Juni 2022 – Holiday

Eine Zeit lang war „Hot Legs“ von Rod Steward der Favorit für den Titel meines Juni Blogs – aus verschiedenen Gründen, welche auch beim Lesen des Beitrags deutlich und nachvollziehbar werden. Stichworte sind WANDERN und SONNENBRAND! Geschafft hat es letztlich dann Madonnas „Holiday“ – ganz einfach aus dem Grund, weil der sechste Monat des Jahres 2022 ganz dem Müßiggang gewidmet war – Urlaub von Tag 1 bis 30!

It’s time for the good times
Forget about the bad times, oh yeah
One day to come together to release the pressure
We need a holiday

„Bad Times“ steht sinnbildlich für die Schufterei der letzten Monate. Es war klar, wir brauchen eine Pause, Zeit dafür war jetzt! Deshalb auch gleich Entwarnung für die weniger technisch Interessierten – im Juni wurde an NESSAJA nichts, aber auch gar nichts repariert oder umgebaut. Der Blogbeitrag des vergangenen Monats ist ein Urlaubsblog mit VIELEN schönen Bildern! (Es könnte auch ein Foodblog sein…)

Er wurde wiederum recht lang, bitte entschuldigt das – ich möchte Erlebtes einfach gerne festhalten und mit Euch teilen. Nehmt Euch etwas Zeit, einen kühlen Drink vielleicht, oder lest einfach quer.

Here we go…

Abhängen – Relaxen! Es war an der Zeit…

Wir waren zurück auf Leros, aufgewacht nach der Rückkehr aus Deutschland. Die ELOWYN mit Tina & Volker war auf dem Weg nach Südwesten um Gäste zu empfangen und auch wir warteten auf das Eintreffen unseres Besuches – bis dahin waren noch ein paar Tage Zeit, gut um etwas durchzuatmen. Die süßen Seiten des Lebens genießen – in Italien würde man wohl „dolce vita“ dazu sagen. Das geht nirgends besser als bei „Repapis“ in Lakki…

Unsere erste Adresse für Süßigkeiten aller Art
Kuchen – selbstgefertigte Unikate
Schlaraffenland – die Patisserie
Natürlich – das Eis aus eigener Herstellung
Ricotta mit Granatapfel und Pistaziencreme

Wir haben uns um unser Zuhause, um NESSAJA, gekümmert – sie ein bisschen vom Staub der Woche unserer Abwesenheit befreit und uns gefreut, dass wir dieses Leben genießen dürfen.

NESSAJA noch neben Robi´s MAXI

Alles war beim Alten und ich habe mich beim Knipsen des Bildes gefreut, dass Baba & Robi, unsere Nachbarn, bald kommen würden. Als Randnotiz mit gravierender Reichweite – während der Anwesenheit der Beiden wurde unser Reiseplan für 11/2023 mit einem „VIELLEICHT“ Vermerk versehen – der Plan wurde in den Status des Gedankens zurückgestuft. Das wird wohl noch Auswirkungen auf unsere Gesamtplanung haben. Robi und Baba sind später im Monat zur Urlaubsfahrt mit finalem Ziel Türkei aufgebrochen – wir hoffen, dass wir uns wiedersehen! Schönen Urlaub und „always fair winds“!

Plopp – das Schellen meines Telefones reißt mich aus den Gedanken. Volker am Apparat. Er erklärt mir, dass Tina bereut, in Patmos nicht in der Skala bummeln gewesen zu sein, zudem hätten sie ein Dinner bei Manolis auf Lipsi verpasst – alles sehr schade. Weiter sei gerade kein guter Wind für Kurs Mylos, man brauche noch Höhe! Das Allerwichtigste aber – Kekse! Ja, richtig gehört, Kekse!!! Man hätte in Leros so gutes Mandelgebäck gekauft, das sei viel zu schnell zur Neige gegangen, Abhilfe muss her. Ob ich nicht ein Kilo der Backwaren kaufen wolle, man käme diese abholen…

Ein Gedicht – Mandelkekse zum Kaffee

Klar, kann ich machen! So traf es sich, dass die ELOWYN wieder vor Leros, genauer in Alinda, ankerte und wir die bereits abgereisten Freunde wieder trafen. Leros ist magnetisch 😉

Nur kurz – bestimmt…
Kleiner Lunch-Snack, Calamari und Gigantes

Wir witzelten über das Zeit-Raum-Kontinuum von Leros und darüber, dass es schier unmöglich ist von hier wieder wegzukommen. Dies sei nur wenigen Crews vorher gelungen! Volker war überzeugt davon, dass es für die ELOWYN ein Leichtes sein würde, wir könnten uns davon überzeugen indem wir einfach über Lipsi bis Patmos mitfahren würden, von dort könnten wir mit der Fähre zurück nach Leros…

Hm, ein reizvoller Gedanke! Drei Tage segeln, raus aus dem Trott – kurzentschlossen sagten wir zu, alles andere kann warten!

Zurück zum Schiff, kleines Gepäck gerichtet, alle Systeme aus und abgesperrt – rein ins Taxi und ab nach Alinda, dort wartet bereits die ELOWYN auf die Abfahrt…

Vorfreude!!!

Volker holt uns mit dem Schlauchboot ab. Es sei bemerkt, dass die ELOWYN natürlich kein profanes Schlauchboot als Tender hat. Es ist ein Williams Jettender 325 mit 100PS Innenborder, da wird selbst der Transfer vom Strand zum Schiff ein Abenteuer.

Mit dem „WILLI“ zum Mutterschiff

Die ELOWYN hatte bereits ihren Schlund geöffnet um den kleinen Schnulli zu schlucken, alles war bereit zur Abfahrt.

Das Kleine muss ins Große

„Anker auf“ und los! So schnell ändern sich Pläne – aus dem Durchatmen für ein paar Tage wurde eine Micro-Segelreise mit Freunden – eine sehr gute Alternative!

Kurs Lipsi liegt an – leichte Brise unter Vollzeug

Es tat gut mal wieder Wind um die Nase zu haben, einen Tapetenwechsel zu genießen. Die Bedingungen waren optimal, eine leichte Brise mit kurzen Drückern, kaum Welle, so glitten wir unter Vollzeug am Wind unserem Ziel entgegen.

Kurs Lipsi liegt an

Am späten Nachmittag fällt das Grundeisen in der netten Bucht ein paar Faden westlich von Lipsi Ort – perfekt! Gleich neben dem Sandstrand und nur wenige Meter zum Stadtkai – mit dem Willi leicht zu schaffen.

Zeit für eine Badepause im für die Jahreszeit noch recht frischen Meer, aber egal, wir schätzen die unerwartete Option vom Schiff aus ins Wasser springen zu können.

Nur ein paar Schritte…

Als die Sonne sich anschickt den Tag zu beenden, machen wir uns für den Landgang fertig und lassen den Tender zu Wasser, schön anzusehen wie friedlich unser temporäres Zuhause in der Bucht vor Anker liegt.

ELOWYN im Sonnenuntergang

Wir dagegen haben fixe Pläne – auf zu „Manolis Tastes“, einer Taverne der Spitzenklasse, war Manolis doch mehrere Jahre lang einer der besten Köche Griechenlands.

Mit Auszeichnung

Auch heute noch ist es möglich, wie es früher in Griechenland allerorts Usus war, die Küche zu besuchen, einen Blick in die Töpfe zu werfen und gegebenenfalls sogar zu kosten, sollte eines der feilgebotenen Gerichte unbekannt sein.

Der Chef am Arbeitsplatz

So entscheiden wir uns für allerlei Leckereien – teils Fantasievolles, teils Ursprüngliches und genießen einen wundervollen Abend.

Seafood Risotto
Stifado

Nach einem Ouzo und einem Desert zum Abschluss, torkeln wir zurück zum Kai, den Ort genießend…

Lipsi Ort – sehenswert

…hinunter bis zum Stadtkai, wo der Willi auf uns wartet, bereit zum Rücktransport der Crew. Wir beschließen abermals, zweimal zu fahren um nicht zu riskieren, dass wir durch Spritzwasser unfreiwillig geduscht werden.

Komisch, es fällt auf, dass der sonst so willig schnurrende Jetantrieb ein wenig wiederwillig am Gas hängt, irgendwas scheint nicht zu stimmen. Egal, stotternd und ruckelnd bringt uns das Beiboot zur ELOWYN und wir sacken müde ins Bett – morgen ist auch noch ein Tag.

Neuer Tag, neues Glück…

Der Tag beginnt wie er soll – ein Bad im Meer, eine Tasse Kaffee, ein leckeres Frühstück! Perfekt!!

Sehen wir nochmals nach dem Tender, warum läuft der potente Antrieb nicht so wie er es gewöhnlich tut??? Hier geschraubt, dort geschraubt, Probefahrt! Plötzlich – er verschluckt sich und geht aus. Pilot in dieser Minute – Skipper Mario! Alleine treibend in der Bucht von Lipsi, zum Glück an Paddel gedacht.

