziffern – oder könnt ihr das lesen???

Was für ein Kabel ist das???

Ich schreibe an Mireille in der Hoffnung, dass sie als Französin dies vielleicht entziffern kann – zusammen mit meinen Hinweisen kommen wir auf des Rätsels Lösung – „Paire de Quai“ – die Zuleitung vom Quai. Kurz – der Landstrom-Eingang…

Ein andermal ist das Rätsel anders gelagert – aber dennoch ähnlich.

Na, habt ihr Ideen?

Diesmal schreibe ich an Christine, die als Ersteignerin immer noch viel Wissen hat und mir auch gerne hilft…

Leider war direkte Hilfe diesmal nicht möglich – durch meine Übung im Entziffern dieser Etiketten, konnte ich aber alleine darauf kommen – ok, Google Translator war beteiligt 😉

Und? Wisst ihr es? Ich entzifferte Frigo, Tableau und supplement – die alte Zuleitung von unserem Kühlschrank. Batterie zum Schaltpanel. So kann ich festlegen, dass diese Leitung nicht mehr benötigt wird. Ich kennzeichne sie neu und räume sie als bereitliegende Ersatzleitung auf.

Ein paar Stunden muss ich zwischen den einzelnen Installationsschritten meiner Energieversorgung immer abzwicken. Einmal sind Nebenschauplätze zu bedienen, zum Beispiel der Kauf neuer Starterbatterien, ein andermal gehen Dinge ungeplant kaputt, aus welchem Grund auch immer…

Das Thema Starterbatterien hatte ich letzten Monat erwähnt. Die des Volvo Hauptmotors ist nach 7 Jahren kaputt gegangen und hat versagt. Ein Verschleißteil, daher kein Grund sich zu ärgern, ich muss eben eine neue kaufen. In diesem Zug entschließe ich mich, die ebenso alte Starterbatterie des Generators auch gleich zu ersetzen, um an dieser Flanke keine offenen Punkte zu haben. Ich kaufe bei der örtlichen BP Tankstelle also zwei der neuen Energiespeicher und baue diese auch umgehend ein.

Neue Energie für die Anlasser des Volvo und des Generators

Ungeplant hat mich dagegen der relativ neue Lichtschalter erwischt. Als eines Abends unser Licht flackerte, dauerte es keine 5 Minuten bis der erst kürzlich ersetzte Schalter als Ursache identifiziert war – da hilft kein Jammern und kein Südern. Ich beiße in den sauren Apfel und erneuere das Corpus Delicti.

Den bereits beschrifteten Rahmen konnte ich wiederverwenden

Der Winter hielt immer noch an, es war stetig kalt, zwischenzeitlich hatten wir für ein, zwei Tage nur 7°C, unsere Eberspächer Heizung läuft nun durchgehend und regelt sich selbst. Alles funktioniert prächtig – ich bin zufrieden mit der Anlage.

Diese Jahreszeit bietet aber auch spezielle Momente, wunderschöne Wolkenformationen, klare Luft, das Lichtspiel der zu dieser Zeit raren Sonne mit den fluffigen Himmelsgebilden. Zeit, mal wieder ein Stimmungsbild der Lakki-Bucht zu präsentieren…

Ausfahrt der Lakki-Bucht im Winter

Für den Folgetag nehme ich mir vor, die letzten Hardwareteile meiner Victron Anlage zu verbauen. Hierfür muss Zugangsplatz geschaffen werden. Ich nehme daher den noch verbliebenen Rest der alten Anlage heraus und kappe die Verbindung von Lichtmaschine zu den antiquierten Trenndioden.

Das muss raus, der Marinaelektriker freut sich darüber
Fotos der Kabelanschlüsse

Bevor ich das Zeug an den Marinaelektriker verschenke – über ihn finden solche Sachen gerne den Weg in alte Fischerboote – mache ich noch Bilder um mich an die Kabelanschlüsse zu erinnern.

