Juni 2021 – La Cucaracha

Es ist schwer, einen Blogbeitrag – insbesondere den des Sommermonats Juni – mit dem Titel eines Songs zu benennen den man selbst noch nie leiden konnte.

Auch Wikipedia sagt dazu, dass der Titel des Artikels mehrdeutig ist…

Ich distanziere mich auch von jeglicher politischen Auslegung sondern möchte einfach nur tendenziell einen Hauptgedanken des sechsten Monats aufgreifen – Ihr ahnt es – la Cucaracha 😦

Doch wie immer – dazu später mehr!

Treue Bloganhänger wissen, dass ich neben der Taverne von Dimitris einen weiteren Favoriten für besonderes Essen auf Leros habe – die „Mühle“ das Mylos.

Unser Besuch war abgereist, wir schreiben schon die zweite Woche des Monats Juni und es hatte sich einiges getan in unserer Heimatmarina auf Leros. Neue Yachties waren angereist, wir haben uns gefreut bekannte Gesichter wiederzusehen, uns zu treffen und Klönschnack zu halten. Welche Location bietet sich besser an als das Mylos?

So saßen wir einen gemütlichen Abend mit den Crews der „Shaka“ und der „Serafine“ beisammen. Wir konnten feiern, dass die Serafine verkauft wurde – nicht ohne eine Träne im Auge – hoffen wir doch, dass die Kontakte auch in der bootslosen Zeit nicht abreißen.

Doch der Trennungsschmerz war rasch überbrückt, waren wir doch an diesem zauberhaften Platz der seinem Namen alle Ehre macht.

Nicht nur, dass es ein schöner Flecken Erde mit sehr netten und kompetenten Gastgebern ist, auch das Essen ist allemal eine Wucht!

In etwa einer Woche erwarten wir einen weiteren Gast, unsere Freundin Gitti aus der ehemaligen Heimat, eine frühere Kollegin von Sibylle, hat sich für eine Woche angemeldet. Für mich war es also an der Zeit den Blogbericht des Monats Mai – mit einiger Verspätung – zu schreiben. Viele haben den Bericht inzwischen gelesen, es gab viel positives Feedback, DANKE dafür!

Diesmal waren gottlob nicht viele Reparaturen zu machen. Nur „Kleinzeug“, es gibt daher auch diesmal keine gesonderte Abhandlung zu erledigten Technikprojekten. Das bedeutet aber nicht, dass das Werkzeug in der Schublade geblieben wäre – zu reparieren gibt es IMMER etwas!

Zwischenzeitlich war ein billiges Fitting für den Wassermacher, welches ich hier nicht bekommen konnte, per Post von zuhause angekommen – vielen Dank dafür an die Schwiegertochter. Dieses einzubauen wäre normaler Weise keine Herausforderung, wäre da nicht die Wasserpumpe im Weg. Dafür müssen nur zwei Schrauben geöffnet werden, von denen aber eine wie unsichtbar verbaut ist…

Ihr denkt jetzt sicher „was ist das so schwer?“ – einfach Schraubenzieher drauf und raus…

Ja, leider sind die beiden Bilder entstanden, als ich von rechts oben mit dem Mobiltelefon per Fotokamera gesucht habe wo überhaupt eine Schraube ist – somit – einmal durch die Kniekehle gegeigt! Aber, letztlich wurde auch diese Aufgabe gemeistert!

Ein weiteres Manko war meine GPS Antenne am Furuno GPS35. Ein altes Gerät welches kurz nach der Entdeckung der Glühbirne auf den Markt kam – aber ich mag es! Also Fehler gesucht – und gefunden…

Nach 20 Jahren darf so etwas schon sein, so habe ich zügig Ersatz bestellt, Lieferung per Amazon Prime zu unserer Freundin Gitti nach Hause, innerhalb eines Tages! Wow, die Antenne konnte mir bereits drei Tage später übergeben werden.

Es gibt schlimmeres als solche Bastelarbeiten während man im Paradies sitzt. Der Sommer war eingekehrt, es war noch nicht zu heiß, gute Freunde rundherum, jederzeit ein Bierchen und eine kleine Plauderei – so lässt es sich leben – ich mag die Leros Marina Evros!

Es gab einen Haken – zur Erinnerung, das Wetter war herrlich, stetig eine leichte Brise, warm, nur Sonne… – wo ist da der Haken mag sich manchereiner fragen???

