Zunächst muss ich mich entschuldigen! Entschuldigen dafür, dass mein Blogbeitrag mit deutlicher Verspätung erscheint – was war geschehen?
Nun, glaubt es oder nicht, ich hab´ s schlichtweg vergessen und somit verspätet begonnen. Nun denn, verlieren wir keine Zeit, steigen wir einfach ein.
Die Headline bekommt diesmal David Crosby, der am 18. Januar verstorben ist. „See the Changes“ ist ein genialer Song, aber weil der Blog ja ein Segel- und Spaßblog ist, lassen wir die Tiefgründigkeit außen vor und widmen uns der Aussage im Wortsinn – „See the Changes“! Es ist ganz schön was vorangegangen im Januar…
Dennoch, ein bisschen Tiefe darf auch hier sein, habe ich doch zum Tode von David Crosby folgendes Bild gefunden.

Jetzt aber! Januar 2023 – das neue Jahr hat bereits ein Zwölftel seiner Gesamtdauer hinter sich, für uns waren es sehr vorausorientierte Wochen. Diese haben langsam und entspannt begonnen, sich dann aber zu einer sehr aktiven Phase entwickelt.
Ich erinnere – Mamos, unser Pflegehund, war noch bei uns. Es ist geplant, dass er am 13. Januar mit Sibylle nach Deutschland fliegt und dort bei Tina und Volker von der ELOWYN ein neues Leben beginnt. Sibylle würde bis zum 31. Januar in Deutschland verweilen um dort „Family-Business“ zu betreiben.
Der Monat teilt sich also auf in eine Zeitrechnung „vor Sibylle´s Abreise“ und eben die von „Mario allein zuhaus“ (aber das hatten wir ja 2022 schon 😉 )
Der 01. Januar begann verschlafen und entspannt – die Nacht zu kurz, das letzte Gläschen Wein steckt noch in den Knochen. Wir gehen eine ausgedehnte Marinarunde und versuchen Mamos die Kernkompetenzen eines Labrador nahe zu bringen – daher werfen wir Stöckchen ins Wasser…

…der Labrador entsann sich jedoch der Tatsache, dass er ein Mix ist und hielt den Anteil des wasserverliebten Aportierhundes am heutigen Tag dezent im Hintergrund. Stöckchen? Dafür muss ich mich nicht nass machen!

Anders die temporären Hundeflüsterer! Neujahrsschwimmen stand auf dem Plan. Da auch die Nachbarn von der FINI noch etwas mit ihrem Hangover zu kämpfen hatten, wurde ein Marsch nach Panteli beschlossen – der Captain der NESSAJA (also ich) und die Capetaña der FINI würden es wagen, sich dort in die kühlen Fluten zu stürzen!

Unser jeweiliger Gegenpart fand das witzig, konnte aber selbst keine Begeisterung für ein Bad am ersten Tag des Jahres entwickeln, selbst bei der Bestellung blieb es bei Saft, Cappuccino und Wasser – aber es war ein herrlicher Tag, ein guter Einstand!

Am Folgetag waren bereits wieder leichtere Arbeiten möglich. So beschloss Sibylle für sich, dass es an der Zeit ist, sich der Fertigung von Orangenmarmelade zu widmen – gedacht, gemacht – und schon saß meine Frau zu Tische und befreite die süßen Südfrüchte von der namensgebenden Pelle, um das Fruchtfleisch dann zu filetieren und zu dem leckeren Brotaufstrich zu verarbeiten.

Nach erfolgter Umsetzung dieses Arbeitsteils, besannen wir uns auf Mamos, er muss jeden Tag eine große Runde Gassi gehen, da gibt es kein Verhandeln.

Da in Griechenland heute „Feiertag“ war – ihr solltet euch jetzt fragen warum – es sei hier kurz erklärt! Es war also Feiertag weil der 01.01. auf einen Sonntag fiel. Ist dies der Fall, wird der offizielle Feiertag am darauffolgenden Arbeitstag nachgeholt, um keine Nachteile für die Arbeiter entstehen zu lassen. Warum schreibe ich das?
An einem Feiertag ist es ruhiger auf den Straßen, die Menschen widmen sich den Familien, in der Marina herrscht ohnehin seit Weihnachten Betriebsruhe, die Stille drängt sich förmlich auf. So hatten auch wir noch nicht die richtige Lust, „in Schwung zu kommen“ und beschlossen, zusammen eine größere Runde mit Mamos zu gehen.
Zunächst ging es nach Lakki ins neue Café „Palma“, um dort bei herrlichem Wetter eine Kleinigkeit zu trinken.

Während wir am Tisch sitzen und unser Heißgetränk genießen, legt sich Mamos brav neben den Tisch. So wie sich das für einen großen schwarzen Labrador gehört!

Danach schlenderten wir durch die ruhigen Straßen des sonst so lebhaften Ortes…


Auf unserer Runde kamen wir an wunderschönen Gärten vorbei und realisierten abermals – „Winter“ in Griechenland geht anders! Hier grünt und blüht alles, weil die paar Regentage einfach für eine Erholung der Natur sorgen.

Grünflächen sind eher rar in Lakki, um das zu haben bietet die Insel bessere Plätze! Dort kann man dem Hund Auslauf bieten. Aber für „sein Geschäft“ findet Mamos auch im Ort immer ein Plätchen welches seinen Anforderungen genügt.

Am Nachmittag kamen wir zurück und hatten es erfolgreich geschafft den schwarzen Vierbeiner müde zu machen.

Wir dagegen hatten nun Zeit, uns Gedanken über das Abendessen zu machen und uns daraufhin entschlossen, den „einfachen Weg“ zu gehen. Pizza geht immer – diese geliefert ans Schiff und dazu einen frischen Salat. Wenig Aufwand und günstig…


Ernsthaft gesehen – von der Kalorienseite mal abgesehen, ist die Pizza, welche das „La Nostra“ anbietet wirklich ein gutes Abendessen. In der A-Note muss sie sich mit einer 8.0 zufrieden geben – sie schmeckt nicht italienisch, will das aber, glaube ich, auch gar nicht!
In der B-Note glänzt sie aber. Für eine griechische Pizza mit griechischen Zutaten schmeckt sie griechisch lecker. DerTeig kommt aus dem Holzofen und ist fantastisch! Die Verpackung ist ein Pappkarton, geliefert wird auf 1km Strecke mit einem Mopped. Das Ganze im Großformat zwischen 10.-€ und 14.-€! Die Große teilen wir und essen somit, inklusive Salat und Getränken, für unter 20.-€.
Wir haben es überschlagsweise gerechnet, es ist schwer dies mit selber Kochen hinzubekommen – der Aufwand bleibt dabei noch außen vor. Deswegen gibt es bei uns immer mal wieder auch Pizza oder ein Giros.
Am darauffolgenden Tag galt es, sich langsam mal wieder auf´s Arbeiten zu konzentrieren – ein „leichter Einstieg“ war gefragt. Da traf es sich gut, dass Ray, ein Bekannter aus England, mich kontaktiert hatte – ob ich wohl bei einer Problemlösung behilflich sein könnte???
Ja, klar! Um was geht es?

Er wisse von einer Rückrufaktion von Garmin, es gibt Plotter bei denen sich das Glas „delaminiert“ – leider sei seiner betroffen, es muss gehandelt werden.
Ok, ich gehe auf sein Geheiß also zu seinem Schiff und baue das Navigationsgerät aus.

Natürlich muss das große Loch im Armaturenbrett des Außensteuerstandes geschlossen werden. Das ließ sich aber schnell und relativ einfach bewerkstelligen.

ich werfe noch einen Blick auf den Ladezustand seiner Batterien und kann dem Freund danach Vollzug melden – alles ok an Bord!

Wir vereinbaren am Telefon, dass ich den Plotter verpacken könne um ihn dann nach Athen zum griechischen Haupthändler für Garmin Geräte zu schicken, man wisse dort schon Bescheid.
Um handlungsfähig zu sein, schickt Ray mir die Unterlagen der Garantiesache. Dies lässt mich nachdenklich werden – ich habe die gleichen Geräte wie Ray, ob ich mal nachsehen sollte?
Und siehe da…

Tatsächlich zeigt eines meiner Geräte die gleichen Delaminierungen wie der Bildschirm von Ray. Ich nehme mit Garmin Kontakt auf. Die Firma reagiert sofort, ich bekomme eine Gewährleistungsnummer und solle mein Gerät bitte zum griechischen Handelspartner schicken – ja, ich weiß… 😉
Jetzt hatte ich zwei solche Dinger am Hals – wie verpacke ich die? Wie schütze ich die vor Verlust? Fragen über Fragen – mal behirnen ob es keine bessere Lösung gibt!
Weil ich gerade dabei war, habe ich noch die Batterien auf Werners ALENA gecheckt – auch hier war, dank der Solarzellen, alles ok.

Der Tag neigt sich dem Ende entgegen, eine letzte Marinarunde mit Mamos steht an, dann ziehen wir uns in NESSAJA zurück und lassen den Abend ausklingen.

Ich schlafe ein, relativ rasch zwar, aber doch mit dem Gedanken im Kopf, wie die beiden Plotter einfach und sicher nach Athen kommen. Ich grüble…
Der nächste Morgen ist kein toller! Sibylle kränkelt schon einige Tage, es wird nicht besser. Sie ist ziemlich malad und braucht eine Weile, bis sie fit für den Tag ist.

Leider bemerke auch ich erste Anzeichen einer Erkältung. Kann man im Jahr 2023 wieder „normal“ erkältet sein? Gibt es Covid noch? Wir sind unsicher, so wie die Politik. Während in einem Land vor neuen Varianten gewarnt wird, erklären andere Covid für beendet.
Wir testen uns…


…und sind negativ! Gut, man kann klassisch erkältet sein – dann wissen wir was zu tun ist!

Was soll ich sagen – wir haben´s geschafft, sind genesen und wieder fit – wenn es auch bei Sibylle länger gedauert hat. Vielleicht ist es erwähnenswert, dass ich, seit wir hier wohnen, sehr viel weniger anfällig für Erkältungen bin. Vielleicht doch die Seeluft?
Aufgabenliste heute, aufgrund unseres mangelnden Wohlbefindens eher moderat angesetzt – Trinkwassertank füllen, Dieseltank füllen, um die Ecke bohren. Fangen wir mit den einfachen und logischen Dingen an.

Wir haben uns auf NESSAJA entschieden, das Trinkwassersystem vom Brauchwasser zu trennen. Wir haben für Trinkwasser einen 60 Liter Wassertank mit eigenem Hahn. Befüllt wird dieser Tank unterwegs mit Wasser vom Wassermacher. Von hier aus können wir in die Brauchwassertanks umpumpen, sofern nötig.
Da wir in der Marina kein Wasser entsalzen, gleichwohl aber Plastikflaschen sparen wollen, fülle ich die 60 Liter etwa alle zwei Wochen mit dem Kanister auf.

Das Trinkwasser hole ich aus den öffentlichen Zapfstellen, die in Leros für die Bürger aufgestellt sind.

Freunde von uns haben das Wasser gegen das Leitungswasser in der Marina getestet, es hat die bessere Qualität und ist in keiner Weise bedenklich – es hat uneingeschränkte Trinkwasserqualität. Trotzdem trinken wir „für den Durst“ Flaschenwasser, ansonsten nehmen wir für Kaffee, Tee oder zum Kochen dieses Wasser.
Nächster Punkt – Diesel bunkern. Das Warum liegt auf der Hand – wir heizen! Das tun wir nun seit November, es sind also ziemlich exakt zwei Monate vergangen. Um den Überblick nicht zu verlieren, möchte ich jetzt einmal auffüllen – ich fahre also zur Tankstelle…

…um dann den Tank des Schiffes zu befüllen. Ich muss sagen, ich habe mich verschätzt! Aufgrund der Betriebszeit und des Betriebszustandes der Dieselheizung – beides wird ja elektronisch geregelt – ist eine Einschätzung schwer. Mir war nicht klar, wieviel ich tanken müsste, aber ich dachte so an 30 Liter, somit dreimal fahren…

Letztlich musste ich sechsmal fahren, es gingen 55 Liter in den Tank. Ok, im Nachhinein überlegt, 55 Liter für zwei Monate heizen? Das ist absolut akzeptabel! Ich bin jedoch sicher, dass dies mehr wird wenn die kalten Wochen kommen.
Was mich wurmt ist, dass wir das teure „Ultimate“ Diesel verheizen – rund 2.-€ der Liter, Stand heute. Klassischen Diesel will ich wegen des Bioanteiles und der damit verbundenen Bakteriengefahr nicht, Heizöl bekomme ich in Griechenland nicht, das funktioniert nur mit einer Art „Bezugsberechtigung“, kurzum, man muss ein Haus mit angemeldeter Ölheizung haben. Da muss ich noch nachdenken…
Letzter Punkt – um die Ecke bohren! Ja, nicht verlesen. Ich hab mir mal wieder eine tolle Lösung ausgedacht – ihr erinnert euch vielleicht an die Konsole beim Niedergang…

…dafür habe ich mir ja Halter bauen lassen welche jetzt auf diesem Absatz angeschraubt werden sollen. Leider ist aber die Scheibe davor beziehungsweise darüber. Diese wegzubauen kommt überhaupt nicht in Frage! Ich muss also „von vorne ran und nach unten bohren“ – um die Ecke quasi. Ich besinne mich an Winkelbohrmaschinen und starte das allwissende Google – und finde etwas, was ich sogar auf Leros beziehen kann!