Dann geht es an den Verbau der neuen Regelelektronik…

Regler des Silentwind – Generators
ArgoFET Batterietrennung zur Lichtmaschine

An diesem Tag reicht mir die Zeit noch, um das bereits vorverlegte Kabel des Windgenerators und das eines Bilgepumpenrelais, von der Achterkabine ins Batteriekompartment zu ziehen. Dann ist Feierabend!

Die Kabel müssen heute noch rein

Der neue Tag bringt ein paar Sonnenstrahlen. Es herrscht immer noch sehr frischer Nordwind, aber mit Sonne ist es gleich viel besser für´s Gemüt – also gehen Sibylle und ich eine Marinarunde und schauen, wie immer, nach den uns bekannten Schiffen.

Unter anderem gilt unsere Aufmerksamkeit immer auch den Favoriten im Wasser…

Werners ALENA der ich mich verpflichtet fühle – wir laden die Batterien
Hans-Peters LIBERTÉ, Nachbarschiff – wir telefonieren ohnehin stetig 😉
Alistairs MONNEYPENNY, Schwesterschiff – wir freuen uns, Eigner einer weiteren 43CC kennengelernt zu haben

So eine Runde kühlt aus – gut, wenn vom letzten „Dinner-Highlight“ noch ein Metaxa-Verschnitt übrig ist und Sibylle diesen mit flinken Fingern aus ihrer Kombüse zaubert.

Ok, ein „so wie“ Metaxa – der Zweck heiligt die Mittel

Sibylle nutzt die Aufwärmphase für das regelmäßige Telefonat mit ihrer Tochter – ein besonderes Gespräch, denn sie erfährt, dass ein fünftes Enkelchen unterwegs ist – riesige Freude, ein zweites Glas Metaxa wechselt von der Flasche in unsere Kehlen. Es gibt wohl auch 2023 wieder mehrere Gründe nach Deutschland zu fliegen!

Da ist sie baff

Der neue Tag beginnt, wie immer, mit einem leckeren Frühstück. Wir gönnen uns lokalen Käse, ein bisschen Putenbrust vom Geflügelmetzger und die selbstgemachte Marmelade. Weil ich im Winter nicht täglich zum Bäcker fahren will, gibt es Toast. Manchmal gibt es ein weichgekochtes Ei, ein zweites dagegen wird mir stets nachdrücklich versagt!

Menno, ich hätte gerne ein zweites Frühstücksei

Vom Frühstückstisch an den Werkzeugkasten – wir haben Kummer mit unserem Landstrom. Er flackert. Ich kenne den Grund nicht, beginne aber, bei uns zu suchen. Dabei stelle ich fest, dass die alte Landstrom-Steckverbindung irgendwie labbelig ist. Ich war beim Umbau derselben schon nicht glücklich mit der technischen Umsetzung, habe damals aber meine Wunsch-Ersatzteile auf der Insel nicht bekommen. Diesmal habe ich Glück und beschließe umgehend – das Zeug fliegt raus!

Ein guter Entschluss wie sich zeigte, denn eines der Kabel war locker und hat das Flackern der Kontrollleuchte verursacht. Gut, wenn man der Sache nachgeht.

Ich hatte ja den Landstromanschluss wegen der Davits nach innen verlegt. Am besten würde mir gefallen dort mit diesen blauen CEE Kupplungen und Steckern zu arbeiten. Gedacht, gemacht – auf zum ortsansässigen Elektriker und die Teile beschafft.

Stecker innen
Kupplung des Landstromkabels

So gefällt es mir besser und plötzlich funktioniert auch alles wieder…

Heute war der Tag der Revanche – die Essenseinladung der SIMPLY FREE Crew sollte nicht unbeantwortet bleiben! Sibylle macht eine riesige Lasagne und wir laden Paola und Thomas zum Dinner.

Kann sich sehen lassen
Ruhm und Ehr´ gebürt alleine Sibylle…
…doch der Nutznießer bin ich
Ein sehr launiger Abend – Salute

Ein wenig Leben an unserem Ponton Nummer D – der Ponton, der im Sommer der wohl lebhafteste ist, den wir aber im Moment alleine bewohnen – denn ein kurzzeitiger Nachbar gesellt sich zu uns.

