September 2022 – Imagine

Es ist der erste September – der Hochsommer klingt diesen Monat aus. Wir sind diese Nacht von unserer Urlaubswoche auf Karpathos zurückgekehrt und recht spät und todmüde ins Bett gefallen. Ich wache als erster auf und freue mich auf mein Bad am Panteli Beach. Verschlafen krabble ich aus den Federn und brummle mit der treuen GS an den Lieblingsstrand…

Belebend – der Sprung ins Meer macht wach

Ich sitze bei meinem Cappuccino und lasse die Seele baumeln – die Gedanken fliegen und ich genieße die Ruhe!

A L L O R A…

Jäh werde ich aus meiner Gedankenwelt gerissen – ein Mann schreitet den Strand entlang. Er ist außer mir der einzige Mensch weit und breit, warum, um Gottes Willen, schreit er so???

Er telefoniert!

Das Eine ist für´s Ohr, das Andere zum Reinquatschen!

In dieser Sekunde entscheide ich, dass „Sound of Silence“ der Headline Titel für den Monat September wird! Warum ich nun, heute Morgen, am 08.10. (ich entschuldige mich für die Verspätung), quasi in letzter Sekunde, eine andere Entscheidung getroffen habe, erfahrt Ihr im folgenden Monatsbericht für den September 2022.

Schön, dass Ihr wieder reinschaut, schön, dass Euch unser Tun weiterhin interessiert.

Ich habe diesmal hoch gegriffen und „Imagine“ von John Lennon als Headliner ausgewählt. Der Song wurde vom Magazin „The Rolling Stone“ zum drittbesten Song aller Zeiten gekürt und ich habe bei meiner Recherche ein Zitat gefunden in dem es sinngemäß hieß „…John Lennon konnte nicht ahnen, dass wir 2022 seinen Song Imagine dringender brauchen denn je…“ Ob man das wirklich so sagen kann weiß ich nicht sicher, aber es ist bestimmt etwas dran!

Imagine there’s no countries
It isn’t hard to do
Nothing to kill or die for
And no religion, too

Imagine all the people
Livin‘ life in peace You

You may say I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope someday you’ll join us
And the world will be as one

A L L O R A – abermals schreit der rüstige Rentner in sein Telefon. Mir fällt auf, dass er auf Lautsprechen geschaltet hat und vor meinem Stuhl – auf dem ich immer noch sitze um in Ruhe meinen Cappuccino zu trinken – auf und ab geht. Warum tut man das? In das Telefon spricht man unten rein und oben kommt der Ton raus, es ist dafür gebaut, dass man es ans Ohr hält!

Nicht so mein italienischer Strandfreund vom ersten September 2022 – er plärrt weiter in sein Telefon und sprengt meine Morgenruhe – ich fahre heim und frage mich unentwegt – was bedeutet „Allora“?

Hierzu weiß Google Antwort!

Was meint der Italiener mit Allora?

Konjunktion: „nun, also“

Das trifft auch auf das Wort allora zu, das dein italienischer Gesprächspartner vor dir in die Länge ziehen wird, bevor er zu einem fulminanten Satz anhebt.

Ich murmle leise (deutsche) Flüche vor mich hin, verzichte auf einen fulminanten Satz in Richtung des Amici und verlasse den heute so ungastlichen Ort um zurück zu meiner lieben Frau zu fahren, am Weg genieße ich die Stimmung über der Vromolithos Bucht.

September, Morgenstimmung

Ihr merkt schon – ich bin ein bisschen aufgeladen! Die Monate Juli bis Mitte September waren nicht immer einfach für uns. Es fehlte die Fluchtoption. NESSAJA ist nicht fahrbereit, wir wohnen in der Marina. Das kann man sich vorstellen wie auf einem Campingplatz, mit allen Vor- und Nachteilen! Auch darüber wird dieser Blogbericht handeln – ich werde versuchen einen kleinen Appell für Tugenden wie Rücksicht, Fairness, Solidarität, etc. auszusenden. Im Kleinen anfangen – IMAGINE…

In dieser Stunde wurden meine Flüche von einer höheren Macht wohl als gewichtiger eingestuft als mein hehrer Ansatz für einen besseren Umgang der Menschen untereinander – die Strafe folgte stante pede, mein Motorrad eierte plötzlich verdächtig. Die Ursache war rasch gefunden.

Wie kommt so ein Nagel in den Pneu

Ein ca. fünf Zentimeter langer Nagel steckte in einem meiner guten Michelin Pneus – in Deutschland bei einem Motorrad der Tod des Schlappens, wird hier in Griechenland kurzerhand ein Flickstöpsel von außen!!! in den Reifen gezogen. Dieser selbstklebende Pfropfen verschließt das Loch und ich konnte 3.-€ und fünf Minuten später weiterfahren. Mein Dank gilt der BP Tankstelle in Lakki!

Zu viel Aufregung für den ersten Morgen nach der Rückkehr – Zeit für ein geruhsames Frühstück. Ich komme wieder am Schiff an.

NESSAJA der schwimmende Wäscheständer

Sibylle war in der Zwischenzeit nicht faul – das Frühstück nebst Kaffee bereitet, die Betten abgezogen und die Bezüge schon in der Maschine, der Wasserschlauch hängt in den Tanks und wir müssen…

STOP! Ihr solltet wissen, es ist eine Marotte von Sibylle, dass sie immer nach einer Rückkehr nach Hause den Drang hat, innerhalb von Stunden einen großen Rundumschlag in Sachen Haushaltsleistungen zu setzen. Dieses Handeln, gegen welches ich per se nichts habe, wird meist begleitet durch die Formulierung „WIR müssen“. Ok, nach 20 Jahren kenne ich meinen Part und folge (meist) – so auch heute, aber erst NACH dem Frühstück!

So MÜSSEN wir beispielsweise zu Susannes Haus um dort während Ihrer Abwesenheit den Feigenbaum abzuernten – da helfe ich doch gerne, bin ich doch schon wenige Tage später der Nutznießer der Aktion 😉

Mit dem Bike nach Xirokampos…
…um dort Feigen zu pflücken – Marmelade, yummie!

Harte Arbeit wird entlohnt, das ist eine eherne Regel, welche auch heute nicht gebrochen wird – so geht sich schon bald nach dem Feigenpflücken und dem Wäscheaufhängen ein Belohnungseis aus. Diesmal im „Sorbet“, wo die Wahl auf die paradisische Kombination Salted Caramel & Caramelized Peanut fällt…

Das „Sorbet“ in Panteli
Einfach gut – Eiscreme, homemade

Wir mussten noch einkaufen, unsere Taschen mussten ausgepackt werden – dann waren wir fertig, angekommen, zurück im Alltag. Ja, es ist Alltag hier, wenn er auch sehr süß schmeckt. Wir verabreden uns mit Freunden, um am Abend das Fischerfest in Panteli zu besuchen. Wir wussten, dass dieses heute stattfindet und haben alles daran gesetzt um rechtzeitig zurück zu sein – wir wollten dabei sein!

So sind wir schon zeitig zum Strand, um ein Feierabendbier zu genießen und die Lage zu sondieren.

So geht´s – das Ende wo der Ton rauskommt muss ans Ohr

Sibylle empfängt noch Anrufe von der Familie, man erkundigt sich ob wir gut zurück seien und ob alles ok sei. Dies deshalb, weil ja zur Monatsmitte unsere Reise nach Deutschland ansteht, wir sind abermals Gäste auf einer Hochzeit eines der Kinder.

Die Nacht bricht an, das Fischerfest beginnt…

Gleich um die Ecke führen ein paar Fischer die Anwendung eines Netzes vor und legen selbiges in der Bucht aus, um es kurze Zeit später an den Strand zu ziehen.

Ein guter Fang – man glaubt es kaum!

Der Fang war, für den Ort und die kurze Zeit, durchaus beachtlich. Interessant, das einmal zu sehen, es sammelten sich auch etliche Schaulustige um die Netze.

Die Grills waren voll – Fisch und Souvlaki

Wir aßen etwas, trafen Freunde und Bekannte, tranken noch ein Bier und a Glaserl Wein und sahen dem bunten Treiben und den Tänzen zur Live-Musik etwas zu…

Natürlich wurde getanzt
Es war richtig was los – sehr gute Organisation

Wir sind nicht zu lange geblieben, erstens waren wir müde – die lange Fährfahrt steckte uns noch in den Knochen, zweitens wussten wir, dass die Covid Zahlen in Griechenland, so auch auf Leros, wieder am steigen sind. Keine schweren Fälle mehr, wir waren nicht besorgt, aber im Hinblick auf die Reise zur Hochzeit abermals ein Grund vorsichtig zu sein – zumal Covid bei uns am Steg angekommen war. Ein befreundetes Paar war positiv getestet, hatte sich selbst isoliert und wartete auf Genesung – ihr ging es dabei recht gut, er hatte etwas mehr wegzustecken. Es war dabei sehr schön, mitansehen zu können wie die Steggemeinschaft ausgeholfen hat und sowohl Besorgungen als auch Einkäufe für die Beiden erledigt hat – IMAGINE…

Ein neuer Tag, ich widme mich den Baustellen! Sehr zu Sibylles Leidwesen leider nicht immer den meinen 😉 – zuerst war Hans-Peter dran, für den noch die, inzwischen fertiggestellte, Klappe für seine Navigationselektronik zu montieren war.