Klappt das? Ja, tatsächlich klappt es gut – das Ding kam schon das ein oder andere Mal zum Einsatz!

So konnte ich die benötigten Löcher bohren und anfangen, die notwendigen Kabel für meine Instrumentenkonsole einzuziehen – das war verdammt aufwändig…

…denn die Kabel mussten ja nicht nur zur Konsole gezogen werden – das war ja noch verhältnismäßig klar und einfach umzusetzen – sie mussten ja auch nach innen geführt werden!

Die Herausforderung dabei ist, den Kabelkanal wasserdicht, nicht störend und zudem noch unauffällig und hübsch zu verlegen. Mir ist dafür folgende Lösung eingefallen – ich hoffe, sie gefällt euch auch.

Nun hatte ich die Kabel dort wo sie hinsollten – von hier aus soll es an einem anderen Tag weitergehen!

Ich muss erst nachdenken! Schaut euch das Bild genau an – die Kabel werden jetzt in dem weißen Schacht nach unten geführt und müssen dann unterhalb des orangen EPIRB Warnsenders um die Ecke nach hinten geführt werden. Dort kann man nicht hinlangen, es gibt keinen Durchgang nach hinten. Was tun sprach Zeus???

Na egal, das mache ich an einem anderen Tag – für heute reicht´s! Morgen ist auch noch ein Tag.
Und dieser Folgetag begann freudig! Die Arbeitsverhältnisse nach dem Jahreswechsel haben sich normalisiert, alle Feiertage welche auf einen Sonntag fielen waren ausgeglichen – ich sollte somit noch einmal zur Post fahren. Ihr erinnert euch sicher, neben der Crew der JASPER kam auch von den Saarländern der LIBERTÉ eine Andeutung. So war klar, wir erwarten ein Päckchen!

Da das Freßpaket gefüllt war mit Wildsauspezialitäten – und sowohl Sibylle wie auch ich mögen das selbsterlegte Keilerprodukt von Hans-Peter – war die Freude natürlich riesig. Ein verspäteter Festschmaus der bis in den Februar halten sollte.


Ja, da sagen wir nochmals herzlich DANKSCHÖN, wir freuen uns auf ein Wiedersehen! Zumal ich ja heute während des Schreibens schon weiß, dass auch diese Saison wieder ein paar Geschichten liefern wird…
Sibylle zaudert! Ihr graust vor der Reise mit Mamos. Alleine auf die Fähre mit dem großen Labrador der sich immer sträubt, wenn er etwas nicht kennt. Alleine mit dem Taxi und der großen Box an den Flughafen und dort den treuen Vierbeiner einchecken…
„Willst Du mit?“ höre ich sie fragen. Ich antworte mit einem „Wie meinst Du das?“ und in dieser Sekunde beginnen sich die Zahnräder in meinem Kopf zu drehen – war da nicht noch die Frage wie die Plotter nach Athen kommen??? Hier war die Antwort!
Wir gingen ins Café „Palma“ um das zu besprechen und zu planen – das Wetter war so einladend und der Hund musste ohnehin raus.


„Ah, ich könnte dich also begleiten? Bis nach Athen, soso? Leihwagen bis zum Flughafen, blabla und dann mit der gleichen Fähre wieder heim…“
Ich heuchle Zaudern, war aber längst entschlossen, dies exakt so umzusetzen – wir entwickelten einen genialen und zudem kaum kostenintensiven Plan – der Leihwagen war billiger als das Taxi, ich kann am Hinweg in Sibylles Kabine schlafen und wir bekommen Flexibilität. Natürlich nehme ich die Plotter mit und gebe sie in Athen / Alimos persönlich ab. Spart Porto, Zeit und Verpackung – und ist safe!
Ich gebe mein gespieltes, von einem Augenzwinkern begleitetes, Zögern auf und wir gehen schnurstracks in den Ticketshop und kaufen meine Fährtickets.

Als wir zurück in der Marina waren, wollten wir den Freunden von der FINI die Idee kundtun, denn auch die Beiden wussten von Sibylles Kummer, alleine mit Mamos zu reisen. Unsere Absicht die Neuigkeiten unters Volk zu bringen, wurde jedoch jäh unterbrochen – Gefahr in Verzug, es muss entschlossen gehandelt werden. Ein Wildtier hat sich als blinder Passagier auf die FINI eingeschlichen…

Wir wollten ihn nicht adoptieren, wir hatten ja schon Mamos und auch Irene war wenig begeistert ob des ungebetenen Gastes, der übrigens relativ groß war – immerhin so groß, dass keiner von uns ihn einfach packen und wegbringen wollte.
Also hat Tom ihm nachdrücklich und unter Einsatz von „Tragehilfen“ signalisiert, dass er in diesem Fall nicht willkommen ist. Leider war Flip ein Depp – schon fast zum sicheren Busch transportiert, fällt er vom Besen und klatscht laut klappernd auf den Betonsteg. Dort ist er so erschrocken, dass er unkoordiniert gehüpft ist und – ihr könnt es euch vorstellen – PLATSCH!
Das kann nicht angehen – ein Lebewesen will gerettet werden…

Da saß er nun im Busch der dumme August, pitschnass und noch unter Schock – na immerhin hat er heute Abend zuhause was zu erzählen.
So, was muss noch erledigt werden, bevor Sibylle für zweieinhalb Wochen nach Deutschland abreist? Ich weiß, ich brauche einen Haarschnitt, sonst sehe ich nach ihrer Rückkehr aus wie Rübezahl und sie erkennt mich nicht mehr oder leugnet gar mich zu kennen. So schritten wir zur Tat…


Nun, produktiv werde ich heute nicht mehr sein, das war klar. Das Ende des Tages nahte bereits und so ging ich mit Sibylle eine weitere Runde mit Mamos, auch er wird nicht mehr lange hier sein.
Auf dieser Runde huschen Schafe an uns vorbei, etwas erhaben auf einer Art Böschung. Da war seine Neugierde geweckt – Schafe mag er, egal wie…

In dieser Nacht habe ich schlecht geschlafen, ich weiß nicht warum, ich war einfach früh wach und konnte nicht mehr einschlafen. Weil ich es nicht leiden kann, in solchen Phasen unproduktiv zu sein, habe ich mir recht früh am Morgen Marcus´ Wasserpumpen vorgenommen.

Ich hatte unserem Freund von der DARKSYDE versprochen, dass ich mich um die beiden Pumpen des Katamarans kümmern werde, solange er nicht zugegen ist – versprochen ist versprochen! Also habe ich heute mal den Startschuss gegeben, zerlegt und dabei den Reparaturumfang bestimmt.


Als dies erledigt war, konnte ich erkennen, dass der Einbau eines Reparatursatzes reichen würde. Es war keine aufwändige Überholung nötig. Zum Auspressen der Lager und zum Polieren der Welle brauche ich immer Giorgos und seine Maschinerie – und weil ich schonmal dabei war, fuhr ich am Abend des gleichen Tages in die Werkstatt um die Reparatur für Marcus zu finalisieren. Haken dran…

Die Welle kommt also raus um auf der Maschine poliert zu werden, was liegen bleibt sind ein Haufen Einzelteile – Zahnräder und alte Dichtungen.

Da Giorgos immer auch die Gehäuse reinigt, kann sich das Ergebnis sehen lassen. So gut wie neu, aber für einen Bruchteil des Geldes.

Am nächsten Morgen reisen Irene und Tom von der FINI ab. Sie werden zwar recht bald schon wieder kommen, wir rechnen Mitte, Ende März mit ihrer Rückkehr. Trotzdem schade, dass sie nicht den ganzen Winter verweilen, aber die Skisaison lockt. Ich bleibe, ob dieser Tatsache, fassungslos zurück…

Die Zeit rennt, auch Sibylles Tage in Leros sind für den Januar so gut wie gezählt. Ich habe noch ein Projekt im Hinterkopf, bei dem sie mir helfen könnte – und das werde ich heute anpacken! Ich ziehe die Kabel vom Kajütdach in den Motorraum – eine Idee hatte ich inzwischen gehabt, die Materialien zur Umsetzung von Giorgos mitgebracht.
Ich zerlege also mal wieder unseren Salon…


Um das Kabel, welches von oben Richtung Motorraum geführt wird, besser greifen und führen zu können, schaffe ich mir Zugang über bestehende Möbelausschnitte. Dafür müssen das Bedienteil des Generators nochmal raus und später auch die Steckdose, welche ich in diesem Zug gleich erneuere.

Leider hat sich recht bald herausgestellt, dass die Kabel tatsächlich einmal in den Innenraum geführt werden müssen und von dort aus weiter in den Motorraum – es gibt keinen direkten Weg! Exakt müsste man es anders formulieren, es gibt keinen direkten Weg den man mit Werkzeug erreichen kann. Ich hatte bei den nicht sichtbaren Durchgängen keine Option die Durchgangslöcher zu bohren und dann auch noch Kabel zu ziehen – offen gesagt, es war so schon eine eklige Arbeit. Ich musste also noch den Gegenpart zum Eingangsloch in den Motorraum bohren…

Die Challenge war, eines der Löcher, wohl das weniger sichtbare, das von oben kommende, oval zu fräsen um das Durchführungsrohr „einfädeln“ zu können – mit den dicken Kabeln drin! Zugleich sollte der Spalt so klein wie möglich sein.
Wir fangen also an, die Kabel zu sortieren und durch die Löcher zu führen…


Für die technisch Interessierten – es muss die Konsole mit den Garmin Instrumenten über dem Niedergang angeschlossen werden – darin habe ich, um Kabel zu sparen, mein Backbone Kabel für NMEA2000 begonnen und innerhalb der Konsole die Einzelinstrumente angeschlossen – es kommen also nur EIN NMEA2000 Kabel plus drei Litzen a 2,5qmm Querschnitt für einen beleuchteten Schalter für das Cockpitlicht aus dieser Richtung.
Aus der anderen Richtung kommen VIER Kabel a 6qmm von den Solarmodulen sowie einmal das Massekabel für die Lampe.

Nachdem alle Kabel durch das erste Loch geführt waren, wurde die optisch ansprechende V4A Kabeldurchführung aufgesteckt – bis hierhin war es noch einfach…

Der Durchgang in den Motorraum ist zwar klar und eindeutig, geht auch gerade durch die Holzwand und die dahinterliegende Isolierung, leider ist dann auf dem Weg zur „Schaltzentrale“ meiner Victron Anlage, der Weg durch das integrierte Tellerboard versperrt, es muss daher wieder aufwändig „gezogen“ werden – aber auch das gelingt.
Das „Meisterstück“ war jedoch das Einfädeln des Edelstahlrohrs ohne eines der Kabel zu zerstören. Es war knapp und ich war auch in Sorge, aber nur wer wagt gewinnt, am Ende hat es geklappt!

Ich brauche frische Luft und nehme es gerne an, dass ich nochmals zu Andreas Kritikos´ Baumarkt muss. Die Deutschen auf der Insel nennen ihn kollektiv OBI, das könnte an der Farbwahl liegen 😉


Ich fahre über Lakki hin und auch zurück. Zum einen um etwas mehr frische Luft zu atmen, um zu pausieren – zum anderen aber auch, weil ich die Stimmung an bewölkten Tagen ebenso schätze wie an sonnigen. Ja und die Einfahrt der Lakki Bucht fotografiere ich ohnehin gerne…

An diesem Tag reicht es mit Arbeiten an NESSAJA. Ich mache noch eine Notreparatur an meinem „Nutzhelm“, dieser ist nach drei Jahren ziemlich am Ende. Leider habe ich auf Leros keinen passenden Ersatz gefunden – so muss ich den Verschluss irgendwie reparieren, die Feder war durch den Rost gebrochen.