Im Sommer 2022 wurde die österreichische Sunbeam 44 MAENA II verkauft. Käufer war ein junger Mann vom Chiemsee. Dieser war nun angekommen, verholte die Sunbeam, die nun auf den Namen CARLA getauft wurde, zu uns an den Steg um sie für die Überführung nach Pula in Kroatien vorzubereiten.

Eines Tages, Chris war gerade dabei seinen Außenborder zu reparieren, schlenderte ich an seiner Freiluftbaustelle vorbei und mein Blick blieb an einer mir wohlbekannten Pappe hängen…

Ein Logo, welches mich verfolgt

Es war einfach ins Gespräch zu kommen, waren wir doch aus der gleichen Gegend, hatten ähnliche Schiffe und waren beide Kroatien-Fans. Es gab viele Informationen auszutauschen, warum ich die Pappe auffällig fand, habe ich aber für mich behalten.

Inzwischen ist die CARLA auf ihrem Weg nach Pula in Vieste angekommen – ob er bei Katerina am Steg liegt??? Chris, allzeit gute Fahrt! Es war schön helfen zu können, vielleicht sehen wir uns mal wieder.

Ich widme mich den wichtigen Aufgaben – es muss weitergehen!

So verkable ich heute meinen ArgoFET Battrie-Isolator mit den Zuleitungskabeln der Lichtmaschine und den Abgängen zu den einzelnen Batteriebänken. Auf der Seite des BMS der LiFePo4 Akkus war es das letzte Kabel welches anzubringen war, hier schaffe ich Ordnung.

Lichtmaschine ist fertig verkabelt
Die Lithium Bank auch – das lange rote Kabel war das letzte dicke Kabel welches ich crimpen musste

An diesem Abend hat Sibylle keine Lust zu kochen, wir gönnen uns einen Besuch im „SouVLakki“, meinem Lieblings-Grill. Dort hat man mich schon vermisst – aber wenn Sibylle hier ist gelten eben andere Regeln 😉 – im Sommer wieder!

Dinner im „SouVLakki“ – gut wie immer

Der ein oder andere mag sich gefragt haben, warum ich nach Stürmen oder auch anderweitig, immer mal wieder Dinge „in Ordnung bringe“. Ich will das anhand eines Beispiels gerne erklären.

Schaut Euch das Bild an…

Wer findet den Fehler?

Ja, die Frage ist rhetorisch – ein Blinder sieht, dass hier die Heckstütze umgefallen ist. Mir liegt es absolut fern mich hier in den Vordergrund zu spielen – so beobachte ich die Situation zunächst, stelle dabei aber fest, dass zwei Tage lang fast ALLE Marinamitarbeiter an dem umgefallenen Stempfen vorbeigehen – es interessiert niemanden!

Es könnte mir egal sein, wenn es nicht das Schiff meines Freundes Marcus wäre. Hier ist der Motor hinten montiert, die 200kg des Aggregates drücken das Heck nach unten, es entsteht ein Hebel. Ob dieser nun tatsächlich schadet weiß ich nicht – aber die Stütze sollte dort stehen.

Ich bringe die Stütze an…

Drei Handgriffe und alles ist erledigt

Was nun passiert ist das eigentlich Diskussionswürdige – der für diese Arbeiten verantwortliche Mitarbeiter der Marina kommt zu mir und fragt was ich da mache – zuvor war er zwei Tage lang vorbeigelaufen. Ich erkläre es ihm, er nickt verständnisvoll und kontrolliert meine Arbeit. Ich erhalte seinen Segen und darf gehen.

