City of Sail – eine Reise nach Mittelerde

…zuerst noch eine Vorabinfo – der Urlaub ist schon wieder einige Wochen her, den Urlaubsbericht konnte ich bisher noch nicht verfassen. Er wird aber in Bälde verfügbar sein. Wenn es soweit ist gebe ich hier Bescheid!

Damit es bis dahin nicht langweilig wird, möchte ich Euch von einer, für mich als Segler sehr spannenden Geschäftsreise berichten – ich musste nach „Down Under“, nach Australien und Neuseeland.

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Es ist nur sehr Wenigen vergönnt die Reise dorthin auf eigenem Kiel anzutreten, andere schaffen es Ihr Leben lang nicht, diesen Kontinent zu bereisen. Ich war also gespannt und die große Tasche wurde gepackt.

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Ganz ehrlich – die Anreise ist beschwerlich! Zwei Langstreckenflüge, nur unterbrochen durch einen dreistündigen Aufenthalt in Singapur, schlauchen schon. Obwohl mein Kollege und ich in der Premium Eco der Singapore Airlines gut aufgehoben waren.

Wir sind am Montag nachmittags in Sydney angekommen und haben den Rest des Tages gleich genutzt um den weltberühmten Blick auf das Opera House und die Harbour Bridge zu erhaschen.

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Das war schon ein schönes Gefühl, zumal es mein erster Besuch in „Down Under“ war. So machten wir also weiter, tagsüber arbeiten und abends soviel sehen und mitnehmen wie es eben auf Geschäftsreisen geht.

So kamen wir auch zu einer Stippvisite zum Bondi Beach, wo wir unsere Füße einmal in den Pazifik halten konnten…

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Ok, schön, aber was hat das nun alles mit dem Segelblog zu tun?

Wartet ab – einige Wochen vor der Reise fragte mich mein Kollege wo ich das Wochenende, welches wir während unserer Reise zur privaten Verfügung hatten, verbringen möchte. Zur Auswahl standen Melbourne / AUS und Auckland / NZL. Ich habe mich für Auckland entschieden, ohne eigentlich zu wissen warum – aber schließlich ist Auckland ja „City of Sail“ und der aktuelle „Americas Cup“ Gewinner – die „Royal New Zealand Yacht Squadron“ RNZYS kommt von dort. Ohne zu ahnen was mich erwartet hatte ich eine perfekte Entscheidung getroffen.

Melbourne war ohne Höhen und Tiefen, zum Wochenende ging es also ab nach Auckland…

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Bereits aus der Luft war die spektakuläre Küste gut zu erkennen, beim Anflug auf die Großstadt sah man schon die Bucht von Auckland und auch die Marina…

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Angekommen! Das Wochenende stand vor der Türe und wir sind erstmal an die Waterfront. WOW! Zwei alte Americas Cupper lagen dort an den Pontons, die NZL41 und die NZL68.

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Ob man da…??? Verrückte Idee, aber möglich – also nix wie hin und für den nächsten Tag zwei Tickets beschafft! ICH – WERDE – EINE – AC – YACHT – FAHREN! Ich war fast ein bisschen aufgeregt.

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Aber auch sonst gab es allerhand Nettes zu bestaunen, hier reiht sich ein Harbour an den anderen, ich habe noch nie eine solche „Oyster“ Dichte gesehen wie hier…

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Und auf einmal sah ich Sie…

Unscheinbar, in einer Ecke des Viadukt Harbour lag die vielleicht berühmteste Yacht der neueren Regatta Geschichte. Ein Schiff welches zur Legende wurde und überall nur „die rote Ketch“ genannt wird – die „Steinlager II“, eben das Schiff mit der Sir Peter Blake, der beste Segler seiner Zeit das „Whitbread Round the World Race“ gewonnen hat. Das bis heute einzige Schiff welches alle Etappen gewann – in dem Rennen welches heute als „Volvo Ocean Race“ VOR bekannt ist.

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Unspektakulär für die Einen, für mich aber etwas Besonderes, habe ich doch in Büchern schon so viel über die rote Ketch und Ihren Skipper gelesen.

Am Abend musste ich alles Erlebte erst einmal sacken lassen, ich habe trotz Jetlag recht gut geschlafen – am nächsten Tag hieß es an Bord der NZL68 anmustern…

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Wusstet Ihr, dass AC Yachten einfach durchnummeriert werden? Und dass sie beim Verkauf nur die Nationalitätskennzeichnung angepasst bekommen? Es war ein Fingerzeig, dass diese Yacht als GER68 gebaut wurde, ein deutsches Schiff welches für das 2002 Syndikat rund um Michael Illbruck entwickelt wurde.

Wegen finanzieller Schwierigkeiten wurde das AC Engagement damals aufgegeben und die Yacht an das Team New Zealand verkauft welche es dann als Trainingsyacht benutzt hat. Und jetzt ging ich an Bord!

Die Mannschaft war zur Aktion aufgefordert – dem sind wir sehr gerne nachgekommen!