Meinen 300.-€ „Sonntagshelm“ verwende ich auf der Insel nicht, man sieht ja wie rasch die Dinger kaputt gehen oder mal runterfallen, nein, ich brauche wieder einen Zweithelm.
Es ist der Morgen des 12. Januar, heute Nacht um 23.15 Uhr wird uns die Fähre nach Piräus bringen. Ich werde Sibylle begleiten und sie und Mamos dann am Flughafen verabschieden.
Wir haben vereinbart, dass wir an diesem Tag nicht an NESSAJA arbeiten. Wir müssen uns um den Hund kümmern, packen und das Schiff für die Abwesenheit klar machen.
Leider beginnt der Tag trüb und regnerisch!



Wir kommen zum Schiff zurück und mir reicht ein Blick aus den Augenwinkeln um zu erkennen – da stimmt was nicht! Könnt ihr es erkennen???

Ich mache es kurz – ein Blick auf die Flagge und auf meinen NEUEN Windgenerator zeigt, auf NESSAJA weht ein anderer Wind! Zumindest am Heck scheint er aus einer anderen Richtung zu wehen. Das nervt mich in Sekundenbruchteilen – denn sofort wird klar, die Fahne lügt nicht. Der Problembehaftete dürfte somit der nigelnagelneue Stromerzeuger sein! Was kann nur sein? Ich sehe genauer hin…




Es nimmt eine Geschichte ihren Anfang, die bis heute nicht abgeschlossen ist. Ich mache es kurz – man ist sowohl bei SVB wie auch bei Silentwind sehr hilfsbereit, die Lösung scheint aber festgeschrieben – ich solle „die Turbine schnell wegbauen und einschicken“.
Ok, das ist nun aber echt schneller gesagt als gemacht. Vermutlich sind zwei banale Industrielager fest, warum auch immer. Dafür soll ich meine neue Anlage zerlegen, das Transportrisiko nach Portugal auf mich nehmen und dann wochenlang auf eine Reparatur warten – naja.
Nach langem Verhandeln schickt mir der portugisische Techniker zuerst ein Service Bulletin, welches auf mögliche Undichtigkeiten mit anschließenden Lagerschäden hinweist, der Generator müsse daher zurück ins Werk. Ich verhandle, mache Kompromissvorschläge zu MEINEN Lasten und kann mich letztlich mit ihm insoweit einigen, dass Silentwind mir die Reparaturteile schickt und ich selber repariere. Ich freue mich nicht, nehme es aber hin, was soll ich machen?
Ein bisschen Ärger keimt auf, als Sibylle mir die Teile zwei Wochen später bei ihrer Rückkehr mitbringt. Das Bulletin sagt klar, dass ein mangelhafter Dichtring Ursache ist – mir diesen 10ct Dichtring mitzuschicken, daran hat in Portugal niemand gedacht! Nun, ich werde das reparieren und berichten…

Ich packe! In meine Tasche kommen zwei Plotter, ein Kissen und eine Decke. Ende!
Sibylle packt auch – einen Moment dachte ich, sie würde nicht mehr wiederkommen. Die große Tasche bumsvoll. Ok, sie hat auch für Mamos gepackt.


Es hat etwas aufgeklart, deswegen drehen wir „eine wirklich letzte Marinarunde“ mit Mamos. Er soll zufrieden auf der Fähre sein. Gut war, dass Sibylle auf eine Tierkabine umgebucht hat, er würde mit ihr, mit uns, in einer Kabine schlafen. Ob das klappt?




Am Rückweg entdecke ich Kleinigkeiten die mich zum Schmunzeln bringen. Ich wüsste gerne, wer sich hier verewigt hat.


Es ist Nachmittag, kurz vor Büroschluss – mich erreicht ein Mail. Es wäre ein Paket für NESSAJA gekommen! Na sowas, jetzt schon! Ich wusste, dass Ersatzteile unterwegs waren, ich habe VOR Sibylles Aufenthalt noch eine Bestellung abgesetzt. Erstens um sie zu entlasten, zweitens brauchte ich Material um während ihrer Abwesenheit „richtig loszulegen“ – aber dass die Sachen jetzt schon eintreffen, nach 10 Tagen, super! Ich gehe sofort in den Shop um mein Paket noch vor unserer Abreise abzuholen.


Ich weiß nicht warum, ich sehe mir den Lieferschein an und vergleiche mit meinem Rechner – was muss drin sein? Wahrscheinlich mache ich das nur, weil ich bei so vielen Quellen bestellt habe und nicht den Überblick verlieren will. Ich bin normal kein Lieferscheinleser.
Zum Abgleich sortiere ich mir alles zurecht – und siehe da…

…tatsächlich fehlt ein NMEA2000 Vierfach-Verbinder. Das darf doch nicht wahr sein! Ich suche überall, im alten Karton, im Verpackungsmaterial, im Mülleimer. Ich rufe den Sohn an, denn er hat umgepackt – auch seine Suche bleibt ergebnislos.

Ich melde es dem Händler der schnell, unbürokratisch und kundenorientiert handelt – „ich sende ihnen ein solches Teil nach – ungeprüft!“ Ok, danke! Bringt Sibylle mit, leider bedeutet das für mich – drei Wochen warten!
Es ist 21.15 Uhr. Wir haben uns mit Thomas und Paola von der SIMPLY FREE verabredet. Thomas und ich bringen Hundebox und Gepäck mit dem Auto zur Fähre, die Damen laufen mit Mamos. Da das „Palma“ am Weg ist, würden wir uns einen Ouzo als „Betthupferl“ genehmigen.

Der stählerne Riese kommt pünktlich, wir haben alle Hände voll zu tun. Sibylle führt Mamos, der bis zur Treppe willig folgt. Ich verräume derweil unser Gepäck samt Transportbox. Über die Treppe will der Vierbeiner nicht, so packe ich ihn und fahre mit dem 30kg Bündel am Arm zwei lange Rolltreppen nach oben. Wahrscheinlich hat es sich jetzt schon rentiert, dass ich mitgefahren bin.
Sibylle checkt uns ein und lässt sich, ohne mich und Mamos, die Kabine zeigen. Danach machen wir uns gemeinsam auf den Weg…

…er hat sich dabei ein bisschen bitten lassen. Ich musste ihn auch mal „lupfen“, weil es auf rutschigem Untergrund echt schlecht geht. Das muss und wird er noch lernen. Aber egal, wir haben unsere Kabine erreicht und uns relativ rasch schlafen gelegt.

Ich hätte es nicht zu hoffen gewagt! Der schwarze Fellfreund hat uns nicht nur prima schlafen lassen, er hat sich die ganze Nacht echt prächtig benommen, das war echt toll.
Dermaßen erholt und irgendwie auch ausgeschlafen, sind wir in Piräus angekommen.

Kaum hatten wir die Fähre verlassen, ist Sibylle erstmal ein paar Meter mit ihm gegangen. Ich habe auf das Gepäck aufgepasst und den Verleiher des Mietwagens informiert, dass wir vor dem Zeitplan angekommen waren. Dann haben wir uns im „Gregorys“ ein Sandwich und einen Cappuccino gegönnt.

Kurze Zeit später, vor der ursprünglich vereinbarten Zeit, kommt der Leihwagen. Wir sind durch Empfehlung auf eine Firma aufmerksam gemacht worden, die das Geld für ein Bürogebäude spart. Die Wägen stehen außerhalb und werden zum Wunschort gebracht und auch an beliebigem Ort wieder abgeholt. Top Service, top Auto, sehr preiswert – wir waren begeistert!


Wir hatten das „Zwangseinsteigen“ in die Box vorher geübt, das Gitter wollten wir nicht riskieren – aber er hat es sich gefallen lassen. Mit Hund konnte ich die Box nach innen drehen, alles hat gerade gepasst.


Wir waren um 08.45 Uhr abfahrfertig – nach Alimos, einem direkt an Athen angrenzenden Vorort, war es nach Navi nichtmal eine Stunde. Ich war um 10.00 Uhr beim Garmin Händler verabredet – wir würden also rund eine halbe Stunde Puffer haben.

GoogleMaps ließ uns wissen, dass der Gamin Vertreter unmittelbar bei der Alimos Marina war. Das wollten wir nutzen und dort die Wartezeit verbringen. Das hat super geklappt. Wir haben den Wagen am Parkplatz der Marina abgestellt und in einem benachbarten Café einen Cappuccino getrunken. Anschließend ist Sibylle mit Mamos am Strand spazieren gegangen, ich habe mich mit den beiden Plottern auf den Weg zum Händler gemacht.
Alleine der Fußweg war interessant…



Nach rund zehn Minuten Fußweg habe ich den Händler erreicht, man hatte mich bereits erwartet, war informiert und perfekt vorbereitet.

Die Übergabe ging schnell und professionell. Man hat beide Plotter entgegengenommen und mir einen Beleg ausgestellt. Man würde sich melden.
Ich nehme es vorweg – diese Meldung ist inzwischen erfolgt, es sieht so aus, als ob sowohl der angelsächsische Freund als auch ich mit einem Neuteil als Ersatz rechnen können. Mehr dazu im Februarbericht.
Ich gehe zurück, treffe Sibylle wieder und wir beschließen, keine weitere Zeit zu verbummeln – wir fahren zum Flughafen, obwohl wir sehr gut in der Zeit lagen.

Wir konnten das Auto gut und terminalnah parken, haben alles auf einen Wagen gepackt und sind zum Check-In Schalter der Lufthansa gegangen. Der Hund war angmeldet, musste aber noch bezahlt werden, Sibylle war eingecheckt, das Gepäck und Mamos mussten „aufgegeben“ werden.
Es begann Stress!
Eine Dame, zunächst recht nett, kam zu uns und hat Mamos vor der Box fotografiert. Sie machte etwas rum und hat uns dann erklärt, dass die Box zu klein für ihn ist. Natürlich hatten wir uns ebenfalls vorher informiert, welche Regel für die Boxgröße angewendet wird – im deutschsprachigen Infoblatt der deutschen Airline steht „…so dass der Hund aufrecht in der Box stehen kann und sich darin drehen kann.“
Diese Vorgabe hat unsere Box erfüllt, der Hund hat immerhin seit fast zwei Monaten in seiner Box gewohnt.
Ich widersprach, obwohl ich weiß, dass der Grieche (und wohl auch die Griechin) Widerspruch nicht gerne hört. Meine Widerworte führten dazu, dass die nicht mehr so nette Dame einen Zettel holte und etwas von „plus 10cm“ faselte. Ich sah mir den Zettel an, es war ein grüner Strich exakt über einen Hundekopf, daneben ein grüner Haken. Ich ließ mich hinreißen, zu erklären, dass dies exakt der Ist-Situation entspräche und nirgends etwas von 10cm steht.
Worauf die Dame meinte, „dass dies so sei, weil sie es so sage!“ Ging fort und ward nicht mehr gesehen – sie hat uns einfach stehen lassen.
Mamos war es egal…

Ich mach´s kurz – alles Diskussionsansätze mit Kollegen halfen nix, die Lady schien die Chefin oder Supervisorin zu sein. Da bist halt verratzt. Hilfe kam in Form eines Griechen, der ebenfalls mit Hund hier war um einer sogenannten „Flugpatin“ beim Check-In zu helfen. Dieser Mann telefonierte mit einer Tierhandlung in der Nähe, diese erklärte sich bereit eine XXXXL Box an den Flughafen zu liefern – wir sagten zähneknirschend zu.
Die Dame hat uns stehen lassen, bis es klar wurde, dass Sibylle ihren Flug nicht mehr bekommen würde. Sie musste vor Ort auf den nächsten Flug am gleichen Tag umbuchen und die Abholer in Deutschland informieren. Ich hatte noch eine Stunde Puffer bevor ich wieder zur Fähre müsste.
Unsere Box kam an…

Ich half beim Um- und Zusammenbau, wir packten um und schenkten unsere „alte Box“ dem Lieferanten. Diese Box hatten wir vor rund zwei Monaten in Leros, gebraucht für 150.-€ gekauft.