Ich weiß inzwischen – nichts ist hier selbstverständlich. Der Chef muss die Anordnung erteilen, sonst wird kein Finger krumm gemacht. Ich handle ohne Anordnung und übernehme damit, unerlaubter Weise, die Verantwortung – das darf dann kontrolliert und kommentiert werden. Ich will offen sagen – diese Arbeitsweise ist nicht nur in unserer Marina zu finden, sie ist aber verantwortlich, dass man sich nur selten auf die Vermutung „das wird er / sie schon machen“ verlassen darf. Gemacht wird nur was angeordnet wird. Deswegen schaue ich mit einem Auge auf die Schiffe der Freunde, das ist was ich mir hier erwarten würde.

Wechseln wir das Thema – Sibylle hat ein Kreativitätshoch! Es gibt wieder ein neues Gericht aus „Chefkoch“ – ein wirklich sehr leckerer Auflauf mit frischem Rosmarin aus dem Gesträuche der Marina .

Ein Gaumenschmaus

Der neue Tag birgt eine Überraschung – eine sehr positive! Ich hatte im vergangenen Bericht erwähnt, dass ich eine Reklamation bei Garmin Europe gestartet hatte. Zur Abwicklung hatte ich mein Altgerät persönlich nach Athen gebracht. Dort, beim griechischen Haupthändler, hat man mir und dem englischen Initiator der Angelegenheit, ein neues Ersatzgerät zugesagt.

Diese Ersatzgeräte kamen heute an! Perfekter Service von Skordilis in Athen – beide Daumen hoch! Die Jungs haben uns IMMER, schriftlich wie telefonisch, über den Sachstand in Kenntnis gesetzt und letztlich alles perfekt abgewickelt. So geht´s auch, so stelle ich mir das vor.

Einen Plotter bringe ich auf das Schiff des Engländers…
…den anderen zu mir

Statt des eingeschickten GPSmap7412 haben wir ganz neue Ersatzgeräte, Modell GPSmap8412 bekommen. Ich habe mich entschieden meinen mit 25% Nachlass auf den Listenpreis zu verkaufen – wenn ihr also jemand wissen solltet…

Ich bitte Sibylle, für mich ein Kleinteil beim Elektriker mitzubringen – ich sende ihr ein Bild und die Angaben die notwendig sind. Eigentlich eindeutig – trotzdem kommt sie mit dem falschen Teil zurück! Sie kann aber nichts dafür, wie sich herausstellt – denn ich fahre nun selbst los um mein Teil zu kaufen, gehe in drei Geschäfte und frage nur nach, ohne zu intervenieren oder zu protestieren – und erhalte auf eine gleichlautende Anfrage drei verschiedene Teile!

Ring-Kabelschuh, isoliert blau, 6mm Auge

Da bleibst einfach ruhig – sigasiga – und schaust wie du damit klar kommst. Leben in Griechenland ist ein süsses Leben mit sahnigen Kompromissen…

DER WINTER IST VORBEI!

Es sah nach knapp zwei Wochen so aus, wie wenn das Wetter sich beruhigt, die Temperaturen steigen und der Wind nachlässt – das sieht bis heute so aus und es ist ab Mitte März auch nicht mehr mit einem totalen Einbruch zu rechen. Es scheint, als seien wir 2022/2023 glimpflich davon gekommen.

Ich verlege die Baustelle nach draußen! Hier habe ich ein Projekt abzuschließen…

Während ich in der Küche V4A Distanzplättchen schneide…
…kratzt Sibylle Silikonreste von Frontscheibe und Niedergangsabdeckung

Mit den Distanzplättchen heben wir die Niedergangsabdeckung etwas an um das lästige Quietschen unseres Schiebeluks endlich zu beseitigen. Dann werden alle Fugen, welche hierfür aufgemacht werden mussten, neu verfugt.

Meine Lieblingsarbeit
Ergebnis zufriendenstellend

Als das geschafft war, schien eine Pause mehr als verdient – sie drängte sich förmlich auf! Wir gönnten uns die Fahrt zu „Repapis“ und genehmigten uns das erste Eis NACH dem Winter.