Passt gut – besser als neu!

Eine Arbeit die man durchaus alleine erledigen kann – aber wie heißt es so schön? Viele Hände, schnelles Ende oder geteiltes Leid ist halbes Leid oder, oder…

Wie auch immer, zusammen haben die Klappe rasch montiert, die Geräte können eingebaut werden.

Die beiden Riegel, die am Bild gut zu sehen sind, mussten beschafft werden, der Weg zum Baumarkt von Andreas Kritikos ist nicht weit – könnte also alles ganz schnell gehen, wenn da nicht…

Parken für Dummies

Zum Verständnis – im Prinzip ist es mir total wurscht wer wo parkt. Ok, wenn die Marina extra ein Schild aufstellt, dass Parken für PKW hier nicht erwünscht ist, könnte man das beachten – ist aber nicht mein Thema. Das wurde es leider, weil gewöhnlich die Zweiradfahrer, sofern sie nicht am Fußweg bei den Stegen parken wollen, ihre Fahrzeuge exakt dort abstellen – sieht man ja am Bild.

Mein Bike stand hinter dem weißen Fahrrad im Schatten und es hat ein bisschen Kraft und Aufwand gekostet, es aus der Lücke heraus zu bekommen. Dass ich es nach meiner Rückkehr in der Sonne parken musste ist wohl kaum erwähnenswert.

Im Augenwinkel sehe ich das I am Kennzeichen und denke an den Telefonmann vom Pantelistrand. Zufall? Ich weiß es nicht. Jedenfalls war es so, dass täglich ca. 20 Autos von Marinagästen am ausgewiesenen Parkplatz nebenan parkten – ok, leider in der Sonne – und immer die gleichen zwei Ragazzi parkten im schattigen Halteverbot die Zweiräder zu – ist das nun clever oder doof? Egal, rücksichslos und egoistisch ist es allemal!

Ich fahre abends zum Strand um mein Feierabendbier zu trinken, irgendwie bin ich genervt.

Calm down – der perfekte Platz dafür

Der Abend vergeht unspektakulär, Sibylle und ich kommen spät nach Hause und wollen ins Bett. Gerade eingekuschelt und die Augendeckel geschlossen, höre ich ein mir bekanntes Wort – A L L O R A…

Das kann doch nicht wahr sein – es ist nachts um halb eins, da stellt sich so ein Casanova vor UNSER Schiff, wahrscheinlich weil seine Leute schlafen wollen, und telefoniert eine halbe Stunde mit seiner „Topolina“ (ich kenne den Fiat Topolino und weiß ohne Google was das heißt). Gefühlt 1000 baci später, entlässt der Galan die Angebetete und somit auch uns in die Nachtruhe. Ich habe viel Verständnis für die männliche Balz, egal welcher Nationalität, aber nicht nachts um inzwischen ein Uhr vor unserem Schiff!

Freisprechen – was sonst???

Dass sich auch dieser junge Mann mitten in der Nacht der Freisprechfunktion bediente, brauche ich vermutlich nicht zu erwähnen?

Neuer Versuch, ich erwache und fahre zum Panteli Beach! Es wird doch möglich sein, morgens um halb acht ins kühle Nass zu springen und danach in Ruhe einen Cappuccino zu trinken…

Yeah, so soll das!
Das Meer lädt zum Bade – sprichwörtlich.

Zurück am Schiff, sitze ich mit Sibylle beim Frühstück. Wir unterhalten uns über Gott und die Welt, als eine sehr knapp behoste Schönheit vorbeischreitet ohne uns eines Blickes zu würdigen. Das ist normal und unabhängig einer Nationalität – dem Einen kommt ein „Guten Morgen“ über die Lippen, dem Anderen eben nicht. In diesem Fall wird uns das „Buongiorno“ verweigert, vielleicht, weil der Müll, den die Bellezza zur Tonne bringen muss, ihrer nicht würdig ist – und sie das auch weiß.

Entsprechend lustlos feuert sie die viel zu großen Trümmer Richtung Abfall – das Ergebnis…

Da schwillt mir der Kamm

…denkt nicht, dass der Hase den durchaus femininen Oberkörper absenken würde um den Kladderadatsch wieder einzusammeln – NEIN! Der Dreck bleibt liegen weil die Marina ja Mitarbeiter hat welche für´s Aufklauben des Drecks zuständig sind!

Mir schwillt der Kamm, ich setze gerade zu einem ALLORA an, welchem eine fulminante Schimpftirade gefolgt wäre – Sibylle kann mich gerade noch im Zaum halten. Die Mutter des jungen Dings schreitet heran, ja vorüber, am Müll vorbei und setzt sich mit der Tochter auf einen Scooter – um gleich an der Auffahrt mit derselbigen gemeinsam umzufallen! Nein, ich habe mir nichts Böses dabei gedacht, aber mir war sofort klar, dass der Teufel ein Eichhörnchen ist und das Schicksal wohl seine Gründe hatte – um Voltaire zu zitieren. In Anbetracht der Situation und noch während die beiden Schönheiten sich sortiert haben, habe ich deren Müll in die Tonne gepackt.

Sibylle wollte Wäsche waschen, ich soll aus dem Weg gehen. Das ist Luxus, gewonnene Zeit, welche ich für mich nutzen möchte.

Zeit zum Lesen – eher selten! Die letzte „Yacht“

Nachmittags MÜSSEN wir zum Hotel „Crithonis Palace“, dem größten und feinsten Hotel der Insel. Sibylle hat etwas von einem Kurs gelesen der in etwa „Griechische Tänze für Dummies“ geheißen hat – wir wollten partizipieren. Hat leider nicht geklappt, aber es war interessant das Hotel mal anzusehen – schicker Platz!

Poolbereich
Anlage / Zimmer
Eingangsbereich

Auch ich MUSSTE noch etwas tun – nämlich mal wieder an NESSAJA arbeiten! Es war an der Zeit. Wir hatten Teile aus Deutschland mitgebracht, welche immer noch herumlagen. So habe ich einfach angefangen die Baustellen aufzulösen, welche mit wenigen Handgriffen erledigt sind.

Zum Beispiel den Einbau meines zweiten, nachgekauften MPPT Solar-Ladereglers. Die Löcher in der Platte waren bereits gebohrt – also reingeschraubt – et voila!

Victron MPPT 100/50 – jetzt im Doppelpack

Wir wussten, dass der Abschied von Gabi und Gottfried bevorstand. Wir würden nach Deutschland gehen, zwischenzeitlich würden sie ihre Saison beenden – so haben wir die Gelegenheit genutzt noch einmal einen Drink in „Harris“ Bar einzunehmen, der perfekten Location in der ersten Mühle über Panteli.

Perfect Place, das „Harris“
Nachts – wunderschönes Ambiente

Wir haben uns auf der gut besuchten Terrasse einen freien Platz gesucht und die Aussicht genossen – nachts sind die Eindrücke so anders als tagsüber. Ein herrlicher Abend! Die Bar ist inzwischen geschlossen, Pause bis zum nächsten Sommer!

Wunderschöner Platz – nicht nur tagsüber
Panteli mit Fischerhafen und Blick zur Lakki Bucht
Mühlen und Kastel

Es erübrigt sich anzumerken, dass der Lieblingsdrink hervorragend gemundet hat!

Strawberry – Irgendwas, ich müsste den Namen nachsehen 😉
Gelungener Abend

Spät nachts fahren wir über Lakki zurück zu NESSAJA und wundern uns über die Beleuchtung des dem Ort gegenüber liegenden Berges – das haben wir davor nie wahrgenommen und auch jetzt danach nie mehr beobachten können.