Am Grinder…

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…und am Ruder!

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Eine Erfahrung mit „WOW-Effekt“! Wir hatten in der Bucht von Auckland zwar nur etwa 3 bis maximal 4 Bft. – dennoch ging das Schiff ab wie die Feuerwehr. Ich durfte einen Am-Wind Kurs steuern und dabei mal spüren wie der Unterschied von meiner schwerfälligen Fahrtenyacht zu so einem Racer deutlich wird. Unglaublich!

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Unter Genacker sind wir dann zurück Richtung Stadt – voll besegelt trägt das 24 Tonnen Schiff (80ft.) bis zu 747qm Tuch, auch das unvorstellbare Zahlen.

Innen? Da sieht es anders aus – da möchte ich den Komfort von Nessaja mal hervorheben 🙂

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Und sonst? Wir wären töricht gewesen, wenn wir nicht wenigstens versucht hätten den Americas Cup zu sehen. Der steht ja wohl irgendwo im Clubhaus, oder?

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Naja, kann man da einfach reinmarschieren? Warum nicht einfach fragen…

Auf eine Messenger Anfrage bekam ich innerhalb weniger Stunden eine Antwort. Internationale Segler seinen jederzeit willkommene Gäste, wir MÜSSTEN uns aber ins Gästebuch eintragen – na nichts einfacher als das…

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Hier ist er allgegenwärtig – Sir Peter Blake – der so tragisch durch einen Piratenüberfall ums Leben kam – ich fühlte mich in den heiligen Hallen des RNZYS wie in einer anderen Welt, hier wird Yachtsport zelebriert.

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Es gab allerhand Trophäen zu bestaunen – hier nur eines von unzähligen Regalen!

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Und NATÜRLICH – auf einem Ehrenplatz – die älteste Sporttrophäe der Welt, der „Americas Cup“

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Kann man vielleicht nicht so nachempfinden – war aber irgendwie ein sehr gutes Gefühl diese Kanne einmal live zu sehen.

Wir durften dann noch im Restaurant, welches normaler Weise exclusiv für Mitglieder ist, unser Dinner einnehmen. Auch das war irgendwie cool, hier schafft man es diese besondere maritime Stimmung mit einem Quäntchen Entspanntheit zu kombinieren – ein Platz zum Wohlfühlen. Wir wurden sehr gastfreundlich behandelt.

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Tags darauf hatten wir nach einem recht anstrengenden Arbeitstag Lust auf etwas Natur, es bot sich die Gelegenheit den Murawei Beach zu besuchen. Hier konnten wir den schwarzen Lavasand fühlen, die endlose Weite spüren und die Albatroskolonie bestaunen.

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War´s das? Nein, nicht ganz!

Am letzten Tag bot uns das Schicksal eine weitere „Once-a-lifetime-experience“ an, man muss eben nur fragen.

Bei einem letzten Spaziergang zur Waterfront, unser Flieger sollte in wenigen Stunden gehen, kamen zwei Mädels aus der roten Ketch. Wir haben die beiden einfach mal gefragt ob man das Schifferl einmal aus der Nähe sehen könnte.

Die Reaktion – ein Anruf beim Skipper. Der kann aber erst nachmittags und da sind wir doch schon im Flieger…

Ach, egal, kommt einfach! Wie von außen? Ne, geht mal an Bord, geht mal rein, seht Euch alles an! ICH – BIN – AUF – DER – Steinlager II! Das ist nochmal etwas Besonderes, Sir Peter´s Boot, ein Boot das so viel schon erlebt hat, so viele Erfolge erfahren durfte – Wahnsinn!

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Der berühmte Skipper hat bis heute SEINEN Platz!

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…und natürlich durfte mein Touri-Shot nicht fehlen 😉

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Dann aber war es Zeit „Haere ra“ – Lebwohl – zu sagen, wir mussten los! Ein letzter Blick auf das Schiff…

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…und ab ins Flugzeug.

Für mich war der Aufenthalt in Auckland ein unvergesslicher mit prägnanten Erlebnissen, gerade für einen Segler.

Daher in jedem Fall einen Post in meinem „sailingmoments“ Blog wert!

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Neuigkeiten wie immer hier – stay tuned!

 

2 Kommentare zu „City of Sail – eine Reise nach Mittelerde“

  1. Ganz toll Mario,
    Ich verblasse vor Neid!

    Musste erst mal Deinen Artikel verschlingen, bevor ich mich dem offiziellen Teil meines Arbeitstages hingeben werde.

    BTW: Umbau geht schleppend, aber voran!

    Danke für Deinen Beitrag und die tollen Eindrücke in Bild & Text!
    -Pit

    1. Hallo Pit, Danke, ja es war eine sehr besondere Geschäftsreise – ich bin immer noch dabei alle Eindrücke zu verarbeiten! Vielleicht klappt es ja noch mit einem gemeinsamen Kaffee 🙂 Gruß und frohes Schaffen

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