What a beautiful day…
…bei frühsommerlichen Temperaturen

Natürlich konnte ich mir einen Facebook-Post nicht verkneifen. Mitte Februar 23°C und ein Eis im Freien. Ich liebe das!

Zurück am Schiff, habe ich ENDLICH das noch fehlende Puzzleteil meiner Garmin Navigation einsetzen dürfen. Ich hatte die Anlage ja als „quasi fertig“ eingestuft, konnte aber die Konsole mit den kleinen Instrumenten noch nicht montieren, weil die Silikonnähte noch zu ziehen waren – heute war es soweit!

Sieht echt cool aus, gut umgesetzt und der Funktionstest i.O.

Wenn ich die Anlage schon einschalte, dann gönne ich mir auch gleich einen Blick auf den Plotter. Hier steckt inzwischen die neue Seekarte, das Bild ist nun also detailgerecht und hochauflösend.

Gleich ganz anders als beim ersten Test

Jetzt aber! Garmin ist zunächst aus dem Kopf bis ich meine Setup- und Kalibrierungsfahrt machen kann, das wird in der ersten Maiwoche der Fall sein, weil wir vorher kein TEPAI bezahlen wollen.

Wir drehen zum Ausklang des Tages wieder unsere Marinarunde – es würde langweilig sein, dies abermals zu erzählen, aber wieder sehen wir eine Problemstellung welche Schäden verursachen kann, wieder ist ein uns bekanntes Schiff involviert, wieder interessiert es außer uns niemanden.

Hättet ihr es bemerkt?

Der Baum eines Schiffes war für den Winter mit Behelfsleinen mittig fixiert. Diese Leinen haben sich im Sturm „durchgearbeitet“ oder sind anderweitig durch Überlastung gerissen. So konnte der Baum unkontrolliert und ungebremst Richtung des Schiffs unserer Freunde aus Dänemark schwingen und drohte dabei das Biminigestänge zu beschädigen.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt

So bin ich rasch rübergeklettert und habe den pendelnden Großbaum wieder mittig fixiert – kein Hexenwerk! Warum das nicht vom Marinapersonal gemacht wird, hatte ich versucht zu erklären. Eine Lücke im Serviceangebot! Vielleicht sollte ich…???

Bitte behaltet im Hinterkopf – ich ziehe JEDEN TAG meterweise Kabel durch NESSAJA, bin jeden Tag beim Elektriker um Kabelwerk nach Bedarf zu kaufen und dieses in Gold aufwiegen zu lassen. Ich habe nur nicht von jedem Tag Bilder, weil sich die Arbeitsschritte ähneln – es war Fortschritt erkennbar! Ich mache Kompartment für Kompartment fertig.

Eines ist fertig – mittlerweile sind alle Kabel verlegt und fixiert

Es kristallisierte sich seit Monatsbeginn heraus, dass ich für die Ummeldung meiner GS auf ein griechisches Kennzeichen eine Steuernummer aus Hellas brauchen würde. Uns wurde in der Steuerbehörde der Insel von einer ausgesprochen netten Dame in hervorragendem Englisch erklärt, dass es zwei Arten Steuernummern für Ausländer gibt. Eine vollumfänglich verpflichtende, welche man zum Beispiel für Immobilienkäufe braucht. Dafür braucht man, neben einer griechischen Bankverbindung auch eine griechische Telefonnummer und muss jährlich eine Steuererklärung machen. Es gibt aber ein vereinfachtes Verfahren für Ansinnen wie meines, alles easy sagt man – einziger Nachteil – man braucht jemanden der eine Art „Steuerpate“ für einen ist.

Das ist nicht so einfach! Obwohl es sich nicht um eine Bürgschaft handelt, klingt es zunächst nicht toll seine eigene Steuernummer mit der eines quasi Fremden verknüpfen zu lassen und als „Kontaktperson“ registriert zu sein. Wer käme dafür in Frage? Die üblichen Verdächtigen? Ich muss nachdenken – zum Abendessen gibt es heute Pizza.