Blick über die Lakki Bucht – beleuchtete Bergflanke

Das Licht des Flüchtlingslagers sieht man dagegen immer! Wenn Ihr die Bilder von der Mühle aus noch einmal anseht, dann erkennt Ihr es sogar auf den Bildern – der hellste Lichtfleck ist immer das Lager. Ich bin in Gedanken – MAD WORLD (wäre auch eine gute Headline gewesen – aber der Hochzeit nicht gerecht geworden)! Beim Grübeln komme ich zu dem Schluss, dass „Imagine“ in Anbetracht der momentanen Flüchtlingssituation hier gut passt! In Leros sind im September 2022 fünf Flüchtlinge an der Küste ertrunken…

Weil wir gerade bei ernsthaften Gedanken sind – bis jetzt haben die italienischen Freunde ein bisschen Fett wegbekommen, kann ich Italiener nicht leiden? NEIN, Gott bewahre! Paola, Alfonso, Nicola, Michele, Alfredo, Martina und alle anderen – ich liebe Italien und die Italiener! Ok, manchmal ist es sehr turbulent in Eurer Nähe und oft für das deutsche Gemüt auch laut und chaotisch, aber ist das nicht das Salz in der Suppe?

Ich habe angefangen mich zu hinterfragen was mich an dem, schon meist italienischen, Verhalten so genervt hat – es war die Rücksichtslosigkeit, der Egoismus und die daraus resultierende dumme Arroganz. Dies war ganz und gar nicht explizit italienisch, es war menschlich. Das Verhalten von Menschen die in kostbaren Urlaubswochen ihr persönliches Maximum herausholen wollen. Koste es was es wolle, ohne Rücksicht auf Andere. Klingt hart – war aber so!

Beispiele…

Quad & Scooter Parking am Zugang zum Panteli Beach (Buchtitel französisch)
Der gleiche Zugang ein paar Tage später (Leihwagen)
Liegenreservierung morgens um halb acht (ziemlich sicher deutsch)

Ganz ehrlich, ich mache ja nicht von allen Dingen Fotos – manchmal geht es einfach nicht, andermal habe ich das Handy nicht dabei. Aber der Juli und August waren ätzend und manchmal schwer zu ertragen. Der Mensch macht im Kleinen was er will, jeder ist sich selbst der Nächste – wie soll es im Großen funktionieren? IMAGINE…

Menschen, die um Mitternacht mit dem Roller bis vor´s Schiff fahren um keinen Meter zuviel zu gehen, dann aber erst absteigen und den Roller auf den Ständer stellen, den Helm abnehmen und die Jacke ausziehen bevor sie den Motor abstellen, solche die in Gruppen vor anderen Schiffen stehen und angetrunken halbstündige Abschiedsszenarien zelebrieren, andere die morgens um vier mit Rollkoffern über Stege rattern und ihre Schiffe suchen (was auch ohne Koffer geht) und wieder andere die morgens um sechs von einem Steg zum anderen nach ihrem Freund MAURO rufen – zum Kotzen!

Ihr denkt ich übertreibe – ich habe ein letztes Beispiel, dafür müsst Ihr aber starke Nerven haben! Kommen wir zurück zum Thema Campingplatz, Ihr ahnt was kommt? Glaubt mir, was sich hier in sanitären Anlagen abspielt ahnt Ihr nicht. Dass Romeo und Julia gemeinsam aus der Herrendusche kommen mag ja noch als cool durchgehen, dass aber in nahezu allen Duschen fast immer Einmalverpackungen von Duschutensilien aller Art liegenbleiben, ist inakzeptabel. Kann man seinen Müll, seine Einmalrasierer, nicht wegräumen? Muss es der Nächste oder die Putzfrau machen? Warum?

Weitere Stichworte – Bartstoppeln, Beinhaarstoppeln (bei den Damen), Zahnpasta im Waschbecken, etc. UND…

Ohne Worte

…täglich verschissene Klos! Bei den Männern UND den Frauen – ja sagt´s amal, da hat die Kinderstube doch total versagt! Wir haben Duschen in den Klos, jeder kann seine Hinterlassenschaften mit hartem Strahl wegbrausen und muss nicht einmal die Bürste anfassen. Es gibt Schilder im Klo, dass man dort nicht duschen darf, für was die Brausen sind müsste wohl auch noch erklärt werden – offensichtlich.

Kurz ins Gedächtnis – wir befinden uns in einer Marina, in der die meisten wöchentlich einmal ihr Schiff im Wert von im Schnitt weit über 100.000.-€ mit Trinkwasser waschen, weil es durch den Wind hier staubig wird. Die Segel, das Chrom, das Teakdeck – aber die Fäkalien (Sibylle sagt ich darf das umgangssprachliche Wort nicht schreiben) muss die Putzfrau oder der Nachnutzer wegputzen? Geht´s noch? Sibylle hatte das Vergnügen, einer Dame welche uns bekannt ist, ins Häuschen zu folgen – nur nutzen konnte sie das Örtchen nicht (mehr). Sibylle fehlte leider der Mut zu einem lauten… nein, nicht Allora, es hätte ein englischspracher Ausruf sein müssen! Irgendwann werde ich der Dame eine Metapher erzählen, so dass der Pence fällt – wir wissen, der Teufel ist ein Eichhörnchen und Karmapunkte haben kein Verfallsdatum.

Zur Erheiterung und um zurück zum „easy reading“ Modus zu kommen, wechsle ich abrupt das Thema! Das Suchspiel des Monats September ist eher für die Segler unter Euch – findet den Fehler!

DA läuft was falsch – Marinero Giannis ist schon mit dem Roller dort

Auflösung – das weiße Dreieck ist das Vorsegel eines polnisch beflaggten, französischen Schiffes. Das mit der Flagge macht man um etwas Aufwand und etwas mehr Geld zu sparen. Die Tatsache, dass man sich damit den Regeln des Flaggenstaates unterwirft bleibt unberücksichtigt, was bei Polen vielleicht mal zum Bumerang werden könnte. Egal, ich schweife ab! Der Skipper hätte ggf. das gesparte Geld in eine Ausbildung investieren sollen, so wüsste er, wo beim Segel oben und unten ist. So aber wurde das weiße Tuch unter lautem Geknarze gehißt (hätte er Schoten angeschlagen wäre es früher aufgefallen), so lange bis ein Dutzend Menschen zusammenliefen und unter Rufen und Winken das planlose Handeln zu stoppen – sie sind unter uns… 😉

Generell ist es zweckmäßig, solche Aktionen bei geringen Windstärken zu machen – auch hier lag der polnische Franzose etwas daneben!

Wichtig – bitte seht mir meine klaren Worte und die Tatsache, dass mich das Verhalten der Anderen die letzten Wochen genervt hat, nach. Auch die anprangernde Schreibweise und den vielleicht auch herauslesbaren Zynismus bitte ich zu entschuldigen, ich brauchte ein Ventil und möchte auch solche Gedanken im Blog festhalten – nicht zuletzt für Sibylle und mich selbst. Sicher sind auch Sibylle und ich nicht ohne Fehler und nerven manchmal – aber wir bemühen uns! Wir möchten, dass wir immer fair und umgänglich mit unserem Umfeld sind – wir versuchen unser Umfeld „etwas besser zu gestalten“. Diesen Ansatz verfolgen wir in einer Zeit in der mit Atomschlägen gedroht wird, in welcher der türkische Nachbar, dem griechischen erklärt, „er könne eines Nachts da sein“, in der wir eben feststellen, dass Rücksichtnahme immer weiter „außer Mode“ gerät, in der wir täglich zusehen wie (in Europa!) Müll produziert und dilettantisch entsorgt wird. Wir sind direkter betroffen als jemals zuvor, das sorgt uns, das macht uns nachdenklich – IMAGINE…

You may say I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope someday you’ll join us
And the world will be as one

Gehen wir zurück auf die Zeitachse, zum täglichen Geschehen – Sibylle und ich gehen manchmal zu „Mikes Bakery“ um dort zu frühstücken. Das ist günstig und bringt etwas Abwechslung in den Speiseplan.

Haken an der Sache – Plastikflaschen und Pappbecher, in Griechenland Alltagsware
Ohne Kaffee am Morgen geht nix!

Ich verbaue weiter die mitgebrachten Teile und beschließe, heute meinen Auspuff für die Standheizung anzugehen. Dafür muss ein Loch in den Rumpf gebohrt werden – eine Sache welche ich seit Wochen vor mir herschiebe.

Heute ist der ideale Tag, unsere Nachbarn, ein ganz nettes italienisches Paar, sind nach Hause gefahren, wir stören durch die Arbeit nahe ihres Cockpits also niemanden.

DA muss es hin!

Ich bereite die Lochsäge vor, mein mulmiges Gefühl versuche ich vor den Bootsfreunden zu verbergen – hier hilft mutiges Lächeln.

Die gute blaue Bosch wird über dem Wasser geführt, das ist an sich schon immer ein spannender Teil des Werkens. Was runterfällt ist weg – immer dieser Druck!

Dennoch ist nach wenigen Minuten ein sauberer Schnitt gemacht – die Einbauposition des Auspuffdurchgangs steht fest!