Es addierten sich so rund 500.-€ zusätzliche Kosten für Umbuchung und Mehrkosten für den Flug und die Box. Diesmal hat alles geklappt, aber ich werde das trotzdem bei der Lufthansa einsteuern – ich bin kein Freund von Willkür, an keinem Ort der Welt!
Sibylle war eingecheckt, gemeinsam gingen wir zum „Bulky-Luggage“ um den Hund aufzugeben – ich musste los. Sibylle war inmitten einer Gruppe junger Soldaten und ich fragte den hinter uns stehenden, ob er denn Sibylle, falls nötig, helfen würde den Hund zu heben oder ähnlich.
Seine Antwort war kurz und bündig – NEIN, denn vermutlich habe er keine Zeit, seine Jungs seien alle vor ihm – ob er nicht lieber an uns vorbei dürfte??? Ja, klar, geh nur vor, Du Depp! Ich wünsche ihm Durchfall und verabschiede mich von Sibylle. Mamos habe ich vergessen, ich bin genervt.
Ich muss quer durch die Stadt, muss noch tanken und habe noch eine Stunde – ich kenne Athen, das kann knapp werden!

Ich erreiche das Fährterminal „en minute“ und muss nur fünf Minuten auf den Mann vom Autoverleih warten. Wieder klappt alles vorzüglich und ich checke auf meiner Fähre ein.

Man fängt mich kurz vor der Fußgängerrampe ab – „…sorry, do you have face-mask? It´s obligatory!“ Na toll! Ich weiß, dass im öffentlichen Transport in Griechenland (noch) Maskenpflicht herrscht. Ich wusste auch, dass ich diesmal meine Maske vergessen hatte – einfach weil es normaler Weise niemanden interessiert. Diesmal eben doch…
Ich muss eine Maske kaufen – zum Glück ist neben der Fähre ein fliegender Händler der solche Masken anbietet. Ein Schelm wer jetzt Böses denkt, aber wahrscheinlich ist er tatsächlich ein Schwager des kontrollierenden Schiffsbediensteten. Nun würde man in Deutschland in einer solchen Situation wohl 5.-€ für eine Maske zahlen, in Griechenland nicht! Der Schutz vor Viren und Bazillen wechselt für moderate 100ct, einem runden Euro, den Besitzer und verschafft mir Einlass. Prüfnormen der Maske sind mir egal…

Ich kenne die „guten“ Plätze auf der Fähre, gut deshalb, weil man vielleicht zwei Hocker zu einer Liege zusammenschieben kann, weil eine Wand das Kissen stützt oder Sichtschutz bietet, oder einfach weil es eine ruhige Ecke ist. Diese guten Plätze scanne ich sofort ab.
Leider waren diese alle belegt, weil ich durch die Fahrzeugübergabe und den Maskenbohei etwas später als die reisenden Griechen (die die „guten“ Plätze natürlich auch kennen) an Bord kam. Mir blieb nur ein Schwiegermutterplatz direkt neben einer griechischen Großfamilie mit zwei Kindern und ganz nahe am Cafè.

Die Burschen waren nicht totzukriegen und haben echt durchgemacht. Aus Langeweile haben sie aber stetig herumgewuselt und das merkst Du einfach, wenn ständig jemand um dich herumrennt. Zudem war natürlich auf dem Weg zur Bar bis weit nach Mitternacht stetiger Trafic. Ich konnte dösen, aber an Schlaf war nicht zu denken.
Na egal, erstmal ins Bordrestaurant…

Bis ich mich versah, waren wir in Syros, Leute gingen, Menschen kamen – es herrschte reges Treiben, welches generell erst nach Mitternacht etwas abflaute.

Die Fahrt von Piräus nach Leros dauert ziemlich exakt 9 Stunden und wir waren recht genau im Zeitplan. So änderte der Kapitän der Fähre etwa um 04.00 Uhr seinen Kurs und bog in die Lakki Bucht ein – wir kamen planmäßig um 04.15 Uhr an.

Ich setze meine Füße auf bekannten Boden und nehme mir ein Taxi zur Marina. Zurück auf NESSAJA haue ich mich nochmal ins Bett und kann wirklich nochmal einschlafen – und habe auch recht lang ausgeschlafen!
Ein neuer Tag beginnt, ja eine neue Zeitrechnung gar – ich war alleine an Bord, für den Rest des Monats!

Ich hatte eine exakte Vorstellung wie diese Phase des Monats abzulaufen hatte. Keine Zeitverschwendung für Hausarbeit! Ich werde NESSAJA einmal so aufräumen wie ich das haben will und darüber hinaus mir selbst möglichst wenig Arbeit machen – alle Zeit sollte der Projektarbeit zur Verfügung stehen! Projekte vorantreiben! Ich will jeden Tag von morgens bis abends durcharbeiten und so richtig was reißen!
Meine Vorsätze ließen sich recht gut einhalten!
Zuerst wusch ich eine Maschine Wäsche um auf „Stand 0“ zu sein und zudem den Hundemuff aus allen Klamotten rauszuwaschen. Dann füllte ich die Tanks, das sollte ausreichen!
Ich musste Mamos´ Lager aufräumen. Die Palette auf der seine Box stand wegräumen, das Gestell an der seine Langleine angebunden war an den Ursprungsort bringen und die Löcher die er gebuddelt hat etwas zuschieben.


Durch das späte Aufstehen und diese Haushalts- und Kleinaufgaben war der erste Tag sehr schnell vergangen. Am Abend habe ich mir einen Burger und ein Bier gegönnt und dabei ist mir aufgefallen, dass wir diesen Winter noch gar nicht im „Persiana“ waren. Schade eigentlich, es ist nett dort und der Burger ist vorzüglich – deutlich besser als die auf der Fähre.

Der neue Tag soll der erste Arbeitstag werden. Ich trinke meinen Kaffee, auf Frühstück verzichte ich, ich will nicht einkaufen und abspülen müssen. Kurz bevor ich loslege, höre ich ein bekanntes Trappeln – ach da schau her! Kaum ist der große, schwarze Nebenbuhler weg, macht Electra wieder ihre Aufwartung an Bord…

…ich will dem gewieften Hund zeigen, dass ihre Eifersucht der letzten Wochen unbegründet war. Ich gebe ihr ein Leckerli und widme mich ihr für eine Viertelstunde – das muss aber dann für´s Erste reichen!

Ich hatte ja kurz vor der Abfahrt meine bestellten Teile im Paket erhalten. Ich wollte die „projektfremden“ Sachen sofort und zuerst verbauen um nicht neue Punkte auf der Liste zu generieren.
So widmete ich mich zunächst und völlig außerplanmäßig den alten Lampen in der vorderen Kabine.

Die Lampen selbst wurden bereits mit LED Leuchtmitteln ausgerüstet, aber irgendwie brachten sie nicht wirklich Licht in die Kabine, zudem waren sie im Laufe der Zeit unansehnlich geworden. Da unsere neuen LED-Lampen in der Eignerkabine überzeugen, habe ich beschlossen, hier die gleichen Lampen zu montieren.
Leider klappt auch das nicht reibungslos…




Am Ende habe ich die drei Lampen montiert, sie spenden ein wirklich gutes Licht und sehen jetzt wieder gut und auch etwas moderner aus – ich bin zufrieden.

Es war noch genug Tag übrig um auch noch den Gasregler in Angriff zu nehmen. Ihr erinnert euch? Ich hatte ja ein bisschen Spaß mit der Dichtheit meiner neuen Gasanlage. Das war beseitigt und ich hatte in diesem Zug die Gasflaschen an einem neuen Platz montiert. Dieser neue Platz erlaubt nun die Montage eines GOK Marine Gasreglers in besserer Materialqualität. Diesen galt es zu verbauen.
Hier noch der alte GOK Regler. Gute Qualität, aber eben nicht für Marine Anwendungen zugelassen…

Zum Vergleich nun der neue, blaue Regler – dieser baut rund 2cm höher und hat vorher nicht in das ursprüngliche Fach gepasst und mich in der Folge zu dem bisherigen, nun ausgemerzten, Kompromiss gezwungen.
Auf dem Bild ist auch der neue Platz noch einmal zu sehen, zusammen mit dem Kanal für den Gasschlauch, der als Schutz für die Verlegung durch die Backskiste dient. So sieht nun die finale Lösung aus – ob es eventuell mal einen Deckel dafür gibt, muss ich noch behirnen.

Es ist Kaffeezeit, es ist warm draußen – ihr ahnt was kommt! Mein Budget erlaubt mir den Besuch bei „Repapis“, der kleinen Eismanufaktur in Lakki. Ich gönne mir Macademia Nut & Caramel – ein Gedicht!

Wieder zurück, ist immer noch einiges an Tag übrig! Ich erkenne gleich an Tag eins nach Sibylles Abreise den gravierenden Unterschied aus arbeitsorganisatorischer Sicht. Ich „verratsche“ mich nicht, ich arbeite noch ein bisschen weiter…

Da ich ja zumindest EINEN der zwei bestellten Vierfach-Verteiler erhalten hatte, konnte ich die ersten, bereits vorher verlegten NMEA2000 Kabel verbinden und mittels eines Endwiderstandes mein Netzwerk beginnen.
Ich legte also los – mit dem Ziehen der weiterführenden Backbone Kabel und sdem Verbau weiterer Elemente des Netzwerkes, so zum Beispiel den erhaltenen Konverter, der mein altes NMEA0183 Signal in ein NMEA2000 Signal konvertiert und es mir so ermöglicht, mein altes AIS ins System einzubinden und dessen Daten auf den neuen Plottern sichtbar zu machen.


Ich räume alte Kabel raus, ziehe neue Kabel rein, verlege so logisch wie möglich und verbinde die Geräte. Einiges an Vorarbeit war geleistet, so dass die Arbeit gut von der Hand ging. Klar, ein bisschen Ärger schwingt immer mit, am heutigen Tag ist dieser jedoch nicht erwähnenswert. Ich arbeite recht lang vor mich hin, so dass ich relativ spät beschloss, zum Abendessen einfach nur ins „SouVLakki“ zu gehen – keep it simple!


Abends sehe ich immer etwas YouTube – durch Sibylles Abwesenheit fehlt mir auch der Zugriff auf Netflix und Prime, so beschränke ich mich auf Seglerepisoden der mir bekannten Kanäle.
Zudem erreichen mich Nachrichten aus der Heimat – Volker grüßt mit Bildern von Mamos! Der schwarze Labrador ist gut im neuen Zuhause angekommen und scheint Deutschland und sein neues Herrchen zu mögen!


Wir sind ja ohnehin in stetigem Kontakt – heute, einen Monat später geht Mamos mit auf Skitouren, tollt mit anderen Hunden im Schnee und hört auf seinen Namen. Er hat einen eigenen Korb IM Haus – er hat ein offensichtlich glückliches Leben – alles richtig gemacht!
Ich schlafe zufrieden ein!
Am nächsten Morgen trinke ich meinen Kaffee und lasse mich von der Frage einfangen, ob es nicht doch besser wäre selber zu kochen. Ich will es probieren und beschließe, dass „Cordon Bleu“ vom Hähnchenmetzger nebst einem riesigen Salat das Gericht der Wahl sein wird – ich gehe einkaufen.
Dabei erliege ich der Verlockung mir, quasi als Brunch, eines der leckeren Sandwiches von „Mikes Bakery“ mitzubringen – für die zweite Tasse Kaffee…

Danach geht´s weiter im Arbeitsprozess! Ich hatte Spaß an dem Netzwerkaufbau für meine Garmin Navigation gefunden und wollte da noch ein bisschen dranbleiben – also ran an die Bulletten!

Ich verbaue Verteilerdosen um klare und eindeutige, geschaltete 12V Knoten herzustellen. Ich musste die Antennenstecker noch anbringen, diese habe ich verlötet um an dieser Stelle „sauber“ zu sein. Zudem hatte ich noch einen Schraubstecker für den Anschluss des Garmin / Nexus Windgebers an die Blackbox der Garmin Anlage bestellt. Diesen galt es anzubringen und somit den Windgeber im Mast mit dem Netzwerk zu verbinden. Last not least musste alles ein wenig aufgräumt werden!

Zu diesem Zeitpunkt habe ich, durch Schaffung des 12V Knotens, erste Geräte an die Stromversorgung gehängt. Dies musste, kurz nur, getestet werden – und so ergab sich ein erster Eindruck wie das einmal aussehen könnte wenn ich fertig bin…


Ich ziehe also Kabel für Kabel und fühle mich wie in einem Rausch – Mario der Kabelzieher! Dieser Flow wurde jäh unterbrochen, als ich mal wieder in eine Lücke fassen musste ohne zu sehen wohin eigentlich – ein stechender Schmerz am Finger!

Ich habe mir irgendetwas, einen Spreissel oder eine GfK Faser, exakt in die Ecke des Nagelbettes unter dem Fingernagel gerammt. Autschn, das schmerzt! Ich kappe den bedeckenden Nagel und nehme eine erste Notoperation vor. Es hilft, aber irgendwie war ich nicht 100% erfolgreich – irgendwie plagt mich das Ding!
Ich sollte tagelang davon haben! Na egal, der Tag war ohnehin zu Ende. Ich bruzzle mein „Stuffed Snitzel“ und bereite meinen XXL Salat mit getrockneten Tomaten und Pinienkernen.