Na toll – ungewollter Frühsport

Klingt nach einer kurzen Paddelrunde bis zur rettenden Plattform – doch weit gefehlt! Paddelt mal einen fast 400kg schweren Tender – alleine mit einem Notpaddel – da weißt Du was Du gemacht hast. Mir brennen die Arme in diesen Minuten…

Fast geschafft – der Eigner macht- und fassungslos…

Da hing er nun, der stolze Flitzer, seines Antriebs beraubt, die Potenz geschwunden – was tun?

„rien ne va plus“ – nix geht mehr!

Gemeinsam wurde beschlossen das Problem zu vertagen. Wir packten den Flitzer in seine Garage, bereiteten uns auf den Schlag nach Patmos vor. Dort hätten wir die Gelegenheit einige klärende Arbeiten zu machen – außerdem war um diese Zeit wohl noch ein Plätzchen für den blauen Riesen zu finden. Anker auf und los, heißt auf die Segel, Kurs Patmos liegt an!

Am Foto nicht zu sehen – Böen machen ein Reff nötig
Relax – don´t do it

Noch herrscht entspannte Ruhe an Bord, doch plötzlich taucht ein, im Vergleich zu ELOWYN, kleines Segelboot am Horizont auf. Kennt Ihr den Spruch? Zwei Segelboote – eine Regatta…

Es beginnt – ein Matchrace

Volker ist sich nicht zu schade seine ELOWYN zu treiben um dem Kontrahenten zu zeigen wo der Bartel den Most holt, aber auch der Kleine ließ es sich nicht nehmen, die Schoten etwas anzuholen…

Passiert – wo war gleich die Ziellinie

Wir haben die imaginäre Ziellinie einfach so gesetzt, dass am Ende feststand, dass wir gewonnen haben – und wirklich war die Tricolore bald weit achteraus – da merkt man erst was Länge und Segelfläche bewirken.

Kurz darauf hatten wir bereits die Buchteinfahrt von Patmos erreicht.

Kreuzfahrer – wonderful

Das Kreuzfahrtschiff machte uns Sorgen. Es ist allerorts zu bemerken, dass mehrere hundert oder gar tausend Touristen für manche Urlaubsorte einfach zuviel sind – so auch in Patmos Scala. Ein lieber Ort, aber für die Kreuzfahrer einfach zu klein. Wir waren daher mehr als beruhigt, als sich der vermeintliche Ozeanriese eher als ein kleineres Schiff seiner Gattung herausstellte.

Größer geht immer

Die kreuzfahrende Touristenherde war ohnehin auf Kloster und Grotte der Apocalypse aus, wir hingegen, oder zumindest der weibliche Teil der Crew, wollten uns auf die Boutiquen der Stadt stürzen.

Volker hingegen hatte andere Pläne. Es musste geklärt werden ob der Willi wieder fahrtüchtig gemacht werden könnte, es waren schließlich bald Gäste in Mylos abzuholen, auf dem Törn mit diesen würde der Buchtenbummler dringend gebraucht werden – also Werkzeug raus und los…

Vergebene Liebesmüh`

Alter Sprit raus, neuer rein. Alte Zündkerzen raus, gereinigt, wieder rein. Zündkontaktschalter und Notausschalter geprüft und überbrückt – es half alles nichts, wir mussten nach ein paar Stunden entnervt aufgeben.

Der Tender wurde an die Bordwand gehangen, der Tag klang aus und wir fanden uns im Grill zu Patmos wieder. Ein Burger rettete den Tag!

Morgen ist auch noch ein Tag – wie geht es weiter?

Patmos Scala hat uns bisher kein kulinarisches Highlight geboten – daher fiel die Wahl auf den Burgergrill der überraschend gut war. An Bars hingegen ist Scala reich gesegnet, für den Absacker hatten wir die Qual der Wahl und wurden fündig. Ein insgesamt sehr schönes Plätzchen.

Gassen, Kirchen und alte Gebäude – mitten im touristischen Scala
Klein und fein
Mit einladenden Cocktailbars…
…die zum Absacker laden

Zu vorgerückter Stunde schlenderten wir zurück zu ELOWYN, satt, zufrieden, aber auch um die Erkenntnis reicher, dass nur eine Fachwerkstatt die Mittel hat den Willi zu diagnostizieren und dann zu reparieren. Dies führte zu dem Entschluss, dass wir nicht von Bord gehen würden, sondern zusammen mit den Freunden in die Marina zurückkehren um dort den Reparaturauftrag zu geben. Mit diesem Mindset gingen wir durch die Nacht…

Scala und Chora by Night

Wir wollten den Freunden den Wiedereintritt in den Microkosmos von Leros etwas erleichtern – wussten wir doch, dass sie bereits im Glauben waren dem Sog unserer Heimatinsel entkommen zu sein. So schlugen wir vor, dass wir einen Dinnerstop in Archangelos machen könnten – ein herrlicher Platz. Dieser Vorschlag wurde angenommen und wir legten also ab und verließen Patmos mit Kurs Ost, Richtung Archangelos.

Good Bye Patmos

Während wir die Bucht verlassen, überholt uns die Katamaranfähre in der Sibylle und ich normaler Weise sitzen würden, hätte uns der Tender nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Ebenfalls Kurs Leros

Wir hatten abermals Vollzeug gesetzt, die blaue Schönheit glitt durchs gleichfarbige Wasser, ein Traum-Segeltag…

…als wir südlichwestlich von Lipsi plötzlich Schatten am Meer beobachten konnten – Define???

Und tatsächlich – die flinken Meeressäuger gaben sich ein Stelldichein am Bug der ELOWYN.

Poser…
…unter und über Wasser.

Die flinken Tiere schwammen, glaubt es oder nicht, eine geschlagene Stunde mit ELOWYN. Sie tauchten, spielten mit der Bugwelle und sprangen sogar. Sie ließen sich filmen, fotografieren und schienen das Spiel mit dem „großen Bruder“ zu genießen. Für uns verging die Überfahrt wie im Flug!

Angekommen in Archangelos, der Anker fiel in der Bucht vor dem „Stigma“

Ein Ruhepol

Ihr erinnert Euch – der Willi versagt den Dienst. Wie kommen wir zum Wirt, wie kommen wir zum Anlegeschluck? Da trifft es sich gut, wenn man einen Draht zum Wirt hat 😉 – ein Telefonat später setzte sich ein kleines Fischerboot in Bewegung…

Privattaxi???

…und ein paar Momente später war auch Volkers Skepsis verflogen und der Überzeugung gewichen – DER holt UNS jetzt ab! Tja…

Die Überfahrt zur Taverne dauerte nur Minuten und schon waren wir am Weg zu Giorgos und Evropi, wir freuen uns über jedes Wiedersehen – das war das erste im Jahr 2022.

„Stigma“ – das kleine, liebreizende Lokal

Wir setzten uns und hatten ein sehr einfaches aber fantastisches traditionelles Mittagessen – und „Octopus Tigania“ – ein Traum den ich mir immer bestelle, auch wenn es nicht auf der Karte steht – Octopus in der Pfanne mit etwas Chili und Samoswein – to die for…

Augenblick – verweile doch!

Hilft nix – wir müssen weiter! Wir müssen in die Marina um den Tender zur Reparatur zu geben. Der Termin ist inzwischen telefonisch fixiert. So werden wir zurückgebracht und es bleibt uns nichts mehr als ein herzliches EFCHARISTO an die Wirtsleute.

Junior Tassos zieht wieder von dannen

Wir dagegen laufen zwei Stunden später in die Marinabucht von Lakki ein und machen ELOWYN kurz darauf am Steg fest. Zu sagen sie hat dort ihren Stammplatz würde Volker und Tina jetzt wohl verärgern 😉 !

Lakkibucht – Marina voraus!

Der Tag sollte rund werden, drum fanden wir uns kurz darauf im „Mylos“ wieder – ihr erinnert Euch wahrscheinlich an das beste Speiselokal auf Leros. Vielleicht brauchten Volker und Tina diesen kleinen Trost – war ihr Ziel doch Mylos. Da darf man nicht zu genau sein…

Erste Adresse
Perfektes Ambiente
Raw Fish Cuts – als gemischte Vorspeise
Red Snapper in Salzkruste gebacken als Hauptgang

So fand ein perfekter Tag ein würdiges Ende. Generell vergingen diese Tage wie im Flug!

Vielleicht lag es daran, dass die Freunde so auf Mylos als Ziel fixiert waren, vielleicht aber auch nur daran, dass sie inzwischen die tollen Plätze der Insel kennen – ein weiteres „Mylos“ – die Mili, die Mühle von Haris, war auf der Bucket List abzuhaken.