Sitzt, passt, wackelt und hat Luft

Eine erste Anprobe zeigt ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis – sieht gut aus, ich bin wirklich guter Dinge. Diesmal scheint es zu klappen, ist sicher rasch erledigt!

So soll es mal aussehen

Kurzer Kontrollblick von innen – super, passt! Ihr bemerkt die Lücke zwischen Anschluss, welcher wie bei einem Syphon nach oben zeigen muss, und dem Auspuffrohr? Das war mir bekannt und leider nicht anders lösbar. Es musste eine Auspuffverlängerung her, welche mir der Systemspezialist (eigene Worte) aus Deutschland bereits zukommen ließ.

Da fehlt noch ein Stück – und die Hitzedämmung

Derartig vorbereitet nahm ich den Auspuffstutzen wieder von seinem Platz um die Verlängerung anzupassen – und siehe da…

Sieht man es auf einen Blick???
Es muss nicht REIN – es muss DRÜBER – passt nix!

Der Fachmann hat mir einen falschen Schlauch geschickt! So ein Esel. Das Grübeln begann, ich wollte nicht wieder bestellen, nicht wieder nachhaken – ich wollte eine schnelle und saubere Lösung.

Mir fiel mein Freund Giorgos von „Boat & Parts“ wieder ein – er soll mir einen Syphon und gleich eine Verlängerung anschweißen. Die Rohrverlängerung bleibt einfach weg! Nix wie hin…

Könner & Kaffee – zwei K´s die ich mag!

Giorgos hat die Arbeit sofort erledigt, für ihn war es ein Kinderspiel. Ich fuhr mit dem neuen Teil zurück und der Tag fand doch noch ein glückliches Ende. Morgen mach ich das fertig, morgen ist ein neuer Tag!

Und was für Einer – Glückstag!

Bereits bei meinem täglichen Morgenritual zeigte sich Panteli und der gleichnamige Strand in herrlicher Atmosphäre…

Ich mag diese Stimmung

Nach dem Frühstück ging es sofort ans Werk, der neue Auspuffausgang passte perfekt – ich konnte also den Abgasschlauch meiner Hauptmaschine thermisch isolieren, die Ummantelung des Heizungsauspuffes schon einmal provisorisch anbringen und die Montagelöcher für den Auspuffausgang setzen.

Ja, ganz gut geworden

Jetzt nur noch das Abgasrohr an den Auspuffausgang anschließen und die Ummantelung nach oben schieben – alles befestigen, fertig! Ich war zufrieden!

Auspuff Eberspächer Heizung – check

Ich entscheide noch eine Thermoschutzplatte aus dem Heizungsbau oben an die Deckunterseite zu kleben. Leider konnte ich so eine Platte auf Leros nicht bekommen. Ich werde diese in Deutschland kaufen und irgendwie mitbringen – nichtsdestotrotz ist der Einbau des Heizungsauspuffes somit abgeschlossen.

Von außen kommt noch der Deckel drauf – fertig!

Abdeckkappe um Wassereintritt zu vermeiden

Der Glückstag fand sein furioses Finale, als ich meine Baustelle aufgeräumt habe und dabei war, meinen Müll zur Tonne zu bringen. Aus der Tonne blinzelt mich etwas Silbriges an – ich sehe genauer nach und finde einen Spinnaker-Baumbeschlag.

Hier – MEIN SCHATZ

Das Kuriose daran ist, dass ich von Johannes vor ein paar Wochen einen Carbon Spinnakerbaum gekauft habe. Einen Beschlag dazu, das Teil um den Baum am Mast zu befestigen, hatte Johannes nicht. Ich wusste also, ich brauche so ein Teil welches zu meiner Mastschiene passt und gleichzeitig an den gebraucht erworbenen Baum. Erste Recherchen ergaben Preise zwischen 400.- und 700.-€ – ich habe nicht schlecht gestaunt!

Da liegt das Teil nun, es passt genau an meine Mastschiene und muss an der Baumaufnahme etwas umgearbeitet werden. Da das Trum aus Edelstahl ist, habe ich mit Giorgos den passenden Mann an der Hand – das wird ein Winterprojekt!

Weil es gar so gut lief habe ich Sibylle zum Essen eingeladen – da ich Nichtverdiener bin, fiel die Einladung einfach, aber herzlich aus 😉

Giros im SouVlakki – I like!

An den folgenden Tagen waren ein paar größere und kleinere Projekte bei Freunden zu erledigen. Manchmal waren nur unterstützende Handgriffe und etwas motivierende Gedankenunterstützung nötig – so zum Beispiel als Erwin bei seiner QUO VADIS einen Bluetooth Windgeber montieren wollte. Hans-Peter und ich sollten Bergfex Erwin in den Mast ziehen, dies wurde sofort umgesetzt…

Vorbereitung ist alles – die Helfercrew sammelt sich am Operationstisch
Merke – durch den Reck des Falls geht es immer erst einen Meter nach UNTEN 🙂
Danach jedoch steil nach oben – hier mittels eines Hebezuges, eine tolle Sache!

…es traten dann aber kleine Probleme bei der Befestigung des Windgebers auf und Erwin war kurz davor an Aufgabe zu denken – er wollte keine Löcher in seinen Mast bohren. Gemeinsame Ideenfindung ist unsere Stärke – so haben zwei, drei kurze Blicke in das Masttop gereicht um zu erkennen – „…da ist ja noch ein Halter frei!“

Kurz umgedacht, zwei neue Schrauben geholt und Erwin nochmals in den kurzen Spargel gezogen. Trotz der nur 10m die es nach oben ging, musste Hans-Peter ganz schön schwitzen – ein Spektakel, nicht nur für mich!

Aufi muas I – hollareididudeljöh
Im Schweiße seines Angesichts

Long Story short – nach einer Stunde konnten wir Vollzug melden und Erwin seinen Windgeber am Mobiltelefon in Betrieb nehmen. Na, wenn es immer so gut klappen würde.

Das „Montageteam von Steg D“ konnte weiterziehen, es ging schnurstracks zu Hans-Peters LIBERTÉ um dort den Umbau des Navigationssystems zu finalisieren – die neue Klappe musste bestückt werden.

Fast fertig…
…Kabel hier – Kabel dort???!!!

Auch hier wurde schnell gearbeitet, so dass wir bald Vollzug melden konnten. Mein Part an Hans-Peters Navigation war damit erledigt, den Rest sollte der Elektriker der Marina umsetzen – doch der ließ auf sich warten!

Hans-Peter wäre nicht er selbst, wenn er mir nicht hätte ein neues Projekt unterjubeln können – das sage ich bewusst mit einem Augenzwinkern, weil er, während ich diese Zeilen schreibe, vor meinem Schiff steht und darauf wartet diese endlich lesen zu können. Hans-Peter, es hat immer Spaß gemacht! Ich habe gerne geholfen! SOGAR bei Projekt 3, dem Einbau eines gebraucht erworbenen 1600W Inverters.

Wie auf Maß gemacht
Unter dem Navisitz – passt!

Warum „SOGAR“? Und warum in Großbuchstaben? Nun, wir mussten Kabel legen, Kabelschuhe crimpen, die 220V Elektrik umbauen, neue FI setzen, einen Schalter von NESSAJA klauen und ein paar Ungereimtheiten klären – wir bauten das Ding in den kleinen Navi-Sitz und arbeiteten eng an eng – immerhin so eng, dass ich für mich sagen kann, dass ich meine Hand NICHT gerne durch männliches Brusthaar schiebe…

Schlimmer noch – fällt doch nach ebendieser Bemerkung der von Hans-Peter gehaltene Sitzdeckel wie von Geisterhand, der Schwerkraft folgend, nach unten – genau dorthin wo ich meine Nase hatte. Ja, der Teufel ist ein Eichhörnchen – ich weiß, ich weiß…

Autschn

Darüber hinaus entwickelte sich aus unserem Basteleinsatz eine Problemstellung – Covid kam mir näher als mir lieb war, denn am nächsten Morgen bimmelte mein Mobiltelefon und eine WhatsApp Nachricht drängte sich in den Vordergrund…

…was ein Fäkal (Sibylle hat mir ja die Verwendung des passenden Wortes untersagt – wie lange gilt das eigentlich???)

Ich nehme an, dass Hans-Peter kein Problem damit hat, dass ich diese Nachricht hier veröffentliche – er hat sich, wie die Dänen zuvor, in der Marina vorbildlich verhalten, seinen Status bekannt gemacht und die Hilfe der Community angenommen. Wir haben für ihn eingekauft und haben uns oft vor dem Schiff zum Klönschnack getroffen. Sibylle ist mehrfach mit Merlin Gassi gegangen, so lange eben bis er wieder fit war.