Ich mache den Abwasch, heize dafür den Boiler auf und erkenne sehr rasch, dass das Kosten-Nutzen Verhältnis in keinem Aufwand zueinander steht. Die Kosten für die Lebensmittel waren etwa auf gleichem Niveau wie der Besuch der günstigen Tavernen wie z.B. „SouVLakki“, „La Nostra“ oder „Persiana“, dazu kommen Strom und Gas für Kochen und Spülen sowie der nicht unerhebliche Zeitaufwand.
Habe ich also nur noch auswärts gegessen? Nein! Selbst gekocht schmeckt einfach gut, zudem sitzt man im Winter in den genannten Kneipen nicht so nett wie im Sommer – das war der Hauptgrund, jeden Tag neu zu entscheiden. Am Ende war das Verhältnis etwa ausgeglichen.
Am nächsten Tag will ich meine neu verkabelte Navigation mit dem Anschlussknoten hinten verbinden – kurz, das längste Backbone Kabel muss gezogen werden. Ich suche einen Kabelweg, dafür gilt es, zuerst die alten, grauen NMEA0183 Kabel zu entfernen um Platz zu schaffen.

Man ahnt gar nicht, wie häufig man mit der Kuppe des kleinen Fingers anstößt. Zudem dann, wenn man in engen Räumen kräftig an unzugänglichen kleinen Kabeln ziehen muss. Mein Finger tut weh, ich beschließe heute keine Kabel zu ziehen und widme mich einer „Fleißaufgabe“!

Ich fahre zum Elektriker, welchen ich in diesen Tagen fast täglich heimsuche, um eine Steckdose und einen abgewinkelten Stecker zu kaufen – Kabel habe ich noch. Ich verbaue diese so, wie auf dem Bild oben zu sehen, an versteckter Stelle.
Für was ist das? Und wo ist das? Und ging es einfach? Fragen über Fragen…

Schaut mal genau hin – am rechten Bildrand seht ihr unseren Wasserkocher. Der steht auf einer Platte welchen den Stromanschluss für die Kanne bietet. Das Kabel ist bisher fliegend zur freien Steckdose oben verlegt. Wer mich kennt weiß, ich mag keine fliegenden Kabel.
Der Wasserkocher bekommt eine eigene Steckdose, nämlich dort wo er steht, auf der Fläche über die jetzt das schwarze Kabel liegt – der Anschluss wird unsichtbar ausgeführt.

Eigentlich dachte ich, dass ich die neue Steckdose einfach an der Zweifach-Dose darüber anklemmen kann – leider gibt es keinen Durchgang nach oben und ich finde die nächste Anschlussmöglichkeit an der Steckdose der Waschmaschine. Das Kabel ist relativ leicht dorthin zu führen, um es aber anzuschließen, muss ich die Rückwand der Sitzgruppe nochmals ausbauen – sei´s drum…

…und warum der Aufwand???

Darum! Perfekte, kabelfreie, cleane Optik! Ich mag das! Der gute Beobachter wird vielleicht das fliegende weiße Kabel bemerkt haben und dies nun anprangern wollen – nicht nötig! Dies ist nur eine Not- bzw. Übergangslösung. In dem Kasten unter dem Deckel stehen noch die beiden alten Kühlschrankbatterien, welche im Moment unsere ganze Bordelektrik versorgen und dort mit einem Interims-Ladegerät geladen werden.
Das fliegt alles raus sobald unsere Victron Anlage ans Netz geht!
Der / die kritsche Haushaltsverantwortliche wird zudem anmerken, dass das Sauberhalten durch die Platte nun erschwert sein könnte – das war immer Sibylles Argument…

Ich bin zufrieden und gehe Abendessen – wieder ist das „SouVLakki“ an der Reihe, wieder gibt´s Giros mit Pommes.

Während des Essens behalte ich den letzten Gedanken im Kopf – „…wenn meine Victron Anlage ans Netz geht!“ Wollte ich nicht exakt dies anpacken während Sibylle zuhause ist? Ich hadere. Erstens weil ich für den Victron Kram Zuspruch brauche, ich brauche Motivation und auch mal jemanden bei dem ich mich auskotzen kann. Der Victron Job fordert mich am meisten…
Zudem habe ich gemerkt, dass ich für das Kabelziehen alle Bodenbretter öffenen muss, auch nicht prickelnd wenn Sibylle da ist. Ich ändere meinen Plan! Ich mache die Victron Anschlussarbeiten im Motorraum zusammen mit Sibylles Hilfe im Februar.
Bis dahin bereite ich im Umfeld alles vor, ziehe alle Kabel bis dorthin und finalisiere meine Navigation, mein Garmin Projekt. Ich halte es für eine gute Idee!
Wieder zurück auf NESSAJA eröffne ich meinen „Operationssaal“ ein weiteres Mal, noch immer plagt mich die Ecke meines kleinen Fingers – ich muss prüfen, ob ich hier nicht noch etwas übersehen habe.


Ich verwende entzündungshemmende Salbe und gehe ins Bett. Wie immer bei solchen Wunden, plagt mich die verletzte Stelle noch ein paar Tage, inzwischen ist aber alles wieder verheilt. So ein Körper ist schon was Tolles.
Täglich beobachte ich den Wetterbericht – ich habe noch zwei Aufgaben die außen erledigt werden müssen. Dies muss ich etwas koordinieren. Ebenfalls zu koordinieren ist mein Essensverhalten – bei schlechtem Wetter plane ich zu kochen, bleibt es trocken fahre ich mit dem Motorrad in die Taverne. Der heutige Tag war schwer einzuschätzen.

Da nicht klar war, wie sich das Wetter entwickeln würde, habe ich als erstes eine kleine Besichtigungstour unternommen. Ihr wisst, dass ich immer mal wieder damit liebäugle meine GS griechisch zu machen. Das ist relativ aufwändig und kostet auch ein paar Cent. Eine Alternative wäre, ein griechisches Fahrzeug zu kaufen und die GS zu veräußern.
Sibylle und ich spielen dabei mit dem Gedanken, vielleicht doch wieder ein Auto zu beschaffen, die Möglichkeiten damit und die ganzjährigen Einsatzoptionen sind doch größer – aber es müsste ein Spaßvehikel sein. Giorgos weiß darum und hat mir einen Suzuki Samurai nahe gelegt, diesen galt es anzusehen.


Schön! Das Wägelchen genießt mittlerweile Kultstatus und ist durch das „Kaufpreistal“ auch schon durch. Der aufgerufene Kaufpreis von 4.000.-€ wäre vermutlich zur Verhandlungsbasis und wohl auch gerechtfertigt. Das Geld wäre wahrscheinlich „sicher“ angelegt.
Inzwischen hat auch Sibylle das Auto gesehen und es gibt eine Alternative dazu – wir überlegen! News zu diesem Thema wohl im Februar Blog!

Das Wetter stabilisiert sich, es wird heller und als ich zurück zum Schiff komme, legt gerade die Fähre in Lakki an. Sie kommt mit fast einem Tag Verspätung, weil es in der Zentralägäis die letzten Tage schwere Gewitter gab und Fähren ausfallen mussten. BlueStar tat alles um dies wieder aufzuholen.
Ich beschließe die Außenarbeit anzugehen und meine Solarmodule mit den Anschlusskabeln zu verbinden.

Ich muss wieder eine griechische Arbeitsausführung korrigieren. Bei der Montage meines Hardtops hat Giorgos am Dach eine Verteilerdose angebracht um dort die Verbindungen vorzunehmen. Dabei wurde eine billigste Ausführung ohne Dichtheitsklassifizierung verwendet. Zum Einsatz kamen zudem geschlitzte Kabelführungen – das ist nicht akzeptabel.
In meinem Paket war daher auch eine neu bestellte PEBA Anschlussdose der Klassifizierung IP68 enthalten, das bedeutet wasserdicht bis 1h in 5m Tauchtiefe – diese galt es zu verbauen, es sollten weiterhin graue, nicht geschlitzte Kabelführungen verbaut werden.

Dieses Bild dient der besseren Vorstellung – es hat aber fast einen halben Tag gedauert, bis dieser Stand erreicht war. Leider ist die PEBA Dose mit den vier symmetrischen Anschlüssen relativ klein, es war herausfordernd dies alles einzufädeln.
Zur Info – die Quetschverbinder sind NICHT für Solar, die sind für das Licht und wurden durch eine wasserdichte Ausführung ersetzt. Zudem wurden die zunächst verwendeten Lüsterklemmen durch WAGO Klemmen ersetzt.
Bis ich diesen Sachstand erreicht habe, musste ich mich aber ein wenig ärgern…


Giorgos hatte die alte Dose auf das Dach, beziehungsweise die darunter liegende Stange genietet. Exakt darunter ist auch das Cockpitlicht montiert – siehe das vorvorherige Bild.
Um die alten Nieten zu entfernen und dann die neuen zu setzen, waren neben dem Bohrer auch ein paar wirklich leichte Hammerschläge erforderlich – diese ließen das Glas davonfliegen.
Warum? Ich weiß es nicht, sah aber, dass eine der Haltelaschen angebrochen war. Ob dies beim Herunterfallen oder einem vorangegangenen, missglückten Montageversuch geschehen ist? Ich weiß es wirklich nicht, konnte das Problem aber durch einkleben der Lichtscheibe mit klarem Silikon lösen.

Das klingt nun, als wäre es ganz einfach gewesen, nach dieser Lampenreparatur die neue Box auf die gleichen Löcher zu nieten. Im Prinzip ja, würde Radio Eriwan da wohl sagen – wenn sie eine qualitativ hochwertige Nietenzange haben.
Das war meine wohl nicht!

Die verwendeten Nieten haben die maximale Größe für Zangen dieser Bauart. Bei meiner jedoch war das Problem, dass der Pin mit dem die Niete gezogen wird, kaum oder eher nur mit Gewalt in die „zupackende“ Aufnahme der Zange, also das Innenleben, gepasst hat.
Ich bin zum örtlichen Händler gefahren, dieser bietet ebenfalls nur Billigzangen an, die Neun-Euro-Zange die er vertreibt, konnte den Pin der Niete, bei gleicher Technik, aber so aufnehmen wie es sich für ordentliches Arbeiten gehört. Ja, Werkzeugqualität und Toleranzen stehen in direkter Korrelation.
Eine weitere Problemstellung waren die verwendeten Kabel. An den beiden, direkt der Anschlussdose benachbarten Solarmodulen, waren wohl die originalen Kabel des deutschen Lieferanten angeschlossen – die sind durch eine andere Ummantelung bei gleichem Kabelquerschnitt etwas dicker als die, die Giorgos wohl zur Verlängerung der Anschlusskabel der weiter entfernt montierten Module verwendet hat.

Daraus ergibt sich, dass eine erdachte Lösung für den einen Durchmesser nicht unbedingt für den anderen Durchmesser funktioniert – es war herausfordernd, zeitintensiv aber letztlich lösbar. Anpassungsarbeiten waren nötig, das hatte ein ziemliches Gefummel und Geschnibbel zur Folge.

Letztlich habe ich also, ausgehend von dem Foto ein paar Absätze zuvor, den ganzen Nachmittag gewerkelt, am Ende aber ein sehr gutes Ergebnis erzielt – ich bin zufrieden.

Der Abend brach an, es wurde frisch und ich musste sehen, dass ich meine Baustelle von draußen nach drinnen verlagere.

Ob die von mir gefundene Lösung eine langfristige ist, werde ich mir ansehen. Diskussionen in dem von mir favorisierten „Mittelmeer Skipper Forum“ ließen mich etwas Zweifeln – vielleicht werde ich die Verbindung an dieser Stelle noch einmal mit professionellen MC4 Steckern aufbauen.
Im Schiff war die Arbeit lange nicht erledigt…

So sieht es im Schiff nach einem umfänglichen Arbeitstag aus. Ich räume aber IMMER auf, jeden Abend investiere ich die Zeit! Das mache ich für meine Zufriedenheit, ich will erkennen für was ich das alles mache – für mein Zuhause!
Aufgrund der vorgerückten Stunde gehe ich heute wieder ins „SouVLakki“ – und bin überrascht! Es ist voll, gerammelt voll – offensichtlich ein Kindergeburtstag. Man räumt mir ein Plätzchen am Rand frei…



Kurz nochmal zum Wetter. Auch wenn es durchaus einmal Gewitter oder Regenschauer gab, es war den ganzen Januar relativ warm. Ich habe die Heizung morgens und abends jeweils zwei Stunden laufen lassen, ansonsten waren wir immer im Bereich zwischen 15°C und 20°C. Das ist doch eine gute Gesamtsituation für ein Dessert…

Zurück am Schiff, vertreibe ich mir den Abend mit der Arbeitsvorbereitung für den nächsten Tag – ihr habt gelesen wie ich die Kabel vom Dach nach innen brachte, ihr konntet verfolgen, wie ich die Module an die Leitungskabel angeschlossen habe. Was kommt jetzt? Exakt! Das Verbinden der Leitungskabel mit den Solarreglern, die Einbindung ins Victron System.
Ich recherchiere noch einmal – was ist zu tun? Wo wird angeschlossen, wie technisch ausgeführt? Nix vergessen, an alles gedacht???