Loungemusic und der perfekte Ausblick
DER Platz für den Sundowner…
…den man dann ins rechte Licht rückt (Mojito).
Wunderschönes Ambiente
Tolle Bar, tolles Personal

Ich selbst war zu dieser Zeit etwas hin und her gerissen. Natürlich habe ich die Rückkehr von Kristina und Volker genossen, natürlich waren die Momente unvergesslich und meine privaten fünf Minuten habe ich mir irgendwie verschafft…

…meist morgens – ich bin alleine zum Panteli Beach, habe gebadet und im „Tsoumas“ einen Kaffee getrunken.

Mittags sind Sibylle und ich nochmals nach Panteli…

…wir waren baden, etwas relaxen, während Volker sich um die Reparatur des Willi kümmern konnte. Sibylle hat gelesen, ich habe mich anderen essentiellen Aufgaben gewidmet…

…es war offensichtlich – mir fehlte Beschäftigung! Leider drängte sich meine To-Do Liste immer mal wieder in den Vordergrund, aber an sinnvolles, strukturiertes Arbeiten war nicht zu denken. So beschlossen Sibylle und ich den Juni komplett arbeitsfrei zu machen – schön einerseits, anderseits fehlen mir so acht geplante Arbeitstage.

Der Müßiggang nahm also weiterhin seinen Lauf – die Crews der ELOWYN und der ARIES lernten sich kennen…

Dinner bei Marietta

…und die Einkehr in Harris Mühle wurde zur täglichen Routine!

Vergnügen? Nicht nur! Ich mache das alles auch in meiner Aufgabe als selbsternannter Cocktailtester mit dem Ziel niemals einen Cocktail doppelt zu trinken – das ist oft auch mühevoll! 😉

Blue Hawaiian
Ouzo Olive Oil Sour

Wir entdeckten in dieser Zeit neue Tavernen, so zum Beispiel das „Zorbas“ in Panteli, in dem wir seit der Renovierung nicht mehr waren.

Das junge Betreiberpaar versucht sich zwischen „Mylos“ und den anderen Tavernen zu positionieren – mit feinen und pfiffig zubereiteten Gerichten. Es war echt gut – eine Alternativadresse!

Zorbas Panteli
Scampi Tartar
Schwertfisch Carpaccio
Linguine mit Seafood
Die Rechnung – akzeptabel!

Der Tag der finalen Abreise der ELOWYN – ich nehme es vorweg, diesmal sollte es den Freunden gelingen den Orbit von Leros zu durchbrechen und Kurs Mylos zu setzen. Es war schön mit Euch, wir sehen uns bald wieder!

Ich merke, wie sehr ich die morgentliche Fahrt mit dem Motorrad zum Strand genieße. Der Fahrtwind noch frisch, der Strand menschenleer…

Panteli, ca. 08.00 Uhr

…der Sprung ins erfrischende Wasser ist belebend und tut gut! SO startet mein Tag!

Enjoy

Ein Tag der leider kein guter werden sollte! Ich lese beim Kaffee immer die News am Mobiltelefon, was ich an diesem Tag zu lesen bekam, schlug ein wie eine Bombe…

Treue Blogleser erinnern sich sicher an Ingo. Der Ingo mit dem ich 2011 den SSS gemacht habe und eine Woche auf der TARU zur Ausbildung war. Der Ingo, den wir zur Vorbereitung unserer Langfahrt nach seiner Weltumsegelung zuhause besucht hatten, um Anregungen und Ideen zu sammeln.

Dieser Freund verlor nun also seine FAULE HAUT auf eine derart dramatische Art und Weise? Ich war erschüttert, den Tränen nahe und bin bis heute in Zweifel was die Fortführung unserer Pläne betrifft. Hier der Link zum Bericht – http://faule-haut.de/2022/06/09/fh-killed-by-a-tropical-cyclone/ – Gott sei Dank ist die Crew unbeschadet davongekommen!!

Wir schreiben den 09.06.2022 – ich hatte keine Zeit diese Horrormeldung zu verarbeiten. Unser Besuch hatte sich angekündigt, war bereits seit drei Tagen auf Kos, heute sollten wir uns treffen.

Wir haben uns also auf den Weg zur Fähre gemacht, der Zufall wollte es so, dass Stegnachbar Johannes mit der gleichen Fähre einen kurzen Heimatbesuch angetreten hat.

Warten auf den zweirümpfigen Zubringer

Wir haben mit Kate und Lisa vereinbart, dass wir gemeinsam von Kos nach Rhodos fahren würden, dort ein paar Tage verbringen und dann deren Urlaub in Leros ausklingen lassen werden.

Pünktlich wie immer

Da sitze ich nun in der Fähre, starre auf die Nachbarinseln welche wie im Flug vorbeiziehen und hänge in meinen Gedanken fest – Ingo und die FAULE HAUT in Seenot, alles verloren, nicht versichert – wie geht sein Leben wohl weiter?

Abrupt werden meine Gedanken unterbrochen – wir sind in Kos, die Freundinnen steigen zu, es gibt ein herzliches Hallo.

Welcome

Die Stunden nach Rhodos vergehen wie im Flug, wir haben uns viel zu erzählen und schon bald finden wir uns bei sommerlichen Temperaturen im Inneren eines online angemieteten VW Polo wieder.

Ich traute meinen Augen kaum – das neuwertige Vehikel hatte bereits 133tkm am Tacho – wow! Bestnote für den Vermieter. Der deutsche Kleinwagen brachte uns samt Reisegepäck ins 15 Fahrminuten entfernte Faliraki, dort hatten wir über Airb&b eine Ferienwohnung gemietet.

Nicht am Meer – aber nice

Was soll ich sagen? Eine tolle kleine Wohnung mit einem sehr netten Vermieter – Superhost sagt man wohl bei Airb&b.

Eingangsbereich mit Terrasse
Wohnen & Essen
Küche
Schlafgemach Mario & Sibylle (klimatisiert)
Last not least – das Bad!

Wir waren positiv überrascht, zufrieden und sind in dieser Stimmung in den Ort gelaufen um den Tag dort ausklingen zu lassen. Ausfahrten waren erst an den Folgetagen geplant. Tripadvisor führte uns zur Taverne „Iama“ – ich war, wie immer in Touriorten, eher skeptisch…

Nicht so schlecht

Aber summa summarum war die Empfehlung der Reiseapp nicht so schlecht und wir haben recht gut gegessen. Es war schon touristisch, etwas kitschig, aber der Preis-Leistungsverhältnis war echt gut!

Später noch ein paar Schritte gehen! Das Schlendern durch die Fußgängerzone von Faliraki war eine Ernüchterung – ein Discoschuppen neben dem anderen, Lightshows, Woomwoom Musik die sich überlagerte und „Come in my friend“ Typen überall – jetzt war uns klar warum der Superhorst uns nach unseren Partyvorlieben fragte und ganz entgeistert schaute, als wir ihm erklärten „we don´t like people“ (im Sinne von Menschenaufläufen)…

Wer´s mog!

Ich kürze die Erlebnisse der nächsten beiden Tage nun etwas ab – wir waren ja erst zum Saisonabschluss 2021 mit Franzi und Mikey hier, einen ausführlichen Bericht gibt es schon – im Kern wandelten wir auf den Spuren des damals Erlebten.

Am Tag 1 der „Early Bird Start“ nach Lindos – vor den Touristenbussen die zweitgrößte Akropolis Griechenlands besuchen…

Historische Bauwerke
Alte Steine und Gemäuer
Wunderschöne Ausblicke

…das Frühstück war in Lindos geplant, doch leider mussten wir feststellen, dass die Cafes erst später öffnen – eine Stunde warten wollten wir nicht. Das eine, im Tripadvisor empfohlene, Cafe welches um 09.00 Uhr öffnen sollte war – geschlossen – wegen Corona!

Ratlos – vor verschlossenen Türen

So setzten wir uns in unser Auto um im nächsten Touristenort ein Frühstück einzunehmen. Das Lokal war so fürchterlich und peinlich touristisch, dass ich keine Bilder gemacht habe. Aber wiederum musste ich Abbitte leisten – das Sandwich und die Eier (ok, keine hohe Kochkunst) waren echt gut. Ich habe bereut, dass ich nicht das „Full English“ probiert habe!

HP Sauce – I love it!

So gestärkt ging es weiter – einmal quer über die Insel. Rhodos ist auch in der Saison im Inselinneren fast leer – wir haben die Fahrt über die einsamen Straßen irgendwie genossen.

Hinterland – nix los

Unser Ziel war die beeindruckende Burgruine von Monolithos

Ein spektakulärer Platz

Natürlich gab es hier auch das obligatorische Gruppenfoto 😉

Weiter ging unsere Fahrt quer über die Insel, um das 1929 gebaute Hotel im Stil eines schweizer Chalets zu besuchen – hier haben wir uns einen Cappuccino und einen Kuchen gegönnt.