Das Bemerkenswerteste aber – genau in dieser Zeit kam der begehrte und, ich übertreibe nicht, über Wochen erwartete Elektriker und Hans-Peter hat auch ihn informiert und wieder weggeschickt. Das mag selbstverständlich klingen – ist es aber nicht. Hier war einer nicht egoistisch! Chapeau, das bringt Karmapunkte und auch ich ziehe meinen Hut vor der klaren Haltung.

Mir – und Sibylle!!! – war klar, dass ich der Nächste sein werde der erkrankt. Zu nah haben Hans-Peter und ich die letzten Tage zusammen gearbeitet und repariert. Ich begann zu testen…

Negativ – bis zum Schluß

…und Sibylle begann zu rechnen. Meine Inkubationszeit (durchschnittlich) plus ihre eigene Inkubationszeit zuzüglich die durchschnittliche Krankheitsdauer für sie – würden wir zur Hochzeit reisen können? Wie gehen wir damit um? Jeder Tag an dem ich NICHT positiv war, war für Sibylle einer an dem wir näher an Tag X heranrückten.

Ich mache es kurz – weder Sibylle noch ich erkrankten, was zumindest bei mir verwunderlich scheint. Wir konnten, allen Umplanungsszenarien zum Trotz, unsere Reise wie geplant antreten.

Nein, nichts geschah…

Zuvor habe ich noch ein paar Kleinigkeiten bei uns an Bord erledigt und wieder einmal an NESSAJA gebaut.

Halter für meine Hochsee-Schleppangel

So habe ich mir endlich einen stabilen Platz für für den Halter meiner Hochseerute gesucht und denselben dort angebracht. Ich habe Beides von Volker bekommen und mir die Angel hier auf Leros herrichten lassen. Da an meinem Heckkorb kein Platz mehr war, habe ich entschieden, den Halter bombenfest mit dem Davit zu verschrauben – so kann ich auch über das Dinghi hinweg angeln. Wenn ich eines Tages selbstgefangene Tuna-Sushi esse, werdet Ihr es als erste erfahren!

Klettband angetackert und Zierbordüre angebracht
Fertig – sieht schick aus

Ich habe mich weiterhin aufgerafft, endlich meine Polsterecke fertig zu stellen. Valantis, der Polsterer, hat mir einen Elektrotacker geliehen, so dass ich die Igelseite des Klettverschlusses an die neue Lehnenstruktur tackern konnte. Auch die Sitzpolster und die Lehnenpolster selber, haben ihre Klettpads in ausreichender Anzahl an der richtigen Stelle bekommen. Jetzt haften alle Polster, alt und neu, wieder fest an den vorgesehen Positionen und die Zierbordüre gibt einen Kontrast und deckt die Schraubenköpfe ab – ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden!

Nanu, was ist das?

Zu guter Letzt habe ich noch vier Halter gebastelt, welche unseren neuen Fäkalientank an Ort und Stelle halten werden. Die werde ich einkleben und beilaminieren müssen – das ist ein Oktoberprojekt, dort werdet Ihr diese Bauteile wieder sehen.

Bei all diesen Tätigkeiten wurde ich ab und an von Electra besucht und vielleicht sogar beobachtet. Manchmal zumindest schien es mir so!

JA, klar gibt´s ein Leckeli

Auch Gottfried brauchte in der Wintervorbereitung seiner HARMONY noch eine helfende Hand – seine Genua abzuschlagen war aber relativ rasch erledigt. Dass er zusätzlich noch schnell in den Mast gezogen werden wollte um den Windmesser abzubauen und das Rigg zu checken, blieb eine Randnotiz.

ER weiß wo beim Segel oben ist – und ist NICHT polnisch beflaggt – mit gutem Beispiel voran

Der Abend brach herein, der Tag unserer Abreise nach Deutschland stand bevor!

Marinaleben

Ein kleines Suchspiel noch? Eine Denksportaufgabe???

Wie „versperrt“ IHR diese Türe???

Stellt Euch vor, Ihr geht in diese Umkleide und müsst diese mit dem Expander „verschließen“ – innen ist ein Haken in passender Entfernung – wie geht Ihr vor?

So oder ähnlich könnte die Frage in einem Quiz oder einem Escape Room Game lauten. Ihr ahnt nicht wieviel Spaß es bringt, sich mit einem Bier vor dieses Häuschen zu setzen und Menschen zu beobachten.

Antwort – so wie der Gummi jetzt ist, reicht er nach außen UND innen. Wenn man den Gummi nach außen durchzieht (an den Schleifspuren zu sehen) sieht es außen zwar stimmiger aus, die Türe lässt sich nach innen aber nicht mehr schließen oder geht zum Teil auf…

Es macht fassungslos, wenn man beobachten kann wie unbeholfen erwachsene Menschen vor dieser Türe stehen und wie sie damit umgehen. Ich habe mir manchmal überlegt, dass diese Personen unter Umständen Unternehmen leiten oder Hochhäuser bauen – oder gar Flugzeuge??? Oh mein Gott! Dann habe ich mich schnell geschämt ob meiner Gedanken, an das Eichhörnchen gedacht – aber trotzdem fasziniert weiter beobachtet. Na egal…

Heute geht es los!

Es ist der 20.09. – wir fliegen nach Deutschland. Sibylle hat mich überrascht, sie hat bei der Anreise die Risikovariante gewählt, obwohl wir beide im August zu tun hatten, unseren Flug zu erwischen.

Sie wollte partout nicht mit der Morgenfähre um 04.00 Uhr nach Kos fahren, hat über Tage die Pünktlichkeit der Katamaranfähre am Nachmittag gecheckt und dann final beschlossen – wir fahren nachmittags!

Noch ein letztes Mal baden – im September

Für mich toll! Ich konnte nochmal das belebende, morgendliche Bad im Meer genießen, danach das Schlauchboot an Deck verstauen und das Motorrad in Ruhe verpacken. Sibylle konnte noch Wäsche waschen und uns beiden bleibt ein langer Tag in Kos erspart. Die Verbindung war optimal, wir reservierten für akzeptablen Aufpreis ein Taxi in Kos – nur die Fähre sollte diesmal pünktlich sein!

Motorrad gut verpackt
Yassou NESSAJA, bis in zwei Wochen

Um 13.30 Uhr verließen wir zusammen mit Bekannten aus Israel die Marina, trafen pünktlich in Agia Marina ein. Die Zeit reichte für einen Kaffee. Ein Kontrollblick in „Marine Traffic“ wird zeigen, dass die Fähre sicher gleich ums Eck kommt…

NANU, wo ist die Fähre???

Glaubt es oder nicht, die Fähre war noch weit weg und sollte just bei dieser Fahrt eine Verspätung von EINER Stunde haben – ja klappt denn das mit der Fähre und uns nicht mehr?

Schnell einsteigen, wir müssen los!

In der Fähre fast schon tumultartige Zustände – jede Menge Menschen mit Anschlussflügen, weiterführenden Fähren, etc. – es wurde telefoniert, Fahrgemeinschaften für´s Taxi gebildet, stets die Uhren im Blick. Für uns zählte nur eines – ist unser Taxi da???

JAAAAAAA! „Mr. Rauch“ prangte in fetten Filzibuchstaben auf dem Pappschild! Ok, nichts wie rein – zu zweit in einen 13-Sitzer Mercedes Sprinter VIP Shuttle. Ok, gerne genommen – da, am Parkplatz noch die beiden netten Griechinnen, die könnten wir doch mitnehmen? Deren Flug geht VOR unserem!

Der Taxler verneinte – er dürfe nur uns fahren! Im 13-Sitzer! Mir tat es so fürchterlich leid, aber Zeit für Diskussionen hatten wir nicht. So ging es los…

Der ehrlich bemühte Taxifahrer befragte uns zu unserem Urlaub, fuhr 50 dort wo man 70 fahren durfte und begann uns Sehenswürdigkeiten zu erklären – ich war sehr freundlich und nannte ihm die Zielzeit zum Flughafen. Das ließ ihn zwar nicht schneller fahren, aber doch verstummen!

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte!

Unser Gate – we did it

Annahmeschluss Gepäck 17.45 / Ankunft Flughafen 17.46 / Ankunft Schalter (mit Vordrängeln) 17.49 – Ansage des seeeehr jungen Schaltermannes „…tut mir leid,ihre Gepäckannahme ist schon geschlossen!“

Falsche Aussage! Ich hole tief Luft und Sibylle geht in Deckung – in dieser Sekunde erkennt der durchaus hilfsbereite Clerk die Situation und verweist auf seine Kollegin am Business Schalter „…sie könne die Annahme noch einmal öffnen!“ DANKE! Das hörten wir gerne. Unsere Tasche verschwand am Gepäckband und wir drängelten uns, 1000x entschuldigend, durch die geduldige und zuvorkommende Menge an der Sicherheitskontrolle – ruckzuck waren wir durch und kamen en minute zum Boarding.