Am Morgen des darauffolgenden Tages lege ich mir die zu verbauenden Kabel und Ersatzteile zurecht. Ein Teil davon wird abends im System hängen, der kleinere Teil geht in die Kiste zurück – der Inhalt derselben wird erfreulicher Weise stetig kleiner.


Weil das Anschließen der Module und der Einbau der beiden Schalter recht flott ging, habe ich zudem kurzerhand das IP22 Ladegerät für die zwei Starterbatterien für den Motor und den Generator verbaut und an die Starterbatterie angeschlossen.

Das war smart zu lösen – ich hatte vom alten Ladegerät eine über das Schaltpanel ein- und ausschaltbare Steckdose im Motorraum. An dieser erfolgte der Anschluss, denn diese war ja frei. Der Quattro wird künftig direkt vom Landstrom versorgt.
Leider hat die Batterie aus 2014 den ersten Ladedurchgang nicht überlebt. Sie hatte sich wohl „kaputtgestanden“ – ein Grund sowohl diese Motorstarterbatterie, als auch die ebensoalte des Generators demnächst zu erneuern.

Ich brauchte frische Luft! Das Tagwerk war geschafft, es waren noch ein paar Sonnenstrahlen übrig, die galt es zu genießen. Ich hatte Lust auf einen Ouzo im „Palma“ und fuhr somit schnurstracks zu Lefteris.

Ich schlürfte an meinem Ouzo, genoß meine Meze und checkte die News aus Deutschland – da sah ich DAS…

Es erfüllte mich mit Freude auf Leros geblieben zu sein. In Deutschland war kaltes Mistwetter und starke Schneefälle, Das brauche ich nicht – ich schicke das Bild des Miesbacher Merkur zusammen mit einem von mir gemachten an Sibylle – sie möge bitte vergleichen…

…ach, und viel Spaß beim Langlaufen! Ob sie es auch so lustig fand? Als Antwort kam ein kotzender Smiley, ich verbuche es als Spaß 😉
Abendessen abermals im „SouVLakki“ – ich will euch nicht langweilen, aber es ist erwähnenswert, weil wieder Kindergeburtstag war, es war wieder gerammelt voll!



Egal, ich kann das ab und will ja hier auch nicht gepflegt dinieren sondern nur mein bescheidenes Abendessen und dann zurück auf´s Schiff.
Ich entdecke ein neues Package für mich – 1/2 Hendl mit Pommes und Salat, zuzüglich einer Cola für insgesamt 12.-€, da kannst nicht klagen!

Beim morgendlichen Kaffee grüble ich immer noch über ein, zwei Victron Fragen. Hersteller sollten ihre Bedienungsanleitungen immer von fachkundigen Laien gegenlesen lassen – nicht alles ist klar verständlich! Ich muss daher eine Mail an meinen Händler verfassen und nachfragen, erhalte meine Antworten aber zeitnah.

Das Wetter hat sich stabilisiert, die Temperaturen sind abermals gestiegen – naja, es war auch Südwind.


Da ich ab und an Abwechslung brauche, widme ich mich wieder ein bisschen meinem NMEA2000 Netzwerk. Ich will an der anderen Seite weitermachen und weiß, dass ich meinen bereits eingebauten Tankgeber für den Fäkalientank in das System einbinden muss. Auch hier muss ein Kabel gezogen werden.

Ich bereite also alles vor, was ich benötige, um ein Kabel mit üppigem Steckeranschluss unter dem Badezimmerboden von links nach rechts zu ziehen.

Auf dem Bild sieht man den Weg und das, bereits durchgezogene, Kabel. Das geht nicht in Minuten, man braucht etwas Geduld, muss die Richtung festlegen und das Hilfswerkzeug für das Ziehen auf den vermuteten besten Weg bringen – das klappt nicht immer auf Anhieb. Auch hier brauchte es einige Versuche, zudem ist es mir mit den verlängerten Drahtziehern nicht gelungen. Auch ein professioneller Kabelzieher war nicht formstabil genug um ihn in die richtige Richtung zu schieben.
Die Lösung???

Drei XXXXL Ratschbandl, auch bekannt als Kabelbinder, verbunden mit Duck-Tape waren sowohl flexibel genug als auch formstabil genug um sich zum Zielort bugsieren zu lassen. Mit ihnen konnte ich das Datenkabel ziehen – das sieht man, bei genauem Hinsehen auf dem vorherigen Bild.
Ich mache nach Abschluss der Arbeit noch rasch meine e-Mails und ein bisschen Computerwork, treibe mich etwas in den Sozialen Medien herum. Spaßeshalber checke das Wetter bei Sibylle und gleiche mit dem hiesigen ab.

Der Abend dieses Tages war verplant – ich habe vor zwei Tagen mit Giorgos vereinbart, dass ich ihn auf einen Kaffee besuche. Ich fahre also mit der GS nach Kamara und genieße abermals das Naturschauspiel des Sonnenunterganges.

Bei Giorgos angekommen, waren die Arbeiten in der Werkstatt bereits in vollem Gange. Zu dieser Jahreszeit hat er Hochkonjunktur mit seinen „Constructions“, zumeist Geräteträger für Solarzellen und ähnliches.

Wir trinken einen Cappuccino und quatschen etwas, dann wird mir fad und kalt. Ich verabschiede mich höflich und fahre wieder heim. Zuhause warten die Zutaten für mein Cordon Bleu mit Salat.
Ich werfe also den neuen ENO an und bruzzle den gefüllten Hähnchenfransen.


Die folgenden Tage wiederholen sich ein wenig. Das stellt mich auch beim Schreiben des Blogs immer vor eine schwierige Aufgabe. Ich formuliere ohnehin immer lang aus, das weiß ich, es macht mir aber Spaß und ich finde es auch dramaturgisch wichtig um die Gefühlslage transportieren zu können.
Was nun kommt, kann oder könnte ich kurz zusammenfassen – aber ist das gut? Ich weiß, dass auch technisch Interessierte mitlesen, die sich für die Details der Installationsarbeiten interessieren. Zudem möchte ich meine Erfahrungen teilen. Die Essensbilder haben immer auch den Hinweis auf die Tavernen, erzählen über die Situation im Winter, beantworten aber auch die Frage wie wir, oder in diesem Fall ich, uns organisieren und versorgen.
Ich werde versuchen, kurz aber aussagekräftig die nächsten Tage zu beschreiben.
Wie jeden Morgen checke ich das Wetter – das ist besonders wichtig wegen meiner Einkaufsfahrten und der Frage, wo ich zu Abend essen werde. Ich habe nur das Motorrad, bei schlechtem Wetter versuche ich, nicht fahren zu müssen.

Ich habe mich entschieden, das klang bereits durch, während Sibylles Abwesenheit Kabel zu ziehen und alles für die große Installationsarbeit vorzubereiten und dies auch zu finalisieren.
Jeden Tag nehme ich mir ein neues Teilstück der Kabelwege vor. Ich versuche dabei an alle auf dieser Strecke notwendigen Kabel zu denken, das gelingt meist, aber nicht immer.
Heute waren der 12V Anschluss des NMEA Netzwerkes und des Autopiloten an der Reihe…



Die ersten Kabel von vorne nach hinten werden gelegt. Ich muss entscheiden, ob ich den bestehenden Kabelkanal verwende oder in unmittelbarer „Nachbarschaft“ verlege. Beide Wege gibt es schon, da der Kabelkanal voll ist.
Ich entscheide, 230V Stromkabel später in den Kabelkanal zu verlegen, die Navigation jedoch außerhalb zu verdrahten.
Alle Bodenbretter müssen raus.

Die alten, grauen Kabel weichen heute, die neuen ziehen ein. Etwa auf der Hälfte des Weges zweigt ein Teil der Kabel in das Motorkompartment ab, dort befindet sich die Schaltzentrale. Die Kabel für den Autopiloten jedoch, müssen weiter zum Heck geführt werden.

Es ist nicht nur das Kabel zu ziehen, manchmal müssen auch Durchgänge geschaffen werden. Bis Durchmesser 15mm kann ich Holz und GfK bohren, danach müssen die Fräser ran. Hier brauchte ich für den Stecker des Datenkabels 20mm.
An dieser Stelle, kurz vor dem Bett, beende ich den Weg in diese Richtung. Ich weiß, dass ich diesen Arbeitsschritt nicht fertig bekomme bevor die Nacht einbricht. Weil ich das Bett aber nicht zweimal zerlegen will, verstecke ich die Kabel an dieser Stelle und schließe die Bodenbretter – die Zeit reicht aber noch, um den 12V Anschluss hinter dem Navitisch zu finalisieren.


Manche Kabel liegen noch von der alten Installation. Ich kann diese ab und an wiederverwenden und muss gegebenenfalls nur Umklemmen. Um diese Kabel eindeutig zu identifizieren, musste ich mir etwas einfallen lassen – normaler Weise hilft mir Sibylle beim Messen…

Ich messe die Spannung einer 9V Blockbatterie und schicke diese durch das zu identifizierende Kabel – natürlich stelle ich sicher, dass dieses stromlos ist, meist ahne ich von wo nach wo ich suchen muss.
Kann ich am anderen, vermuteten Ende dann ca. diese 9V messen, habe ich mein offenes Kabelende gefunden und kann dieses Kabel nutzen.
Obwohl das Wetter erlauben würde auswärts zu essen, lass´ ich mir eine Pizza liefern, es ist spät und ich bin faul – ich mag auf der Couch liegen und den Abend genießen.

Am nächsten Tag habe ich zunächst Besorgungsfahrten zu machen. Das kann ich nicht leiden, weil ich gedanklich meist schon bei meinen Projekten bin, mich aber dann zeitverschwenderisch den meist unnötigen Dingen widmen muss.
Unnötig zum Beispiel, wenn man zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres die Arbeitslampe umtauschen muss. Wieder flackern die LEDs, wieder wird die Lampe dunkler, das Chinaglump will ich nicht mehr!

Ich verhalte mich deutsch und bringe den Elektroschrott zum Elektrofachgeschäft. Dort verrechnet man den Kaufpreis anstandslos, kann mir aber keine bessere Alternative anbieten. Ich sende einen Beschaffungsauftrag an Sibylle, welche diesen auch erfüllt, inzwischen habe ich eine Lampe aus deutscher Produktion und hoffe das Beste…
In dieser Stimmung treffe ich vor dem Supermarkt ein. Klar, wenn ich durchgeladen bin fällt mir natürlich auf, wenn etwas – nett formuliert – seltsam ist. Zum Beispiel das Parkverhalten der meisten Lerianer.

Dieser Parkplatz, der eigentlich keiner ist, weil er zugleich Laderampe, Rollstuhl- oder Rollatorauffahrt und Motorradparkplatz ist, dieser Platz ist der meistbegehrte Parkplatz der Supermarktkunden – weil man nur 5m bis zur Türe laufen muss. Wohlgemerkt, das Parkhaus des Supermarktes ist überdacht und ungefähr 10 Laufmeter entfernt – ahhhrgh…
Ich habe keine Lampe mehr und die Taschenlampe hat eine zu kurze Leuchtdauer – was tun?

Ich greife zu meiner LED-Lenser Stirnlampe. DAS ist Licht! DAS ist Qualität! Der Haken an der Sache, ich schwitze an der Stirn und der Akku der Lampe hängt wie eine schwere Last an meinem Hinterkopf. Zudem besteht die Gefahr der Erblindung, wenn man beim Vorbeigehen am Spiegel vergisst, dass man diesen Suchscheinwerfer am Kopf trägt und einen Blick in ebendiesen Spiegel wagt. Nun denn.
Ich fahre zu meinem Lieblingsgrill, dessen Betreiberpaar mir inzwischen die Facebookfreundschaft offeriert hat und in dem mich jedermann beim Vornamen ruft. Hier war ich oft, wie mir schlagartig bewusst wird! Ich ordere mein neues Lieblingsensemble „Half Chicken on a plate“, dies beinhaltet ja, wie schon geschrieben, die Pommesbeilage und den Salat.
Besonders unter der Woche gibt man sich sehr große Mühe die Portionsgröße bestellergerecht auszuführen 😉

Danach gehe ich zurück auf NESSAJA, das Internet ist inzwischen seitens Cosmote wiederhergestellt und ich kann einem Microseminar des TO folgen, ich freu´ mich drauf.