Das mag auch Sibylle

Eine Nacht drüber schlafen hilft meist – ich besinne mich auf die Frau von Sebastian, dem früheren Marinero aus der Marina. Wir verstehen uns sehr gut mit Dina und sie arbeitet auf der Gemeinde – das kann nicht schlecht sein.

Dina sagt sofort zu, man hat fast den Eindruck, sie sei stolz uns bei so wichtigen Behördenangelegenheiten helfen zu können. Bereits am nächsten Tag lagen ihre Unterlagen dem Amt vor und schon eine Stunde später hatte ich die begehrte Nummer. Ich muss mir nun einen Online Zugang einrichten. Man empfiehlt mir einen Steuerberater, ich will das aber selber können…

Steuernummer, Tips von der Dame vom Amt und KAFFEE – los geht´s
Screenshot von meinem Mobiltelefon

Hauptseiten sind in Englisch, Untermenüs oft nur in Griechisch – ich helfe mir mit „Google Translate“, die App kann lesen und übersetzen. So kann ich alles entziffern und schaffe es in mühevoller Kleinarbeit einen Account anzulegen. Jetzt kann es losgehen – wie einleitend geschrieben, mein Projekt für März!

Sibylle und ich brauchen eine Pause – kein Werkzeug, keine Computer, nix! Ein Tag ohne alles – wir besinnen uns, dass Sonntag ist, das trifft sich gut! Wir machen einen großen Spaziergang, ich würde es lieber „kleine Wanderung“ nennen.

Von der Marina durch den Weiler Temenia – hier wohnen wir offiziell – vorbei an Obstgärten…
…und Olivenhainen – wir genießen die Pfade zur anderen Inselseite
Es ist warm, die Natur blüht
Am Inselrücken angekommen, sieht man Vromolithos, Panteli, das Kastel und die Mühlen
Februar – die Insel blüht nach den Regenphasen

Wir laufen bis an den Strand von Panteli und gehen dort ins „Tzouma“ um einen Cappuccino zu trinken. Es springt ein geteiltes Stück Kuchen dazu heraus, bevor wir den Rückmarsch antreten.

Hier zieht es ein wenig – lieber drinnen sitzen

Die Arbeit an meiner Victron Anlage wird immer detaillierter – hieran merke ich, dass ich bald fertig sein werde. Ein paar Problemstellungen gibt es zu besprechen und zu lösen, dabei helfen mir der Victron Händler aus Döbeln in Deutschland und Gottfried, aber das habe ich ja schon erwähnt.

Die Anlage ist inzwischen soweit fertig, dass ich sie jederzeit – ohne 230V Ladestrom und ohne Lasten – in Betrieb nehmen kann. Alle Anschlüsse und funktionsrelevanten Teile sind fertig montiert. Es gibt zwischenzeitlich immer wieder Testläufe welche, teils nach Nachbesserungen, positiv verlaufen.

Solar funktioniert

Ich bemühe mich stets nach den Regeln der DIN EN ISO 13297 zu bauen, eine Norm, die festlegt wie eine elektrische Anlage auf einem „kleinen Wasserfahrzeug“ aufgebaut sein soll. Ich erkenne aber, dass ich durch die Vorinstallationen und bauartbedingt, nicht alle Regeln einhalten kann. Ich entscheide zum Beispiel, einen Schalter für drei Leitungskabel so zu verwenden, dass ich den Landstrom komplett wegschalten kann.

Zum Abschalten der Landstromverbindung
Fügt sich gut ein

Ich möchte so einen Schalter, um bei langem Liegen an kritischen Liegeplätzen oder unklarer Situation bezüglich der Landstromerdung, meine Landstromverbindung nur anschalten zu müssen wenn sie für große Verbraucher nötig ist – und ansonsten mein Schiff als Insel zu betreiben. Stecker ziehen birgt Risiken die ich nicht gehen will, mein Victron Quattro erdet NESSAJA sobald Landstrom abgeschaltet wird über eine Erdungsplatte zum Wasser.