Als ich sagte, dass ich sowas nicht mehr brauche, wusste ich nicht, dass wir dies auf der Rückreise toppen würden – dazu mehr im Oktoberbericht!

Am Hinflug noch Maskenpflicht

Wir landen in München und bereits im Flieger ploppt die Nachricht von Sohn Florian auf. Wo wir wären, er käme in etwa 15 Minuten an. Wir tauschen Live-Standorte aus und schreiten flott zum Gepäckband.

Läuft – dem ist nix hinzuzufügen
Nummer 2 – yeah

Auf das Gepäck kann man in Münschen schonmal länger warten, nicht so dieses Mal! Das Gepäckband war schon angelaufen als wir am Band ankamen und nach gefühlten zwei Minuten war unsere Tasche als zweite entladen – der Segen der späten Abgabe!

Wir hasteten aus dem Gebäude und liefen direkt dem Sohn mit dem Kombi in die Arme. Perfekt, ab in die Karre und los Richtung Oberland. Immerhin galt es 100km zu fahren.

Muss ich den großen Minuspunkt unserer Ankunft erwähnen? Es war saukalt! Viel zu kalt für die Jahreszeit! Wir hatten bei der Ankunft etwa 4°C und ich brauchte seit Monaten mal wieder etwas Langärmeliges zum Anziehen.

Klirrende Eiseskälte

Großes Hallo! Die Enkelchen begrüßen, Sohn und Schwiegertochter herzen und das Nachtlager für vier Nächte beziehen. Der Abend war rasch vorbei und wir sacken ins Bett.

Neuer Tag, neue Pläne – die Eltern der Schwiegertochter haben sich angesagt und so gab es ein herzliches „Großelterntreffen“ im Haus, welches einmal uns gehörte. Es gab „Original Rosis Original Apfelstrudel“ (das doppelte Original gehört so – Verlinkung: Bulle von Tölz), diesen mit Vanillesoß´ und wir alle schleckten uns die Finger nach der Köstlichkeit!

„Original Rosis Original Apfelstrudel“

Der Bus ist weg! Treue Blogleser erinnern sich, wir haben Luigi verkauft, unser Reisevehikel, der ideale Italiener, einfach weg! Wo er parkte, klafft eine Lücke – was tun?

Abhilfe schaffte Freund René, indem er uns für die gesamte Aufenthaltsdauer sein Muli, den ausdauernden Audi, geliehen hat – immerhin ein vollausgestatteter A6 3.0TDI – in mir kamen Erinnerungen an früher auf! Nur 349´tkm durfte ich nie erreichen, Chapeau!

Mit dem Ingolstädter in Thalkirchen

Wir zeigten uns im Gegenzug dankbar, reinigten den Wagen und tankten voll – 80 Liter zu 2,19€ – na da weißt was los ist!

Mit ebendiesem Vehikel fanden wir uns bereits am nächsten Tag im Tierpark Hellabrunn ein. Wir hatten meine Tochter Nina nebst Familie beim letzten Deutschlandaufenthalt nicht treffen können, so war ich umso mehr erfreut, dass die Familie etwas in München zu erledigen hatte und wir den Tag zu einem Treffen nutzen konnten.

Ronja war superbegeistert uns mal wieder zu sehen und hing die ganze Zeit an meinem Arm – ich konnte das sehr genießen. Auch die kleine Helena hat nicht „gefremdelt“ und so war es echt ein feiner Tag im Tierpark. Überrascht haben uns die Eintrittspreise – für uns vier nebst den zwei Kleinen waren 75.-€ zu entrichten. Hatte ich nicht noch drei Mark im Sinn? Muss lange her sein!

Nix wie los!
Sibylle in Daunen – tat not!
Flamingos – hatten wir letztes jahr in Kos. In freier Natur.

Begeisterung rief das Aquarium hervor. War auch toll die Fische, Quallen und Schalentiere zu bestaunen. Mich zieht es, wie nicht anders zu erwarten, zum Haibecken. Diese Tiere faszinieren mich!

Schwarzspitzen Riffhai – ich könnte stundenlang zusehen!

Wir sind bei allen Gehegen vorbei, haben alle Tiere bestaunt und angesehen – es war mal wieder richtig schön!

Wir waren bei den Punguinen…

Königspinguine

…und bei den Nashörnern!

Vom Aussterben bedroht

Ich meine es nicht spaßig – wie sollen Menschen, welche die Türe einer Umkleide nicht mittels eines Gummis verschließen können, die nicht in der Lage sind ihre Exkremente aus einer Kloschüssel zu putzen oder ein Auto auf einen Parkplatz zu stellen – wie sollen diese Menschen eine Spezies retten oder gar die Erde??? IMAGINE…

Ich sehe manchmal schwarz!

Heute half mir das Spiel mit den Enkeltöchterchen über trübe Gedanken hinweg zu kommen. Wir haben auf dem Abenteuerspielplatz getobt und sind über Hängebrücken gegangen!

Das schaukelt

Natürlich kann ein wirklich toller Opa (>100kg) eine Brücke besser zum Schaukeln bringen als ein vergleichsweise schmaler Opa in Leichtbauweise – dieser Punkt ging an diesem Tag an mich 😉

Zum Abschluss gab es noch ein gemeinsames Abendessen, bevor die Familie meiner Tochter wieder in ihre Heimat an den Bodensee fuhr und Sibylle und ich wieder nach Miesbach zurückkehrten. Ich war zufrieden, ein schöner Tag! Es war mir wichtig Nina, Alex und die Kleinen mal wieder zu sehen.

Na, wo sind wir heute?

Neuer Tag, neues Glück, neuer Plan!

Heute sollte Sibylle auf ihre Kosten kommen. Sie hatte Enkelchen Otto versprochen ins Legoland Deutschland nach Günzburg zu fahren. Hätte sie die Eintrittspreise vorher gewusst, wäre es vielleicht der Wildpark Poing geworden 😉

44.-€ pro Erwachsenen und die Definition, dass man ab 3 Jahren als Erwachsener gilt, ließen die Kartenpreise auf das Niveau eines „Rolling Stones“ Konzertes steigen – zumindest für eine Karte (Arena) – ok, der Vergleich hinkt – aber teuer war´s trotzdem.

Venedig
FC Bayern – Allianz Arena München
Details – der Wahnsinn

MIR haben diese Bauten gefallen! Es gab 1000 Dinge zu entdecken, ich hätte stundenlang schauen können. Die Fahrgeschäfte interessierten mich nicht! So viel Detailverliebtheit – sieh nur da…

Das ist doch Werners Hallberg Rassy!?

Ach so, da war ja noch was – der Enkel! Ich konzentrierte mich auf den Buben, dessen Gesicht soooo glücklich nicht schien – was war los?.

Er hätte sich das anders vorgestellt, wo könne man bauen? Dort, Otto! Er wies darauf hin, dass das andere Steine als die daheim wären und er würde jetzt viel lieber zuhause bauen. Ok, nach 15 Minuten! Wann fahren wir heim?

Schwierige Situation – Sibylle lächelte tapfer – aber ich wusste wie sie fühlte. Was tun sprach Zeus?

Nun, da Superman nicht greifbar war, musste Opa das Eisen aus dem Feuer holen. Erst mal setzen und einen Kaba trinken. Was ist los? Traust Du Dich nicht in die Fahrgeschäfte? Doch, man könne schon, wenn man nur wolle – aber man wolle halt nicht.

Ich bestimme für mich – ICH bin nicht umsonst hierher gefahren! ICH fahre jetzt Karussell! Plötzlich sagt der Knirps, ob es für mich ok wäre wenn er einmal mitfährt, er könne ja schließlich wenn er wolle. Ok, sag ich, wenn Du willst…

Wilde Maus in Legoland Version

So kommt es, dass ein Opa mit 100kg+ sich in eine Mini-Achterbahn zwängt, eine Oma alle ihre Ängste überwindet und sich mit einem knapp Fünfjährigen (der sich mächtig strecken muss um am Einlass durchzukommen, da <110cm – vermutlich 108cm 😉 ) in die erste Reihe der selben Gondel presst – um dann einen Parcours zu durchrasen, der einem alle Halswirbel aus- bzw. einrenkt, je nach Ausgangszustand!

Das Eis war gebrochen – ein lustiger und verhältnismäßig langer Tag lag vor uns!

Atlantis by Sea World – faszinierend gemacht
Echte Fische – Zubehör aus Lego
Wirkt nicht so – aber der Hai war echt groß!
Otto taucht in die Unterwasserwelt ein!

Aber auch andere Fahrgeschäfte wurden genutzt – so musste Sibylle an die Kanonen und in die Schlacht!