Sieht irgendwie befremdlich aus

Kenner des Blogs oder der Region wissen was folgt – gleich um die Ecke ist nämlich die „Villa de Vecchi“, die ursprünglich für Mussolini gebaut wurde und bis heute, sich selbst überlassen, als sogenannter „lost place“ Besucher anzieht – hier abermals einige Impressionen…

Villa de Vecchi – Mussolinis Villa
Der Eingangsbereich
Bemalte Holzdecken
Wohnraum mit Balkon
Kaminzimmer mit ganz besonderem Bodenbelag
Der Zahn der Zeit nagt

So beeindruckend die Villa ist, so bedrückend ist sie auch – es waren besondere Zeiten damals. Umso schlimmer ist es vor dem Hintergrund, dass unweit wieder Angriffskriege ausgebrochen waren – verrückte Welt!

Ich brauche eine Verschnaufpause – für Körper und Geist…

Hofbereich Eingang

Abfrischung tut Not – wir haben vom „Quinn Beach“ gehört, also nix wie hin! Dort angekommen merkt man, der Name von Anthony Quinn wird irgendwie vermarktet…

Vermarktung in drei Sprachen

Der Beach selber war durchschnittlich – er ist überigens nicht zu verwechseln mit dem Strand an dem „Alexis Zorbas“ gedreht wurde, der ist nämlich in Kreta.

Den hier hat Anthony von der Kommune Rhodos geschenkt bekommen, weil er einen anderen Film auf der Insel gedreht hat und somit den Tourismus angekurbelt hat. Während der Militärjunta hat Mr. Quinn das Geschenk wieder zurückgegeben.

Uns war´s egal, wir haben gebadet und sind dann zurück zum Superhorst in unsere Ferienwohnung nach Faliraki.

Frisch gemacht, geduscht, aufgehübscht – und ab nach Rhodos Old Town. Für den Polo finden wir eine Parklücke an der Stadtmauer…

…deren Verlauf wir folgen und so direkt bei den Pfeilern landen, welche einst den Koloss getragen haben sollen. Wir glauben das und bauen uns für Erinnerungsfotos auf.

Lisa und Kate vor den antiken Säulen

Natürlich genießen wir den Blick auf das Fort und die Windmühlen – dann aber rührt sich der kleine Hunger und es wird Zeit sich innerhalb der Stadtmauern umzusehen.

Fort mit Leuchtturm
Windmühlen von Rhodos / Mandraki

Hier überlassen wir nichts dem Zufall, darum hatte ich bereits gestern einen Tisch im uns wohlbekannten und auch geschätzten „Mama Sophias“ reserviert. Hier haben wir immer, so auch diesmal, gut gegessen – für das touristische Rhodos eher ein Highlight!

Meze bei „Mama Sophias“

Zufrieden erhaschen wir einen Blick auf die beeindruckende Moschee, bevor wir zum Auto zurückgehen und nach Faliraki in unser Airb&b fahren.

Minarett in Rhodos Old Town

Neuer Tag, neues Glück! Kein Risiko beim Frühstück heute! Uns ist vom letzten Besuch das „Pavo“ noch in guter Erinnerung – so waren wir pünktlich um 09.00 Uhr zur Stelle um dem Frühstückskoch einmal sein ganzes Können abzuverlangen.

Das „Pavo“ – moderner Style
Pole Position – bissl deutsch, aber mei…
Toast mit Spiegelei begleitet von frischgepresstem Orangensaft
Süsser Toast mit Erdbeeren und Bananen

Der Ausblick und das Ambiente taten ihr Übriges – das „Pavo“ ist ein wunderbarer Platz, der seinen Namen zurecht trägt – wie die Bilder belegen!

Fantastischer Ausblick
Pavo – nomen est omen
Immer das Gebettel
Poser!!!

So gestärkt, verlassen wir den wunderschönen Platz um die noch offenen Sightseeings von Rhodos abzuklappern – natürlich standen auch Steine auf (Sibylles) unserem Programm.

Ancient Kamiros – beeindruckend
Aus einer vergangenen Zeit
Die Zimmer vielleicht etwas klein
Inschriften – heute noch zu lesen

Ja, ich gebe zu – es ist immer wieder beeindruckend anzusehen und man kann, besonders wenn die Anlagen so gut erhalten sind wie in Kamiros, das Ganze auch zweimal besuchen.

Man kann aber auch zweimal einkehren! Besonders wenn die Kehle, wie in diesem Fall, ganz besonders ausgetrocknet ist. Also nix wie an den Strand, um sich an Getränken und Snacks zu laben.

Joghurt mit Honig – Lisa mags nicht, ich schon!

Apropos Snack! Natürlich wollten wir auch „Pommes Bernd“ wieder einen Besuch abstatten – aber leider fanden wir seine Pommesbude vereinsamt vor – es sah nicht nur so aus, als ob er Mittagspause hätte. Auf meine Mail bekam ich keine Antwort, schade…

Nachmittag – siedende Hitze, trotz des kräftigen Windes. Wir wollten wieder baden gehen, hat heute aber nicht geklappt. Am Quinn-Beach rollten große Wellen an, das wäre gar gefährlich gewesen, am großen Strand von Faliraki war es genauso – hier aber waren sowohl die Wasserfarbe als auch das Schauspiel der Wellen beeindruckend.

Wir haben auf´s Bad verzichtet und stattdessen ein paar Bilder gemacht…

Na gut, dann eben unverrichteter Dinge wieder in die Wohnung, unter die Dusche statt in die Brandung und ab in den Wolfsburger Schlitten um nach Rhodos Old Town zu fahren. Diesmal waren wir früher dran, diesmal sollte die Altstadt entdeckt und bebummelt werden.

Bummeln – ein typisch weibliches Ansinnen. Ich hatte keine Lust auf Ledersandalen und original Tommy Hilfiger Badetaschen. Was tun sprach Zeus – und Mario hatte die Antwort…

Yummie

Das „Da Vinci“ ist für mich die beste Eisdiele von Rhodos. Sie ist etwas teurer aber durchaus preiswert im Wortsinn. Die überaus charmante Lady mit dem Eisspachtel in der Hand zauberte ein Schlotzeis der Extraklasse – so lässt es sich auf die bummelnden Ladies warten!

Die Bummelei nahm ihren Lauf und ich wurde abermals geparkt – nämlich im „Sissito“ gegenüber der Suleiman Moschee…

Das „Sissito“ war letztes Jahr noch ganz oben auf meiner Liste für top Speiseadressen in Rhodos, ja vielleicht im Dodekanes. Mit den gewählten Sushi hatten wir auch diesmal ein super Essen in bester Qualtät am Tisch…

…was aber diesmal an Service abgeliefert wurde war unter aller Kanone! Weder Getränke, noch Salate, noch Vorspeisen kamen zur rechten Zeit oder gar wie bestellt. Es war zum Verzweifeln!

Ich habe diesmal wirklich sauer reagiert, habe nach dem Essen abgebrochen und das Lokal verlassen, während die Damen noch auf die Rechnung warteten – die Türsteherin hat mich verdattert angesehen als ich ihre Frage nach meiner Zufriedenheit mit “ I go for a Giros now“ beantwortet habe. Ein Bluff war es nicht!

Jetzt passt es – hier gibts ein Getränk zum Essen

Sorry Freunde, ich weiß, gutes Personal ist schwer zu finden – aber so nicht! Das „Sissito“ sieht mich nimmermehr!

Und, wie ist Rhodos Old Town bei Nacht so???

Massentourismus in Rhodos

Mehr als die Hälfte aller Menschen tragen bunte Bänder am Handgelenk. Die Hemden, welche die Körper umhüllen, sind ebenso bunt, sofern man sich nicht für das Weglassen eben dieses Kleidungsstückes entscheidet. Was immer aus den Kleidungsöffnungen herausragt, ist meist rot und leuchtet – ich will wieder nach Leros! Mein Bedarf an klassischem Tourismus war gedeckt!

Als wolle sich Rhodos mit mir versöhnen, haben die riesigen Hotels entlang der Waterfront zwischen Old Town und Faliraki an diesem Abend Feuerwerke gezündet. Für mich? Oder für die neuen Gäste? Es bleibt wohl auf immer ein Rätsel.

War schön anzusehen – dennoch war ich glücklich, als ich am nächsten Tag frühmorgens in der Fähre nach Leros saß. Den Wagen um 07.30 Uhr abgegeben, ohne Frühstück ins Schiff und erstmal einen Platz gesucht.

Die Fahrt war überraschender Weise etwas unruhig, es gab wohl eine „alte See“ durch den Sturm am Vortag. Es wurden Kotztüten verteilt und mein Versuch auf´s Herrenklo zu gehen wurde ad absurdum geführt weil ein Vornutzer sowohl Kloschüssel als auch das – man höre und staune – Handwaschbecken!!! mit Mageninhalt angefüllt hat. Gratulation, der Ferkelpreis für den Juni geht an diesen Mitmenschen.

Themenwechsel – die Waterfront des pitoresken Symi begeisterte die anderen Fährpassagiere ebenso wie uns…

Symi – ein Traum!

…bevor es volle Fahrt voraus, entlang der türkischen Küste, Richtung Kos ging. Die erreichten Geschwindigkeiten beeindrucken.