Als ich mich mit der Thematik „Erdung“ befasse, eines der Themen die mich viel Zeit gekostet haben, stelle ich einen „Kriechstrom“ oder induktiven Strom auf der Masse des Schiffes und der unverkabelten Erdungsplatte fest – au weia!

Wo bitte kommen 4,68V über das Wasser her?

Ich habe die Stromsäule der Marina im Verdacht gehabt und somit eventuelle Ströme von Erde zum Wasser gemessen – aber hier war nur ein Bruchteil zu erkennen.

0,5V – gemessen ins Wasser, das ist akzeptabel

Woher kommen die mehr als 4V – ich selber bin der Verursacher, soviel ist nun klar…

Ich finde die Ursache in einer noch nicht gelegten Masseverbindung auf der 12V Seite. Ok, Fehler behoben, aber haben die 4V in irgendeiner Art und Weise meine Opferanoden angegriffen? Wenn ja, müsste ich handeln, der Saildrive könnte gefährdet sein.

Um diese Frage eindeutig zu beantworten gibt es nur eine Lösung – ich muss nachsehen, ich muss ins Wasser und an NESSAJAs Bauch tauchen.

Pffft, pffft, pffft – schon kalt…
…aber wenn man mal drin ist passt es schon – ich gehe letztlich zweimal runter zum Saildrive
Bisschen viel Bewuchs, aber kein Abtrag an den Anoden – alles ok
Alles gut – jetzt reicht´s aber

Auch auf Leros ist die „närrische Zeit“ angekommen – es wird Fasching gefeiert. Mir fällt spontan wenig ein was ich weniger mag – Fusspilz vielleicht…

Dennoch, sehen wir mal, was so angeboten wird…

Helau und Alaaf

Wir kaufen den beiden Jungs einen Crepe ab, sehen einmal über den Zaun – schön – und dann wird es mir, im Wortsinn, zu bunt. Ich will heim. Sibylle ist auch keine Fastnacht-Anhängerin, so beschließen wir nach Hause zu fahren und ein Videotelefonat mit Kate zu führen.

Randbemerkung – ich würde Fasching natürlich lieben wenn ich Indianer sein dürfte, aber das ist schließlich inkorrekt und verwerflich, am Kindergarten von Sibylles Großnichte sogar verboten (Sarkasmus aus).

Hallo Kate, wie geht es Dir

Katharina, kurz Kate, ist eine Freundin die uns mehrfach schon am Schiff besucht hat. Treue Blogleser werden sich erinnern. Der Grund für das Telefonat war ein einfacher – wir haben Kates Urlaub klar gemacht, so dass sie ihre Flüge buchen kann.

Kate, wir freuen uns auf die Pfingstferien, auf den Urlaub mit Dir und darüber, dass Du sofort gebucht hast – Wahnsinn!

NEWS aus Lakki! „El Greco“, die Taverne aus Panteli, ist umgezogen und jetzt in Lakki ansässig. Er hat einen sehr guten Platz in erster Reihe, hat neu renoviert und hier wenig Wettbewerb. Wir sind sicher, dass dieses Lokal gut laufen wird. Grund genug für uns, gleich zu Anfang einen Besuch abzustatten!

Innen – gemütlich und geschmackvoll
Schön dekoriert, guter Tischwein, Yammas
Leckere Meze
Tolle Hauptgerichte

Unser Fazit – „El Greco“ war immer schon gut! Mit dem Umzug ist er mit einem Satz zum besten Lokal in Lakki geworden, alle anderen sind entweder anders oder schlechter. Das Lokal ist das erste an dem man vorbeikommt wenn man vom Stadtkai Richtung Center geht – der perfekte Platz! Zusammen mit den Jungs vom Café „Palma“ eine echte Aufwertung für den Ort!