Piraten unter sich

Wir erlebten viel, es war schlussendlich ein spannender und langer Tag – viel Lego, viel Phantasie, aber auch einige echte Hingucker…

Natur belohnt – Libellen

…wir bringen die Runde zu Ende, werden bei einer Lego-Jeepwettfahrt Vierte von acht (was den Junior eher wenig beeindruckt) und sehen eine zweite Hallberg Rassy im Hamburger Hafen.

DAS mag ich!

Das Legoland verabschiedet sich höflich von uns – wir besuchen noch eine Mini-Produktionsstraße und kaufen dem Enkel noch einen kleinen Baukasten.

„Auf Wiedersehen“ – nun, so schnell nicht, aber man weiß nie, die anderen Enkelchen wachsen ja nach!

Wir sind kaum im Auto, schläft der Kurze schon, der Tag hat ihn müde gemacht! Was ich zu dieser Stunde noch nicht ahne – er tankt nur Kraft, um mit mir bis spätabends das neue Legomodell aufzubauen. Der kleine Unimog muss mit an die Bettkante, als er zufrieden ins Bett sackt. Ich bin ebenfalls zufrieden und gehe, auch ziemlich ausgelaugt, nur etwas mehr als eine Stunde später.

Wie die meisten anderen Menschen, sind auch wir nicht von gewissen Pflichten entbunden. Deshalb sind Heimataufenthalte auch immer eine Gelegenheit für, zum Beispiel, Finanzamtangelegenheiten. Können wir die Einkommenssteuer noch sehr gut von Griechenland aus erledigen, war es bei der Grundsteuererklärung schon schwieriger. Wir haben also den Zugriff auf in Deutschland gelagerte Unterlagen genutzt.

Sibylle – hochkonzentriert, wie hoch ist der Hebesatz???

Tagsüber besuchen wir Freunde oder beschäftigen die Enkel, abends gibt es ab und an gemeinsames Essen, so auch als Florian den Weber anschmeißt und eine Burgerparty ausruft. Die Dinger gelingen ihm immer ganz gut und so bestelle ich mir drei – was ein Kampf! Aber soooo gut…

Burger – DIY per „Bausatz“

Als Absacker kommt ein Gin-Tonic. Ich sage zu, weil mich dieses Getränk heute irgendwie anlacht – nicht nur im übertragenen, sondern auch im Wortsinn…

Gin-Tonic, ein fröhliches Getränk!

Ringring, mein Telefon klingelt. Das ist selten – die Familie hat eigene, individuelle Klingeltöne, Freunde ebenfalls – „normales“ Klingeln gibt es seit meinem beruflichen Ausscheiden eigentlich nicht mehr. Wer kann das sein?

Beruflich! Gar nicht so weit daneben! Mein Ex-Kollege Florian ist auf dem Weg nach Zagreb und fährt direkt bei uns vorbei. Ein Kaffee beim Dinzler? Nix lieber als das! Wir verabreden uns kurzfristig, haben eine nette Stunde beim Plaudern, bevor Florian seine Fahrt fortsetzt und wir wieder abtauchen. Einen Schritt in die Vergangenheit habe ich doch gewagt – fühlte sich komisch an – und war doch so weit weg…

„Der Alte“ mit dem neuen – der RAM war früher mein Baby.

Ich hänge etwas nach. Ich vermisse nichts und doch waren es schöne Zeiten. Mir wird bewusst wie ersetzbar wir alle sind und wie wenig Wert die Person im heutigen Geschäftsleben hat. Mein Ausstieg war schwer und doch zum genau richtigen Zeitpunkt!

Mir bleibt ein wichtiger Aspekt als Trostpflaster – mit ALLEN Personen die mir wichtig waren und denen ich wichtig schien, bin ich bis heute in Kontakt. Mir ist sehr wohl klar, dass dies vielleicht nicht ewig auf diesem Niveau zu halten sein wird, dennoch ist es schön zu spüren, dass „da etwas mehr ist“. Ich werde meinen Teil dafür tun diese Kontakte zu wahren!

Wir ziehen um!

„Haus Seegarten“ – Zimmer Nummer 11

Sibylle kann es naturgemäß länger inmitten der Familie aushalten als ich. Ich brauche ab und an Freiräume und das Gefühl, kein Familienmitläufer zu sein. Unsere Lösung heißt „Haus Seegarten“, die Pension meines Freundes René, direkt am Schliersee gelegen.

Wir zogen um und bekamen abermals eines der beiden Zimmer in denen am meisten unseres Hab und Gutes eingeflossen ist. Zimmer Nummer 11 ist mit unseren Lampen ausgestattet, hat ein bisschen Geschirr von uns und diesmal auch unsere alte Bettwäsche bekommen.

Der große Batzen aber, ist der Verbau eines Teils unserer damaligen Küche. René und ich waren seinerzeit ziemlich beschäftigt mit dem Einbau – aber bis heute kann sich unser Tun sehen lassen.

Wie damals – ok, fast 😉

Für uns schön zu sehen, aber mehr als einen Kaffee mussten wir uns nicht kochen. Wir waren häufig eingeladen, andertags haben wir uns kurzerhand selbst versorgt.

So ist zum Beispiel die Pizza beim „Himmisepp“ obligatorisch!

Kleine Trattoria „Beim Himmisepp“ – Miesbach

Nachmittags tingelten wir durch das bayrische Oberland um Freunde zu sehen und auch um Besorgungsfahrten zu machen. Mancherlei Dinge bekommt man in Deutschland doch besser als in Griechenland.

So war ich ein paarmal beim „hagebaumarkt“, Sibylle eher in Schuhgeschäften. Ins Sportgeschäft mssten wir beide.

Auch diesmal hat sich Sibylle ein Dirndl ausgeliehen, widerrum war Lisa Retterin in der Not. Meine Tracht liegt sowieso bei René, leichtes Spiel also für mich.

Schön war, dass wir Ritas Geburtstag zusammen feiern konnten und zu dieser Gelegenheit auch deren Kinder nebst Familie wieder einmal treffen konnten. Ich bin immerhin Taufpate des Sohnes und an den Kids und Enkeln nebst Familien sehr interessiert.

Der Brauch des gemeinsamen „Kaffeekränzchens“ wurde wieder ins Leben zurück gerufen – Kuchen gibt´s dann auch schon mal.

Nusskuchen – diesmal nicht vom „Cafe Winkelstüberl“

Die Hochzeit, der eigentliche Grund unserer Reise, nahte – das Lesen und Interpretieren des Wetterberichtes wurde zu Sibylles täglicher Passion. Wir wissen seit einiger Zeit, dass es kritisch ist. Wie überall in Europa ist es für die Jahreszeit zu kalt.

Was wir nicht ahnten war, WIE kalt es sein würde. In den ersten Tagen unserer Anwesenheit hatten wir Tiefstwerte von bis zu -1,5°C – MINUS, Mitte September! Das ist doch nicht normal! Schnee fiel herunter bis auf 1000m, die Hochzeitslocation lag höher. Sibylle musste einmal sogar die Scheiben des Autos freikratzen.

Nach dem Umzug erholten sich die Temperaturen etwas, so 10°C +/- 2°C waren an der Tagesordnung. Dafür nahm die Niederschlagswahrscheinlichkeit zu, es sah schlecht aus für den Hochzeitstag.

Wolken in den Bergen – nicht schön!

Wir schreiben den 28.09. – es ist der Geburtstag meiner Mutter. Nicht, dass ich ein Grabgänger wäre, aber wenn ich schonmal in Miesbach bin kann ich auch mal hingehen. Kein Grab – ein Schildchen an einer alten Eiche, aber ein Ort um nachzudenken und zu sich zu finden – drei Jahre nur sind vergangen und Sibylle und ich haben ein dieser Zeit unser Leben, das mit Reihenhaus und Mercedes, einmal auf links gedreht. Ich bin froh, dass sie es (vermutlich) nicht weiß…

Der 28.09. ist aber auch der Tag an dem wir unseren Freunden Rita und René eine Einladung ins „Kaminstüberl“ nahegetragen haben. Es ist uns eine Ehre die Beiden einzuladen – einfach als „Dankeschön“!

Und der Besuch war famos! Drei Monate vorher reserviert, haben wir uns Köstlichkeiten gegönnt – ein Traum. Schmankerl vom Feinsten…

600g US-Angus Lende – medium! Erste Sahne

3-2-1 der Countdown läuft!

Heute, am 29.09. reisen die ersten Hochzeitsgäste an. Es ist vornehmlich die junge Garde die im „Haus Seegarten“ eintrifft. Die jungen Leute wollen noch mit dem Brautpaar feiern, bevor morgen „der Ernst des Lebens“ eingeläutet wird. Gut für uns, dass wir ohnehin schon da sind. Die Eltern des Bräutigams „dürfen“ auch kommen – aufmerksame Blogleser kennen Christine und Nader als unsere Freunde aus gemeinsam verbrachter Urlaubszeit.