Türkische Gewässer

Vier Stunden im Fährkatamaran sind wie vier Stunden Busfahrt durch Schleswig-Holstein. Kein Wunder, dass Sibylle eingeschlafen ist. Ich dagegen habe mich durch Nachdenken wach gehalten…

…kaum denkst a bissl nach – bist schon da! Welcome to Leros! Die beiden Freundinnen hatten im „Bianco Hotel“ eingecheckt. Dieses wollte einen Leihwagen bereitstellen, stattdessen kam aber ein Fahrer – der war, gelinde gesagt, verwirrt, weil er wohl glaubte, dass wir zu viert ins Doppelzimmer wollen.

Der Irrtum konnte aufgeklärt werden, der Leihwagen stand vorm Hotel und das Einchecken verlief problemlos.

Perfekt für 4 😉
Das „Bianco“ in Lakki

Nach einem kurzen Zimmer-Check war endlich Frühstückszeit – oder besser Brunch-Time. Wir gingen zu Marietta und haben erstmal gegessen bis wir wieder bei Kräften waren.

Brunch – mit griechischem Salat

Der Rest ist schnell zusammengefasst – es zog uns an und ins Wasser…

Panteli Beach – ohne Filter

…wir genossen Vollmondabende in Alinda…

Agia Marina und das Castell von Alinda aus

…und wir besuchten abermals die Sehenswürdigkeiten von Leros.

Windmühlen
Agios Isidoros

Wir haben genauer hingesehen, um möglichst viel von der Landschaft zu sehen, zu spüren und zu genießen. Auch die bunte Vielfalt sollte nicht zu kurz kommen…

Flora
Gemüsemarkt
Hülsenfrüchte
Farben

…und natürlich haben wir es uns auch sonst gut gehen lassen – Leib und Seele im Einklang!

Dinner bei Marietta
Typical Greek Food
Cappucciono im „Harris“ – Sibylle und Lisa wandern
Bier beim Baden

Lisa und Kate waren ja schon einmal auf Leros. Dieser Besuch war daher zum Abhängen und Genießen gedacht – es sollte der perfekte Urlaubsausklang werden. Wir haben verschiedene Tavernen besucht – so stand ein Besuch beim Glatzkopf „o´Karaflas“ an…

Wie ein Gemälde
Blutmond – darf´s a bissl kitschig sein?

…aber eben auch mit den Beiden der Besuch im „Mylos“, als Abschlussessen nach den gemeinsamen Tagen.

Parot-Fish Cevice
Lumberjack Tataki
Tuna Tataki
Tuna Tartar
White Spaghetti with Shrimps

Der letzte Tag für Kate und Lisa brach an – ich fuhr in alter Gewohnheit morgens an den Strand…

…danach waren wir zum Frühstücken in Haris Mühle hoch über Panteli – ein wunderbarer Abschluss eines schönen Urlaubes.

Die Fähre geht zur Mittagszeit, wir bringen die Beiden zum Fährhafen und verabschieden uns gehörig, dann bringen wir das Auto zurück.

Ciao, schön war´s!
…und weg sind die Beiden!

Wir brauchen eine Pause! Es ist der 16.06.2022 – der nächste Besuch hat sich bereits angekündigt – für den 17.06.2022! Ab an den Strand!

Ein Bier macht vieles leichter

Übrigens gibt es auch auf Leros eine Menge Kuriositäten. Klar, etliche junge Leute leben hier, viele sind zum Beispiel begeistert von Kraftfahrzeugen aller Art – es gibt Bikertreffen, Oldtimertreffen und eben auch „Spezielles“.

Kurios – erkennt Ihr das Basisfahrzeug?
Des Rätsels Lösung – ein alter R5

Ein Facebook Bekannter hat mich gebeten ein Paket für ihn anzunehmen. Mach ich gerne! Ja, ich kann es Dir auch zum Stadtkai bringen – ganz vergessen, dass ich den Leihwagen nicht mehr habe. Egal, das mache ich griechisch!!!

Easy

So rinnt mir der Tag durch die Finger und ehe ich mich versehe, ist es der Ankunftstag unserer Freunde aus Erding, den zukünftigen Schwiegereltern von Tochter Franziska – wir freuen uns.

Dennoch, ich brauche mein Bad im Meer am frühen Morgen um gewappnet zu sein, so stelle ich mir sogar den Wecker um der „Early Bird“ zu sein.

Ich genieße diese Ruhe
Das Meer ruft zum Bade…
…und ich folge seinem Ruf!

Den Cappuccino trinke ich meist in Lakki, inzwischen passiert es mir immer öfter, dass dieser Cappu von einem Einheimischen übernommen wird. Ich habe mir erklären lassen, dass man das macht „wenn man jemand mag“ – so gebe auch ich immer wieder mal einen Freddo aus.

Ab und an winken mich die Mechaniker aus der Werkstatt zu sich an den Tisch – ich verstehe kaum ein Wort, genieße es aber mitten drin zu sein.

„Cafe Luigi“ – der Nabel von Leros

Wer nun denkt, dass dies doch ein gemütlicher Start in den Morgen ist – weit gefehlt! Unter normalen Umständen schon, aber dieser Tage sind wir recht gefragt – und so kommt es, dass ich nach meinem Morgencappuccino die inzwischen ebenfalls wache Sibylle auf NESSAJA abhole und wiederum im „Harris“ lande.

Ist halt einfach schön

Zur Abwechslung diesmal…

Ja, nennt mich fantasielos!

Wir hatten einander Einiges zu erzählen, der Vormittag war gerade ausreichend, weil die Geschichten so kurzweilig waren – ein guter Start in den Tag!

Dann aber rief die angenehme Pflicht, der Besuch wollte vom Fährhafen abgeholt werden, wir hatten das Auto besorgt!

Nur noch eine Minute…
…und schon steigen sie aus!

Großes Hallo, ein fester Drücker und „welcome to Leros“!

Lage checken

Ich war in der Zwickmühle – ich habe ja Kontakt zu Manolis Platis, dem Geiger, gemacht. Wir kennen uns und schreiben uns in losem Abstand. So teilt er mir zum Beispiel ab und an mit, wann er wo spielen wird. Diesmal in einer ziemlich grindigen Spelunke, einem Grill der aber für seine großen Portionen bekannt ist. Der Termin ist – genau – heute und er wolle mir den versprochenen USB Stick mitbringen.

Was tun? Ich will den Stick und kurz bei Manolis vorbeisehen. Ich will aber diese Taverne keinesfalls für den ersten Abend anbieten. Ich schildere mein Problem und die Beiden signalisieren mit zum Grill zu wollen – „kein Problem“ – eine Entscheidung die sie NICHT bereuen sollten!

So checkten wir die Beiden im „Castelo“ ein und versprachen sie abends zum Dinner abzuholen. Gesagt, getan!

Manolis beim Fiddeln – die Ruhe vor dem Sturm

Wir hatten einen super Tisch reservieren können. Zwei Kellner die den ganzen Abend rannten, im Wortsinn, boten einen super Service und das Essen wurde seinem Ruf gerecht. Mehr noch, es schmeckte ausgezeichnet!

Bisschen verschwommen – Ouzo und Bier eben 😉

Zu fortgerückter Stunde ging es dann los – hopahopahopa – und schon sprangen die jungen Griechinnen und Griechen auf – Lebensfreude pur, es gab kein Halten mehr…

Mal nur die Mädels

Wenn der Raum innen zu klein wird, weicht man nach draussen aus – auf die Straße??? Egal, hier wird der Verkehr gestoppt, dazwischen lassen die Tänzer die Autos passieren – keiner hupt, viele klatschen…

Am Ende bis zu 17 Tänzer

…und die beiden sausenden Kellner holen zwischenzeitlich Proseccoflaschen, schütteln sie und lassen die Korken fliegen – aber wir sehen nicht, dass jemand trinken würde. Dem Brauch gilt es auf den Grund zu gehen.

Wir ziehen spätabends nach Hause und sacken alle müde ins Bett – ein herrlicher Einstand für unsere Freunde, mehr Griechenland geht nicht!

Am nächsten Tag war Vatertag, ich realisiere das erst als Sibylle und ich im Anschluss an unser Frühstück zu Repapis gehen – ein Wort an meinen Sohn, so geht das, Du hast noch Luft nach oben!!!

Das Mindeste
Ja, das gefällt mir!

An diesem Tag war richtig was geboten auf Leros. Es fand eine Art griechische Meisterschaft im MTB Race statt. Biker aller Regionen waren nach Leros gekommen um die Trails hier unsicher zu machen. Für die Jüngeren wurde im Anschluss an eine kurze, stadtnahe Strecke ein Parcours aufgebaut.

Riva? Nein, Lakki!

Wir haben ein bisschen geschaut, bis die Zeit reif war um Christine und Nader abzuholen – Agios Isidoros stand am Plan.