Wie immer führen Marlene und Bert Frisch vom TO durch den kurzweiligen Abend. Ich kenne die Themen bereits, nehme heute aber gerne am „Motorenseminar“ von Michael Herrmann teil. Die Beweggründe dürften auf der Hand liegen.

Ich finde es gut gemacht, finde es toll, dass der TO den VW Bus von Hinnerk zum „Studiobus“ umfunktioniert hat und fahre total auf Marlenes „Maschinistin“ Shirt ab, ist es doch ein Running-Gag der beiden, Marlene überall als „die Maschinistin“ der HEIMKEHR vorzustellen. Die Beiden leben ihre Leidenschaft!
In der Summe finde ich das Seminar, wie die meisten der Teilnehmer, gut. Ich bin aber, durch meine Prägung und meine Profession der Überzeugung, dass man durchaus eine größere Bandbreite bei gleichzeitig weniger Details wagen könnte. Ich hoffe irgenwann einmal wieder als Referent für solche Themen zum Zug zu kommen, beim TO, bei ABC oder einer anderen Institution.
Neuer Tag, neues Glück – das Spiel beginnt von vorne, diesmal aber mit einer zusätzlichen Komponente – nämlich der, eine Arbeit zu beginnen vor der einem graut.

An jedem der vergangenen Tage entnahm ich meiner Garmin-Kiste zu verbauende Teile und zu verlegende Kabel – die Anzahl der noch übrigen Puzzlestücke reduzierte sich somit Tag für Tag, es wird übersichtlicher. In einer Ecke lauert aber noch ein 3m NMEA Kabel, ein 12V Anschlusskabel, darunter der, bereits in den Konsolendeckel verbaute, zweite Plotter für den Steuerstand.
Die Montage dessen ist nicht aufwändig, das Einziehen der beiden noch übrigen Kabel dagegen schon. Dies besonders deshalb, weil am NMEA Kabel ein dicker Stecker dran ist und im Rohr der Steuersäule schon zwei dicke Kabel verlegt sind.
Ich gehe es ruhig an und beschließe sofort, dass ich die Steuersäule noch einmal umlege und das steckerfreie Kabel des Bugstrahlruders noch einmal herausziehe um Platz für das steckerbewährte NMEA Pendant zu schaffen.

Das war die einzig richtige Entscheidung! Ich nehme zudem den NavPod noch einmal ab, um auch an der Bohrung den vollen Winkel ausnützen zu können. Auch das kristallisiert sich als die richtige Wahl heraus.
Es dauert eine Weile, es müht mich, ich muss unerwartet kräftig zerren und mit Spülmittel arbeiten, habe dann aber doch alle Kabel durch das Rohr gezogen.

Ich baue alles wieder zusammen, montiere die Konsole wieder und kann nun auch den Plotter anschrauben. Natürlich wird vorher alles den Vorgaben entsprechend verkabelt und auch das Bugstrahlruder wieder angeschlossen.

Da ich an dieser Stelle fertig bin, probiere ich gleich unser Cover für die Steuersäule aus. Durch die Entscheidung, nicht beide Konsolen hier zu montieren, besteht eine theoretische Chance, dass die Abdeckhaube noch passt.

Ich freue mich, dass an dem Wetterschutz keine Änderungen nötig sind und gehe nach unten um dort weiter an den Anschlüssen zu werkeln. Es befinden sich nun alle notwendigen Kabel im Motorraum um dort eine Verteilerdose als Anschlussknoten zu installieren und die einzelnen Leitungen zusammenzuführen. Ich finalisiere also die 12V Stromversorgung meiner Navigation und verbinde das letzte NMEA2000 Drop-Down Kabel.


Vor diesem Arbeitstag hatte ich Ehrfurcht! Ich war froh, dass er achteraus lag und wollte mich belohnen – mit einem sehr guten Tropfen, einem „Dark Cave“.

Danach ging´s zum Dinner ins „SouVLakki“! Heute ist Girostag, ausgerufen von mir selbst – ich war allerbester Laune.

Während ich beim Essen saß, fing mein Telefon an einen Alarmton auszusenden. Die Griechen kannten den Ton und lächelten milde, ich starrte auf mein Mobilgerät – was war das?
Ah, wieder eine offizielle Warnung welche von der griechischen Behörde in die Mobilfunknetze gesendet wurde – Wetterwarnung! Oder besser – UNwetterwarnung!

Diesen Warnungen darf man Glauben schenken – obwohl alles dagegen sprach, denn es war ein lauer Donnerstagabend…

…der um kurz nach 19.00 Uhr noch fast 20°C bot. Das natürlich OHNE Sonne, klar um diese Uhrzeit, aber erwähnenswert. Ich hatte weniger das Gefühl einer Wetterwarnung Gehör schenken zu müssen, als eher einer Kalorienwarnung – „Repapis“ ist nur einen Steinwurf weit vom Girosgrill meiner Wahl entfernt.

Wer mich kennt weiß, ich bin ein Sklave meiner Leidenschaften, so war es nur eine Frage der Zeit, dass ich mich geschlagen gab und mich den Gelüsten hingab!

Der Wetterdienst hatte Recht – in der Nacht begann es zu toben! Heftige Sturm- und Gewitterböen fegten über die Marina. Der Wind war stramm und die Geräuschkulisse ohrenbetäubend.

Am nächsten Morgen war die ganze Marina mit leicht grün-bräunlichem Wasser gefüllt. In der Bucht war das Wasser aufgewirbelt worden und durch den Wind aus Süd in die Marina getragen worden. Den Rest tat das ablaufende Wasser vom sandigen Marinagelände, welches weitgehend ohne durch eine Kanalisation geführt zu werden, irgendwo ins Meer läuft.


Ein Tag um drinnen zu arbeiten – ich hatte ein neues Ziel vor Augen! Die Fertigstellung meines Garmin Projektes.
Mir war klar, dass durch den fehlenden Vierfach-Verteiler, die Fertigstellung nur bis zu einem gewissen Punkt fortgeführt werden kann – aber einen Verteiler anzuschrauben und zwei Kabel zusammenzustecken ist ja kein fehlender Arbeitsschritt. Ich wollte alle Punkte die Navigationsanlage betreffend, von meiner Liste streichen können. Dafür waren noch zwei Arbeitstage anzusetzen.
Tag 1 war HEUTE!

Ich öffne das Bett, räume die, von der Türe aus gesehen rechte Seite komplett leer und verlege das Datenkabel für den Linearantrieb des Autopiloten. Auch dafür müssen, an schwer zugänglicher Stelle, zwei 20er Löcher gefräst werden, aber der Kabelweg ist klar, denn es gibt auf dieser Seite schon einige Durchführungen, zum Beispiel für das Lenkseil oder die Wasserversorgung der Heckdusche. Hier kann ich das Kabel gut dazuhängen.

Ich nehme mir Zeit, arbeite gemütlich vor mich hin und gönne mir dazwischen ein Tässchen Kaffee. Am frühen Abend melde ich Vollzug, der Linearantrieb ist verkabelt, ich kann diesen Bereich fertigstellen und den Aufgabenpunkt von der Liste nehmen.
Ich habe beste Laune, bekoche mich mal wieder gut und gönne mir nach dem Essen ein bisschen „Tagesshow“ aus der Mediathek.

Am nächsten Tag wollte ich, der ich gerade im Flow war, diesen Projektpunkt abschließen und finalisieren. Aber vorher hatte ich ein bisschen was zu erledigen…


Der Einkauf ließ mich mal wieder nachdenklich werden – ich kaufe Tortellini als Frischware aus der Kühltruhe und ein Glas Tomatensugo und zahle 8,32€. Für 8,50€ kann ich mein Minimalgericht im „SouVLakki“ bestellen. Ich muss weder Gas, noch Strom, noch Zeit aufwenden und belebe die lokale Gastronomie. Da stimmt was nicht…
Weil ich wusste, dass es abends „nur“ Tortellini mit Soß´ gibt, gönne ich mir mal wieder ein Sandwich von „Mikes Bakery“ zum Brunch. Das mit einer zweiten Tasse Kaffee, dann geht das Tagwerk los!
Nur noch schnell auspacken und das Zeug verräumen, den Müll trag´ ich nach dem Essen raus…

Ich deponiere den Müllsack für einen Wimpernschlag auf dem Navitisch um noch etwas beizupacken – fällt mir der Sack doch buchstäblich in den Rücken!
Der gesammelte Unrat, samt Bohrspänen, Kaffeepulver, Filter und Kleinstteile verklappt sich auf meinen Sitz und den Boden.
Erinnert ihr Euch noch an das HB-Männchen – wer wird denn gleich in die Luft gehen? ICH NICHT!
Ich sammle das Zeug gaaaaanz ruhig auf und genieße erstmal mein Frühstück!

Danach ging es endlich los…

Mein Deckel für die Außenkonsole ist fertig, die Instrumente und der Lichtschalter eingebaut, die Löcher am Niedergangsdach gebohrt, die Kabel verlegt – die Arbeitsschritte habe ich mit euch geteilt.
Der Grund warum die Konsole noch nicht montiert ist, ist eine fehlende Silikonfuge und letztlich auch der abgängige Vierfach-Verteiler.
Damit die Endmontage tatsächlich so schnell geht wie erwartet und ich guten Gewissens das Projekt Navigation für beendet erklären kann, muss ich noch den Anschluss des Lichtschalters vorbereiten.
Ich weiß nicht mehr genau wie das war, habe aber schon zwei dieser Schalter verbaut – ich fotografiere also einen der verbauten Schalter.

Nanu? Das sieht anders aus – und ich erinnere mich! Bei den beiden bisher verbauten Schaltern waren Stecker dabei. Ich rufe meine ebay Bestellung auf und stelle fest, dass auch der neue Schalter hätte mit Stecker geliefert werden sollen. Ich suche, finde aber nix. Egal, stiller Protest hilft nix, ich weiß nicht, ob der Stecker in der Lieferung gefehlt hat oder irgendwo bei uns verschwunden ist – ich muss also improvisieren.
Ich fahre in den Ort und kaufe 2,8mm Steckerchen und bastle meinen Anschlussstecker selber…


Irgendwie zaudere ich- da fehlt doch was??? Ich bemühe abermals ebay und finde es toll, dass der Verkäufer einen Anschlussplan im Internet hinterlegt.

Oh mann – f^ck! Ich habe ein Kabel vergessen einzuziehen. Für einen Schalter braucht man zwei Litzen, besser gesagt nur eine, welche dann unterbrochen wird – einen Hin- und einen Rückweg. An die habe ich gedacht! Wenn der Schalter aber beleuchtet ist, dann braucht es ein Massekabel – daran habe ich NICHT gedacht!
Zwei Optionen tun sich auf – ein Kabel ziehen oder auf die Beleuchtung verzichten. Wer mich kennt weiß, ich wähle die aufwändige aber saubere Option, ich ziehe ein Kabel.
Dafür muss der Kabelweg vom Dach noch einmal geöffnet werden…

Es geht dabei um den Kabelweg mit dem geriffelten Schlauch, ihr erinnert euch! Ich hatte echt Sorgen, es ging aber relativ gut und rasch, das „echte“ Ziehkabel durch den Schlauch zu schieben – der Rest war ein Kinderspiel!
Wenn nicht Murphys Law vollumfänglich zugeschlagen hätte – denn tatsächlich ging bei der Demontage die Verkleidung des Schachtes zu Bruch, das Silikon klebte schon zu fest.

Da es ein sauberer Bruch war, konnte ich das recht einfach und schnell reparieren, man sieht eigentlich nix mehr. Ich sollte dennoch überlegen, die beiden Plastikabdeckungen mal durch welche aus Holz zu ersetzen.
Auch mein toller Adapterstecker brauchte eine weitere Anschlussoption, das war aber schnell erledigt.

Ich bringe den Adapter an den richtigen Klemmen an und schrumpfe die namensgleichen Schutzschläuche auf ein passend´ Maß.

Der so vorbereitete Konsolendeckel musste noch getestet werden, ich bringe ihn also nach oben zu den vorverlegten Kabeln und hänge den Schalter an.