Nun, Gitti sollte nächste Woche kommen, für diese Periode war eine kleine Wetterdepression angesagt – der Teufel ist eben ein Eichhörnchen! Wir mussten los, es galt die Freundin in Kos abzuholen! Wir legten ab und setzten Kurs nach Kalymnos in die Emporio Bucht wo wir bei „Kostas“ einkehren wollten.

Dort haben wir uns die „erste Boje am Platz“ – erste Reihe – geschnappt und sind per Dinghy hinübergerudert um die feine und sichere Lage zu genießen.

Ich hatte mein Logbuch zu schreiben, auch hier gibt es schlimmere Gesamtsituationen als dies bei einem „Mamos“ (neues Lieblingsbier) mit Blick auf sein Schiff zu tun, und ich hatte Facebook bedient. Vielleicht erinnert Ihr Euch noch an den Post „10 Jahre Griechenland“ – den hatte ich hier verfasst.

Ich hatte den Gedanken, als ich dieses Bild sah – nahezu das gleiche Motiv gab es von der alten NESSAJA. Die nahezu gleiche Boje, die gleiche Bucht, es war Mai 2011 als wir das erste mal in griechischen Gewässern unterwegs waren und seither dem Dodekanes treu geblieben sind.

Emporio ist ein schöner Spot auf Kalymnos, der Insel der Sportkletterer und Schwammtaucher, es gibt viele kleine Motive zu entdecken, es ist ein reizender kleiner Ort. Wir haben bei „Kostas“ gut gegessen und können den Platz nur empfehlen – auch wenn diesmal etwas Schwell in die Bucht gestanden ist.

Wir mussten weiter – heute kommt Gitti an! Ab nach Kos. Wir hatten einen herrlichen Segeltag, das ist nicht sooooo häufig der Fall wie man vielleicht denkt, und hatten uns als Ziel die Kos Marina ausgesucht.

Wir bekamen einen Platz neben unseren Freunden aus Berlin, der ANAHITA II Crew. Das Anlegemanöver musste sitzen, Wolfgang ist ein kritischer Beobachter 😉 – vermutlich erinnert er sich gar nicht mehr daran, dass er mich (als wir uns noch nicht kannten) in Arki mal ziemlich angeraunzt hat…

Ratzdatz oder tschengpeng würden die Umstände des Anlegens nicht exakt beschreiben – wir sind in die Lücke GEGLITTEN, GESCHLÜPFT es war förmlich ein „saugendes Anlegemanöver“ ohne jegliche Fremdberührung (und ohne Schlauchboothilfe) – ich war konzentriert und erleichtert 😉

Wir haben das Boot auf Vordermann gebracht und schon einige Stunden später unseren Besuch begrüßt mit dem wir in die Altstadt zum Essen spaziert sind.

ACHTUNG – WARNUNG! Jetzt kommt der Bezug zur Überschrift! Zart besaitete Naturen mögen dieses Kapitel bitte überspringen!

Beispielbild

Als wir vom Essen zurückkamen, wir hatten Wein getrunken (wichtig zu wissen) ging Sibylle ins Schiff und schaltet erst spät – wegen der Mücken – das Licht ein. Ich erinnere mich nicht mehr exakt ob ein markerschütternder Schrei die Marinabewohner weckte oder ob es eher ein gellender Hilferuf an mich war – wie auch immer, sie hat einen Kakerlak gesehen!

Der Effekt bei Sibylle und mir war unterschiedlich! Ich erinnerte mich an eine Geburtstagskarte mit dem Spruch „Weil ich Dich so gerne mag, schenk´ich Dir nen Kakerlak“ (war das eigentlich witzig gemeint?), Sibylle hingegen wollte erst ausziehen, dann das Schiff AUSGASEN lassen und faselte etwas von 200 Eiern und einer Schar von Kakerlaken welche uns vermutlich bis auf die Knochen abnagen will…

Ok, die Aufregung hat sich gelegt, Google half etwas, und wir gingen schlafen. Morgen ist auch noch einTag.

Mit Nachbar Wolfgangs Hilfe wurde dem blinden Passagier eine Henkersmahlzeit serviert – ein leckeres Häppchen, begleitet von einem „Mousse du Poison“.