Die Stunden verflogen, es war klassischer Urlaub angesagt. Der Vormittag zur freien Verfügung, mittags treffen und gemeinsamer Cafebesuch, Snack oder sonstwas, eine Sehenswürdigkeit oder Wanderung für die Damen, dann Strand bis zum Abendessen – zum Abschluss immer ein Ouzo als Absacker, eingenommen bei „Sorocos Bar“, direkt vorm Hotel. Wunderbar!!!

Ouzaka

Im Laufe der Zeit wurde der begleitende Teller zum Ouzo immer größer, die Meze mussten (fast) schon mit auf den Speiseplan.

Meze zum Ouzo – kann sich sehen lassen

Im grün-blauen Licht der Bar allerdings war das Zeug schwer zu essen – was Spuren hinterließ und mir einen Rüffel einbrachte.

Gottlob haben wir eine Waschmaschine

So enden die Tage wie deren Verlauf war – perfekt…!

Handybild, Nachtmodus

Aber Perfektion ist nur von kurzer Dauer – eine nächste Hiobsbotschaft machte mich fassungslos!

TANGAROA – gesunken auf dem Weg von La Coruña nach Brest

Ich kenne Marc und Karen nicht persönlich, aber aus verschiedenen Trans Ocean Diskussionsrunden und über verschiedene Social Media Kanäle. Wir haben das letzte Mal im März telefoniert, als er mir Hilfe angeboten hat, bezüglich der Vorgehensweise bei meiner Rudereparatur. Die Beiden waren auf dem Weg zurück von einer großen Atlantikrunde nach einem Sabbatical.

Will das Schicksal mir etwas sagen???

Ich werde darüber nachdenken, aber zunächst ist Urlaubsfreude angesagt. Was machst Du mit Freunden 10 Tage auf Leros – diese Frage haben wir uns gestellt und bei „Scooterwoman“ Rena Antwort erhalten. Geht nach Patmos, es gibt eine Fähre – an einem Tag hin und zurück.

Gute Idee, das machen wir! Also los und Tickets gekauft – um dann am nächsten Morgen, sehr zu Naders Leidwesen, in aller Herrgottsfrühe auf die Fähre zu warten.

NISOS KALYMNOS – Herr steh´ uns bei

Ach Du meiner treu – diese Möhre soll uns bis Patmos bringen? Naja, es geht seit 60 Jahren gut, wird es dieses eine Mal auch noch klappen, so unsere irrationale Begründung, den Seelenverkäufer zu betreten.

Doch siehe da, alles ging gut und so waren wir bereits zwei Stunden später in der Bucht von Patmos.

Es grüßt die Chora mit Kloster

Wir hasten vom stählernen Seelenverkäufer direkt zum Taxistand – wir wollen vor der Masse beim Kloster sein. Das gelingt, doch die Aufregung war umsonst, es war nicht so sehr viel los. Es war noch Zeit für ein leckeres Frühstück vor den Toren der Chora.

Sehr einladend
Ein ordentliches Angebot
Preise gehoben aber akzeptabel
Viel Flair
Liebe zum Detail

Überhaupt ist die Chora eine sehr charmante, wenn auch touristische Ecke auf Patmos, es loht sich die Details zu entdecken!

Selbst die touristischen Läden sind hier oben, vielleicht offiziell reguliert, etwas niveauvoller als man es von Kos oder Rhodos kennt – immer einen Abstecher wert.

Natürlich steht immer das Kloster am Plan, es ist das für mich schönste der griechischen Klöster die ich kenne. Amorgos ist sicher spektakulärer, schöner ist aus meiner Sicht aber Patmos.

Historisches Gemäuer
Farbkontraste
Innenhof
Uralte Gemälde
Gelebte Entschleunigung
300 Jahre – fast
Sie lebt – ganz sicher!
Wir gehen wieder – hoch über Scala

Danach ziehen wir weiter durch verwinkelte Gassen, bei denen es sich ebenfalls lohnt auf Details zu achten…

Gässchen – nicht verlaufen
Durchgänge
Abenteuerliche Bauweise

Wir kommen bei den Windmühlen an, diese sind restauriert und wirken daher schöner als die auf Leros. Zumal tragen sie ihre Tücher wieder, leider aber nicht in diesem Moment.

Patmos Windmills

Wir gehen zurück zum Ausgangspunkt, erfreuen uns weiter an den Schönheiten der Insel, lassen dabei auch die blühenden Bäume auf uns wirken. Da wir keine Allergiker sind, ist die Wirkung ausschließlich positiver Natur.

Christine und Sibylle beschließen den Fußweg nach unten zu nehmen und dabei der Grotte der Apocalypse noch einen Besuch abzustatten – Nader und ich dagegen, rechnen heute nicht mit einer weiteren Offenbarung und nehmen daher ein Taxi in die Scala – wir widmen uns hier einem anderen Produkt des Schaffens der Mönche…

Läuft

Ich hatte es schon erwähnt, dass Patmos uns kulinarisch immer enttäuscht hat? Aus diesem Grund habe ich immer wieder beiläufig erwähnt, dass es einen guten Burgergrill in der Stadt gibt – man wollte meine Offenbarung aber ebenfalls nicht hören und wir zogen nach einem kurzen Strandaufenthalt in eines der Touristenlokale.

Pandelis – überbewertet

Es war ok, nicht mehr, nicht weniger. Wir haben gegessen und nach dem Begleichen der Rechnung den Weg zum Hafen angetreten – und als ob sich Patmos gebührend verabschieden wollte, trugen die Windmühlen ihre Segel. Ein schönes Bild!

Just als wir zum Hafen kamen, füllte sich der kleine Ort, nanu, was war los? Weit und breit kein Kreuzfahrer zu sehen!

Ah, da war der Schuft! Er konnte aufgrund seiner Größe den Hafen nicht anlaufen, schüttete dafür aber im Gegenzug mit kleinen Shuttlebooten hunderte Touristen in die kleine Stadt – nicht meines, sorry!

Könte ich, dann würde ich…

Unsere Schaluppe brachte uns zurück nach Leros, wir beobachteten die Sonne beim Untergehen – schöne Momente…

…für manche aber ein untrügliches Zeichen dafür, dass jetzt Schlafenszeit ist. Namen werden keine genannt, die Personen wollen anonym bleiben!

Zu später Stunde bringt uns der kleine Riese zurück nach Leros, die Klappen öffnen sich, die Menschen die zwischen den Inseln pendeln steigen aus…

Nicht mehr lang…

Der neue Tag sollte weniger anstrengend sein, ich machte ein paar Mails und hörte die Songs von Manolis, passt einfach gut!

Den Nachmittag verbrachten wir am Strand und chillten gehörig. Heute Abend wollten wir Christine und Nader zu Manolis „To Steki“ mitnehmen – ob es ihnen wohl gefallen würde?

Ganz sicher gefallen hat Nader der Besuch bei Haris – er wollte unbedingt auf einen Aperitiv hoch zur Mühle gehen. Mit diesem Wunsch rennt er bei mir offene Türen ein. So fanden wir uns am frühen Abend hoch über Panteli wieder – mit Blick auf´s Hotel unserer Freunde.

Der Chef mit dem Skipper – Beratungsgespräch???
Aperol Panteli
Pineapple Express

Danach gings in die andere Bucht um dort, zum ersten Mal in diesem Jahr, im „To Steki“ am Strand Platz zu nehmen. Bisher war es immer zu frisch und wir auf der Terrasse gesessen, jetzt endlich saßen wir direkt am Strand. Es war auch noch relativ früh am Abend.

Blick auf die Bucht von Alinda – von unserem Tisch aus
Schöner kannst kaum sitzen

So ging wieder ein Tag zu Ende – ich mache es kurz, Dimitris konnte begeistern, seine Meze waren wieder ein Gedicht und wir alle ließen den Tag zufrieden ausklingen.

An sich vergingen die Tage wie im Flug, viel Inhalt, viel Erlebniswert, viel Spaß – kurzweil. So wollten wir heute, nachdem gestern ein Ruhetag war, wieder einen Ausflug machen – ich ließ mir etwas Besonderes einfallen…

Ob es gelänge den Wirt aus Archangelos für mich zu gewinnen und ihn zu bitten, uns nach seiner Einkaufstour in Leros mit dem Schiff mitzunehmen? Ein Ausflug nach „Paradise Island“ – dorthin, wo man nur mit dem Schiff hinkommt?

To make long Story short – es gelang uns, wir fanden uns um 11.00 Uhr des Tages auf Giorgos Kahn wieder, auf dem Weg ins „Stigma“.

Klar nehme ich Euch mit
Buchtausfahrt Partheni

Nur für´s Verständnis, die Überfahrt dauert maximal eine halbe Stunde, es ist an sich kein Abenteuer. Den Charakter eines solchen bekam die Fahrt erst durch Giorgos Aussage „I cannot bring you back, we will find a way“ – ok, wird schon!