Ich betätige den Knopf und es erfreut mein Herz – die viele Müh´ hat sich gelohnt, die blaue Beleuchtung des Schalters funktioniert…

…was sich aber hinter meinem Rücken tut, sehe ich erst zeitverzögert! Ich drehe fast am Rad!

Ich bin sauer, wieder einmal werde ich Opfer schlechter Qualität – so mein erster Gedanke! Ich schreibe Giorgos, er hat mir die Lampe verbaut, Gott sei Dank werde ich in meinem Ärger nicht böse oder gar ausfallend.
Denn irgendeine Eingebung lässt mich die Batterie, an der die Lampe testweise hängt, prüfen – 6,3Volt, damit funktioniert nix! Ich erinnere mich an den Ladevorgang von vor ein paar Tagen und den Hauch von Schwefel in der Luft! Probeweise schalte ich das vor Tagen installierte Ladegerät kurz zu – siehe da, die Lampe funktioniert. Der Schalter tut was er soll, das Tagwerk und somit der Auf- und Einbau meiner neuen Navigationsanlage, meines NMEA2000 Netzwerkes, meines Garmin Projektes, sind abgeschlossen!
Ich schreibe an Giorgos, dass er meine letzte Nachricht vergessen soll und entschuldige mich mit einer kurzen Erklärung…
Dass ich an diesem Abend feststelle, dass meine Sterterbatterie defekt ist, ärgert mich kaum. Ich hatte es eingangs bereits beschrieben – dies war wohl eine Frage der Zeit.

Ich koche mir mein Abendessen, sitze glücklich beim Dinner und streiche danach die erledigten Punkte von meiner ToDo-Liste, das Projekt hake ich final ab.
Auf die Liste der noch nötigen Finalisierungsarbeiten kommen die Punkte Inbetriebnahme, Konsole montieren, Software updaten und Settings anpassen sowie der Punkt Funktionskontrolle.
Ich schlafe zufrieden ein! In nicht einmal zwei Tagen kommt Sibylle zurück…
Am nächsten Morgen sortiere ich mich. Ich will die zwei Tage nicht ungenutzt verstreichen lassen, habe keine Kleinprojekte mehr, will aber auch nicht die umfangreichen Victron Arbeiten angehen – was tun?

Ich besinne mich auf die erfolgreiche Arbeitsweise der letzten Tage und beschließe, sehr wohl mit dem Victron Projekt fortzufahren, aber eben nur „kleine “ Vorbereitungsarbeiten zu machen. Einen Teil davon hatte ich ja schon mitgemacht, jetzt will ich an dieser Stelle anknüpfen.
Ich nehme mir vor, die Steckdose für das Ladegerät der Bugstrahlruderbatterien zu setzen. Ich würde das Gerät nicht einbauen können, weil es gerade „in Vertretung“ für den großen Bruder unsere Not-Verbraucher Batterien befüllt, aber die Vorbereitung könnte ich machen.
Ich besorge Steckdose und Kabel beim Elektriker und lege los…

Dafür muss ich zunächst an den Ort des Geschehens – das bedeutet, das Bett der vorderen Kabine abzuräumen und dabei den Zugang offen zu halten.


Auf dem letzten Bild seht ihr schon, wo ich die Dose gesetzt habe. Dort hat später auch das Ladegerät Platz, die Batterien sind unmittelbar daneben, die Kabeldurchführungen bereits gebohrt.
Von hier aus ging ich mit dem Kabel von Schrank zu Schrank, von Schacht zu Schacht. Den einen zu, den nächsten auf…

Auf diesem Bild sieht man den nächsten Schritt – rechts ist jetzt zu, dafür links offen und ausgeräumt. Ich verlege das Kabel, bohre ab und an Durchführungen. Oft gehen 30cm leicht von der Hand, dann plage ich mich für die nächsten 10cm umso mehr.
Dabei räume ich altes Kabelwerk auf die Seite oder nehme es raus, verlege ab und an neu und fixiere alles mit Kabelbindern ordentlich und sauber.


Nun hatte ich den schwierigsten Teil vor der Brust – vom vorderen Bett aus musste ich, um an den Navitisch und damit an die Schalttafel zu kommen, am vorderen Bad vorbei.
Ich war zwar zuversichtlich, weil es bereits einen Kabelweg gab, aber die Ein- und Ausgänge waren schlecht sichtbar und zugänglich. Das Glück war mir aber hold, weil ein altes Kabel entfernt werden musste. Mit diesem alten weißen Kabel holte ich zunächst meine Zugschnur und an der dann mein neues Anschlusskabel – alles ist im Bild gut zu sehen!
Von hier aus war der weitere Kabelweg vorgegeben und ich war relativ zügig im Salon unter dem Navitisch.

Auch von hier aus war der Weg klar, aber es war dennoch ein bisschen Getüddel bis das Kabel entlang der Ideallinie verlegt war. Egal, denn irgendwann war auch dieses Ende des Kabelweges erreicht, das neue Anschlusskabel war an der Schalttafel, wo es in einem späteren Arbeitsgang an den Schalter „Charger 230V“, an dem auch das hintere Ladegerät für die Starterbatterien hängt, angeschlossen wird. Der Grund für das Einflechten eines zusätzlichen Arbeitsschrittes? Ich mache die 230V Installation nur noch einmal auf und muss noch weitere Änderungen an der Belegung vornehmen und weitere Kabel vom Quattro hierher führen.

Meine Laune war überschwänglich, wieder etwas geschafft, wieder einen erfolgreichen Tag im Kielwasser. Heute würde ich mir ein Menü gönnen.
Ich wusste, dass die Chefin des „SouVLakki“ heute Geburtstag hat. Ich gratulierte höflich und bekam von Anna dafür eine Art griechischen Windbeutel geschenkt – der wurde etwas später zu meinem heutigen Dessert befördert.



Ein Anruf von Hans-Peter erreicht mich – wir tauschen uns etwas aus und in diesem Gespräch fragt er mich unvermittelt – „…hat dir die zweite Wurst geschmeckt?“ Ich merke an, dass ich diese noch nicht probiert habe, denn ich wolle sie mit Sibylle zusammen verspeisen. Die kommt aber erst morgen.
Der Jäger und Hobby-Wurstbastler erklärt mir, dass die Wildschweinwurst „atmen“ müsse, wie ein guter Wein! Ich solle sie irgendwo aufhängen.
Ok, ich gehorche – aber wer soll in solch einem Umfeld konzentriert arbeiten???

Vegetarier könnte ich damit sicher von meinem Schiff vertreiben, es breitet sich eine Duftwolke aus – ich bin abgelenkt, fast schon paralysiert!

Sibylle legt mir in einem Telefonat nahe, etwas einzukaufen bevor sie ankäme. Ich verstehe ihren Wunsch als Befehl und tuckere los. Reichlich bepackt drücke ich vor der Supermarktpforte meinen Anlasserknopf und es passiert…. NIX!
Die GS springt nicht an! Ok, zugegeben, sie lief die letzten Tage etwas schlechter, ging nach dem Kaltstart immer mal aus. Ich vermute Probleme an der Zündkerze, ich fahre hier nur Kurzstrecke.
Die Startversuche und der fortwährende Betrieb von Licht und – Achtung – Heizgriffen, zieht die Batterie zusätzlich runter. Jetzt war es soweit, nichts geht mehr – rien ne va plus!
Ich rollere mein Bike zum, glücklicher Weise vor der Supermarkttüre beginnenden, Gefälle und schubbere ein bisschen mit – Kupplung ziehen, Gang rein, Kupplung kommen lassen – und läuft! Ich fahre in die Marina, bin froh nicht schieben zu müssen.


Sofort hänge ich mein Vehikel an das ihr eigene Ladegerät und starte den Ladevorgang. Das hätten wir, die nächsten Tage gibt´s neue Zündkerzen!
Der heutige Nachmittag ist der, an dem die Phase meines Alleinseins ausklingt, dennoch habe ich Lust, die letzten Stunden noch etwas zu nutzen und zu werkeln. Ich werde bald die Solarregler an die LiFePos anschließen müssen, sie kommen auf das gleiche Terminal wie der Windregler. Das Zusammenhängen der beiden Eingangs-Ladekabel kann man sicher optisch schön und zugleich technisch sauber lösen – ich spiele mich eine Weile und crimpe ein tolles Kabel welches ich im Februar verbauen werde.


Am Abend mache ich mir Kopf, wie ich meine beiden Relais in meine Anlage einbinden muss. Ich habe eine Vermutung, welche mir mein Victron Händler später freundlicher Weise bestätigt. Ich glaube, auch er ist froh, wenn meine Anlage endlich in Betrieb ist.

Ich stelle mir den Wecker auf 04.00 Uhr und sehe sofort nach dem Wachwerden nach, wo Sibylles Fähre gerade ist. Sie ist in-time und wird wohl bald in die Bucht von Lakki einbiegen.

Um kurz nach 04.30 Uhr entsteigt meine Gattin dem Taxi und zerrt die schwere, große Reisetassche über den Steg – ich helfe beim Tragen über die Gangway, schmunzle dabei, darf aber nicht spotten, ein gewisser Teil des Packvolumens ist meiner Bestellliste geschuldet.
Es ist vorbei mit dem Männerhaushalt, die Capetaña übernimmt wieder das Regiment!

Sibylle haut sich ins Bett und schläft sofort ein, ich bleibe wach und denke nach. Ich freue mich, dass sie wieder da ist, aber meine zwei Wochen hier am Schiff waren auch schön – selbstbestimmt, strukturiert und zielorientiert. jetzt funktionieren wir wieder als Team, der Alltag kehrt wieder ein.
Um halb Zehn erwacht meine bessere Hälfte, naja, ganz ausgeschlafen scheint sie nicht zu sein!

Sibylle erholt sich im Laufe des Tages, des letzten des Monats Januar. Sie packt aus, ich räume auf. Sie hat eine Mini-Küchenmaschine gekauft um neue Rezepte umzusetzen, das ist toll.
Zudem so einen Emsa-Abroller für Küchenrollen, Alu- und Cellophanfolien – diesen montiere ich sofort!

Ich hatte eine ganze Liste Ersatzteile bestellt, alle die werde ich im Februar verbauen und verwenden. Seid gespannt!
Sofort montiert habe ich, das hatte ich euch verschwiegen, meinen bestellten Warnpiepser für etwaige Fehlfunktionen des Autopiloten – die Montage war rasch erledigt und abgehakt hatte ich das Garmin Projekt ja bereits.

Sibylle aklimatisierte sich und lud abends zum gemeinsamen Dinner im „Kakomoiras“, dem Meze Lokal, welches sich so langsam in unsere Bestenliste geschlichen hat. Das Ambiente dort ist echt toll, das Essen gut und günstig!

So klang unser Monat aus, ein Monat in dem echt viel voran gegangen ist – SEE THE CHANGES – leider ist genau das der immerwährende Nachteil, man sieht sehr wenig davon, viele Neuerungen sind versteckt ausgeführt, meist ist exakt das der Sinn des hohen Arbeitsaufwands! Ein Paradoxum…
Mir hilft der Blog dabei mich zu erinnern, was alles vorangegangen ist, geleistet und investiert wurde. Er hilft mir zufrieden zu sein.
Weiter war der Januar ein Monat in dem Sibylle beim Familienbesuch voll auf ihre Kosten kam – und doch unser derzeitiges Heim ein wenig vermisst hat. Ein Monat der mich vor Ort mit Sonne und recht angenehmen Temperaturen verwöhnt hat und mir Räume bot um am Schiff voran zu kommen – wir haben uns gegenseitig viele Geschichten zu erzählen!
Der Februar, das zeichnet sich ab, wird wohl der Wintermonat auf Leros werden. Während ich hier sitze und schreibe, fauchen Böen mit bis zu 51kts über die Marina hinweg. NESSAJA neigt sich, sie scheppert. Es regnet fast täglich, gestern ohne Unterlass und es wird kälter.
Es wird der „Victron Monat“ und der, in dem wir uns für oder gegen ein lokales Auto entscheiden werden müssen – es ist, wie bereits erwähnt, zu dem SJ Samurai noch ein weiterer Kandidat ins Rennen gegangen den ich euch im Februarbericht vorstellen werde! Weitere wegweisende Entscheidungen? Ja, auch da tut sich was…
Für uns bleibt es spannend, für euch hoffentlich auch!
Danke für´s Lesen, für die Zeit die ihr uns gewidmet habt und euer Interesse – bleibt dran, wir freuen uns!
Grüße aus Leros von der NESSAJA Crew, Sibylle & Mario
👍🇬🇷😁⛵😁