Es dauerte etwas bis Sibylle einverstanden war, dass ich den Gast für tot erklärt habe. Vermutlich werden wir den Leichnam irgendwann finden. Bisher hat es auf jeden Fall keine Sichtungen mehr gegeben (oder war es doch der Alkohol)?

Unsere Fahrt ging los – nach einem weiteren Tag Kos Marina, um ehrlich zu sein, wegen des verhangenen Wetters – legten wir ab Richtung Kalymnos. Diesmal wollten wir die Bucht Palionissos auf der Ostseite entdecken. Komisch, ich merke gerade, dass keiner von uns Bilder gemacht hat. Naja, auch hier ein offenes Wort, es war frisch, verhangen und gar nicht so prickelnd.

Ich habe diese Situation genutzt um eine Reparatur vorzunehmen die jeder Skipper fürchet – die Reinigung des verstopften Klos. Ein heikles Thema, ist es doch eine im wahrsten Sinne des Wortes „Scheißarbeit“! Nicht so bei uns – ich hatte „GLÜCK“ (im Unglück) und durfte nur zentimeterdicke Verkalkungen und Urinstein entfernen, ging so…

Auch der nächste Tag, arme Gitti, war noch einer mit bescheidenem Wetter. Wir beschlossen daher einen Marinatag in Leros einzulegen – nach Baden war uns allen Dreien nicht. Die Entscheidung war gut – Leros hat uns entlohnt, wir haben die Hot-Spots besucht und waren mehrmals gut einkehren.

Am Abend noch schnell eine kleine Fahrt zu den Windmühlen und zum beleuchteten Kastell – wie immer halte ich vor Mühle 1 um zu sehen was eines meiner Lieblingslokale, das „View“ macht. Ein Ruf ertönt „Mario, Yassas“! Nanu, wer ruft nach mir? Schon sehe ich Haris, den Besitzer meiner Lieblingseisdiele in Agia Marina auf uns zulaufen.

Das ehemalige View heißt jetzt „Haris´“, erklärt er und sei von Ihm gepachtet worden und würde am kommenden Freitag eröffnet. Heute seien Freunde von Ihm hier um Cocktails zu testen. Ob es daran lag, dass er meine hoffnungsvollen Augen gesehen hat, Gedanken lesen konnte, oder er mich einfach mag – es sei dahin gestellt. Einen Moment später jedenfalls saßen wir auf der Terrasse und schlürften einen phantastischen Gin Tonic – 5 Sterne!!!

Ein pragmatischer Grund die Marina kurz zu besuchen war der Erhalt eines Paketes. Sibylle und ich hatten beschlossen uns zum Geburtstag je einen hälftigen Grill zu schenken. Gottlob konnte SVB die beiden Hälften zusammen verschicken und wir konnten unseren neuen COBB Gasgrill in Empfang nehmen – ich werde berichten sobald das Ding sich beweisen konnte.

Das Wetter war wieder toll und Gitti sollte endlich das Segelfeeling in Griechenland so kennenlernen wie wir es schätzen und lieben. Also ab nach Archangelos, an „unsere“ Boje, einem meiner Lieblingsplätzchen vor dem „Stigma“.

Ein traumhafter Badetag wie er im Buche steht! Eine Gastgeberfamilie die sich alle Mühe gab mit uns zu plaudern, uns zu bewirten und alle Trümpfe Ihrer Gastfreundschaft ausspielte.

Ich mag das Einfache an diesem Lokal, ich mag Dimitra, die Tochter des Wirtes, ihren Bruder und die Wirtsleute selber – Archangelos ist ein Platz den ich, aufgrund seiner Nähe zur Marina, erst viel zu spät entdeckt habe!

Gegessen wird was die Küche hergibt, eine Speisekarte gibt es nicht…

Dennoch – oder gerade deswegen waren wir immer gut bedient!

Wir mussten weiter, der Rückweg nach Kos wurde angetreten – Gitti hatte Kos – Kos gebucht und bei einer Woche Urlaubsdauer wollten wir sie gerne an den Abflugort bringen. So sind wir mit einem Stop in Kalymnos / Emporio zurück nach Kos. Leider ließ der Wind just in dem Moment als wir nach Süd wollten nach, ein bisschen Segeln konnten wir aber trotzdem.