Das Fest konnte beginnen! Und wenn man in Bayern ein Fest feiert welches zur Wiesnzeit stattfindet und nicht das Oktoberfest selbst ist – dann ist ein Faß Bier schon fast obligatorisch!

Brautpaar Edition – special stuff

Und wen trifft´s immer wenn es im Rahmen einer Hochzeit um „Spezialaufgaben“ geht? OPA wäre jetzt die falsche Antwort – richtig muss es heißen – den BRÄUTIGAM! Also Mikey, ran ans Zapfzeug und hau drauf…

1-2-3 – a bissl was geht daneben
4-5- ja da schau her! O´zapft is!

Kurz nach dem verhaltenen „O´zapft is!“ schießt die erste Halbe in den Krug – zunächst mit ausbaufähigem Ergebnis!

Weißbier??? Nein, Schaum!

Dieses Ergebnis ließ sich aber rasch optimieren und schon kurze Zeit später war die durstige Meute mit dem Gerstensaft versorgt. Das hatte einen Haken – kaum war der Durst gestillt, wurde bemerkt, dass der Hunger da war. Der Hausherr wurde kurzerhand vom Gastgeber zum Grillmeister befördert und machte sich als solcher ans Werk.

Wie schon Stoiber zu sagen pflegte – Glodernde Lut…

Auch die Salatbar war reichlich gefüllt und es blieb zu guter Letzt kein Wunsch offen.

Salatbar

Regen löschte den Grill, alle waren satt und zufrieden! Im Laufe des Abends wurde das 30l Faß geleert. Grillgut und Salatbar erlitten das gleiche Schicksal.

Trotz des Bangens um das Wetter am morgigen Hochzeitstag, waren alle zufrieden – allen voran das Brautpaar, das war das Wichtigste!

Tataaaaaa – der 30.09.2022! Der Tag der Hochzeit von Sibylles Tochter Franziska mit ihrem Mikey. Wir sind stolz, freuen uns – und doch ist es für die Mama wohl auch ein besonderer Tag – anders als bei den Söhnen, anders als bei den Vätern!

Wir müssen uns anziehen, liegen die Kleider bereit?

Der von Schlabbermode verwöhnte Körper muss jetzt da rein

Ja doch! Klamotten komplett, gefrühstückt, geduscht – check! Was macht eigentlich das Wetter? Ein erster Blick aus dem Fenster verheißt nix Gutes – wie vorhergesagt, grau, regnerisch – naja, besser als gestern und es tröpfelt gerade nicht…

…die Braut fährt mit Trauzeugin zum Friseur, wir werden sie erst vor dem Standesamt wieder sehen. Die Gesellschaft von gestern frühstückt und richtet sich.

Was dann passiert war fast wie ein kleines Wunder. Entgegen aller Vorhersagen öffnet sich die Wolkendecke ein wenig und gibt blaue Flecken frei. Der Himmel zeigt sich bayrisch blau-weiß und freundlich – das konnte keiner fassen!

Nach Norden zum See und Richtung Schliersee Ort
Nach Süden Richtung Berge und Hochzeitslocation

Die Gruppe traf sich vor dem Rathaus in Schliersee, wo Franzi und Mikey eine Tradition fortsetzten – sowohl Sibylle und ich, als auch Bruder Florian und Sonja haben dort geheiratet. Alle im gleichen, opulenten Trauzimmer.

Rathaus Schliersee

Bei einer schönen aber privaten Zeremonie, bei der Enkel Otto die Trauringe bringen durfte, haben sich die Brautleute das Ja-Wort gegeben und Tochter Franzi war „unter der Haube“.

Das freut uns sehr, weil wir Mikey und seine Familie richtig gerne mögen und Franziska dort gut aufgehoben wissen. Euch Beiden alles erdenklich Gute!!!

Frisch vermählt – gleich regnet´s Rosenblätter!

Es folgt das Gratulieren, es werden erste Fotos gemacht…

Da strahlt die Brautmutter

…doch bald schon wird zum Aufbruch gerufen – es soll angestoßen werden! Zu diesem Zweck wurde an einem Kiosk am Seeufer, in fußläufiger Entfernung, ein Champagnerempfang vorbereitet, dazu gab es Fingerfood (oder heißt es Häppchen?). Egal, es war jedenfalls super organisiert!

Moét Rose – vorbereitet durch die Besitzerfamilie
Ein fesches Paar – und das Wetter hält

Es werden die obligatorischen Familienfotos durch den Fotografen angefertigt, man knüpft erste Kontakte mit Personen, die man bis dato noch nicht kennt und Sohn Stefan macht Luftaufnahmen mit der Drohne – alles in allem sehr gelungen!

Die Bewölkung nimmt zu – Zeit zu gehen

Glaubt es oder nicht – das Wetter hielt, bis die letzte Aufnahme „im Kasten“ war. Dann, kaum saßen wir in den Autos, fing es an zu tröpfeln. Der Konvoi fuhr die paar Kilometer in die Berge, wo wir im „Berggasthaus Siglhof“ die Feierlichkeiten hatten.

Kaum waren wir aus dem Auto ausgestiegen, war der Regen vorbei und es hielt sich bis abends. Was keiner für möglich gehalten hatte wurde wahr – Wetterglück für das frischvermählte Paar.

Der Siglhof
Das Zuhäusl, das Salettl, nur für uns!

Wir feierten wie man eben so feiert, wenn man vom Leben Glücksmomente und Zufriedenheit geschenkt bekommt. Es war ein schöner Tag mit vielen speziellen Augenblicken die aber der Privatsphäre des Brautpaares zuzuschreiben und vorbehalten sind.

Ein paar Impressionen möchte ich aber doch teilen…

Personalisierte Bierdeckel
Sibylle mit Schwiegertochter Amelie
Brautstrauß und Moét – geschafft!

Natürlich gab es auch Reden, alle sehr schön gehalten – vom Brautvater, von der Mutter des Bräutigams und von den Freunden. Worte die noch lange im Gehör verankert sein und nachhallen werden. Formvollendet die einen, ziemlich cool die anderen – für Entertainment war jedenfalls gesorgt!

Die stolze Mutter des Bräutigams – analoges Manuskript
Für die Fraktion der Kumpels – stellvertretend – mit digitalem Manuskript

Und ich hoffe ich werde nicht zu privat, wenn ich mit zwei weiteren Bildern abschließe. Das Brautpaar wie es entspannt, aber doch andächtig, den Inhalten der Reden und Ansprachen zuhört – ich fand ein sehr vielsagendes Bild…

…und ein „unbeobachteter Moment“ – mehr Worte braucht es nicht!

Alle, wirklich alle waren zufrieden, begeistert, heiter – ein wunderschöner Tag. Wir fuhren glücklich zurück zum „Haus Seegarten“, haben uns schon am Weg der Tracht entledigt und wieder bequeme Sachen angezogen. Zusammen mit Christine und Nader sind wir noch kurz ins Gasthaus „Rote Wand“ um den Tag ausklingen zu lassen – den Tag der Franziska und Mikeys Hochzeitstag war und zugleich der letzte des Monats September!

Es gibt ein letztes Bild – ein Screenshot einer WhatsApp Nachricht, welche ich diesen Monat erhielt…

Dem ist nichts hinzuzufügen!

Wir sind inzwischen wieder in Griechenland und leben unseren Traum, gleichwohl es auch unser Alltag ist. Die Freunde gehen langsam nach Hause, neue Schiffe und Menschen kommen an. Es wird ein spannender Monat, schon weil einiges auf der „To Do – Liste“ steht.

Bleibt uns wohlgesonnen, schreibt ein paar Zeilen wenn Ihr an uns denkt. Wir freuen uns immer von Euch zu hören.

In diesem Sinne wünschen wir einen ganz schönen Herbst, einen herrlichen Oktober und sagen ganz herzlich DANKE für Eure Zeit und Euer Interesse!

Liebe Grüße aus Lakki / Leros von der NESSAJA Crew

2 Kommentare zu „September 2022 – Imagine“

    1. Hallo Ihr Beiden! Können wir nur zurückgeben 🙂 – emotional? JA! Tiefsinnig? Nun, beim Lokusbild sicher kaum, an anderen Stellen definitiv schon. Natürlich überziehe ich in den Beispielen, das ist mir alles bewusst – aber wenn Du mit offenen Augen durch die Welt gehst, muss Dir Angst und Bange werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Vernunft siegt. Euch einen guten „Wiedereinstieg“, wir hören uns bald…

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