Lieblingsplatz
Stammtisch – diesmal ohne NESSAJA

Wir waren ausgiebig baden, der kleine Strand ist sandig und erlaubt ungetrübte Badefreuden. Natürlich haben wir uns einen Lunch gegönnt, supereinfach und superlecker.

Die üblichen Meze, gefolgt von einem Fleischgericht aus drei verschiedenen Fleischsorten, danach Wassermelone.

Dazu gab es ein „Herrengedeck“ aus Ouzo und Bier, wobei wir bemerkten, dass Fliegen Bier mögen – da wir unseren Gerstensaft aber nicht teilen wollten, haben die Fliegen eine eigene, nicht ganz volle Dose bekommen – erfolgreich…

Nach dem Essen wollten wir nochmals schwimmen gehen. Inzwischen war die Rückfahrt für uns organisiert, ein Wassertaxi würde uns um 16.00 Uhr abholen, gerade noch das Zeitfenster für ein weiteres Bad im kühlen Nass.

Nix wie rein

Ich rufe einen Arschbombenkontest aus und gehe in die Vorlage – Nader versucht mein Ansinnen auf Zelluloid zu bannen – es gelingt!

Anlauf, graziler Absprung
Eintauchphase – kugelrund zusammengeklappt
Splash, bäääämmm – nicht sooo schlecht 😉

Pünktlich um 16.00 Uhr kommt unser Wassertaxi und bringt uns, neben einer Gruppe Italiener, zurück nach Leros. Diese Überfahrt im schnellen RIB ist deutlich flotter und spannendender als der Hinweg.

Christine fotografiert mit der Frontcam – den flotten Griechen!
Nader bleibt gelassen…

Angekommen auf Leros trennen wir uns, um uns ein bisschen frischzumachen und dann am Abend wieder zusammenzufinden.

Bei NESSAJA tut sich was! Robi und Baba waren inzwischen weg, wir daher ohne Nachbarn. Es lag mir daran, nette Menschen so direkt neben mir zu haben, das kann wichtig sein wenn Du immer am Boot bist. Da traf es sich gut, dass Judith und Alistair von der MONEY PENNY signalisierten, dass sie auf Leros ankommen würden.

Das ist deshalb interessant, weil MONEY PENNY und NESSAJA baugleiche Schwesterschiffe sind. Von der Dufour 43CC wurden jedoch nur ganz wenige Einheiten gebaut – man spricht von 10 – so dass ich im Mittelmeer keine weitere kenne. Ich habe Alistair und Judith über eine Facebook Gruppe kennen gelernt, wir tauschen uns seit Längerem aus, nun sollte das Treffen in der Realität folgen.

Ich hatte mir erlaubt, den Platz neben mir bei Marinero Sebastian zu blockieren – exklusiv für MONEY PENNY – und nun war sie da!

Schwestern – so gleich und doch so verschieden

Natürlich gab es ein großes Hallo und wir haben uns gegenseitig die Schiffe gezeigt. Die Beiden sind supernett und ich würde mich freuen wenn wir uns anfreunden. Natürlich waren wir inzwischen miteinander beim Dinner und quatschen jeden Tag. Die beiden sind aus Tenby und wer meine Liebe zu GB, in dem Fall Wales, kennt, der weiß – ich hätte da Hintergedanken…

Es war wirklich ein komischer Zufall, dass sich exakt an diesem Tag ein weiterer Besitzer einer 43CC bei mir meldete – ob ich noch Bilder seines Ruders bräuchte, er wäre grad am Schiff. Jean-Armande ist aus Canada und der Dritte im Bunde. Andere 43CC sind mir nicht bekannt. Natürlich haben wir sofort aktuelle Bilder ausgetauscht…

Das Dinner am heutigen Abend sollte nicht so feudal werden, wir waren ja mittags im „Stigma“. So haben wir beschlossen ins „SouVLakki“ zu gehen, um hier mit einem kleinen aber authentischem Giros den Abend abzurunden. Das klappte bestens!

Christine hatte noch eine Rechnung mit Griechenland offen, die galt es heute zu begleichen! Wie schmeckt wohl Retsina? Eine Frage die sie schon lange beschäftigt. Unsere Auskunft, dass wir nie etwas Schlimmeres getrunken hätten und unsere einzige jemals bestellte Flasche in Pothia / Kalymnos in die Blumen gegossen haben (die danach sicher verwelkt sind), konnte sie nicht nicht abhalten – heute und jetzt!!!

Retsina – grauenhaft

Ja, wie das so ist mit so Zeug – Retsina ist wie Ei mit Maggi – love it or hate it! Und Christine gehört zur LOVE Fraktion…

Retsina Sommeliére

…nach anfänglichem Zögern trat Begeisterung ein und die ekelhafte Plörre zog ein in ihre persönliche „Greek-Must-Haves“ Liste und wurde somit noch mehrfach bestellt. Positive Nebenwirkung, sie hatte den halben Liter immer für sich alleine.

Es war schon dunkel als wir aufgegessen hatten, unser Desert verzehrt und sowohl Ouzo als auch Mastiha Gläser geleert waren – da nahm am Nachbartisch ein ungewöhnlicher „Gast“ Platz…

Wohl bekommt´s

…stört hier aber keinen! Die Mieze mampfte ein paar Happen, wähnte sich wohl im Schlaraffenland – Giros mit Beilage – wann gibt´s denn sowas? Zog dann aber friedlich von dannen.

Wir ließen die Tage ausklingen, das Urlaubsende nahte. Dem Strandaufenthalt nebst Hopfenkaltschale wurde der Vorzug gegenüber neuen Entdeckungen von B-Zielen gegeben.

Sibylle und Christine machten noch zwei Spaziergänge, aber im Großen und Ganzen beschränkten sich unsere Highlights auf die Abendessen – hier ein paar Impressionen.

Zum Beispiel von einem, für uns neuen, Spot mit sehr guten Referenzen. Die „Ouzeri o´ Sotos“ ist bekannt für Fischgerichte, da aber etwas abseits in Drimonas für uns nicht immer am Schirm – das haben wir mit Christine und Nader geändert…

Einfach und authentisch
In Drimonas, direkt am Meer mit herrlischem Ausblick
Ich war überrascht von schönem Geschirr, sehr gutem Service und feinen Meze
Florinis, Leros Cheese, Saganaki, Octopus Carpaccio
Dazu ein griechischer Salat
Kokoretsi – mit Kalamari statt mit Innereien
Eine abgewandelte Form von Kokoretsi – in einer fruchtigen Hibiscus-Sosse, wow!!!

An einem anderen Tag war bei Marietta und Takis Live Music ausgerufen – das wollten wir uns noch einmal antun. Wieder war Flourious am Keybord, diesmal war aber statt Fiddler Manolis der andere Manolis zu Werke – nämlich an der Bouzouki!

Ich mag und kenne Manolis, er war früher Marinero bei uns und hat mir eines dieser geflochetenen Armbänder gemacht. Es war uns also eine Ehre teilzunehmen.

Marietta und Manolis
Alex, Marietta´s Bruder, eröffnet den Reigen – man beachte Takis auf den Knien…
…der sorgt nämlich mit Schnapsgläsern für den Takt
Das Lokal war gerammelt voll…
…die Stimmung entspannt – hier Tali und Izi von der ROZI
Später kam ein junger Mann aus dem Publikum ans Micro – der sehr gut singen konnte…
…so dass es zumindest für die Damen kein Halten mehr gab!
Desert – vom Haus

Nader und ich kämpften noch die letzten Kalorien „vom Haus“ nieder, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machten. Perfekter Abend.

Für den nächsten Tag kündigten sich unsere Münchner Freunde Gottfried und Gabi an, sie hätten ein Dieselproblem auf der HARMONY und ob ich nicht zwischenzeitlich einen Kraftstoffschlauch nach DIN xxxx besorgen könnte? DIN in GR??? Ich wollte helfen und machte mich auf den Weg – eine Odyssey begann.

Ihr erinnert Euch an Panos? Den Verkäufer in der Marina Chandlery? Er meinte er hätte den Schlauch, vielleicht! Ok, können wir nachsehen erwiedere ich. Hm, schwierig meint er, der sei im Container und nicht im Laden. Ah, verstehe – können wir dort nachsehen? (ich verzweifle)… Da lächelt er, denn er hat eine super Idee, er schlägt mir vor in den Ort zu einem anderen Ship-Chandler zu fahren, vielleicht hat der einen Schlauch griffbereit! AAAAAhhhhrgg…

Ich fahre zu acht!! verschiedenen Stellen und frage nach einem NBR Kraftstoffschlauch in Industriequalität, 8mm Durchmesser, 8m lang – mit Gewebe wenn möglich, sonst ohne – keiner der Befragten kann alle Kriterien erfüllen, bis auf einen. Kallas ist sich seiner Position aber bewusst und verlangt 8.-€ den Meter. Ich biete die Brust und verzichte – und sage ihm auch den Grund. Ihr müsst wissen, dass so ein Schlauch im Internet 1,50.- der Meter kostet.