Zurück in der Marina Kos! Ich treffe viele Menschen, die uns immer wieder fragen warum wir doch ab und an in Marinas hängen. Nun, dazwischen müssen wir ver- und entsorgen. Das ist das Eine…

Das Andere sind einfach auch soziale Kontakte, eine ordentliche Dusche, Zivilisation und Geschäfte sowie Wifi. Wir mögen die Vielfalt des Lebens, da gehört das Eintauchen in diese Welt auch dazu. Das Thema Kosten bleibt aber unwiedersprochen ein Minuspunkt – eine Nacht Marina kostet in GR rund 40 – 50€, wir haushalten hier sehr.

Dennoch, auch eine Marina kann ihre schönen Seiten haben…

In der Marina haben wir auch Hans ein zweites Mal getroffen. Das letzte Mal noch hatte er Motorsorgen an seinem Katamaran und zusammen mit dem nicht geplanten Liegeplatz eine nicht unerhebliche Summe zu zahlen (Originalkommentar – „…do fliagt da doch a Ei aus da Hosn!“) – hatte er diesmal zu vermelden, dass er quasi „im Vorbeigehen“ einen anderen Katamaran (Lagoon 450L) für ein nicht weniger erkleckliches Sümmchen gekauft hat – Hans im Glück kann ich da nur sagen.

Gitti hat ausgecheckt, die Woche Urlaub ist vorbei – trotz der anfänglichen Wetterkapriolen und einem fetzen Sonnenbrand ist uns eine gute Runde gelungen wie ich meine.

Für uns hieß es das Schiff zurück in die Leros Marina zu bringen – unsere eigene „große Runde“ stand bevor. Wir wollten noch einmal durchatmen, noch einmal alles befüllen, ein paar kleine Handgriffe am Schiff machen und dann für zwei Monate ablegen.

Doch zuvor wieder den langen Schlag gegen Wind und Welle zurück nach Leros. Da zufällig unsere Freundin Susanne auf der Insel war haben wir nicht die Marina als Ziel gewählt, sondern die Bucht von Xirokampos wo Susanne verweilte. Das Grundeisen sollte vor ihrem Haus fallen…

Nach dem Ankommen gibt es einen Anlegeschluck – meist Gin Tonic – bevor wir baden gehen. Auch hierüber möchte ich als unabhängiger Berichterstatter ein Bild abgeben, ich wurde jedoch Opfer unfreiwilliger Zensur. Ich bekam, ohne weiter ins Detail gehen zu können, eine Anordnung von allerhöchster Stelle…

Es sind die Sonnenuntergänge, aber auch die Sonnenaufgänge, welche den Zauber einer Übernachtung vor Anker in einer Bucht ausmachen. Gestern noch hatten wir einen fabelhaften Fisch auf Susannes Terrasse genossen – Danke für die Einladung! Heute empfängt uns der Tag so…

…was gibt es Schöneres???

Nun, das könnte zum Beispiel sein, dass ein Freund an dich denkt. So geschehen in Leros, als wir zurück in der Marina waren. Einer der Marineros macht Armbänder aus Bändsel und ich habe die Bilder in Facebook geliked – worauf ich bei meiner Ankunft ein solches Unikat geschenkt bekam. Ich werde es mit Stolz tragen!

Des einen Freud´ des Anderen Leid`- Stefan und Tanja waren zurück in Leros! Ich habe mich gefreut die Beiden noch einmal wieder zu sehen. Der Grund für die Rückkehr war jedoch ein ärgerlicher – ein Ruderschaden bei Amorgos machte ein Abschleppen zurück in den Hafen notwendig, die Beiden stehen mit ihrer „Oreja Vela“ und Hündchen Tara jetzt auf dem Trockendock und sehen der Reparatur entgegen. Dabei tragen sie es mit einer Portion Galgenhumor – sie haben sich eine Eiswürfelmaschine gekauft, denn „…Eiswürfel sind ein Stück Lebensqualität“ – das muss ich mir merken…

Was hilft in dieser Gesamtsituation besser als ein gemeinsames Dinner???

Der Besuch bei „Dimitris o´Karaflas“ war besonders wie immer – wegen der Location, dem Essen, natürlich dem Wirt und wegen des blutroten Vollmondes einige Stunden später.