Der Monat klingt aus – ich bin fertig! Mein Mammutprojekt, meine Victron Anlage, ist fertiggestellt. Ich habe zwar noch drei Arbeitsschritte zu machen bevor diese Anlage aktiv geschaltet wird – diese sind aber alle außerhalb der eigentlichen Anlage! ICH BIN FERTIG! Ich bin zufrieden – und erleichtert…

Ich muss nun noch auf der 230V Seite an der Schalttafel ein paar Anpassungen machen, eine neue Steckdose anschließen – das Kabel liegt schon, einen Schutzschalter in seine Funktion anpassen – er wird der Hauptschalter für die Waschmaschine und letztlich die Sicherheitseinrichtung, den FI, neu verkabeln und VOR dem Panel anschließen…

Muss direkt an den Ausgang der Verbindung zu meiner Schaltzentrale – des Quattros

Heute ist dieser FI parallel zu dem funktionslosen Original-Schutzschalter gelegt. Dies ist aus meiner Sicht unsinnig, ich werde daher das kaputte Original nicht mal ersetzen – obwohl ich so ein Teil habe.

Der wird verkauft – nagelneu

Ich lasse den alten als Blende drin und stelle auf den modernen RCD / FI um. Das ladenneue Modell welches ich besitze werde ich verkaufen – diese Dinger gibt es nicht mehr, sie sind gesucht wie warme Semmeln.

Warum erzähle ich das? Weil auch solchen, vermeintlich einfachen Entscheidungen, wieder lange Recherchen, teils mit dem Telefontranslator für die französische Beschreibung, vorausgingen – nix ist einfach!!!

Danach klemme ich die 12V Lasten und die 230V Zuleitung an und lasse den Techniker von Victron über VRM zugreifen, prüfen und Setups machen – that´s it!

Sibylle nutzt währenddessen einen freien Tag um unsere Marmeladenvorräte wieder aufzufüllen – ich muss anerkennen, Orangenmarmelade macht richtig Arbeit! Schmeckt aber auch lecker!

Reicht wieder eine Weile

Wir fahren die GS auf eine etwas größere Runde – eine Testfahrt zum Warmfahren. Dabei schlagen wir einen Haken zum Kirchlein „Agios Isidoros“, einer der Sehenswürdigkeiten der Insel.

Ich brauche ein ganz aktuelles Bild um unserer großen Enkeltochter Ronja eine Karte zum Geburtstag am 03.03. zu senden…

Happy Birthday Ronja

So neigt sich der Monat dem Ende zu – Abendessen heute zuhause, gesund und kalorienarm – es ist Fastenzeit in Griechenland, am vergangenen Montag war „Clean Monday“.

Ein Berg Salat – ich liebe es

Februar – ein kurzer Monat, ein kürzerer Bericht! Obwohl es sich gar nicht so spektakulär liest – für mich war dieser Monat arbeitstechnisch ein Meilenstein!

Garmin fertig! Victron fertig!

Im Laufe des März werden wir die Energieanlage in Betrieb nehmen, kümmern uns um die Reparatur des Bikes und um dessen Ummeldung. Wir erwarten Marcus zurück, welcher uns ein paar Teile aus Deutschland mitbringt, ein paar Tage später schon reist seine Familie an – das verspricht Kurzweil!

Morgen schon kommen Evi und Michi aus Österreich zurück auf ihre OCEAN FANTASY – auch darauf freuen wir uns richtig – endlich wieder Nachbarn am Steg.

Ich habe Marcus versprochen, bei ein paar Arbeiten an seiner DARKSYDE zu helfen und will, nachdem meine Victron Anlage aktiv ist, die mitgebrachten Teile verbaut sind und alle elektrischen Altteile eliminiert sind, als nächstes Projekt meine Motorinspektion angehen – die Projektliste dünnt sich langsam aus!

Offen gesagt – ich freu´ mich drauf! Ich freu´ mich auf 2023 – ich freu´ mich auf alles was kommt! Diese Freude möchte ich weiterhin teilen, bleibt also dran…

Vielen Dank für´s Lesen, eure Zeit und euer Interesse!

Mario & Sibylle, von Bord der NESSAJA

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