Ich fahre für Freund Gottfried tatsächlich einmal über die ganze Insel um dann in der Artemis Boatyard fündig zu werden – man bedient mich freundlich, verkauft mir die gewünschte Qualität in den erforderlichen Abmaßen für 4.- / Meter. Auch teuer, aber vetretbar!

30km Strecke für nen Benzinschlauch – hat aber Spaß gemacht
Mein Schatz – inzwischen verbaut, die HARMONY wieder flott

Der letzte Tag für Nader und Christine läuft. Wir gehen ein letztes Mal zum Sundowner ins „Harris“, der Mühle oberhalb Pantelis um das Ambiente und die Drinks dort zu genießen.

Unsere GS dabei – der Parkplatz des „Harris“
Strawberry Splash

Danach unser letztes gemeinsames Dinner, bevor wir uns das nächste Mal zum Essen in Deutschland treffen – vermutlich am 30.09. zur Hochzeit unserer Kinder. Klar war, auch hier muss als Höhepunkt das „Mylos“ herhalten!

Ok, aber wir kennen den Weg
Es ist einfach ein traumhafter Platz – mehr Griechenland geht nicht!
Man hat aufgerüstet – jetzt 3 statt 1 Fischkühlschrank! Hier für die Fische
Nummer 2 für Meeresfrüchte, etc.
Nummer 3 – nochmals andere Fische
Scampitartar
Kataifi Cheese
Spaghetti Vongole
GEILE Nachspeise – Baiser mit Sahne und Erdbeerjus – vom Haus

Wir genießen den letzten Abend und die unvergleichliche Stimmung die wir in den letzten 10 Tagen sooft genießen durften!

Agia Marina bei Nacht

Verabschiedung ist nie schön. Wir haben uns daher am nächsten Tag sehr zeitig verabredet, um im kleinen Cafe in Agia Marina gemütlich auf die Fähre zu warten, den Urlaub der Freunde Revue passieren zu lassen und um einen Cappuccino nebst ein paar Süssigkeiten zu genießen.

Angekommen an der Fähre, wurde der Flitzer entladen, Sibylle und ich würden den Panda zum Verleih zurück bringen. Das alles ist hier auf Leros sehr unkompliziert. Nader brauchte etwas, um sich daran zu gewöhnen – ich hoffe, er sperrt zuhause seine Autotüren wieder zu und macht die Fenster hoch. Das mit dem Schlüssel stecken lassen üben wir nächstes Mal.

Und immer daran denken – Blinken ist hier eine Idee, in Deutschland aber Pflicht!

Wie immer kommt die Fähre pünktlich und es wird klar – in ein paar Minuten ist der Besuch auf Leros, ein etwas anderer Urlaub, für Christine und Nader zu Ende.

Die Freunde verschwinden im Pulk…
…und werden von der Dodekanisos Express nach Kos gebracht

Inzwischen schreiben wir den 27.06., der Monat neigt sich dem Ende zu. Wir haben positiven Terminstress, weil inzwischen andere Freunde und Bekannte auf der Insel sind, wieder andere wollen sich verabschieden, da sie schon wieder gehen müssen.

Alle möchten sich gerne noch einmal mit uns treffen oder essen gehen – das ehrt uns und deshalb folgen wir den Aufforderungen.

So gehen wir etwa mit Gottfried und Gabi nach Panteli ins „Pirofani“ – ein Besuch der Zweifel in mir hervorruft. Wir haben prizipiell gut gegessen…

Spaghetti Vongole
Pirofani Salat
Grilled Calamari

…aber gemessen am Preisniveau und dem Getue welches man an den Tag legt stimmt es halt mal wieder nicht perfekt. Ich will nicht auf Deutsch begrüsst werden – das sollen die Kellner in Kos machen, aber nicht hier! Ich könnte darüber hinwegsehen, wenn nach der Begrüßung der perfekte Service folgen würde, aber meist muten die Jungs sich zuviel zu – und reißen die selbstgelegte Latte auf dieser Höhe.

Für mich bleibt Panteli die erste Wahl als Strand – die Lokale dort sind es für mich nicht. Als Ausnahme bleibt im Moment das „Zorbas“ zu nennen, welches aber beweisen muss, dass es die Qualität halten kann.

Obwohl mir die eine oder andere Wolke (die es 2021 nie gab) die Badefreude verderben will…

Bläde Woik´n – direkt vor MEINER Sonne

…lasse ich mich nicht davon abhalten täglich zum Panteli zu fahren und mich in die Fluten zu stürzen. Meist trinke ich ein Bier oder einen Ouzo und genieße das Leben oder zumindest die Stunden. Gibt´s dann noch Meze dazu bin ich glücklich!

Greek Lifestyle – Ouzo mit Meze

Eine weitere schwarze Wolke baute sich drohend über meiner kleinen Welt auf – die Eiskühlung im Repapis war kaputt! Wo war all das leckere Eis? Mein Eis???

Weg, einfach weg…

Und wenn Du denkst es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her – das Lichtlein war diesmal die von mir so geschätzte und meist auch sehr nett angelächelte Eiswaren-Fachverkäuferin. Ein kurzes Gespräch machte es möglich, dass mir der frostige Genuss in ausreichender Menge und in den gewünschten Geschmacksrichtungen zur Verfügung stand!

Personal Treatment – Efcharisto poly

Ich entdecke jeden Monat Neues, so dass auch der Juli einige Highlights bieten wird. Es wird zum Beispiel wieder Konzertreihen geben und wir werden wohl auch das ein oder andere Konzert besuchen…

Am letzten Tag des Monats waren wir nochmals zum Carboloading geladen – zu Evelyn und Roland auf Ihre ARIES. Auch diese Freunde sind wieder auf Leros, aber nur temporär. Es muss noch ein Dach montiert werden und dann werden sie wohl ihre Leinen loswerfen und Richtung Westen fahren.

Mit Ihnen haben wir fast den ganzen Winter verbracht und viele Abende durchlebt und auch durchzecht. Ich befürchte fast, dass es ein Abschied für länger werden könnte.

Diesen einen Abend jedoch, den letzten des Monats Juni, haben wir es uns nochmal richtig gut gehen lassen, zuerst beim Sundowner auf der Empore des Katamarans (ja, Flybridge)…

…dann auf der Terrasse der schwimmenden Wohnung – bei einem feudalen Dinner – dank Evelyns Kochkünsten!

Spaghetti Frutti di Mare

Ich selbst habe dem Tag noch eine etwas „unangenehmere Note“ hinzugefügt. Denn nachdem es mir während der zwei letzten Deutschlandbesuche nicht möglich war einen Zahnarzttermin zu bekommen, lasse ich die Routineuntersuchung künftig hier machen – so fand ich mich in der örtlichen Zahnarztpraxis wieder…

Dental Clinic – ok…
Hochmodern und einladend

…wo die Behandlung sehr rasch und auch nahezu ohne Unterschied zu dem aus Deutschland gewohnten Procedere war. Ich werde wegen dem Zahnarzt keinen Terminstress mehr machen…

Das war er, unser Juni! Er lässt mich mit zwei Herzen in der Brust zurück! Ich konnte genießen weil es Urlaub war! Andere Gesichter, andere Themen, Ausflüge und sehr nette Besuche verschiedener Tavernen und Bars. Etwas Abstand zu meiner Baustelle auch…

Auf der anderen Seite die Seenotfälle bei denen zwei Freunde ihre Schiffe und ihr Zuhause verloren haben und dabei nur knapp dem Tod entronnen sind. Als wäre das nicht genug, beklagt die Langfahrtszene auch noch den tödlichen Unfall eines weiteren Seglerpaares aus Deutschland. Ich bin verunsichert und habe so manches Mal Zweifel an unserem Tun.

Im neuen Monat wird das eine Rolle spielen, auch nehme ich die Arbeiten an NESSAJA wieder auf. Zudem hatte das Carboloading der letzten Tage (auffällig viel Nudeln) einen Grund – ich bin in eine (private) „Biggest Loser“ Challenge eingestiegen, mal sehen ob´s was bringt…

Ich danke Euch für das aufmerksame Lesen, das Folgen unseres Blogs und Euer Interesse – Ihr nehmt Euch Zeit, wenn auch virtuell, das freut mich!

Bis zum nächsten Monat – der Skipper / Eure NESSAJA Crew

2 Kommentare zu „Juni 2022 – Holiday“

  1. 😘 dieser Monatsbericht war absolut wunderbar und erinnerte mich an den wirklich schönsten Urlaub ever, den Sibylle und Du uns ermöglicht und begleitet habt! Eine „Korrektur“: Sibylle und ich machten WANDERUNGEN, keine Spaziergänge 😮‍💨- 10 km in gefühlten 40 Grad hatten was…
    Tausend Dank nochmal- es war mega und JA, ich werde weiterhin Retsina trinken 🤩! Alles Liebe Euch und wir freuen uns auf das geplante Wiedersehen 😍 Christine und Nader

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