Der fünfte Mann! WER ist der fünfte Mann? Tanja und Stefan hatten uns viel von einem Deutschen erzählt der nach Rhodos ausgewandert ist und dort eine Imbissbude eröffnet hat. „POMMES – BERND“ – wir hatten verwegene Vorstellungen von diesem Mann! In der Realität haben wir einen super Typen kennen gelernt, einen Abend lang viel Spaß gehabt, ein bisschen zuviel getrunken… (what ever happened in Leros stays in Leros…)

Bernd, wir freuen uns darauf Dich im Herbst in Rhodos wieder zu sehen!

Der Tag des Abschieds, der Abreise, war gekommen. Wir wollten los, etwas erleben! Wir hatten den Wecker gestellt und wollten um 0700 los. Nichtsdestotrotz kamen sowohl Robi & Baba von der „Maxi“ als auch Stefan um sich zu verabschieden – das hat mich beeindruckt – so gingen die Leinen erst um 0730 über (fast ein bissl zu spät)…

Warum ist 0730 zu spät mag sich mancher Blogleser fragen. Nun, wir wollten segeln, wussten, es war wenig Wind und wir hatten uns mit Schinoussa, einer Insel in den kleinen Kykladen, ein entferntes Ziel ausgesucht. Es sollte sich auch „rächen“ (oder zumindest die Karten neu mischen).

Segel raus, Segel rein – Motor an, Motor aus – zäh wie Kaugummi zog sich die Reise. Erst bei Amorgos, es war schon später Nachmittag vergingen zwei herrliche Segelstunden und fanden Einzug ins Logbuch.

Wir näherten uns den kleinen Kykladen, nur noch schnell um diese Ecke, dann sind wir da. Wir haben schon besprochen was es zu essen geben wird.

Meistens kommt es anders als man denkt…

Wo wir uns vorher stundenlang zwischen motoren und segeln gequält haben, schafft es das Kap der kleinen Kykladeninsel Koufonisi, den kaum vorhandenen Wind so abzufälschen und zu beschleunigen, dass wir allerhand zu tun hatten mit den 26kn Böen zurecht zu kommen. NESSAJA galoppierte los und war kaum zu bremsen – und so schossen wir an unserem Ziel, an welches wir uns vorher so mühselig angenähert hatten, einfach vorbei.

Bis die Böen nachließen dämmerte es, zurückfahren wollte ich nicht, und so machten wir uns klar zur Nachtfahrt zum finalen Ziel Milos. Karten wurden studiert, Westen angelegt, Wachen besprochen und es gab noch eine kleine Mahlzeit. Dann hieß es – from dusk till dawn…

Sunset Richtung Ios
Sunrise zwischen Polyagos und Milos

Wir liefen in die Bucht von Milos ein, zum ersten Mal waren wir auf der westlichen Seite der Ägäis – und wir waren neugierig.

Wir sahen die alten, pittoresken Fischerdörfer, hier Klima…

…und kamen im Ankerfeld vor Adamas an – nach 25h Fahrt ließen wir erschöpft den Anker fallen. Sicher liegen, ausruhen, baden…

Am nächsten Tag schon stand der Plan – ein Leihwagen musste her, diesen durften wir 24h behalten und tuckerten tagsüber, wie auch abends über die Insel. Sehr kommod…

Die Insel ist sehr schön, hier einige Eindrücke die wir teilen wollen – von unserem Ausflug in die Oberstadt Plaka…

…und von unseren Besuch in den Katakomben in denen früher christliche Bestattungen stattfanden. Ein sehr beeindruckender Ort!

Milos ist berühmt für seine Kalksandsteinformationen. Auch hierhin haben wir Ausflüge unternommen und Buchten mit bizarren Felsbrücken und -türmen gesehen.

Getreue Leser wissen, dass ein Freund von mir mit der ELOWYN die Meere bereist. Die ELOWYN war auf dem Weg vom Peleponnes in die Zentralägäis, es war also durchaus ein Plan dahinter als ich meine Position an Volker & Kristina gesendet habe.

So war es auch kein wirklicher Zufall, dass einen Tag später ein bekanntes Schiff (siehe Bilder am linken Blogrand „Impressionen Brest – Lissabon“) in der Bucht auftauchte – großes Hallo und Wiedersehensfreude!

Klar, ab jetzt unternehmen wir gemeinsam – und weil wir ja noch ein Auto hatten ging es schon am ersten Abend ins „Medusa“ ein bekanntes Fischrestaurant. Obwohl nicht reserviert, mussten wir nur kurz warten. Diese Zeit verging aufgrund der Scenery wie im Flug…

Schon kurze Zeit später saßen wir an unserer Tafel und bestellten gemeinsam Vorspeisen und Seafood – ein herrliches Dinner, ein sehr guter Abend (der aber noch getoppt werden konnte)!

Wir liebten die Ankerbucht! Luftig, etwas schaukelig, kostenfrei – Volker hatte die ELOWYN inzwischen zum Versorgen an die Kaimauer gebracht. Ich sinniere so vor mich hin und genieße den Sonnenaufgang…

…währenddessen also, wird Sibylle wach und gibt Alarm. DER KÜHLSCHRANK IST AUS!!!

Ich schieße wie von der Tarantel gestochen nach oben und erkenne – einmal zu lange mit dem Generator gewartet, Batterie leer. Wir müssen an den Steg zum Laden. Anker auf!

Doch was tut sich? Nix! Irgendwie hängt die Ankerwinsch an einer Stromquelle wo ich es nicht erwartet hätte – muss ich checken! Aber nicht JETZT! Also, Generator an, bisschen warten, erneut probieren – langsam hebt sich die Kette und rattert gequält Meter für Meter in den Kasten. Frei, nix wie an den Steg, festgemacht und Ladekabel ran – Problem gelöst! Wasser können wir jetzt auch noch tanken (Diesel haben wir schon mit dem Schlauchboot und Kanistern geholt).

So kam es, dass NESSAJA und ELOWYN nebeneinander an einem Steg lagen – damals auf Milos…

Den Unterschied von 68ft auf 43ft kann man schon gut erkennen – von vorne gesehen aber wird es noch deutlicher…

Wenn man auf Schiffen unterwegs ist hat man immer das Wetter im Auge. Aufkommender Südwind drohte unseren Platz unsicher zu machen, wir wollten weiter – unser Ziel hieß grob Athen um am 10. Juli Stefan und Amelie abzuholen. Nach Nord zu reisen heißt, darauf zu achten, dass kein Meltemi bläst. Es war also klar, der Abschied naht…

Wir wussten auf Empfehlung ein Lokal welches Volker bereits kannte – im Ort Pollonia war das „Hanabi“, ein Lokal welches klassische und griechische Sushi-Spezialitäten feilbot. Nix wie auf nach Polonnia.

Weil wir etwas früh dran waren haben wir noch einer Winery am Weg einen Besuch abgestattet. Hier konnten wir probieren und…. kaufen!

Dort verbrachten wir ein Stündchen bis wir in das Lokal unserer Wahl ziehen konnten, wir hatten für 1900 reserviert.

Das „Hanabi“ liegt direkt an der Waterfront und wir waren mal wieder „just in time“ zum Sonnenuntergang, so wurde der Gratiscocktail (vom Autoverleiher spendiert) zum Sundowner.

Das „Hanabi“ hielt was es versprach – einladend, nettes Personal und sehr modern. Eine echte Vielfalt an Speisen.

So ging unser letzter Abend auf Milos perfekt zu Ende – abgsackt mit Volker und Kristina, gut gegessen (das „Hanabi“ kommt in mein Top 3 Ranking) in einer wunderbaren Umgebung!

Wir fallen todmüde ins Bett – wohlwissend, dass morgen früh der Wecker um 04.50 klingelt. Wir wollen Höhe machen und es passiert mir nicht noch einmal, dass ich zu spät losfahre.

Morgen – das ist dann der 01.07.2021 – das bedeutet Juli, das heißt ein neuer Monat. Wie es also weitergeht bzw. weiterging auf unserer Reise könnt Ihr im Folgebreicht des Monats Juli nachlesen.

Wir fahren in den Saronnischen Golf, freuen uns, dass Stefan und Amelie für zwei Wochen bei uns sind und entscheiden in welche Richtung es weitergeht und ob wir die Nördlichen Sporaden noch erreichen.

Während Ihr das lest sind wir schon in der Olympic Marina Lavrion angekommen um hier den Starkwind der nächsten Tage abzuwettern, zu tanken, Wäsche zu waschen, undsoweiter, undsoweiter…

Bleibt also dran, es lohnt sich – bis zum nächsten Mal. Bis dahin gibt es News immer mal wieder auf Facebook (unsere Accounts und unsere Seite „sailingmoments“)

Ganz herzliche Grüße von Bord der NESSAJA – die Crew

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